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Full text of "Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur"

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ZEITSCHRIFT 


FÜR 


DEUTSCHES  ALTERTHUM 


HERAUSGEGEBEN 


MORIZ  HAUPT. 


FÜNFZEHNTER  BAND. 


BERLIN 

WEIDMANNSCHE  BUCHHANDLUNG. 
1872. 


ZEITSCHRIFT 


FÜR 


DEUTSCHES  ALTERTIIUM 


HERAUSGEGEBEN 


MORIZ  HAUPT. 


NEUE  FOLGE.     DRITTER  BAND. 


BERLIN 

WEIDMANNSCHE  BUCHHANDLUNG. 
1872. 


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DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

Seü  Graffs  erfolgreichen  arbeiten  hat  die  gelehrte  weit  den  alt- 
deutschen glossen  eine  im  ganzen  geringe  beachtung  geschenkt,  loenn 
es  auch  nicht  an  zahlreichen  neuen  und  werthvoUen  puhlicationen 
fehlte,  so  beschränkten  sich  dieselben  doch  meist  auf  genaue  ab- 
drücke und  nur  in  seltenen  fällen  fügten  die  herausgeber  spärliche 
verbefseruyigsvor schlage  oder  erläuternde  bemerkungen  bei:  der 
lexicalische  und  sprachliche  gewinn  erschien  als  die  hauptsache. 
die  folge  dieses  einseitigen  Interesses  loar  dafs  die  Veröffentlichungen, 
denen  ich  im  übrigen  ihren  grofsen  nutzen  gar  nicht  absprechen 
will,  einen  theil  ihrer  brauchharkeit  dadurch  einbüfsten,  dafs  in 
den  vocabularen  die  nicht  deutsch  glossierten  Wörter  fortgelafsen  zu 
iverden  pflegten,  wird  also  eine  eingehende  sachliche  und  kritische 
behandlung  beabsichtigt,  so  ist  eine  erneute  prüfung  der  hs.  das 
erste  erfordernis.  es  verdienen  aber  die  glossen  eben  so  gut  wie 
jeder  andere  rest  tinseres  alterthums  eine  allseitig  umfafsende  und 
methodische  bearbeitung,  welche  auf  manche  Seiten  der  deutschen 
Vergangenheit  helleres  licht  werfen  wird,  allerdings  müfsen  alle 
fäden,  welche  sich  darbieten,  nach  kräften  weiter  gesponnen,  alle 
feinen  bezüge  verfolgt,  die  ganze  Untersuchung  im  zusammenhange 
geführt  werden,  bis  jetzt  liegen  nur  anfange  dazu  in  WGrimms 
und  Holtzmanns  arbeiten  vor,  denen  sich  der  folgende  aufsatz,  trotz 
seiner  zahlreichen  mängel,  anreihen  möge. 


l.    DAS  SECHSTE  SCHLETTSTÄDTER  VOCABULAR. 

Wackernagel  in  dieser  Zeitschrift  band  V.  p.  327 — 338.   er  hat 
richtig  erkannt,  dafs  der  gröste  theil  des  vocabulars  sich  auf  Virgil 
Z.  f.  D.  A.  neue  folge  III.  1 


2  DIE  DEUTSCHEN  VIRGlLGLOSSElX. 

bezieht,  eine  Ordnung  desselben  aber  nicht  versucht,  es  kommt  zu- 
nächst darauf  an,  das  princip  zu  finden,  nach  dem  die  glossen 
hier  auf  einander  folgen,  schon  eine  flüchtige  durchsieht  belehrt, 
dafs,  xoenn  auch  die  lateinischen  loorte  den  buchstaben  gemäfs  ver- 
theilt  sind,  innerhalb  der  einzelnen  buchstabencomplexe  jedoch  alpha- 
betische aufeinanderfolge  nicht  stattfindet,  vielmehr  haben  die  glossen 
einer  jeden  reihe  sich  diejenige  Stellung  bewahrt,  ivelche  sie  im 
Virgiltexte  einnahmen,  dieser  umstand  gewährt  uns  die  möglichkeit, 
das  geschäft  der  Ordnung  mit  einiger  Sicherheit  zu  unternehmen, 
wir  gelangen  dabei  zu  dem  resuUate,  dafs  die  jetzige  fafsung  des 
vocabidars  eine  Virgilhs.  voraussetzt ,  welche  mindestens  die  Bucolica, 
das  erste  und  vierte  buch  der  Georgica  nebst  einigen  Seroianischen 
noten  enthielt,  die  dort  mit  deutschen  glossen  versehenen  worte 
wurden  ihres  Zusammenhangs  enthoben  und  hintereinander  als 
glossar,  wie  deren  nicht  wenige  auf  uns  gekommen  sind,  aufge- 
zeichnet, das  dritte  Stadium  war  dann  die  alphabetische  Ordnung  in 
ihrer  uns  jetzt  beschäftigenden  gestalt.  da  die  erörterte  regel  auch 
bei  den  übrigen  vocabularen  der  Schlettstädter  hs.  anwendung  findet, 
so  ist  der  schlufs  erlaubt  dafs  die  herstellung  der  alphabetischen 
reihenfolge  erst  von  dem,  herrührt ,  welchem  wir  das  ganze  Sammel- 
werk verdanken,  jene  von  mir  angenommene  mittelstufe  läfst  sich 
freilich  nicht  streng  erweisen,  sie  erklärt  aber  befser  sowohl  die 
spätere  alphabetische  anordnung  als  auch  die  nicht  ganz  seltenen 
fälle,  in  welchen  die  ursprüngliche  folge  gestört  ist. 

Genauer  habe  ich  das  fünfundzwanzigste  Schlettstädter  glossar 
geprüft  und  gebe  hier  das  resultat,  um  theils  meine  bisherigen  auf- 
stellungen  zu  sichern,  theils  einen  neuen  gesichtspunkt  für  die  beur- 
theilung  der  ganzen  Schlettstädter  Sammlung  zu  gewinnen,  wir 
haben  es  dort  mit  glossen  zur  cura  pastoralis  des  Gregor  zu  thun, 
die  bis  zu  einem  gewissen  grade  derartig  mit  einem  vocabular  zur 
gleichen  schrift,  welches  bei  Braun,  notitia  de  codicibus  ms.  II. 
p.  122  ff.  aus  einer  Augsburger  hs.  abgedruckt  und  von  Graff  mit  A 
bezeichnet  ist,  stimmen,  dafs  beide  nothwendig  derselben  quelle  ent- 
sprungen sein  müfsen.  doch  kann  das  Schlettstädter  aus  dem  er- 
wähnten nicht  abgeschrieben  oder  vielmehr  geordnet  sein,  weil  es 
einerseits  worte  enthält,  die  in  A  sich  nicht  finden,  andererseits  in 
viel  fehlerfreierer  gestalt  als  jenes  uns  erhalten  ist.  die  gemeinsame 
quelle  mufs  die  glossierte  hs.  selbst,  kein  aus  ihr  hergestelltes  voca- 
bular gewesen  sein,     diese  annähme  fordert  der  fehler  in  A  232; 


I.   DAS  SECHSTE  SCHLETTSTÄDTER  VOCAßULAR.        3 

intentat  raphsungo,  wo  das  Schlglossar  (18)  richtig  bietet:  animad- 
versio  raphsungo.  beide  glossen  gehören  nämlich  zu  admon.  XII  des 
dritten  biiches:  super  illos  propheta  Sophonias  vim  divinae  anim- 
adversionis  intentat.  demiiach  rühren  die  gemeinsamen  fehler  aus 
der  hs.  selbst  her.  ich  habe  dabei  vornehmlich  die  stelle:  delectus 
unwerdira  .4  269,  Schi.  gl.  90  im  äuge,  sie  bezieht  sich  auf  buch  III, 
admon.  XVIII:  quid  itaque  elatione  deiectius.  den  comparativ  setzt 
auch  die  deutsche  Übersetzung  voraus:  wir  müfsen  also  schliefsen, 
dafs  schon  in  der  hs.  die  glossen  nicht  original  waren,  sondern  in 
sie  aus  einer  andern  eingetragen  sind. 

Ich  füge  nebenbei,  damit  dies  niemanden  irren  ynöge,  die  be- 
merkung  an,  dafs  sowohl  in  diesem  Schi,  glossare  wie  im  sechsten 
hier  und  da  das  lateinische  loort  nicht  in  der  dem  texte  des  Schrift- 
stellers entsprechenden  form,  sondern  im  nom.  aufgeführt  ist.  das 
deutsche  erhält  dann  entweder  ebenfalls  diesen  casus  oder  bleibt  in 
der  ursprünglichen  form. 

A  hat  an  denselben  stellen,  wie  Schi.  gl.2b  den  nom.  acc.  pl.  adj. 
masc.  auf  a,  auch  zeigt  es  stets  uo  (nur  zweimal  u,  einmal  o)  ent- 
sprechend dem  Schi,  glossar.  dadurch  fällt  Weinholds  ansieht  (alam. 
gramm.  p.  \0S),  dafs  uo  in  die  Schlettstädter  gl.  erst  durch  die 
Jüngern  abschreiber  gekommen  sei.  überhaupt  darf  die  eiimürkung 
derselben  mir  sehr  gering  angeschlagen  werden,  wie  man  dies  aus 
der  vergleichung  beider  denkmäler,  die  uns  das  recht  giebt ,  auch 
auf  das  Verhältnis  bei  den  übrigen  Schi,  vocabularen  einen  schlufs 
zu  ziehen,  deutlich  ersieht,  ist  demnach  der  lautbestand  ziemlich 
intakt  geblieben,  so  würde  sich  als  zeit  der  entstehung  des  Virgil- 
glossars  etwa  das  ende  des  neunten  und  der  anfang  des  zehnten 
Jahrhunderts  ergeben,  schwieriger  ist  die  frage  nach  dem  ort. 
Weinhold  behandelt  die  ganze  Schlettstädter  masse  als  elsäfsisch; 
dies  mag  für  die  letzte  redaction  richtig  sein,  geht  man  aber  auf 
die  ursprüngliche  gestalt  zurück,  so  ist  gar  kein  grund  vorhanden, 
alle  einzelnen  stücke  dieser  Sammlung  von  vorne  herein  derselbeti 
gegend  zuzuschreiben,  dafs  dialektische  Verschiedenheiten  da  sind, 
zeigt  ja  schon  der  nom.  pl.  des  adj.  masc.  auf  e  im  vierten  glossar, 
sowie  das  stellenweise  hervortretende  ua.  doch  kann  die  ganze  frage 
erst  dann  erfolgreich  erwogen  werden,  wenn  eine  kritische  Sichtung 
der  Schi.  gl.  vorangegangen  ist.  daher  lafse  ich  diesen  punkt  vor- 
läufig auf  sich  beruhen  und  mache  nur  auf  die  häufige  Überein- 
stimmung mit  den  Tg.   Virgilgl.  aufmerksam,     da  dieselbe  für  die 

1* 


4  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

untermchnuj  von  wichtüßeü  sein  könnte,  so  habe  ich  die  gleich- 
lautenden stellen  durch  cursiven  druck  ausgezeichnet. 

Nicht  alle  glossen  des  sechsten  vocahulars  jedoch  sind  den  Bu- 
colicis  und  dem  ersten  und  vierteil  buche  der  Georgica  entnommen, 
es  bleiben  nämlich  mehr  als  sechzig  loorte  übrig,  die  zum  grasten 
theile  gar  nicht  bei  Virgil  vorkommen,  sie  befinden  sich  meist  am 
ende  der  einzelnen  alphabetischen  reihen,  dafs  sie  einem  Schrift- 
steller angehören,  ist  mir  zweifelhaft,  ich  vermuthe  eher,  dafs  sie 
aus  randbemerkungen  der  Virgilhs.  herrühren,  viele  davon  kommen 
bei  Servius  vor,  dessen  stellen  ich  in  den  anmerkungen  gebe,  viele 
in  isidorischen  glossaren.  doch  auch  hier  wäre,  selbst  loenn  ich  sie 
sämmtlich  aus  ein  und  derselben  schrift  nachzuweisen  vermöchte, 
volle  gewisheit  deshalb  nicht  zu  erreichen,  weil  die  lateinischen ,  nicht 
deutsch  glossierten  worte  von  Wackernagel  fortgelafsen  sind. 

Was  schliefslich  ineine  ausgäbe  anbetrifft,  so  bleibt  mir  nur 
zu  bemerken,  dafs  ich  kein  bedenken  getragen  habe,  da  ein  getreuer 
abdruck  bereits  vorliegt,  fehler  im  texte  zu  verbefsern;  in  den  an- 
merkungen gebe  ich  übrigens  davon  rechenschaft.  mit  eckigen  klam- 
mern sind  die  von  mir  gemachten  zusälze  bezeichnet,  mit  runden  die 
schon  in  der  hs.  vorfindlichen.  beide  haben  den  zweck,  die  gewählte 
deutsche  Übersetzung  aus  dem  zusammenhange  zu  erklären,  daher 
Wackernagel  p.  319  unrecht  thut,  wenn  er  von  '^zufällig  mit  her- 
ausgegriffenen Worten  spricht,  dieser  vorwarf  möchte  mir  bei  drei 
oder  vier  glossen  begründet  sein,  die  im  Sprachschätze  nicht  belegten 
Worte  habe  ich  mit  einem  Sternchen  versehen. 

ß  U  c  0  L.  I.  14.  modo  middont.  375. 

1.  patule  spritantiu.   440.  15.  spes  gregis  fasil.  543. 
„  ?  recubans  sceronde.  540.  „    conixa  kUverfintiu.  69. 

„  fagus  puocha.  209.  21.  depellere    zuotriben.  146.    15 

2.  tenui  cleinimo.  615.  23.  coniponerewidirmezzon.  70. 
5     „  meditaris  liudost.  374.              25.  viburna  sumirlata.  662. 

„  avenä  habirhalme.  1.  27.  überlas  candidior  sichuroro 

4.  lentus  muozziker.  334.  frihalsi.  7 1 . 

9.  errare  weidinon.  176.  29.  longopost  ferroaftirdes.  335. 

12.  iisqiie  adeo  so  ferro.  663.  49.  non  temptabunt  nirvvertint. 

lü    „  turbanturzirstoubitwerdent.  617. 

616.                       ..  50.  vicini  kibiui.  664.                 20 

14.  corilus  hasil.  68.  „    contagiarudun,  hudun.*  72. 


I.  DAS  SECHSTE  SCHLETTSTÄDTER  VOCABULAR. 


5 


52 

25     „ 
54, 


DO 

56, 

30  57, 

58, 

59, 

60, 

35  61, 

63, 

65, 
68. 

40     „ 


70. 
73, 

45  75, 


76, 

78, 


50  80, 

81. 


frigus  chuoli.  211. 

captabis  chiusist.  73.  1, 

opacum  scateloma.  421.  2, 

depasta  [s^pes]   piweidino-  4, 

ter.*  147.  5, 

salicti  salahun.  544.  8. 

levi  susiirro  lindemo  dozzo.  9. 

336. 

frondator  loubare.*  212.  10. 
palumbes  hekitubiu.  443. 

aeriä  [ulmo]  hobimo.  2.  11, 

ulmiis  elmo.  665.  „ 

?  aeqiior  fei.  3.  „ 

destituent  pikebint.  148.  13, 

pererratis  irfarinen.  442.  15, 

(illius)  vultiis  niinna.  276.  18. 

labatur  sliffe.  337.  ,, 

rapidum  [Oaxen]  drata.  517.  19. 

pauperis  [tugiiri]  armilichero.  22, 

444.  26, 

tugurium  hutte.  618.  27, 
congestum  zisamine  kitraki- 

niz.  74.  29. 
culmen  first.  75. 

novalia  niulente.  409.  30. 

insere  impito.  277.  33. 

post  hac  hinnan  frammer-  34. 

tes.  447.  36. 
proiectus        nidirkilazziner. 

446.  43, 

procul  darbi.  445.  46. 

cytisum  cepphin.   76.  47. 

[non]  carpelis  ni  grimmint.  48. 

77.  49. 

mitia  riffiu.  376.  50. 

castaneae    molles    kiscelito  51. 

cestinnun.  378.  53. 

57, 
59, 


B  ü  C  0  L.  II. 
ardebat  minnota.  4. 
delitias  zartun.  149. 
incondita  unkilimflichiu.  278. 
iactabat  witwerflbta.  279.      55 
nunc  etiam  nohnu.   177. 
lacertos  ekidehsnn.   (i  miusi 

in  brachio.)  338. 
ra])ido  estu  heizzero  hizzo. 

518. 
aliia  klobilouch.  5. 
serpillum  idichenule.  545.    60 
herbas  wrze.  264. 
cycadis  fukilili  (haimili).  78. 
fastidia  weokisami.*  210. 
ligustra  phaftilinga.  339. 
vaccinia  heidebere.  666.        65 
despectus  unwerder.  150. 
lac  novum  fiost.  340. 
placidum  [mare]  stillez.  448. 
[non]   metuam   ni   intsizzo. 

379. 
humiliscasasnidiroheirberg.  70 

266. 
conpelle  trib.  79. 
instituit  lerta.  281. 
triuisse  ribin.  619. 
compacta  zisamine  kiuuoctiu. 

80. 
abducere  inlocchon.*  6.         75 
calathis  ceinnun.  81. 
papaver  mago.  450. 
anetum  tüle.    7. 
casiä  wihpoume.  82. 
luteola  calta  rotiz  cleo.  341.    80 
cana  mala  grawa  epphila.  83. 
pruna  flumo,  451. 
certes  kilest.  84. 
perditus  firtano.  452. 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


85  66.  iiigo  sleiffim.  282. 

72.  viininibus  ir  widon.  668. 
„    (letexere  flehten.  151. 

„   iuncus  piniz.  283. 

73.  fastidit  inluerdet.  213. 

BUCOL.  III. 

90    4.  veretur  furihtit.  669. 

6.  subducitur    inzokin   wirdil. 

546. 

7.  partius  mezzigor.  453. 

8.  transversum  in  duerich.  620. 
18.  excipere  iizzirskepphin.*179. 

95    „    licisca  pracchin.  342. 
20.  coge  samino.  85. 
„    carecta  sahirahe.  86. 
„   latebas  loscatost.  343. 
26.  vincta  picleiptiu.  671. 
100  28.  ?  uterque  eowedir.  707. 

29.  experiamur  iriiinden.  178. 

30.  ad  mulctram  ci  melecchubi- 

lin.   8. 

31.  depono  wetton.*  152. 

33.  iniusta  noverca  ungnadikiu 
stiefmuoter.  284. 
105  36.  insanire  tobon  l  spilon.  285. 

„   pociila  scenkiuaz.  454. 

37.  fagina  piiochchiniu,  214. 
„    celatum  kigrabinez.  87. 

39.  hederä  ebhovve.  267. 
110    ,,    chorimbos  drubin.  88. 

41.  radio  kerto.  519. 

45.  ansas  hanthabun.  9. 

52.  quin  age  nube  rehto.  507. 

54.  repone  firnim.  520. 
115  64.  (malo)  pctit  uuarif.  377. 

66.  mens  ignis  min  minna.  380. 

67.  Delia  diana  l  chebis.   153. 
69.  congcssere  nestoton.  89. 


82.  depulsis  (hedis)  intuenetin. 

154. 
87.  cornu  petat  stechche.  90.    120 
92.  fraga  erdpere.  215. 

96.  reice  dana  trip.  521. 

97.  lavabo  wasg'o  l  insago.345. 

98.  preceperit  firuahit.  455. 

102.  herent  lerchint.*  268.  125 

103.  fascinat  firzoubirota.  217. 
108.  componere  kistillin.  91. 

BUCOL.  IV. 
1 4.  irrita  unbideribiu.  287. 
17.  pacatum  [orbem]  fridisama. 
456. 

19.  errantes  (hedere)  spritan-  130 

tili.  180. 

20.  ridenti  (achanto)  pluoente- 

mo.  522. 

21.  distentauberadrozinta  utir. 

155. 
25.  vulgö  ubiral.  670. 

39.  feret  (omnia)  pirit.  422. 

40.  rastra  egidun.  523.  135 
,,   falcem  rebimezzires.  216. 

42.  mentiri  trukinon.   381. 

45.  sandix  vueit.  547. 

46.  fusis  spinnilon.  219. 

47.  Parc?  scepfarun.*  457.        140 
49.  incrementum  iiowalist.288. 
51.  tractus  maris  farte.  621. 
ei.fastidia  pitunga.*  220. 

BUCOL.  V. 
2.  inflare  plasin.  280. 

5.  Zephyrus  sunduuint.  708.  145 
„   niotantibuswekkinten.  382. 

6.  (sive)  potius  peez  ist.  548. 

7.  sparsit  pispritat*  i  coronat. 

549. 


I.  DAS  SECHSTE  SCHLETTSTÄDTER  VOCABLLAK. 


7.?  labriisca  wildiu  reba.  373. 

17.  giavis    chantharus    mihiler 

150 

'  1 7.  saliiuica  rootachil.  550. 

chobf.  254. 

,,   rosetum  rosigartin.  524. 

19.  Inserat  pitroug.  349. 

26.  libavit  trang.  346. 

22.  sangnineis  moris  roten  mör- 

30.  thiasos  bachi  garlleoth.*  623. 

herüjin.  552. 

,.   inducere  in  biirig  prinkin. 

,,   tinipora  dunwengi.   526. 

290. 

27.  in  numerumaftercilun.  294. 

155 

3 1 .  lentas  hastas  zaba  scafta.  347. 

„    Faunos  scratin.   222. 

.,   intexere  iriiemen.  289. 

28.  ludere  spilon.  350. 

39.  Carduus  distü.  92. 

„   rigidus  stariche.  525. 

„    paliurus  hagan.   441. 

33.  liquidi   ignis   lutirero   lüfte. 

40.  inducitevmbebiceoliint.291. 

348. 

160 

42.  tumulus  le.  624. 

35.  discludere  kiuzzon.  158. 

50.  quocunque    modo  zi    sueli- 

38.  submotis  üfirpuriten.  553. 

chero  wis.  508. 

39.  surgere  (silv^)  vvabsin.  554. 

„   tibi  vicissiminkakindir.  673. 

51.  in  levi  fronte  in    slehtimo 

56.  miratur  lobot.  383. 

ende.  296.  351. 

61 .  otia  firro.  423. 

„   quesisset  greiffoti.  509. 

165 

63.  intonsi  unkiriutta.  292. 

54.  (ilice)  sub  nigra  untir  scate- 

70.  ante  focum  fore  demo  fiure. 

lomero.  556. 

10. 

„   ilex  eich.  295. 

71.  fundam  scencho.  221. 

63.  alnos  erlun.  1 1 . 

„   calathis  stouffilinen.  93. 

66.  assurrexerit    inkekin    huf- 

77.  thimus  pinebluome,  binesu- 

stonte.  12. 

ga.  625. 

71.  ornus  linboum.  424. 

170 

79.  Vota  opphir.  672. 

75.  latrantibus  monstris  pellin- 

80. damnabis  ingeiltist.  156. 

ten  egison.  352. 

88.  pedum  stap.  458. 

„   inguina   after  din   lanchon. 

90.  paribusnodiskilichenchnor- 

297. 

cin.*  459. 

180 


185 


190 


195 


BUCOL.  VI. 

4.  vellit  ziiigta  1  want.  674. 
175    5.  deductum  Carmen  kilanctiz 
sang.  157. 
13.  pergite  pieridespurigint(ua- 
rint)  mus^.  460. 

15.  inflatum  cicheb'itez.*  293. 

16.  serta  houbitpant.  551. 


BUCOL.  VII. 

1.  argutä  wola  hellintero  l  ro-  200 

spontero.*  13. 

2.  in  unum  cisamine.  299. 
5.  ?  pares  kilicha.  449. 

„   ?respondere  inchedin.   542. 
10.  cessare  kituellin.  94. 
12.  pretexit  pidecchit.  461.  205 

„   arundine  rorahe.   15. 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


13. 

17. 

51 

210 

24. 

25. 

26. 

27. 

29. 

215 

30. 

31. 

32. 

220 

15 

33. 

36. 

38. 

225 

5? 

42. 

44, 
47, 

230  49, 

50 
53 

56 

235  57 


examina  suarima.  181. 

seria  kiiiuori.  557. 

Iiulo  spile.  344. 

arguta  fistula  wola  hellindiii 

suegila.  16. 
crescentem  (poetam)  dihin- 

ten.  95. 
ilia  inadri.  298. 
[ultra]  placitum  mez.  462, 
setosi  apri  purstikis  ebires. 

559. 
ramosa  astilolitiu.  526. 
vivacis  langlibes.  675. 
si  proprium  hoc  fuerit  ubi 

daz  ci  dancho  wisit.  560. 
puniceo  rotimo.  463. 
evincta  piuankiniu.  183. 
coturno  kiscuohi.  96. 
sinum  lactis  charuol  milichi. 

558. 
liba  phephirceltin.  353. 
[si]  suppleverit  irfullit.   561. 
cygnis  elbizzin.  97. 
(hederä)  alba  westiniskemo.* 

17. 
ruscus  kultso.  527. 
algä  merigrase.  18. 
iuvenci  flumen  *  i  steora.300. 
solstitium  scato.  562. 
focus  fiur.  218. 
teda  pechsceide.*  627. 
,  postes  turisluodil.  464. 
,  Stent  iuniperi  fol  sint  wec- 

chiltra.  563. 
.  (flumina)siccairsuinina.564. 
,  aret  (ager)  liartat.  19. 
vitio  aeris  föne  heizzi.  677. 
moriens  (herba)  irwerdinte. 

384. 


58.  pampineas   [umbras]  rebili- 

cha.  465. 
60.  Juppiter    plurimus     michil 

luft.  467. 
66.  populus  (arbor)  albar.  466.   240 
„    abies  tanna.  20. 
68.  fraxinus  asc.  223. 

BUCOL.  VIII. 

3.  linces  luhsa.  354. 

4.  requierunt  ravvetvn.  528. 

7.  legis  iruerist.  355.  245 

13.  serpere  chresin.  565. 

16.  tereti  sinuellimo.  628. 

17.  nascere  irrin  i  ufgan.  410. 
„   age  princh.  wolga.  21. 

19.  (dum)  queror  clagota.   159.   250 
29.  incide  spizzo.  301. 
34.  supercilium  vbirpravvi.  566. 
37.  roscida  [mala]  towiga.*  529. 
41.  vt  vidi  (hie  temporis)  so  iohc 
kisach.  678. 

,,   vt  perii  (hie  qualitatis)  weo  255 
ih  dich  minnota.  679. 

,,   abstulit  zo  imi  kinam.  22. 
43.  eotibus  steinin.  98. 
45.  edunt  kiparin.  184. 
52.  ultro  sinis  danchis.  680. 
54.  electra  tleod.   185.  260 

59.  speeula  de  fona  obinantiki. 

160. 

64.  efFer  uztrag.  182. 
„   vittä  nestilon.  676. 

65.  adole  prenne.  24. 

66.  evertere  picherin.   186.  265 

74.  licia  harloua.   356. 

75.  effigies  pihde.   187. 

„   inipare  ungrade.  302. 
77.  nodis  chnophin.  411. 


I.   DAS  SECHSTE  SCHLETTSTÄDTER  VOCABULAR. 


9 


82.  bitumen  erdlim.  67. 

91.  exiiuie  kiroube.   188. 

92.  pignora  phaut.  468. 
95.  venena  eitirwrze.*  681. 
97.  se  condere  kilazzin.  567. 
99.  aliö  aiidirswara.*  25. 

109.  parcite  pikebent  .  469. 


2, 
3, 

5, 

280  6. 
10, 
14, 

15, 
24, 

285       ,, 

25, 

27, 

30 
36 

290  ., 
41 


42 

295    43 

49 

51 

52 


BUG  OL.  IX. 

?vivi  froa.  667. 

veriti  sumiis  wir  forihton. 

683. 
fors  kipurida.  224. 
vertat  bichomc.  682. 
servasse  kiuiiinnen.  568. 
incidere  (lites)  undirfahiii. 

303. 
cornix  clu'a.   99. 
potum  age  zi  trenchin  trip. 

470. 
inter  agendum  vntir  demo 

tribenne.  304. 
occursare  kekinen. 
superet     ci    leibi 

570. 
taxos  iwin.  629. 
strepere  gakicen. 
anser  gans.  26. 
olores  elbizze.  426. 
fiindit  flores  pirit  pluomin. 

225. 
(antro)  imminet  vbertrifllt. 

27. 
texunt  flehtiiit.  630. 
feriant  pliuuen.  226. 
apricis  sumirliioinen.*  29. 
,  (omnia)  fert  (»^tas)  firfiiorit. 

427. 
.  condere  kichurtin.*  100. 


425. 
iiuerde. 


572. 


56.  causando  chosonte.  101. 

57.  tibi  Stratum  dir  kiebinotin.  .300 

631. 
„    silet  stillet.  569. 

58.  oeciderunt  kistillaton.  102. 
,,    murimiris  dozzis.  387. 

59.  binc  adco   hinnan  kiwisso. 

265. 

64.  ledet  (minus  via)  pisuarat.  305 

358. 

65.  fasce  puscillun.*  227. 
,,   levabo  kilihto.  357. 

BUG  OL.    X. 

4.  labere  untirfarest.  359. 
7.  sime'e  chrumbinaso.  573. 

19.  oppilio  scafhirte.  430.  3io 
„   subulci  sueinari.  574. 

20.  uvidus  drozanter.  684. 
27.  ebuli  atachis.   189. 

„   minio  miniin.*  386. 
34.?  olim  noh  wenno.  429.         3i5 
36.  matur^  [uv§]  riffes.  385. 

„   vinitor  winzuirl.  685. 
41.  serta  mibi  pluomo  mir.  575. 
49.  glacies  aspera  wassiu  bis.  30. 
53.  incidere  anakirizzen*  305.    320 
56.  venabor  iakon.  686. 

59.  torquere  skeozzin.  632. 

60.  furoris  minna.  228. 

67.  nee  versemus  noch  keroien.* 

412. 
„    liber  sapb.   360.  325 

71.fiscellam  cburbilin.  230. 
75.  gravis  unkimacber.  257. 

GEORG.  I. 

2.  vertere  arton.  687. 

3.  habende  ci  ceobinne.  269. 


10 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


330 

4.  (apibus)  parcis  argen.  All. 
11.  pedem  spuot.  472. 

74. 

12.  frementem  equiim  tliiiimin- 

76. 

tez*  ros.  232. 

,, 

13.  tridensger.  633. 

15.  diimeta  dornach.   161. 

80. 

335 

V    iuvenca  clialba.  306. 

25.  concilia  kiseniino.  103. 

>? 

31.  gener  eidim.  256. 

34.  ardens  lohocint.   31. 

81. 

38.  Helisios  campos  sunnofeJd, 

82, 

271. 

89. 

340 

41.  (ignaros)  \i^  redo.  688. 

43.  canis  grawen.   104. 

44.  liquitur  smilcit.  361. 

- 

45.  depresso  (aratro)  inkistozzi- 

94. 

nimo.  23. 

46.  ingemere    peillon  *,    luogin. 

55 

307. 

55 

345 

52.  habitiis  wielichi.  270. 

53.  ferat  pere.  231. 

95. 

„   regio  celga.  530, 

97, 

58.  calips  arze.  105. 

59.  castoria  luppo.  106. 

55 

350 

60.  continuo   sar   in   anikenne. 

107. 

98. 

62.  vacuum   in   orbem  in  wita 

105. 

werlt.  690. 

63.  ergo  age  icolga  pidiu.  190. 

108. 

65.  invertunt  falgent.  309. 

66.  niatiiris  solibiis  heizzen  takin. 

55 

390. 

355 

68.  tenuis  suicus  untieffm  furch. 

109, 

635. 

112. 

7 1 .  tonsas  novales  pisnitiniu  niii- 

,. 

lente.  637. 

115. 

,,   cessareA'iVesfmlkilekin.  108. 

72.?  situ  kilikido.  555. 

., 

73.  llava  farra  falauu  chorn.  233. 

siliqua  quassante  chlaffon-  360 

tero  chevun.  510. 
calamos  halm.  109. 
silua  sonans  wald  chlairon- 

de.  576. 
salurare    [timo]    kitungin. 

577. 
fimo    pingui    kirozzatimo, 
feizzitomo  miste.  475. 
[per]  efletos  irporinen.  191.  365 
requiescunt  kileganl.    532. 
pluris    vias     scruntissuu. 

476. 
ceca     spiramenta     tokina 

atinzuhti.  HO. 
multum  adeo  filo  kiwisso. 

391. 
rastrum  howa,  recho.  531.  370 
inertes  (glebas)  unbiderbo. 

310. 
crates  bürde.  111. 
proscisso  equore  kiarnimo 

uelde.  477. 
(qu^)    suscitat    vfvventit.* 

511. 
in  obiiquumintuerihi.  311.  375 
ruit  spreittit  l  zirwirphit. 

534. 
supercilio  fona  obtinantiki. 

578. 
clivosi   tramitis   üohaldero 
suohi.  112. 
elicit  Azprinkit.   194. 
luxuriem  geili.  362.  350 

depascit  frezit.  162. 
pr^sertim  ci  allero  maeist. 

478. 
amnis  abundans  irkeozzin- 

tiu  aha.  14. 


I.  DAS  SECHSTE  SCHLETTSTÄDTER  VOCABCLAR.   11 


116.  exit  uzgat.   192.  164. 

385  117.  tepido  humore  lawero  fiihti. 

638.  165. 

120.  grues  kraniche.  259. 
,.    fibris  wrzzon  (i  adera).  229.      166. 

124.  graui  ueterno  suarero  traki 

i  zakeheite.  260.  „ 

125.  [nulli]    subigebant   neoriu.      167. 

579.  169. 

390  127.  in   medium   in   kimeinun. 

313.  170, 

128.  (nullo)  poscente  artintomo. 

415. 
135.  exciideret  vzerplue*  I  scu-      171 
rifti.  193. 

138.  Pliadas  sibinstirn.  479.  173 

139.  fallere  pitrekin.  234. 
395      „  visco  mit  leime.  689.  174 

141.  latum  amnem  preita  aha.         „ 
363. 
„   fundä  mittrahto.*  235.  175. 

143.  rigor  herti.  533.  178. 

144.  cuneis  wegkin.   113.  179. 
400      „   fissile  spalthlichez.*  236. 

148.  glandes  eichillun.  255.  „ 

149.Dodonaforst.   163. 

150.  mox  sciero.  388.  181. 

151.  esset  frazze.  195.  182. 
405      „    rubigo  miiitou  1  rot.  535.       183. 

153.  lapp^  c/cf/f/MM.  364.  184. 
„  tribuli  hiuffiltrun.  640.  186. 
„   nitentia     cuUa     niulente.      189. 

416. 

154.  lolium  ratin.  365.  194. 
410  155.  insectabere  moltist.  315.         195. 

157.  faice  getisarne.  237. 
160.  arma  kiziug.  32.  196. 

164.  tribula /?efr«7.  641. 
„   traha  slito.  636.  197. 


iniqLio(pondere)unebinero.  41.-) 

316. 
virgea  (celei)  kerta  1  uasa. 

691. 
arbutee  crates  widino  hurde. 

33. 
vuannus  vuanna.  692. 
provisa  kiuunniniu.  480. 
dometur    kiscaffot    werde.  420 

164. 
in  burim  in  fluokis  hobit. 

317. 
aratriim  fluok.   34. 
temo  grmtel.  639. 
protentus  firdeniter.  481. 
tilia  iugo  levis  linda  lihtiu  425 

ci  iohche.  642. 
.  stiua  keizza.  580. 
currus    imos    aftinantikiu 

redir.  319. 
,  explorat  irspehot.  196. 
,  cylindro  wellepoumo.  114. 
.  vertenda  manu  ci  kiuuelli-  430 

ne.  694. 
creta  tenaci  zahimo  leime. 

643. 
.  inludunt  taront,  318. 
.  horrea  mittocha.*  272. 
.  talpa  scero.  634. 
.  bufo  creta.  64.  435 

curgulio  engirling.*  115. 
si  superant  vbi  mir  werdint. 

581. 
amurcä  olüruosmo.  35. 
siliquis,  folliculis  I  cheuon. 

582. 
properata  maderent   festi-  440 

nata  suiztin.  483. 
spectata  pisewiniu.  583. 


12 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


200.  subigit  vfstozzit*  584. 

275. 

201.  in  preceps  in  thiufß.  312, 

„   prono   amni   dratero   aha. 

276. 

484. 

445     „   alveus  runs.  36. 

277. 

207.  ostrifer  scaletrager.  431. 

278. 

209.  medium  orbem  mitten  lii- 

279. 

mel.  389. 

283. 

211.  iisque  sub  extremmn  vnze 

iimbe  (lin  iunkistin.  695. 

,, 

213.  et  iam  dutlum  vnte  in  sar. 

296. 

198. 

450  225.  Maie  sibinstirnes.  392. 

298, 

233.  zona  stricha.  709. 

302, 

234.  torridum  heizzez.  644. 

239.  obliquus  ordo  kineictiii  ant- 

303, 

raita.  433. 

240.  Ripheas  nordlichiii.  537. 

304, 

455  247.  intenipesta  finstriu.  314. 

305 

250.  oriens  takisterne.  432. 

95 

254.  infidum  undilmuez.  308. 

255.  armatas  kiwarnotiu.  37. 

306, 

,,    classes  scefmenigi.  116. 

460  256.  tempestiuam   [pinum]  citi- 

307, 

gen.  645. 

308, 

26 1.  maturare  kifrummen.  393. 

„   procudit  spizcit.*  473. 

309, 

262.  untres  skephili.  366. 

264.  vallos  phaia.  693. 

1» 

465      ,,    furcas  bicornes  kartkabila 

310, 

zuihurno,*  238. 

?» 

266.  facilis   fiscina  lihtiu  chasi- 

313. 

bora.  239. 

318. 

267.  torrete  derrent.  646. 

269.  fas  (deorum)  evvo.  240. 

?i 

270.  religio  virra.  536. 

320. 

470  272.  fluvio     salubri    rinnintero 

9) 

aho.  586. 

321. 

273.  agitator  tribare.  38. 

322. 

incusum  perforatum  irno- 

minen.  320. 
alio  ordine  zi  andirero  wis. 

39. 
Orcus  duris.  428. 
TIeumenides  hazzüa.  273.   475 
creat  kipar.  117. 
.  extructos  montes  kihvvirta 

berige.  199. 
deiecit  cirwarf.   165. 
trepidi  aeni  wallintes  chez- 

ziles.  647. 
,  tortas  (friiges)  kidartiu.  648.  480 
.  genialis  (hiemps)  liistlicher. 

361. 
,  presse    (carine)    kiladiniu. 

487. 
,  puppibus  sthiron.  486. 
?quernus  eich.  512. 
stringere  smiten  l  sniden.  485 

585. 
,  cruenta  (myrta)  rotfaruua. 

118. 
,  pedica  walzi.  485. 
.  auritos  lepores  michilora* 

hasin.  40. 
,  stuppea  uerbera  auurchina 

wipphila.   587. 
funde  siingun.  241.  490 

,  nix  alta  tiuffer  sneo.  41. 
frudimt  histozzint.   649. 
.  vigilanda  ci  arbeitinne.  697. 
concurrere  cisamine  farin. 

119. 
prelia  tunste.  482.  495 

expulsam  cirstoupten.  200. 
eruerent  vzirwalztin.    202. 
,  stipulas  pletir.  588. 
agmen  kiwel.  42. 


I.  DAS  SECHSTE  SCHLETTSTÄDTER  VOCABULAR.   13 


500  323.  feda    (tempestas)     unwat-  376. 

lieh.  242.  377. 

326.  diliiit  zirflözzü.  166. 

„     (tlumina)  crescunt  irkeoz-  „ 

zint.  120.  381. 

327.  spirantibus  cleozzinten.  590. 

328.  nimbus  tunst.  414.  382. 
505  334,  plangunt  deozzint.  474. 

337.  ignis    c^li   skimo    himiles.  384. 
321. 

„     Cyllenius   erret  mercurius  387. 

fare.  121.  389. 

340.  sub  casum  vmbe  ente.  589.  390. 

341.  moUissima     vina     lindista  ,, 

(glata)  wina.  394.  391. 
510  345.  felix  (hostia)  ziihtig.  243. 

349.  tortä     queren     kiwnU'nero  392. 

eiche.  650.  ,, 

350.  motus   tumunga*    i   kipa-  393. 

rida.  395.  395. 
,,     incompositos      unkilimph- 

Ucha.  323.  397, 
352.  agentes    frigora    prinkinta 

frost.  43.  398. 

515  353.  uienstrua    (luna)    maiioth-  403, 

lieher.  396.  404. 
354.  cadereilt  kisezzatin.*  122, 

356.  (ventis)    surgentibus  puri-  405, 

ginten.  592.  406, 

357.  agitata  kiwekita.  44.  407, 
„     tumescere  purilon*  I  it''a-  408, 

bon.*  653.  411, 
520  359.  increbrescere  wahsin.  324. 

361.  mergi  tuchara,  397.  413, 

364.  ardea  heikira.  45.  „ 

367.  a  tergo  aftirwartis.  46.  ,, 
369.  conludere  flocchizcin,  123. 

525  370.  borea  nordhalba.  65.  419 

376.  suspiciensvfcapphante.593.  420 


captauit  ci  iro  ziuhit.  124. 
arguta  hirundo  zuizziron- 

diii  sualuua.  47. 
lacus  sewtt.  367. 
agmine     magno     michilm  530 

chutte.  48. 
(coruorum)  exercitus  kise- 

mine.  203. 
rimantur  snahilont  l  gruhi- 

lont.  538. 
gestire  mendin,  262, 
spatiatur  sparcibeinoth.  594. 
carpentes  ceisinte.    125.        535 
pensa  wkchüiu.  488. 
testa  ardens  dächsciribine.* 

49. 
scintillare  raskizcin.    595. 
fungus  charza.  244. 
soles  scunnunscima.  590. 
acies    obtunsa    bitunkilter  540 

scimo.  434. 
tenuia  vellera  cleino  scap- 

pare.  651. 
pandunt  cirspreitint.  490. 
noctua  vwila.  417. 
hquidus    (aer)    hetirero. 

368.  545 

penas  dat  duldit.  489. 
secat  (pennis)  sceidit.  598. 
Stridore  ruzzode.*  600. 
insequitur  iagot.   322. 
cubilibus  altis    hohen  nc-  550 

stin.  50. 
strepitant  rospont.*  601. 
?  iuvat  lustit.   286. 
imbribus  actis  irlitinen  re- 
ginen. 51. 
.  rara  dunniu.  539. 
,  species  weolichi.  599.  555 


14 


DIE  DEUTSCHEM  VIRGILGLOSSEN. 


422. 
426. 

430. 
431. 

560  440. 

441. 
443. 

n 

447. 


565  449. 

452. 

457. 

463. 

471. 

570  472. 

477 


concentus  sang.   126. 
capiere  pesuicliiii   wirdist. 

127. 
sufrucleritiiiiibipreilit.*602. 
aiirea    phebe    goldfaniver 

mano.  52. 
siirgentibus    (astris)    irsci- 

ninten.  603. 
[ubi]  uanaueritkiuehit.  696. 
siispecti  \nwanta.  604. 
urget  anastozzit.  698. 
croceuni  cubile  rotiz  petle. 

128. 
salit  screcchot.  606. 
errare  wipiihon.*  197. 
coniiellere  Josin.   129. 
quid  cogitet  waz  machoge. 

513. 
Cyclopum  riseo.    130. 
uudantem     loukicinten     1 

doumiuten.  700. 
simulachra       kilihnusside. 

609. 


GEORG.  IV. 

335.  hiali  glasis.  274. 

„     fucata  [vellera]  kiuarita.  245. 
337.  effiise     [caesarieni]     sprei- 
tindo.  204. 
575  338.  llaua  falaua.   247. 

348.  devolvimt  [fusis  pensa]  ceo- 
sun.  167. 
„     impulit  stnngta.  325. 
376.  tonsis  uillis  mit  hiscrotinen 
zaton.  654. 
„     mantelia  hanttvahilla.  398. 
580  379.  cape  nim.  131. 

„     chardiesia  skenchiuaz.  1 33. 
384.  ?  reluxit  ii-bluhita.  541. 


386.  vates  uuizzigo.  699. 

387.  ceruleus  plauaruer.  132. 

388.  bipedum  zviuozzero.*  66.     585 
„     metitur  iruerit.   399. 

396.  secundet  kirihte.  607. 

399.  tende  kifrume.  655. 

405.  eludent  pitrekint.  207. 

409.  excidet  inslupphit.  205.        590 

411.  contende  ziuch  1  dene.  134. 

413.?  tegeret  pitacte.  652. 

416.  compositis     kitemperoten. 

135. 
420.  depressis    (nautis)    iruun- 
ninen.  168. 

,,     statio  stedi.   605.  595 

426.  liaiiserat  anakikeong.  275. 

,,     siccis  irsiiininen.  608. 
434.  acmint  cennint.  53. 

437.  couiponere  kirugilon.*  136. 

438.  manicis  hantdruhiii.  400.    600 
442.  pellacia  luki.  492. 

448.  lassis  (rebus)  fana  cirgan- 
ginen.  370. 
,,     quesitum    ci    kisuochinne. 

514. 
„     oracula  antwrte.  435. 
453.  luis  dultist.  369.  605 

„     commissa  missitate.   137. 
459.  [cborus]     aequalis     kileib- 

licbiz.*  54. 
466.  fauces  inuerte.  246. 

469.  mansuescere  gnaden.  401. 

470.  Erebi  hello.  201.  610 
473.  agit  stoubit.  55. 

478.  (tarda)  palus  segäth.*  656. 

479.  coercet  pidvinkit.   138. 

485.  superas  ad  auras   hera  ci 

werilte.  56. 

486.  pone  daranach.  493.  615 


I.   DAS  SECHSTE  SCHLETTSTÄDTEll  VOCABIILAR.       15 


495. 


497. 

5ü0. 

620  505. 


509. 

511. 

512. 

625  517. 

518. 
520. 
522. 

524. 


condit  piteta.   139. 
natantia  (lumina)  truoban- 

tiu.  419. 
palme  hente.  491. 
prensantem  graiffontenA94:. 
Stigiä    cinibä    liellilichemo 

sceffe.  610. 
nabat  flöz.  418. 
agentem  tribinten.  57. 
queritiir  clagot.  515. 
inplumes  unkifedero.*  326. 
vidiiata  pilostiii.  701. 
Ditis  durisis.   169. 
orgia  vhtibita.*  436. 
marmoreä  [cervice]  fronis- 

kemo.  403. 
volveret  uualzti.  702. 


Somit  lleiben  folgende  glossen 

Altiis  ceohiiit.  28. 
645  allego  i.  instruo  J  fasto  kisago.  60. 

ablego  i.  insagen.  61. 

aolo  holon.  62. 

afronemoc  grece  unde  infrimitus 
i.  scamelöser.  63. 

Colo  siho.  141. 
650  colum  siha.  1 42. 

culpo  piciho.  143, 

cacumino  firston.*  144. 

calcius  scuoho.  145. 

Dicturio  chutilon.   170. 
655  decurio  diugon.  173. 

dapifer  truhtsaizo.   174. 

diversor  loiifon.  175. 

Enervatus   vel   eviratus    crefti- 
loser.  208. 

Filix  farn.  249. 
660  fartio  stonchon.  250. 

ficlilis  hauen.  251. 


528.  (quaque)  dedit  inblumi'ta.*  630 

516. 
532.  agilabat  zoch.  58. 
541.  iiigulis  er  diu  prustin.  328. 
„   dimittereiiidersencbaii.  171. 
544.  inferias  oppher  i  orgia.  327. 
548.  facessit  kifrumita.   248.        635 

552.  mittit  kifrumita.  404. 

553.  moustrum  wutir.  405. 
555.  stridere  vzruzzon.*  611. 

„     effervere  vzstredin.  206. 
557.  confluere    cisamiue   sueri-  640 
men.*  140. 

560.  volentes  per  [populos]  after 

willigen.  495. 

561.  dat  iura  sazt  ewa.  172. 
„     affectat  kimachota.  59. 

übrig : 

fucus  treno.  252. 

frigidaria  sulza.  253. 

Glis,  gliris  mns.  258. 

gestus  kiparide.  263.  665 

Insimulo  te  ziho  dih.  329. 

infatuor  ernarren.  330. 

incurso  zuopiccho.*  331. 

infundibulum  anagiez.*  332. 

incus  anaboz.   333.  670 

Linistinum  uestimentum  linwar- 

finez.*  371. 
lutumo.  latine.  beimburgo.  quem 

uicini    eligunt    ut    uice 

comitis  i  tribuni  iudicet. 

372. 
Murium  sulza.  402. 
merges  tafpbri.  406. 
murena  lamphrida.  407.  675 

motoria  vvaga   quod  semper  in 

motu  est.  408. 


16 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


Nonnulli  wol  manige.  413. 
nitetliila  glimo  a  nitendo.  420. 
Ordior  wii'fo.  437. 
680  übliquo  sciliho.  438. 
oscito  keinon.  439. 
Pinso  staniphon  (1  knito).  496. 
prurio  mich  iukchit.  497. 
plagarius    (i  wadiler)   plagaruni 
inflictor  non  plage  unius. 
498. 
685  prerogatiua     merhe*    1    fordi- 
runga.   499, 
Privilegium   fordirewa*   1    sun- 

triki.  500. 
pedo  pedonis  vxrz.  501. 
pinso  i.  fruges  confringo  }  knito. 

502. 
pede  temptin  liso.  503. 
090  pitisso   frequenter    bibo   l   psi- 
wizo.*  504. 


palla  lachin.  505. 

pedes,  pedestris  fendo.  506. 

Sculpo  scroto.  571. 

sinuo  puosimo.*  591. 

scalpo  grabo.  597.  695 

sirma  chanarita.*  612. 

sacriticus  ophirari.  613. 

scena  umbra  1  louba.  614. 

Tuber  fungus  swam.  622. 

tuber  athach  i  swam.  657.  700 

tenuo  dunno.*  658. 

textrina  tunc.  659. 

tetero  kiwirseron.  660. 

tussis  huosto.  661. 

Vador  purigon.  703.  705 

veredus     i.    equus     pharafrid. 

704. 
viridarium  lierbalarc.  705. 
vter  einuuedir.  706. 


II.    DAS  VIERTE  SCHLETTSTÄDTER  VOCABULAR. 


Wackernagel  in  dieser  Zeitschrift  band  V  p.  325  ff.  nach  seiner 
hemerknng  ]j.  319  umfafst  das  glossar  worte,  die  sich  'in  einem 
commentare ,  der  dem  gange  des  aiitors  folgt"  finden,  dazu  stimmt 
die  notiz  p.  315,  xoekhe  besagt,  dafs  die  glossen  theils  in,  theils  über 
dem  texte  ständen,  der  jetzigen  Unordnung  jedoch  kann  ein  fort- 
laufender commentar  nicht  zu  gründe  liegen,  sehe  ich  nämlich  von 
den  ersten  worten  ab,  die  unterzubringen  mir  entweder  nicht  ge- 
lungen ist  oder  bei  denen  eine  bestimmte  reihenfolge  nicht  zu  erkennen 
war,  so  bieten  sich,  mit  kleinen  unregelmäfsigkeiten,  folgende 
gruppen:  1)  9-15-,  2)  16—32;  3)  33—44;  4)  45—52;  5)  53— 
69;  6)  70 — 95;  7)  96 — 101,  deren  keine  über  das  siebente  buch 
der  Aeneis  hinausgeht,  eine  vergleichung  der  hs.  mufs  lehren,  ob 
wir  hier  Servianische  stücke  oder  eine  blumeniese  aus  Yirgil  mit 
eingestreuten  scholien  vor  uns  haben,    da  somit  eine  Ordnung  der 


in.    DIE  PARISER  GLOSSEN.  17 

einzelnen  worte  nicht  gewagt  werden  darf,  so  glanhe  ich  auf 
den  abdruck  verzichten  zu  können  und  begnüge  mich ,  m  den  an- 
merkungen  die  nöthigen  nachweimnyen  aus  Virgil  oder  Serviiis 
zu  geben. 


III.    DIE  PARISER  GLOSSEN. 

Kaiserliche  bihliothek  zu  Paris,  codex  latinus  9344,  früher 
Supplement  laiin  683,  pergament,  W.  Jahrhundert,  folio.  die  hs. 
beginnt  mit  Buc.  Y.  28 :  'interitum  montesque^  und  enthält  aufser 
den  werken  Virgils  von  Matt  191  an  noch  'Prisciani  in  XII  priiici- 
palibus  versibus  Aeiieidos  tractatus."*  deutsche  glossen  finden  sich 
zu  den  Bucolicis,  Georgias  und  Aeneis  I  —  X;  sie  sind  im  anfange 
übergeschrieben ,  nachher  meist  am  rande  verzeichnet,  die  abschrift 
rührt  von  WFröhner  her,  der  sie  später  an  Sinirock  überlief s. 
durch  den  letztgenannten  kam  sie  an  MiÜhnhoff  und  dieser  betraute 
mich,  nachdem  die  hs.  von  EMartin  neu  ve7'glichen  war,  mit  der 
herausgäbe,  mein  freund  Joseph  Herz  in  Paris  hatte  die  gute,  einige 
stellen  nochmals  einzusehen,  und  so  habe  ich  die  glossen  in  meiner 
dissertation:  de  glossis  quibusdam  Vergilianis,  Berolini  1869  ver- 
öffentlicht, aus  derselben  loiederhole  ich  hier  das  wesentliche  und 
beginne  bei  dem  hohen  sprachlichen  interesse  dieses  denknials  mit 
einer  darslellung  der  laut  -  und  ßexionsverhältnisse. 

1)  Consonanten. 
a)  Die  dentalen. 

D  im  an  -  \md  inlaute  =  strengahd.  t ;  =  strengahd.  d  in : 
dingstat  237,  diinnk  335,  erdructa  756;  leider  12,  egidun  84, 
uuida  190,  fladun  224,  xxgblxxfkdxn  232,  bodema  233,  gffkdfmp 
236,  nkdfrf  258,  fledrpmusin  321,  uukdfrahtende  351,  xxkdrpdb 
381,  gelegida  425,  nidiriu  460,  neuueder  551,  niderlegit  560, 
edili  580,  stadalon  627,  trado  673,  uueidespiezi  886. 

T  im  anlatite  =  a)  strengahd.  t  und  zwar  1)  in  der  Verbindung 
tr:  trbh  46,  heritrunbun  242,  ungetriuuuo  375,  misstruuuen  376, 
getragit  401,  troistanne  471,  unlreua  579,  heritrumba  624,  trado 
673.  2)  im  worte  tuckhl  875.  6)  strengahd.  d:  1)  m  der  Verbindung 
tw:  intuueri  530  {hs.  inuu'eri).  2)  in:  takkes  557,  tutisscomo  729. 
c)  strengahd.  z:  tfsamene  141,  adhumtuitti  696.  d)  lateinisch  t 
oder  th  in  warten,  die  dieser  spräche  entlehnt  sind:  tuscanischen 
Z.  f.  D.  A.  neue  folge  III.  2 


18  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

420,  tiipfteine  517,  torson  677,  tepidun  835.  im  inlaute  =  a) 
strengakd.  t:  clafetun  554,  uiibuualeta  671,  tutisscomo  729,  rotes 
766,  gebadheter  783,  erspietun  822.  b)  lat.  t:  cameratun  216, 
Elisa  909.  ferner  wird  t  in  den  labial-  und  gutturalverbindungen 
gebraucht,  ausgenommen  genupdan  846,  uubrpda  889 ;  furkscrkhdb 
924,  vgl.  742  anm.  das  hd  in  behdikamera  612  scheint  für  dh  zu 
steheti,  welches  dann  ebenso  wie  das  gleich  zu  erwähnende  th  an  die 
stelle  von  tt  getreten  wäre,  in  der  Verbindung  mit  z  findet  sich  drei- 
mal ein  t:  sturzta  336,  binazta  691,  iiuaztun  707;  zweimal  ein  d: 
genazda  692,  gerizda  888.  strengahd.  nt  wird  durch  nt  und  nd, 
strengahd.  nd  durch  nd  gegeben;  über  nth  mxxfknthvn  235  vgl.  die 
anm.  rd  =  strengahd.  rt  und  rd,  letzteres  in  uuerdan  825  sowie 
in  uuirdit''  899,  wenn  bei  diesem  das  übergeschriebene  h  nicht  zum 
d  gezogen  werden  mufs.  rt  begegnet  nur  in  mirtel  155.  Id  = 
strengahd.  It  und  Id. 

TH  im  anlaute  =  strengahd.  d,  ausgenommen  thrusana  134, 
worüber  Graff  V.  546  zu  vergleichen,  ebenso  verhält  es  sich  mit 
inlautendem  th,  soweit  dies  nicht  =  tt  (clethun  5,  290,  cletha  102). 
nicht  selten  ist  die  Schreibung  th  für  ht.  dieselbe  scheint  auch  statt 
zu  finden  in  betherquomon  933,  tcenn  man  dort  nämlich  das  e 
streicht  und  btherquomon  =  atherquoraon  d.  h.  ahterquomon  liest, 
doppeltes  th  zeigt  sich  in  miththunt  563  ;  ganz  ähnlich  Isidor  X**  5 : 
fethdhahha. 

DH,  identisch  mit  th,  kommt  an  folgenden  stellen  vor:  dhiio 
563,  gedhingi  939;  xxfgfscfkdhb  221,  bodhomo  489,  sperdherende 
524,  adhumtuitti  696,  gebadheter  783,  ungequidheda  832. 

Z  und  ZZ  nach  kurzen  silben  ohne  unterschied,  z.  b.  fernpzfnfrb 
9  und  farnozcenes  147,  samefrezenna  596  und  umbefrezzan 
600 ;  dafür  auch  sz :  maszeldra  380.  z  an  der  stelle  von  s : 
adochez  62;  das  umgekehrte,  s  für  z,  tritt  ein  in  runson  679, 
runsoda  680. 

Im  auslaute  begegnet  stets  t.  nur  folgende  ausnahmen  habe  ich 
notiert:  manuth  161;  stirnilpd  303,  norduuint  331,  thegonod  776, 
herdstat  935.  aufserdem  findet  sich  t  für  z  in  gretuuardun  559. 
unorganisch  zugefügt  ist  es  in  uuagxnt  911. 

Ich  schlief se  diesen  abschnitt  mit  angahe  der  fälle,  in  welchen 
die  dentalen  verdoppelt  auftreten,  tt  bemerke  ich  in  osenbritta  90, 
sittiruurz  297,  bettiJjrede  369,  hutlun  461,  ouarscri'ttit  682,  wenn 
da  nicht  ouarscreccit  zu  lesen  ist.    über  ein  anderes  tt  wird  bei  he- 


m.    DIE  PARISER  GLOSSEN.  19 

sprechung  der  gutturalen  gehandelt  werden,  td  zeigt  sich  an  fol- 
genden stellen:  plkbfktdkn  240,  pletda  5U7,  bletMun  652  {vgl.  anm. 
zu  507),  erbrotdenemo  861.  entsprechend  dieser  Verbindung  kommt 
auch  pb  vor,  welches  ich  hier  voraus  nehme,  nämlich  in  gflxpbpn 
942  {vgl.  auch  anm.  zu  72).  dd  durch  contraction  entstanden  zeigt 
uzsnudda  836. 

b)  Die  labialen. 

B  im  an-  und  inlaute  =  strengahd.  p.  oft  steht  dafür  auch 
v(u),  wenigstens  im  inlaute;  im  anlaute  habe  ich  es  nur  ein- 
mal gefunden :  geuolaua  537.  man  kann  dazu  vergleichen 
Wiesbad.  gl.  (in  dieser  Zeitschrift  VI.)  wo.  259:  uersbotde.  das 
umgekehrte,  h  für  v,  erscheint  in  uiiebal  428.  ferner  ist  h  = 
latein.  p  in  biron  199,  200,  289;=  pf  in  brimun  (?)  188.  vgl 
Grafflll.  366/7. 

P  im  an-  und  inlaute  =  strengahd.  ph,  f ;  =  ff  in  gpppn  248 ; 
=  p  in  pletda  507,  uuarpoloda  547;  =  lat.  p  in  tepidun  835.  in 
Verbindung  mit  dentalen  begegnet  es  in  uuarpta  550,  uubrpda  889 
{in  genupdan  846  ist  p  wohl  =  pf),  daneben  tritt  auch  h  (er- 
stoubten  734)  und  f  (furftun  705,  uuarfta  863)  auf. 

F  und  V  an-  und  inlautend  =  1)  strengahd.  f;  2)  strengahd. 
p :  zpfrxngb  38,  uuarfoloda  442,  halfu  853. 

PH  im  inlaute  =  1)  strengahd.  f :  houphon  752,  striphahten 
795;  2)  pf:  sukphxn  676;  3)  latein.  p:  piepho  903. 

Im  auslaute  nur  p  und{,  nie  b.  es  entspricht  p  1)  strengahd. 
p:  drkp  50,  gfdrkp  330,  selpuua  344,  sueristap  718;  2)  strengahd. 
f:  uuarp  43,  429,  sap  730;  3)  strengahd.  pf:  dop  674;  i  dagegen 
1)  strengahd.  f;  2)  strengahd.  p:  cprf  68,  halfdieres  753,  selfscoz 
915,  vgl.  anm.  zu  406.  einmal,  in  tupfteine  5J7,  p.ndet  sich  pf; 
da  aber  vor  t  das  s  fehlt,  so  ist  wohl  zu  lesen:  tupsteine. 

PP  ^  1)  streiigahd.  pp:  uueppes  149,  uurppi  325,  uueppe 
874;  2)  strengahd.  pf:  eppe  16,  eppele  153.  ff  kommt  vor  in: 
laffa  507;  luffenon  79,  hieffuldrun  291,  claffende  640. 

c)  Die  gutturalen. 

G  im  anlaute  =  1)  strengahd.  k;  2)  strengahd.  j:  gedun  105, 
zuigarie  439,  gar  440,  gegazet  497.  im  inlaute  =  1)  strengahd. 
k;  2)  strengahd.  h:  foraga  817.  ausgeworfen  ist  es  in  geneian  17 
{ebenso  gl.  Lips.  340),  zuigarie  439.  diese  erscheinung  wird  durch 
die  annähme  einer  Schwächung  des  g  in  j  begreiflich,  im  auslaute  ist 


^0  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

g  =  1)  sirengahd.  k:  dingstat  237,  thifug  519,  snuriheling  724, 
urspring  739,  xxkggodes  790,  iizdruog  872;  2)  strengahd.  h: 
fulgdun  450  {vgl.  anm.  zu  399). 

K  im  anlaute  =  strengahd.  eh.  abgeworfen  ist  es  in  rinnim 
249  {vgl.  Aymo  168  lafterin  für  kläfterin),  wahrscheinlich  auch  in 
genupdan  846,  wenn  dieses  von  kDupfjan  abzuleiten  ist.  für  q 
findet  sich  k  in  conola  407,  408,  während  sich  sonst  q  behauptet  hat. 
im  inlaute  entspricht  k  ebenfalls  dem  strengahd.  ch  sowohl  hinter  den 
liquiden  (lankoii  19,  ualkon  166,  birka  195,  zestarceon  301,  stein- 
caii  370,  gfxxlkidf  399,  enkil  457)  als  auch  zwischen  vocalen: 
sxmfrlkcüii  56,  uuikiline  (?)  763,  ferner  findet  sich  diese  tenuis 
vor  t  in  den  praeteritalformen  schwacher  verba,  deren  wurzeln  auf 
cch  ausgehen:  zucte  581,  erdructa  756,  uuitheruuacta  819; 
einmal  steht  dafür  auch  li:  furkscrkhdb  924.  sonst  habe  ich  k 
für  cch  nur  in  lokin  544  bemerkt,  dem  lateinischen  c  ent- 
spricht k  in  fiircon  513,  buciila  416.  der  gen.  pl.  des  letztge- 
nannten Wortes  lautet  jedoch  buckelene  712,  wobei  an  die  lat.  form 
buccula  SM  denken  ist.  im  auslaute  vertritt  k  1)  sowohl  das  or- 
ganische als  das  aus  cch  (queclichi  295,  spec  706,  brustroc  715, 
767,  boc  759)  entstandene  strengahd.  k;  2)  strengahd.  h:  eic  231, 
sprach uson  309. 

H  anlautend  =  strengahd.  h;  unorganisch  vorgeschlagen  in: 
huuuillon  (?)  36,  hissun  282,  hahorn  313,  herzagede  803;  abge- 
worfen  ist  es  in  geolade  764.  im  inlaute  =  1)  strengahd.  h;  2) 
strengahd.  ch:  eihk  14,  reho  119,  perrihe  503;  unorganisch  in 
heihl  384,  bihseze  896,  wo  es  vielleicht  nur  auf  einem  Schreibfehler 
bertiht.  einmal  steht  \v  für  h:  zeuuon  553.  ausgestofsen  ist  h  in: 
gfscxf  23,  gescuin  187,  biale  393,  leidezoa  446,  hol  529,  erspie - 
tun  822,  hoin  928.  dieselbe  erscheinung,  mit  dem  unterschiede, 
dafs  auch  der  vorhergehende  vocal  unterdrückt  ist,  treffen  wir  an 
folgenden  stellen:  fora  211,  spreithi  (/ttr  spreithahi)  217,  lozonti 
390,  gemalida  936.  hinter  r  fehlt  h  in:  thueri  417,  inuu'eri  530. 
ich  füge  hier  an,  was  sonst  über  die  ausstofsnng  des  h  zu  bemerken 
ist.  es  fällt  am  schlufse  vor  s  und\  aus:  uasuualco  39,  natgala 
180;  im  inlaute  dagegen  assimiliertes  sich  diesen  beiden  consonanten 
und  so  entstehen  die  Verbindungen  ss,  tt :  lancfasso  374,  905 ;  reit- 
ritton  504,  adhumtuitti  696,  reitrhittihl  837  {lies:  reitrittil;  der 
fehler  zeugt  noch  von  dem  streite  des  ht  %md  tt).  beispiele  dieses  tt 
bieten  die  denkmäler  von  Müllenhoff  und  Scherer  p.  539,  denen  sich 


in.    DIE  PARISER  GLOSSEN.  21 

noch  hinzufügen  Jäfst:  fluittiger  profluga  Bonn.  gl.  bei  Hoffmann, 
ahd.  gl.  p.2\,  11,  slatte  oratio  aurea  (s.  f.  d.  a.  XIV.  556),  hatt 
Schi.  gl.  8,  20.  im  auslaute  ist  h  zweimal  abgeworfen :  hogcrimbri 
367,  uuitherzo  841,  sonst  erhält  es  sich  an  jener  stelle  und  ent- 
spricht 1)  dem  slrengahd.  h;  2)  dem  strengahd.  k:  drbh  45, 
trbh  46. 

GH  im  anlaute  =  [strengahd.  eh.  die  beispiele  sind  folgende : 
chelorpn  245,  chiist  246,  chelesuht  300,  cherunga  740,  chkfn  8 1 8, 
chnehtheit  827,  uuegecheron  848,  chfrdb  920.  ebenso  verhält  es 
sich  mit  dem  inlautenden  ch  (kh  geschrieben  in  iiurcilikho  558, 
uiiinterlikhen  727),  mir  dafs  dieses  daneben  auch  für  strengahd.  k 
gesetzt  ist:  azichun  265,  burcliklinga  533,  uiienichim  {hs.  uuein- 
chun)  922.  ich  erwähne  noch  folgende  für  strengahd.  ch  vorkom- 
mende Schreibungen:  geh:  gfuukgchxn  884  {vgl.  Keron.  gl.  bei 
Weinhold,  alam.  gramm.  p.  188:  thagchio);  hch:  brohche  698, 
gelahchoda  838.  im  auslaute  ist  ch  =  1)  strengahd.  h:  ferach 
672;  sich  821 ;  2)  strengahd.  c:  speldich  97,  gezuch  108,  genuch 
693;  3)  strengahd.  c  aus  cch:  ruch  605;  4)  strengahd.  f,  ndd.  k: 
duehstein  208  {vgl.  121  anm.).  hc  findet  sich  auch  einmal  für 
slrengahd.  c:  uuabc  686. 

S  mit  dem  gnttu7^allaute  verbunden  erscheint  als  1)  sc;  2)  ssc: 
tleissces  {hs.  fleiseses)  349,  imesscenodon  575,  gabinisscimo  701, 
tiitisscomo  729;  3)  sg:  thresginga  128,  disge  659,  heimisgenio 
797;  4)  seh :  tuscanischen  420;  5)ss:  frosse  174.  unorganisches 
sc  für  einfaches  s  bietet  sclxim  294. 

CG  =  1)  strengahd.  cc,  Otfrid,  Tatian  gg:  uiiekke°n  96, 
bruccb  247:  dafür  auch  cch:  riicchibein  255;  2)  strengahd.  cch: 
stfccpn  1,  brakko  48  {freilich  ist  dies  wort  schwerlich  deutschen 
Ursprungs  und  es  fragt  sich,  ob  man  auf  reime  wie:  leitbracken: 
zwacken  mhd.  wb.  l.  232"  und  gezwicken :  gestricken  Parzival 
155,  25  viel  gewicht  legen  darf),  uuiccun  78,  iiiiiccon  139,  bakket 
145,  strikke  156,  framgeruckit  278,  ufscricco  409,  kinnibaecum 
413,  stakkillun  718,  uzerjoecun  722,  roccon  736,  stoccon  757, 
loccon791  (/«s. lorcon).  daneben  kommt  auch  cch  vor:  docchun  223, 
stucche  887.  3)  nk:  takkes  557.  vergleichen  läfsl  sich  gg  für  ng 
im  Rolandsliede  p.  262,  1  und  13  (maggen),  welches  WGrimm  wohl 
mit  unrecht  für  eine  reminiscenz  an  griechisch  yy  erklärt,  soioie 
aggun  Schi  gl.  4,  94,    4)  ch:  wickilin  (?)  869. 


22  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEiN. 

d)  Die  liquiden  und  Spiranten. 

Es  ist  die  Verbindung  mb,  wofür  auch  iib  sich  findet,  mit  aus- 
nähme des  loortes  bistfimulot  793  gewahrt,  nn  für  um  begegnet  in 
genanno  852,  auch  steht  es  für  einfaches  n  hervorgerufen  durch 
consonantumlaut,  selbst  nach  langemvocale :  gihonnit  623.  vor  f  habe  ich 
n  nur  in  ranfte  400  bemerkt,  nl  für  11:  scenlenden569  scheint  fehler- 
haft, ausgeworfen  ist  n  in  zuogiegun  {vgl. bihtebuoch  p.'^l  und  Leyser. 
pred.  18,25:  giegeii;  denkmäler  von Müllenhoff^ind Scherer pY.b'^, AI : 
arstuat;  185,  12:  nintphiec,  211,  36:  phiegin,  211,  38:  inpbie- 
gen)  802,  etgagan  {vgl.  Rolandslied  p.  118,  6Ä:  etsazen  iz  thie 
haithene)  921.  nach  niederdeutscher  weise  wird  v  versetzt:  fledrp- 
musin  321,  ebenso  1:  splider  310  {vgl.  Bartsch  zu  ßerth.  v.  Holle 
p.  LVII).  hinter  kurzen  vocalen  treffen  loir  nicht  selten  auf  ver- 
doppeltes 1 :  huuuillon  36,  spillestede  220,  vuigilla  799.  für  fehler- 
haft sehe  ich  an,  wenn  in  haftra  267  1  vor  f  ausgelafsen  ist;  ebenso 
ver^hdlt  es  sich  mit  gtVtb  291  für  gfrstb.  einfaches  s  für  doppeltes 
begegnet  in  mksiburi  919;  der  umgekehrte  fall  findet  statt  in  has- 
selin 226.  —  folgt  auf  w  noch  u,  so  sind  zur  darstellung  des  lautes 
zwei  oder  drei  u  verwandt;  dagegen  ivird  diese  spiratis  hinter  s  meist 
durch  einfaches  u  bezeichnet,  dieselbe  erscheinung  findet  sich  auch 
an  andern  stellen:  ualoubrkx  251,  milua  323,  bazzoua  353,  sogar 
im  anlaute:  uac''aldra  31,  uintbrant  99,  muluerf  123.  ausge- 
fallen ist  w  im  inkttite  von  cruocuaren  491,  untreua  579,  zui- 
uaren  754. 

2)   Vocale. 

Kurz  A  ist  nicht  umgelautet  worden  in :  hasselin  226,  fornan- 
tigenu  389,  395,  gransin  506,  gesamini  590,  gransi  665,  gesaraiiui 
714,  uimtdragili  768,  ferner  in  den  Wörtern  a«/"ari,  wo  ich  e  nnr 
in  folgenden  fällen  angetroffen  habe:  duchera  163,  spareiiuere  181, 
lugeneri  897.  denn  dafs  dies  e  kurz  ist,  beweist  die  form  hileiche- 
machiri  657.  aufserdem  erwähne  ich  das  a,  welches  nach  nieder- 
deutschem brauche  {gramm.  P.  254)  für  gebrochenes  e  eintritt:  al- 
pantbein  70,  iiuaruo  697. 

Lang  A  erleidet  durch  den  \imlaut  bei  dem  worte  cesekar  24 
einbufse  {vgl.  auch  anm.  zu  1).  ich  schliefse  hier  an,  loas  ich  sonst 
über  umlaut  und  brechung  zu  sagen  habe,  lang  u  wird  umgelautet 
zu  iu:  fiuli  212,  gehuni  619.  auch  von  dem  umlaute  des  kurzen  ii 
finden  sich  spuren,  so  ist  stirnilpd  303  zu  erklären,  dies  wort  ist 
zwar  anderweitig   nicht  zu   belegen,    aber  wir  haben  sturni   und 


III.    DIP:  PARiSEK  GLOSSEN.  23 

stornen  und  können  nach  analogie  s.  b.  von  mitti,  niittil,  mittil6d(i) 
die  reihe  stiirni,  sturnil,  sturnilöd  mifstellen.  war  hier  der  nmlant 
mit  i  bezeichnet,  so  wird  er  es  in  adhumtuitLi  696  mit  iii.  ändert 
man  endlich  uiirppi  325  m  uuippi,  so  ist  dies  das  dritte  beispiel, 
doch  kein  sicheres,  da  eben  so  leicht  uiieppi  geschrieben  werden  kann, 
umgelautetes  langes  o  loird  zu  oi :  troislanne  47 1 .  ein  sehr  merk- 
würdiger umlaut  liegt  in  xzfrxxHlkn  275  vor,  einer  form,  die  ich 
wenigstens  mir  von  wallan  abzuleiten  weifs. 

Die  brechmg.  sie  tritt  ein  in  fällen,  wo  die  oberdeutsche 
spräche  sie  nicht  kennt:  hbrlpf  42,  harlouk  148,  curbezberon  200, 
spertlherende  524,  ouar  682,  brohche  698;  dagegen  fehlt  sie  in 
formen,  die  in  Oberdeutschland  stets  von  ihr  angegriffen  werden: 
uirheüi  (?)  192,  xxgblxxfkdxn  232,  fiigbl  260  {vgl  anm.  zu  89), 
iz  689,  erspietun  822,  stigun  823  [daneben  stfgxn  882). 

Lang  E  =  1)  i:  ersteiioda  414.  vgl.  dazu  Bartsch  Berth. 
V.  Holle  p.  XLIX,  wenn  auch  das  von  ihm  an  erster  stelle  gegebene 
beispiel  aus  dem  Crane  v.  30 :  gezehen  dort  nicht  von  gezihen, 
sondern  von  geziehen  abzuleiten  ist.  2)  ei:  regero  167,  behezun 
690,  stfnin  916;  3)  ie:  gretiiuardiin  559, 

Kurz  I  tritt  ein  1)  für  tonloses  e,  z.  b.  scellinde  183,  ge- 
spanninemo  566,  stincbindim  630  usw.  2)  für  umgelautetes  e: 
bisingon  29,  imindilmeri  444,  ungequidheda  832. 

Lang  I  =  1)  ei:  uzfimondan  451  {vgl.  Bartsch  zu  Berth.  v. 
Holle  p.  LH);  2)  e:  irista  870  {vgl.  Bolandslied  p.  304,  26 P:  des 
winigin  man;  atich  jetzt  noch  im  Aachener  dialekte  Frommann, 
Mundarten  IL  546);  3)  ie:  inginc  21,  scizan  65,  kine  433,  gemi- 
dider  548. 

Kurz  0  zeigt  sich  1)  für  a  vor  einer  liquida :  woliio  327 ; 
2)  für  tonloses  e:  tutisscomo  729,  gomischi  741  {vgl.  anm. 
zu  611). 

Lang  0=1)  ou:  zpfrxngb  38,  huuit  110,  Ipxxn  219.  vgl. 
anm.  zu  683.  2)  iu:  gerodede  76.  vgl.  Bartsch  zu  Berth.  v.  Holle 
p.  LIII.     3)  uo:  drosno'n  618  (?)  vgl.  ags.  drösen. 

Ku7z  U  ist  hier  zu  verzeichnen ,  in  so  fern  es  zweimal  in  der 
Partikel  un  d.  h.  in,  ent  vorkommt:  imniuzu  616,  unsliuzun  702. 

Lang  U  =  1)  iu :  undfrstxrit  13,  spruzent  28,  gezuch  108, 
hpuukscxrxn  280,  ruzziingen  411,  ruzzunga  474,  hulon  634,  tu- 
tisscomo 729;  2)  uo:  gfscxf  23,  pluges  110,  116,  bucha  118, 
thrusana  (?)  134,  gescuin  187,  fru  201,  brudan  455,  uudunga  477, 


24  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

ceiiuron  574,    griinispeht  667,    genuch    693,   snuriheling  724, 
slkngersnuri  890.    vgl.  anm.  zu  685. 

Von  den  diphthongen  nenne  ich  zuerst  EI;  es  entspricht  1)  dem 
ie:  beiieingen  520;  2)  einem  umgelanteten  c:  steincan  370, 
gkzekntb  567. 

EO  in  zestarceon  301  scheint  nur  anzudeuten,  dafs  der 
Schreiber  zwischen  den  verbis  starcen  und  starcou  geschwankt  hat. 

EU  begegnet  in  iintreua  579;  vielleicht  ist  auch  754  ziiiuareu 
in  zuiiiareu  zu  ändern,    an  beiden  orten  ist  ein  w  ausgestofsen. 

lU  erscheint,  aufser  in  spriu  169,  nur  icenn  i  oder  u  folgen. 
io  kommt  viermal  vor:  hiofaldrim  103,  riotgras  266,  griozon  495, 
thkpzfnt  937.  sonst  steht  immer  ie  resp.  i.  ie  für  i  bietet  sich  zwei- 
mal dar:  Ikfmf  94,  piepho  903. 

UO  [nie  iia)  ist  zuweilen  durch  u  gegeben:  rüze  30,  ungenuri 
426,  grüzzit  487.  aufserdem  vertritt  es  ö:  dhuo  563,  xpxxkst 
816. 

Zwischen  liquida  und  muta  ist  der  Stammvokal  in  zwei  fällen 
wiederholt  worden  und  zwar  zioischen  m  {wofür  dann  n  eintritt) 
und  b:  cbnbxpn  262  und  zwischen  r  und  g:  beiberegun  716. 

Zum  schlufse  führe  ich  einige  beispiele  der  vocalassimilation 
an:  edili  580,  gesamini  590,  imgeuuizini  785,  gesithili  792; 
aldasta  583. 

3)  Nominal flexion. 

1.  starke  declination  der  masculina:  gen.  sg.  es;  dat.  sg.  e; 
nom.  acc.  pl.  1)  a;  2)  e:  slrikke  156,  frosse  174;  3)  i:  iiueide- 
spiezi  886;  gen.  pl.  kommt  nur  einmal  vor:  zorno  484.  dat.  pl. 
1)  011 ;  2)  iin:  rkmgxn  263,  sclxiin  293,  tepiduii  835;  3)  en: 
s[iizzeii  225;  4)  in:  ringin  385,  lokin  546,  scrikkin  (?)  556,  blas- 
balgin  {gehört  hierher,  wie  der  nom.  pl.  blasbalga  762  ergiebt)  769. 

2.  st.  declination:  nom.  sg.  i,  einmal  e:  sparenuere  181. 

3.  St.  declination:  es  fmdet  sich  nur  der  acc.  sg.  fritliu  438. 

4.  St.  declination:  gen.  sg.  pluges  110,  116;  dat.  sg.  brohche 
698;  nom.  pl.  gransi  665;  acc.pl.  lixrstk  794;  eppele  153,  disge 
659;  dat.  pl.  gransin  506. 

Feminina.  1.  st.  declinalion:  dat.  sg.  1)  u;  2)  o:  haluo  551; 
dat.pl.  l)  iin:  gediin  (?)  105,  riinsun  806;  2)  on:  bonon  (?)  137; 
3)  en:  ruzznngen  411;  acc.pl.  a:  imisa  55,  siha  209,  loziinga 
418,  gelegida  425,  undiinga  477,  wenn  an  diesen  stellen  nicht  nom. 
sg.  vorliegen. 


in.    DIE  PARISER  GLOSSEN.  25 

2.  St.  declmation:  i  erhält  sich;  der  dat.  pl.  lautet  auf  in  ans: 
hohl,  festiü  928. 

4.  St.  dedination:  gen.  sy.  i:  gilusti  434,  dat.  sg.  ebenso:  eiclii 
14,  849,  slkngersnuri  890;  uom.  acc.  pf.  1)  i;  2)  e:  hurdeSö; 
dat.  pl.  l)  in;  2)  en:  thincsteden  238. 

Neutra:  I.  st.  dedination:  vier  beispiete  des  mm.  acc.  pl.  auf 
^r  kommen  vor:  locher  82,  euer  175,  holer  424,  bieder  475;  dat.pl. 
dierlegeron  430,  legeriin  627,  dagegen  frhxspn  280,  sprachuson  309. 

2.  St.  dedination:  nom.  acc.  sg.  1)  i;  2)  e:  denne 
120,  152,  olebere  154,  thiinuuenge  859.  dative  können  sein: 
gfscxf  23,  iiueppe  874.  nom.pl.  i;  acc.pl.  e.  das  ie  m  bihircie 
71  deutet  wohl  schwanken  zwischen  i  und  e  an  und  geht  nicht  auf  das 
alte  iu  zurück,  dat.pl.  1)  in;  2)  en:  beren  63;  3)  un:  inuuer- 
diiu  656.  neutra  mit  angefügtem  n  finden  sich  folgende:  curbelin 
67,  sumbrinon  737,  wikiline  763,  wickihn  869. 

Starke  adjectiva  und  participia.  mascul.  nom.  sg.  er;  gen.  es; 
dat.  1)  emo;  2)  emu  (?),  wenigstens  scheint  diese  form  aus  fornan- 
tigenu  389  herzustellen  zu  sein,  wie  fornantigemo  aus  fornantigeno 
395;  3)  imo:  gabinisscinio  701,  sineuuellimo  719,  geuiledinio 
765;  4)  omo:  tutisscomo  729;  5)  em:  diisinem  252;  acc.  sg.  1) 
an;  2)  en:  scenlenden  569;  nom.  acc.pl.  e,  einmal  i:  frbmhaldi 
257 ;  dat.  pl.  en.  femin.  nom.  sg.  in  {in  zuiuaren  754  vielleicht 
auch  eil);  dat.  sg.  1)  era:  fernpzfnfrb  9,  riizzendera  565;  2)  erii: 
thunnerii  940;  3)  ero,  oder  vielmehr ,  mit  ausstofsung  des  e,  ro: 
uasthabendro  770;  acc.  sg.  a:  snella  453,  geuolana  537,  unge- 
({uidheda  832,  wenn  an  diesen  stellen  nicht  nom.  der  schwachen 
flexion  anzunehmen  ist.  nom.pl.  e:  zunede  114,  gesonnte  584, 
denn  hellandf  20  und  ceinsende  177  können  auch  die  unflektierten 
participialformen  sein,  acc.pl.  1)  e:  gerodede  76,  ico  freilich  auch 
das  neutrum  atigesetzt  wcrdeti  kann,  indem  man  niulenti  ergänzt; 
gegrauene  526  seil,  geba;  2)  o:  ungetriuuo  375  seil,  geba;  3)  a: 
gemalida  936.  neutr.  nom.  sg.  az:  ungentagaz  377,  lizzelaz  573 ; 
nom.pl.  1)  iu:  rodkx,  brxnkx  250,  valoiibrkx  251,  gebundeniu 
842,  rinnindiu  866 ;  2)  u :  ciuscu  894,  unciuscu  895  ;  3)  e :  ge- 
herstide  745,  heiiuge  775;  4)  a:  gkzekntb  567,  samefre- 
zenna  (?)  596. 

Voti  der  2.  st.  adjectivdeMination  fmde  ich  die  unflektierten 
formen:  druoui  620,  rcini  621,  engi  851. 

Schwache  dedination.    ich  fafse  substantiva  und  adjectiva  zu- 


26  DIE  DEÖTSCPIEN  VIRCilLGLOSSEN. 

sammen.  mascnlina:  nom.  s<j.  1)  o;  2)  e:  scoUe  75,  kine  433, 
wenn  bei  letzlerem  kein  misverständnis  der  lateinischen  form  taedae 
anzunehmen  ist;  3)  i:  niintdragili  768.   gen.  dat.  sg.  en:  uiiinreuen 

214,  tuscanischen  420,  heren  805;  sxkbpgfn  234,  grauen  358. 
acc.sg.  on:  magoii  478,  betherquomon  933.  nom.fl.  1)  on;  2)  im: 
gretimardun  559;  dal.  fl.  1)  on;  2)  en:  lantuouen  658;  3)  un: 
kinnibacciin  (fts.  kinnibaccuni)  413,  uuildun  661.  acc.  pl.  1)  on; 
2)  im:  strimun,  stramuhm  168,  iladun  224,  erlechendun  {seil. 
munda)  509;  3)  en:  zagen  804. 

Feminina:   nom.  sg.  1)  a;  2)  e:  hulese  (?)  77,  bescelede  (?) 

215,  ungeuuande  617;  3)  i:  iuui  210.  gen.  sg.  1)  un;  2)  on: 
sunnon  15,  luffenon  79.  dat.  sg.  1)  un;  2)  on:  binesugon  6.  acc. 
sg.  1)  un:  iungerun  892;  2)  on:  uuiccon  139.  nom.  pl.  l)  un; 
2)  on:  huuuillon  36,  iuuon210,  angesezon  304.  geu.pl.  ene: 
buckelene  712  (hagazvssun  412  ist  wohl  nom.  pl.).    dat.  pl.  1)  on; 

2)  un:  rinnun  249,  stfgxn  882.  acc.  pl.  1)  un;  2)  on:  lankon  19, 
furcon  513,  zeuuon  553. 

Ob  udra  532  nom.  sg.  neutr.  oder  dat.  sg.  masc.  ist,  wage  ich 
nicht  zu  entscheiden,  sonst  kommen  folgende  schwache  neutra  vor : 
oren  858;  tlmnnun  516,  unbestunbelodun  (?)  910. 

Ich  füge  hier  ein  Verzeichnis  der  substantiva  hinzu,  die  sonst 
1)  nie  2)  selten  schumch  flektiert  sich  finden.  1)  masc:  kine  |(?), 
433,  bodhomo  489.  fem.:  clefelun  106,  inquedungun  244, 
drosno'n  618,  behezun  690,  beiberegun  716,  788,  stakkillun  718, 
uuardun  808.  2)  masc:  regero  167,  cbnbxpn  262.  fem.:  bine- 
sugon 6  {Zioetl.  gl.  bei  Hoffmann,  ahd.  gl.  p.  41,  8:  thymo  pinosu- 
gun)  huuuillon  36  {vommhd.  wb.  I.  758''  zwar  schwach  angesetzt, 
aber  starke  formen  'finden  sich  bei  Graff  1.  522),  uuiccun  78,  139, 
segun  95,  hiofaldrun  103,291  {vgl.  Schi. gl.  4,  70:  arbuta  hiufiltrun, 
6,640:  iribuUhhiMdrun),  garuonl79,  iuuon  2 [()  {Berliner  Virgilgl. 
91:  taxi  iuuan,  Schi.  gl.  6,  629:  taxos  iwin),  xxgblxxfkdxn  232 
und  235  anm.  {vgl.  Trierer  psalmen  99,  4 :  scaf  weiden  siner  oves 
pascuae  eins)  hpuukscxrxn  280,  sblxxn  296,  sumerladun  405,  644, 
721,  helligmouun  435,  huttun  461,  segalgerdun  606,  zangun  770, 
stigun  823,  stfgxn  882,  scindelun  883. 

Von  pronominibus  begegnen:  mir  21,  se  330;  iz  689,  themo 
847. 

Die  adverbien  enden:    1)  auf  o\   2)   auf  i:   queclichi  295; 

3)  auf  a .  sania''afta  423. 


in.    DIE  PARISER  GLOSSEN.  27 

Sddkfslkh  erwähne  ich  die  bildungen  inga:   Ihresginga  128^ 
uuendinga  161,  und  (n)issi:  bkxxntnkssi  69. 
4)   Verbal flexion. 
Die  starken  verba:  1.  p.  sg.  praes.    1)  u;  2)  o:   ufscricco  409; 

3)  un:  unsliuzun  702.  3.  p.  sg.  l)  it;  2)  et:  uuitganget  176. 
dieselbe  person  des  verbum  substantivnm  erscheint  693  :  ist.  3.  p.  pl. 
J)  eilt;  2)  eii:  bizen  59.  diese  apocope  ist  nach  WGrimm  z.  grafen 
Rudolf  p.  8  und  zu  Athis  p.  361  nur  mitteldeutsch.     3.  p.  pl.  praet. 

1)  un;  2)  on:  aueiiamon  2,  ceuuron  574.  i^om  conjnnctive  kann  ich 
die  formen  anführen:  uzbluuue  92,  hiuue  649;  beiieiDgeii  520,  vom 
imp.  sg.:  drbh  45,  trbh  46,  drkp  50,  gfdrkp  330;  imp.pl.:  bakket 
145,  malet  146;  sciezzent  876.  der  infinitiv  zeigt  gewöhnlich  an, 
einmal  in:    xztVxxfllkn  275.     das  part.  praes.  endet  auf  1)  andi, 

2 )  endi ;  3)  indi ;  das  part.  praet.  unflektiert  auf  an ;  flektiert  1 )  auf 
en;  2)  auf  an:  beuanganan  576;   d)  auf  \n:  gespanninemo  566; 

4)  aufon:  erquenioner  467.  zu  erwähnen  sind  noch  die  beiden  part. 
praet.  erquenioner  467  M/irfberechene  592.  feeiqueman  kommt  in  dieser 
form  e  für  o  häufig  vor,  worüber  man  Graff  nachsehen  mag;  auch 
sonst  schwanken  zuweilen  e  und  o;  z.  b.  in  den  hs.  ABCD  der  klage 
V.  970  steht  gezemen. 

Die  schwachen  verba.  1.  p.  sg.  praes.  der  i-klasse  zeigt 
bei  langen  stammen:  1)  u:  eruuerdu  378,  geliuru  619;  2)  iu: 
keinbiu  684;  3)  on:  bisingon  29;  bei  kurzen  iu:  besueriu  830, 
932 ;  dieselbe  form  der  o-klasse  lautet  un :  nieldun  379,  uzerloccun 
722,  vgl.  anm.  zu  72.  in  der  e-klasse  endet  sie  1)  aiif  on  (?):  rfipn 
287;  2)  auf  en:  misstruuuen  376.  3.  p.  sg.  praes.  1.  cotij.  1)  it; 
2)  et:  uzsuizzet  81,  ht'rdft  276,  zeiget  481 ;  2.  conj.  ot;  3.  conj. 
et:  anahaldet  54.  3.  p.  pl.  1.  conj.  ent;  2.  conj.  1)  ont:  screc- 
cont  681 ;  2)  ent:  ruzent  22.  1.  p.  sg.  praet.  erscheint  nur  einmal 
in  der  1.  conj.  genazda  692;  3.  p.  l.conj.  ruomida  546,  benazta 
691;  2.  conj.  1)  oda;  2)  eda:  underbrordeda  465,  iageda  525. 
ob  uzsnudda  836  zur  ersten  oder  zweiten  conj.  gehört,  loeifs  ich 
nicht.  3.  conj.  eibaldeda  (?)  366,  irsuarzeda  410.  1.  p.  pl.  in  der 
1.  conj.  gfsbkdxn  3;  3.  p.  pl.  1.  conj.  bei  langsilbigen  dun,  sonst 
idun,  edun  (uegedun  705);  2.  conj.  1)  odun;  2)  edun:  clafetun 
554,  seidedun  689,  erspietun  822 ;  3.  conj.  idun :  gruidun  404. 
part.  praet.  1.  conj.  unflektiert:  1)  it;  2)  et:  eruuarmet  860;  3)  t. 
geuuort  801,  gebouut  899;  flektiert  hat  es  den  bindevokal:  1)  e; 
2)  i:  gemidider  548;   3)  a:  geolade  764.    2.  conj.  unflektiert  ot, 


28  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

flektiert  l)  o:  iinbestunbelodun  910;  2)  e;  gescidedemo  632; 
'?,)  u:  aiiagebrorduder  522.  nur  einmal  erscheint  ein  part.  ohne  ge: 
zunede  114.  vom  conjnnctiv  praes.  bemerke  ich  die  form:  carro 
264,  vom  imperativ:  geiiendi76l;  gegazet  497.  der  infinitiv  der 
1.  und  3.  conj.  (uueran  203)  lautet  an,  der  der  2.  on.  flektiert 
finde  ich  ihn  in  der  l.  conj.  an  folgenden  stellen:  gemestanne  259, 
Iroistanne  471.  part.  praes.  l.  conj.  nur  trhasindi  253;  2.  conj. 
endi  und  ondi  z.  b.  sniierondi  354,  ruzondi  454  neben  smkfrendk 
925  und  ruzzenden  502 ;  3.  conj.  endi. 


Auf  blatt  42  derselben  hs.  ist  eine  reihe  bäum-,  pflanzen-  und 
fhiernamen  eingetragen,  von  denen  hr.  dr.  Michelant  zu  Paris  so 
freundlich  icar,  mir  eine  genaue  abschrift  zu  besorgen,  ich  gebe  auch 
bei  diesen  eine  kurze  dar  Stellung  der  lautverhältnisse. 

D  im  an-  und  inlaute  =  str.  ahd.  t;  =  str.  ahd.  d  in:  dorn 
LXXXIV;  Nvida  LXXII.  die  Verbindung  nd  entspricht  sowohl  str.  ahd. 
iit  als  nd.  tcegen  iiurendo  XXXI  verweise  ich  auf  die  anmerkung. 
jd  =  Str.  ahd.  lt. 

T  an-  und  inlautend  =  l)  lat.  t:  turtulduba  XIV;  2)  str. ahd. 
z :  auarata  LXIV,  da  in  Oberdeutschland  diese  pflanze  ebereiza  heifst, 
wie  Graff  III.  865  anführt,  da  er  einen  beleg  nicht  beigebracht  hat, 
so  gebe  ich  einen  solchen  aus  Sumerlaten  53,  4:  abrotanum  ebereize. 
11  findet  sich  in  pifultra  XXXVIII.  unorganisch  igt  t  am  schlufse 
des  Wortes  huon  angefügt:  wazzerhunt  XXI,  bunt  XLV,  rephount 
XLVI.    tt  begegnet  in  otter  XCVIII. 

TH  =  Str.  ahd.  d:  flethermus  XXVII,  pethemo  LXVII. 

Z  nach  kurzen  silben  einfach  (nezila  LXVIII,  mazaldra  XC)  und 
doppelt  (wazzerhunt  XXI). 

ß  =  1)  Str.  ahd.  p;  2)  lat.  p:  bireboum  LXXJX.  im  inlaute 
steht  dafür  auch  u,  einmal  w :  curuuiz  LVII. 

F  =  Str.  ahd.  f ;  dafür  ph  in  gripho  XLIII,  griph  CVI;  ph 
für  Str.  ahd.  ff:  aphin  CVIII. 

P  im  anlaute  =  1)  lat.  p;  2)  str.  ahd.  f:  pifultra  XXXVIII; 
im  inlaute  =  1)  lat.  p:  papilu  LI;  2)  lat.  b:  lupistekila  LVIII;  3) 
Str.  ahd.  pf:  wideopa  XL  im  auslaute  =  l)  str.  ahd.  p:  rephount 
XLVI;  2)  Str.  ahd.  f:  mulwerp  CXV. 

PP=  1)  Str.  ahd.  pf:  sneppa  XVIII;  2)  lat.  p:  cappo  XXXVII; 
aufserdem  erscheint  es  in  cappa  XLVIII. 


III.    DIE  PARISER  GLOSSEN.  29 

G  =  1)  Str.  ahd.  k;  1)lstr.  ahd.  h :  %vigo  XXIII. 

K  im  an-  und  miaute  =  1)  str.  ahd.  cli;  2)  q:  ca]tpa 
XLVIII,  cüiiala  LIII.  im  anslante  =  1)  st7\  ahd.  h:  gok  VI,  strok 
XII,  hauok  XXYI,  hruok  XLIX,  luk  LXV;  2)  str.  ahd.  c  für  cch: 
steinbiic  XXX,  buc  Gl ;  3)  liuc  XIX. 

GH  =  1)  Str.  ahd.  ch:  duchere  XYl;  2)  str.  ahd.  h:  eich 
LXIV,  rech  XCIX;  3)  str.  ahd.  k:  recheiibocho  GXVII;  4)  für  die 
Str.  ahd.  labialaspirata:  hiichela  XX,  duchestein  GXX. 

H  =  1)  Str.  ahd.  h;  vor  r  zweimal  erhalten:  urhrint  XXXIV, 
hruok  XLIX;  einmal  abgeworfen:  natram  XXII.  im  anlaute  ist  es 
vorgeschlagen:  hiic  (?)  XIX,  huchela  (?)  XX,  haspa  LXXXIII;  ab- 
geworfen: wideopa  XI,  im  inlaute:  aorn  LXXIV;  vor  t:  natgala 
XV,  natram  XXII,  watala  XXXII ;  vor  1  mit  gleichzeitiger  Unter- 
drückung des  vorhergehenden  vokals:  scelo  GIII,  elo  CIV. 

GG  =  Str.  ahd.  cc:  mucca  GXXI. 

W  ausgestofsen  in  po  XVII  {vgl  gl.  Jim.  D.  p.  267 :  paii) ;  vor 
r  erhalten:  uurendo  XXXI. 

R  versetzt:  strok  XII,  andron  LIX. 

Zu  erwähnen  ist  noch  die  Verbindung  sp  =  str.  ahd.  fs :  wespa 
XL.  vgl.  gl.  Jun.  D.  p.  269 :  crecopulus  vvespe ;  gl.  zum  snmma- 
rium  Heinrici  German.  IX.  p.  20,  28'':  vespe  wespen,  gl.  Lips.  762: 
respias  =  str.  ahd.  refsjan. 

Die  vocale.  brechung  fehlt :  steinbuc  XXX,  kiruela  LXIII,  buc 
GL  a  für  gebrochenes  e:  krasso  LVI;  ä  für  e:  drano  XXXIX  {vgl. 
gramm.  I.'  389).  e  =:  1)  str.  ahd.  ei:  wegebreda  L;  2)  str.  ahd.  ä: 
bremon  LXXVII;  ö=  1)  ou:  gok  VI,  po  XVII,  lok  LXV,  hunt- 
hobido  GIX ;  2)  uo :  uuermoda  LXVI.  ii  =  uo :  wazzerhunt  XXI, 
hunt  XLV.    ou  =  uo :  rephount  XLVI. 

Flektiert  kommt  vor:  ahorna  LXXXV ;  bremon  LXXVII. 
heimelo  {vgl.  gramm.  III.  666  fg.)  GXIII  begegnet  sonst  nicht 
schwach. 


Dafs  diese  Virgilglossen  dem  fränkischen  dialekte  angehören, 
zeigt  der  consonantenstand ;  da  nirgends  ua  für  uo  erscheint,  ist  das 
südfränkische  idiom  ausgeschlofsen.  nach  Würzburg  -  Fulda  die  ent- 
stehung  des  denkmals  zu  setzen ,  verbietet  das  Verhältnis  der  conso- 
nanten,  besonders  der  dentalen,  aber  auch  an  Mainz  und  Trier 
dürfen  wir  nicht  denken,    derm  der  er  st  er  e  ort  kennt  t  für  z  gar 


30  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

nicht ,  der  letztere  nur  in  'that'  {MüUenhoff  denkmäler  p.  XYI).  in 
unserem  denkmale  dagegen  ist  t  gesichert  durch  die  Schreibung 
gr&uiiardun  559,  welche  uns  zwingt,  auch  [die  beiden  andern  t  für 
z  als  richtig  anzuerkennen,  wir  gerathen  also  nach  Niederfranken 
und  auf  dieses  weisen  auch  häufig  die  vocale. 

Nun  könnte  jemand  die  erwähnten  ndd.  demente  durch  die 
annähme  erklären  wollen,  dafs  unsere  glossen  aus  einer  ndd.  hs.  ab- 
geschrieben seien,  ich  behaupte  das  gegentheil:  die  vorläge  war  eine 
oberdeutsche  und  zwar  eine,  die  von  den  erhaltenen  Virgil glossen 
am  meisten  mit  den  Tegernseern  übereinstimmte,  diejenigen  worte 
nämlich,  welche  an  derselben  stelle  sowohl  in  den  Tegernseer  als  in 
den  Pariser  glossen  gleich  lauten,  bilden  ungefähr  ein  achtel  des 
letztgenannten  denkmals.  ich  habe  dieselben  daher  durch  cursiven 
druck  kenntlich  gemacht,  zwar  findet  sich  cli  für  str.  ahd.  ch  auch 
in  md.  hs.,  z.  b.  in  der  Strafsburger  hs.  des  Rolandsliedes  [Grimm 
p.  XVI),  in  den  gl.  zu  Heinr.  summ.  Germ.  IX ;  ist  es  aber  nicht 
merkwürdig ,  dafs  von  den  acht  vorher  erwähnten  fällen,  in  denen 
diese  aspirata  in  den  Pariser  gl.  begegnet,  vier  auch  in  den  Tegern- 
seern vorkommen?  dafs  aber  oberdeutsche  gl.  zuerst  ins  ndd.  und 
von  da  aus  in  den  dialekt  unseres  denkmals  umgesetzt  seien,  dies  wird 
iemand  im  ernste  behaupten  loollen. 

Freilich  läfst  sich  nicht  leugnen,  dafs  eine  reihe  von  warten  sich 
zeigt,  icelche,  weil  dem  ndd.  eigentkümlich ,  einer  oberdeutschen 
quelle  nicht  entnommen  sein  können,  rühren  diese  also  aus  einer 
ndd.  hs.  her  und  sind  sie  ein  wenig  der  hochdeutschen  spräche  ange- 
passt  oder  repräsentieren  sie  den  dialekt,  dem  die  Pariser  gl.  in  ihrer 
jetzigen  gestalt  angehören  ?  zur  entscheidung  dieser  frage  hilft  das 
soeben  besprochene  blatt  42,  ivelches  ich  wegen  des  zweimal  vor  r 
erhaltenen,  einmal  weggeworfenen  h  der  zweiten  hälfte  des  neunten 
Jahrhunderts  zuschreibe,  ivir  haben  gar  keinen  grund,  dasselbe  nicht 
für  ein  original  zu  halten ,  noch  es  einer  andern  gegend  als  die  vor- 
liegende fafsung  der  Virgilglossen  zuzutheilen.  denn  dafs  X  für  z 
nur  einmal,  in  den  Virgilgl.  dreimal  vorkommt,  beweist  nur,  dafs 
es  in  beiden  sehr  selten  ist:  auch  bleibt  zu  berücksichtigen,  dafs  der 
umfang  der  Virgilgl.  achtmal  so  igrofs  wie  der  des  blattes  42  ist. 
wenn  ferner  th  für  d  auf  diesem  zweimal,  sehr  häufig  dagegen  in 
den  Virgilgl.  begegnet,  so  ist  zu  bedenken,  dafs  dergleichen  wesentlich 
von  der  gewohnheit  des  Schreibers  abhängt,  so  findet  sich  ja  tli  tioch  in 
denkmälern  des  zwölften  Jahrhunderts,  z.  b.  in  der  Strafsburger  hs. 


in.    DIE  PARISER  GLOSSEN.  31 

des  Rolayidslkdes ,  in  Wiggerts  lisalmeninterJinearversion  vor,  zu 
einer  zeit,  ico  es  sonst  völlig  aufser  gebrauch  gekommen  war.     da 
ferner  eine  anzahl  formen  beiden  stücken,  den  Virgilglossen  und  dem 
blatte  42,  gemeinsam  sind,  so  trage  ich  kein  bedenken  zur  feststellung 
ihres  entstehungsortes  sie  nebeneinander  zu  rathe  zu  ziehen,    als 
sächsisch,  theilweise  auch  niederrheinisch  charakterisieren  sich  auf 
bl.  42  ä  für  e,  e  für  ä,  besonders  aber  w  vor  r  in  uurendo;  hierher 
ziehen  läfst  sich  vielleicht  auch  der  acc.  lü.  gabuias  in  den  Virgilgl. 
143,  den  ich  vorher  bei  der  darstellung   der  flexionen  übergangen 
habe,    im  sächs.  dialekte  ist  dies  icort  zwar  nicht  nachweisbar ,  aber 
im  ags.  {Bosworth  27  p)  und  im  and.  (gall)  ist  es  ein  st.  masc.  erster 
declination.    auf  den  Niederrhein  deutet  folgendes:    1)  ss  für  sc, 
zwar  auch  im  12.  und  13.  Jahrhundert  alamannisch  Weinh.  |>.  156 
aber  fränkisch  nur  gegen  den  Niederrhein  hin:    Wiesbad.  gl.  229 
romesse;   Wernher  v.  Niederrhein  p.  19,  21  galileisse,  46,  8  he- 
breissen;  Lacomblet,  archiv  I,  1  (1832)  p.  334  visserie  {aus  Trier) ; 
Lachmann,  drei  brachst.  II,  66  visse;  gl.  Jun.  D.  p.  268  drossela; 
Elisabeth  {ed.  Rieger  1868)  v.  2121  dissegader;  viele  beispiele  bietet 
schliefslich  die  allegorie  'Salomönis  hm    bei  Adrian,  mittheilungen 
p.  417  ff.    2)  ei  für  unigelautetes  e.  vgl.  gramm.  l.^  185,  WGrimm 
zu  Konrads  Silvester  p.  IV,    3)  ei  für  ie ,  welches  J Grimm  {gramm. 
I.^  262)  nicht  richtig  allein  dem  Gottfrid  Hagen  zuschreibt,    denn 
nicht  wenige  beispiele  davon  bietet  das  fragment  des  Karlmeinet  bei 
Lachmann,  drei  bruchst.  III;  ferner  haben  die  Xantener  gl.  132  ge- 
meidan,   die  gl.  zu  Heinrici  summ.  Germ.  IX  p.  21,  38''  eiffaltra. 
allgemeiner  ndd.  sind  vielleicht  folgende  erscheinungen :  1)  w  für  h 
zwischen  vocalen:  zeuuon  553.   diese  form  ist  nach  Schneller  B.  wb. 
IV.  239  jiicht  nur  schweizerisch,  sondern  auch  mittelrheinisch,   sonst 
finde  ich  uluwen  Ruther  4262,   Gott  fr.  Hagen  920  {im  reime),  vgl. 
Bartsch,  Karlmainet  p.  342,  aber  auch  duwete  Reineke  Vos  ed.Hoffm. 
3722,  6500.    2)  ch  für  g  im  inlaute:  Ruther  1728:  dache,  Wiesb. 
gl.  248:  ocha,  vgl.  Bartsch  herz.  Ernst  p.  V;  daneben  in  dem  thü- 
ringischen {Bartsch  Berth.  v.  Holle  p.  XXXVI)  grafen  Rudolf  p.  ö^ 
23 :  burchere.   ich  mache  endlich  noch  auf  zwei  dem  holländischen 
sich  nähernde  formen  aufmerksam  {anm.  zu  66,  285). 

Der  Ursprung  beider  denkmäler  ist  also  in  einer  gegend  zu 
suchen,  die  von  niederrheinischen  und  sächsischen  einflüfsen  berührt 
wurde,  doch  hindert  uns  das  überwiegende  z ,  zu  weit  nach  norden 
zu  gehen,   auch  scheidet  sich  der  dialekt  unserer  stücke  wesentlich  ab 


32  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

von  dem  des  Herhort  von  Fritzlar,  welcher  bt  für  ft  anwendet,  eine 
erscheinung,  die  in  den  Virgilgl.  höchstens  einmal  (933)  sich  zeigt, 
ferner  auch  p  für  pf,  i)li  meidet,  freilich  kann  dies  letztere  dem 
Schreiber  allein  zur  last  fallen,  so  bleibt  uns  denn  nur  die  gegend 
an  der  Lahn,  das  hevtige  Nafsau  und  Oberhessen,  und  dort  werden  wir 
beide  denkmäler  fixieren  können,  dorthin  hat  Müllenhoff  {denkm.  p. 
XVI)  mit  recht  die  Xantener  gl.  verwiesen;  dahin  werden  auch  die 
etwas  Jüngern  gl.  zu  Heinrici  summarium  Germ.  IX.  p.  13  ff.  ge- 
hören, in  diesen  tritt  einmal  t  für  l  ein:  katta  10;  denn  das  andere 
von  Rieger  aufgeführte  beispiel:  hoklima,  steht  nicht  für  ho\{dmn\, 
sondern  für  holeduua.  dadurch  erklärt  sich  auch,  wie  sie  in  die 
Darmstädter  bibliothek  gelangt  sind,  ein  bestimmtes  klosler  kann  ich 
allerdings  leider  nicht  angeben,  von  dem  sich  mit  Sicherheit  behaupten 
liefse,  dafs  in  ihm  die  Virgilglossen  geschrieben  seien. 

Lag  also  eine  oberdeutsche  quelle  vor,  so  fragt  sich,  wie  der 
verfafser  der  uns  Hberkommenen  recension  sich  dazu  verhielt,  ich 
denke  mir  die  sache  so :  irgend  ein  mönch  hatte  ein  oberdeutsches 
original  vor  sich,  das  er  ziemlich  mechanisch  abschrieb  und  in  dem 
er  nur  die  seinem  ohre  fremden  loorte  mit  ihm  geläufigeren  ver- 
tauschte, denn  nehmen  icir  an,  eine  ganz  neue  bearbeitung  ober- 
deutscher Virgilglossen  habe  stattgef^mden,  so  müfsen  wir  zugeben, 
dafs  auch  von  dieser  nicht  das  original,  sondern  nur  eine  abschrift 
auf  uns  gekommen  sei.  ich  übergehe  die  nicht  seltenen  Schreibfehler, 
theile  auch  nicht  Wackernagels  im  fünften  bände  dieser  Zeitschrift 
p.  320  a\isgesprochene  ansieht,  dafs  die  Vereinigung  mehrerer  ge- 
trennter worte  zu  einem  die  thatsache  der  abschrift  bewiese;  vielmehr 
mache  ich  auf  folgendes  aufmerksam :  1)  das  wort  Gabinis  scimo 
701  ist  deutlich  in  zwei  theile  getrennt,  derselbe  fehler  fmdet  sich 
auch  an  einigen  anderen  stellen.  2)  manche  glossen  kommen  zweimal 
vor  oder  stehen  fern  von  dem  lateinischen  worte,  zu  dem  sie  gehören. 
3)  die  Servianische  note  zu  Georg.  I.  59  lautet  in  unserer  hs.  (73) : 
et  gerunt  partum,  dem  entspricht  aber  nicht  die  deutsche  glosse 
uzuuerpent ;  diese  erfordert  egerunt  und  dies  bietet  auch  der  text 
des  Servius  sonst.  4)  das  deutsche  mktbf.mksgfmp  steht  bei  Aen.  VIII. 
681:  'stans  celsa  in  pui)pi,  geminas  ciii  tempora  flammas  Laeta 
vomunt,  patriumque  aperitur  vertice  sidus.^  dazu  passt  aber  weder 
die  praeposition  mit,  noch  auch  beimisk;  man  würde  dort  eher 
faderlih  erwarten,  vortrefflich  stimmt  dagegen  die  glosse  zum  v.  696: 
regina  in  mediis  patrio  vocat  agmina  sistro. 


lir.    DIE  PARISER  GLOSSEN.  33 

Alle  diese  Schwierigkeiten  verschwinden,  wenn  man  die  vorhin 
von  mir  geäußerte  meinnng  annimmt,  dafs  eine  oberdeutsche ,  selbst 
kaum  fehlerfreie  hs.  abgeschrieben  ist,  und  dabei  sowohl  neue  ver- 
sehen sich  eingeschlichen  haben,  als  auch  viele  worte  hinzugefügt  oder 
verändert  sind,  dazu  kommt  noch  ein  anderes,  der  Virgiltext  der 
Pariser  hs.  bietet  Georg.  III.  86,  tcie  mir  hr.  Herz  schreibt:  'densa 
coma',  xoährend  am  rande  steht:  'iiiba  manaiiiia'  (254).  zur  erklä- 
rung  dieses  umstandes  scheint  mir  nur  folgendes  auszureichen:  keine 
vollständige  Virgilhs.  mit  scholien  und  glossen  wurde  bei  jener  ge- 
legenheit  abgeschrieben ,  sondern  es  sind  nur  die  glossen  und  scholien 
{diese  können  von  jenen  nicht  getrennt  werden,  da  viele  glossen  sich 
auf  Servianische  noten  beziehen,  ja  m  den  text  der  scholien  einge- 
reiht sind)  aus  einem  oberdeutschen  exemplare  in  das  vorliegende, 
das  den  Virgiltext  allein  enthielt,  eingetragen,  schliefslich  noch  dies: 
wenn  ich  bisher  stets  blofs  von  zwei  exemplaren ,  dem  oberdeutschen 
und  unserm,  gesprochen  habe,  so  xoill  ich  damit  keineswegs  behaupten, 
dafs  nicht  zwischen  beiden  eine  Vermittlung  durch  mehr  oder  minder 
zahlreiche,  nun  verlorene  denkmäler  habe  stattfinden  können. 

Uebrigens  mufs  unsere  hs.  einmal  in  Rheims  selbst  oder  in  einem 
zu  dieser  Stadt  in  beziehung  stehenden  kloster  gewesen  sein,     auf 
blatt  42  ist  nämlich  ein  'eitila|)liium  Gerberti  pap^  de  archipraesule 
Remensi  Adalberone'  (f  5  Januar  989)  zu  lesen: 
'Contulerat  natura  poteiis  qii^  summa  putavit 
ad  meriti  cumulum  tibi,  praesul  Adalbero,  cum  te 
praestantem  cunclis  mortalibus  abstulit  orbi 
quinta  dies  fundentis  aquas  cum  pondere  rerum.' 
dasselbe  epigramm  befand  sich  auch  in  der  cathedralkirche  zu  Rheims, 
vgl.  Marlot,  hisloire  de  la  ville,  cite  et  universite  de  Reims,  band  III 
{Reims  1846)  p.  64  fg.:  son  corps  {d' Adalberon)  fut  inhume  en  la 
cathedrale ,  et  pour  epitaphe  on  lisoit  anciennement  ces  vers  graves 
sur  nne  table  de  cuivre  en  letfres  d'or.    es  folgen  dann  die  citierten 
verse  mit  der  abweichung ,   dafs  v.  1  für  potens  parens  gesetzt  ist. 
da  Gerbert  papa  genannt  wird,  so  können  sie  vor  999,  wo  jener  den 
römischen  stuhl  bestieg,  nicht  in  die  hs.  gekommen  sein,     doch  darf 
man  nicht  daraus  schliefsen  wollen,  dafs  er  Gerbert,  nicht  Silvester 
heifst.   der  ursprüngliche  name  dieses  pabstes  erhielt  sich  sehr  lange 
in  Deutschland,  spricht  ja  noch  Walther  (33,  22)  voii'^ einem  zoube- 
rsere  Gerbrehte.' 

Zur  altersbestimmung  der  glossen  nützt  uns  ebensowenig,  loenn 
Z.  f.  D.  A.  neue  folge  III.  3 


34  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

Germania  dtirch  francia  (184)  gegeben  wird,  man  könnte  darnach 
glauben,  die  entstehung  tinseres  denkmals  müfse  in  die  zeit  der 
Sah'schen  kaiser  fallen,  abgesehen  von  'Germania  francono  lant' 
Diut.  II.  370,  spricht  dagegen  der  modus  Ottinc  39:  Francus  instat, 
Parthus  fugit,  der  doch  unter  Otto  III  verfafst  ist  {Müllenhoff, 
denkm.  p.  314).  ferner  helfen  uns  wenig  die  umlaute  e  für  ä,  i,  iu 
für  u  \md  ü.  denn  der  umlaut  iu  für  u  kommt  nach  meiner,  von 
Glimm  gramm.  I. ^  343  abweichenden  meinung  schon  beim  Isidor 
vor:  lyiizilun  XI''  17,  XU"  8,  liuzeln  XU"  10.  überhaupt  mufs  das 
alter  und  die  geschichte  des  titnlauts  aus  den  denkmdlern  bestimmt 
werden,  nicht  diese  aus  ihm.  wir  sind  also  allein  auf  die  flexion 
angewiesen,  da  erinnere  ich  denn  an  folgende  neben  den  älteren 
vorkommende  jüngere  formen:  nom.  pl.  tnasc.  der  1.  st.  decl.  auf 
e,  i,  ebenso  der  nom.  sg.  schwacher  masc;  nom.  sg.  fem.  des  schw. 
adj.  auf  e,  7iom.  acc.  pl.  fem.  starker  adj.  auf  e,  neutr.  pl.  starker 
adj.  auf  e,  a,  acc.pl.  schwacher  masc.  auf  en.  hält  man  hierzu 
das  schwanken  in  den  vocalen  der  praeterita  schwacher  verba,  so 
gelangt  man  für  die  entstehung  der  Virgilglossen  zur  annähme  einer 
zeit,  in  der  die  spräche  sich  umbildete,  eine  solche  war  das  elfte 
Jahrhundert ,  in  dessen  erste  hälfte  ich  unser  denkmal  setze. 

Endlich  erwähne  ich  eine  notiz,  welche  sich  auf  dem  halb- 
abgeschnittenen rande  von  blatt  95''  befindet,  sie  zu  enträthseln 
überlafse  ich  scharfsinnigeren:  Guogeris  {hr.  dr.  Michelant  liest: 
Uuageris)  uuison.  in  dera  nuessum  heccun  uuison,  uuinie  hun- 
dale.  conc. 


BUCOL.  V. 

17. 

canfharus  cbnnb. 

31. 

lentas  hastas  ffnfstfccpn. 

22. 

moris  mulberin. 

34. 

tulerunt  auenamon. 

47. 

ah  leider. 

36. 

mandavimus  [hordea  sulcis] 

53. 

fultus  undfrstxrit.* 

gfsbkdxn.* 

54. 

ilice  slblteihk,* 

39. 

Carduus  thistal. 

60. 

stabula  ad  Gortynia  sunnon 

>5 

paliurus  clethun. 

stallon. 

77. 

tliymo  binesugon. 

68. 

apio  eppe. 

88. 

pedum  krxccb. 

71. 

deducere  geneian. 

BUCOL.  VI. 

» 

ornos  linbouma. 

1. 

prima  fxrksta. 

75. 

inguina  lankon. 

17. 

attrita  fernpzfnfrb. 

84. 

pulsae  hellandf. 

10 


15 


20 


III.    DIE  PARISER  GLOSSEN. 


35 


BUCOL.  VII. 
7.  mihi  deerraveratinginc mir. 
13.  resonant    examina   ruzent 
suarma. 

32.  cothunio  gfscxf. 

33.  sinum  lactis  cesekar. 
42.  rusco  kulis. 

„    alga  merigrase. 

47.  solstitium  hizzi. 

48.  turgent  spruzent. 
torreo  b.s.ng::n. 

50.  fuligine  rüze. 
53.  iuniperi  uac''aldra. 
„    castaneae  Icestene  bouma. 
66.  abies  danna. 


53. 

35    54. 

55. 

59. 


64. 

40    65. 

68. 

74. 

82. 
45  101, 


104. 
107, 


50  24. 
25, 
36 


B  ü  C  0  L.  VIII. 

alnus  erla. 

electra  gfsmflzi. 

ululae  huuuillon. 

speculä  uuardu. 

Hec  egloga  farmaceutria  id 

est  fbscknbtprka  dicitur. 

id  est  zpfrxngb. 
vitta  uasuualco.* 
verbenas  isena. 
carmina  galdar.* 
licia  hbrlpf. 
stamen  uuarp. 
bitumine  harze, 
fer  drbh. 
fer  trbh. 
carmina  garsanc. 
Hylax  brakko. 

BUCOL.  IX. 
clivo  xphbldk. 
age  drkp. 
ferit  stich  it. 
.  strepere  gbgkzpn.* 


36.  olores  eluiz. 
42.  imminet  anahaldet. 
45.  numeros  uuisa.  55 

49.  apricis  sxmfrlkcon. 
56.  caussando  rethenondk. 
58.  [ventosi]  ceciderunt  [mur- 
muris  aurae]  gfuukchxm. 
BUCOL.  X. 
7.  attondent  bizen. 
19.  subulci  sueina.  60 

ebuli  euoh. 
ebuli  adochez, 
baccis  beren. 

e 

vaccinia  lor.bki'i. 

torquere  scizan.  65 

über  scorza.* 

fiscellam  curbelin. 

fiscina  cprf. 


27. 


39. 
59. 
67. 
71. 


GEORG.  L 
4.  experientia  bkxxntnkssi. 
57.  ebur  alpantbein.  70 

59.  castorea  bibircie. 

castor.  inde  verbum  Castro 

.  . .  bun. 
et  gerunt  partum  uzuuer- 
pent. 
63.  age  uuolaa. 

65.  glebas  scoUe.  75 

71.  toiisas  [novales]  gerodede. 

74.  siliquä  hulese. 

75.  viciae  uuiccun. 
„     lupini  luffenon. 

80.  fimo  mist.  80 

88.  exsudat  uzsuizzet.* 
90.  spiramenta  locher. 
93.  Boreae  nortuuint. 
95.  [vimineas]  crates  egidun. 
„     crates  hurde.  85 

3* 


36 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


101. 

farra  korna. 

184. 

bufo  creäa. 

111. 

culmus  halm. 

185. 

[quae  phirima  terrae]  mon-  125 

112. 

depascit  ezzet. 

stra  [ferunt)  hamnslro. 

120. 

intuba  lli  galcruh. 

186. 

curculio  angur. 

90 

intiba  osenbritta.* 

it 

formica  ameiza. 

132. 

repressit  gestilda. 

190. 

tritura  tbresginga. 

135. 

excuderet  uzbluiiue.* 

)? 

tritura  gethruse. 

139. 

visco  mistel. 

aniigdalus  basal.                   130 

i? 

visco  Ikfmf. 

192. 

palea  caf.* 

95 

143. 

serrae  segiin. 

193. 

medicare  reinon. 

144. 

cuneis  uuekken. 

194. 

nitro  salzsteine. 

,, 

lissile  speldich. 

ti 

amurca  olesthrusana. 

148. 

arbuta  brüst.* 

195. 

siliquis  buleson.                   135 

151. 

robigo  uintbrant. 

207. 

fauces  engk. 

100 

Ulcus  angp.* 

215. 

fabis  bonon. 

152. 

Carduus  tbistil. 

226. 

vanis  avenis   miilden   ha- 

153. 

lappae  cletha. 

veron. 

n 

tribuli  hiofaldrun. 

227. 

viciam  uuiccon. 

154. 

lolium  rado,  radan. 

233. 

zonae  strimelon.                  140 

105 

155. 

rastris  gedun. 

236. 

concretae     tfsamene    ge- 

156. 

sonitu  clefelun. 

runnan.                       <■ 

157. 

faice  snidemacese. 

264. 

exacuunt  spizzent.* 

160. 

arma  azznsi,  gezuch. 

11 

furcas  gabulas. 

162. 

vomis  scar. 

266. 

fiscina  curuelin. 

110 

,, 

i'obur  aratri  phiges  houit. 

267. 

torrete  bakket.                     145 

164. 

tribula  flegila. 

>f 

frangite  [saxo]  malet. 

?? 

traheae  slidon. 

obtunsus  farnozcenes. 

165. 

supellex  gkziugi. 

285. 

licia  hmiouk. 

166. 

arbiiteae  [crates]  zunede. 

11 

telae  nueppes. 

115 

'> 

vannus  uuan* 

294. 

pectine  rauun.                      150 

170. 

burim  pluges  houuet. 

296. 

aeni  caldaru. 

173. 

tilia  linda. 

298. 

area  denne. 

5» 

fagus  hucha. 

306. 

lauri  baccas  eppele. 

174. 

stiva  recho ,  rebo. 

11 

oleam  olebere. 

120 

178. 

area  denne. 

11 

myrta  mirtel.*                       155 

?> 

cylindro  duuostein,  uuel- 

307. 

pedicas  strikke. 

lesteine.* 

309. 

verbera  [fundae]  snuori. 

181. 

mus  spicemus,  spizmus. 

falx  mcssoria  sicbila. 

183. 

talpae  muluuerl",  nmhierf. 

falx  fenoria  segesna. 

in.   DIE  PARISER  GLOSSEN. 


37 


160  348.  maturis  rifen. 

353,  menstrua    Lima    niaiuUh- 

uuendiga.* 
359.  murmur  thoz. 
36 L  mergi  ducheia. 
mergus  duchari. 
165  363.  paludes  striiot. 
„     fulicae  ualkou. 
364.  ardea      regero,      lieigero, 
heigro. 

367.  tractus  striniun,  stramiüun. 

368.  paleam  spriii. 

170  370.  Roreae  norostaniiiiint. 

Eurus  ostansuntuuint. 

371.  Zepliyi'i  iiuestanuuint. 

377.  hirundo  siialauua. 

378.  ranae  frosse. 
175  379.  ova  euer. 

389.  spatiatiir  uuitganget.* 

390.  carpentes  ceinsende. 
395.  obtusa  zeiniia.* 
400.  maniplos  garuon. 

180  403.  uoctua  natgala. 

404.  Nisiis  spareuuere. 

405.  Scylla  leuuerka.* 

449.  crepilans     salit     scellinde 

spriiigit. 
474.  Germania  francia. 
185  481.  proluit  nergoz. 

GEORG.  II. 

6.  vindemia  uuindema.* 

8.  cothiirnis  gescuin. 

12.  genestae  brimim. 

13.  populus  belizboum.* 
l'jo      „  salicta  uuida. 

15.  castaneae  kestinun. 

16.  aesculus  uirheih. 
18.  cerasis  kirsboumon. 


60.  uva  uiiinberi. 
66.  Ilerculeae    arltos    coronae  195 
birka. 

70.  platani  ahorna. 

71.  ornus  Imthoum. 

87.  surcuhis  snideUnc. 

88.  Crustumiis  piris  bratbiron.* 

,,     volemis  curbezberon.*  200 

95.  preciae  lrut''ruf"on.* 

96.  cellis  kelketron,  kelleron. 

100.  durare  uueran. 

113.  taxi  iuua. 

129.  verba  galdar.*  205 

180.  calculus  kisel. 

189.  filicem  uarn. 

214.  topbus  duchstein. 

242.  cola  siha. 

257.  taxi  iuuon;  mui.  210 

picea  Evra. 

putredo  fiuli. 
264.  fossor  greuil. 
333.  pampinus  uuinreuen  blat. 
358.  rasae  bescelede.*  215 

361.  tabulata  cameratun.* 

.,     tabulata  spreitbi. 
379.  cicatrix  bilouuua.* 

381.  proscenia  Ipxxn. 

„  proscenia  ludi  spillestede.    22ü 

382.  compita  xxfgfscfkdbb. 
384.  utres  budericha. 
389.  oscilla  docchun. 
394.  liba  fladun. 

396.  veribus  spizzen.  225 

„     colurnis  hasselin. 
407.  putando  besnitbeudo. 
413.  rusci  hulisboum.* 
417.  extremos  [autes]  endi. 
421.  rastros  hpxxxri.  230 


38 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


aesculus  slaheic*  175. 

430.  aviaria  xxgblxxfkdxn. 

445.  carinas  bodema:  pars  pro      188. 

toto.  191. 

463.  testudine  sxkbpgfn.  203. 

235  471.  lustra  xxfknthvn.  204. 

497.  conjurato  gffkdfmp.*  205. 

502.  forum  dingstat.  222. 

508.  rostris  thincsteden.  230. 

518.  proventu  frbmxxpchbr.*  233. 
240  519.  trapetis  plkbfktdkn.* 

530.  certamina  gi(il.*  256. 

539.  classica  heritrunbum.  299. 

300. 

GEORG.  III.  3QJ 

25.  aulaea  umbehanga.  321. 

45.  adsensu  inquedunguii.  338. 

245    53.  palearia  chelorpn.  360. 

72.  delectus  chiist.  361. 

78.  ponti  brxccb.  364. 

80.  terga  gpppn.  366. 

81.  toris  rinnun.  374. 
250    82.  spadices    [equi]    rodkx, 

brxnkx.  376. 

„     glauci  [equi]  valoubrkx.  380. 

83.  gilvo  dusinem.  385. 

85.  fremens  trhasindi.  „ 

86.  juba  manauua.  406. 
255    87.  Spina  rucchibein.  431. 

104.  carcere  pfrrkchf.  437. 

107.  proni  frbmhaldl  442. 

108.  humiles  nkdfrf.  450. 
124.  distendere  zegemestanne.*      451. 

260  146/7.   est    plurimus    volilans 

kstmbnbcfugbl.  456. 

147.  asilo  brfmp;  bremo.  473. 

166.  circlos  cbnbxpn.  497. 

168.  torquibus  rknigxn.  504. 

173.  instrepat  carro.  507. 


vescas  azkchxn.  265 

ulva  riotgras. 
capistris  haftra. 
gradibus  sonare  gangan. 
spumas  aget  uzffkmpt. 
esseda  sbmbxch.  270 

farragine  gfrtb. 
urgentur  gfstpzan  xxfrthfut. 
cubili  Ifgfrf. 
obnixus  rkngbnder. 
aestuat  xzfrxxfllkn.*  275 

fricat  rkbkt,  herdft. 
Podagras  fuozsuth. 
digressus  framgeruckit.* 
arbuta  brüst.* 

foenilia  hpuukscxrxn.*        280 
acalanthida  thistiluinco. 
crustae  hissun. 
orbes  rbt. 
caedunt  hpxxfnt. 
stiria  kichillb.  285 

comminus  gimacho. 
rudo  rfrpn. 
specubus  frhxspn.* 
sorbis  sperobiron. 
lappae  clfthxn.  290 

tribuli  hiefiuldrun. 
sero  xxfzkchb.* 
loquacibus  crpudfn.* 
exuviis  sclxun. 

ad  vivum  queclichi.*  295 

unguine  sblxxn. 
elleboros  marsithila,*  sit- 

tiruurz. 
omina  hfkl. 
gentem  fbsbl. 

tussis  anhela  chelesnht.         3oo 
crudescere  zestarceon. 
singultu  sich'^nzugu.* 


III.    DIE  PARISER  GLOSSEN. 


39 


523. 

Stupor  stirnilpd.* 

117. 

Vertex  uuerbo. 

564. 

papulae  angesezon.* 

soliitis  zeergebenen.* 

125. 

emissam  uzferlazan. 

GEORG.  IV. 

138. 

illi  erzagedemo. 

305    46. 

fovent  bruodent. 

145. 

tridenti  gere. 

48. 

cancros  creuiza. 

tridenti  darde. 

63. 

melisphylla  bmiimrz. 

149. 

seditio  gestridi. 

74. 

spicula  migon. 

167. 

vivo  saxo  selpuua  senenio 

75. 

ad  praetoria  sprachuson. 

1 

steine. 

310    89. 

prodigus  splüler. 

174. 

silicis  flinses. 

131. 

verbenas  isiniin. 

176. 

nutrimenta  cinselunga.* 

145. 

spinös  iam  prima  ferentes 

' 

fomite  zumra. 

prüboum. 

r 

1/7. 

arma  azzesi. 

146. 

platanum  hahorn. 

215. 

ferinae  uuildes  tleiscses. 

162. 

gentis  fbsflfs. 

222. 

fata  misseburi. 

315  168. 

fucos  drenon. 

239. 

rependens  iiukdfrahteude. 

183. 

tiliam  linda. 

240. 

1 

tbrtuna  missiburi. 

188. 

mussaut  thiezent. 

f^   4  P^ 

24/. 

Patavi  bazzoiia. 

201. 

Quirites  rfktmbii. 

254. 

subridens  smierondi. 

224. 

arcessere  geuuinnan. 

323. 

maculosae  fohes. 

^320  243. 

stellio  niol. 

lyncis  luhses. 

5? 

blattis  fledrpnmsin. 

371. 

Suspirans  suftondi. 

245. 

crabro  hornoz. 

1 

425. 

sulco  grauen, 
theatri  thinchuses. 

246. 

tineae  milua. 

427. 

247. 

aranea  spinna. 

432. 

educunt  suerement.* 

325       „ 

casses  uurppi. 

433. 

nectai'e  seinie. 

sarcitus  geriuilot. 

cellas  bicar. 

imbrex  Woluo. 

435. 

fucos  dremon. 

479. 

interfusa  umbeuareniu. 

449. 

cardo  ango. 

482. 

Cerberus  hfllkhxnt. 

?> 

stridebat  carroda. 

AEN.  I. 

452. 

ausus  erbakleda. 

330     70. 

age  gfdrkpsf. 

466. 

Pergama  hogecimbri. 

102. 

Aquilone  norduuint. 

693. 

amaracus  lauandula. 

107. 

estus  cfssb. 

698. 

sponda  bettibrede. 

108. 

Notus  imestanuuiiit. 

704. 

adolere  steincan. 

110. 

,  Eurus  oslanuuint. 

727. 

funalia  carz. 

335   Hl, 

,  brevia  dxnnk. 

728. 

poposcit  eisqjt. 

116, 

,  volvitur  in   caput   sturzta 

739. 

.  proluit  bfgpz. 

ubar  houbit. 

740. 

,  crinitus  lancfasso. 

340 


345 


350 


355 


360 


365 


370 


40 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


AEN.  IL 
375    36.  suspecta  imgetriuuuo, 
suspicor  misstruuueii, 
39.  incertiim  ungeiitagaz.* 
55.  foedare  eriiuerdu, 
prodo  ineldiin. 
380  111.  acernis    mazaldra,    mas- 
zeldra. 
125.  recusat  xxkdrpdb. 
134.  ulva  morigras. 
156.  sacrata  thenleidon.* 
189.  omen  heihl. 
385  203.  orbibus  ringin. 

302.  adsto  zuostun,*  zuostunt.* 

symboluni  zeichan. 
440.  testiidine  sciltuueri.* 
468.  primo   in  limine  fornan- 
tigenu. 
390  469.  corusciis  lozonti. 
472,  exuviis  ursli. 
474.  micat  le~. 
478.  bipenni  biale. 
483.  penetralia  inhusi. 
395  484.  in  limine   primo    fornan- 
tigeno. 
491.  ariete  heia.* 
493.  primos  eriston. 
siib  divo  uzze. 
515.  praecipites  gfxxlkidt'.* 
400  545.  umbone  ranfte. 
604.  hebetat  getragit.* 
625.  ornum  limboum. 
627.  usque  nohtahime. 
773.  steterunt  [comae]  gruidun.* 

AEN.  III. 

405    23.  virgulta  sumerladun. 
43.  stipite  selsboum. 

timbra,  satureia  ueltconola. 


serpulum  heimconola.* 


176. 

corripio   me   e  stratis  uf- 
scricco. 

195. 

inhorruit  [tenebris]  irsuar- 
zeda.* 

410 

226. 

clangoribus  ruzziingen.* 

252. 

Furiarum  hagazvssun. 

257. 

malis  kinnibaccum. 

260. 

diriguit  ersteuoda.* 

267. 

nidentes  segalseil. 
umbo  bucula.* 

415 

289. 

transtris  stuol.  thueri. 

323. 

sortitus  lozunga.* 

366. 

prodigium  uoraceichan. 

385. 

Ausonii  tuscanischen.* 

420 

391. 

fetus  uuuochar. 

414. 

convulsa  anageslagan. 

416. 

protinus  sama''afta. 

442. 

Averna  holer. 

451. 

sitiis  gelegida. 

425 

453. 

dispendia  ungenuri. 

461. 

moneri  gemanot  uuesan. 

483. 

subtemine  uuebal. 
stamen  uuarp. 

647. 

lustra  dierlegeron.* 

430 

649. 

baccas  lorberi. 

671. 

fliictus  aequare  gegrundan."* 

AEN.  IV. 

18. 

laedae  kine. 

23. 

[agnosco    veteris    vestigia^ 
flammae  gi/ws//. 

26. 

Erebi  helligriioimn. 

435 

27. 

pudor  reini. 

35, 

,  esto  nuolanu. 

56, 

.  pacem  frithii. 
biennes  zuigarii^. 
bimatum  zueigar. 
capulus  hilzi. 

440 

III.    DIE  PARISER  GLOSSEN. 


41 


68. 

vagatur  uuartoloda. 

491. 

71. 

pastor  iagaii. 

498. 

129. 

Oceanum  uuiiulilmeri. 

505. 

445 

odorisseciis  s|)urihunl. 

562. 

odorissequa  leideszoa.* 

564. 

137. 

picto    limbo    gebrordenio 

565. 

soiime. 

567. 

148. 

fronde  loube. 

151. 

lustra  leger. 

580. 

450   155. 

giomerant  fiiilgdun.* 

605. 

158. 

spumantem  uzfimondaii. 

612. 

159. 

fulvum  rodan. 

700. 

180. 

celerem  snella. 

» 

185. 

Stridens  ruzondi. 

455  193. 

fovere  brudan. 

202. 

sertis  girigiii. 

talus  enkil. 

7. 

no,  nas,  nat  suuinimu. 

51. 

penates  gesuasgoda.* 

460  255. 

humilis  nidiriu. 

71. 

259. 

magalia  huttun. 

77. 

261. 

stellatus  [ensis]  gesteim't. 

87. 

262. 

laena  drenbil. 

128. 

264. 

telas  uueppi. 

129. 

465       „ 

discreverat  underbrordeda.* 

143. 

266. 

uxurius  queneman. 

145. 

279. 

amens  erquemoner. 

146. 

sistere  gestadan. 

9? 

361. 

non  sponte  ungerno. 

470 

cautis  stein. 

158. 

393. 

lenire  troistanne. 

163. 

398. 

natat  floz. 

187. 

407. 

,  fervet  streuot. 

200. 

443, 

.  Stridor  ruzzunga.* 

•/: 

475  444, 

.  frondes  bieder. 

204. 

462, 

.  bubo  uuo. 

474 

.  furias  uudimga. 

206, 

486 

.  papaver  magon. 

208, 

487 

.  carminibus  galdrun.* 

yt 

ornos  iintboLiina.  480 

moustral  zeiget. 

sccta  gescidon. 

Zephyros  suntuuinda. 

iraruni  zorno. 

praecipitare  zegeburscan.    485 

fervere  streuon. 

concitat  gruzzit. 

ferit  snfkt. 

foros  bodhoino. 

preces  lluocha.  490 

croceis  cruocuaren. 

roscida  douiiaga.* 

cantharus  ehngest. 

AEN.  V. 

duciint  ahtodun. 

Syrlibus  griozon.  495 

cestiis  coluo. 

favete  gegazet. 

carchesia  kenninga. 

notae  strimolon. 

apricis  abren.  500 

metam  gicil.* 

stridenlibus  ruzzenden. 

carcere  perrihe. 

aiirigae  reüritton. 

undantia   lora    uueinonde  505 

zugila. 
frontibiis  gransin. 
palmula  pletda*  1  plail'a. 
aemula  digiu. 
arida  erlechendun.* 
ora  miinda.  510 

procurrentibus    t'ramscor- 

renten. 
obnixi  anageslagenon. 
trudes  furcon. 
cuspide  smereberga.* 


42 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


515  20S. 

212. 

214. 

221. 

226. 
520  232. 

249. 

252. 

257. 

264. 
525  265. 

267. 


269. 

273. 

530  274. 

278. 
285. 


306. 


535 


307. 


313. 


5-JO 


340. 
352. 
545  357. 
373. 
376. 
399. 
405. 

550  408. 


contos  scaltbouma.* 
prona  thunniin. 
pumice  tupfteine. 
brevibus  thunnin. 
iirget  Urning, 
cepissent  bcueingen. 
praecipuos  furiston. 
intextus  anagebrorduder.* 
custodes  magezogim. 
connixi  sperd'erende. 
agebat  iageda. 
aspera    [signis    dona]    ge- 

grauene. 
cymbia  dranoseif.* 
taeniis  nestklon, 
aggere  hoi. 
obliquuni  inuu'eri. 
arduus  beigoro. 
ubere  udra. 
nobiles  sunt  nominatiores 

quam  degeneres  buixh- 

Idinga.* 
levato  geuurtemo. 
lucida  glicende. 
spicula  dar  da. 
caelatam  geuolana.* 
bipennis  bihil. 
balteus  riemo. 
tereti  siinmi.  r|||er. 
libula  lailileia. 
gemma  ringa. 
consessum  gesHheli. 
villis  lokin. 
udo  uueichemo. 
[se]  ferebat  ruomida. 
iactat  uuarpoloda. 
inductus  gemidider. 
insuto  anagesiuuit.* 
versat  uuarpta. 


416.  necduni  temporis  geminis 

neuueder''aluo. 

421.  amictum  drembel. 

426.  in  digitos  z  nuon. 

436.  crepitant  clafetun. 

„  nialae  kinnibein.  555 

442.  adsultibus  scrikkin. 

446.  nitro  sinestakkes. 

449.  radicitus  uurcilikho.* 

468.  fidi  aequales  gr&nuarduu. 

484.  reponit  niderlegit.  560 

487.  nialum  mast. 

492.  exit  geuaz. 

493.  modo  d''uomiththunt. 
495,  clarissime  maristo. 

502.  stridente  ruzzendera.  565 

507.  adducto    [arcu]    gespanni- 

nemo. 

513.  contenta  [tela]  gkzekntb. 

520.  contendit  scpz. 

521.  sonantem  scenlenden. 

528.  crinem    [sidera    ducunt]    570 

thunst. 

544.  malum  mast, 

546.  cnstodem  magezogo. 

566.  bicolor  [equus]  fixzelaz.* 

580.  discurrere  ceuuron. 

584.  orbibus  uuesscenodon.*      575 

589.  ancipitem  beuanganan. 

590.  Signa  spor. 
600.  porro  ferro. 
604.  iidem  untreua. 

621.  gen  US  edili.  590 

632.  rapti  zucte. 

640.  ministrat  anizit. 

644.  maxima  natu  aldasta. 

659.  actae  [furore]  gescunte. 

662,  immissis  inlazenen.  535 

,,  habenis  zugilon. 


III.   DIE  PARISEU  GLOSSEiX. 


43 


696.  austris  iiuederon. 
710.  fortuna  missiburi. 
732.  Averna  imuunni.*  104. 

590  735.  concilia  gesamiui. 

742.  coniplexibus  zuouerdi. 

743.  sopitos  [igues]  berechene.* 

744.  canae  graiiun. 

„     penetralia  inuuerdi. 
595  745.  farre  corne.  150. 

752.  ambesa  saniefrezenna.*  167. 
inertes  erzagede.  171. 

753.  rudentes  segalseil.  173. 
curia  thinchiis.                        279. 

600  785.  exedisse  umbefiezzaii.* 

793.  actis  gescuiiden.  180. 

794.  foede  bonlicho.  182. 
807.  [nee  reperire]  viam  [atque 

evolvere  posset  in  mare      205. 

SB  Xanthus]  runs.  214, 

818.  eflündit  habenas  inliez  zu- 

gila.  257. 

605  830.  [iina  omnes  fecere]  pedem 

ruch.  369. 

antemnae  segalgerdun.  397. 

845.  furare  nim.  414. 

852.  clavum  stiernagal.  416. 

551. 
AEN.  VI.  61  e" 

21.  miserum!  ahles.  644. 

610    22.  urna  lozuaz.  659. 

impostores  theodisce  bo-      704. 
sichera.  800. 

61.  iam  tandem  uuerist.  8l5. 

lectica  behdikamera. 
ideo    interdum     teudisce 
houbitbant   dicilur  phi-      881. 
lacterium  modo  phimbria        „ 
vestimentorum    perfusa 
modo  clauata. 


fungor  niuzzu.  615 

defungor  unniuzzu.* 

inopina  iingeiuiande. 

fex  drosno^n. 

defeco  geliuru. 

feculentus  druoui.  620 

castus  reini. 

incestiis  unreini. 

inceslat  gihonnit. 

lituo  beritrumba. 

personat  erscalda.  625 

exceptum  eruarenan. 

[in]  stabula  legerun,  sta- 

dalon. 
piceae  forahun. 
ornos  limbouma. 
olentes  stinchindun.  630 

viscum  mislil. 
secto  gescidedemo. 
hie  formeus  uuetbil 
ululare  hulon. 

feiTugo  rost.  635 

paludem  stiuot. 
adorti  genandun. 
rimosa  zescrundan. 
ulva  merigras. 

sonantia  [saxa]  claffende.      640 
radiis  speicohn. 
choreas  gartsanc. 
volvitur  geflüzit  uuart. 
virgulta  sumerladun. 
Ostia  gemundi.  645 

iactantior  iobgeregero.* 
incus  anaboz. 
incudo  anahaf.* 
foderet  biuue. 
calcaribus  sporo.  650 


44 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


AEJV.  VII. 

516, 

vorago  ubrsuelo.* 

517. 

28. 

tonsae  blet^dim,* 

31. 

vertiribiis      uueriio     pl. 

525. 

iiiieruon. 

541. 

83. 

alveo  rxnsx. 

542, 

655 

53. 

mibilis  liibarigiu. 

547, 

59. 

penelralibns  inuiierdun. 

552, 

leno  hileichemachiri.* 

553, 

63. 

colonis  lanleioiien. 

554. 

109. 

adorea  liba  brodinunNlisge 

568. 

vel  curninon*  fiathon. 

569, 

660 

Jll. 

soliini  bothum. 

587, 

J5 

agrestibus  iinildun. 

595, 

144. 

diditiir  gemarit. 

612, 

165. 

lacessunt  benechiduii*'  sih. 
claustruni  sloz. 

1» 

665 

186. 

rostra  gransi. 

188. 

trabeä  drembile. 

189. 

l'icus  gninispebt. 

626, 

308. 

[nil]     iuaiisum     unbeguii- 

627, 

nenes. 

55 

319. 

Bcllona  uiiigila.* 

670 

330. 

acuit  anascunta.* 

628 

347. 

subdit  unbuualeta. 

629 

351. 

aniniam  ferbcli. 

5' 

352. 

taenia  trado,  nestila. 

633, 

378. 

"tiirbo  dop. 

?i 

675 

380. 

exercent  drkiifnt. 
habenä  sukphxn.* 

?> 

390. 

thyrsos  torson. 

634 

391. 

choros  gartsanc. 

637, 

417. 

rugis  riinson. 

664, 

680 

5? 

rugis  arat  rimsodasibe.* 

464. 

exsultant  sc'"eccont. 

665, 

465. 

exuberat  ouarscn''ttit. 

667, 

466. 

vapor  hom. 
pccto  kembiu. 

677 

685 

490. 

patiens  mannelamer. 

687, 

lacus  uiiahc. 

sulfureä  sueueudemo.* 

torris  brant. 

decernunt  scideduniz. 

promissi  behezun.  690 

imbuit  binazta. 

rcspersi  geiiazda. 

abunde  est  genuchist. 

comminus  gehando*  h'nt. 

dedit  gebaii.  695 

spiracula  adbunituitti. 

vorago  iiiiariio. 

fragore  brohche. 

sacrilego  meindadigemo. 

trabea  drembile.  700 

Gabino  Gabinis  scinio.* 

resero  iinsliuzun. 

sera  sloz. 

serra  sega. 

tergent  uegedun,*  furflnn. 

arviua  spec. 

subigunt  uuaztun. 

adeps  iinslit. 

signa  giinüanon. 

positis  geslagenen. 

incudibus  anabozon. 

umbonum  buckeleiie.* 

crates  hurdi. 

toracas  gesarauui. 

torax  brustroc.  715 

ocreas  beiberegim. 

tessera  heribouchun. 

dolones  stakkillun,  sueri- 

stap. 
tereti  sineuuellimo. 
impexum  iinbestralit.*        720 
virgiilta  suinerladun. 
eliceo  uzerlocciin.* 
livcnüs  hlauues. 


J05 


•10 


IIT.    DIE  PARISER  GLOSSEN. 


45 


690.  pero  snuriheling.*  315. 

725  693.  resides  erzageder.  342. 
699.  cygni  eliiiza. 

719.  hibernis  uuinterlikhen.  354. 

732.  caetra  litherin.  364. 

741.  TeutoDico  tutisscomo.  403. 

730  742.  subere  sap.  412. 

nee  acrimonia  unsenfti.  418. 

indiges  inburdiger.  426. 

754.  cantu  galdere.*  430. 

767.  turbatis  erstouhten.  435. 

735  801.  palus  struot.  446. 

805.  colo  roccon.  449. 

„      calathis  snnhrinon.  453. 

AEN.  VIII.  489. 

38.  Laurenti  lancbardim.  493. 

65.  Caput  urspring.  494. 

740    95,  flexus  cherunga.*  500. 

105.  senatus  gomiscbi,  erdom.  506. 

144.  tentamenta  tui  pepigi  er-  516. 

suoda,  geuuiniscafoda.*  532. 

paterna  liniamenta  gelichi,  553. 
gelouethe.* 
178,  acerno  mazzaldrimo. 
745  180.  tosta  geherstide. 

,,      canistris  zeinnon.  585, 

205.  inausum  iingenandan.*  589. 
237.  nitens  spirtbereiule. 
239.  impulit  stiez. 

750  248.  rudentem  liiondan.  596, 

250.  molaribus  mulinsteinon.  622, 

260.  in  nodiim  in  houphon  ze-  624, 

samane.  „ 

267.  semiferi  halfdieres.  630. 

276.  bicolor[populus]zuiuaren.*  634. 

755  285.  Salii    salzara*   vel    scric-  636. 

cara.*  642, 

289.  eliserit  erdructa. 


truncis  stoccon. 
asylum  tluhthus,*genatbus. 
caper  boc. 

aegida  geizfei.  76o 

aude  genendi. 
animae  blasbalga. 
penso  nuiküine. 
exesa  [antra]  geolade. 
politä  [parte]  geniUdhno.      7G5 
rutili  rotes, 
aegida  brustroc. 
vulnificus  uuntdragili.* 
füliibus  blasbalgin. 
tenaci  forcipe  uasthauen-  770 

dro*  zangun. 
fessi  eru'erede. 
hospitis  uuii'des. 
furiis  zornon. 
ilos  zieretha. 

insignia  heuugetbinc.  775 

niilitiam  thegonod. 
bospes  nuirt. 
pellis  hut. 
acrimonia  unsenfti. 
indiges  inburdiger.  730 

praecipuum  mbrk,  mari. 
equitatus  girkt. 
perfusus  [undä]  gebadbeter. 
inscius  ungeuuizener.* 
inscitia  ungeuuizini.*  735 

ungula  buof. 
nubes  regenbogo. 
ocreas  beinbergun. 
recocto  gesodenemo. 
Mavortis  xxkggodes.  790 

mulcere  lorcon. 
consessu  gesithili. 
[Metium]  in  diversa  [qua- 

drigae    distulerant]    bi- 


46 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


stumulot.  238. 
657.  dumos  hxrstk. 

795  660.  virgatis  striphallten.*  252. 

662.  gaesa  dardb.  255. 
681.  patrium  mkthflim.sgfmp. 
700.  [saevit]  medio  in  certamine 

[Mavors]  bfdfnlibla.  257. 

703.  Bellona  vuigilla.*  258. 

800  704.  intendebat  spien.  263. 

710.  ferri  geuuort  uuerthan.  286. 

722.  incedimt  zuogiegun. 

724.  discinctos  herzagede.  316. 

inhabiles  milici^  zagen.  318. 

805  729.  parentis  heren.  323. 

324. 

AEN.  IX. 

29.  amnibus  runsnn.  328. 

31.  alveo  canele.  334. 

34.  mole  uuardim.  335. 

37.  eia  uuolnu,  iiiiolnu.  345. 

810    40.  fortuna  missiburi.  346. 

43.  ira  zorn.  350. 
53.  fremitu  brahte. 

56.  turbidus  zorneger.  357. 

58.  ovili  euuiste.  „ 

815    59.  fremit  [lupus]  grinit.  358. 

„     caulas  xpxxkst.  363. 
86.  picea  foraga. 

taeda  chkfn.  371. 

123.  revocat  uuitheruuacta.* 

820    „      [revocatque]  pedem  [Tibe-  377. 

rinus  ab  alto]  rxnsa.  379. 

162.  discurrunt  cergabun*  sich. 

168.  explorant   erspietun,    er-  381. 

suohtun. 

„      pontes  stigun.  383. 

188.  porro  ferro,  uuolno".  386. 

825  229.  admittier  zuogelazan  uuer-  406, 

dan.  407, 


fortanä      stadu ,      ualgu, 

ernoste. 
mores  cbnehtheit. 
[inimo  ego  vos,  cui  sola] 

Salus  [genitore  reducto] 

gero. 
penetralia  inhusi. 
obtestor  besueriu.  830 

talenta  geuuagi. 
in[que]     salutatam    nnge- 

quidheda.* 
[inter]  lora  zugilon. 
res  Stada. 

tapetibus  tepidun.  835 

[toto]    proflabat     [pectore 

somnum]  uzsnudda.* 
aurigam  reitrhittihl. 
Inserat  gelahchoda.* 
protenus  samanhafto. 
comminus  gebafto.*  840 

recepit  uuitherzo. 
religatos    [equos]    gebnn- 

deniu. 
phaleras  sadalgareidi. 
buUis  castun,  bothemon. 
cingula  insigili.  845 

[galeam    cristis]    decoram 

genupdan. 
sublustri  [noctis  in  umbra] 

in  themo  luzzilliehte.* 
ad  divortia  uuegecÄeron.* 
ilice  slateichi.* 

graminosa  grasagkx.  850 

rara  engi. 

cognomen  genanno. 
regione  bblfu. 
stabula  sueiga. 

ad  fastigia  uirstboumon.*    855 
turbare  geirran. 


III.   DIE  PARISER  GLOSSEN. 


47 


graminosa  grasagiu. 

592. 

digna  ciuscu. 

415. 

aure  oren. 

)» 

indigna  unciuscu. 

416. 

tempus  thunuuenge. 

595. 

obsidione  bihseze. 

860  417. 

tepefacta  eruuarmet. 

599. 

[fandi]  tlctor  lugeneri. 

421. 

recluso    [ense]    erbrotde- 

605. 

rastris  egidun. 

nemo. 

606. 

teritur  gebouut  uuirdit''. 

432. 

collapsa  gehaldit. 

612. 

cboreis  gartsangou. 

439. 

rotat  uuarfta. 

613. 

manicas  stucbun. 

452. 

concursus  zuoloufe. 

?» 

redimicula  zieri. 

865  462. 

rumoribus  marin. 

615. 

tibia  suegala,  piepho. 

470. 

fluentia  rinnindiu. 

626. 

cornu  petat  stickht. 

474. 

radii  spklillllxn. 

635. 

crinitus  Ibncfasso. 

radius  iiuirdil.* 

662. 

intendunt  spienun. 

474. 

pensa  uuickilin. 

») 

amenta  laza. 

870  477. 

prima  erst,  irista. 

671. 

patriis  heimelichen. 

482. 

copia  Stada. 

677. 

Athesim  etisa. 

485. 

produxi  uzdruog. 

678. 

intonsa  unbestunbelodun.'' 

)7 

487. 

875 

491. 
503. 
504. 
520. 
880  522. 

pressi  [oculos]  bededa. 
telä  uueppe. 
peplo  tuckhl. 
figite  sciezzent. 
testiidine  sckltuufri. 
Valium  spkzzxn. 
pinum  dbrt. 
Valium  spkzzxn. 

679. 
695. 
698. 
699. 
702. 
708. 

717. 

nutant  imagxnt. 
cornus  cxrnilbpxm. 
pulmone  Ixngxn. 
Meropem  grxonspfht. 
phalarica  stlfscoz. 
saxea  pila  stfn'mgfrxstk. 
recumbit  gflkgkt. 
copia  stadb,  frkst. 

524. 

strages  uuallb. 

720. 

fortuna  mksiburi. 

527. 
534. 

pontibus  stfgxn. 
tabulas  sckndflxn. 

722. 

agat  chfrdb. 

obnixus     etgbgbnspkrthf- 

536. 

[retro]     residunt    gfuuk- 
gchocn. 

727. 

rendfr. 
inertia  uueinchun. 

885  540. 

confixi  eruuerdit. 

729. 

sonuere  scuUun. 

550. 
566. 

venabula  uueidespiezi. 
fragmine  stucche. 

733. 
737. 

emicat  furkscrkhdb.* 
subridens  smkfrendk. 

574. 

strinxerat  gerizda. 

744. 

versat  uufrukt. 

584. 
890     „ 
586. 
590. 

egit  uubrpda. 
habenä  slkngersnuri.* 
diffidit  spielt, 
minorem  iungerun. 

6. 
12. 

A  E  N.  X. 

sententia  setbb.*  reht. 
arcibus  hoin.  festin. 

591. 

nuper  niuuues. 

caluus  caleuuer. 

895 


900 


905 


910 


915 


920 


925 


48 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


930    21.  tuniidiis  muotgciler.* 
23.  ((uin  nobf. 

46.  o])testor  hksiierku. 

47.  nepotem  betherquonion. 
58.  dum  xnzxn. 

935     60.  solum  lifrdslat. 
79.  pactas  gemalida. 


96.  fremebant  tbkpzfnt. 

99.  murniura  tbpz. 

107.  spem  gidhingi. 

122.  rarä  thunneru. 

„  Corona  scbru. 

140.  armare  [veneno]  gflxpbpn. 

169.  goryti  bogenuoder. 


940 


BLATT    4  2. 


Olor  Eleuiz. 

Parix  nieisa. 

Peringelliis  Vinco. 

Vultur  Giro. 
V.  Merops  l  Loaficus  Gruonspeht. 

Cuculus  i  Psitacus  Gok. 

Cornicula  Crecula.* 

Pica  Agalstra. 

Cignus  Eleinz, 
X.  Grus  Crano. 

Hupopa  Wideopa. 

Ciconia  Strok. 

hirundo  Sualauua. 

Passer, 

Turtur  turtulduba. 

Caradion  1  Laudula. 
x\'  Lucinula  natgala. 

Mergus  duchere. 

Pavo  Po. 

Phicedula  Sneppa. 

Strucio. 

Filomela. 

Bubo  huc. 
XX  Lucifuga  huchela. 

Onocrotalus  Wazzerbunt. 

Necticorax  natram. 

Passerarius  Wigo. 

Frodium  doniclin.* 


Frodum. 
Capis  Falco. 
Accipiter  hauok. 
Vespertilio  Flethermus. 
Castor  biuer. 
Castoreum. 
Merula  ansia. 
hibex  steinbuc. 
Betriscus  uurendo.* 
Coturnix  Watala. 
Ortigo  meira. 
Rinocerus  vrhunt. 
Ericius  igil. 
Ardea  heipo. 
Gallinacius  cappo. 
Scarabeus. 
Papilio  Pif ultra. 
Fucus  drano. 
Vespa  wespa. 
Crabro  horneiza. 
Turdus  Stara. 
Gripes  Gripho. 
Palumbus  holeduba. 
Pulkis  hunt. 
Perdix  Rephount. 
Frondator  sphet. 
Capedo  Cappa. 
Graculus  hruok. 


Il[.    DIE  PARISER  GLOSSEN. 


49 


Nomina  Herbarum. 
L.  Plantago  Wegebreda. 

Mallia  Papilu. 

Anetum  dilli. 

Saturcia  Scarabeia.* 

Serpillum  Conala. 
I.V.  Scareia  Scarabeia.* 

Nastucium  Crasso. 

Cucurbita  Curuuiz. 

Libisticum  lupistedila. 

Marrubium  Andron. 
Lx.  Maratrum  Feiiekal. 

Caulus  Col. 

Puleum  Puler. 

Cerfolium  kiruela. 

Abrotanum  Auarata.* 
Lxv.  Ceppe  lük. 

Absindium  wermoda. 

Pepones  pethemo. 

Urtica  nezila. 

Robur  et  quercus  eich. 
Lxx.  Fraxinus  asc. 

Aluus  erla. 

Salix  wida. 

Populus  belzbovm.* 

Platanus  aorn. 
Lxxv.  Corilus  basal. 

Paliurus  hagan. 

Vepres  ßremon. 

Malus  Afaldra. 

Pirus  bireboum. 
Lxxx.  Abies  Danna. 

Viscus  Mistil. 

Carpenus  Hagan. 

Tremulus  Haspa. 

üumus  Dorn. 
Lxxxv.  Sentes  Ahorna. 

Ornus  Her.* 


Pitea  foraba. 

Ulmus  melin.* 

Cerasus  kirsboum. 

Tramasca  mazaldra.  xc, 

Sambucus  holender. 

Fusarius  Spiniliboum. 

Sanguinarius  hartrugulin. 

Persicus  Persihcboum. 

Juglandis  Nuzboum.  '"^^ 

LePus  Haso. 

Castor  bivor. 

Lustrus  Otter. 

Capreolus  Rech. 

Verris  Ber.  ^■ 

Caper,  capra  buc. 

Ibix  Steinboc. 

Onager  Scelo. 

Alx  Elo. 

Rinocerotes  unicornis.  cv. 

Griphes  Griph. 

Linx  Luhs. 

Simia  aphin. 

Cenophalus  hunthobido. 

Iricius  Igil.  '^^• 

Istris. 

Mustela  Wisela. 

Sorix  Mus. 

Grillio  Heimelo.* 

Scarabeus  wibil. 

Talpa  mulwerp.  cxv. 

Aenum  kezel. 

Iris,  iridis  Rechenbocho. 

Iris,  iris  Dee  nomen. 

Hiris.  iris  thronus  dei. 

Chilindrus  vel  Tophus  Duche-  cxx. 

stein. 
Sciniphes  mucca. 
Ventibrum  vel  vannus  wan.* 


Z.  f.  D.  A.  neue  folge  HI. 


50  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


IV.    DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 

Clm.  18059  aus  Tegernsee,  'pergament,  ]  1 .  Jahrhundert ,  folio, 
enthält  die  werke  Virgils  und  davor  den  commentar  des  Servius, 
aufserdem  die  bei  Graff  mit  Tg.  2  bezeichneten  windnamen  nebst 
anderen  kleinen  stücken,  die  deutschen  glossen  darin,  welche  über 
den  ganzen  Virgil  sich  erstrecken ,  gebe  ich  hier  nach  einer  abschrift 
des  herrn  FKeinz.  Graff  hat  dieselben  im  Sprachschatze  unter  VE, 
VG,  VA  aufgeführt,  um  meine  arbeit  sogleich  für  besagtes  werk 
nutzbar  zu  machen,  werde  ich  die  von  Graff  gar  nicht  citiepen  Wörter 
mit  einem  Sterne ,  diejenigen  aber ,  bei  denen  er  nach  irgend  einer 
Seite  hin  abweicht,  sei  es  dafs  er  ein  falsches  citat  beibringt,  sei  es 
dafs  er  eine  abweichende  lesung  bietet,  mit  einem  kreuze  kenn- 
zeichnen, vielleicht  bin  ich  nach  dieser  richtung  etwas  zu  consequent. 
die  hs.  kennt  nämlich  drei  arten  glossen:  1)  vollständige  worte 
2)  endungen  3)  praepositionen ,  die  bei  der  Übersetzung  lateinischer 
dative  und  ablative  zu  verwenden  sind,  ich  habe  nun  auch  die  unter 
2  und  3  namhaft  gemachten  kategorien  regelmäfsig  mit  einem  Sterne 
versehen,  obwohl  ein  Wörterbuch  [dieselben  entweder  gar  nicht  oder 
doch  nur  einmal  zusammenfafsend  aufführen  kann. 

Dafs  die  uns  vorliegenden  glossen  abgeschrieben  sind,  würden 
schon  die  dem  elften  Jahrhundert  nicht  mehr  adaequaten  alten  formen 
der  ersten  p.  pl.  praes.  und  praeteriti,  die  indicative  fargultumes 
{denn  das  soll  doch  wohl  die  Schreibung  fargultun  mez  bedeuten, 
sodafs  die  jüngere  form  in  die  ältere  corrigiert  ist)  315,  arsuochemen 
447,  piuvindemes  486,  frumitumes  1598,  die  conjunctive  lazamen 
2601,  machomes  2829,  scidomen  2946  beweisen,  besonders  da  sie 
neben  den  jüngsten  darstellungen  des  gen.  dat.  sg.  adj.  fem.,  wie 
kalter  180,  gitouganer  804  und  neben  loorten  vorkommen,  in  denen 
ich  Umlaut  des  uo  zu  erkennen  glaube:  chuiJi  1,  uipari  192.  zu 
demselben  schlufse  loürden  wir  auch  durch  folgende  von  mir  im 
abdrucke  gebefserte  fehler  des  lateinischen  textes,  bei  denen  die 
deutschen  glossen  die  richtige  lesart  voraussetzen,  geführt  werden: 
fletus  für  fetus  1320,  substituit  /"i'ir  substitit  1554,  promitte /"ür 
promite  1905,  flammis  für  flammas  2095,  accisi  für  accisis  2189, 
inaccessum  für  inaccessam  2423 ,  candente  für  candentem  2949, 
incusus  für  incuses  2955.    doch  nicht  aus  derselben  hs.  sind  text 


IV.    DIE  TE(iER.\SKER  GLOSSEN.  5J 

tnid  glosseu  abgeschrieben,  sondern  die  letztem  aus  der  hs.,  für 
welche  sie  original  waren,  in  eine  von  ihr  unabhängige  eingetragen, 
dies  ergiebt  sich  aus  folgendem:  1)  wenn  in  dem  verse:  et  canit 
extremos  elfectus  vinitor  antes  Georg.  II.  417  über  eflectus  die 
glosse  arlitana  steht,  so  wird  dadurch  die  lesart  efFectos  vorausge- 
setzt, welche  in  sehr  vielen  hs.  sich  fmdet;  der  vers  lautete  alsdann: 
et  canit  eflectos  extremus  usw.  2)  Aen.  VI.  62  kommt  in  einem  ge- 
hete  des  Aeneas  an  Apollo  der  vers  vor :  hac  Troiana  tenus  fuerit 
fortuna  secuta,  d.  h.:  bis  hierher  und  nicht  weiter  möge  uns  das 
trojanische  unheil  geleitel  haben  =  hier  möge  es  endlich  aufhören; 
dazu  passt  aber  nicht  die  deutsche  glosse  über  fuerit,  nämlich  uuas; 
ihr  mufs  fuerat  sm  gründe  gelegen  haben,  zwar  finde  ich  diese  lesart 
bei  Ribbeck  nicht  angemerkt,  doch  beweist  das  nichts,  denn  a)  giebt 
fuerat  einen  leidlichen  sinn  und  kann  daher  leicht  von  jemandem 
eingeführt  sein,  o?er  fuerit  nicht  verstand;  b)  bietet  unsere  hs.  selbst 
eine  reihe  bei  Ribbeck  nicht  verzeichneter  Varianten,  ich  encähne 
davon:  hinc  für  hie  Georg.  III.  28,  dum  für  cum  Georg.  III.  423, 
obduxerat  für  adduxerat  Georg.  III.  483,  casum  für  occasum  Aen. 
I.  238,  fragosis  für  fragosus  Aen.  VII.  566,  sublapsum  für  con- 
lapsum  Aen.  VIII.  584,  extinguere  für  exscindere  Aen.  IX.  135. 
transierunt  für  transierint  Aen.  I.  266  kann  hlofser  Schreibfehler 
sein ;  metrisch  unzuläfsig  ist  exemat  für  exerait  Aen.  VI.  746.  3) 
Aen.  VIII.  177  liest  unser  text:  villosi  pelle  leonis  mit  der  glosse 
zatohtemo  über  dein  ersten  worte;  wahrscheinlich  ist  daher  das 
deutsche  ursprünglich  für  villoso.  welches  der  Bernensis  184  hat, 
bestimmt  gewesen.  4)  während  sonst  die  partikel  que  regelmäfsig 
mit  joh,  jouh  gegeben  wird,  finden  wir  Aen.  VIII.  187:  que  oda. 
erklärlich  icird  dagegen  diese  Übersetzung,  wenn  wir  die  Variante  ve, 
die  dieselbe  Berner  hs.  geicährt,  voraussetzen.  5)  auch  zu  lautis 
(carinis)  Aen.  VIII.  361  passt  die  glosse  uuiteu  durchaus  nicht; 
nichts  würde  aber  zu  erinnern  sein ,  wenn  latis ,  die  lesart  des  Medi- 
ceus,  an  dieser  stelle  begegnete.  6)  unser  denkmal  übersetzt  Aen.XU. 
21  expendere  diirch  gilengan.  verständlich  ist  jedoch  diese  version 
nur,  wenn  wir  mit  Graff  IL  230  die  Variante  extendere  für  die- 
jenige gelten  lafsen,  nach  der  das  deutsche  wort  gewählt  ist. 

Ein  unerheblicher  gewinn  für  die  Zeitbestimmung  unserer  hs. 
läfst  sich  aus  der  im  Servianischen  commentare  über  iMinerva  no- 
tierten glosse  (3078) :  herirantes  frouua  ziehen.  Herirant  war  näm- 
lich übt  von  Tegemsee  1042 — 46  {Mo7i.  Boi.  VI.  p.  6).    leider  sind 

4* 


52  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

für  seine  sonne  für  die  nächstvorhergehende  und  folgende  zeit  unsere 
quellen  ungemein  unergiebig,  ich  stelle  das  wenige,  was  ich  über  ihn 
gefunden  habe,  hier  zusammen,  die  historia  S.  Quirini  regis  et 
martyris  bei  Oefele,  rermn  Boicarum  scripores  II.  p.  70"*  besagt: 
de  Herrando  XV.  abbate.  Ilerrandus  abbas  XV  ex  conventu 
electus  per  investituram  regis  Heiiirici  Udalrico  successit.  erat 
enim  doctus,  de  litteris  beiie  meritus  et  regi  etiam  notus.  sed 
propter  excessus  vitae  ac  niorum  accusatus  a  rege  deponitur,  qui 
non  niulto  post  obiit,  tertio  nonas  Maji  anno  MXLVI.  sedit  quatuor 
annis.  ähnlich  lautet  die  entsprechende  stelle  des  chronicon  mo- 
nasterii  Tegernseeensis  bei  Pez,  thes.  anecd.  III.  3,  p.  512:  cui 
Herrandus  de  nostra  congregatione  successit  per  investituram 
regis.  erat  enim  litteratus  homo  et  regi  notus.  facta  sunt  haec 
anno  domini  niillesimo  quadragesimo  secundo.  annis  quatuor  de- 
cursis  niillesimo  quadragesimo  sexto  Herrandus  abbas  pro  ex- 
cessibus  suis  impetitur,  et  a  rege  Hainrico  depositus  obiit  postea 
tertio  nonas  Maji.  dafs  er  glocken  nach  Benediktbevern  schenkte, 
wird  erwähnt  Mon.  Germ.  XI.  220,  31.  aus  diesen  spärlichen  no- 
Uzen  ist  alles  geflofsen,  icas  WHund  {metrop.  Salisb.  HI.  392), 
Günihner  {geschichte  der  literarischen  anstalten  in  Baiern)  und  Frey- 
berg igeschichte  von  Tegernsee)  über  diesen  abt  vorbringen,  der 
hauptpurikt ,  den  die  letzterwähnten  historiker  übereinstimmend  mit 
den  alten  Zeugnissen  betonen ,  ist  Herirants  gelehrsamkeit.  und  dafs 
er  in  diesem  betrachte  auf  der  höhe  seiner  zeit  stand,  bezeugt  ein 
von  ihm  an  kaiser  Heinrich  III.  gerichteter  lateinischer  brief,  der  in 
der  sogenannten  reimpi'osa  abgefafst  ist.  man  findet  ihn  bei  Pez, 
thesaurns  VI.  1,  p.  230.  ich  möchte  daher  auch  die  bemerkung  in 
unserer  hs.  auf  seine  gelehrte  bildung  deuten:  die  Minerva,  die 
göttin  der  Weisheit,  ist  seilte  gebieterin.  freilich  kann  auch  anderes 
gemeint  sein,  loas  wir  bei  der  geringen  kenntnis  der  einschlägigen 
Verhältnisse  nicht  mehr  zu  erralhen  vermögen,  doch  kommt  darauf 
auch  nicht  viel  an.  das  für  uns  wesentliche  ist  zu  erfahren,  dafs 
im  jähre  1046  spätestens  der  lateinische  text  der  hs.  vorlag;  ob  er 
damals  schon  glossiert  war,  wifsen  wir  freilich  nicht,  denn  nach 
Herirants  tode  würde  es  niemandem  eingefallen  sein,  diese  worte 
zu  schreiben,  da  bald  darauf  viel  berühmtere  äbte  die  leitung  des 
klosters  in  die  hand  nahmen. 

Ich  schliefse  diese  Vorbemerkungen  mit  hinweis  auf  einen  um- 
stand, der  für  das  richtige  Verständnis  mancher  in  den  glossen  vor- 


IV.    DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN.  53 

kommender  formen  von  Wichtigkeit  ist.  sehr  häufig  sind  nämlich 
adj.  nicht  nach  dem  genns  des  lateinischen,  sondern  nach  dem  des 
zu  ergänzenden  deutschen  wortes  construiert.  in  solchen  fällen  habe 
ich.  Graffs  vorgange  nachfolgend,  das  lateinische  snbstantivum  in 
eckigen  klammern  zugefügt,  doch  ist  an  mehreren  stellen  die  auf- 
findung  der  richtigen  oder  wenigstens  passenden  altdeutschen  be- 
zeichnung  nicht  ganz  leicht  und  ich  glaube  nichts  unnützes  zu  thun, 
wenn  ich  die  schwierigem  ergätizungen  hier  aufführe,  astro  134/'. 
vielleicht  liuhta ;  segelem  209  m.  vielleicht  wem ;  gleicherweise  ver- 
langt seges  ein  deutsches  masc.  in  den  Schi.  gl.  6,  200  =  496 
meiner  Zählung;  fibrae  309  n.  innodli  oder  ähnliches;  vellera  397  m. 
scapari;  tigres  413  w.  tigertier:  glaiea  454  und  öfter  n.  sant; 
animiim  510  w.  muot  {da  dies  im  ahd.  ja  oft  neutrum  ist);  fatum 
645/".  wurt;  pectiis  707  m.  puoc?;  usus  751  f.  geuuonheit;  aether 
763^.  luft;  Rhodope  894  m.  seil,  perac;  hedos  939  w.  pochili; 
sanie  1030h.  eitar  {detm  der  nom.sg.  ist  an  der  stelle  anziinehmen); 
epul^  1049  n.  muos  [so  in  den  Hraban.  gl.  p.  959');  ripa  1081m. 
stat;  flos  1228/".  pluoma?;  llumina  1296  m.  klingo,  prunno ; 
hiberna  1379  m.  wintar;  postes  1629  n.  turistal  {dies  wort  führt 
Graff  \.  496  unter  den  compositionen  von  luri  auf,  VI.  676  aber 
findet  es  sich  nicht,  icegen  des  genus  verweise  ich  auf  die  analogen 
Worte  kerzestal  usw.  mhd.  lob.  II.  2,  558*);  ignem  1834  f.  vielleicht 
louka  {Graff  n.  151);  nomen  1984/".  gineninida?;  amictus  2038/". 
wat;  proles  2144  n.  kunni;  agmina  2155  m.  diot?;  currus  2204/". 
reita;  consilium  2335/".  gistungida,  lera;  larem  2502  w.  fiur  {vgl. 
Hrab.  gl.  p.  969' :  laris  ignis) ;  alvo  2566  f.  tiufi ;  ponderis 
2888  f.  waga. 


BÜCOL.  II. 

BUCOL.  VI. 

8. 

frigora  chuili. 

22. 

moris  mörberi.                      10 

9. 

lacertos  egidechsa. 

11. 

serpillum  qvenela. 

BUCOL.  Vll. 

22. 

lac  nouum  piost. 

42. 

rusco  lignum  quod  dicitur 

31. 

silvis  fach. 

huliz. 

48. 

aneti  tilli. 

48. 

palmile  zuocko. 

50. 

uaccinia  heidperi. 

49. 

ted^  fachala. 

BÜCOL.  V. 

50. 

fuligine  ruaz. 

39. 

Carduus  thistil. 

51. 

tantum  souilo.                       15 

yi 

paliurus  hagan. 

55. 

at  auar.* 

54 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


66. 

populus  alpari. 

71. 

cessare  kirastan. 

45 

68. 

fraxinus  asc. 
BIICOL.  vni. 

72. 

74. 

situ,  ociositate  gilegidu. 
siliquä  hala.  cheuua. 
quassante  chlatTantero. 

29. 

incide  sprizala. 

75. 

vitiae  uuichun.  uogalchrut. 
lupini  iuuinun. 

50 

BUCOL.  IX. 

76. 

susluleris  uviiiohes. 

20  14. 

quacumque       niilett'uveli- 

78. 

lethargus  tualm. 

hera.f 

79. 
93. 

sed  suntar. 
acrius  hantigeres. 

BÜCOL.    \. 

96. 

nequiquam  ingimeitun. 

55 

7. 

dum  iinzin. 

97. 

suscitat  ruozit. 

1» 

attondent,    pascuntur  cri- 

,, 

terga  zurft.* 

meiit.* 

101. 

kilassini. 

11. 

nam  iiuanta.* 

105. 

pinguis  girozetes.* 

17. 

poeniteat  rivue. 

haren^  mistes. 

fiO 

25   19. 

venit  quam. 

107. 

exustus  zuscter. 

20. 

uuidus,  pingvis  drozenter. 

109. 

levia  beigen. 

27. 

ebuli  atuh. 

HO. 

ciet,  sonat  gruozit. 

43. 

[consumer]er  uurti.' 

114. 

deducit  apaleitit. 

50. 

condita  uersu  gimahotiv. 

123. 

movit  [agros]  roozzit. 

65 

30  53. 

incidere  garizan. 

128. 
131. 

poscente  eiskentemo. 
removit  dana  ginam. 

GEORG.  !. 

142. 

trabit  zoh. 

4. 

experientia  chleini. 

146. 

egestas  zädal. 

,, 

parcis  argin. 

,. 

urgens  duingentiv.-f 

70 

12. 

frementem   [equuuij    tnat- 

151. 

borreret  uuasseti. 

tontaz. 

152. 

aspera  sarfiu. 

13. 

tridenti  chrouvili.f 

153. 

lapp^  chlettun. 

35  30. 

ultima  entrosta.f 

n 

nitentia  clizeutun. 

34. 

contrahit  zisaminazoh. 

154. 

infelix  hartsalibc.  t 

75 

35. 

reliquit  liez. 

5? 

auenae  turda. 

36. 

nam  uuanta. 

156. 

terrebis,  minaberis  bruttes. 

46. 

splendescere  g'izzan. 

„ 

opaci  finstrin. 

40  47. 

auari  frehhes. 

157. 

uocaueris  balost. 

53. 

regio,  plaga  zelga. 

162. 

inflexi  gipoganiu. 

80 

57. 

ebur  olefantes.^ 

163. 

plaustra  carra. 

63. 

ergo  age  pidiu*uvola. 

164. 

tribula  flegila. 

68. 

sulco  sega. 

?? 

traheae  slitun,  sleichvn. 

IV.   DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


165.  uilis  [supellexj  smahaz. 
85  166.  mystica  pizeichantlichiu. 
„      uannus  uvanna. 
167.  repones  gipergist. 
171.  stirpef  selpoiim. 
„      temo  grintil. 
90  1 72.  dentalia  moltpret. 

173.  tilia  linta  arbor. 
„      fagus  piia'ha. 

174.  stiua  rlostra. 
„     currus  redir. 

95    „      torqueat  chere. 
„      imos  aftanentigen. 

175.  explorat  arsöoche. 

176.  referre  sagen. 

177.  neque   piget   noli   ni    pi- 

druzzit.  t 
100  179.  cretä  leime. 
„      tenaci  feste  mo. 
180.  necsubeant  niimtaruaren. 
„      puluere  molte. 
„      fatiscat  scrinte. 
105  181.  pestes  palauva. 

182,  domos  holir. 

„     horrea  muttun. 

183.  capti  pisuichina. 
„      talpae  sceron. 

HO  184.  bufo  chreta. 

185.  ingentem  mihhihim. 

186.  gurgulio  amstra,  angar. 
192.  nequiquam  ingimeitun. 

„      paleä  helua. 
115  193.  medicare  temproH. 
194.  amurca  olidrusa. 
197.  multo  [labore]  mihilero. 
200.  ruere  queman. 
202.  remigiis  feridin. 
120     „      subigit  uftripit. 
„      forte  odovuan. 


203.  praeceps  tiuffi. 

„      prono  [amni]  dratero. 
„      alueus  runst. 

204.  tam  daz  sama.  125 

206.  per  aftar. 

207.  ostriferi [Abydi]  scalatragun. 
„      fauces  giduinc. 

208.  ubi  sosa. 

211.  intractabilis  unhantlihes.      130 

212.  cereale  chornlihaz. 

213.  dudum  sar. 

214.  licet  muoz  ist. 

218.  auerso     [astro]    dana    gi- 

cherton. 

219.  farra  spelta.  135 
222.  gnosia  [stellaj  gretigisco. 

226.  vanis  avenis   vuildun  ha- 
parun. 

233.  zon§  strichi. 

„      corusco  lohenzentemo.f 

234.  torrida  prinnentiv.  140 

236.  cerule^  [zon^]  plavue.f 

„      concreto  [zon§]  girunnana. 

237.  aegris  vuenigen. 

238.  secta  [via]  gimahoter. 

239.  verterit  picherit.  145 

240.  ut  alsosa. 

241.  consurgit  gistft. 

244.  flexu  gipugida. 
„      elabitur  slichit. 

245.  in  morem  in  uvis.  150 

246.  aequore  in  demomeri. 

,,      tingui  ginezzat  uverdan.* 

247.  intempesta  unzitigiv. 

249.  aurora  tagarota. 

250.  anhelis  fnehanten.  155 
256.  tempestiuam    [pinum]   zi- 

tigan. 
euertere  feruverfan. 


56 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


259.  quando  ettivuenna. 
266.  fiscina     chasibora ,      cha- 
sichar. 
160  268.  etiam  ouh. 

269.  fas  urloup. 

270.  vetuit  pivuerita. 

271.  moliri  machun. 
„      uepres  pramahi. 

165  273.  agitator  tripari. 

274.  reuertens  vuidarziohenter. 

275.  incusum  giholeten. 
massam  givuel. 

278.  hevmenides  hazisa.t 
1 70    „      partu  gipurti. 

„      nefando   [paituj    unmuoz- 
haftigero. 

279.  creat  gipar. 

280.  coniuratos  geinente.  r 

281.  imponere  anaifellan. 
175  283.  exstructos  gihuofotui). 

284.  uitem  repun. 

285.  telae  vueppi. 
„      lycia  harliivi. 

286.  fug^  dero  uarti,  ttuhti. 
180  287.  gelidä  kalter. 

„      dedere  geliezent. 
289.  leues  pröduii. 

292.  inspicat  sprizalot. 

293.  interea  innides. 

185  294.  percurrit  durih  loiphil. 
„      percurrit  zalot. 

296.  despumat  uzfeimit.| 

louplines.* 

297.  rubicunda  giriphetiv. 
190  298.  terit  driskit,  battat. 

299.  ignaua  [hiems]  unniizer. 
,,      colono  uipari. 

300.  parto,  proparato  demo  ga- 

rivun. 


303.  presse    [carirn^j    pidugun- 
gau'v. 

304.  puppibus  stivrun.  19.5 

305.  stringere,  decutere  zi  scnt- 

taniie. 

307.  pedicas  vualzun. 

308.  auritos  die  mihilorohtun.* 
„      sequi  zi'aganna. 

dammas  tammili.  200 

309.  torquentem  vnintenten. 
„      uerbera  vilhin. 

310.  glaciem  rosun. 
„      trudunt  stozent. 

312.  ubi  sosa.*  205 

314.  inhorruit  arstropolot. 

315.  turgent  suellent. 

319.  quo  diea.* 

„      grauidam    [segetem]   gila- 
danen. 
imis  innantigen.  210 

320.  turbine  vuiuvinte. 

321.  hiemps  ungivuitiri. 
,,      leuem  lihten. 

„      stipulas  pletir. 

„      uolantes  flogerezentiv.         215 

322.  etiam  ouh.^ 

325.  l^ta  sconon. 

326.  diluit  ziflozit. 

327.  spirantibus  vuagonten. 

328.  corusca[fulmina]]ohezenta.  220 

329.  molitur  machot. 
337.  orbes  ringa. 

339.  Sacra  opfar. 

340.  sub  umpi. 

341.  mollissima    mammantigo-  225 

stun. 

342.  [tum  somni  duicesj  sint.* 

344.  favos  fladun. 

345.  hostia  friskinhc. 


IV.   DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


57 


347. 

clamore  ruophe. 

403. 

noctua  vuuiia. 

265 

230 

,. 

uocent  halon. 

413. 

inter  unter.* 

349. 

torta  givuntanero. 

,. 

actis  hinaglitaneo. 

351. 

possimus  megin. 

414. 

dulcis  [nidos]  livpiv. 

1' 

discere  pivindan. 

415. 

quia  daz.* 

352. 

agentis  tripenta. 

416. 

ingeniuni  sin,  vuizzi. 

270 

235 

358. 

fragor  prastod. 

417. 

verum  ubi  suntar*  sosa.* 

359. 

increbrescere  aräemizigen. 

419. 

rara  fohol  dunno. 

365. 

etiam  ouh.* 

!•> 

relaxat  inlazit. 

373. 

uela  segala. 

421. 

agebat  treip. 

374. 

nunquam  obfiiit    nivuvihl 

422. 

[concentus]  daz.* 

275 

niterida. 

425. 

[ordine]  after.* 

240 

377. 

arguta  liutreistigiv. 

426. 

liora,  dies  stunta. 

T> 

lacus  sea. 

434. 

nascentur  rinnent. 

379. 

penetralibus  ar  tivphiii. 

435. 

exactum  arlitanan. 

7< 

extulit  uzuuorit. 

., 

carebunt  darapunt. 

280 

380. 

terens  [iter]  trettenti. 

438. 

quoque  ioub. 

245 

382. 

increpuit  chradimit. 

:•> 

exoriens  arrinnenter. 

384. 

in  stagnis  in  den  seiivan. 

441. 

ubi  so.* 

rimantur  azont,  crupilunt, 

,, 

nascentem  arrinnentan. 

snapalont. 

442. 

re[fugerit]  uuidar.* 

285 

385. 

certatim  iligo. 
largos  ginuhtsanii. 

443. 

suspecti  givuanta.  givuissa. 
urget  duingöf. 

250 

386. 

currere  lovfan. 

444. 

sinister  apaher.  upiler. 

389. 

spaciatur  sperzipeinot. 

446. 

rumpent  özprehhent. 

390. 

carpentes  ziesento. 

447. 

cubile  petti. 

290 

?' 

pensa  vuicchili,  uulgo  peisa. 

448. 

niites  riphun. 

391. 

hiemeni  ungivuitiri. 

,. 

pampinus  rep'plat. 

255 

?' 

[cum]  uiderent  sehenl. 

449. 

salit  screchot. 

392. 

scintillare  raskezzan. 

450. 

emenso  armezanemo. 

5? 

putres  produn. 

453. 

ceruleus  [color]  plavuiv. 

295 

V 

fungos  taht. 

454. 

macul^  plecbun.f 

395. 

nam  vuanta." 

459. 

orbis  ring. 

260 

,, 

acies  scimo. 

464. 

c^cos  tougana. 

397. 

per  after.* 

465. 

fraudem  untrivua. 

398. 

pandunt  spreitant. 

467. 

ferrugine,  nigredine  suarzi. 

300 

401. 

recedunt,   recunibunt   gi- 

470. 

obsceni  unreina. 

uallent. 

473. 

liquefacta  [saxa]  zismalzta. 

403. 

nequicquam  ingimeilun. 

478. 

locutae  spracbun. 

58 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


479. 

infandum  immoozuii. 

23. 

305     „ 

sistunt  stöntun. 

32. 

481. 

proluit  argoz.* 

34. 

55 

uertice  runso. 

35. 

484. 

55 

extis  inadrun. 
minaces  [fibrae]  drolihiv. 

310  486. 

resonare  aiiivtit  vuesan. 

38. 

489. 

ergo  pidiv.* 

5> 

491. 

superis  ufavartigen. 

46. 

492. 

latos  [campos]  preiti. 

51. 

498. 

indigetes  innapuriun. 

315  502. 

liümiis  fargultiin  mez.f 

53. 

55 

periuria  meinsiiveridi. 

58. 

503. 

iam  pridem  sar. 

59. 

55 

regia  phalanza. 

60. 

504. 

curare  pisorgen. 

55 

320  507. 

sqiialent  iinsuprant. 

61. 

512. 

iit  denni.* 

64. 

513. 

in  spacia  in  vuifiiiphi. 

68. 

55 

retinacula  zigila. 

69. 

514. 

auriga  reitrihtil. 

70. 

325     „ 

habenas  prittila. 

71. 

GEORG.  IL 

73. 

comas  locha. 

55 

5. 

pampineo  repalihemo. 

74. 

12. 

ut  iohso. 

55 

»5 

siler  velarin. 

76. 

330      „ 

lent^  vueichun. 

,. 

13. 

glaucä  [fronde]  plavuemo.f 

77. 

55 

canentia  grauventiu. 

78. 

55 

fronde  loupe. 

79. 

14. 

posito  fonna*  gisaztemo. 

55 

335     15. 

frondet  loupet. 

55 

16. 

oracula  zantuvrti. 

86. 

17. 

silua  stöda. 

87. 

19. 

subicit  uftöit. 

88. 

20. 

primum  zerist. 

55 

340     21. 

fruticum  spreida. 

55 

abscindens  slizenter. 

impune  inginiuz. 

corna  quvrnalperi. 

quare  agite  uvol8r  pi  dero 
racha. 

generatim  ehunnilicho.        345 

conserere  pisezan. 

uestire  piuahan. 

exorsa  pigunstin. 

frequenti   [cultu]    manac- 
faltero. 

stirpibusf  selpomin.  350 

factura  [arbos]  tuonscolanter. 

sucos  soa. 

tiu-pes  unsupra. 

racemos  uochumila. 

inpendendus  ziarpiotenne.  355 

solide  alangemo. 

uisura  gisehan  scolantiu, 

inseritur  gipelzot. 

platani  ahorn. 

castane^  chrestigo. 

ornus  llpoum. 

inponere  in  zigisezanne. 

oculos  ougili.* 

gemm^  proz. 

se  trudunt  uzprechent. 

nodo  chnodin. 

huc  dara. 

libro  saphe. 

enodes  unchnodochta. 

finditur  gispaltan. 

in  solidum  in  alangi. 

feraces  pirigo,  perantim. 

radii  langescie. 
,  surculus  snitilinc. 

criistumiis  sperameisa. 

piris  pecmarun. 

uolemis  uvalihiscun  pir'n 


360 


365 


370 


375 


IV.    DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


59 


90. 

carpit  prichit. 

151. 

rapidae  [tigresj  raziu. 

92. 

habiles  gimacho. 

153. 

rapit  dripphit. 

415 

380 

93. 

passo  gisotanemo  wine. 

154. 

in  spiram  in*rinc. 

,, 

psithia  diu  repa. 

157. 

labentia  [fluminaj  rinnanto. 

•7 

lagaeos  repa. 

158. 

alluit  fliuzit. 

94. 

temptatiiia  pedes  pichorn 

„ 

infra  nidanan. 

scolontiu  uöazi. 

159. 

lacus  sea. 

420 

»» 

olim  noch'enna. 

160. 

benace  kartse. 

385 

95. 

piirpiire^  radoripho. 

161. 

portiis  far. 

96. 

contende  kilidmoii.f 

172. 

inbellem  unuvichlichen. 

97. 

amine^  [vites]  unrota. 

177. 

ingeniis  sinnin. 

100. 

filiere  fliezzan. 

179. 

primum  zierist. 

425 

102. 

biiniasthe  repa. 

182. 

[indicio]  za.* 

390 

,, 

racemis  driipun. 

185. 

frequens  [campus]  manac- 

104. 

neque  refert  nipiderpit. 

faltas. 

106. 

discere  pivindan. 

186. 

solemus  pirun.* 

107. 

ubi  sosa.* 

189. 

filicem  invisam  leidsaman  ^ 

115. 

gelonos  güdi. 

farm. 

395 

119. 

frondentis  giloupes. 

;5 

pascit  fuotit. 

430 

121. 

iit  [foli]is  viiie  var.* 

190. 

olim  nohuuenne. 

?? 

tenuia  [vellera]  chleina. 

192. 

laticis  lides. 

123. 

sinus  piugo. 

5' 

pateris  in  scälun. 

7' 

aera  summura  uviphil. 

193. 

inflauit  plasit. 

400 

124. 

iactu  scuzza. 

194. 

lancibiis  pahvueidun. 

435 

125. 

gens  diot. 

57 

pandis  preiten. 

V 

tarda  laziii. 

15 

fumantia  lavun. 

128. 

si  quando  suenna,  sosa. 

>1 

exta  intuoma. 

it 

seii^  sarfun. 

195. 

-que  iouh.* 

405 

137. 

[tiirbidjiis  [HermusJ  az.* 

197. 

petito  gisuochi. 

440 

141. 

non  invertere,    arare  lü* 

55 

longinqua  fernaliho. 

ieriin. 

198. 

infelix  uuenaga. 

142. 

horriiit  aregilsucheta.f 

55 

amisit  forlös. 

145. 

pellalor  iivigant. 

200. 

[liquidi  fontes]  dio.* 

?9 

[campjo  ar.* 

55 

non  deerunt  nigipresten.i 

-  445 

410 

15 

ardiiiis  [eqiius]  hohaz  sii- 

203. 

fere  uuola. 

perbiis. 

204. 

imitamur  arsüochemen. 

147. 

fiumine  runsi. 

206. 

plaustra  carra.* 

148. 

duxere  zugun.* 

207. 

deuexit  apauuiorit.f 

150. 

utilis  nuzzer. 

208. 

euertit  riutil. 

450 

60 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


208. 

ignaua  [nemoraj  unnuza. 

250. 

in  morem  zi  vvis.* 

209. 

imis  nidanantigen.* 

if 

lentescit,  coheret  cblepft. 

490 

211. 

enituit  argliciiiot. 

,, 

habendo  vvesento.* 

212. 

ieiiina  [glarea]  truchnas.f 

252. 

nimium  ziuilo. 

455  213. 

casias  iiuiehpoum. 

., 

fertilis  piringiu. 

214. 

tofus  tufstein. 

255. 

pro m tum  garo." 

silex  tubstein. 

257. 

pice^,  nigr^  forahun.* 

495 

5' 

scaber,  asper  sarfer. 

V 

taxi  iuva. 

215. 

aeque  epan. 

259. 

animaduersis  farstantanen. 

460  216. 

praebere  arpietan. 

260. 

concidere  gibovvon. 

V 

latebras  hölar. 

262. 

l^tum  sconüaz. 

218. 

remittit  inlazit. 

266. 

[paretur]  uvard.* 

500 

219. 

iiestit  pivva  ib.* 

270. 

quo  modo  zi  viiilihero  vvis. 

220. 

scabie  rivdi. 

272. 

consuescere  givuonan. 

465  221. 

intexet  flibtit. 

279. 

cohortes  folcb. 

5' 

uitibus  repun. 

280. 

legio  scara. 

222. 

experiere  aruvindis.t 

?? 

explicuitf  vzpringit. 

505 

223. 

vomeris  iiuci  hovvua. 

ii 

agmen  gisemini. 

225. 

ora  die  enti.f 

282. 

horrida  [proeUa]  egislilia. 

470     „ 

[iiacuis]  den.* 

285. 

non  modo  uti  nais*  daz* 

226. 

quo  modo  zivviliero  vvis. 

is*  echrodo. 

230. 

capies  aruvelles. 

55 

pascat  fuötte. 

231. 

in  solido  bolanti. 

55 

inanem  [animum]  italaz. 

510 

233. 

si  deerunt  upa  *  gipstent. 

287. 

vacuum  itali. 

475  235. 

superabit  zi  leippo  f  vvisit. 

289. 

vitem  repun. 

236. 

cimctantes  tualonton. 

290. 

altius  filotiufar. 

237. 

expecta  arsuochi. 

291. 

uertice  vvipbile. 

238. 

autem  aiiar.* 

293. 

ergo  pidiv.* 

515 

239. 

arando  giarn  vverdento. 

55 

biemes  ungivvitiri. 

480  244. 

eluctabilur  uzdringit. 

295. 

durando  dvruhvuesanto. 

246. 

sapor  gismacho. 

296. 

brachia  zuoga. 

247. 

tristia  [ora]  gizuo'bana. 

297. 

sustlnet  intbaböc. 

»i 

torquebit  vvintit. 

298. 

cadentem  [ad  solem]  zi  se- 

520 

248. 

qiiQ  vuilicbiv. 

dala  gangentero. 

485     „ 

hoc  denique  pacto  zi  derro 

5) 

neve  uergant  nibaJden. 

vvis,*  ivro*  vvis.* 

299. 

flagella  vviphila. 

249. 

discimus  piuvindemes. 

303. 

excidit  intrisit. 

"? 

haud  unquam  nio. 

304. 

primum  zerist.* 

15 

fatiscit  scrintil. 

305. 

elapsus  [ignis]  ingipharnas. 

525 

IV.    DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


61 


308. 

involuit  piuahit. 

364. 

habenis  zi'igilun.                   565 

V 

ruit  uzvvirphit. 

366. 

interque     legendae     iouh 

313. 

re[uirescere]  ar.* 

zuntarlesanne. 

315. 

persuadeat  späne. 

367. 

ubi  susa.* 

530  317. 

gib  he.' 

368. 

comas  vuiphila. 

319. 

satio  sezi. 

J5 

brachia  zuoga. 

320. 

inuisa  [avis]  leidsamar. 

»5 

tonde  snid.                           570 

321. 

rapidus  [sol]  draitla.f 

370. 

fluentes,nimiuni  cresceutes 

324. 

poscunt  eiscon. 

ziuilovvahsentun.* 

335  328. 

canoris  lutreisigen. 

372. 

frons  anasuni. 

329. 

uenerem  lust. 

55 

[inprudjens  [frons  laborum] 

330. 

[trementibus]  fonna.*^ 

taz.* 

332. 

tuto  sichiro. 

374. 

sequaces  ähtalino. 

334. 

actum  gitripanan. 

375. 

illudunt  tarunt.                    575 

540  335. 

trudit  uzstozit. 

379. 

admorso  gipizanemo. 

i> 

gemmas  proz. 

55 

signata  giprahtiu. 

j» 

explicat  uzpringit. 

55 

cicatrix  masa. 

340. 

cum  söse. 

381. 

ineunt  änauarent. 

341. 

extiilit  prahta. 

382. 

competa  givvicki.                 580 

545  345. 

indulgentia  inäinuntigi. 

385. 

gens  diot.* 

347. 

occule  gipirach. 

387. 

horrenda  leidlicbiv. 

348. 

squalentis  clizinonte. 

5» 

corticibus  cauatis  a.*  sce- 

55 

conchas  scalun* 

mun. 

351. 

super  opana.f 

388. 

uocant,  laudant  namont. 

550  353. 

hiulca  kinentun. 

389. 

oscilla  seilris  tochun  rita-  585 

»5 

findit  spaltit. 

scopha  padast. 

55 

arua  träga. 

55 

suspendunt  haben. 

355. 

bidentis  mistgabala. 

390. 

hinc  därinach. 

357. 

luctantes  ringentun.  f 

>5 

largo  ginuhtsamemo. 

555  358. 

leues  siechtun. 

392. 

egit  umpitriphit. 

» 

calamos  zeinna. 

393. 

ergo  pidiv.*                          590 

5) 

ras^  kisneitotero. 

5> 

rite  zisite. 

360. 

eniti  spirdran. 

394. 

liba,libamina  pheforceltvn.f 

361. 

tabulata  chamara. 

395. 

ductus    cornu    kizonauer 

560  362. 

dum  unzi.* 

n 

pi*  hone. 

55 

ad[olescit]  ar.* 

396. 

ueribus  spiscen. 

55 

frondibus  lopun. 

397. 

curandis  zipisoragenne.       595 

363. 

letus  scönner. 

399. 

versis  zuogicherten. 

364. 

agit  tripit. 

400. 

aelernum  iomer. 

62 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEiX. 


400. 

»? 
600  401. 

403. 

405. 

406. 

407. 
605     „ 

409. 


410. 
610     „ 
413. 

414, 
417, 
615  418, 
421, 
422, 

425. 

620 

„ 

428, 
430, 
431 
440 
625  444 


445, 

630     „ 

448, 


449 
453 


leuandum  zigilichtanna. 
bideiitibus  liovvm. 
in  orbem  in  ringv. 
olim  sar. 
acer  clmoner. 
curuo  dente  liovun. 
attondens  snideni . 
fingit  hasnot. 
sarmenta  spreid. 
tecta  däh. 
referto  f  fuöri. 
postremus  aftrosto. 
ingruit  ligit. 
aspera  scarfvn. 
rusci  hulises,  hiilis. 
harundo  cein.f 
effectus  arlitana. 
sollicitanda  ziivoclian'e. 
tenaces  festa.f 
cum  sosa.'*^ 
heserunt  pichlipun. 
hoc  indiv.* 

nutritor,  pro  nutrito  zuhto. 
nituntur  ilent. 
auiaria  fogalhus.* 
taedas  fachulun,  chien. 
uertice  spi'ze. 
hinc  dannan. 
radios  speichun. 
triuere  draitvn, 
timpana  napa. 
pandas  pra'ita.t 
carinas  podania. 
cornus  chuirnilboü. 
torquentur  giv"ntan  vver- 

dant. 
torno  rasile    giscapilih  zi 

drati. 
aluo  in  tivphi. 


454.  [quid]    memorandiim    gi-  635 

vuahantlihes. 
457.  cratere  tunna. 
461.  si  non  doh  nales. 

463.  testudine  suibogin. 

464.  illusas  [vestes]  gispiiotiv. 

47 1 .  lustra  legar.  640 

481.  quid  ziu.* 

484.  precordia  furihercida.* 

485.  rigüi  chüla. 

487.  bachata  [Taygeta]  gispiloter. 
491.  inexorabile   [fatiimj    unar-  645 

petanliha.* 
497.  a  coniurato   [Histro]  foua 

dero  gipiheizotun.  t 
500.  uolentia  vuillig  v. 

502.  forum  dincstat. 

„      tabularia  prieftabuiun.* 

503.  sollicitant  cruozant.  650 
505.  excidiis  mit  florinussidun.* 

„      penates  huscota. 
508.  attonitus  giprutter. 

„      rostris  dincstetin. 

,,      plausus  hantslagunga.  655 

517.  cerealis  ehirlies. 

„      mergite  täphari.* 
519.  trapetis  in  olitorculun. 
522.  mitis  [vindemiaj  ripher. 
524.  casta  domus  reinnaz  bi-  660 

vuiski. 
528.  cratera  scala. 

„      coronant  zierrant. 
539.  classica  vvichorn. 

GEORG.  III. 


6.  cui  vuemo. 

7.  [humero]que  iovh.^ 

8.  acer  sneller. 

9.  ora  anasivni. 


665 


IV.   DIE  TEGERNSEER  GLOSSEIS. 


m 


10. 

modo  ecchrol. 

79. 

vanos  umpidarpa.f 

11. 

uertice  spize. 

80. 

obesa  [terga]  ueizta. 

705 

670  18. 

quadriiugos  uioriocliiga. 

81. 

toris  manun.* 

20. 

cestu  cholpun. 

?? 

animosum  [pectus]  michil- 

21. 

tons^  [oliv^]  gisneitotes. 

muoto. 

24. 

scena  loupa. 
ut  uvie. 

82. 

spadices  rotun. 
glauci  grauvin. 

675  25. 

aulea  lächan. 

?> 

albis  planchen. 

710 

28. 

hinc  darnahe. 

83. 

gilvo  tusingemo. 

34. 

spirantia  atamontiv. 

84. 

tremit  slägezit. 

35. 

proles  gipör. 

85. 

voluit  [ignem  sub  naribus] 

?> 

dimiss^t  nidergisantero. 

dräsot. 

680  37. 

furias  hazisa. 

n 

sub  ar.* 

?i 

seuerum  [amnem]  sarpha. 

86. 

iuba  zäto. 

715 

39. 

non  exsuperabile  unupfari- 

87. 

per  lumbos  after  gophun. 

lihaz. 

88. 

vngula  hüof. 

45. 

adsensu  in  gihellanussi., , 

93. 

pernix  snello. 

47. 

famä  mit  marido. 

95. 

segnior  [equus]  unmagaz. 

685  49. 

praemia  Ion. 

96. 

turpi  unchüscemo. 

720 

53. 

a  fonno.* 

j) 

ignosce  iulaz. 

5» 

palearia  chelor. 

99. 

quondam  ofto. 

55. 

hirt§  [aures]  rlhiv. 

100. 

furit  uvotit. 

56. 

maculis  flechhun. 

»» 

ergo  pidiv.* 

690  57. 

aspera  sarphiv. 

101. 

artes  siti. 

725 

59. 

imä  [caudä]  mit  aftananti- 

102. 

dolor  zorn. 

gemo. 

105. 

haurit  slehit. 

»> 

verrit  cherit. 

106. 

pauor  pipinvnga. 

60. 

hymeneos  leichod. 

»» 

verbere  torto  givuntanero 

62. 

habilis  [^tas]  gimachaz. 

uillvn. 

695  63. 

dum  unzi.* 

107. 

proni  framahalda. 

730 

64. 

solve  mares  in  coniunctio- 

?? 

lora  zvgila. 

nem  charala. 

110. 

fulu^  [haren§]  falavues. 

>> 

mitte  Ja.* 

5J 

nimbus   haren§   stoupes  f 

71. 

sortire  nivz. 

unst. 

72. 

delectus  aruvelita,  chust.f 

117. 

insultare  screchon. 

700  73. 

modo  ecchrod. 

>> 

gressus  gengi. 

735 

74. 

impende  arpivt. 

?» 

superbos  frambai't.f 

76. 

altius  höhor. 

i> 

glomerare  samanou. 

11 

reponit  vvidarvvirfit. 

119. 

acrem  snellan. 

64 


D[E  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


120. 

egerit  tripi. 

169. 

74U 

126. 

secant  helgrasonf. 

172. 

128. 

ne  referant  ni  sagan. 
ieiunia  magari. 

173. 

129. 

volentes  die  vulligun.f 

175. 

130. 

concubitus  gimisgida. 

>» 

745 

131. 

sollicitat  gigrvozit. 

„ 

arcent  tripent. 

176. 

132. 

cursu  louplie. 
quatiunt  panont. 

179. 

1) 

134. 

pale§  helavun. 

183. 

750 

135. 

luxu  lusti,  gifluszidii. 

it 

obtunsior    [usus]    vvidar- 

184. 

pluanora. 

185. 

136. 

ne  oblimet  ni  *  picleipe. 

186. 

140. 

ducere  neman.* 

'» 

141. 

superare  ubaruaran. 

187. 

755 

') 

acri  hartero. 

188. 

143. 

vacuis  vviti.  t 

1» 

145. 

spelunc^  holir. 

192. 

i> 

prociibet  giligit. 

193. 

147. 

asylo  premo. 

198. 

760 

148. 

vocantes  namonta. 

199. 

149. 

acerbaf  eipro. 

)) 

150. 

diffugiunt  zislupen. 

200. 

151. 

concussus     [<^ther]    gitro- 

203. 

phaniv. 

204. 

152. 

monstro  vvntre,*  premo.* 

206. 

765 

153. 

pestem  palo. 

154. 

acrior  hantagoro. 

207. 

155. 

arcebis  danatribes.* 

208. 

156. 

recens  orto  [sole]  niv"ines 

209. 

runnanero. 

210. 

159. 

quos  [vituios]  dei.* 

)? 

770 

r» 

habendo  zif  habenne. 

212. 

162. 

[pascuntjur  ont.* 

fi 

164. 

hortare  anezi. 

213. 

166. 

laxos  vvita. 

215. 

167. 

subnecte  uiitarlnuphi. 

1» 

gradum  gang.  775 

nitens  [axis]  spirdrenta. 

instrepat  cherre. 

temo  grintil. 

uescas  [frondesj  azigiu. 

palustrem   [ulvam]   mosa-  78o 

lichaz. 
fet^  zuhtigo. 
turnias  uuolchun.f 
feroces  chuo"nun. 
rotam  gementem  cheiren- 

tes  rades. 
sonantis  clafonta.  785 

gaudere  giuuonen.* 
laudibus  slihtungun. 
plaus^  [cervicis]  gitollotes. 
depulsus  [equus]  inspenitas. 
[mollibus]  den.*  790 

capistris  halaphtran.f 
uolumina  givuntanussida.  f 
auras  uvint.* 
dum  unzi.* 

horrescunt  uvivmidunt.       795 
sonorem  doz. 
urgent  tripunt. 
ore  ar  munde, 
esseda  sapoh. 
ante  domandum  er  demo  80ü 

zamne. 
negabunt  arzihent. 
lupatis  khamon. 
industria  giuuerida. 
c^ci  [amoris]  gitouganer. 
stimulos  gistungida.  805 

in  sola  in  suntrigo. 
relegant  gisuntront. 
trans  ubar.* 
carpit  nimit.* 


uidendo  gisehan  uvesanto. 


810 


IV.  DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


65 


216. 

nemorum  loupes.* 

288. 

sperate  vuanüö:. 

217. 

iilecebris  lustin. 

»1 

hinc  dannan.* 

221. 

lauit  nezit.* 

290. 

angustis  smähun. 

222. 

obnixos  ingaganstritiga. 

293. 

orbita  vuaganleisa.                850 

815  223. 

gemitu  pullode. 

295. 

edico  gipivto. 

225. 

exulat  ellentot. 

297. 

fiHcum  farmahi. 

230. 

pernix  sneller. 

,, 

maniplis  hantfol. 

231. 

hirsutis  ruhen. 

299. 

scabiem  rvdvn. 

»1 

carice  sarahi. 

ii 

turpis  unchusci.                   ^55 

820  234. 

ictibus  mit*  siegin. f 

305. 

h^  deso. 

236. 

mouet  Signa  pullot. 

307. 

incoeta  [vellera]  gisotana. 

»> 

pr^ceps  gaher. 

308. 

soboles  gipor. 

237. 

uti  —  ut  ioso  —  ioso. 

309. 

quam  magis  sovilo.* 

240. 

at  iasosa. 

312. 

setas  harir.                           ^^^ 

825    „  ex^stuatuzcessoundatferuö". 

»1 

comantis  lochonta,zeisenta. 

241. 

uerticibus  mit*  vuerfun. 

313. 

uelamina  inpihelida. 

244. 

in  furias  in  uuotunga. 

314. 

pascuntur  ezent. 

250. 

ut  uvie. 

?» 

summa  vviphila. 

5? 

tremor  biba. 

315. 

horrentis  sarapun.               865 

830  251. 

attulit  pringit. 

5? 

rubos  pramun. 

253. 

non  retardant  nigilezesent. 

318. 

ergo  pidiv.* 

254. 

torquentia  [flumina]  vvin- 

7? 

uentos  vngivvitiri. 

tanto. 

319. 

quo  fonna  div.* 

255. 

ruit  ilit. 

51 

egestas  zadal.*                     ^70 

256. 

prosubigit  grepit. 

320. 

uictum  fiotar. 

835     „ 

fricat  ripit. 

323. 

mittes  frvmes. 

259. 

procellis  tunstin. 

324. 

cum  mit.* 

264. 

acre  chuoni. 

325. 

dum  unzi.* 

265. 

quid  zivuiv. 

?> 

[dam]  canent  cr''vven.          875 

271. 

ubi  sosa.* 

327. 

vbi  sosa.* 

840  275. 

grauid^  svangaro. 

328. 

cicad§  heimo. 

279. 

nascitur  [auster]  vvait. 

329. 

[ad]  stagna  gisigin. 

280. 

hie  dar. 

330. 

ilignis  eihinen. 

283. 

herbas  vvrzi. 

332. 

sie  ubi  suarsoso.  f                ^^^ 

284. 

inreparabile  unvuidarvvan- 

340. 

mapalia  huttun. 

taUih. 

343. 

tantum  epanhh. 

845  285. 

dum  unzi.* 

344. 

tectum  dabo.* 

?> 

[circumuect]amur     amore 

346. 

non  secus  nales  andres. 

werden*  fonnaf  niinnvn. 

'? 

ac  denne.                             ^^5 

Z.  f.  D.  A.  neue  folge  III. 

5 

66 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


346. 

acer  chuono. 

373. 

trudentes  stfozenta. 

347. 

cum  denne. 

374. 

rudentes  luonta. 

71 

carpit  nimit. 

379. 

hie  dar.* 

348. 

expectatum  gisihti. 

380. 

acidis    sorbis    mit    suren 

S90 

11 

agmine  scaro. 

pi''run. 

350. 

torquens  uuintenter. 

„ 

imitantur  pilident. 

925 

■>■) 

ister  tiionoua. 

381. 

trioni  imagane. 

351. 

1) 

qiiaque  ioh*  dar*  dar.* 
porrecta    [Rhodope]     far- 
stracter. 

382. 

11 

effreiia  unzamiu,  ungizo- 

ganiu. 
tunditur  ginuan  uuirdit. 

895 

»1 

axem  halpa. 

383. 

setis  harun. 

353. 

aiit  —  aut  üda* — oda.* 

386. 

uiihs,  lanis  zaton. 

930 

355. 

assurgit  ufai'stör. 

,, 

lege  aruueli. 

356. 

semper  io. 

388. 

palato  in*  guomin. 

,, 

sein  per  io. 

389. 

reice  aruuirf. 

900 

,, 

spiraiites,  adferentes  planta. 

„ 

maculis  flechun. 

357. 

haud  umqiiam  nionoltres. 

„ 

ne  infuscet  ni  gisuarze. 

935 

11 

discnlit  apascutit. 

395. 

ferat  pringe. 

359. 

lauit  nezit. 

396. 

et  ioh. 

360. 

carrenti   tlumine   rinnen- 

397. 

referunt  pringen.* 

tero  aho. 

398. 

excretos    [h^dos]    giuuah- 

905 

11 

crust^  stuciii  \  rosun. 

saniii. 

361. 

sustinet  inthapat. 

11 

prohibent  inspinnent.  f 

940 

362. 

hosi'ita  uuirtun. 

399. 

primaque  [ora]  ioh*  forn- 

363. 

dissiiiuut  zispringent. 

antiga. 

364. 

indut^  vestes  anagilegi. 

» 

pr^figunt  furistechent. 

910 

365. 

solid  am  in  glatiem  in  alan- 

„ 

capistris^iatin,*  ferratis. 

gas  f  is. 

401. 

premunt  duhent. 

V 

laciin^  sea. 

402. 

siib  vmpi.*,(fM.\  i.i! 

945 

366. 

styria  issa. 

11 

exportant  uzfucreöt. 

11 

inpexis  ungistralten. 

11 

adit  zuouüerit. 

367. 

non  ninguit  ni  sniuuit. 

403. 

parco  mezigemo. 

915 

369. 

confertoque   ioh*  gihufo- 

i> 

reponunt  gipergent. 

temo. 

404. 

postrema  hintrosta. 

950 

^^ 

agmine  gisemine. 

405. 

acrem  chuonnen. 

370. 

molenoua  michilis  sneuues-f 

„ 

molossum  rudiin. 

>i 

exstant  upartrefan. 

406. 

sero  chasi"uazzar. 

371. 

inmissis  anagilazanen. 

408. 

a  tergo  after. 

920 

1  372. 

agitant  iagont. 

410. 

venabere  iagos.  f 

955 

IV.    DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


07 


410. 

dammas  taniir. 

446. 

in  gurgite  in*  wäge. 

411. 

pulsos  gitripana. 

» 

uillis  zätun. 

995 

412. 

latratu  mit  pellungiin. 

447. 

secundo  [amni]  rinnentero 

»1 

turbabis  gistoupis. 

11 

deflüit  nidarllvizit. 

960      „ 

agens  iagonter. 

449. 

spumas  feima. 

415. 

agitare  danatripen. 

11 

argenti  qvechsilpar. 

416. 

tactu  inpiruorido.* 

451. 

sGÜlam  sckella  vvrz.  f 

1000 

417. 

delituit  loscbeta.  f 

11 

graues  hantago. 

418. 

succedere  untarlidau. 

452. 

fortuna  folleiz. 

965    419. 

pestis  acerba  eibrer  palo. 

453. 

summum  fornantigaz. 

420. 

cape  nim. 

454. 

ulceris  eizzes. 

M 

cape  nim. 

n 

tegendo     pidechet    vuer- 

1005 

423. 

dum  unzi.* 

dantero. 

»5 

nexus  chofa. 

455. 

dum  vnzi.* 

970      „ 

agmina  gisemini. 

456. 

omina  heil. 

427. 

maculosus  flechoter. 

457. 

dolor  sverado. 

?> 

grandibus  grozen. 

458. 

depascitur  izzit.f 

,, 

aluum  muodar. 

11 

febris  rito. 

1010 

428. 

dum  unzi.* 

461. 

Gelonus  gentes  fatarü. 

975   430. 

stagna  gisig. 

465. 

ignauivs  läzzor. 

431. 

improbus  unerer.* 

469. 

serpant  chresen. 

11 

loquacibus  choslinen. 

470. 

turbo  uvint. 

)■> 

ingluuiem  gitigi. 

472. 

estiua  pharricha. 

1015 

432. 

exhausta  ascaphaniv,  f  ar- 

479. 

tempestas  suht. 

dorretiu. 

481. 

laciis  seo.* 

980      „ 

palus  lacha. 

11 

infecit  uii'vvarta. 

?» 

dehiscunt  scrintent.* 

482. 

ubi  sosa.* 

433. 

torquens  uvintenf.* 

483. 

acta  gitripaniv. 

1020 

434. 

seuit  säruisot. 

11 

obduxerat  zisamana  gizoch. 

11 

siti  durri. 

484. 

liquor  nezi. 

985   435. 

carpere  neman. 

485. 

minutatim  e'nezzun. 

437. 

exuuiis  ursloufun. 

486. 

hostia  friskinch. 

lubrica  [terga]  vvanchala. 

487. 

dum  unzi.* 

1025 

439. 

micat  lecheezat. 

488. 

cunctantes  tvalenten. 

>> 

trisulcis  trispaltigen. 

„ 

moribunda  [hostia]  stiripiger. 

990   440. 

Signa  gipara. 

490. 

[ard]ent  un.* 

442. 

persedit  gisinchit. 

492. 

tinguntur  ginezzit. 

444. 

hirsuti  vvassa.^ 

493. 

ieiunä  [sanie]  trvchauaz. 

1030 

>i 

secuerunt  riztun. 

494. 

hinc  danna.* 

68 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


1035 


495. 
497. 
501. 
502. 


507. 
1040  508. 

509. 

516. 

517. 

518. 
1045  521. 

522. 
523. 
525. 

527. 

1050  528. 
533. 
534. 


1055  536. 

537. 
538. 


544. 

10G0  545. 

n 

549. 
556. 
557. 

1065  559. 
561. 


dulcis  livpvn. 
animas  ferach. 
tussis  chelasvht. 
anhela  fnehantiv. 
morituris  aslerapeii  scho- 

louten. 
adtactuf  inpiniorido. 
tractanti  hantalentenio. 
singultu  snophezungo.f 
aspera  ruhiv. 
latices  lid. 
[or]e  ar.* 
ciet  grvozit.* 
abiungens  intvvetanter. 
uolutus  [amnis]  gipolotiv. 
electro  gloccinpare. 
Stupor  stornvnga. 
iuiianl    [labor    aut    bene- 

facta]  half, 
repost^  [epul^]  giporganiv. 
[pascuntjur  un.* 
ad  donaria  vvihhusun. 
ergo  pidiv.* 
egre  chumo. 
riiiiantur  crvpilont. 
coiitenta    [cervice]     giva- 

gemo. 
non  explorat  ni*spehot. 
nee  obambulat  ni*  umbi- 

gangarot. 
acrior  [cura]  hantagora. 
latebris  holii'on. 
attoniti  giprvtta. 
hydri  vurmi. 
cessere  intvicliint. 
cateruatim  volchin. 
cadauera  potacha. 
uiscera  inov''li. 
illuuie  fonna  unreinnodo. 


562.  putres  vvlun. 

563.  inuisos  leidsamvn. 

564.  pabui^  angvezzin. 
566.  sacer  leidsamar. 


1070 


GEORG.  IV. 


9. 
12. 
13. 
14. 
17. 
18. 
23. 

24. 

1? 
26. 

28. 

29. 
31. 

32. 
33. 
34. 
35. 
36. 
37. 
38. 
45. 
46. 
49. 
50. 

52. 


protinus  sar. 

duces  uuisun. 

sedes  sez. 

statio  sezi. 

papula  vveida.  1075 

atterat  ni*trete. 

squalentia  glizinonten. 

meropes  grvonspehta. 

inniitibus  iinniammanten. 

stagna  gisig.  1080 

uicina  [ripa]  naher. 

[calori]  dero.* 

obuia  [arbos]  gaganvurter. 

hospitiis  gastvvisin. 

transuersas  dveroho.  t        1085 

[ad]  aestiuum  [solem]  hei- 

zero. 
praeceps  gaher.* 
serpilla  feldchenula. 
tynibr^  chressin. 
uiolaria  violgartvn.  1090 

[cauatjis  ar.* 
texta  giflohtaniv. 
aditus  flou^ar,  flougar. 
liqu^facta  zismalztiu.  f 
uis  noth.  1095 

certathn  stritigo. 
riniosa  diofscrutanun. 
fouens  strih''ent.t 
pulsu  slage.* 

offensa  vurpoUaniv.  lioo 

imago  pilide. 
reclusit  insparrit. 


IV.   DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


69 


55.  leues  [apes]  lihtiv. 

„  hinc  dannan.* 

1105    57.  excudunt  niachoiit. 

„  tenatia  festiv. 

58.  [caue]is  ar.* 

62.  petunt  svoheii. 

63.  nielisphilla  pinivvirz. 
1110     ,,  gramen  gras. 

64.  tinnitiis  chlingilod. 
„  cie  grvozi. 

66.  more  vvis.* 

68.  motu  arpolgannvssidv. 

1115    70.  licet  mvoza  ist. 

72.  fractos  [sonitus]  diozanta. 

73.  trepid^  [apes]  iligiv. 
„  curruscant  lohenzen. 

74.  spicula  angvn. 
1120     „  aptant  machon. 

75.  ad  praetoria  zi  phalanza. 
77.  ubi  sosa.* 

79.  orbem  ring. 

81.  tantiim  epaniiilo.f 

1125     „  nee  pluit  ni*  risit. 

84.  usque  adeo  sovilo. 

„  obnixi  ingaganspirdarente. 

„  hos  desa.* 

85.  hos  ena. 
1130    86.  hi  svslicha. 

„  motus  arpolganvssi. 

88.  uerum  svntar.* 
„  ubi  sosa.* 

89.  prodigus  spilder. 

1135    91.  squalentibus  glizinonten. 

93.  rutulis  lohezten. 

94.  desidia  zagaheiti. 

95.  ut  ioso. 

96.  turpes  unsubro. 
1140   97.  cum  sose*  denne.* 

„  [sicclo  ar.* 


97.  uiator  uartman. 

98.  coruscant  lohezcnt. 

100.  hinc  danna.* 

101.  premes  nimis.  1145 
„      tantum  so. 

1 02.  domitura  duopon  scolonliv. 

107.  eripe  ginim,*  scrot. 
„      quisquam  az.* 

108.  uellere  neman.  1150 

115.  amicos  frivn'licha. 

116.  ni  iam  nvba.* 

117.  proram  prort. 
119.  biferi  zvipiriges. 

121.  tortus  givvntaner.  1155 

122.  in  uentrem  in  vvidi, 

„      comantem  springanten. 
127.  coricium  cilicaisken.* 
131.  premens  dvingent. 

133.  onerabat  Ivod.*  neo 

134.  carpere  neman. 

135.  etiam  nohio. 

137.  comam  [acanthi]  vuiphil. 

139.  f^tis  zvhtigen. 

140.  cogere  rennan.  1165 
„      pressis  piduhten. 

142.  quot  [pomis]  so*managen.* 

143.  totidem  iu.* 

144.  uersum  zila. 

147.  exclusus  guzoter.  iiTO 

1 49.  age  vvola.* 

151.  crepitantia  clingilontyu. 

152.  pauere  neritvn. 
155.  penates  husgota. 

157.  experiuntur  ariarent.  1175 

158.  pacto     [foedere]    gidingo- 

tero. 

159.  s^pta  piuengido. 

160.  lentum,  planum  clerapaz.f 
„      gluten  clep. 


70 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


1180  161.  tenaces  festvn.  259. 

162.  adultos  gizogano.  261. 

163.  fetus  zvhti. 

164.  stipant  dringint.  262. 

165.  ad  portas  zen*flevgariin.t       263. 
1185  166.  inqueuicemioh*imtar*in.*        „ 

168.  ignauiim  unniizzaz.  264. 

„      fucos  Irenun.  266. 

172.  tingunt  nezent.f  269. 

173.  gemit  qvirit.  „ 
1190  177.  urget.  dringet.*  272. 

181.  pascimtur  uue'dinunt.  f  274. 

185.  ruunt  ilent.  276. 

„      nusquani  nioner.  „ 

188.  mussant  diozent.  279. 

1195  193.  [aquant]ur  vuerdent.*  280. 

201.  quiritis  duces,  herostun.  282. 

202.  sufflciuut  machunt.  283. 
204.  animam  ferh.f  284. 
207.  quam  septima  [aestas]  den- 

ne*  der  sibanto.  285. 

1200  213.  amisso  floranemo.  291. 

„      lidem  triva.  294. 

216.  frequentes  managa.  296. 

220.  mentis  sinnes.  ,, 

223.  hinc  dannan.* 

1205  224,  arcessere  gvvinnan.  297. 

228.  si  quando  suensose.  298. 

229.  haustu  truncha.  299. 
231.  cogunt  samonont.  301. 

243.  stellio  olin.  302. 
1210    „      blattis  üedarmusin.  304. 

244.  fucus  treno. 

245.  crabro  liornuz. 
247.  laxos  [casses]  vuiti. 

„      aranea  spinna.  307. 

1215  255.  carentum  darbentero.  309. 

257.  connex^  pihafto.  310. 
„      ad  limina  zin*flovsarvn. 


ignau^  [apes]  unnvziv. 
ut    quondam    iosopHogi- 

purit. 
sollicitum  gigrvoztez.  1220 

^stuat  tumilot. 
rapidus  [ignis]  drataz. 
hie  dar.* 
[hortantjem  en.* 
defruta  sivd.*  1225 

passos  arselchen. 
herba  vvrz. 
aureus  [flos]  faravviu. 
nexis  givvntanen. 
torquibus  ringin.  1230 

incoque  sivd. 
foribus  flogarin. 
stirpis  gipores. 
[inuenta]  nussi.* 
quoque    [modo]    iovh*zi*  1235 

vueliero.* 
insincerus  [cruor]  unlutra. 
in  ora  gimvndi.| 
iacit  vuirfit. 
[eligit]ur  ist.* 
-que   imbrice   ioch*    miti2J0 

scintlon. 

n 

artis  eigen. 

obliquä  [luce]  scelahemo. 

bimä  [fronte]  zuiiarigemo. 

obstruitur  aruvrigit  vuirdit. 

tunsa  ginuona.  i245 

hubiciunt  untarvuerphan.f 

fragmenta  stüchi. 

-que  recentis  ouch*  niv- 

prochana. 
garrula  croniv. 

animaha  vvihtir.  1250 

trunca  pistüpilotiv. 
stridentia  diozantiv. 


IV.  DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


71 


313. 

neruo  [sagittae]  senvua. 

417. 

habilis  [vigor]  gimachiv. 

5> 

pulsante  tripentero. 

419. 

sinus  piugun. 

1255  316. 

experientia  aruvntinussida. 

420. 

deprensis  pivanganen. 

317. 

tempe  scätivui,  scönisteti. 

?i 

statio  stedir  J  lenti.f 

319. 

extremi    [amnis|    opanen- 

421. 

obice  mit*crintile. 

tigero. 

427. 

faucibus  stedin.f 

325. 

quodf  ziv. 

95 

tepefacta    [llumina]    giso 

326. 

honorem  [vitae]  givüori. 

tana. 

1260  329. 

erue  vzvuirf. 

432. 

uelut  also. 

331. 

molire  [bipennem]  vvezzi. 

>' 

olim  ofto. 

337. 

c^sariem  antarfahsa. 

433. 

ubi  sosa.* 

338. 

flaua  falauahsa. 

434. 

balatibus  plazungun. 

343. 

tandem  duo*hitamvn. 

445. 

petis  eiscost. 

1265  345. 

dolos  pisuvich. 

449. 

tantum  soviio.* 

»» 

furta  hvor. 

450. 

intorsit  gicherta. 

346. 

[diuum]  derc* 

453. 

lues  firgiltist. 

347. 

dum  unzi.* 

454. 

ob  meritum  pi  scult. 

348. 

deuoluunt  uzzugvn. 

455. 

suscitat  machot.* 

1270    „ 

impulit  gistvncta. 

466. 

fauces  engihodi. 

356. 

huic  dero.* 

j' 

ditis  durises.* 

359. 

qua  dar.* 

471. 

carentum  darapentero. 

361. 

misit  liez. 

476. 

rogis  saccharun. 

363. 

speluncis  holivrn. 

481. 

crinibus  lochun. 

1275    V 

sonantis  diozanta. 

482. 

tenuit  stillo  häbfta. 

367. 

Caput  ürspringe. 

489. 

restitit  gistuont. 

369. 

saxosus  steinago. 

499. 

diuersa  danagicherla. 

373. 

pumice  tuosfine. 

500. 

prensantem  greiphonten. 

376. 

tonsis  giscrotanen. 

504. 

moueret  [voce]  gigruozti. 

1280    ,, 

uiUis  zatun. 

508. 

euoluisse  chuman. 

378. 

adoiescunt  prvnnvn. 

509. 

mulcentem  slihtenten. 

389. 

patriam  [Fallenen]  die  far- 

,, 

agentem  leitenteu. 

tilihvn. 

511. 

[fetus  queritur]  umpi.* 

396. 

expediat  girihte. 

512. 

obseruans  vvartenter. 

399. 

doli  pisvicha. 

•n 

[nid]o  ar.* 

1285  404. 

correptum  archriphten. 

1^ 

detraxit  ginam. 

409. 

excidet  inpfällit. 

518. 

ditis  durises. 

411. 

contende  deni.f 

521. 

discerptum  ziprochanen. 

)? 

tenacia  festvn. 

522. 

reuvlsum  apagiprochinaz 

412. 

[donec]  erit  uverde.* 

528. 

torsit  vverfota. 

1290 


1295 


1300 


1305 


1310 


1315 


1320 


1325 


72 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


530. 

licet  nuioz'n. 

191. 

agens  iagont.* 

532. 

agitabat  leitta. 

197. 

niuleet  trosta. 

1330  541. 

deniitte  nideiiaz. 

203. 

olim  nohuvenne.                 1365 

553. 

hie  dar.* 

209. 

speni  trost. 

554. 

[tot]o  ar.* 

223. 

[§ther]e  ar.* 

555. 

stridere  süsvn. 

235. 

fore  uverdan. 

1? 

elTeruere  uzstredan. 

238. 

easiim  missipuri. 

1335  556. 

[trahji  uverdan.* 

240. 

fortuna  scado.                     1370 

^t 

nubes  dichi. 

242. 

[medijis  ar.* 

557. 

iiuani  drüpo. 

245. 

per  ora  novem  aftar  niun 

5> 

de[mittere]  nidar.* 

gimundin. 

561. 

affectat  machot. 

251. 

infandum  honlihe.f 

1340  565. 

tegmine  techi. 

252. 

prodimur  farspildit  iiver- 
den. 

AEN.  I. 

253. 

hie  suslih.                            1375 

8. 

numine  l^so  gitaretero  got- 

254. 

subridens  smilenter. 

heiti. 

261. 

quando  uvanta. 

21. 

superbum,  nobilem  frain- 

262. 

mouebo  uffarscalto.* 

paren. 

266. 

terna  [hiberna]  drisea. 

22. 

uoluere  arleccan. 

)5 

transierunt  furivarent.        1380 

37. 

mene  ninumih. 

267. 

eognomen  miltinamo. 

1345    45. 

turbine  mit  uvinte. 

269. 

iiohiendis  iivaraplihen. 

48. 

gero  tuon. 

272. 

hie  dar.* 

55 

niimen  gotheit. 

277. 

Romanos  rüiiuti. 

81. 

cuspide  stachullo. 

282. 

gentem  togatam  sprahman.  1385 

104. 

prora  prort. 

292. 

eana  altiu.* 

1350  110. 

alto  tiuphi. 

310. 

conuexo  piugin. 

114. 

a  iiertice  fona  *  fornor.* 

313. 

crispans  wennent". 

115. 

in  puppim  in  stivra. 

316. 

threissa  trachiisca.* 

u 

ferit  prah,  sliioc. 

55 

faligat  [equos]  rennit.          1390 

117. 

torquetf  cherta. 

319. 

diffundere  spriten. 

1355  136. 

luetis  fargeltet. 

330. 

fehx  ginadigiu. 

144. 

adnixus  ziiospirdranter. 

335. 

dignor  uvertliho. 

145. 

detrudimt  apaschieltun. 

342. 

fastigia  hohi. 

146. 

aperit  afTanoto.f 

344. 

dileetus  liuper.                    1395 

147. 

perlabitur  sleih. 

348. 

fiiror  uuotunga. 

1360  168. 

hie  dar.* 

350. 

elam  faringun. 

1 74. 

excudit  senrfta. 

353. 

inhumati  unpigrapanes. 

178. 

expediunt  arloslun. 

356. 

nudauit  gioffanota. 

IV.   DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


73 


1400  372. 

390. 

392. 

395. 

400. 
1405  404. 

412. 

421. 

422. 

'  j' 
1410  425. 

426. 

427. 

429. 

430. 
1415  431. 

433, 

436. 

447. 

448. 
1420  449. 

466. 

467. 

468. 

1425  470. 
475. 


476. 

478. 

1430  484, 
490. 
500. 
501 
502 

14.35  512. 
520. 


repetens  uvidarzellant. 
reduces  uvidarfartiga. 
augurium  heilisod. 
turbabat  stoupta. 
Ostia  gimundi. 
uestis  uuat. 
amictu  pivengida. 
magalia  huttvn. 
strepitum  praht. 
strata  [viaruni]  slraza. 
concliidere  zi*piiiahanne. 
senatum  hertuon. 
hie  dar.* 
[rupibjus  ar.* 
qualis  solih. 
adultos  gizogana. 
stipant  dringen. 
thimo  pinasoiigin. 
opulentum  ehtagaz. 
nex^  gihap''ti.t 
stridebat  char. 
uti  uviesa.* 
hac  hier, 
hac  hier. 

cristatus  gichäpoter.* 
prodita  gofanetu. 
impar  ungilihar.* 
congressus      ingagangan- 

genter. 
heret  hafteta. 
inscribitur  girizzan  uvart. 
auro  pi  gold. 
limatis  manilihen. 
[giomerantjiu"  ent.* 
supereminet  iipartriphit. 
temptant  cruuzent. 
dispulerat  zitreip. 
et  coram  data  copia  fandi 

unti*cantiivrti      gigepan 


uvard  ginuhtsami  sp'e- 
channes. 
521.  placido  [pectore]  mämun- 
tero. 

534.  hie  dara.* 

535.  eum  diio.* 

536.  tulit  prahta.  1440 
„      procacibus  frapalden.f 

537.  [per]  inuia  [saxa]  uniuiega- 

samen. 

538.  dispulit  zitreip. 

539.  hoc  dezi.* 

541.  prima  in^uvornantigero.f  i445 

551.  subducere  uzgizuohan. 

552.  aptare  gimachon.* 
559.  freniebant  prahtun. 
562.  seeludite  giuzot. 

574.  agetur  gitan  ist.*  i450 

580.  [erumpere  nubem]  ar.* 

581.  compellat  gisprah. 
599.  egenos  duriftiga. 

606.  geniiere  parun. 

607.  dum  unzi.*  1455 
634.  horrentia  [terga]  egisslia.f 

637.  luxu  lusti. 

„      [splendidja  [domus]  az.* 

638.  instruitur  gimaehot. 

642.  durta  gizoganiu.  i^eo 

648.  ferre  zi  i)ringanne. 

„      [rigent]em  [pallani]  az.* 

649.  uelamen  hullun. 
657.  uersatf  uvarpota. 

659.  dulci  liupun.f  i465 

672.  hospieia  gastiivissida. 

673.  dolis  mit*  pisnvichun. 
„      cingere  piuvahanne.t 

676.  accipe  farnl.* 

698.  eomposuit  gisazta.*  1470 

702.  expcdiunt  arlostun. 


74 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


702. 

tonsis  giscrotanen. 

38. 

et  temptare  unti*  zarsuo- 

704. 

struere  machoonne. 

hanne. 

i> 

adolere  roiichan. 

39. 

scinditur  gisceidan  uvard. 

1510 

1475  707. 

frequentes  manacfalta. 

46. 

machina  girusti. 

711. 

pallam  lachan.f 

47. 

desuper  uon  opani. 

„ 

uelamen  huUun. 

51. 

compagibus    mit*    gifuo- 

712. 

infelix  uvenagan. 

gidun. 

„ 

pesti  palauues. 

52. 

contorsit  giscoz. 

1480    „ 

deuota  uvilügiu. 

61. 

fidens  palder. 

1515 

713. 

expleri  arviillit  uuerdan. 

1^ 

animi  m"otes. 

719. 

miser(i  iro.* 

64. 

ruit  Uta. 

726. 

laqiiearibus  himilezi. 

65. 

crimine  untriuo.* 

728. 

hie  dar.* 

84. 

cassum  darpenten. 

1485    „ 

poposcit  eisgota. 

87. 

incolumis  canzer. 

1520 

732. 

profectis  givaranen. 

92. 

indignabar  zurnta. 

735. 

fauentes  helfent.f 

96. 

lab  es  palo. 

736. 

libauit  guzla. 

100. 

reuoluo  redinon. 

737. 

libato  giruortemo.* 

106. 

pauitans  pipenter. 

•1490    „ 

summo  tenus  zoporost. 

111. 

acerni  acer  mazaldra  inde 

1525 

738. 

increpiians  pisuerientiu. 

dicitur. 

740. 

proceres  hemm. 

119. 

cucurrit  liuf. 

V 

crinitus  mihilfahso. 

120. 

poscat  eiscot. 

745. 

quid  zivuiv. 

121. 

hie  dar.* 

1495    „ 

properent  illen. 

123. 

flagitat  eiseota. 

»1 

tingere  nezan. 

131. 

saera  ophar. 

1530 

750. 

rogitans  fragentiu. 

135. 

delitui  lvsketa,t  farholan 

753. 

age  uuola.* 

uvas. 

754. 

casus  gipuri. 

137. 
139. 

duleis  l'upun. 
piabunt  lirgeltant. 

AEN.  II. 

140. 

quod  dez.* 

1500 

patri^  heimuoti. 

143. 

digna  uvirdigiv. 

1535 

1. 

intenti  anadahtiga. 

145. 

arta  pid'unganiu. 

9. 

suadent  spanent. 

11 

leuari  gilihtit*  uuesan.* 

15. 

instar  in*gilihnussi.* 

149. 

quo  uuare.* 

16. 

intexunt  influhtun. 

151. 

instruetus  giuarnef . 

1505     17. 

uagatur  uvadanota.f 

153. 

non  violabile  [numen]  un- 

1540 

29. 

tendebat  heriperagato.f 

aruuar'Uha. 

34. 

seu  oda.* 

160. 

rependam  firgilta. 

36. 

suspecta  zuruuaro. 

174. 

emicuit  sc'icta. 

IV.    DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


75 


183. 

piaret  gilutarti. 

uparuuntanlih''zit. 

207. 

uoluniine  mit  giuvntnussi- 

332. 

corusco  plechentemo 

1545  209. 

suffecti   [oculos   sanguine] 

333. 

stricta  arzoganiu. 

giuarota. 

336. 

erynis  pagalin. 

214. 

depascitiir  az. 

337. 

quo  dara.* 

224. 

lapsu  sliphe. 

'? 

fremitus  praht.                     1585 

227. 

tremefacta  aroquomanen. 

348. 

[extremja  tun.* 

228. 

insinuat  ingipuosita  sih. 

350. 

aditis  inhusin. 

1550    „ 

scelus  dia*  fratat.* 

351. 

quibus  pi*den.* 

229. 

cuspide  spioze. 

353. 

una  diu.* 

235. 

stupea  hanaphin'u. 

357. 

siccis[faucibus]hungragen.  1590 

237. 

f^ta  [machina]  follas.f 

,, 

per  duruh.* 

242. 

substitit  gistulta. 

366. 

quondam    etiam    uvanta  * 

1555  243. 

inmemores  unpiuvänta. 

ofta.f 

244. 

monstrum  gitroc. 

373. 

feruntque  girouli. 

247. 

quibus  uns.* 

382. 

circumfundimur     pihapit 

253. 

instructis  giuvarneten. 

uurtun*  uvir.* 

256. 

extulerat  uzprahta. 

385. 

hie  dar.*                             1595 

156ü259. 

[cau]o  ar.* 

392. 

accommodat  zuogipant. 

»? 

promunt  uzprahtun. 

396. 

[per]  caecam  [noctem]  fm- 

261. 

lapsi  sliphenta. 

stero.f 

266. 

socios  chuntun. 

397. 

demittimus  frumitun  es.f 

275. 

iaculatus  anasciozanter. 

406. 

speciem  dio*  gisith. 

1565  279. 

compellare  gisprehan. 

410. 

obruimur  [telis]  pivuorfan  1600 

»» 

expromeref  furipringan. 

uvrtun. 

281. 

mor§  tuala. 

415. 

ceu  ioso. 

282. 

ut  vuia. 

5> 

quondam  ofto.* 

286. 

moratur  tualta. 

416. 

( oniiigunt  ringent. 

1570  289. 

culmine  firste. 

417. 

stridunt  diozent. 

296. 

penetralibus  luphuii. 

418. 

fundo  grünte  t  ente.            i605 

298. 

secreta  gisuntrota. 

420. 

agitauimus  iagotun. 

300. 

ingruit  analac. 

422. 

ora  discordia  missahellenta 

301. 

fastigia  die  hoha. 

spraha. 

1575  312. 

tubarum  horno. 

425. 

procumbit  lac. 

316. 

siiccurrit  half. 

429. 

pietas  guoti. 

317. 

elapsus  enpliaraner. 

435. 

grauior  gidiganoro.             1610 

319. 

Sacra  dio  uuihida. 

440. 

testudine  sciltfolche.t 

323. 

summa  [dies]  oparosto. 

442. 

nituntur  spirdretun. 

1580    „ 

et  ineluctabile  unti*  un- 

448. 

strictis  arzoganan. 

76 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


452.  peruius     [usus]     diiruh-  627. 

fartigu.  629. 

1615  459.  in  praecipiti  in*  uohaldi.  630. 

461.  achaica  grecisca.  632. 

462.  circuni  f  umpiturna.  642. 
„  summa  fornahtigiu.  ,, 

463.  labulata  pretir.  645. 
1620  468.  primo  in*  fornantigemo.  646. 

469.  exultat  spilita.  647. 

472.  cxuviis  urslonfen.f  650, 

475.  agitator  tripil,  reitil.  657. 

481.  ore  loche.  666. 

1625  482.  apparet  seein.  675. 

490.  claustra  sloz.  „ 

491.  labatfaz.*  685. 
„  ariete  phetarare.f  ,, 

492.  emoti    [postes]     vzaruue-  698. 

gitiu.  717. 

1630    „  [cardinje  ar.*  763. 

496.  moles  grapun.  764. 

502.  tanta  so  michil. 

511.  axe  [^theris]  halpun. 

520.  istis  suslichen.  23. 

1635  524.  longeuum  langlipen.  „ 

530.  ut  tandem  sosa  er  duoaf        30. 

hitamun,  32. 

„  euasit  intfuor.  36. 

533.  abstinuit  ni*farpar.  53. 

544.  repulsum  uvidarpoUanas.f        55. 

1640  545.  umbone  ranto.  66. 

547.  mea  tristia  facta  mina  za-        75. 

gaheit.  116. 

552.  capulo  [tenus]  hiltis.  123. 

588.  cum  duoa.*  1 25. 

596.  ne  ninu.  127. 

1645  601.  culpatus  der  pisp''ochana.  129. 

604.  ebetat  pitunchlit.  132. 

623.  considere  gisinchan.  136. 

627.  eruere  nidaruverfan.  140. 


minatur  uaagot. 

supremum  zi  iungist.  1650 

ruinam  traxit  archrachat.  f 

expedior  arlosit*  vuart.* 

excidia  flornussida. 

capt^  giuvnnan.f 

iactura  giuvrfida.  1655 

inutilis  unpidarper. 

demoror  duello. 

effusi  gispreita. 

excidit  inslouphta. 

[ut]  cernam  gisahi.  1660 

expertus  antchuniar.  f 

spem  tröst. 

excutere  arrettan. 

restringere  lescan. 

hie  dar.*  1665 

[bell]o  ar.* 

[ineensjis  ar.* 

captiua  giuvnnanniv.f 

AEiV.  III. 

uirgulta  zeinin. 

horrida  [myrtus]  vvasser.     1670 

coit  zisamane  ran. 

insequor  anagigieneh. 

secundarent  girihtun. 

fractae  giuveihto. 

fas  triuva.  1675 

eimbia  napfa. 

arcitenens  pogotrago. 

iuppiter  vuetar. 

uacare  darapan. 

iugis  in  *  spizun.  1680 

concita  horscun. 

hortantur  anaztun. 

optat^  liupero. 

eonubiis  hileiehun. 

animas  ferah.  1685 


IV.    DIE  TEGERNSEKU  GLOSSEN. 


77 


150.  extuleram  pratha.f  390. 

151.  insomnis  slaflosar.  392. 
160.  fug^  farti.  „ 
180.  anibiguani  ziuv''alta.  401. 

1690  182.  exercite  gimuoto. 

198.  inuoluere  piuiengun.  411. 

200.  excutiniur  girrit  uvrtun.  „ 

202.  palinurus  stiuro.  416. 

208.  uemint  zugun.  „ 

1695  217.  proluuies    [ventris]    sciz-      424. 
zata.  „ 

225.  lapsu  fluga.f  425. 

230.  claiisi  piuangana.  428. 

232.  latebris  liolinm. 

237.  disponunt  gilegitum.  430. 

1700  238.  dilaps^  naderslihento.f  440. 

241.  foedare  [ferro]  aruvartan.  442. 

246.  [pector]e  ar.*  446. 

257.  ambesas  [mensas]  'frezana.      449. 

264.  indicit  [honores]- gihiez.  „ 

1705  267.  excussos   [rudentes]    arlo-      451. 

stiu.*  453. 

287.  figoihiench.  464. 

290.  uerrunt  zugun.  466. 

297.  cessisse  zuogen.*  „ 

304.  inanem  [tumulum]  italaz.  467. 
1710  327.  enix^  perinto.*  „ 

„      tulimus  dultuu.  „ 

329.  transmisit  giliez.*  468. 

332.  excipit  arfarta.  469. 

333.  cessit  gigienc.  471. 
1715  345.  cum  duo.  483. 

361.  omina  heio. 

367.  obscenam  uncliuscen.  484. 

„      qu^  [pericula]  vuelihho.  499. 

369.  hie  dar.*  509. 

1720  377.  hospita,  ignota  uinita.  512. 

„      lustres  aruarest.  519. 
383.  inuia  [vial  auvicger.* 


ilicibus  eichin. 

ubera  tilun. 

nati  farhir.  ^^^^ 

nieliboei  [ducisj   meUbeis- 

kin. 
rarescent  tunnent. 
pelori,  Promontorium  hörn, 
cum  denne.* 

protinus  samanthafto.         ^'^^ 
cohibet  piduingit. 
spelunca  hol. 
exertantem  parunten. 
commissa    zisamenegihaf- 

tiu.f 
cessantem  tvuallenten.        ^^^^ 
mittere  gifrumi'  vuirdist.f 
auerna  hella.f 
sechisa  gisuntrotiu. 
impulit  anagistozit. 
turbauitf  gistoupit. 
Situs  die*  gilegida. 
dispendia  ungifuori. 
secto  gigrapaniu. 
dodoneos  epiretisca.* 
lebetas  chezila. 
consertani  gihafta. 
hamis  rigin.* 
triUcem  driliha. 
cristas  capun. 
sunt  vuarun.* 
instruit  giuvarnota. 
picturatas  [vestes]  gipror- 

totiu. 
clamidem  lachan. 
obuia  anavartigiu. 
gremio  in*  parame. 
acta  arlitaniu.* 
e  puppi  a*  stiuro.  t 
Signum  flachala. 


1740 


1745 


1750 


1755 


78 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


520. 

pandimus  spreittun. 

714. 

hie  dar.* 

1760  532. 

torquent  chertun. 

718. 

hie  hier. 

1795 

544. 

arraison^  vuafanliitun.* 

549. 

antemnarum  segalpoumo. 

AEN.  IV. 

550. 

graiugenum  chriehporatio.t 

1. 

dudum  sar.* 

?i 

suspecta  zuruvariv. 

14. 

qug  bella  uueliha  degan- 

1765  551. 

hinc  danua.* 

heit. 

556. 

Iractas  [voces]  diozentiv.f 

55 

exhausta   arlitaniu,    arli- 

558. 

nimirum  giuvisso. 

tana.* 

„ 

caribdis  uvervo.* 

18. 

pertesum  pidrozan. 

561. 

rudentem  [proram]  ruzen- 

55 

led^que  iouh*  dero*  minno. 

,  1800 

taz. 

21. 

sparsos  zistortun. 

1770  562. 

coiitorsit  cherta. 

23. 

impulit  gistoncta. 

569. 

cyclopum  riso. 

55 

flammae  lusti. 

575. 

uiscera  [montis]  stochi. 

25. 

adigat  gitripe. 

577. 

fundo  g'unte.* 

33. 

praemia  liuper.* 

1805 

579. 

insuper  opanan. 

35. 

esto  uvolnu.*                    , 

1775  583. 

monstra  egiso. 

40. 

[hello]  zi.* 

590. 

[maciej     coDfecta    [forma 

41. 

inhospita  ungisuuasiu. 

viri]  gineiztaz. 

53. 

non  tractabile  unfarlih. 

593. 

illuuies  unuuatilihi. 

88. 

min^  spizzun. 

1810 

5> 

inmissa  [barba]  nidergilaz- 

104. 

dotales  uuidalihha. 

zaner. 

114. 

excepit  indeh. 

609. 

agitet  muoti. 

120. 

grandine  ungiuvitire. 

1780  617. 

cyclopis  rises. 

121. 

al^  dei  girit. 

653. 

addixi  zuopimeinta.* 

127. 

hie  suslih. 

1815 

670. 

affectare  zogitöan. 

128. 

annuit  giiazta.f 

676. 

excitiim  gihalitaz. 

130. 

[port]is  ar.* 

682. 

agit  iagota. 

131. 

uenabula  uveidispioza.f 

1785    „ 

quocumque  ettisuvara. 

135. 

mandit  chou.* 

55 

rudentes  seil. 

139. 

fibula  tragafadam,  nusca. 

1820 

685. 

discrimine  untars'eitungo. 

146. 

fremunt  prallten,  f 

686. 

ni  teneant  dassaniethapan. 

151. 

lustra  leger. 

688. 

hostia  gimundi. 

152. 

ferg  uvildo. 

1790  690. 

errata  [litora]  arfarana. 

55 

deiect^  giiagoto. 

696. 

ore  gimundi. 

156. 

acri  equo  snellemo  rosse. 

1825 

5» 

confunditur  gimiscit  uvir- 

158. 

inercia  tragun. 

dit. 

164. 

tecta  studun. 

708. 

hie  dar.* 

166. 

pronuhiaf  himachara. 

IV.    DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


79 


170. 

famä  fonna  uuliumu'te. 

407. 

nioras  tuala. 

1830  171. 

furtiuum  [amorem]  farhu- 

439. 

tractabilis  mammonter. 

lanliha. 

440. 

obstruit  pis'arpta. 

1865 

178. 
180. 
182. 
200. 

irritata  gigremitiii. 
pernicibus  snellen. 
uigiles  [oculi]  uvachaliu. 
uigilem   [ignera]    unarlos- 

441. 
442. 
462. 
476. 

annoso  altemo. 
alpini  alpiscun. 
bubo  avis  üvo. 
exigit  gisuohta. 

1835  207. 

canuii. 
libat  trinchit.* 

482. 
502. 

torquet  inthapS:. 
grauiora  uvntarlihorun. 

1870 

208. 

torques  sciuzist. 

505. 

ilice  eichinemo  uvite. 

216. 

miträ  huote. 

506. 

intendit  pivieng. 

217. 

rapto  huore. 

»» 

sertis  mit*  pluomon. 

237. 

bic  suslih.* 

510. 

chaos  gimischida. 

1875 

1840  239. 

talaria  nechala,  sporun. 

511. 

tergeminam    die*   driual- 

261. 
264. 

nectit  spien. 

stellatus  [ensis]  gisteintaz. 
telas  uveppi. 

513. 
516. 

tun. 

mess^  [herbae]  gisnitaniu. 
prereptus  apagapizaner.* 

266. 
1845  294. 

uxorius  tu*quenoman. 
ocius  sar.* 

5? 

518. 

amor  uvarza. 

recinctä  [veste]   ungagur- 

1880 

297. 

excepit  farna. 

temo. 

302. 

triaterica  orgia  trinahtigun 

547. 

ut  merita  es  so*  du*  scul- 

318. 

sang, 
dulce  liub. 

583. 

digiu  pist.* 
uerrunt  zugun. 

319. 

mentem  sin.* 

593. 

navalibus  scefcartun. 

1850  322. 

pudorem  reini. 

597. 

fides  trivua. 

330. 

capta  pisuichaniu. 
deserta  firlazaniu. 

AEN.  V. 

362. 
368. 

du  dum  sar.* 
reseruo  gisparo. 

69. 
71. 

cestu  plicholpun. 
fauete  giiaezS:. 

1885 

1855  371. 

11 

qu^    anteferani    uvelihiv* 

gisprachi. 
quibus  uveUhen. 

HO. 
116. 
128. 

tripodes  drispissi. 
acri  snellemo.* 
mergis  scarua. 

380. 
385. 
387. 

refello  ni*  falsco. 

[cum]  seduxerit  gisceidit. 

manis  heliigot. 

141. 
146. 
148. 

spumant  ueimtun. 
aurig^  reitiihtiles.  f 
fremitu  prabiit. 

1890 

1860  393. 
398. 

lenire  gilihten. 
carina  podä. 

149. 
151. 

inclusa  [litora]  piuangana. 
elabitur  intfuor. 

399. 

frondentis    [remos]    giu- 
loupiu. 

154. 

discrimine,  spatio  laza,  un- 
tarsceitungo.* 

-1895 

80 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


155. 
163. 

1» 
166. 

]900  170. 
175. 
177. 
180. 

187. 

1905  191. 

193. 
194. 
195. 
196. 
1910  204. 

205. 

206. 

208. 

>i 
1915  „ 

209. 

210. 

214. 

217. 
1920  228. 

242. 

254. 

258. 

259. 

1925  „ 

265. 
267. 
271. 
276. 

1930  278, 
281. 
286, 


superare  uparfaran. 

sine  lä. 

palmula  daz*  ruodar. 

diuersus  danagacherter. 

radit  scar.* 

deturbat  stiez. 

clauum  stuirruodar.  t 

resedit  clepPia. 

^mula  üantlihiii. 

promite  [vires]  ersceinft. 

sequatibiis  ahtlinun. 

prima  dei  furstan. 

ö  iivola. 

extrem  OS  aftrostiin. 

in  procurrentibus  in  scor- 

renten. 
in    murice    in*    spizze,* 

sk''esin. 
illisa  [prora]  anagislaganer. 
trudes  scaltin. 
ciispide  stachiillo. 
contos  stanga. 
expediunt  arlostun. 
successu  fraspootigi. 
pumice  tufsteine. 
radit  sciuzit. 
studiis  ilungun. 
impulit  stiez. 
pr^pes  horsco. 
qui  der.* 
hamis  ringun. 
levibus  siebten, 
agebat  g'"ota.* 
cymbia  na''plia. 
ordine  zilun. 
tortus  givimtannussida.f 
retentat  lezit. 
hostia  gimundi. 
certamine  spile. 


290.  consessii  gisidile. 
„      exstructo  gim^chotemo. 

305.  non  donatus  ungereter.*     1935 

306.  leuato  givurptemo. 
310.  faleris  gisaltalscirren.f 

316.  limen  die*  marcha. 

317.  ultima  uzrostun. 

319.  emicat  scricta.  1940 

326.  elapsus  furifaraner. 

328.  leui  [sanguine]  in*  slepra- 

gemo. 
330.  super  opana.* 

„      madefecerat  ginazta.* 
333.  timo  miste.  1945 

337.  munere  follusti. 

338.  fremitu  prahte. 
340.  consessum  gisidili. 
343.  fauor  folieist. 

358.  fimo  miste.  1950 

360.  refixum  danaginomanan. 

362.  cursus  loufa. 

363.  nunc  duo. 

,,      presens  mahtiger. 
372.  victorem  der*  nu*  vuas*l955 

cbempho. 
426.  in  digitos  in  *  celmn. 
432.  labant  uva"chotvn. 
487.  malum  mast. 
493.  modo  sar.* 

513.  contenta  gidenitiv.f  i960 

546.  inpubis  ungipartun. 
556.  Corona  temo*  ringe. 
559.  flexilis  gipoganer. 

„      obtorti  givuntenes. 
561.  [equus]    albam    ostentans  1965 

frontem  plasas. 
582.  tulere  pralitun,  fuortun. 
585.  impediunt      zisamauahaf- 

tun. 


IV.    DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


81 


593. 
598. 

impediunt      zusamanemi- 

haftun.  t 
rettulit  auarta.* 

78. 
80. 
92. 

[pector]e  ar.* 

fingit  hasnota. 

quas  [gentes]  vueliha. 

1970  630. 

642. 

hospes  iivirt. 
conixa  spirdrentiu. 
coruscat  uveniienta. 

106. 

116. 

non  noh.* 
quando  vuanto.* 
orans  pitenter.* 

2005 

648. 
654. 

Spiritus  paldi. 
ancipites  zuivalten. 

120. 
150. 

canoris  lutreisigan. 
incestat  gunfrovuit. 

1975    „ 
665. 
687. 
692. 
694. 

malignis  zornagen. 
perfert  sageta. 
exosus  leidezenter.  t 
dimittef  frumi. 
more  pilida. 

165. 

173. 
181. 
182. 

accendi|fe  [cantu]  zianaz- 

zana." 
exceptum  arfärten. 
trab  es  gipretta. 
montibus  ar.* 

2010 

1980  713. 

trade  pivilih. 

196. 

ne  defice  ni  gisuihc. 

714. 

pertaesum    est     pidrozan 

205. 

uiscum  mistil. 

ist.* 

[viscus   nascitur]  de   fimo2015 

733. 

congressus  meos  mina*ga- 
gangenni. 

turdelarum   auiv   id  est 
dröscha. 

758. 
768. 

forum  dincstat. 
non  tolerabile  [nomen]  un- 
fartragantlihiu.* 

209. 
211. 

crepitabant  chlafotun. 
brattea  pleh. 
cunctantem  tualoten. 

19S5  778. 

779. 
794. 

uerrunt  zugun. 
exercita  gigruoztu. 
foede  unchuscho.* 

219. 
238. 

expediunt  uzprahtun. 
scrupea    [spelunca]     stei- 
nigaz. 

2020 

806. 

807. 

[cum]  gemerent  duzun. 
euoluere  uzarprechan. 

240. 
241. 

[atrjis  ar.* 
faucibus  enginotin. 

1990  816. 
842. 
852. 

permulsit  gitrosta. 
[or]e  ar.* 
clauum  ruodar. 

244. 
245. 

conuexa  piugun. 
inuergit  anasuanh.f 
sumraas  fornantigiu.f 

2025 

855. 

857. 

quassat  sprangta. 
laxauerat  inliez. 

carpens  prechentiu. 
saetas  harint.* 

AEN.  VI. 

251. 
255. 

sterilem  [vaccam]  glalta. 
sub  umpi.* 

1995      3. 

dente  chraft.f 

257. 

ululare  gilon. 

2030 

5. 

19. 
51. 

pretexunt  piviengun. 
remigium  [alariim]  fluc* 
cessas  gipis.* 

269. 
270. 
271. 

uacuas  vuitun. 

maligna  [luce]  tunchalemo 

ubi  sosa.* 

62. 

fuerit  vuas.* 

278. 

consanguineus  giP'anger.i 

2000    74. 

ne  manda  ni*  pivilah. 
Z.  f.  D.  A.  neue  folge  III. 

2S1. 

innexa  gipuntiu.f 
6 

2035 

82 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


291. 

strictani     [  aciem  ]     arzo- 

493. 

frustratur  trouc. 

ganaz. 

496. 

populata  pistüpl&a. 

300. 

inculta  unpiselianiv. 

513. 

ut  sosa.* 

301. 

sordidus    [amictus]     un- 

514. 

[ut]  egerimus  arleittun. 

supra. 

517. 

chorum  cart.* 

302. 

subigit  uphtripit. 

523. 

[tect]is  ar.* 

2040  306. 

defuncta  hinagiuarana. 

524. 

emouet  ginam.* 

310. 

lapsa  risantiv. 

527. 

famam  unliumunt. 

313. 

primi  eristun.* 

529. 

hortator  anazari. 

?) 

mittere  früinan. 

530. 

instaurate  fargeltet. 

315. 

tristis  cremizziger. 

531. 

fare  sage. 

2045  316. 

arcet  treip. 

533. 

fatigat  muoit. 

324. 

cuiiis  degotespi.* 

535. 

vice  uuesle. 

336. 

iuuoluens  pifahenter. 

537. 

traherent  irleittin. 

352. 

cepisse  neäraan.* 

542. 

elisium  [iter]  sunnalihiu. 

353. 

excussa  [navis]    aritaletaz, 

551. 

sonantia  [saxa]  chlafenta. 

girtaz. 

554. 

stat  storrfta. 

2050  360. 

capita  [montis]  spizza. 

559. 

hausit  firnä. 

389. 

quid  ziv.* 

563. 

insistere  anagisteiphan. 

i) 

istic  dar.* 

568. 

qu^  uveliho. 

390. 

noctis  sopor^   suepililiero 

572. 

intentans  trouventiv. 

naht.* 

573. 

stridentes  charrenta. 

412. 

detiirbat  stiez.* 

j' 

sacr^  leidsamo. 

2055    „ 

alueo  in*  runsi. 

576. 

hydra  u^Tm. 

413. 

gemiiit  quar. 

586. 

flammas  plichi.* 

416. 

exponit  uparsazta. 

593. 

contorsit  scoz. 

418. 

personal  pillit. 

597. 

porrigitur  gistrechit  vuas 

422. 

resoluit  nidirlegita. 

599. 

rimatur  crupilota. 

2060  424. 

occupat  piuiienc. 

603. 

imminet  opa  vuisit. 

425. 

eiiadit  intfuor. 

605. 

maxima  herosta. 

430. 

danmati  givuizaneta. 

609. 

pulsatus  fartripaner. 

11 

crimine  inzihti. 

611. 

qu?    [maxima    turba    es 

433. 

discit  pivindit. 

dero.* 

2065  436. 

quam  uvief  filo  so. 

613. 

ueriti  furihteuta. 

471. 

quam  denne. 

614. 

ne  quere  ni*  sochi,*  ni 

i> 

silex  flins. 

suochi. 

474. 

respondet  gihal. 

M 

expectant  dolonth. 

481. 

fleti  pirozana. 

617. 

districti  ziprottana. 

2070  488. 

discere  gieischon. 

621. 

auro  pigold.* 

2075 


2080 


2085 


2090 


2095 


2100 


2105 


IV.    DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


83 


622. 

2110  627. 

629. 

630. 

631. 

646. 
2115    „ 

647. 

653. 

659. 
2120  664. 

665. 

668. 

676. 

679. 
2125  681. 

686. 

694. 

699. 

705. 

2130    „ 
718. 
727. 
729. 

5) 

2135  731. 
732. 
737. 
742, 
743, 

2140  746, 
748. 
750, 
760, 
763 

2145  765 


leges  uvär. 
precio  mi&o. 
percurrere  arredinon. 
susceptum  hiiitarstantanaz. 
[caminjis  ar.* 
fornice  suipago.f 
obloquitur  liudota. 
numeris  ritmusen. 
discrimina  untarqueitunga. 
pectine  zitarphinne. 
gratia  livpa. 
amnis  ransi. 
merendo  giarnento. 
cinguntiir  pivuangan.f 
extantem  upartrefanteii. 
sistam  darapringo. 
penitus  fila.* 
recolens  zellenter. 
[genjis  ar.* 
quam  [metui]  uueih.* 
simul  sar.* 
letheum    [amnem]    agezi- 

linun. 
placidas  [domos]  stilliv. 
[l§ter]e  es.* 
agitat  uvegit. 
marmoreo  epanemo.f 
equore  epanoti. 
noxia  [corpora]  simliga. 
hebetant  tunclent. 
excedunt  infallant. 
eluitur  fargoltan  uvirdit. 
manes  vuizzi. 
exemat  gineme.  f 
rotam  umpivart. 
conuexa  piugun. 
purä  [hastä]  paremo.f 
postuma  [proles]  uparlepaz. 
educ(;t  ziuhit. 


768.  reddet  gauaril. 
775.  Inui  pänuses.* 
785.  turrita  gihuf'a''tiu.t 

799.  hoirent  fiirihtent. 

800.  gemini  [Nili]  runsigero.       2150 
„      Ostia  glmundi. 

803.  placarit  gistiiti. 

804.  pampineis  repalilien. 

813.  resides  traga. 

814.  desueta[agmina]  intvonata.  2155 

815.  iactantior  gimeitoro. 

831.  instructusf  giuvarnoten. 

832.  ne  nein. 
835.  [uian]ii  ar.* 

846.  cunctando  tualonta.  2iG0 

847.  exciident  zeinnent. 
„      spirantia  susontiu. 

849.  orabunt  redinonth,  pitten. 

850.  describent  zeigont. 

858.  sistet  gistatigot.  2165 

„      eques  reitman. 

„      gallum  uvestarliiti. 
861.  forma  uvathlihi. 
865.  instar  anauvani. 
871.  nimium     potens     zi*vilo*2i70 

chreftigiv. 
876.  quondam  ionaltres. 
894.  qua  dar.* 
898.  [portjäar.* 

AEN.  VII. 

8.  adspirant  uvatun. 
24.  fugam  fart.f  2175 

30.  fluvio  runsi. 
40.  reuocabo  redinon. 
48.  accipimus  iirneman. 
60.  comä  uuiphile. 
103.  premit  firsuigeta.  2180 

105.  cum  duo.* 

6* 


84 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


109. 

liba  flädim. 

248. 

uestes  uuat. 

111. 

soluni  mensam,  hero. 

253. 

moratur  uvonata. 

„ 

aiigent  giluodun. 

255. 

profectum  givaranen. 

2220 

2185  113. 

penuria  zadal. 

258. 

occupet  piuieegi. 

114. 

uiolare  prechan. 

262. 

opulentia  ehtiga. 

115. 

crusti  stuchi.  * 

265. 

ne  exhorrescat  ni*  leideze, 

119. 

pressit  gisueigit. 

267. 

mandata  inpot. 

125. 

accisis  frazanen.f 

277. 

instratos  [alipedes]  gisata- 

•2225 

2190  127. 

aggere  grapin.* 

lotiv. 

129. 

[positurja  [fames]  er.* 

278. 

monilia  in  furipuogin. 

150. 

diuersi  ziuvorfana. 

279. 

mandunt  chuvn. 

153. 

oratores  [centum]   sprah- 

281. 

[narib]iis  ar.* 

manno. 

282. 

d^daia  listiga. 

158. 

primas  [sedes]  fornantigen. 

283. 

creauit  gimachota. 

2230 

2195  159. 

piiinis  spizen. 

289. 

bachino  hörne. 

?5 

aggere  grapin. 

295. 

capi  floran  werden. 

5) 

cingit  pivieng. 

299. 

infesta  arpolganiv. 

164. 

lenta  [spicula]  uveicha. 

303. 

conduntur  gistedit  sint. 

165. 

contorqueut  scuzzun. 

ji 

alueo  runsi. 

2235 

2200    „ 

ictu  uvrphe. 

306. 

antiquam  addaliiha. 

172. 

horrendiim  egilih.* 

308. 

inausum  [nil]  ungitorranes. 

173. 

hinc  dauna.* 

309. 

quae  ih. 

174. 

curia  sprahhus. 

310. 

[vincjor  uvirdo.* 

184. 

captiui  [currus]  giuvnnano. 

311. 

usquam  est  ionar*ist.* 

2240 

2205  188. 

trabeä  trempile. 

313. 

esto  daz*  si*  nu*  so.* 

215. 

regione  halpo. 

315. 

trahere  giiengan. 

222. 

quanta  uvie.* 

316. 

exscindere  giuverran. 

223. 

tempestas  iirliugi. 

319. 

pronuba  himachara.* 

226. 

submouet  cisceidit. 

320. 

cisseis  ziseischa.* 

2245 

2210  228. 

diluvio  iirliuge. 

?> 

iugales  [ignes]  gihileihiv. 

?» 

tot  uvole.* 

322. 

funest^  [ted^]  relihlia. 

231. 

indecores  unera.* 

324. 

hictificam       uvoftentun, 

232. 

[neque]  abolescitf  ni  far- 

vuoftf  machentun.  t 

tigilot.  t 

332. 

operam  folie'st. 

V 

gracia  huldi. 

?» 

infracta  givuehta. 

2250 

2215  235. 

fide  triu'^o.* 

336. 

uersare  giuverran. 

>) 

expertus   arfindenter  in'* 
en  uvas.* 

349. 

[inter]  leuia  siebten, 
lapsus  slihenter. 

211. 

repetit  uvidarferit. 

350. 

adtactu  inphuntnussidu. 

IV.  DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


85 


2255  352. 

[ingens]  der.* 

463. 

virgea  [flamma]  spahhiner. 

5» 

t^nia  nestila. 

») 

costis  zargun. 

359. 

exiilibus  elilentiin. 

V 

undantis  uvallantes. 

370. 

dissidet  missihillit. 

464. 

iiis  noth. 

371. 

[si]  repetatur  gizalt  uvirdit. 

466. 

nee  capit  ni*  hapöc. 

2260  372. 

patres  fordrun. 

468. 

primis  den*  furistiin. 

374. 

penitus  tiiipho. 

469. 

finibus  fonna*  marchuu. 

375. 

per[errat]  ar.* 

470. 

uenire  pringan. 

378. 

quondam  ofto.* 

472. 

exhortantur  pih'eizzun. 

>? 

turbo   cholz   l   urdrasil   I 

478. 

cursu  rennii"go.t 

zuotripil  l  tobf  l  uviruil 

483. 

praestanti  frbmparenio. 

I  trennila  l  zeJlo. 

484. 

ubere  iitrin. 

2265  380. 

actus  gitrapäner.f 

485. 

parent  hanctun. 

?' 

habenä  mit  rivmin. 

487. 

imperiis  z.*lp-:  t  ::n. 

381. 

supra  dar*  opana. 

488. 

intexens  rtechtentiv. 

382. 

volubilebuxum  cholzuvarp- 

491. 

errabat  uveidota. 

lihun. 

493. 

uenantis  iagontin. 

383. 

plag^  die*  slegi. 

494. 

commouere  arraortun. 

2270  384. 

agitiir  gimuot. 

?7 

secimdo    [fluvio]    rinnan- 

390. 

thyrsos  torsum.f 

tero.* 

393. 

agit  muoita.  f 

495. 

leuaret  gilihti. 

396. 

hastas  tamarun. 

497. 

spicula  scefti. 

397. 

feruida  zornagiv. 

501. 

gemens  [quadrupes]  que- 

2275  399. 

[torquens]  umpi.* 

rantaz. 

405. 

agit  moita. 

506. 

torre  prante. 

407. 

uertisse  givuerran. 

?' 

obusto  zusctemo. 

411. 

ardea  heigaro.  f 

509. 

coactis  ingislaganen.f 

416. 

transformat  firpilidota. 

510. 

scindebat  chloup. 

2280    „ 

aniles  gravua. 

5) 

Spirans  fn  •;  hanter. 

417. 

rugis  zugun. 

)? 

immane  xngkmfzkgp.' 

418. 

innectit  anapant. 

513. 

canit  pl .  es. 

421. 

fusos  fargozana.f 

514. 

intendit  s  i  •  oht:* 

424. 

abnegat  arzihit. 

9» 

protinus  samathafto.* 

2285  425. 

ingratis  leiden. 

525. 

ancipiti  zuiuvassemo. 

440. 

effeta  arschapanio. 

n 

decernunt  scidotun. 

443. 

tueri  pischan. 

526. 

seges  dichi. 

450. 

reppulit  irstovita. 

527. 

lacessita    [aera    sole]    gi- 

453. 

formidine  plodi. 

flanztiu,  piscinaniv. 

2290  462. 

sonore  prastode. 

528. 

albescere  g:ns:n. 

2295 


2300 


2305 


2310 


2315 


2320 


86 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


529.  allius  liohora. 
531.  stridente  nizuiitero, 
541.  promissi  des*ciheizas.* 
2330  566.  urget  piphaliit. 

„      utrinique  iouvedarhalpiin. 
„      fragosis  chlafonten. 
583.  ilicet  sar.* 
590.  fremunt  diozent. 
2335  591.  c^cum     [consilium]     un- 
friiota. 

594.  fraiigiinur  giuveihit  uver- 

den. 
,,      procellä  mit  undanche. 

595.  sacrilego  fartanemo.  f 
599.  [spolijor  iivirdo.* 

2340  610.  i-übora  sterichi. 

615.  conspirant  p.h:zent.* 
„      assensu  iuchqu&ani. 

616.  indicere  gipiotan, 
622.  ferratos  giisarnta. 

2345  623.  inexcita  ungigruoztiu. 
624.  pedes  fendo. 
„      altis  az.* 

626.  tergunt  furptun. 

627.  aruiiiä  spinte. 
2350    „      subigunt  uvaztun.* 

631.  turiger«^  dio  turritragiin. 

633.  umbonum  rantpogono. 

634.  ducunt  zugun. 

636.  cessit  gigiench. 

2355    ,,      requoquunt  zigiranton.  f 

637.  Signum  heripouchan. 
653.  Igtior  rihora,  vukrdkgprb. 
657.  insigne  zieri. 

665.  mucrone  suertstapa. 
2360  666.  pedes  fendo.* 

„      torqucns  tragenter. 
667.  inpexum  [tegumenj  ungi- 
slralta.* 


667.  s^tä  hare. 

669.  innexus  piuanganer. 

675.  centauri  risi.  2365 

687.  liuentis  plavues. 

688.  galeros  huoti. 

689.  capiti  demo*  e.* 

690.  pero  zuhalinc,  päsocha. 

693.  resides  az /e/ t/.*  2370 

694.  retractat  hantalota. 

695.  hi  die.* 

„  ^quos  ri^'tgffrna. 

696.  hi  die.*' 

707.  instar  gilihnussi.  2375 

722.  pulsu  slagode. 

725.  rapit  prahta. 

730.  aclydes  giscoz. 

731.  flagello  zoome. 

732.  falcati  [enses]  gifalztiu.       2380 

740.  malifer^  opaztragun. 

741.  torquere  sciozan. 

742.  de  subere  fonna*  saplie. 

743.  aerat^  [pelt^]  giertiu. 

751.  super  [galeam]  opa  demo.  2385 

767.  distractus  ziprohcaner.  f 

,,  turbatis  zisto"pten. 

770.  indignatus  zurnater.  f 

776.  ubi  dan. 

780.  effudere  arfaltun.  2390 

785.  iubä  zatun. 

786.  sustinet  inthap&a. 
„  [faucibjus  ar.* 

803.  hosf  super  zuo  za  den. 

805.  colo  rocho.  2395 

„  calathis  sumpri.  -o 

815.  velet  piliengi. 

AEN.  VIII. 

5.  coniural  gipiheizota.* 

7.  coKunt  samanotun. 


IV.   DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


87 


2400     15. 

quid  uvaz.* 

245 

25. 

laquearia  himilezza. 

253 

39. 

ne  absiste  nigisuih. 

256 

45. 

ubera  tilun. 

260 

50. 

expedias  gifrümes. 

?? 

2405    62. 

flumine  runsi.* 

261 

80. 

instruit  giuvarnota. 

276 

118. 

egere  iagotun. 

280 

143. 

fretus  gitroster. 

284 

144. 

neque  pepigi  ni  *  gidingota. 

285 

2410  151. 

spectata    arsuohtiu,*    gi- 

289 

pe'ztiv. 

290 

154. 

ut  uuie.* 

293. 

155. 

accipio  farriimo. 

314 

160. 

uestibat  pif'enc. 

316 

172. 

quando  uuenna. 

317 

2415  176. 

locat  sazta. 

n 

177. 

uillosi  zatohtemo. 

326 

178. 

solio  acerno  mazaltrinemo 

sezale. 

329. 

181. 

laborat^    cereris     uuahes 
protes. 

334. 

>» 

ministrant  scanctun. 

342. 

2420  187. 

superstitio  uparuengida. 

344. 

?) 

[ueterumjque  oda.* 

191. 

disiect^  ziuiiorfano. 

361 

195. 

inaccessam  [spelimcam]  un- 

V 

zuofartigaz.  f 

364. 

203. 

hac  hier. 

374. 

2425  210. 

[caudä]  pi.* 

386. 

213. 

moueret  tripi. 

391. 

215. 

[omn]e  [nemus]  er.* 

220. 

dolor  zorn.* 

392. 

?» 

nodis  masurun. 

395. 

2430  223. 

ilicet  sär.* 

226. 

quod  [saxum]  der.* 

396. 

227. 

obice  grintile.* 

402. 

233. 

precisis  scorrenten. 

403. 

243. 

penitus  ticcho. 

404. 

superque  iouh*üpanau.*     2435 

cecä  fi"^trero. 

non  tulit  ni*  fardulta. 

complexus  druchenter. 

aogit  duang. 

elisüs  spolchcntun.  2440 

cum  duoa.* 

deuexo  inneigtemo. 

oneratis  giladanen. 

Salii  tümara. 

eliserit  fircnusita.  2445 

disiecerit  zivurfi. 

nubigenas  uuolcporanun. 

indigen^  hinna. 

cultus  pisehini. 

componere  gimachon.         2450 

parto  garauuemo. 

decolor     [aetas]      ungili- 

haz. 
[posuit]  nider.* 
ineluctabile  unuparuvntan- 

lih. 
asylum  fecta.  2455 

panos   lycei   des   liceiskin 

panos. 
foro  dinchuse. 
lautis  uuiten. 
aude  giturris. 

dum  unzi.*  2460 

excidium  floramissida. 
[non    secus]    atque    olim 

denne*  ofto.* 
rima  scruntussa. 
ex  alto   [causas  petis]    so 

ingirivno. 
quo  uvare.*  2465 

[feiT]o  ar.* 
absiste  stalgip. 
indubitare  zuiflon. 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


407. 

abact^  arlitanero. 

571. 

neque  uiduasset  nirstivfta. 

2470  408. 

cum  sosa.* 

577. 

quemuis    [laborem]     eina 

409. 

tolerare  [vitam]  leitan. 

iouveliha. 

?> 

colo  rocho. 

584. 

sublapsum  in  üniahti  uver-  2505 

410. 

sopitüs  pirchhanun. 

danten. 

412. 

peiiso  uuichillne. 

585. 

equi latus  girit. 

2475  420. 

stridunt  susen. 

595. 

agniine  scaro. 

423. 

hoc  tum  dara*duoa.* 

616. 

sub  aduersä  unter  gagan- 

424. 

exercebant  zouuitun. 

uuartöro.  f 

426. 

iam  parte  politä  giu*gifio- 

7? 

posuit  leinta. 

lotemo  teile.* 

623. 

inardescit  arscinit.              2510 

429. 

imbris  torti  giridanes  re- 

625. 

non  enarrabile  unarrahint- 

ganes. 

liha. 

2480  432. 

sequacibus  ahtalinen. 

627. 

uatum  uvizintuoma. 

436. 

polibant  hasnotun. 

631. 

vbera  tilun. 

441. 

usus  duruphtiist. 

636. 

cave§  ränges.* 

445. 

sortiti  teilenta. 

55 

circensibus  ri"gin.              2515 

446. 

vulnificus   [ensis]    uuntun 

643. 

dictis  in*gih''zun. 

tuontaz. 

650. 

uellere  prehhan. 

2485  448. 

septenos  sipunfalta. 

654. 

culmo  stroe,  scoupe,  halme. 

?? 

[orbibus]  den.* 

660. 

virgatis  ingagärtoten.  f 

449. 

impediunt  zisamanehaftun.* 

661. 

alpina  [gaesa]  alpisca.          2520 

450. 

tingunt  naztun. 

662. 

scutis  longis  taratela. 

451. 

gemit  quar. 

664. 

lapsa  [ancilia]  quemana.  f 

2490  460. 

pantherae  terga  crusina. 

665. 

extuderat  arhüop. 

»? 

retorquens     uuirdamver- 

666. 

pilentis  vuaganun. 

f anter. 

674. 

uerrebant  chertunt.|         2525 

465. 

matutinus  giziter. 

690. 

conuvlsum  aruvalz'en. 

470. 

quo  dir. 

691. 

reuvlsas  arlösto. 

481. 

florentem  dihenta. 

694. 

[stuppeja  [flamnia]  er.* 

2495  500. 

quos  ivuih. 

707. 

uidebatur  gisehan  uuard. 

516. 

militiam  daegonod. 

710. 

ferri  giuuorit  uuesan.          2530 

532. 

hospes  uuirt. 

711. 

corpore  [maerentem  INilum] 

534. 

missuram  sentan  scolonta.* 

runsi.* 

535. 

ingrueret  analagi. 

712. 

ueste  aho. 

2500  538. 

quas  [poenas]  vuelihu. 

722. 

ordine  zilun.* 

542. 

,  sopitas  gidrehanetun. 

723. 

quam    uari^    so*    missi- 

543, 

,  hesternum    [larem]    erta- 

liho. 

gigaz. 


724.  discinctos  ungigurtun.        2535 


IV.    DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


727. 

extremi  entroston. 

185. 

728. 

pontem  pruccun. 

188. 
204. 

AExX  IX. 

216. 

26. 

uestis  uuati. 

?i 

29. 

Septem    sedatis    amnibus 

220. 

sipun  stillen  risim. 

222. 

2540      „ 

altus  tiupho.f 

227. 

31. 

alueo  in  *ninso. 

228. 

34. 

mole  uueri. 

230. 

38. 

condunt  statotiin. 

231. 

40. 

fortuna  not. 

235. 

2545    42. 

aggere  mit'  krapin. 

269. 

44. 

obiiciunt  zuopitatun. 

272. 

46. 

agmen  heii. 

2S0. 

49. 

[am-e]a  [galea]  er.* 

284. 

60. 

super  iimpi. 

289. 

2550    71. 

feruidus  iliger. 

318. 

86. 

acernis  mazaltrinen. 

321. 

97. 

immo  mer. 

324. 

)» 

ubi  sosa.* 

?» 

105. 

adnuit  gihiez. 

325. 

2555    ,, 

tremefecit  giscutta.f 

327. 

107. 

inim'ia  daz  miida'mo'ti.f 

331 

118. 

modo  ziimis. 

337 

122. 

turbatis  gistoiipten. 

341 

"? 

cunctatiir  tualota. 

345. 

2560  123. 

reuocat  gistulta. 
pedem  runs. 

348 

125. 

nitro  darazuo. 

350 

135. 

extinguere  zistoaran . 

139. 

modo  [nunc]  noh.' 

353 

2565  141. 

mor^  tuala. 

354 

150. 

c^co  [alvo|  iQ*finst'ero. 

5" 

163. 

[uirfoj  demo.* 

363 

168. 

pontes  hurdi. 

366 

»» 

propugnacula  prustu'eri. 

2570  170. 

uocarent  gruoztin. 

)' 

184 

dudum  sar.' 

367 

agitat  mihi  spenit  mih. 

procubuere  giliccent. 

quo  dara.* 

persequitur  gifolgS:.  2575 

nee  curat  ni*ruabta. 

statione  uuarto. 

animalia  uuihtir. 

adnixi  linenta. 

[camp]i  es.*  2580 

mor^  dero*  tualo. 

trepidos  iliga.* 

insidiis  mi'spehungun. 

excipiam  uzgi.' 

insuper  bis  zuo  za  desen.  2585 

tantum  suedarsosa.* 

excedentem  danafaranta. 

spem  trost.* 

uoeat  suohit. 

uasta  uuosto.  2590 

exstrnctus  gihufarter. 

[tot]o  ar.* 

augur  heilisari.f 

temere  unredahapta. 

singultantem  fnesgezente.  2595 

inpastus  hungrager. 

perfurit  uvotta. 

comminus  samathafta. 

refert  [vina  cum  sanguine] 

louuita. 
religatos    [equos]    gispan-  26ü0 

naniu. 
absistamus  uuesanlazamen. 
poenarum  slabtono. 
exhaustum  gitan.* 
babilem  gimahen.* 
instructa    [legio]     giuuar-  2605 

notaz. 
moratur  uuarapota. 
responsa  impot. 


90 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


373.  haiid  temere  unredihapl.  561. 

377.  [a{l]diuorcia  cherun.  562. 

2610  378.  coronant  pifiengun.  574. 

380.  horrida  [silva]  uuasser.  584. 

389.  perplexum  [iter]  giuuntana.  585. 

391.  obseruata     uuidarigiiiuar-  592. 

tetiu.  594. 

395.  fraude    [loci]    fonna    un-  597. 

cliundi.  606. 

2615  417.  [tepefactja  [hasta]  er.*  612. 

419.  quo  dara.*  613. 

428.  tantum  zisolihemo.  „ 

„      nimium  ungimeze.  615. 

429.  adactus  [ensis]   angislaga-  619. 

nas.  t 

2620  432.  conlapsa  [cervixj   piualla-  639. 

ner.  662. 

434.  lasse  uueih''emo.  666. 

438.  comminus  samanthafto.  679. 

439.  proturbant  stiezun.  „ 

„      rotat  uuarpta.  684. 

2625  441.  aduerso  ingaganchertemo.  687. 

445.  non  eximet  ni*  ginimit.  689. 

446.  capitolii  hohgizinpres.  693. 
466.  diiri  ch"imun.  694. 
474.  [manib]us  ar.*  702. 

2630  497.  infract?  giuueihto.  703. 

506.  Corona  ring.  704. 

508.  contis  stangun.  705. 

516.  contendere  fehtan.f  706. 

525.  ediderit  gifrumiti.  „ 

2635  529.  opum  hilphono.  708. 

536.  residunt  intuichun.  710. 

538.  fr a göre  falle.  „ 

543.  furtini  faholanc.  t  715. 

550.  inicit  anagituot.  723. 

2640  553.  pedibus  longe  melier  filo*  729. 

gizeliro.  730. 

559.  reuellit  aprah.  735. 


pedibus  chloun. 

multis  managen. 

strinxerat  rizta. 

habenä  rivmin.  2645 

liquefacto  gigoz^anemo.* 

relatu  mit*  sceltun. 

ferebat  ruota. 

qui  uuiliha. 

teritur  ginozan  uvirdit.*     2650 

cordi  zi  herzin. 

manicas  zistellun. 

mitr^  gaphun. 

biforem  [cantum]  zuifaltes. 

nemo    equino    russinero  2655 

senauvn. 
iure  pi  rehte. 
amenta  laäzt. 
quam  [multä]  mit*so.* 
capita  uuiphila. 

nutant  uuagun.  2660 

posuere  legitun. 
pro[currere]  fora.* 
turbanti  iagontemo. 
agebat  zuoprahta. 
nothum  zuitarn.  2665 

falarica  phetarari. 
terga  huti. 
squamä  amaringe. 
nee  sustinuit  n*inthapa:a. 
gemitum  [dat  tellus]  tuni.    2670 
intonat  cblap''da. 
pila  girusti. 
inlisa  anagislagana. 
recumbit  ligit. 

stimulos  acres  chfioni.        2675 
exclusos  giuzota. 
tremunt  pip&un. 
[clipejo  ar.* 
nee  cohibet  ni*piuahit. 


IV.  DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


91 


2680  741. 

intorquet  scoz. 

181. 

uersicoloribiis     niissaua- 

743. 

detorsit  daiiacherta. 

rauven. 

745. 

is  solih. 

188. 

insigne  zierida.                   ; 

758. 

egit  treip.* 

192. 

duxisse  piziiihan. 

759. 

principio  sar.* 

196. 

minatiir  risota,  uvagota.* 

2685    „ 

poplite  chnioradin. 

198. 

ciet  leitta. 

767. 

occupat  pifienc.      * 

205. 

benaco  gartse. 

770. 

iinguere  [tela]  ziliipponne.* 

210. 

exterrens  pru'tenter. 

778. 

deinde  hinnan. 

251. 

conuexa  piugun. 

782. 

ediderit  gifrumit. 

273. 

lugubre  chlagal'ho.* 

2690  797. 

uertit  iagota. 

275. 

contristat  pitunchilit. 

803. 

subsistere  inthapen. 

279. 

esto  uuese. 

806. 

fatiscunt  prastun. 

280. 

referto  pringe.* 

807. 

[capitji  ar.* 

291. 

inofFensum  [mare]  unuvi- 

809. 

[tot]o  ar.* 

darpollanar. 

2695  810. 

respirare  zigafnehanue. 

296. 

statione  stedi.* 

811. 

aeger  qhumich. 

302. 

inflicta  [puppis]  anagisto- 
zanas. 

AEN.  X. 

303. 

sustentata  [puppis]  gistuir- 

8. 

abnueram  uvirdrota. 

taz. 

29. 

uulnera  leid. 

329. 

partim  teilun. 

30. 

demoror  peitan. 

11 

resultant  uvidarpullun. 

2700    42. 

nil  moueor  ni  muomih. 

339. 

tenoreraf  dunst. 

58. 

dum  unzi.* 

343. 

perstrinxit  girizta. 

65. 

quisquam  uuer.* 

348. 

[or]e  ar.* 

81. 

potes  mahtost. 

376. 

pontus  uvahc. 

85. 

et  [absit]  ioraer.* 

380. 

uellit  uvalzta. 

2705    89. 

nos  uiiir. 

383. 

non  occupat  noh*  ni*  pi- 

97. 

adsensu  gizöi)''ti. 

schiräta.  f 

98. 

fremunt  diozent.* 

388. 

incestare  givnne'nan. 

99. 

prodentia  [murmura]  offa- 

395. 

micant  sprataloton.  f 

nonta. 

414. 

[elatam  in]  iugulum  slag. 

105. 

quando    quidem    uuanta* 

418. 

sacrarunt  pimeintun. 

nu.* 

420. 

[ferro,  quod]  missile  libro 

2710  111. 

exorsa  pigunsti. 

uvruflihaz  uvenno. 

161. 

affixus  zuogahafter. 

451. 

coit  giran. 

169. 

corithi  pogascheidi. 

453. 

comminus  zisamane. 

173. 

expertos  [belli  iuvenes]  an- 

473. 

emittit  uuarf. 

chundiga.  f 

474. 

[vagin]ä  ar.* 

2715 


2720 


2725 


2730 


2735 


2740 


2745 


Ö2 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


477.  strinxit  rizta.* 

478.  pr^fixtum  gista'ten.* 
481.  terga  lihhi. 

2750  493.  paruo  piliizigemo. 

497.  cesa  foede  unchuscho*  ar- 

slaganiu. 
499.  potitus  niozenter. 

501.  siiblata  [mens]  ginomaner. 

502.  emptum  gichiiofit  f  hapen. 
2755  518.  inferias  opähar. 

525.  talenta  givuagi. 

526.  facti  giuuorahtes. 

527.  infectique     iouhiingiuiio- 

rahtes.  t 

531.  parce  spare. 
2760    ,,      commertia  uuantalunga. 

545.  orbem  ring.* 

552.  impedit  stiez. 

554.  deturbat  stiez.* 

567.  stringeret  zugi. 
2765  569.  quin  ecce  nupaouh. 

573.  rapiunt  ziprahun. 

576.  rotat  vuarpta.* 

586.  proiecto  farstra'^temo. 

588.  inguen  lanchun. 
2770  589.  moribundus  stiripiger. 

595.  delapsus  giuallaner. 

597.  uir  gomo. 

602.  torrentis  drates. 

633.  misit  giliez. 
2775  639.  [sine]  mente  mentem. 

652.  crepidine  uohaldi. 

664.  cum  unzi.* 

669.  quem  vuielihen  mih. 

674.  ima  tiuphiv. 
2780  692.  prodit  scori-a. 

710.  substitit  pilgipit. 
„      infremuit  limit. 
„      inhorruit  giruspit. 


719.  profugus  fartiger. 

726.  lauit  a  nazta.f  2785 

733.  obuius  gaganuuerter. 

765.  ornum  limboum. 

772.  missile  vvrHibaz. 

„      libro  vuenno.* 
783.  linea  terga  sckilteslihhi.      2790 
785.  haud    pertulit     ni*durih- 

prahta. 
789.  uolut^  uvalzotunt. 
825.  indole  pi*anauvani. 

„      dignum  [quid]  es.* 
847.  genitor  ib.*  2795 

849.  alte  tivpho. 
887.  vellere  uzziohan. 

„      congressusingagangaanter. 
892.  cernuvs  [quadrupes]  nider- 

sihtigas. 
900.  nee  pepigit  ni*gidingota.     2800 

AEN.  XL 

9.  petitum    [thoraca]   duruh- 

stozana. 
1 0.  perfossumque  iouh*duruh- 

stozan. 
20.  [ubi]  annuerintt  gilazent. 
49.  captus  pisuichaner. 
54.  hi  suslihc*  2805 

58.  praesidium  folieist. 
64.  feretrum  para. 
66.  inumbrant  pifiengun. 
105.  hosbitibus  uvirtin. 
123.  vicissim  daragagan.  2810 

129.  foedera  uviniskefti. 
133.  pepigere  gidingotun. 
„      sequesträ    [pace]    suntri- 

gemo. 
136.  actas  [pinos]  givuassana. 
141.  qu^  modo  diu*  mittun.       2815 


IV.   DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


93 


177 

.  quod  [moror]  daz*  ib.* 

470. 

.  differt  ufslagota. 

211 

.  ruebant  rabhun. 

471, 

.  multaque  se  incusat  iouh" 

>: 

218. 

,  decernere  giskidun. 

ü\o  *  sih  inchunda. 

223. 

obumbrat  piscirmta. 

480. 

deiecta  [oculos]  Irurentiu. 

2855 

2820  224. 

sustentat  balf. 

481. 

uaporant  rouhtun. 

254. 

suadetque  ioub*  spenit. 

485. 

effunde  felli. 

256. 

exbausta  arlitaniu.  • 

491. 

pr^cipit  fiirifieng. 

268. 

subsedit  pisaz.  t 

493. 

potitus  [equus]  niozentaz. 

288. 

cessatum  est  gitual. 

494. 

in  armenta  [equarum]  in  2860 

2825  290. 

rettulit    vestigia    giufsla- 

stuota.  t 

gota.* 

496. 

fremit  iiueigot. 

297. 

morantur  chlaphont.f 

509. 

parem  garauuo. 

301. 

pr^fatus     fora    sprechen- 

515. 

furta  [belli]  laga. 

tera.f 

525. 

maligni  [aditus]  freissama. 

305. 

inportunum  ungimachaz. 

529. 

[uoluere]  nider.* 

2865 

326. 

texamus  machomes. 

531. 

iniquis  undichen.* 

2830  328. 

materies  gizimperi. 

538. 

dulcedine  minno. 

329. 

naualia  schefteti.f 

546. 

milite  giiite. 

334. 

insignia  zierida. 

547. 

abundans  [Amasenus]  gio- 

351. 

fug§  fluhti. 

zentaz. 

359. 

cedat  gilaze. 

549. 

innare  uparsuiniman. 

2870 

2835    „ 

remittat  int'laze. f 

554. 

hvic  temo.* 

366. 

abi  giloubidih. 

■n 

clausam  pifangana. 

402. 

premere  piduingan. 

561. 

[dixit]  er.* 

407. 

scelus  unchust. 

)? 

contortum  [hastile]  giuue- 

408. 

absiste  stalgip. 

niten.  f 

2840  423. 

tempestas  imgifuori. 

562. 

immittit  uuarf. 

2875 

426. 

rettulit  pringit. 

569. 

exegit  arleitta. 

433. 

agens  leitentiu. 

571. 

armentalis   [equ§]  stuotli- 

436. 

adeo  so  filo. 

hero. 

437. 

quicquam  iou'uibt. 

573. 

vestigia  [peduni]  staphun. 

2845  441. 

secundus  [uUi]  aftroro. 

587. 

age  frumidih. 

450. 

[totjis  ar.* 

11 

quandoquidem  uuanta*si.* 

2880 

454. 

mussant  runeztun. 

592. 

pariter  gilihho. 

457. 

[consed]ere  ent.* 

599. 

fremit  uvoita.  f 

458. 

loquacia  chronlibun. 

604. 

ala  girit. 

2850  462 

[alt]is  ar.* 

609. 

subsliterat  inthapeta. 

463. 

edice  gipiut. 

55 

furentes  [equos]  peitentiu. 

2885 

465. 

diffundite  kiscbarot. 

610. 

exhortantur  scractun. 

94 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


610.  fundunt  [tela]  scuzzun. 
616.  acti  [ponderis]  gitripanero. 
„      tormento  giruste. 
2890  619.  reiciunt  zirucke  iiurfun. 

624.  prociirrens  zesamana  uual- 

lenter, 

625.  ruit  uerit. 

„      superiacit  ufuiiirfit. 

626.  extrem  am  [arenam]  iizan- 

entigaz. 
2895  628.  labente  rinnentemo. 
629.  egere  iagotun.* 
„     uersos  giflohta. 
632.  legit  gichos. 
635.  uoliivntur  uualgotun. 
2900  638.  arduus  [sonipes]  ufarlein- 
taz. 
640.  excussus      aparfaruvorfa- 

ner.  f 
645.  tremit  pipeta. 
649.  exerta  inparotiu. 
656.  quaciens  uvenentiv. 
2905  671.  suffuso  gistruhotemo. 
694.  agitata  giiagotemo.f 

700.  appennini     dezf     partun 

perages. 

701.  dmn  unzi.* 

711.  purä  [parmä]  paremo. 
2910  715.  vane  du*  zago. 
719.  cursu  serielle. 
723.  euiscerat  scurfit,  chrimit. 

730.  alas  girit. 

731.  [nomin] e  [vocans]  pi.* 
2915  733.  ignauia  zagaheit. 

735.  quidue  oda*  ziuviv.* 
737.  indixit  giehundit. 
750.  exit  farmeid.* 
752.  li^sit  chrTmit. 
2920  776.  carhaseos  chleina. 


779.  captiuo  demo  giuunninin. 

794.  uoti  des*  uuillin. 

803.  sub    exertam    untar*gipa- 
rota. 

„  papillam  prust. 

811.  oceiso  arpizzanemo.  2925 

819.  purpureus  [color]  rotiu. 

825.  effuge  far. 

888.  pr^cipites  [fossas]  tiuphun. 

890.  arietat  ft'eraz. 

899.  ingruere  analiccan.  2930 

905.  [silu]ä  ar.* 

912.  pugnas  fehtun. 

AEN.  XII. 

6.  mouet  [arma  leo]  uuec'it.* 

7.  toros  mana. 

1 1 .  retractent  uuidaron.  2935 

12.  pipigere  gidingotun.* 

16.  refellam     gifalscon,      gi- 
stillon. 

20.  inpensius  giuuaralihor. 

21.  expenderef  gilengan. 

26.  hauri  firnim.  2940 

27.  Procorum  truhctingo. 
41.  refutet  uuidaro. 

49.  pacisci  gidingon. 

60.  committere  zisamanezihef- 

tan.  t 
67.  [si]  violauerit  giuuariuuit.    2945 
79.  dirimamus  scidomen. 

85.  lacessunt  toUotun. 

86.  pectunt  straltun. 

91.  candentem  [ensem]  gluen- 

taz. 
„     tinxerat  [ensem]  harta.        2950 

92.  adnixa  [hasta]  zuolinenter. 
95.  frustrata  pitriugantiu. 

100.  vibratos  gireidda. 


IV.   DIE  TEGERNSEER  GLOSSEN. 


95 


107. 

seuvs  hantago. 

482 

2955  146. 

ne  incuses  ninchunnis. 

492 

158. 

excute  zistori. 

495 

184. 

conuenit  gizimit. 

209. 

brachia  zuoga.* 

502 

211. 

inclusit  pifienc* 

520 

2960  221. 

pubentesque  iouh*  giparta. 

530 

273. 

teritur  ginoszan  uuart. 

546 

274. 

fibula  ringa. 

557 

282. 

decernere  zigiscidande. 

565 

286. 

pulsatos  fartripanun. 

580 

2965  287. 

infrenant  peiztun. 

582 

288. 

subiciunt  uuraphun. 

604 

291. 

proterret  farsterc. 

612 

294. 

trabali  gipr&lihemo. 

616 

298. 

ambustum  pizuscten. 

625 

2970    „ 

torrera  prant. 

626 

308. 

disicit  zispielt. 

630 

338. 

quatit  muota. 

644 

343. 

[imbrasid]es  un.* 

646 

348. 

referens  afareiiter. 

2975  352. 

aspirat  anagapicta. 

652 

>» 

affecit   [alio   praemio]    gi- 

675 

neizta. 

680 

364. 

sternacis  struhlines.  t 

686 

367. 

qua  dar.* 

687 

373. 

citatorum  gizalero. 

689 

2980    „ 

detorsit  danacherta.* 

692 

375. 

bilicem  [loricam]  zuuiliha. 

695 

379. 

procursu  in*  dero*  farti. 

?? 

386. 

nitentem  spriuzenten. 

703 

387. 

harundine  zeine. 

706 

2985  389. 

latebras  holer. 

'7 

390. 

rescindantf  scurftua. 

719 

400. 

immobilis  uuolagihapanter.* 

722 

404. 

soUicitat  uvenita. 

725 

417. 

labris  pechinun. 

739. 

2990  425. 

properate  pringS:. 

740. 

470. 

temone  fonna*  dihsila. 

disiecta  ziuuorafanun. 
subsidens  intnichenter. 
diuersos    [equos]    danagi- 

chertiu. 
in  uicem  untarin.*  2995 

conductä  gimi&ero. 
actum  [genus]  gizaltaz. 
hie  hier.* 

uestigans  uasonter. 
ne  esto  ni*  uuese.  30ü0 

incusat  stouuida. 
[rumpji  an.* 
accepere  fa'namun. 
se  incusat  sih  inchunda. 
successu  infräfarti.  3005 

hac  hier, 
qua  hierdar. 
inferior  aftroro. 
nee  refellam,  ni*gifalscon. 
usque  adeone,  nio*  nu*30io 

so*  filo.* 
inplorans  namonter. 
instrauerat  gidillota. 
furere  gispildan.f 
proluit  argiuzit. 
in  abruptum  in  stechali.     3015 
disiecta  ziuuorfanun. 
significat  pouchenta. 
luere  zifargeltanne. 
decernere  zigiscidonne. 
appenninus  partun  perg.    3020 
pulsabant  stiezun. 
ariete  fedarari. 
quis  uuedarer. 
gemitu  fona*  pullode. 
lances  pahuueiga.  3025 

suffecit  uuerera. 
futihs   [glacies]   unpidara- 

paz,  gigozanlihaz. 


96 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


armatam  [feile  veneni]  gi- 

luppota. 
incognita  iinarchantiu. 
collecta  giduunganiv. 
solutos  [crines]  inpuntaniv. 
foedans  chrazzentiv.f         3055 
superba  gi^u'ltlihiu. 
reponit  firgiltit. 
quo  zivuiv.* 
inlaz.* 
corruscat  uuenita.  3060 

retractas  uvidarost. 
contrahe  gisamono. 
discerneret  giuntarscidota. 
trepidä  illigero. 

creuit  giran.  3065 

intorqiiet  scoz. 
concita  [saxa]  gitripana.f 
tormento  giriiste. 
crepitus  chlafod. 
poblite  chnioradun.  3070 

humilis  nidarer. 
ne  tende  ni*  strit. 
insigne  zieri. 
hausit  [oculis]  archanta. 
poenam  girih.  3075 

In  dem  vor  dem  Virgiltexte  aufgezeichneten  commentare  des 
Servius  finden  sich  folgende  glossen: 

Georg.  I.  155.  [fol.  17"]  sarrieris^houvest. 

Aen.  I.  282.  [fol  AT]    togas   autem   etiam   feminas  habuisse 

et  "■"7"7"  usus  ostendit.    Liiiroch.* 

herirantes*  frouwa* 
minerva. 


751. 

canis  iagahunt. 

853. 

755. 

increpuit  [maus]  chlämezit. 

3030  762. 

excisurum    zistoran    sco- 

859. 

lanten.f 

862. 

771. 

puro  in*  slehtemo. 

870. 

772. 

Impetus  uurf. 

871. 

773. 

lentä  in  *  uueihero. 

877. 

n 

tenebat  hafteta. 

878. 

3035  775. 

sequi  [telo]  sciozan. 

879. 

779. 

quos  iuuih. 

887. 

u 

fecere  profanes  aruuartun. 

11 

782. 

discludere  induhan. 

889. 

786. 

indignata  zurnentiu. 

891. 

3040  797. 

violari  aruvartan.* 

898. 

802. 

[ne]    recursentf     uuara- 

901. 

pont. 

905. 

815. 

contenderet  spieni. 

921. 

817. 

supersticio  uparfengida. 

11 

822. 

[cum]   component  [pacem] 

922, 

gimachon. 

923, 

3045  825. 

uertere  givuantalon. 

927. 

836. 

gista *. 

930. 

844. 

demittere  gineman. 

938, 

845. 

dir^  hazusi. 

944, 

848. 

spiris  ringin. 

946, 

3050  851. 

si  quando  suennesosa. 

949, 

cicladurii  ncmi 

Aen.  III.  12.  [fol.  66'']  dii  magni  iuppiter, 


Clm.  6411.  Bncol.  I.  62.  Ararim  souva. 


Ein  gleichzeitiges  Virgilfragmejit  zu  München  bietet,   wie  mir 
hr.  Keinz  schreibt,  die  glosse:  aptant  mahhoton. 


V.  MÜNCHENER  UND  WEIHENSTEPIIANER  GLOSSEN.  97 


V.  MÜNCHENER  UND  WEIHENSTEPHÄNER  GLOSSEN. 


Ich  stelle  hier  die  glossen  zweier  hs. ,  deren  zweite  aus  der  ersten 
abgeschrieben  ist,  nach  einer  von  hm.  FKeinz  veranstalteten  collation 
zusammen,    die  eine  hs.  trägt  in  der  Miinchener  bibliothek ,  wohin  sie 
aus  der  alten  churfürstlichen  kam,  die  bezeichming  Clm.  305,  ist  in 
folio  und  im  \\.  Jahrhundert  verfafst.    die  andere,   Clm.  21562, 
ebenfalls  in  folio,  stammt  aus  Weihenstephan,    ihr  alter  ergiebt  sich 
aus  dem  ersten  blatte,  auf  dem  abt  Altunus  abgebildet  ist,  wie  er  dem 
heiligen  Stephan  ein  buch  überreicht  mit  den  Worten: 
Hunc  librum  de  me  digneris  sumere  sancte, 
Sis  michi  patronus,  leve  fac  quod  me  premit  onus. 
Altunus  war  nach  Mon.  Boi.  IX.  348  von  1182  bis  1197  abt.    die 
glossen  dieser  hs.  hat  Graff  unter  VE2,  VG2,  VA2  theilweise  auf- 
geführt. 

Im  übrigen  bemerke  ich  nur  den  in  beiden  hs.  bei  dem  worte 
picinen  13  vorßndlichen  umlaut. 


10 


BUCOL.  I. 

Clm.  305. 

Clm.  21562 

25.  uiburna 

sumerlattun. 

sumerlattun.* 

,49.  non    tempta 
bunt 

-  nar  uueriant. 

nar  uueriant.* 

BüCÖt.  II. 

8.  frigora 

chuila. 

cbuila. 

9.  lacertos 

egidechsun. 

eidechsun. 

1 1 .  serpillum 
22.  lac  novum 
48.  aneti 

veltquenalin. 

piest. 

diUi. 

veltq^nalin.f 
diUi.* 

50.  calta 

chle. 

chle. 

BUCOL.  V. 

39.  Carduus 

tbistil. 

„    paliurus 

hagan. 

hagan.* 

BUCOL.  VII. 

65.  fraxinus 

asc. 

asc* 

66.  populus 

albare. 

albare.* 

BUCOL.  VIII. 

37.  sepibus 

Z.  f.  Ü.  A.  ueue 

picinen. 
folgern.    . 

picinen.* 

7 

98 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

Clm.  305.  Clin,  21562 


BUCOL.  IX. 

41.  populus 

albar. 

albar.* 

15    58.  murin uris 

doz. 

GEORG,  r. 

73.  farra 

amar. 

74.  siliquä 

eben  Uli, 

cbeuum. 

„    quassante 

cblafTanti. 

chlafanti. 

95.  crates 

burdi. 

burdi. 

20  126.  limite 

macsteine. 

macsteine,  f 

139.  iiisco 

mistil. 

mistil.* 

142.  lina 

zugenecci. 

zugenezze. 

170.  bui-im 

flögis  hoibit. 

flugis  hoibit. 

171.  temo 

grindil. 

grindil. 

25    „     proleiitus 

gelaucter. 

gelancter. 

173,  tilia 

bnda  arbor. 

bnda  arbor. 

„     fagus 

pucba. 

pvcba. 

174.  a  tergo 

afdan,* 

afdan.* 

179.  creta 

leim. 

leim,* 

30  181.  miis 

spizza. 

spizza. 

186.  gurgulio 

angari. 

angari,  f 

200.  retro  sublapsa 

binderore  gidigin. 

bindrore*  gidigin,* 

255.  deducere 

anascaltan. 

anascaltan. 

256.  tempestiuam 

citigan. 

citigan. 

35  264,  uallos 

sticbela. 

sticbela. 

266,  fiscina 

cbasibora,  cbasichar. 

cbasibora,*  cbasichar. 

* 

fiscella 

chorbili. 

chorbib. 

294.  pectine 

rain. 

rain.* 

296.  despumat 

feiniit. 

fe'mit.* 

40  314.  inhoiTuit 

vuagita. 

wagita. 

361.  mergi 

tucbab. 

tuchaU. 

363.  fiilic(j 

pebcbons. 

pelicbon. 

367.  tractus 

strimilon. 

st''milin. 

381.  arcus 

reganbogo. 

reganbogo.* 

45  390,  peiisa 

vulgo  peisa. 

peisa.* 

392.  scintillare 

gnaneiston. 

gnaneisten. 

512.  carceribus 

pberrih. 

pberihc. 

V.   MÜNCHENER  UND  WEIHENSTEPHANER  GLOSSEN.    99 


Clm.  305. 

Clm.  21562 

GEORG.  II. 

12.  siler 

uelarn. 

uelarn.* 

66.  fraxinus 

asc. 

asch.* 

50    69.  arbutus 

vuildpoum.* 

wildpoum.* 

70.  platani 

horna. 

horna. 

213.  casias 

uuiehpoum. 

uueb  poü.* 

214.  tofus 

tubstein. 

tubstein.* 

GEORG.  III. 

406.  sero 

chasiuuazar. 

chaswazzir.* 

AEN.  V. 

55    54.  struerem 

rfksptk,  mpchptk. 

63.  hospes 

vuirt. 

66.  certamina 

spkl. 

87.  notae 

strimilon. 

strimilon. 

144.  certamine 

spile. 

spile.* 

60  226.  urget 

thanc. 

307.  spicula 

darta. 

darta.* 

„      bipennem 

bihal. 

373.  ferebat 

erbot. 

549.  cursus 

spil. 

spil.* 

G5  710.  fortuna 

missevura. 

missevura.  t 

AEN.  VI. 

95.  audentior 

baldero. 

baldero.* 

AEN.  VIII. 

402.  electro 

geslmelze. 

596.  qaadrupedante  trepizente.* 

trepizente.* 

AEN.  IX. 

720.  fortuna 

missevuri. 

misse  vuri. 

AEN.  X. 

70  288.  brevibus 

thuniun. 

290.  uada 

thunni. 

336.  thoraca 

brunna. 

brunna. 

AEN.  XI. 

458.  rauci,  canori 

ressig.* 

ressig.* 

811.  occiso 

erbizzenerio. 

erbizzenerio  * 

75  874.  laxos  referunt 

entspannent. 

911.  flatus    [equo- 

drasunga. 

rum] 

7* 


100 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


AEN.  XII. 

Clm.  305. 

Clm.  21562. 

12.  ignavi 

82.  frementis 

zagon. 
drasontes. 

drasontes.* 

86.  comantia 
80  120.  uerbenä 

manahte. 
isara.* 

manaht. 
isara.* 

130.  reclinant 

leinant. 

leinant. 

211.  inclusit 
215.  lancibus 
274.  balteus 

besmideta. 

bachuueidon. 

uezzil. 

besmidita.f 

bachwaeidon. 

uezzil. 

85     „      fibula 
301.  nidorem 

lebeleia,  ringa. 
sungulunga.* 

lebeleia,  ringa.* 
sungu.* 

322.  pressa 
330.  proterit 

fersuiget. 
tratda. 

tersvigö:.* 

336.  comitatus 
90  352.  aspirat 
357.  extorquet 
364.  sternacis 

gisindi. 
anagapicta. 
uzerwant. 
felligen. 

gisindi. 
anagapicta.* 
uzerwant.  t 
felligen. 

375.  bilicem 

fizza. 

fizza.* 

376.  degustat 

rizta. 

rizta. 

95  385.  statuere 

feruuardan.* 

ferwardan.* 

390.  penitus 
400.  retorto 
412.  dictamnum 

tiefo. 

widerworfenemo. 

wizunuurz. 

tiefo.* 
wirderworfenemo, 

413.  caulem 

stocli. 

stoch.* 

100  420.  longeuus 
462.  vicissim 

gedigeno. 
einherton. 

gedigeno. 
einherton.* 

463.  pulverulenta 

bestobene. 

bestobene. 

[terga] 

469.  lora 

470.  tenione 

zugila. 
thihsila. 

zugila. 
thihsila. 

105  477.  sonans 

zuizerant. 

zuizerant.  t 

495.  diuersos 

danigecberte. 

danigecberte. 

520.  conductä 

gemietere. 

536.  torquet 

scoz. 

scoz. 

651.  ad  versa    ora 

vndardougun. 

vndardougini. 

[saucius] 

r 

VI.    DIE  BERLINER  GLOSSEN. 


101 


VI.    DIE  BERLINER  GLOSSEN. 

Königliche  hibliothek  zu  Berlin,  ms.  lat.  in  quart  215;  enthält 
die  Bucolica  mit  ausnähme  des  Stückes  III.  57  bis  VI.  78 ,  sowie  die 
Georgica  und  wird  im  11.  Jahrhundert  geschrieben  seiti,  wenn  schon 
der  letzte  theil  des  4.  buchs  der  Georgica  jünger  und  später  hinzu- 
gefügt ist.  neben  zahlreichen  lateinischen  glossen  finden  sich  auch 
deutsche,  welche  Bethmann  in  dieser  Zeitschrift  band  V  p.  208  fg. 
veröffentlicht  hat;  ich  gebe  sie  hier  nach  eigener  collation.  sie  sind 
von  verschiedenen  händen  und  verschiedenem  alter,  daher  sich  über 
ort  und  zeit  ihrer  entstehung  schwer  eticas  genaueres  sagen  läfst. 
im  allgemeinen  scheint  jedoch  sowohl  der  consonantenstand  als  be- 
sonders das  vorkommen  des  wertes  'senno'  nach  Alemannien  zu 
weisen,  auch  a  für  ei  in  siianne  und  hagir  belegt  Weinhold  p.  35. 
die  häufige  Schwächung  der  endungen  und  das  schwanken  in  den 
schlufsvocalen  spricht  für  den  ausgang  des  elften  Jahrhunderts,  ick 
bemerke  noch ,  dafs  Bethmanns  Zählung  sowie  die  angäbe  der  blattet 
der  hs.  beigefügt  sind. 


10 


15 


BÜCOL.  I. 

25.  viburna sumermaton.  l.[l''] 
48.  palus  lache.  2.  [2^]. 
53.  limite  marech.  3. 

depasta  usgesogen.  4.  [2''] 

susurro  gesvverme.* 

frondator   speht  1:  boum- 
frosc* 
57.  raiicae  haiser.  5. 
„     cura  ruche.  6. 

nudos  bare.  7. 

post  hernach.  8. 

segetes  sat.  9. 

posthac  hinnavvr.  10.  [3*] 

salices  velvvin.  11. 

carpetis  abprechen.  12. 

amaras  bitir.  13. 


54 
55 
56 


60. 
67. 
71. 
75. 

78. 


BUCOL.  II. 

11.  serpillum  veltchonela.  14. 

m 

„     contimditsamestochet.*15 

12.  cicadis  haimelin.  16. 
18.  ligustra  wlnda.  17. 

,,  vaccinia  heidbere.  18.         20 

34.  trivisse  geberthan.  19.  [4'] 

47.  papavera  feltmagen.  [4**] 

50.  vaccinia  viol.* 

53.  cerea  gelvvin.  20. 

59.  apros  eher.  21.  25 

64.  lasciva  gesaide.  [5'] 
petulca,  cupida,  libidinosa 

geszh'^ide.  22. 

65.  voluptas  vvolnusce.*  23. 
68.  modus  masze.  24. 


102 


DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


30     70.  semiputata  halbe  agescnid- 
den.  25. 
71.  usus  gevvonhait. 

BUCOL.  III. 

7.  obicienda  zegeginvverfen* 
sun.  28.  [5"] 
post  tergum  rucgilin.  27. 
19.  proripil  vvrstilt.  29. 
35    20.  post    carecta    undir   dem 
crute.  30. 
27.  miserumiamii'liche.  31.[6''] 
36.  pocula  napfi.  32. 

38.  torno    [superaddita    vitis] 

gidrado.  33. 

39.  corymbos  craphen.  34. 
40    45.  anssas  habe.  [6''] 

52.  raora  tval.* 

BUCOL.  VII. 

50.  fuligine  mit  ruozza.  35.  [S*"] 
58.  invidit  dacrahz.  36. 

BUCOL.  X. 
19.  upilio  senno.*  [H**] 
45     „    subulci  suanne. 

GEORG.  I. 
142.  lina  zugenezze.  [20*] 
148.  arbuta  hangenbere.* 

163.  plaustra  redir.  [20''] 

164.  trahe^  sliten. 

50  171.  temo  girintal.  37.  [21") 

173.  tihaUnta.  38. 

178.  cylindrouuelleolopche.  39. 

183.  talpae  muelpho.  40. 

194.  nitro  sulza.  41.  [21"] 

55  210.  hordea  gersta.  42.  [22*] 

215.  fabis  bone.  43. 


215.  medica  uuicha.  44. 

216.  milio  hirsa. 

227.  viciam  uuichä,  45.  [22"] 

228.  lentis  linse.  46. 

264.  furcas  furcga.  47.  [23"] 
266.  fiscina  casibora. 
292.  faces  uacila.  [24*] 
294.  pectine  raiga.  48. 
296.  aeni  chezil.  49.  [24"] 
321.  stipulas  uuiche.  50.  [25"] 
349.  tempora  teniuuana.  [26*] 
360.  mergi  tuchari. 

363.  fulic^  antte. 

364.  ardea  hagir. 

377.  hirunda  sualiuua.  51.  [26"] 
390.  pensa  uuichili.  52.  [27*] 
392.  scintillare  loschizon.  53. 
„     fungos  thatch.  54. 

404.  Nisus  spariuuari.  55.  [27"] 

405.  Scylla  lericha.  56. 
475.  Alpes  alpun.  [29"] 

G  E  0  R  G.  11. 

16.  esculus  uuildi  heich.  [31°] 

19.  matris  selpomes. 

23.  plantas  scuzzilinga.*  [31"] 

33.  corna  curniliperi. 

70.  platani  ahorna.  57.  [32"] 

71.  ornus  limpom.  58. 

74.  gemma  pruzzilinga.*  59. 

77.  udo  nazema.  60. 

80,  immittuntur     ingestozan. 

61.  [33*] 

84.  loto  gaizpom.  62. 

87.  surculus  scuziling.*  63. 

88.  Crustumiis    piris    sperth- 

pirun.  64. 
HO.  alni  herilun.  65.  [33"] 
111.  orni  limpome.  66. 


60 


65 


70 


75 


80 


90 


VU.    AiMiAN(i.  103 

113.  taxi  iiuian.  67.  381.  lutli  spilstedi.  71.  [41"] 

163.  sonat  scillet.  [35"]  382.  pagos  dorf.  72.                    loo 

„      refuso  aingestozemo.  „      competa  geuvike.  73. 

95  164.  tyrrenus   [^stus]  thuscha-  463.  lestudine  suipago.  [43"] 

nisga.  68.  479.  tremor  ertpiba.  [43'] 
335.  gemmas  proz.  69.  [40"] 

348.  concas  i.  cocleas  musclie-  GEORG.  IV. 

lun.  345.  dulcia  furta  huor.  74.  [66'] 


361.  tabulata  camerata.*  [40 


VII.    ANHANG. 

Das  in  den  gl.  Jun.  H.  p.  387  —  391  iticL  enthaltene  stück 
mnfs  man  wohl  eher  ein  Servianisches  als  ein  Virgilisches  glossar 
nennen,  so  viel  ich  sehe,  geht  es  auf  sämmtliche  hücher.  doch  be- 
gnüge ich  mich,  dasselbe  hier  der  Vollständigkeit  wegen  zu  ver- 
zeichnen, ohne  einen  neuen  abdruck  zu  veranstalten,  denn  wohin 
das  original  gekommen  sei,  welches  nach  Nyerups  angäbe  eine  im 
besitze  des  NHeinsius  befindliche  hs.  des  Servins  war,  habe  ich 
bisher  nicht  ermitteln  könnest,  eine  von  hin.  dr.  DuRieu  auf  der 
Leydener  bibliothek  freundlichst  angestellte  nachforschung  blieb  er- 
folglos, gerade  aber  bei  diesem  denkmale  läfst  sich  schwer  ohne  den 
authentischen  text  etwas  erreichen,  da  nur  dieser  auskunft  über  die 
art  und  weise  des  Zusammenhangs  der  Servianischen  glossen  mit 
dem  p.  392  beginnenden  isidorischen  vocabular  und  den  den  schlufs 
bildenden  pßanzennamen  geben  kann,  dafs  die  sprachlichen  eigen- 
thümlichkeiten  des  ganzen  tief  herunter  gegen  den  Niederrhein  hin 
weisen,  bedarf  kaum  der  erwähnung. 

Es  bleibt  mir  anzugebeyi  übrig,  dafs  ich  die  von  Graff  mit 
Vii'g.  G.  3  bezeichneten  glossen,  die  in  der  SG.  hs.  1394  stehen 
sollen,  bei  Hattemer  nicht  gefunden  habe,  aus  dieser  hs.  bringt  der 
letztere  nur  eine  beichtformel  (I.  325)  tind  drei  glossen  (I.  423'')  bei, 
von  denen  höchstens  eine,  nämlich  uiciae  uuichi,  aus  den  Georgicis 
sein  könnte  (I.  75).  zwei  deutsche  worte  zum  Servius  führt  endlich 
das  letztgenannte  werk  I.  423"  auf. 


104  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 


ANMERKUNGEN. 
I. 

1)  spritan  findet  sich  einmal  bei  Graff  VI.  440  tinter  spreitan  aufge- 
führt, in  unscrm  denkmale  begegnet  es  noch  130,  148.  10)  wahrscheinlich  bot 
die  hs.  turbainur  und  der  glossator  las  fälschlich  turbantur.  18)  candidior  ver- 
bi7idet  schon  Servius  mit  libertas.  21)  d.  h.  kiburliches,  nicht  wie  Wackernagel 
will,  kiburliche.  22)  huduu  kenne  ich  jiicht.  33)  aequor  hat  in  dieser  ecloge 
auch  Servius  zu  v.  48  als  glosse  zu  palus ;  an  keiner  stelle  stimmt  aber  das 
deutsche  wort,  wenigstens  wenn  man  es  als  verschrieben  für  'feit'  ansieht, 
passen  würde  es  Buc.  IX.  57.  34)  hs.  destituerit.  38)  seil.  aha.  53)  bei  Graff 
V.  695  ««;•  stark  flectiert.  62)  die  silbe  li  ist  doppelt  geschrieben.  63)  vgl. 
irwiegida  Graff  I.  728.  80)  klÄ  als  neutrum  finde  ich  son.ü  nicht.  94)  das 
wort  hängt  geivis  mit  dem  bei  Graff"  VI.  457  angeführten  uhtirscifta  zusam- 
men, wenn  man  nämlich  dort:  untirscifta  interceptam  liest.  99)  andere  lesart 
fiir  iuncta.  103)  ?nhd.  wb.  III.  776^  114)  für  reponas,  wie  71  compelle/wr 
compellere,  um  den  deutschen  imperativ  genauer  auszudrücken.  117)  Servius: 
Deliam  alii  amicam  priorem  volunt,  alii  Dianam,  quae  est  a  Delo.  123)  für 
insago  vgl.  Servius:  purgabo  omues  apud  Caesarem.  124)  hs.  perceperit. 
125)  doch  wohl  zu  lirk  und  dem  verb  lirke  mhd.  wb.  I.  1005".  dies  passt  auch, 
wenn  man  die  bedeutung'lahm'  annimmt:  sie  schleppen  sich  kaum  in  ihren 
gliedern.  129)  seil,  werilt.  132)  die  beiden  worte  sind  ursprünglich  getrennte 
glossen  getvesen:  drozinta  ist  entsprechend  dem  deutschen  worte  masculinisch 
angesetzt,  utir  ist  dann  im  nominativ  sg.  über  ubera  gestellt.  135)  Firgil- 
text:  rastros;  zu  vergleichen  ist  aber  Serv.  zu  G.  I.  94:  et  hos  rastros  dicimus 
et  haec  rastra.  140)  mhd.  tob.  II.  2,  70''  und  71^".  153)  Serv:  thiasos,  salta- 
tiones,  choreas.  156)  hs.  interere.  165)  Serv:  intonsi ,  silvosi,  incaedui. 
171)  Serv:  cum  deus  praestare  aliqua  hominibus  coeperis,  obnoxios  tibi  eos 

facies  ad  vota  solvenda vel  damnabis,  reos  voti  facies.     177)  die  glosse  ist 

mir  ganz  unverständlich,  auch  fällt  das  neutrutn  auf  193)  Serv:  nigra  vel 
umbrosa.  196)  hs.  assurrexerint.  200)  rospon  kommt  noch  einmal  551:  vor. 
228)  flumen  verstehe  ich  nicht.  229)  scato  scheint  eher  zum  vorhergehenden 
umbra  zu  gehören.  233)  Servius:  stant,  plenae  sunt.  234)  hier  ist  also  nicht 
aha,  sondern  ein  masc,  etwa  klingo  zu  ergänzen.     235)  vgl.  Schmeller,  b.  wb. 

II.  241 :  der  hart,  boden  aus  sand  und  kies  bestellend  und  nur  mit  weniger 
trockenen  und  an  sich  unfruchtbaren  dammerde  überzogen.  254)  mit  fFacker- 
nagel  iohc  in  ihc  zu  ätidern,  ist  nicht  unbedingt  nöthig.  255)  hs.  quantitatis. 
vgl.  Serv:  unum  est  teuiporis,  aliud  qualitatis.  261)  hs.  obinahtiki.  265) 
picherin  scheint  avertere  vorauszusetzen  was  auch  im  f^irgil  steht.  268)  dar- 
nach ist  Graf  II.  456  zu  ändern.    273)  mhd.  wb.  III.  829».    275)  mhd.  wb. 

III.  829».  281)  Servius:  serva.sse,  recuperasse.  289)  Graff' W.  142  hat  nur 
das  com-positum.  das  simplex  findet  sich  an  derselben  stelle  in  den  Pariser  gl. 
52.  vgl.  aufserdem  mhd.  tob.  I.  457» ,  gl.  bei  Mone  anzeiger  VIII.  p.  396 : 
gracillare  sicut  gallina  gahzen.  300)  kiebinotiz?  305)  hs.  manus.  laedet 
ist  eine  nicht  seltene  Variante.    306)  zu  Stalder  I.  247;  bus,  busch,  buscheli, 


ANMERKUNGEN  ZU  I.  105 

biischi  adv.  laut,  toie  man  dem  hornvieh  und  besonders  den  kälbern  zuruft, 
davon  das  buschi,  buscheli,  kalb,  vorzüglich  von  einetn  Jahre;  Schmid,  schwäb. 
wb.  p.  87:  hosch  junges  rind.  309)  simee/«V  sime  im  cod.  Bern.  184.  314) 
Meregarte  34;  Ger  man.  IX.  60  wird  dazu  aus  Reinfrid  IS"«  miuwe  angeführt. 
324)  keron  für  kerjan  kenne  ich  sonst  nicht.  328)  Serv:  vertere,  arare. 
332)  nicht  weitei'  nachweisbar,  vgl.  Grimm,  d.  ivb.  III.  1798.  339)  vgl.  Teg. 
gl.  2085.  342)  hs.  liquatur.  344)  gehört  es  zu  bellan?  348)  aus  Servius 
zu  dieser  stelle:  unde  abusive  dicitur  chalybs  ipsa  inateries.  arze  aus  aruzzi. 
353)  sonst  findet  sich  riur  invertant.  364)  irackernagel  awrfe/'f  kidrozzatimo; 
unnütz,  denn  in  den  Tegei'nseer  gl.  59  ivird  pinguis  härene  ebenso  durch  giro- 
zetes  mistes  gegeben,  es  gehört  zu  rozjan  Graff  II.  560.  vgl.  Stalder  II.  283, 
Schmeller  III.  158,  175.  383)  hs.  omnis.  387)  Serv:  fibris  autem  abusive  ait, 
quod  radices  intyborum  hac  atque  illac  decurrant,  ut  fibrae  per  jecur  i.  e.  venae 

quaedain  ac  nervi  ....  alii  herbas  adserunt potest  ergo  hie  fibris  pro  herbis 

accipi.  388)  Serv:  veterno,  pigritia.  389)  neorin  ist  aufzulösen  in  ni  eorin 
von  arjau;  dasselbe  eo  als  reduplicationssilbe  erscheint  noch  ziveimal  in  unserm 
denkmale:  ceosun  576  von  zeisan,  anakikeong  von  gangan  596.  dadurch  erle- 
digt sich  IFeinhold  alam.  gramm.  p.  329  amn.  1.  391)  von  arton  abzuleiten, 
daher  fFackernagels  conjectur  aruntomo  abzuweisen  ist.  397)  trahta  in  dieser 
technischen  bedeutung  =  zugenezze  sonst  nicht  nachgeioiesen.  410)  hs.  in- 
sertabere.  416)  Serv:  virgea  suppellex  i.  e.  vasa  de  vimine  facta.  420)  do- 
metur,  daraus  domatur  im  cod.  Bern.  165,  428)  explorat  im  Mediceus.  432) 
inludunt  für  inludant  in  mehrefren  hs.  und  im  Serv.  433)  gehört  hierher 
Stalder  II.  225:  mutäch,  mutech,  mutich,  mutis  m.  =  mauke,  heimlicher  vor- 
rath  angeld,  obst?  436)  mhd.  lob.  I.  45'».  439)  folliculis  und  im  folgenden 
festinata  sind  aus  Servius.  452)  warum  hier  das  neutrum  angewandt  worden, 
weifs  ich  nicht.  454)  nordlichiu  sowie  kiwarnotiu  458  sind  fem.  nom.  sg: 
462)  Gi'aff  Vi.  367  hat  nur  die  composita;  das  simplere  findet  sich  noch  Par. 
gl.  142,  Schi.  gl.  4,  79,  mhd.  wb.  II,  2,  51b\  468)  Serv:  fas,  divina  iura. 
478)  deiecitywr  disiecit  beim  Servius  und  im,  cod.  Rom.  479)  Serv:  trepi- 
dum,  quia  quod  buUit,  quasi  treinere  videtur.  481)  Serv:  genialis,  voiuptuosa. 
484)  eichin?    488)  Serv:  auritos,  maiores  habentes  aures. 

505)  Se7'v:  plangunt,  resonant.  506)  cell  fiir  celo  Serv.  und  mehrere  hs. 
508)  Serv:  sub  casum,  circa  finem.  509)  hs.  glaui,  verbefsert  von  JFackernagel. 
516)  aus  dieser  stelle  ist  ein  verb  sezzen  mit  der  bedeutung' sich  setzeti  zufolgern. 
519)  das  erste  verb  gehört  zu  burju  mhd.  bür,  welches  nach  dem  d.  wb.  II.  534 
in  dialekten  auch  intransitiv  vorkommt;  von  unserer  formation  ist  ein  beispiel 
piirel  anus,  mhd.  wb.  I.  153'',  %üohl  auch  durch  die  bedeutung-  'anschwellen  zu 
erklären,  das  zweite  wort  ist  inir  unklar;  sollte  vielleicht  an  iternon  Graff]. 
481  zu  denken  sein?  525)  im  Firgil  .üeht:  boreae  de  parte  und  zu  diesem 
ganzen  ausdrucke  ist  auch  nordhalba  zu  ziehen,  der  ordner  fafste  es  nur  zu 
boreae  und  bildete  davon  einen  nomin,  borea.  532)  hs.  gruhilont.  540)  im. 
texte  fehlt  aus  versehen  der  stern.  vgl.  mhd.  wb.  II.  2,  137".  IFackernagel : 
sunnun.  54:2)  doch  ivohl  sing.  559)  hs.  mas,  verbefsert  von  Irackernagel. 
566)  tnhd.  wb.  III.  626'.  582)  zu  Graff  III.  247.  592)  hs.  tegere.  597)  hs. 
irsuinen,  verbefsert  von  JFackernagel.  599)  Graff  W.  440  hat  rigilon;  regeln, 
riigelo  giebt  Schmeller  111.  68/9 ,  de)'  darüber  nachzusehen  ist.    601)  andere 


10  6  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

lesartjiir  fallacia.  602)  hs.  cirgaginen,  von  Jf^ackernagel  gebefsert.  lassis 
für  laxis  in  vielen  hs.  607)  zu  Graff  IV.  1111.  612)  dies  ivort  kenne  ich  nicht. 
617)  IM  truoben,  wovon  beispiele  bei  QraffW  489^'.  unter  truobjan;  vgl.  mhd, 
wb.  III.  121".  624)  7nhd.  wb.  Yll.  287''.  627)  vgl.  Müllenhoffs  denkm.  p.  282. 
630)  vgl.  Schmeller  P.  p.  450  und  457.  633)  hs.  nidersecchan,  verbe/sert  von 
JFackernagel.  640)  Par.gi.  360;  K,  v.  Megenberg  290,  21:  also  daz  si  swär- 
nieo  {fetus  emittere)  wellent.  beidemal,  loie  hier,  von  den  bienen  gesagt. 
644)  altus  in  der  bedeutung  nutritus,  die  es  hier  haben  mufs,  kommt  bei  Serv. 
zu  Jen.  I.  273  vor.  dabei  findet  der  nicht  seltene  fehler  einer  Verwechselung 
des  activs  und  passivs  statt.  647)  accio,  wie  fFackernagel  richtig  schreibt, 
begegnet  bei  Serv.  zu  Aen.  VIII.  642,  XI.  308  und  wohl  öfter.  649)  Serv. 
Georg,  II.  242.  650)  Georg  II.  242.  651)  sehr  häufig  bei  Servius.  653)  Serv. 
Aen.  I.  282,  IV.  518.  659)  Georg  II.  189,  III.  297.  661)  Serv.  Buc.  II.  10; 
eine  .stelle  im  letzten  theile  der  Aeneis  habe  ich  zu  notieren  versäumt.  662) 
mehrmals  in  den  Georg,  z.  b.  IV.  168,  auch  Aen  I.  435.  664)  Serv.  zu  Aen. 
XII.  9.  665)  oft  im.  Servius,  wieAen.l\.U3,\U.2ol,\m.2S8u.s.w,  es  kann 
auch  dem  im  glossar  ihm  vorhergehenden  gestire  beigeschrieben  gewesen  sein. 
670)  einigemal  in  der  Aeneis,  auch  Serv.  zu  Aen.  I.  174,  II.  69.  671)  B.  Gange 
IV.  124L:  ' Papias:  linostima  vestis  dicta,  quod  linum  in  stamine  habeat.  gl. 
Sax.  Aelfrici  [p.  öS"»  Sojnme}']  linostema  linenvearp.*  vestis  linea  Sei'v.  Aen. 
VIII.  33;  eine  lange  anmerkung  über  leinene  kleider  Serv.  Aen.  XII.  120.  672) 
die  lucumones  erwähnt  Servius  Aen.  II.  278,  V.  560,  VIII.  65,  475,  X.  202, 
XI.  9.  674)  Georg.  II.  517,  Serv.  Aen.  XI.  532.  676)  Priscian.  75,  9.  677) 
auf  jeder  seitefast  im  Servius,  678)  nitela  Serv.  zu  Georg.  I.  181.  679)  die 
deutsche  glosse  zeigt,  dafs  ordior  hier  vom  gewebe  gebraucht  ist.  so  in  der 
vulgata  Jes.  25,  7;  30,  1;  38,  12.  680)  Aen.  V.  16.  681)  Serv.  Aen.  X.  396. 
682)  Serv.  B.  VIII.  82,  Aen.  I.  179  u.  ö.  683)  hs.  uikchit.  685)  composition 
von  mer  und  e(vva),  welches  in  compositen  nach  Graff  \.  510  auch  als  he  er- 
.icheint.  689)  Sei'v.  Aen.  IV.  9.  699)  U'ackernagel  pfiwizo.  es  ist  wohl  spi- 
wizo  {welches  nicht  nur  bairisch  ist,  loie  mhd.  ivb.  II.  2,  514^  angiebt,  sondern 
auch  alamannisch  vgl.  Zimm.  chron.  \\\.  p.  89:  ußspeuzet)  von  spiwan  abge- 
leitet zu  schreiben.  Biefenbach  näm^lich,  glossarium  latino-germanicum  mediae 
et  infimae  aetatis  Frankf.  a.M.  1857.  p.  438"=  hat  die  e?itsprechende  lateinische 
glosse:  pitisare  i.  e.  frequenter  spuo  t  bibo;  ebenso  Lindenbrog.  gl- p.  1000 
Eckh:  pytisso,  poto  vel  spuo.  691/2)  sehr  häufig  in  der  Aeneis.  693)  Serv. 
Aen.  VI.  233.  694)  Georg.  III.  192,  Aen.  II.  207.  das  wort  belegt  das  mhd. 
wb.  I.  28  P.  695)  Serv.  Aen.  IV.  196.  696)  Biefenbach  a.  a.  o.  p.  538«  denkt 
an  cbanareba  licium.   697)  Serv.  Aen.  I.  651.   698)  Georg.  III.  24,  Serv.  Aen. 

I.  164.  701)  Georg.  III.  129,  Serv.  Aen.  V.  721.  oft  ex-  und  atienno.  702)  Serv. 
Aen.  XI.  326.  704)  Georg.  III.  497.  707)  JFackernagel  hält,  wie  sich  p.  324 
ergiebt,  herbalare/wr  deutsch ;  mir  scheint  es  eine  mit.  bildung  von  herba  zu  sein. 

II. 

1)  ist  es  gummi  Serv.  Georg.  IV.  161."    2)  Georg.  II.  180.    5)  Georg. 

II.  189.  6)  Aen.  I.  373;  ähnlich  annalium  iaruuerto  Schi.  gl.  19,  1,  wo  IVacker- 
nagel  iaruuerco  befsert.   7)  Aen.  1.  433.   8)  Georg.  IV.  262?  9—11)  Serv.  Buc. 


ANiMERKUNGEN  ZU  II.  UND  III.  107 

II.  52.  12)  Georg:  1.  305.  13)  Georg:  I.  514.  14)  Je/i.  I.  706.  15)  .^en.  I.  731. 
16)  Serv.  Georg:  I.  59.  17)  Georg:  T.  74.  18)  Georg:  I.  126.  19)  Georg:  I.  164. 
20)  Georg:  1.  166.  21)  Georg:  I.  166.  22)  Georg:  III.  417  oder  Jen.  II.  135. 
23)  Jen.  11.  174.  24)  ^e«.  III.  649.  25)  Jen.  111.  649.  26)  Jen.  IV.  18. 
27)  .i^e«.  IV.  25.    28)  Serv.  Aen.  IV.  35.    30)  Sei-v.  Jen.  IV.  516.    31)  Jen. 

V.  69.  32)  ^w.  \1.  417.  33)  Georg:  I.  179  o</er  Servius  Buc.  1.  66  crcta  alba 
terra  dicitur?  34)  Geo?-^'.  1.  186.  35)  Geor^-.  1.  190.  QQ)  Georg:  \. 'lU.  37) 
Georg:  I.  266.  38)  Georg:  I.  367.  39)  Geor^'.  I.  390.  40)  Georg.  I.  139  oder 
IV.  41?    41)  Georg:  111.  256?    42)  ^/wj.  1.  737.    43)  ^c«.  VII.  411.   44)  Jen. 

VII.  732.  45)  Jen.  I.  43.  Servius  zu  dieser  stelle:  rates,  abusive,  naves:  nam 
proprie  rates  sunt  connexae  iavicem  trabes.  dazu  kö'?mte  das  folgende  (46) 
kelichilih  {mkd.  wb.  1.  973'')  allenfalls  g-ekö'rt  haben,  wenn  man  annimmt,  da/s 
es  invicem  glossiei'te ,  von  einem  abschreiber  aber  auf  das  dariiberstehende 
abusive  bezogen  wurde.  47)  Jen.  I.  436.  48)  Jen.  I.  744.  49)  Jen.  II.  207. 
nach  übersetzt  pone.  verte  scheint  das  praet.  von  ich  ver  navigo  zu  sein,  dies 
im  mkd.  wb.  HI.  251"  ohne  beleg  aufgeführte  verb  kann  ich  aus  der  Kehr. 
16051  nachweisen:  sie  ilden  unde  verten.  50)  Jen.  IV.  137.  51)  Jen.  IV.  239. 
52)  Jen.  IV.  366.  53)  Buc.  I.  57.  54)  Buc.  II.  18.  55)  Buc.  III.  18.  56)  Buc. 

VI.  16.  57)  Serv.  Buc.  VII.  33.  58)  wahrscheinlich  eine  nebenglosse  zu  setosi 
Buc.  VII.  29.  vgl.  Schi.  gl.  6  an  derselben  stelle.  59)  Serv.  Buc.  VII.  42.  60) 
Serv.  Georg.  I.  403?    61)  Buc.  Vll.  25  oder  38.    62)  Buc.  Vni.  54.    63)  Buc. 

VIII.  55.   64)  Buc.  X.  27.    65)  Buc.  X.  19.  senno  Stalder  11.  371.    66)  Georg: 

III.  355.  67)  Georg.  III.  360.  68)  Georg.  111.  360.  69)  Georg.  III.  377.  70)  Ge- 
org. I.  148.  71)  Georg.  I.  153.  72)  Georg.  I.  75.  l.  wikchun.  73)  Georg.  I.  75. 
74)  Georg.  I.  172.  75)  Georg.  I.  174.  76)  Georg:  I.  17S.  77)  gehört  wohl  zu 
tritora  Georg.  I.  190.  78)  Serv.  Georg.  II.  25?  79)  Georg.  I.  264.  80)  Georg. 
I.  481.  81)  Georg.  II.  69.  dasselbe  wort  und  an  dieser  stelle  in  den  Münchner 
u.  IFeihenst.  Firgilgl.  82)  Georg.  II.  70.  83)  Georg.  II.  71.  84)  Georg.  II. 
113.  85)  Georg.  II.  134.  86)  Georg.  1.  390?  87)  Georg.  III.  172.  88)  Georg-. 
m.  173.  89)  Georg.  III.  297.  90)  Georg.  III.  451.  y'emnich,  polygiottenlexicon 
der  naturgeschichte,  Hamburg  1793 — 95  p.  1550  führt  germer  als  nieswurs 
auf,  vgl.  Wörterbücher  der  naturgeschichte,  Hamburg  1798  j».  189.  91)  Georg. 
III.  406.  92)  Georg.  IV.  31.  93)  Georg.  IV.  196.  94)  Georg:  IV.  237.  95)  Ge- 
org. IV.  296.  96)  Georg.  II.  213.  97)  Georg.  II.  213.  98)  Servius  Georg.  II. 
214.  99)  Georg.  III.  82.  100)  Georg.  111.  82.  101)  Georg.  111.  83. 

III. 

1)  eine  dem  1  sehr  ähnliche  form  des  c  begegnet  241.  verwenden  wir 
diese  an  unserer  stelle  und  ändern  zugleich  n  in  h,  äo  einhalten  wir:  cehe 
steccon.  icA  vergleiche  aus  den  Schi.  gl.  6,  347  zaha  scafta,  welches  dieselbe 
Firgilstelle  glossiert.  3)  mhd.  wb.  II.  2,  25i\  13)  /Ȁrf.  wb.  IL  2,  653^.  14)  in 
den  gl.  Jun.  D.  p.  325  Nijerup  findet  sich  ilex  sealdeiche ;  dasselbe  wort  in  der 
for^m  scalteihi  ergiebt  sich  an  unserer  stelle,  wenn  tvir  die  soeben  erwähnte  ge- 
stalt  des  c  in  rechnung  ziehen,  die  gleiche  giosse  treffen  wir  in  slaheic  231 ; 
denn  It  für  h  ist  kaum  eine  änderung  zu  rtennen.  in  slateichi  849  jedoch  ist  1 
ausgefallen.     15)  Serv:  ad  Cortynia,  ubi  fueraat  aliquaado  solis  armenta. 


108  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

27)  GraffW.  1073^.  hat  hizza  und  heizi;  hitti  steht  in  den  ndd.  psalmen 
18,  7.  29)  d.  h.  bisingon;  ajn  rande  zu  torrida  v.  48.  31)  d.  h.  uachaldra. 
38)  am  rande  zu  v.  62.  bei  Servius  mi}-  folgendes  zum  ersten  v.  der  ecl:  apud 
Theocritum  est  una  ecloga,  quae  appellatur  (faQuaxevzQiu.  39)  gl.  zu  Heinr. 
summ.  Germ.  IX.  p.  28,  95'':  vitte  walken;  hierher'  gehört  auch  walchart 
Servat.  594.  beide  Wörter  sind  wohl  von  walgen  abzuleiten.  41)  nur  diese  bil- 
dung-,  die  mehr  dei'  ags.  u.  and.  form  (gealdor;  galdr)  als  der  ahd.  (galstar) 
entspricht,  ist  unserm  denkmale  gerecht,  vgl.  205,  479,  733.  43)  Sei^.  Buc. 
VIII.  73.-  bene  utitur  liciis,  quae  ita  stamen  implicant.  47)  l.  gartsanc,  vg-l. 
gartsangon  900.  58)  l.  gfuukchxn.  64)  es  ist  mir  zweifelhaft,  ob  der  punkt 
zwischen  r  und  b  ein  i  bezeichnet,  sodafs  das  ganze  loriberi  lautete.  66)  scorza, 
ei7i  ursprünglich  mit.  wort  {D.  Cang-e  VI.  325":  scorza  vox  italica,  cortex,  Gal- 
lice ecorce)  ist  ins  holländische  aufgenonmien  {vgl.  Hoffmann  Hör.  Belg.  VII. 
p.  8:  scorse  cortex,  p.  14:  schule  of  een  scorse  cortex,  p.  19:  draf  ^  scortse 
siliqua)  loo  es  sich  noch  jetzt  findet  {JVinkelmann,  holländ.  wb.p.  280";  schors, 
f.  rinde,  schaale).  68)  randgiosse  zum  vorhergehenden  fiscella.  72)  Serv.  Ge- 
org. I.  58:  castores  antern  a  castrando  dicti  sunt,  virosa  autem  aut  fortia  aut 
certe  venenata.  nam  licet  sint  multis  remedio,  tarnen  praegnantes  eorum  odore 
abiiciunt  et  egerunt  partum.  —  vor  buu  oder  bun  sind  einige  buchstaben  er- 
loschen, ichej'gänze:  [lupjbun.  vgl.  Reinekc  fos  ed.  Hoffm.  6815:  ik  hebbe 
ea  gelubbet,  Hot'.  Belg.  VII.  p.  7:  ghelubbet  spado,  lubben  castrare.  wegen 
der  form  vgl.  942.  81)  Graff  VI.  908  bietet  uzsuizzida,  Bonr.  v.  Megenberg 
272,  22:  der  switzet  sein  aigen  pluot  auz.  89)  uugalcrut?  90)  am  rande  zu 
V.  120.  ich  verstehe  die  giosse  nicht.  98)  ebenso  279;  das  wort  ist  wahrschei?i- 
lich  im  sinne  von  knospe  verwandt,  vgl.-  Grimm,  d.  ivb.  II.  447.  100)  Serv. 
Georg.  I.  151:  robigo  est  vitium  obscoenae  libidinis,  quod  uicus  vocatur.  für 
ango  vgl.  304  anm.  106)  bei  GraffW,  bhl  ist  dies  wort  ein  st.  masc,  ebenso 
in  deti  gl.  Jun.  B.  p.  318:  tubulus  clepel.  107)  aus  dem  ursprünglichen 
mazsahs  ist  unsere  form  so  gebildet,  dafs  h  vor  s  ausfiel,  z  und  s  assimiliert 
und  a  in  e  geschwächt  wurde.  108)  l.  azzusi.  114)  vgl.  Schi.  gl.  4,  21 :  arbntf 
crates  ziunin  nappha.  115)  bei  Graff"  l.  885  mtr  wanna;  wan  auch  CXXII  und 
gl.  Jun.  D.  p.  282:  ventilabrum  wan.  121)  l.  duchstein  vgl.  CXX;  cylindro 
uucllistain  Schi.  gl.  4, 76.  123)  muwerf(o),  muwerft,  multwurf  Graff  \.  lOidff; 
mulwerp  CXV,  Germ.  IX.  19,  ll''.  129)  /.  gethrusc.  130)  Servius  zu  192:  et 
hoc  dicit:  si  in  ainygdali  floribus  folia  semper  abundaverint.  131)  mhd.  wb.  I. 
778'';  gl.  Jun.  D.  p.  281 ;  Mone,  quellen  I.  302,  14:  acus  caf,  308,  280:  palea? 
aeus  catf.  140)  GraffW.  753  setzt  nach  VG  2  strimili(n)  an;  dasselbe  ist  aber 
nur  eine  geschwächte  form  von  strimilon ,  welches  Cbn.  305,  das  original, 
bietet.  147)  zu  obtunsi  v.  262.  151)  dies  ist  eine  lateinische  giosse.  l.  caldarii 
(B.  Cange  II.  28'^).  158/9)  zu  falcem  v.  348.  161)  wenduug  finde  ich  erst 
bei  Haltaus p.  2076.  164)  am  rande  zu  361.  165)  hierdurch  bestätigt  sich  die 
bedeutung  von  struot,  welche  man  schon  lange  vermuthet  hatte,  vgl.  Miillen- 
ho  ff'  den  km.  p.  473;  den]  flufsnamen  Unstruot  hat  auf  diesem  wege  schon 
Förstemann  {namenbuch  II.  1438)  richtig  erklärt.  170)  /.  nortostanuuint. 
171)  zu  Euri  v.  371.  177)  /.  ceisende.  178)  verstehe  ich  nicht.  182)  gl.  Jun. 
D.  p.  268:  laudula  lewerca.  Bonner  gl.  bei  Hoffm.  ahd.  gl.  p.  22,  37:  luscinia 
lewerka.    186)  dieses  woi't  setzt  uuindumemaaoth  Graff"  II.  797,  mhd.  wb.  IL 


ANMERKUNGEN  ZU  Ilf.  109 

I,  58"  voraus.  189)  Diut.  II.  274:  populus  belit  /albere;  belzboum  LXXIII; 
Neminch,  Wörterbücher  der  naturg-escliichte  p.  53:  belzboum  populus;  Frisch  I. 
p.  SO'.vg/.  die  Kölner  gl.  in  dieser  Zeitschrift  XIV.  p.  186,  6.  199)  Neinnich 
a.  a.  0.  p.  86 :  bratbirn  a)  eine  plattgedrückte  bim.  b)  eine  abänderung-  der 
pfundbirn.  Frommann,  mundarten  V.  p.  64  gewährt  aus  der  grajschaj't  Mark 
brädbeären.  200)  nach  Nemnich  p.  342  ist  kürbifsbirn  identisch  mit  pfund- 
birn.  201)  d.  i.  fruthruuon.  dasselbe  compositum  Gei'^in.  IX.  p.  21,  30'':  urie- 
druaen,  wo  ie  den  umlaut  bezeichnet.  202)  für  das  durch  punkte  getilgte  kel- 
ketroü  vgl.  Graff  IV.  394,  gl.  Jun. D.p.  286 :  torcular  kelkterre.  208)  mhd.  wb. 

II,  2,  616'',  fFackernagel  in  dieser  zschr.  VII.  131  ;  yidmont.  gl.  in  dieser  zschr. 

III,  381":  duchistein;  Mone,  anzeige?'  III.  p.  243,  224:  cala  duchstein.  210) 
iuui  am  rande.  211 — 12)  aw  rande  zu  257  tmd  262.  /.  fora.  213)  aufser  zwei 
stellen  bei  Graff  W.  309,  ivo  grebila  durch  polinctores  (rf.  h.  sepulturae  cura- 
tores  D.  Cange  V.  332 ;  vgi.  schon  Serv.  zu  Aen.  IX.  487)  glossiert  xoird,  er- 
scheint das  tüort  nur  in  der  bedeutung-  paxillum.  215)  mhd.  wb.  II.  2,  121''. 
216)  vgl,  Berliner  yirgilgl.  zur  selbigen  stelle.  218)  vielleicht  von  helan ;  doch 
weifs  ich  -ouua/cVr  -awa  nicht  zu  erklären.  228)  mhd.  wb.  I.  227K  230)  l. 
hpxxxD.  231)  die  glosse  steht  bei  v.  426,  aesculus  kommt  aber  nur  v.  291  vor. 
hr.  dr.  Michelant  liest:  castaneae  vel  scolos.  235)  befser  ist  wohl  in  xxfkthua 
zu  ändern,  als  das  toort  von  üffiudan  abzuleiten,  schon  weil  nth  in  unsei'm 
denhmale  weiter  nicht  sich  zeigt,  dies  hinter  ei ,  wie  in  ceinsende  begegnende 
n  könnte  dialektisch  sein;  ein  solches  kommt  im  alam.,  wie  Birlinger  irgendwo 
in  seiner ' alamannischen  spräche  bemerkt,  hin  und  wieder  vor.  236)  vgl.  goth. 
ufai|)s.  240)  beiti  ist  von  beitjan,  ags.  bsedao,  asch.  bedian  abzuleiten  und 
mufs  'druck'  bedeuten.  244)  Graff  W.  649  gewährt  das  wort  nur  im  musika- 
lischen sinne;  in  unser m  haben  die  Tegerns.  Firgilgl.  zu  Aen.  VII.  615  das 
nahe  verwandte  iuchquetani.  248)  die  Teg.  gl.  haben  gophua  zti  lumbos  v.  87. 
252)  Schi.  gl.  4,  101:  tusinemo.  253)  Z.  thrasindi.  261)  brenio  am  rande. 
262)  das  holz,  das  man  den  Schweinen  um  den  hals  thut,  heifst  kam.p. 
Schmeller  II.  300.  vgl  mhd.  wb.  I.  783''.  263)  l.  rkDgxn.  265)  vgl.  Wacker- 
nagel, Basler  bischofs  und  dienstmannen  recht  p.  33  §  6,  2.  266)  zu  ulvain  v. 
175.  275)  zu  exaestuat.  v.  240.  285)  isilla  Graff  \.  485;  ihsilla  Gei-m.  IX. 
24,  66;  ihilla^i.  Jun.  H.p.  389;  hichela  Suvierl.  15,  57;  von  letzterem  ist  es 
nicht  weit  zu  unserer  foi'm  kichilla,  die  ich  indessen  nur  niedei'ländisch  voi'- 
fijide:  Hör.  Belg.Wl.  p.l3:  stiria  kekel  of  diopel;j?.  19:  stiria  een  kikele.  288) 
l.  frthxspu;  gl.  zu  Sedulius  in  dieser  zeitschr.  V.  202":  terranea  erdhus.  292) 
Brem.  wb.  V.  161  hat  wattke,  waddik  serum  lactis;  gl.  Jun.  D.  p.  285:  ceru 
autem  est  wefzech  (l.  wetzech) ;  aus  der  jetzigen  spräche  bietet  wäske,  molken 
H Schütz,  das  Siegei'länder  sprachidiom  (prograrnm  von  Siegen  1848). 
293)  bei  Graff  IV.  613  finde  ich  l'archront.  294)  hinter  1  ist  vielleicht  o 
ausgefallen  oder  u ,  loenn  man  die  Jeroschinsche  form  slüf  annehmen  will. 
295)  mhd.  wb.  1,  893",  Hagens  Germania  W.p.  96  v.  111.  297)  sollte  der 
zweite  theil  dieses  Wortes  mit  sittir(wurz)  zusammenhängen?  302)  die  Tg. 
gl.  haben  hier  snophezuugo.  bei  der  grofsen  zahl  ähnlicher  deutscher  ausdrücke 
für  siDgultus  wage  ich  nicht  hier  eine  entscheidung  zu  treffen.  304) g/.  Jun. 
H.p.  406:  Pustula  augseta;  ags.  gl.  bei  Mone,  anzeiger  VII. />.  147,  626:  pustula 
angsetae;  an  derselben  stelle  geben  die  Amplon.gi.  (Jahns  archiv  für  philologie 


HO  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

XIII. /?.  361,  178)  fehlei'haß:  pustula  angreta.  der  erste  theil  ist  ango  (100), 
wamit  auch  angweizza  componiert  ist.  326)  am  rande  zu  v.  249:  sarcire 
ruinas.  doch  scheint  etwas  fremdartiges  hereingetrag-en  zu  sein:  denn  riffilon 
bedeutet  flachs  kämmen,  sarcitus  aber  erklärt  D.  Cang-eW.  6S  als  'pannus, 
idem  qui  sarcilis';  dies  letztere  führt  Kehrein  an  {sammlung'  alt-  und  mittel- 
deutscher Wörter  aus  lat.  Urkunden,  Nordh.  1863):  sarcil  grobes  tuch.  so  besagt 
denn  wohl  auch  hier  sarcitus  nichts  anderes,  als  ein  geioand,  dessen  ßachs  gut 
g-ekämmt  ist.  327)  am  rande  zu  v.  296.  vgl.  mhd.  wb.  III.  665».  330)  d.  h. 
gedrip  sc.  338)  zu  laxis  v.  122;  /.  zergebenen  vgl.  821.  mhd.  tob.  I.  506''; 
Gudrun  21,  4;  Pass.  K.  114,  54,  184,  86.  343)  bei  GraffM  749  ist  gistriti 
aus  der  daselbst  citierten  form  gistritiu  anzusetzen.  344)  selpuua  i'^rsfeÄe  «cA 
so  nicht,  ich  denke,  das  loort  ist  ivie  391 ,  392  7iicht  ausgeschrieben  und  es 
mufs  folgendermafsen  ergänzt  werden:  selpuua  (ssenemo),  se(l)ueHio  steine, 
selp  bezeichnet  ja  das,  was  ohne  hinzutreten  dei'  kunst,  von  natur  wird:  so 
seihseil  g ruf  Rudolf  p.  23;  gl.  zu  Sedulius  in  dieser  zeitschr.  V.  209 — 11:  noa 
nato  {seil,  musto;  bei  der  hochzeit  von  Cana)  selbuuasneme.  346)  GraffW.  6S8 
hat  nur  cinselod.  347)  l.  zuntra,  ivie  vielleicht  schon  die  hs.  selbst  bietet. 
349)  l.  fleissces.  353)  f  irgil  meinte  Patavium  in  Fenetien,  der  glossator 
bezog  es  auf  das  ihm  bekanntere  an  der  Donau.  355)  /.  fehes ;  so  vielleicht 
schon  in  der  hs.  363)  l.  drenon.  376)  am  rande  zu  suspecta  v.  36.  377) 
unendig  SchmeUer  I.  76.  379)  am  rande  zu  sub  proditione  v.  83.  380)  iiber 
die  beziehung  s.  Tg.  gl.  z.  d.  st.  382)  /.  merigras;  dies  scheint  auch  die  hs. 
zu  bieten.  383)  ist  etwa  thenc-  oder  thinceidon  zu  iesen?  an  dieschw.flexion 
braucht  man  sich  in  diesen  gl.  nicht  zu  stofsen.  384)  /.  heil.  386)  zuostun 
am  rande,  entiveder  für  zaostuat  oder  für  zuostan.  vgl.  Trierer  ps.  108,30: 
adstitit  zustunt.  387)  Sei'v.  zu  v.  Sil :  bene  addidit  fida,  ut  ostenderet  sym- 
bolum.  388)  bei  Graff'l.  930  nur  sciltuuerida.  391)  zu  ergänzen  nach  den 
Tg.  gl.,  welche  ursloufun  haben.  392)  auch  dies  wort  kann  nicht  vollständig 
sein,  es  ist  mit  hülfe  folgender  formen  herzustellen :  micat  lecbeezat  Teg.  gl. 
988  {vgl.  anm.),  inicat  lechezta  Prud.  1  {Graff'll.  151),  micat  leehazzat  ^Y.  zu 
Prudentius  in  dieser  zschr.  X.  370.  396)  SchmeUer  II.  128:  die  haien,  die  hai, 
der  Laien,  die  beye  trusorium,  fistuca,  heien  tundere;  geheien  iacere  From- 
mann mundarten  IV.  171;  heye,  heien  in  etwas  abweichender  bedeutuiig  bei 
Stalderll.^l.  398)  Serv.  zu  v.  512:  nudoque  sub  a.\e,  hoc  est  sub  divo. 
399)  dasselbe  verb  auch  450;  ich  leite  es  von  volc  ab;  vgl.  and.  fylkja,  in 
Schlachtordnung  aufstellen  Sigurdarkv.  II.  23.  in  diesem  sinne  genommen 
passt  das  ivort  an  unser n  beiden  stellen  vorzüglich.  401)  mhd.  wb.  III.  80'' 
führt  aus  Mone,  anzeiger  IV.  232  traegen  lassare  an.  403)  d.  i.  nohtahnne/«;- 
nobthanne.  404)  bei  Graff  IV.  300  nur  die  composita.  406)  /.  selfboum. 
407)  Se)'v.  zu  v.  85:  Thynibi-aeus  Apollo  dicitur  ab  agro  Troiae  vicino  dieno 
Thymbrae,  quae  Satureia  dicitur.  dazu  ist  das  bei  Servius  nicht  vorfindliche 
serfnlum  gesetzt.  heimcono]ay?w(/e  ich  sonst  nicht,  häußg  dagegen  gartconola. 
410)  mhd.  wb.  11.  2,  765''.  411)  mhd.  ivb.  U.  1,  825'';  a.  a.  o.  755«  ivar  die 
stelle  noch  nicht  entdeckt.  412)  vgl.  Grimms  mythologic  p.  992.  413)  /.  kinni- 
baccun.  414)  gehört  wohl  nicht  zu  stif,  stiven,  sondern  zu  erstabe  Gi'affW. 
613.  daher  ist  der  stern  und  das  oben  p.  23  iibm'  die  glosse  gesagte  zu  tilgen, 
416)  zu  V.  286.  vgl.  ß' Grimms  anm.  zu  den  ff-iesbad.  gl.  109.   418)  Diefenbach 


ANMERKUNGEN  ZU  III.  111 

glossarium  latino- germanicum  p.  biZ"  gewährt  aus  Jüngern  vocabitlaren 
losuD^,  lossung,  lottung.  420)  Tuskän  als  land  sehr  häufig;  z.  b.  Meregarte 
{MüllenA.  dcnhn.)  p.  70,  3;  Kaiserchr.  17119,  Eraclius  1227,  4421  u.  s.  lo. 
unser  adj.  steht  in  den  Berliner  rirgilgl.  95.  422)  Graff  VI.  765  hat  ?iur 
beispiele  aus  den  Tg.  gl. ,•  ein  weiteres  gebe  ich  aus  den  gl.  zu  Sedulius  (z.  f. 
d.  a.  V.  210):  actis  (securibus)  anageslagenen.  426)  l.  ungeuuri.  429)  Serv. 
zu  r. '483:  subtegmine  i.  e.  filo,  quod  intra  stamen  currit.  432)  mM.  tob.  I. 
582''.  439—40)  Serv.  zu  v.  57:  bidentes  autem  dictae  sunt  quasi  biennes, 
qaia  neque  minores  aeque  maiores  licebat  hostias  dare.  sunt  etiam  in  ovibus 
duo  eminentiores  dentes  inter  octo,  qui  non  nisi  circa  bimatum  apparent. 
441)  capulus  fiyidet  sich  im  ganzen  vierten  buche  bei.  Servius  nur  zu  v.  262: 

hie  capulum  aut  vaginam,  at  in  illis  Ferrum vincto  ad  capulnm:  üblicher 

wfhelza.  ofthilze  gl.  Jun.  D.p.  2SS,  helzi  Schi.  gl.  39,  119  zu  heiza  oder  hilzi 
gehören,  loage  ich  nicht  zu  entscheiden.  445—446)  Serv.  zu  v.  131 :  odorise- 
quum  quod  odorem  sequitur.  leidezoa  gebildet  ivie  leitihunt.  447)  /.  gebror- 
dedemo,  vgl.  465,  522.  457)  zu  talaria  v.  239.  458)  Servius  zu  v.  245 :  tranat, 
transvolat;  ut  {Geo?'g.  IV.  59):  nare  per  aestatem  liquidam  susnexeris  agmen. 
459)  penates  kommt  in  diesem  buche  nur  v.  21  und  598  vor.  468)  zu  v.  489. 
470)  ain  rande  zu  cautibus  v.  366.  473)  derselbe  ausdruck  486.  der  latei- 
7nsclie  text  erfordert  die  bedeutung:  wimmeln,  gedrängt  voll  sein,  starren. 
man  kann  demnach  eine  stelle  der  Elisabeth  {v.  527)  vergleichen,  welche  Haupt 
zu  Engelh.  3046  richtig  erklärt  hat:  manigen  wehen  kursit,  die  von  golde  stre- 
beten.  ihm  tritt  Rieger  im  giossar  zur  Elisabeth  bei.  477)  vgl.  noch  mythol. 
p.  121,  z.f.  d.  fl.  XII.  403.  482)  gescidon  ist  infinitiv.  487)  concHdX  gehört 
vielleicht  zu  fatigat  v.  572  oder  zu  stimulat  v.  576.  492)  mhd.  tvb.  III.  53^; 
ältere  beispiele  sind:  Schi.  gl.  6,  529;  roscida  towiga;  gl.  zu  Prudentius  bei 
Eckhart,  Fr.  o.  W.p.  1003"  :  roscidus  touuegun,  rorulenta  touuegen;  Innsbr. 
gl.  bei  Mone,  anzeiger  VU.  p.  598,  764:  roscida  towike.  493)  cantarus /«> 
canterius  finde  ich  z.  b.  bei  AMai,  class.  auct.  VI.  513''.  das  deutsche  wort  ist 
natürlich  beugest  5«  lesen,  aber  wohin  die  glosse  gehört,  weifs  ich  nicht. 
496)  am  rande  zu  v.  69. 

507)  dasselbe  wort  652  blet''dun.  ags.  gl.  bei  Mone,  quellen  I.  315'': 
palmula  arblcd;  Bosioorth,  dictionary  p.  9"  citiert  arblaed  palmula  remi 
aus  Älfrik.  652  scheint  daher  das  übergeschriebene  h  falsch  und  aus  einer 
Verwechselung  mit  plehta,  pflihta  d.  i.  prora  hervorgegangen  zu  sein,  bei 
dem  zweiten  worte  ist  in  der  hs.  1  aus  p  corrigiei-t.  508)  l.  iligiu,  wie  viel- 
leicht schon  die  hs.  hat.  509)  mhd.  7ob.  I.  956''.  512)  die  Tg.  gl.  haben  ana- 
gislaganer  bei  illisa.  514)  mir  unbekannt.  515)  mhd.  tvb.  I.  229".  527)  etwa 
drancstof  y«;'  drancstouf?  freilich  kann  ich  auch  dieses  wort  nicht  belegen. 
531)  der  glossator  hat  arduus  mit  ardea  verwechselt.  533)  die  anmerkung, 
am  rande  von  v.  302,  bezieht  sich  wohl  auf  die  worte:  quos  fama  obscura  re- 
condit.  die  deutsche  glosse  lese  ich  burchilinga ,  und  leite  sie  von  burc  ab. 
534)  l.  geuurftemo.  537)  particip  des  verbs  bil,  bal,  bälen,  boln,  vgl.  mhd. 
Wb.  I.  117» /f.  540)  vielleicht  sineuuerualer  (GraffW.  1238).  541)  l.  lauileia. 
558)  Diefenbachp.  482'':  radicitus  wurtzlich.  567)  GraffW.  685;  Schi.  gl. 
6,  53;  mhd.  wb.  III.  870''.  573)  bei  GraffWl.  426  ist  fizzilfeh,  ebenso  Germ. 
IX.  p.  19,  6:  wizzeluech  res.    uncomponiert  finde  ich  das  adj.  fizzil  nicht;  et 


112  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

gehört  aber  hierher  der  name  Sintarfizzilo  {z.f.  d.  a.  I.  5;  XII.  306).  575)  zu 
uuescunari  auriga  Graff  I.  1082;  weskinaro  aurigarum  Schi.  gl.  25,  16,  wo 
JFackernagel  thoricht  waginaro  ändert.  589)  Graff  I.  883  bietet  wunna,  un- 
wanna,  wunni,  aber  tiicht  unwunni.  592)  mhd.  wb.  II.  1,  589»,  Entecrist 
fundgr.  II.  ]29:  die  dar  inne  warin  berohin;  zu  Jf'alther  34,  35  (/>.  162):  su 
dem  fiwer  ist  berochen.  vgl.  zu  den  Tg.  gl.  2473.  594)  bei  Graff'  nur  in  der 
bedeutung  'eingeweide'.    597)  zu  tristes  v.  734?    599)  wohl  zu  forum  v.  758. 

605)  zu  ruch  d.  h.  ruc,  beivegung,  ist  ein  verb  wie  gabun  zu  ergänzen,  da  die 
ganze  phrase  'fecere  pedem',  nicht  blofs  der  technische  ausdruck  pes  d.  i.  nach 
Servius  funis  quo  tenditur  velum,  dadurch  ausgedrückt  zu  werden  scheint. 

606)  Serv.  zu  v.  832:  cornua,  antemnarum  extremitatem.  611)  l.  bosuichera. 
wohl  zu  supposta  r.  24  gehörig.  612)  l.  nu  erist.  vgl.  Graff  U.  979.  613)  Serv. 
zti  V.  68:  simulacra  brevia,  quae  portabantur  in  lecticis.  614)  wohin  diese 
anmerkung  zu  ziehen  ist,  weifs  ich  nicht.  615 — 16)  Serv.  zu  v.  83 :  defuncte 
autem,  liberale  nam  dicimus  functos  officio,  qui  officia  debita  complerunt. 
618 — 20)  am  rande  zu  v.  141 :  fetus.  621 — 22)  beide  gl.  am  runde  zu  v.  150  ; 
Serv.  dazu:  incestat  polluit  et  incestus  est  quaecunque  pollutio.  daher  scheint 
an  dieser  stelle  unreiui  Substantiv  zu  sein.  630)  diese  randgiosse  bezieht  sich 
nach  meiner  meinung  auf  v.  201:  ad  fauces  grave  olentis  Averni.  633)  die 
Bon?ier  gl.  bei  Hoff m.  ahd.  gl.  p.  25,  6  bieten  ebenso:  formeus  uuethil.  das 
lateinische  wort  finde  ich  sonst  nirgends,  es  scheint  aber'^wedeV  bedeuten  zu 
sollen  U7id  könnte  dann  aufv.  230:  ramo  felicis  olivae  zu  beziehen  sein.  635) 
Serv.  zu  v.  303:  nam  lugubrem  esse  hunc  colorem  ostendit  dicens  {Georg.  I. 
466) :  cum  caput  obseura  nitidum  ferrugine  texit.  641)  l.  speichon.  646)  vgl. 
lobogerni  iactantia  Graff  W.  236.  647 — 48)  zu  excudent  v.  848.  doch  ver- 
stehe ich  anahaf  nicht,  an  anahae  voii  hähan  darf  man  nicht  denken.  649) 
möglicherweise  steht  in  der  hs.  selbst  schon  richtig  hiuue.  651)  vielleicht  eine 
note  zu  verticibus  i'.  31.  Graff  VI.  874  hat  suello  nur  in  dem  sinne  von  tuber. 
vgl.  auch  überswal  7nhd.  wb.  II.  2,  792  .  657)  kann  sich  nur  a«/nubilis  v.  53 
beziehen,  mhd.  wb.  I.  960"  citiert  Kehr.  73'^  =  12166  Mafsm,:  iane  sult  ir  die 
hileich  nicht  machen,  ähnlich  huoruiachsere  leno  7nhd.  wb.  II.  1,  17  ?  658)  /. 
lantuouen.  der  circumflex  bezeichnet  nur  den  diphthong.  Grimm  z.  Rolandsl. 
p.  Y.  663)  mhd.  ivb.  II.  1,  327'».  664)  am  rande  zu  v.  185.  668)  der  gen. 
hängt  von  niht  ab.  669)  Förstemann,  namenbuch  I.  1293  bringt  den  eigen- 
namen  VVigilo  bei.  671)  vielleicht  underdeta.  676)  vgl.  mhd.  wb.  II.  2,  787"; 
?idd.  glossar  bei  Hoffm.  Horae  Belg.  VII.  35":  sweppe  vel  geisel  flagellum, 
Bruns,  altplattd.  gedichte  p.  347 ;  auch  Ziemann  s.  v.  thut  des  Wortes  erwäh- 
nung,  ohne  aber  belege  zu  geben.  680)  /.  runsoda  sih,  wie  schon  die  hs.  haben 
kann.  683)  l.  thom  d.  h.  thoum.  684)  am  rande  von  v.  489.  685)  /.  manne- 
lumer.  sonst  hat  dies  ivort,  wie  goth.  manags,  mauase[)s  nur  ein  n ;  dieser  um~ 
stand  spricht  für  das  alter  der  composition.  687)  e*  wird  wohl  in  der  h^. 
sueue  III  lemo/wr  sucuelinemo  (inhd.  wb.  II.  2,  779")  stehen.  688)  zu  torre  v. 
506.  694)  ivenn  h"nt  richtig  ist,  so  soll  es  vielleicht  die  zweite  hälfte  von 
comminus  erklären,  das  adj.  gehende  giebt  mhd.  wb.  I.  632*  ;  ags.  gehende 
prope  gramm.  III.  269.  696)  Schi. gl.  6,  110:  spiramenta  atinzuhte.  702—4) 
zu  reserat  v.  613.  705)  für  das  erstere  wort  vgl.  mhd.  wb.  III.  2S8'',  d.  wb. 
III.  1412.  708)  ivohl  nebenglosse  von  arvina  i'.  627.  715)  am  rande  zu  toracas 


ANMERKUNGEN  zu  III.  113 

V.  633.  716)  l.  beinberegun.  718)  /.  suertstap,  7Vomü  die  Tg:  gl.  mucrone 
übersetzeiu  722)  Serv.  zu  v.  684:  quidam  du.\  magnus  Sabinos  de  suis 
locis  elicuit  et  habitare  secum  fecit  saxosis  iu  moutibus.  724)  es  ist, 
sciwint  mir,  entsprechend  den  Ti;:  gl.  (zuhaliac)  hier  snurizuheliug  zu 
schreiben.  728)  seil,  seilt.  731 — 32)  beide  glossen  kehren  779—80  wie- 
der; nur  ist  an  letzterm  orte  vor  acrimonia  richtiger  nee  J'ortgelafsen. 
worauf  sie  sich  aber  an  beiden  stellen  beziehen,  ist  mir  unbekannt.  740) 
bei  Graff  IV.  480  findet  sich  das  simplex  nicht;  Schmeller  II.  323  hat  nur 
die  bedeutung  'Schadenersatz' ;  das  mhd.  wb.  I.  799'Vjaf  die  hier  angezeigte, 
aber  ohne  beleg.  741)  schon  vom  schreibei'  selbst  corrigiert  in  herduom.  742 
das  erste  wort  ist  vielleicht:  ersuohda;/«?'  das  zioeite  vgl.  Graff'].  868,  gl.  aus 
St.  Peter  bei  Mone,  anzeiger  V.  p.  231 :  pactus  uuiniscaffender.  743)  Serv.  zu 
v,  153:  paterna  in  eo  lineamenta  cognoscens.  7?n'^  gelouethe  loeijs  ich  7iichts  an- 
zufangen. 744)  /.mazzaldrinemo,  entsprechend  den  Tg. gl.  747)  l.  ungenundan. 
748)  hs.  niteas,  am  runde.  751)  vgl.  muleasteia  Gei'yn.  IX.  p.  25,  72.  diese 
form  auch  bei  Muskatbliit.  755)  bei  Graff'  VI.  575  nur  ubarschrecchare. 
758)  mhd.  wb.  I.  740".   759)  Serv.  zu  v.  343:  sub  nionte  Palatino  est  quaedam 

spelunca,  in  qua  de  capro  luebatur nonnuUi  propter  sterilitatem  boc  sacrum 

dicunt  a  Romulo  constitutum  ideoque  et  puellae  de  loro  capri  caeduntur.  770) 
fasthabig  tenax  Gi'aff'W.  738;  Diefenbach  p.  577'':  vastbaltende.  vgl.  Parz. 
114,  14:  unt  bin  ein  habendiu  zange  minen  zorn  gein  einem  wibe.  771)  eruue- 
rene  {Graff"].  944)?  779—80)  vgl  zu  731—32.  iudiges  kommt  im  achten 
buche  gar  nicht  vor,  aber  indigenae  v.  314.  781)  praecipuum  nur  v.  177. 
784 — 85)  inscius  v.  627.  vgl.  aber  auch  Serv.  zu  v.  597:  Agylla  civitas  est 
Tusciae  ex  conditore  appellata,  cui  ex  inscientia  (al.  exscitia)  Romana  aliud 
est  inditum  nomen.  mhd.  wb.  III.  789''  und  791''.  791)  /.  loccon.  795)  7nhd. 
wb.  II.  2,  689''.  796)  zu  Graff  N.  457  ist  zuzufügen:  gl.  zu  Prudent.  {z.f.  d. 
a.  X.  371)  pila  tart;  Clm.  305  und  21562  zu  Aen.  V.  307:  spicula  darta;  aus 
unsei'm  denkmale  ZA2,  536,  879;  and,  daraiv  Atlakv.  i,  14,  Nialss.  p.  211. 
vgl.  aufserdem  d.  ivb.  II.  769.  JHIoss,  der  Georg.  II.  168  Volscosque  verutos 
mit  ' dardenschivingende  Folsker  übersetzt,  hat  das  loort  wohl  aus  Frisch. 
797)  d.  h.  mit  heimisgemo.  798)  ist  ettva  bfdfnhblp  d.  h.  bedenhalp  zu  lesen  ? 
804)  Serv,  zu  v.  724.-  aut  discinctos  dixit,  inhabiles  miliciae.  818)  zu  v.  109. 
819)  mhd.  wb.  III.  451''  hat  widerweckunge  resuscitatio.  828)  dies  scheint 
das  schw.  masc.  vom  adj.  ger  zu  sein,  der  giossator  ivürde  dann  das  ganze  so 
verstanden  haben:  der  ich  das  allein  begehrend  bin,  dafs  mir  der  vater  wieder- 
gegeben wird.  836)  vgl.  mhd.  ivb.  II.  2,  452\  837)  /.  reitrittil.  838)  mhd. 
wb.  I.  923«.  840)  nur  das  adverb  findet  sich  bei  Gi-aff'\\.  743.  850)  diese 
glosse  und  856  gehen  jedenfalls  auf  dasselbe;  und  da  850  am.  rande  von  v.  382 
steht,  so  ist  sie  vielleicht  zu  horrida  daselbst  zu  ziehen.  852)  Serv.  zu  v.  360 : 
Romulus  moriens  nepoti  suo  cognomini  baec  reliquit.  854)  mhd.  wb.  I.  229''; 
Frommann,  mundarten  IV.  295'':  collus  vierstpawn.  864)  zuolouft?  867) 
l.  spknnilxü.  868)  zu  radii  v.  476.  mhd  wb.  III.  751».  875)  l.  tuchkl.  zu  veste 
V.  488.  881)  wal  meist  neutrum,  zuweilen  aber  auch  masculinum.  mhd.  wb. 
III.  466"  tmd  1'.  hier  könnte  es  auch  fem.  sein.  mM.  wb.  III.  466''.  893)  mhd. 
wb.  II.  1,  387''.  bei  Graff'  ist  es  II.  1113  aus  niunus  Prud.  1.  herzustellen. 
903)  piepba?  vgl.  gramm.  III.  46S.  904)  /.  stichkt.  907)  Graff'  setzt  der  Tg. 
Z.  f.  D.  A.  neue  folge  111.  S 


114  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

gl.  wegen,  welche  zu  diesem  verse  laz  bieten,  das  wart  als  neutrum.  an;  ohne 
grund.  ein  weitei'er  beleg  ist  amento  lazze  z.J',  d.  a.  X.  372.  917)  im  texte 
l.  710  undgfikgkt.  921)  vgl.  Tg.  gl.  1127.  922)  /.  uuenichun.  927)  hängt 
die  erstere  gl.  mit  setit  censet  gl.  Jim.  C.  p.  238  zusammen  ?  die  dentalen 
stimmen  freilich  nicht.  929)  Serv.  zu  v.  18:  Titianus  et  Calvus,  qui  themata 
omnia  de  Vergilio  elicuerunt.     943)  l.  bogeuuoder. 

IV)  schwach  Germ.  VI.  84  in  der  Überschrift:  gire.  VII)  Germ.  IX. p.  20, 24: 
grac  krichel.  IX)  /.  eleuiz.  XXIV)  ich  kenne  weder  das  lat.  noch  das  deutsche  wort. 
XXIX)  /.  ansila  oder  amsla.  XXX)  hs.  hiber.  XXXI)  D.  Gange  I.  ß^^"  führt  aus 
denA.SS.Jun.\U.^5&''  ö«.*'avicula  perexigua,  quae  vitriscas  appellatur'.  dazu 
bemerkt Henschel.-'hitriscus  fortassis  contracte  proBitoriscus,  sedBitoiius  Can- 
gio  aliisque  est  ardea.  Papias :  Bitriscus  genus  avis.  bitorius  Gl.  Aelfrici,  Saxo- 
nibus  est  werna'.  ags.  gl.  bei  Mone,  quellen  I.  p.  314'':  bitorius  wraenna.  Bos- 
worth  p.  95o:  wrenna  paiTax,  regulus.  vergleicht  man  nun:  gl.  Jun.  D.  p.  269: 
petriscus  cunenglen;  Diut.  III.  292:  pitrisculus  kuningil;  Mone,  anzeiger  VH. 
596,  613:  petrisculus  chuDiglin;  GraffW.  444:  pitrisculus  kuning,  mhd.  wb.  I. 
913'':  pitrisculus  kuningil,  so  ergiebt  sich,  dafs  uurendo  den  zaunkönig  be- 
zeichnet, der  engl,  ja  heute  noch  wren  heifst.  über  andere  lat.  formen  siehe 
Diefenbach  p.  413"^.  wrendo  ist  jedenfalls  die  ältere  form ;  das  nn  ist  später 
aus  nd  entstanden ,  wie  das  öfter  im  ndd.  geschieht;  so  steht  bei  Eschenburg, 
denkm.  p.  246  z.  b.  ingesinne  für  Ingesinde.  XXXIIl)  l.  ortigometra.  die 
deutsche  bezeichnung  fehlt.  XXXIV)  /,  urhrint.  XXXVI)  heigro.'  XLI)  gl. 
Jun.  D.p.  269:  vespa  et  crubro  {sie)  horneiz.  alsj'em.  finde  ich  es  sonst  nicht. 
XL VII)  /.  speht.  LI)  /.  Papila.  LIII)  GraffW.  540  hat  nur  scaraleia;  Nemnich 
aber  führt  p.  497  sowohl  scharbey  salvia  officinalis,  als  scharley  an.  LVIII)  l. 
lupistekila.  LXII)  Pulei?  GraffWl.  332.  nebenbei  erwähne  ich,  dafs  dies  wort 
auch  im.  buch  v.  g.  sp.  8  als  bolei  vorkommt,  wo  der  herausgeber  fälschlich  an 
bolle,  eine  art  zwiebeln  denkt.  LXIV)  sächs.  gl.  bei  Mone,  quellen  I.  283":  abro- 
tanum  auerute,  gl.  Jun.  M.  p.  406  =  Sumerl.  65":  abrotanum  aueruthe,  Mone, 
anzeiger  IV.  239:  abrotanum  auerute.  LXXVII)  gl.  Jun.  B.  p.  S'2Q:  vepris 
breme;  Diut.  II.  274:  breine  vepres;  Gei'm.  IX.  p.  21,  38'':  vepres  bremen. 
LXXXVI)  bor  kenne  ick  nicht;  sollte  an  ahorn  zu  denken  sein?  denn  horna  be- 
gegnet zu  Georg.  II.  70  im  Clm.  305  und  21562;  achor,  ahor  steht  bei  Diefen- 
bach p.  440«  aus  Jüngern  glossaren.  LXXXVIII)  bei  Grafflll.  119  meliboum, 
melboum.  CXIX)  die  quelle  dieser  Vorstellung  scheint  apocal.  4,  3  zu  sein, 
bildliche  darstellungen  gottes,  wie  er  auf  dem  i'egenbogen  sitzt,  findet  man  bei 
Didron,  histoire  de  Dieu  [Paris  1843)  ;;.  117,  232,  246,  593.  —  ich  bemerke 
noch,  dafs  die  reihenfolge  des  lateinischen  theils  von  LXIX — XCIV  und  CHI — CX 
dieselbe  ist  wie  im  cod.  SQ.  299  bei  Hattemer  I.  289  und  290. 

IV. 

20)  von  GraffW.  1215  unter  D.  citiert  =  7mscellaneen  L225'',  wo  wunder- 
barerweise  y'ites  für  Utes  steht.  42)  seil.  bein.  das  wort  selbst  ist  eine  mischung 
von  elafant  und  olpenta.  52)  nebenglosse  zu  lethaeo  somno.  58)  diese  glosse 
am  rande;  GraffW.  279  zieht  sie  zu  farra;  Serv.  erläutert  pulvere  durch  sereni- 
tate  und  dazu  wird  sie  wohl  gehören.    62)  Graff  IV.  854  ueifs  das  wort  nicht 


ANMERKUNGEN  zu  IV.  115 

recht  unterzubringen;  zu  levia  habe  ich  es  auf  eigene  Verantwortung  gestellt, 
meine  abschrift  giebt  es  als  über  murmur  befindlich  an;  die  construction  ist: 
per  levia  saxa  after  halen  steinen.  75)  vgl.  Gennan.  IV.  123.  188)  am  rande 
von  V,  296.  ich  ziehe  es  zu  trepidi,  indem  ich  ein  adj.  loupalin  annehme,  ge- 
bildet wie  äbtalin  574,  1906,  24S0,  strüchalin  2977,  pisuuichalin,  zuivalin, 
vorscalin,  släfilin  Grimm  zu  hymn.  II.  10,  1,  zartilin  Schi.  gl.  9,  15,  huorilia 
GraffW.  1012;  rascheln  und  flüstern  sagt  man  vom  laube  besonders  gern  aus, 
daher  läubeln /«;•  klatsaJien,  Yäuhli  für  flittergold  Stalder  \h  p.  159/60.  so 
könnte  auch  hier  der  ivallende,  singende  kefsel  mit  einem  von  loup  abgeleiteten 
adj.  bezeichnet  sein.  190)  battat  ist  mit.  D.  Gange  I.  624".  198)  oroht  mhd. 
wb.  II.  1,442b,  Ernst MIS Hagen.  272)  /.foho  /dunno.  296)  G/-a^lII.  757  wohl 
richtiger  phlechun.  322)  Graffl.  772.  eine  leidliche  erkläm/ng  iveifs  ich  nicht. 
326)  in  Ovids  tetrastichon.  363)  mhd.  wb.  II.  1,  453» ,  Trierer  gl.  II.  6  Hoffm. 
373)  Serv. :  olivae  ita  a  longinquitate  nominatae.  385)  das  wort  ist  zu  preciae 
zu  ziehen,  wozu  Serv.  bemerkt:  hae  cito  maturescunt.  also  rado  (Gr.  11.  1151) 
ripho  seil,  repun.  ebenso  ags.  in  den  gl.  Alfrici p.  68"  (ed.  Sommer):  praecoque 
raedripe  vinberige;  praecoquus  fructus  raedripe  vsestm.  386)  GraffW.  118 
coaequare  (dies  ist  eine  nebenglosse  zu  coateade)  kilihinon,  letztei'es  wahrschein- 
lich aus  richtiger  conjecttir,  da  in  der  hs.  kilidmon  ganz  deutlich  sein  soll. 
387)  Servius:  Amineum  vinum  dictum  est,  quasi  sine  minio,  i.  e.  rubore,  nam 
albnm  est.  396)  vuieo  ar?  405)  ebenso  ist  2S69  ein  flufsnam^  als  neutrum. 
behandelt.  407)  richtiger  Graff'].  104  aregislicheta.  457)  am  rande  zu  v. 
214.  463)  pivvahit/«?'  pivahit?  467)  das  kreuz  bedeutet  hier,  dafs  Graff' l. 
749,  wo  er  das  wort  zioeifelnd  unter  wintan  anführt,  falsch  citiert.  473)  wie 
Graff' W.  848  bemerkt,  steht  dabei  die  (Servianische)  glosse:  ne  ager  sit  con- 
cavus.  sollte  nun  ein  part.  act.für  pass.  hier  fälschlich  verwandt  sein?  482) 
Graff- \.  732.  484)  Gj:  IV.  1208  uuelichiu,  aber  1210  uuilichiu.  485)  ivro 
verstehe  ich  nicht,  ebensowenig  is  508. 

525)  Graff'lll.  564  streicht  gi.  530)  am  rande  ohne  verweisungsseichen ; 
das  wort  kann  ich  nicht  erklären.  583)  das  a  bedeutet  wohl  ar,  wie  in  asca- 
phaniu  979,  a  stiuro  1757,  anazta  27S5,  afarenter  2974,  vgl.  faholanc  2638. 
593)  GraffW  605:  kizoganer.  736)  Graff  111.639  befser  frambare.  740)  Graff 
IV.  334  u/iter  gagrason,  IV.  951  untei'  heim,  eine  deutung  weifs  ich  nicht. 
743)  Gr.  I.  827  befser  uuilligun.  756)  ist  von  Graff  \.  770  mit  recht  als  tiom. 
sg.  aufgefafst.  861)  der  lateinische  text,  welcher  comantes  als  adj.  in  der  be- 
deutung  'behaart  zu  saetas  setzt,  ist  hier  vom  glossator  falsch  verstanden, 
dieser  nahm  comantes  als  part.  und  saetas  ats  davon  abhängigen  acc.  daher 
die  wähl  des  loortes  zeisan  und  die  mascuUnendungen.  880)  GraffW.  982 
führt  zu  V.  337  setis  haron  an.  doch  findet  sich  dort  nicht  das  lateinisclie  wort, 
auch  sonst  kann  ich  die  glosse  nicht  unterbringen.  917)  das  deutsche  ist  nur 
eine  erklärung  zu  nova,  zu  eigänzen  also:  laste  (michiles  sneuues).  924)  Graff 
III.  206.  deutlich  wird  der  sinn  durch  die  von  Schmeller  I.  191  citierte  neben- 
glosse:  sorbis  i.  e.  potionibus.  943)  ist  mir  ganz  dunkel.  987)  in  dem  aus 
der  parallelstelle  Aen.  II.  473  interpolierten  verse:  lubrica  convolvit  sublato 
pectore  terga. 

1011)  Graff  \\\.  375  unter  fatar;  e*  ist  aber  keine  deutsche  gl.,  sondern 
folgendermafsen  zu  lesen:  gentes  scitarü.    vgl.  Servius:  populi  Scytharum. 

8* 


116  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

dajs  a  und  ci  leicht  in  dieser  hs.  zu  verwechsebi  sind,  zeigt  Graffs  lesung-  arcum 
für  circum  1617.  1028)  praeteritalendung.  1149)  da  von  den  bienen  die  rede 
ist,  so  hat  hier  das  neutr.  seinen  platz.  1158)  vgi.  Serv.  z.  st.  1168)  endung 
des  neutr.  d.  h.  so  maoag^iu  seil.  opaz.  1178)  das  unrichtige  r  ist  stehen  ge- 
blieben, das  richtige  geändert.  1195)  etioa  gitrenchit  zu  ergänzen  1234)  d.  i. 
[pifunl]  nussi.  1248)  vielleicht  iouch.  1276)  caput  ist  in  den  folgenden  relativ- 
satz:  unde  altus  se  eninipit  Enipeus  gezogen  und  so  der_  dat.  des  deutschen 
iDortes  zu  erklären.  1282)  Graff  111.  377  befsert:  fatü-lihun.  1446)  GraffY. 
622  schreibt:  uzgizuchan.    1487)  Graff  IN.  921  befser  helfenta. 

1580)  Graff  (I.  752)  hat  die  tilgungspunkte  nicht  beachtet  icnd  daher  auch 
zit  V.  633  aufgeführt.  1593)  es  ist  tvohl  ein  verb  tvie  nement  zu  ei'gänzen. 
1598)  Graff  in.  397:  frumitumes.  1611)  Graff^  111.  498  liest  fälschlich  scilt- 
falche.  1642)  diese  form  sieht  sehr  ndd.  aus;  wie  sie  hier  construiert  werden 
soll,  weifs  ich  nicid  anzugeben.  1669)  zeinin  gehört  zu  hastilibus.  dafs  hier 
die  deutsche  glosse  dem  unrechten  loorte  beigefügt  ist,  drängt  in  Verbindung 
mit  den  oben  s.  öl  angeführten  momenten  zur  annähme  einer  abschrift.  doch 
ist  es  leicht  möglich,  dafs  verschiedene  theile  zu  unterscheiden  sind,  ivenn  man 
nämlich  einige  sprachliche  ungleichmäfsigkeiten  loie  ua  (14,  383,  2576)  neben 
uo,  [ettaueliüjera  20  neben  sonstigem  -ero,  ferner  den  Wechsel  der  praefixe  ga 
und  gl  u.  s.  w.  in  i'echnung  zieht,  und  endlich  beriicksichtigt,  dafs  mehrere 
Schreiber  bei  dem  eintragen  der  glossen  thätig  gewesen  sind.  1678)  vgl.  Ser- 
vius:  Juppiter  aut  aer.  1687)  die  stelle  mufs  der  glossator,  der  in  somnis  als 
ein  wort  faf sie,  gänzlich  misverstanden  haben.  1688)  vgl.  Serv:  fugae  pro- 
fectionis.  1716)  schon  Graff"  W.  864  hat  in  heil  geändert.  1720)  dieses  wort, 
welches  Graff' {l.  933)  viel  noth  gemacht  hat,  ist  nichts  als  das  lateinische  vicina 
aus  der  Servianischen  note:  hospita  uicina.  1743)  der  glossator  scheint  hier 
freier  übersetzt  und  gigrapaniu  zu  dona  construiert  zu  haben;  geschenke,  schwer 
von  golde  und  geschnitzt  aus  elfenbein.  daher  nehme  ich  die  form  nicht  mit 
Graff' als  n.sg.f.  (IV.  301),  sondern  als  neutr.pl.  1744)  Serv:  Dodoneos  i.  e. 
Epiroticos.  1758)  Serv:  darum  Signum  i.  e.  faculam.  1763)  Graff'  III.  143 
befser  criehporano.  1788)  vgl.  Graff  V.  41.  1798)  die  erste  form  entspricht 
dem  lat.  bella,  die  zweite  dem  detitschen  deganheit.  1805)  ich  erkläre  diese 
bildung  als  einen  allerdings  sonst  nicht  belegten  acc.  pl.  auf  er  von  liup. 
1879)  vgl.  Serv.  zur  stelle.  1891)  Graff' IL  418  richtiger  reitrihtiles.  1926) 
d.  i.  g'"ota  für  iagota.  1965)  plasas  ist  st.  flektiertes  adj.  neutr.  generis. 
1974)  ancipites  scheint  zu  oculis  dem  sinne  nach  construiert;  demnach  iväre 
zuivaltCQ  dat.  pl.  1979)  Serv:  siue  more,  sine  exemplo.  1982)  gagangengi? 
1995)  Graff' l\.  596  befser  chrafo.     1998)  zu  ergänzen:  stal. 

2015)  aus  Serv.  zu  v.  20ö.  2025)  kann  auch  fornantigin  lauten,  wie 
Graff"  III.  629  hat.  2027)  l.  harir.  2034)  et  ist  undeutlich  und  Graff"  II.  84 
ivird  recht  haben,  wenn  er  gileganer  liest,  vgl.  auch  Gi'aff  II.  225.  2046)  des 
gotes  pi?  2061)  was  dies  zeichen,  das  sonst  er  bedeutet,  hier  soll,  ist  mir  nicht 
klar.  2124)  es  ist  tvohl  tiufo  zu  ergänzen.  2127)  unefür  uuie  ßnde  ich  auch 
in  M.  29.  2139)  Serv:  manes  i.  e.  supplicia  quae  sunt  apud  manes.  2143) 
dies  ist  wohl  die  bei  Graff'  III.  152  citierte  glosse:  nudo  paremo  f^yi.  V.  760. 
2147)  ein  gen.,  gebildet  von  dem  gen.  panos,  der  als  nom.  angesehen  wurde. 
2157)  es  kann  auch,  da  n  sehr  undeutlich,  givuarnoter  in  der  hs.  stehn.    2183) 


AN31ERRUNGEN  ZU  IV.  117 

Graff  zieht  das  wort  mit  recht  zu  herd  (IV.  999).  2194)  acc.  sing-  masc.l 
2212)  num.  pl.  zu  dem  in  diesen  gl.  vorkommenden  nom.  sg:  adj.  unerer  (976). 
2216)  zu  en  habe  ich  keinen  stern  gesetzt ,  tveil  ich  es  für  das  lat.  eo  halte. 
2226)  ist  etwa  furipuogiu  zu  schreiben  und  in  als  dat.  pl.  d.  h.  den  rossen  zu 
fqfsen?  2265)  das  unrichtige  a  ist  corrigiert.  2283)  diese  lesung  ist  ange- 
mefsener  als  Graffs  (V.  609) :  farzogana.  2294)  die  hs.  liest  also  aquae  vis 
für  äqual.  2298)  sih  ist  zu  erglänzen.  2304)  Gi-aff\\\.  79.  2306)  Serv: 
errabat,  pascebatur.  2320)  dies  scheint  suohta  zu  sein;  ich  verstehe  aber  dann 
nicht,  wie  es  sich  der  bedeutung-  nach  mit  dem  lateinischen  worte  vereinigt. 
2325)  gehört  giflanztiu  zum  st.  v.  flinse,  das  mhd.  wb.  III.  342''  angenommen 
wird?  xfiir  s  begegnet  auch  2907.  anders  rvird  das  wort  von  GrafflW.  362, 
773  und  Schmeller  (I.  330)  gedeutet.  2341)  verstehe  ich  nicht.  2347)  az  scheint 
mir  zum.  vorhergehenden  arduus  zu  gehören  und  die  neutralendung  zu  sein. 
teil  würde  dann,  toie  nicht  selten,  sächliches  geschlecht  haben.  2355)  die  form, 
ist  dadurch  entstanden ,  dafs  der  giossator  zuerst  ziranton  schreiben  wollte, 
dann  von  neuem  beginnend  giranton  verzeichnete.  Graffthut  daher  recht  daran, 
wenn  er  nur  giranton  aufweist.  2370)  sollen  vielleicht  die  drei  striche  nur 
die  zahl  der  Silben  ausdrücken?  es  scheint  mir  sicher,  dafs  hier  irgend  eine 
geheimschrift  beabsichtigt  lourde.  meinestheils  rathe  ich  auf  arzageta  (a 
für  ar  vgl.  zu  583)  vgl.  Pariser  gl.  725.  2448)  Graffs  ansieht  (IV.  701)  ist 
entschieden  zu  verweifen.  der  giossator  hat  wahrscheinlich  nach  Ser'v:  in- 
digenae  i.  e.  inde  geniti  übersetzt  und  inde  mit  hinna  gegeben.  2455)  fecta 
vermag-  ich  nicht  zu  erklären.  2473)  Graff  vermuthet  II.  371  pirohbanun 
(vgl.  zu  den  Pariser  gl.  592).  daneben  aber  weniger  gut  pitrohhanun  V.  504. 

2521)  ich  halte  Graffs  V.  441  ausgesprochene  meinung,  dafs  tarta  tela, 
«M^gaesa  bezüglich,  zu  schreiben  sei  für  richtig,  besonders  da  die  Pariser  gl. 
796  hierzu  stimmen.  2572)  mihi  ist  fälschlich  von  agitat  abhängig  gemacht; 
oder  sollte  irgend  eine  hs.  me  geboten  haben  ?  2583)  hier  ist  der  giossator 
vom  Servius  abgeivichen.  denn  der  letztere  construiert:  qui  patet  insidiis,  der 
erstere  aber:  insidiis  couspeximus.  2584)  d.  h.  uzginirao.  2586)  Serv:  alii 
ita  putant:  me  nulla  dies  dissimilem  arguet,  sive  quae  est  hodie  fortuna  per- 
manserit,  sive  etiam  laeta  fuerit,  i.  e.  nee  si  feliciter  mihi,  nee  si  infeliciter 
eesserit,  dissimilis  ero  huie  conatui:  et  melius  legitur  sine  aspiratione,  i.  e. 
autadversa.  2599)  G/'fl/^T'V.  230  wh«?  347.  2617)  Crrt/f' II.  899  .ve^sf  ungimeze 
als  adj.  an;  mir  scheint  befser  tantum  nimium  und  das  deutsche  zi  solihemo 
unglmeze  zusammen zufafsen,  sodafs  das  letzte  wort  subst.  ist.  2638)  Graff' 
IV.  842  richtig  farholano.  2641) /«/•  apaprah.  2647)  relatu  hat  der  giossator 
fälschlich  mit  voeiferans  verbunden.  2675)  Graff,  welcher  die glosse  (IV.  448) 
nur  zu  acres  zieht,  nimmt  natürlich  chuoni  als  adj.;  ich  glaube  aber,  dafs  sie 
substantivisch  zu  erklären  ist  und  stütze  mich  dabei  auf  Serv.  zu  v.  720:  illi 
sine  dubio,  quibus  Mars  iniecit  audaciam.  2688)  Serv:  quo  deinde,  scilicet 
de  castris.  2699)  Graff  zieht  (111.  65)  das  toort  wohl  mit  recht  zu  peiton.  vgl. 
Serv:  demoror,  exspecto,  sustineo.  2722)  ynhd.  wb.  I.  834^  2732)  Graff' l. 
368  bietet  als  lat.  wort  impetum;  dies  mag  eine  randglosse  sein,  vgl.  Sei'^v: 
tenorem,  currendi  modum.  i.  e.  eodem  impetu  fertur.  2775)  mentem  ist  nur 
zur  erläuterung  des  deutschen  acc.  hinzugefügt,  welcher  von  einem,  aus  sine 
zu  entnehmenden  äne  abhängt.     2793)  indole  inachte  der  giossator  nicht  von 


118  DIE  DEUTSCHEN  VIRGILGLOSSEN. 

dignum  abhängig,  sondern  ergänzte  aus  dem  vorigen  verse  pro,  wie  die  prae- 
position  pi  beiveist.  2799)  Graff  VI.  125  ändert  fälschlich  in  nidersihtigar. 
2817)  /.  prahhun.  2827)  das  a  gehört  loohl  nicht  mehr  zu  dieser  glosse;  es 
könnte  die  lateinische  präposition  sein,  die  zu  solio  zugefügt  wäre.  2831) 
Graff  VI.  642  befser  schefsteti.  2835)  das  h  kann  zu  dem  deutschen  worte  in 
keiner  beziehung  stehn;  es  ivird  wahrscheinlich  der  vorhergehenden  zeile  zu 
vindicieren  sein.  2844)  soll  die  correctur  iuiht  ergeben?  2874)  Graff  l.  756 
liest  schlechter  giuuentten.  natürlich  ist  das  wort  nicht  tmter  wentjan,  sondern 
unter  hwennjan  aufzuführen.  2906)  giiagotemo  giebt  an  dieser  stelle  gar 
keinen  sinn;  das  allein  passende  ist  giiagotin,  wie  Graff].  580  hat.  2929)  die 
form,  aus  der  gebefsert,  ist  wohl  zu  erklären  aus  dem  alten  steraz,  steroz, 
worüber  zu  vgl.  Müllenhoff  in  dieser  zeitschr.  XII.  291.  ebenso  mufs  meiner 
ansieht  nach  farsterc  2967  gedeutet  loerden.  2951)  die  silbe  us  über  detn  a  der 
lat.  endung  soll  zur  erklärung  des  deutschen  mascidinums  helfen.  2977) 
struhtines  bei  Graff  W.  744  ist  nur  druckfehler. 

3026)  schon  von  Graff  \.  941  in  uuereta  corrigiert.  3027)  Graff"  zieht 
IV.  283  gigozanlihaz  zu  dem  über  futilis  in  der  vorigen  zeile  vorkommenden 
Vulcania  (arma);  dieser  annah^me  steht  aber  der  umstand  entgegen,  dafs  der 
lat.  text  arma  ad  Vulcania  bietet  und  demgemäfs  die  deutsche  glosse  in  den 
dativ  (seil,  ze)  würde  gesetzt  sein.  3029)  vgl.  Graff' l\.  1122,  wo  nur  haeret 
Mans  7iicht  als  glosse  zu  bezeichnen  gewesen  wäre.  3040)  hier  liegt  entweder 
ein  fehler  vor  oder  der  glossator  hat  violare  gelesen.  3046)  da  das  wort  ohne 
Verweisungszeichen  am  rande  von  v.  836  steht,  so  wage  ick  keine  ergänzung ; 
gehörte  es  zu  subsidunt,  so  könnte  man  an  gistuUeat  denken,  wenn  man  Serv: 
remaaebunt,  latebant  dabei  zu  rathe  zieht.  3059)  am  rande  bei  v.  887.  bezieht 
sich  das  wort  auf  coadidit  im  v.  886,  so  müste  inliez  geschrieben  werden. 
3077)  für  untaruanth  vgl.  badewant  mhd.  wb.  III.  683»  5  bei  D.  Gange  IV.  719 
finde  ich  nur  orale  als  kopftuch. 


2)  l.  naruuertant.  28)  vgl.  alts.  aftan,  ags.  äftan.  31)  bei  Graff  \.  350 
fehlt  wohl  nur  die  bezeichnung  VG  2.  55)  /.  mbchptk.  60)  l.  thuanc.  68)  zu 
draban  mhd.  lob.  1.  388".  73)  ist  es  reisig,  welches  sonst  nur  in  der  composition 
lütreisig  {Graff  II.  543)  begegnet?  74)  /.  erbizzenemo.  80)  die  drei  bildungen 
isarna  (Graff  l.  491),  isana  oder  isena  (Pariser  gl.  40)  und  unsere  hier,  isara 
entsprechen  den  drei  namen  des  metalls:  isarn,  isan,  isar.  86)  mhd,  wb.  II.  2, 
299''  gewährt  das  verb  sungeln.  93)  fizza  gehört  zur  zweiten  hälfte  des  lat. 
Wortes.  95)  es  scheint  hier  nur  verwartaa  in  der  bedeutung  von:  für  etwas 
sorgen  (mhd.  wb.  III.  532«)  zu  passen.  109)  Graff  setzt,  da  er  Clm.  305  noch 
nicht  kannte,  dies  wort  fälschlich  unter  tougan  (V.  376).  ich  erkläre  es  als: 
under  diu  ougun  seil,  verwundet,  vgl.  mhd.  wb.  III.  824° :  wunden  wen  in  den 
Dabei,  über  diese  construction  spricht  auch  JGrimm  kl.  sehr.  I.  320^-.  — 
Graff' l\.  370  citiert  ferner  aus  diesen  glossen:  siliquis  cheuun. 


ANMERKUNGEN  ZU  VI.  119 


VI. 


5)  mhd.  wb.  II.  2,  763i'.  7)  das  r  hat  noch  einen  haken  an  seinem  obern 
ende;  sollte  daher  haisen  zu  lesen  sein?  21)  gehört  die  giosse  etwa  zu  hart? 
23)  7nhd.  wb.  III.  325».  26)  dies  wort  ist  undeutlich  und  mir  unverständlich  ; 
das  folgende,  am  rande ,  gehört  aber  ebenfalls  zum  Firgilischen  lasciva  und 
ist  von  sceron  Graff  VI.  534  abzuleiten.  30)  /.  abgfescnidJen.  für  die  cotnpo- 
sition  vgl,  halbetot  Reinfridp.  47  Goedeke.  32)  s'ml  für  sun?  33)  am  rande 
durch  Verweisungszeichen  «?// traos  versa  v.  S.  bezogen,  es  fragt  sich,  ob  rucgilin 
nur  tergum  glossiert  und  dann  deminutiv  von  rucki  ist,  oder  ob  eine  entstellung- 
von  ruckilingun  darin  zu  erkennen  sein  möchte.  39)  das  von  Bethmann  noch 
auf'g-eführte  vuas  ist  lateinisch.  40)  die  hier  erforderliche  bedeutung-  bietet 
das  mhd.  jvb.  I.  601b  ,  noch  nicht  Graf/ IV.  737.  41)  7nhd.  wb.  III.  I60i'.  42) 
die  drei  ersten  buchstaben  sind  fast  g-anz  verwischt  und  ich  will  für  meine 
lesung  nicht  eitistehen.  der  zweite  theil  des  Wortes  könnte  von  rechan  abgeleitet 
werden,  wenn  man  z  nur  für  graphisch  von  c  verschieden  {wie  in  geszh''ide) 
auffafst.  dann  hätten  ivir  rahc  für  räch,  doch  dem  sinne  ist  auch  dann  noch  nicht 
genug-  gethan.  47)  ^^emnich  p.  227  gewährt  bildungen  tvie  hangelbirke,hangel- 
birn  u.  s.  w.  vgl.  auch  hengel  mhd.  wb.  I.  612''.  52)  gemeint  ist  wellepJoche. 
59)  also  uuichan,  vgl.  iuuan  92.  73)  das  s  ist  falsch.  74)  wie  sehr  häufig  th 
für  \A  geschrieben  tvird,  so  finden  wir  hier  tch  für  cht,  80)  mhd.  wb.  11.  2, 
176».  94)  die  lesung  der  drei  ersten  buchstaben  ist  unsicher.  —  Bethmann 
führt  aufserdem  noch  unter  26  iunco  vvigo  und  unter  70  tonde  sneide  auf. 
beides  sind  aber  lateinische  worte;  das  erstere  (B.  II.  72)  ist  eine  giosse,  welche 
durch  die  in  den  Buc.  der  hs.  consequent  durchgeführte  allegorische  erklärung 
der  ländlichen  personen  und  Verhältnisse  veranlafst  worden;  das  zweiteist  vom 
herausgeber  für  incide  (G.  II.  36S)  verlesen. 

Berlin,  december  1869.  ELIAS  STEINMEYER. 


ZUM  VOCABULARIUS  SANCTI    GALLI  UND 
DEN  GLOSSAE  KERONIS. 

Bisher  scheint  die  zuverläfsigkeit  von  Hattemers  ausgäbe  der  alt- 
hochdeutschen Sprachschätze  St.  Gallens  noch  von  niemand  in  zweifei 
gezogen  worden  zu  sein,  wie  schlecht  es  aber  mit  dieser  vom  heraus- 
geher so  entschieden  betonten  treue  steht,  mögen  die  folgenden  colla- 
tionen  des  vocabularius  Sancti  Galli  und  der  keronischen  glossen 
zeigen,  welche  ich  auf  einer  behufs  neuer  vergleichung  des  Tatian 
unternommenen  reise  nach  St.  Gallen  anzufertigen  gelegenheit  hatte, 
vorausschicken  mufs  ich  dabei  die  bemerkung ,  dafs  Hattemers  facsi- 


120       ZUM  VOCABULARIUS  SANCTI  GALLI 

mües  durchaus  nicht  genügen,  um  ein  richtiges  bild  der  eiyizelnen 
handschriften  zu  gewahren,  soicie  dafs  die  letzten  hlätter  des  voc. 
St.  Galli  durch  anwendung  von  reagentien  jetzt  so  sehr  verdorben 
sind,  dafs  ihre  lesung  nur  mit  äufserster  Schwierigkeit  möglich  ist. 

I.  Vocabularius  St.  Galli  i).  ^.181  (der  hs.)  z.  2.1aiip.*  19.  ff:st 
(mit  :  bezeichne  ich  einen  ausradierten  buchstahen).  —  183,  3. 
glot.*  12.  zuisillochti.*  —  184,  16.  imintscuffla,  das  erste  f  durch- 
strichen*. —  187,  13.  huuida.*  —  188,  15.  roter.*  —  189,  4. 
durchgöt*  (über  diese  o  s.  Halt.  I,  S).  13.  haupit;  ebensogut  kann 
man  haubit  lesen,  indem  ein  b  und  ein  p  in  einander  geschrieben 
sind.*  —  191,  16.  tuten*.  —  192,  2.  umpilico;  die  letzten  4  buch- 
staben  sind  durchstrichen  und  darüber  ist,  wie  es  scheint  von  erster 
hand  culo  geschrieben.*  20.  tellax*  trotz  der  anmerkmig.  —  194,  7. 
^sti*.  S.urtrui.*  11.  arcustic*  —  195,  11.  ch'ädilla.*  15.  süihhit.* 
17.  irdisc;  das  c  ist  aus  g  corrigiert*  —  196,  6.  zit.*  —  200,  14. 
suin. 

II.  Glossse  Keronis.  Hatt.  p.  139^  z.  15.  lies  analazcente.*  — 
ld^\  3.  iuncMo,  das  htiachgetragen.*  6.  farlaitit.*  —  140%  2. 
capintanti;  anfserdem  ca  auf  rasur  von  erster  hand.  32.  cotchund- 
Wh,  das erste\i nachgetragen.*  —  HO**,  18.  conpetens.*  35.  humor; 
die  abkürzung  (der  letzte  zug  des  m  nach  rechts  verlängert  und  senk- 
recht durchstrichen)  hat  in  den  glosste  Keronis  ganz  allgemeine  gel- 
tung,  loenn  sie  auch  vorzugsweise  für  us  steht.*  —  141%  23.  zwischen 
adstipulatus  und  camahchot  fehlen  die  worte  cafoacandi.  adiimctus.* 
—  141%  4.  arsoiiarre.*  10.  crudilitas.*  16.  af  (nicht  aut!)*  34. 
clara.*  —  143%  14.  cadhuing.*  23.  Zimmer  refuga  sind  die  worte 
arflohan  altergatio  ausradiert.  24.  altergacio.*  33.  alligotor. 
roachari.*  —  143%  22.  pi|gezendi;  das  ge  nachgetragen.  23.  con- 
sequitur  steht  zweimal.*  27.  cakaruuui.*  32.  aliquandiu.*  — 
144'',  31.  mitmemo.*  —  146%  6.  scauiiuont.*  24.  crauis.*  — 
146"',  3.  mo:ri.  7.  and::hra;  der  erste  der  beiden  getilgten  buchstaben 
war  T.  15.  qhuad.*  19.  zocant.*  27.  farthroscan.*  —  147%  6. 
sublima.*  7.  ^ruuep.%  35.  ainualtemu.*  —  147\  8.  qhäd.*  9. 
qhuidit.*  18.  uuidaruuert  verbefsert  aus  andh-.*  24.  arzucche.* 
nemananibit  verbefsert  aus  nemambit.*    28.  zouuuilon.  —   148% 

1)  eine  vergleichung  der  auf  hiesiger  kön.  bibliothek  {ms.  germ.  4°.  629) 
aufbewahrte7i  absckriften  Lachmanns  ergab  an  den  mit  Sternchen  bezeichneten 
stellen  dieselben  abweichungen  von  Hattemers  texte.      Steinmeyer. 


UND  DEN  GLOSSAE  KERONTS.  121 

20.  ar:uirrit.  30.  zoauu':rbithu.  —  14S\  11.  pidharlihcor*.  14. 
hinter  zoasouuara  fehlt  die  glosse  Natabat.  Souuam.*  23.  framahha.* 
27.  hquelando.*  36.  zoahqhemane.  —  149%  1.  zoahangane.*  3. 
zoacam.*  4.  ingä.*  5.  incchoo;  das  zweite  o  von  zweiter  hand?* 
15.  tecuiD.*  29.  q:od.  —  149'',  \.  coÜiAzaiian  corrigiert  am  -  am. 
3.  foruuorphan.*  17.  zimprot.*  26.  adsum:::t.  31.  suntaruuinda; 
(^osiaw/'rasMr.—  151%  10.  khiinni.  21.  himilicu.*  —  151%  14. 
inpugnacione.*  15.  abriziim.*  29.  reualacio.*  —  152%  16.  st:arc; 
r  ausradiert.  —  153%  15.  baccum.*  32.  bella%  das  nhergeschriebene 
a  von  zweiter  hand.  33.  inimicicia;  das  zweite  i  unter  der  zeile  nach- 
getragen. 34.  pika:  an.  —  153'',  13.  uuinit.  21.  fjrmi:dandi.  30. 
hd*  scaffo  c  hd*  conditor;  die  beiden  hd  {d.  h.  liic  deest)  beziehen 
sich  natürlich  auf  die  Umstellung  der  icorte  scaffo  und  conditor.  — 
154%  3.  eddo*.    23.  kinozsamot.*    36.  coniiga::te;  ga  ausradiert. 

—  155%  9.  eher  irskithan*  als  irskidian.  13.  tests  cundeo.*  — 
155%  34.  lutumhoro.*  —  156%  l.  anthezza.*  27.  sclit.'*  —  156% 
6  ff.  könnte  man  ebensogut  uuertlih,*  uuerthunga,*  uuertlihoston* 
lesen;  es  kommen  zwar  sonst  verschlungene  rt  in  der  hs.  nicht  vor, 
aber  es  ist  doch  ein  deutlicher  unterschied  zwischen  diesen  rt  und  den 

h 

gewöhnlichen  st,  s.  6.  in  uuertlihoston,  wahrzunehmen.  12.  diilti  daco.* 
17.  celsa".  31.  uana  umpi  auf  rasur  von  erster  hand.  —  157%  33. 
uestiparn.*  —  157'',  12.  cenubium  —  kisamanunga  sind  am  rande 
von  erster  hand  nachgetragen.  21.  chataplum.*  —  158",  7.  kimah- 
chondi;  über  dem  di  steht  ti.*  23.  conllectus.*  —  158%  2.  lan- 
puuuo".  10.  euidentur.*  19.  irtrokheinet;  X  ausradiert.  24.  c:ulpat. 

—  160%  23.  oparoston.*  25.  charkella.  36.  scauuonti.*  —  160% 
5.  kisigibd.*  7.  spelndor.  —  161",  9.  syplms*;  der  linlie  schenket 
des  y  ist  oben  zu  einem  kreifse  zusammengekrümmt.    31.  uuorfindi. 

—  162%  3.  coinqiiinator.*  \b.  zisMan*  (deutlich  so).  22.  kitoat.* 
24.  kis :  critant ;  t  ausradiert.  31.  curtiinam.*  —  162"',  27.  forlaz- 
zit;  das  erste  z  durch  rasur  halb  getilgt.    —    163",  14.  kientomes.* 

fa  er'' 

20.  ps:eudo.  27.  pihandi.*  31.  drizog.*  34.  grekiskun.*  — 
163%  4.flega.*  —  164%  14.  kiuuiso.*  28.  küeiddit.  —  164%  34. 
aaz.*  —  165\  17.  kiscei|it.  30.  keintun:::ca.  35.  doctrin^.*  — 
165^  35.  ziseithii.    —    166%  8.  decrepitus  n  kiproh.*    11.  urmot. 

—  167",  26.  diliciunt.*    29.  disinire.*    30.  irfleohhan.*    33.  de- 


122  ZUM  VOCABULARIUS  SANCTI  GALU 

mentibus.  —  167^  15.  ziolitlosit^).  32.  distituetuf  3).  —  169', 
4.  emiga  piüuebet.  7.  irsliufpi:t;  n  ausradiert.  14.  emmus.*  33. 
princip'um.  —  169^  18.  thuruhstantentem.*  —  170\  7.  kithüin.* 
25.  farinkun.*  —  170'',  19.  attinuatus.*  —  171%  2.  iruualzen 
corrigiert  ans  -an.  18.  zaiihit.*  25.  kiuftit  verhefsert  aus  -ut.  — 
171'*,  3.  einmari  {nicht  abgekürzt;  das  a  ist  wie  sehr  gewöhnlich  auf 
das  r  aufgesetzt;  dasselbe  gilt  von  den  anmerkungen  zu  s.  158*  und 
181.*  31.freisa.*  35.  ubirikänt.*  —  172%  25.  thannan.  —  172% 
34.  argemtuum;  silpar.*  36.  incoctum.*  —  173%  14.  kahorit. 
32.  vzzoht.*  —  173%  19.  kouimtheo.    28.  ahslcoa.    34.  firuuizi.* 

—  lli^,W.ius:',t  ausradiert.    —    175%  2.  suiiek'e.*    35.  fanüu. 

—  175^  3.  suUa.*     9.  fal|li';  fal  von  erster  hand  nachgetragen. 

24.  oparondi.*  29.  selesta.  —  176%  4.  folzuht.*  13.  fiperandi.  — 
176%  17.  iiacebat  unlhalod  auf  rasnr.  20.  meritas.  —  177%  10. 
fuducia.*  21.fremtfeinut.  29.pizzont.*—  178%  15.unkiuurtcke.* 
22.  roadia.*    23.  kilihhita.*    28.  pailiho.*  —   178%  29.  hiufaülih. 

—  180%  1.  siccamJna.*  21.  finit  endi  vom  rubricator  geschrieben. 
Z2.  hAusia;  h  nachgetragen.  —  180'',  3.  kirumo.*  12.  scep'andi.* 
29.  uuarmi;  das  a  ist  aus  einem  andern  buchstaben  gemacht,  wie  es 
scheint,  aus  u.  —  181^  30.  -scinit  aufrasur.  —  182'',  8.  kikhüthit.* 
14.  sakem ;  der  erste  strich  des  m  ist  getilgt.  —  183%  24.  irri :  hhitha. 

25.  meri.*  26.  daz  ist  erist  ist;  das  erste  ist  halb  ausradiert.  — 
183'',  31.  tranchO.*  —  184%  15.  inercia.*    17.  es  bleibt  doch  nichts 

■  h 

Übrig  als  lihtlih*  zu  lesen.  21.  pizuhit.  23.  anahnekendi.*  27. 
peminit.*  32.  insuperpire.*  —  185^  16.  pitulonti.*  —  186%  11. 
otmodit  sicher.  14.  edi.*  29.  sohhit.*  —  186\  26.  :::iu;  iam 
ausradiert.  29.  statimit  vom  zweiten  strich  des  m  an  auf  rasur.  — 
187%  11.  iniiillant.  18.  deducrnt.  —  187^  10.  feJhhanum  (deut- 
lich so).  12.  pizkiuzzit.*  18.  anastephit.*  —  188%  5.  ioh.  loh.* 
9.  kl.*  19.  hluttaret*  —  188%  13.  lihhenta.*  —  189%  1.  kiskeita.* 
9.  kherziun.*  18.  ahtnefsi.*  19.  circumuenciones.*  —  190%  32. 
zi  nuuuihti  ki:::uuorfa  11 ;  tan  atfsrarfj'er?.   —    191%  11.  ruh.  cipse. 

—  191'',  2.  maurius.  9.  marsubiö.  —  192%  9.  sü.*  10.  marticus 
marcus.*  27.  libtas.*  —  192'',  1.  kique:tan.  4.  iiuostö.  10. 
souulihhes.*     12.  roheo.*     23.  contentus.*     28.  wahrscheinlicher 

ki 

hervsto.   —    193%  1.  kiteporod.*    23.  mite  sin.    29.  suuazzi.*  — 
*)  zisolit  L.         ')  distituetuf  L. 


UND  DEN  GLOSSAE  KERONIS.        123 

194*,  20.  manom.*  —  194\  11.  kri'st.  —  195%  6.  proelio.*  9. 
prossus  (?).  27.  zu  an  fang  der  s.  203  der  hs.  ist  eine  zeile  frei  ge- 
lafsen.  35.  nisam.*  —  i/^b^,  10.  neohl',  e  aus  \  gemacht.  —    196", 

17.  nime.  —  197%  1.  plurim.*  18.  ähho.*  22.  ncirpchumes 
scheint  in  firpr.  corrigiert  zu  sein.  —  197^  1.  nocturnus  wie  oben 
140^  18.  abgekürzt.*  2.  corb;.*  34.  opfar.*  —  199%  1.  olera.* 
2.  olor'.  10.  finies.*  —  199%  16.  inpedimtis.*  —  200%  20.  gre- 
gum.*  —  200^  3.  nuskilahhanMj«el40%  18.*  8.uuidi.*  28.  bara- 
bula.*  —  201%  29.  puplicanus  loie  140%  18.*  —  20P,  4. 
knetkiperandi.*  5.  puerum,  abgekürzt  wie  140%  18;*  vgl.  z.  b. 
ebenso  nimirum  202%  27.  j7.  eto.  8.  kiporan;  das  zweite  c  des  a 
(cc)  ist  zu  einem  o  zusammengeflofsen.  18.  pihilippus.*  28.  am 
untern  rande  von  s.  228  der  hs.  steht  in  dnö.  —  202"',  1.  queastuarii.* 
38.samodicii.*  —  203%  lO.quorumdam.*  13.for.  21.huuelihheru 
mahdi;  heru  auf  rasur  für  mahdi.  —  204%  7.  taket.*  10.  ki- 
hrortora.*  —  204^  6.  reciuu.*  14.  kiflüdic*  —  205%  17.  reliqa.* 
36.  rete.*  —  206%  17.  säri.*  31.  deßnifid.*  32.  deiudic :  auit ; 
j  ausradiert.  —  206\  4.  propositi  probarac*).  7.  qi*.  —  207% 
13.  unpipitan.*  37.  secta;*  der  zweite  strich  des  a  war  nach  rechts 
verlängert,  diese  f Ortsetzung  aber  ist  durch  zwei  puncte  getilgt.  — 
207%  30.  sinelencium.*  —  208%  5.  expremit.  13.  iimaghe.  30. 
sopires.  —  208^  14.  kimahit.*  19.  solemni.*  ZA.  das  zweite  so\um 
abgekürzt  wie  140^  18.  —  209%  19.afporo.*  —  209%  29.  suscepit.* 
—  210%6.scörumtütel40%18.*  28.  spectä'lum.*  —  210^  4.  scop- 
steuon*  {oder  scopsteumi).    —    211%  9.  spannus  tü?e  140'',  18.* 

18.  titillat  (sic!)^).  —  21 1^  9.  istar  e  nüm«).  24.  salus  wie  140\ 
18.*  —  26.  ägnus  [wie  140^  18)  ustia.  27.  subprimis  wie  U0\ 
18.*  —  212%  12.  h^cgepugi.*  19.  p-,trema.*  31.  kitinit.  — 
212%  10.  unhreioi.*  17.  foranhtendi.*  —  213%  14.  triduuin. 
17.  ditanJa,*  corrigiert  aus  ditama  {ebenso  z.  b.  214%  18.  firnJmit 
aus  firmmit).  —  213'',  2.  suozzitha;  s  aus  z  verbefsert.  15. 
tym:phanis;  p  ausradiert.  16.  cütriarus  wie  140^  18,  19.  3dem.* 
33.  sriibhi.  —  214%  1.  uuizziftheroO.  14.  edhomil.*  17.  fir- 
nemti.*  —  215%  6.  zuifalt*  11.  unus  loie  140%  18.*  12.  punto.* 
33.  ullulatio.  —  215%  9.  ueinerat.  1 7.  uectitilia.  28.  laupet.  zent, 
nt  verschlungen;  vgl.  Ra.  laubazzent  und  das  nt  der  gl.  K.  aufHatte- 

*)  probarta  L.       »)  trollad  L.       *)  istaf  e  nu'm  L.       ')  uuizzi.  nthero  L. 


124  ZUM  VOCABULARIUS  SANCTI  GALLI 

mers  facsimile  z.  b.  in  consummant,  kinemant.  —  216",  17. 
liruuJhslit.*  —  216",  30.  accharum  wie  140",  18.*  —  217",  1. 
ulxirit.  —   217",  12.  inkikund.  35.  uniiis  ivie  140",  18.  —  218", 

i 

9.  uuihirmrieus. 

Alle  verbefserungen  u.  dgl.  fallen,  wenn  nicht  ausdriicMick  das 
gegentheil  bemerkt  ist,  der  ersten  liand  zu.  wo  in  der  Jis.  ein  biich- 
stabe  durch  einen  oder  mehrere  puncte  getilgt  wird,  habe  ich  dies 
überall  nur  durch  einen  pnrtct  angedeutet,  von  Hattemers  angaben 
der  seitenanfunge  der  hs.  sind  folgende  zu  berichtigen:  ]).  13  beginnt 
mit  edho  unchiindi.*  17.  fartribit.*  27.  aboh.*  29.  zoasouuam.* 
30.  zoiuieot.*  32.  cothazattan.*  33.  hrinit.*  34.  ilante.*  39.  capilli.* 
41.  armilustrium.*  43.  unkithiuti.*  44.  saxi  candidi.*  46.  scirmeo.* 
50.  follazuht.*  53.  1  siimmitas.*  54.  pihauuuam.*  55.  susceptus.* 
56.  scirmuuafan.*  58.  in  quei.*  61.  confusa.*  64.  unmezlihhem.* 
67.  siue  arbores.*  69.  cantale.  73.  occidimtur.*  74.  serui  militum.* 
75.prinnit.*  76.pihabet.*  79.  prusten.*  83.  kepant.*  87.prahton.* 
91.  edho  sunteod.*  98.  pilistinondi.*  100.  herizohon.*  103.  ufchun- 
nit.*  107.  1  repente.*  112.  irpitit*  116.  perspicue.*  117.  in 
anthareru.*  119.  aperire.*  120.  hiimerale.*  121.  ra|chond.* 
126.  famulus.*  129.  fon  imu.*  133.  ofto.*  134.  repensatio.* 
136.  irmoade.*  137.  teorlih|hosta.*  138.  kidriuuidha.*  142. 
strenken.*  143.  non  aliter.*  147.  khacrefdic*  148.  dei  mei."* 
149.  l  paiiper.*  154.  edho  suuelgari.*  160.  firspentod.*  162.  ana 
hart.*  164.  chuuetan.*  170.  in  forn.*  173.  irsuuelhan.*  175.  lir- 
lazzit.*  177.  irlosari.*  180.  euue  kepandi.*  189.  manna  quod.* 
193.  teil  uuafannes.*  194. 1  temptatio.*  197.  kimundit.*  198.  edho 
temparunka.*  199.  mihhalilha.*  202.  piiuntan.*  211.niangustemes. 
213.  skiero.*  219.  urpohhi.*  221.  pitit.*  223.  inreuocabilis.* 
224.  tranc*  228.  etho  mit  diu  knehd.*  229.  khnehtperan.*  231. 
frakunka.*  240.  irhludit.*  243.  felisa.*  244.  edho  akhara.*  246. 
edho  sniumi.*  247.  kilzza.*  248.  unpipitan.*  257.  kiporaniu.* 
260.  kistriuni.*  26l.fe]isom.*  262.  edho  kiuuirkhitha.*  263.  daz 
ift  ein  kant  plates.*  265.  anascauuunka.*  266.  in  anthra.*  268. 
pismizan.*  273.  stiihhi.*  278.  uuizinunc*  279.  uurzari.*  282. 
scuten.*    286.  rehthari.* 

Zum  schliifs  will  ich  noch  bemerken ,  dafs  auch  die  glossen  'der 
hs.  9.,  welche  ich  loegen  der  kürze  der  mir  zugemefsenen  zeit  nur 
flüchtig  eijisehen  konnte ,  bei  Halt.  I.  232  ff.  sehr  fehlerhaft  wieder- 


UND  DEN  GLOSSAE  KERONIS.  125 

gegeben  sind;  es  fehlt  z.  b.  s.  277.  die  glosse:  Pilos  in  albiim  mutatos 
colorem  ut  grint  tacit,  s.  189.  mufs  es  heifsen  lebeleia,  s.  273. 
slenchida,  s.  276.  nahtigalah,  s.  295.  steJniia  u.  dgl. 

Leipzig.  E.  SIEVERS. 


ÜBER  DIE  LIEDER  HARTMANNS  TON  AUE. 

Die  lyrischen  gedichte  Hartmanns  sind  uns  fast  ausschliefslich 
durch  die  alten  liederhandschriften  überliefert,  vollständig  allein 
durch  C  mit  60  Strophen-,  B  giebt  28,  A  nur  10.  und  auch  in  der 
reihenfolge  der  einzelnen  gedichte  zeigt  sich  A  vollkommen 
unabhängig  von  den  beiden  andern  Sammlungen,  denn  während 
diese  von  B  C  1  bis  B  28,  C  32  mit  einigen  näher  zu  bezeichnenden 
ab  weichungen  parallel  laufen,  erscheinen  in  A  die  zwei  gedichte, 
welche  diese  handschrift  mit  der  genannten  reihe  gemein  hat,  um- 
gestellt und  voran  geht  ihnen  ein  lied ,  welches  C  erst  in  seinem 
selbständigen  theile,  also  nach  C  32  bringt. 

Betrachten  wir  erst  die  reihe  BC.  sie  zeigt  eine  nath  bei 
B  18,  C  22,  wo  ein  sechsstrophiges  lied  beginnt  (MSF.  318  IL), 
das  seines  Stils  wie  seiner  geringen  beglaubigung  wegen  —  E  weist 
es  Reinmar,  m  Walther  zu  —  für  unecht  gehalten  werden  mufs. 
es  mag  auf  der  letzten  seite  des  BC  voriiegenden  liederbuches  ein- 
getragen worden  sein,  bis  dorthin  zeigt  die  Überlieferung  folgende 
gestalt: 


A7 
10 


Bl 

Cl 

MSF*205,1*) 

2 

2 

205,10 

3 

206,10 

4 

206,1 

3 

5 

*208,8 

4 

6 

207,11 

5 

7 

207,35 

8 

208,32 

6 

9 

207,23 

9 

10 

208,20 

11 

*205,19 

7 

12 

*209,5 

8 

13 

209,15 

*)  Mit  eiüem  steru  siud  die  liedaiifäiige  bezeichnet. 


126  ÜBER  DIE  LIEDER  HARTMANNS  VON  AUE. 


4 

12 

14 

*206,19 

5 

11 

15 

206,29 

6 

10, 

16 

207,1 

13 

17 

*209,25 

14 

18 

209,37 

15 

19 

210,11 

16 

20 

210,23 

17 

21 

*2 11,20 

Die  entstehung  dieser  ersten  reihe  kann  man  sicli  so  vor- 
stellen, die  einzigen  zwei  unter  diesen  fünf  liedern,  welche  in 
einem  vom  dichter  beabsichtigten  und  ausgesprochenen  zusam- 
menhange stehen,  sind  206,19  (drei  Strophen)  und  207,11  (fünf 
Strophen),  und  wil  ir  iemer  leben  schliefst  die  erste  Strophe  von 
206,19,  Ich  sprach  ich]ioolte  ir  iemer  leben  beginnt  207,11.  wir 
können  es  deshalb  für  keinen  zufall  ansehen ,  wenn  die  hs.  A  aus 
dieser  ganzen  reihe  nur  diese  zwei  gedichte  und  zwar  in  der  natür- 
lichen folge  bietet,  so  dafs  jenes  auf  w^elches  das  andre  sich  beruft, 
diesem  vorangeht.  206,19  ist  A  4.  5.  6.,  207,11  A  7.  8.  9.  10. 
was  in  A  vorhergeht  1.  2.  3.  ist  gleich  C  42.  43.  44.  davon  später, 
die  incidenz  der  zwei  umstände  der  Zusammengehörigkeit  der  er- 
wähnten zwei  gedichte  und  ihres  isolierten  Vorkommens  in  A  fordert 
zu  dem  versuche  auf  von  hier  aus  die  entstehung  der  reihen  B 
1—17,  C  1—21  zu  begreifen. 

Zuerst  von  dem  liede  207,11.  es  ist  noth wendig  voranzu- 
schicken dafs  Haupts  anordnung  der  Strophen  dieses  tons  sich  als 
die  allein  richtige  nachweisen  läfst.  207,11  ist  deutlich  genug  als 
eingangsstrophe;  die  drei  207,35.  208,8.  208,20  sind  in  dieser 
folge  durch  innere  bezüge  zusammengehalten:  208,8  nimmt  den 
gedanken  der  in  den  letzten  vier  versen  der  vorhergehenden  Strophe 
ausgesprochen  worden,  in  negativer  form  auf,  während  208,20  die 
jähre  für  dennoch  unverloren  erklärt,  welche  der  dichter  208,13 
zu  beklagen  schien,  die  Stellung  von  207,23  zwischen  207,11 
und  207,35  kann  nun  nicht  mehr  zweifelhaft  erscheinen,  da  man 
die  Strophe  sonst  an  den  schlufs  versetzen  müste,  was  des  sinnes 
wegen  nicht  geht.  207,23  ist  der  dichter  traurig,  aber  resigniert 
und  will  sich  auf  keine  unedle  weise  rächen;  das  kann  unmöglich 
mehr  gesagt  werden  nach  Strophe  208,20,  in  welcher  der  wünsch 
nach  Versöhnung  mit  der  geliebten,  nach  herstellung  des  früheren 
Verhältnisses  ausgesprochen  worden  war.    208,32  ist  eine  pahnodie 


ÜBER  DIE  LIEDER  HARTMNNS  VON  AUE.  127 

die  sich  eigentlich  nur  auf  die  erste  Strophe  des  liedes  bezieht  und 
dadurch  es  glaublich  macht  dafs  diese  einmal  eine  abgesonderte 
existenz  geführt  habe.  *)  zu  bezweifeln  aber  dafs  die  eingangsstrophe 
würklich  mit  den  übrigen  zu  verbinden  sei,  ist  kein  grund.  dafs 
der  Übergang  des  gedankens  von  der  ersten  auf  die  zweite  strophe 
ein  harter  und  durch  keine  conjunction  gemilderter  ist  braucht 
nicht  aufzufallen,  vgl.z.b.  das  letzte  gedieht  des  von  Hausen  54,28, 
wo  auf  ich  entars  in  niht  gewem  unmittelbar  folgt  Ich  wil  tuon  den 
iDillen  sin. 

Die  hs.  A  hat  nun  die  zwei  ersten  Strophen,  dann  die  letzte  und 
die  palinodie:  alles  in  richtiger  Ordnung,  nur  die  zwei  Strophen 
207,35.  208,8  fehlen,  dies  kann  nicht  die  gestalt  gewesen  sein,  in 
welcher  die  vorläge  von  BC  das  lied  ihren  beiden  sprofsen  ver- 
mittelte: denn  diese  vorläge  hatte,  wie  B  nachweist,  die  palinodie 
noch  gar  nicht  und  die  schlufsstrophe  208,20,  welche  sie  allerdings 
besefsen  haben  mag,  war  noch  nicht  als  zu  unserem  liede  gehörig 
erkannt  worden,  wie  ebenfalls  aus  B  ersichtüch,  in  welcher  hs. 
208,20  nach  dem  zweistrophigen  liede  209,5.  209,15  folgt,  und 
wie  kaum  zweifelhaft  scheint ,  waren  es  die  w  orte  208,20  7nir  sint 
diu  jdr  vil  unverlorn  in  welchen  der  ordner  einen  bezug  auf  die 
erste  strophe  des  üedes  209,5  zu  finden  glaubte,  eine  art  palinodie, 
welche  der  strophe  hier  ihren  unberechtigten  platz  anwiesen. 
Aufserdem  muste  auch  schon  in  der  vorläge  von  BC  die  erste 
Strophe  unsers  gedichtes  mit  jenen  beiden  in  A  fehlenden  umgeben 
worden  sein  und  zwar  in  der  Ordnung  dafs  als  erste  strophe  des 
gedichts  nun  208,8  erschien;  dann  kam  die  würklich  erste  207,11, 
dann  nicht  die  zweite  sondern  207,35.  bevor  die  vorläge  von  BC 
diese  der  natürlichen  Ordnung  zuwider  laufende  gestalt  bekam, 

*)  man  sieht  dies  auch  aus  den  verschiedenen  Voraussetzungen  der  ersten 
und  der  strophe  208,20.  in  dieser  wünschte  er  nur  wan  müese  ich  ir  als  e  ze 
vrowen  Jehen.  hier  ist  es  also  bereits  so  weit  dafs  die  dame  nicht  mehr  als 
aeiae  frowe  gilt  oder  gelten  will,  während  in  der  ersten  strophe  der  dichter 
erklärt  seinen  dienst  aufgeben  zu  wollen,  möglich  aber  ist  immerhin  und  die 
Überlieferung  spricht  dafür  dafs  der  dichter  die  folgenden  Strophen  bis  208,31 
hinzugedichtet  hat  in  der  absieht  die  zu  unumwundenen  äufserungen  der 
Strophe  207,11  zu  mildern,  was  allerdings  befser  durch  den  vollständigen 
widerruf,  die  vereinzelte  strophe  208,32  geschah,  die  Stellung  der  Strophen 
aber  kann  nur  die  sein  dafs  nach  der  absage  207,11  jene  auch  durch  die  hss. 
mit  ihr  verbundenen  andern  folgen  die  mit  ihr  in  einem  liede  gestanden  haben 
können,  dann  die  verelBzelte  palinodie. 


128  ÜBER  DIE  LIEDER  HARTMANNS  VON  AUE. 

muste  die  Überlieferung,  wenn  wir  nicht  einen  unerklärlichen  Zu- 
fall walten  lafsen,  nur  die  erste  und  zweite  Strophe  des  liedes  ge- 
boten haben,  denen  dann,  da  nach  ihnen  kein  räum  frei  war,  die 
zwei  folgenden  an  die  seite  geschrieben  wurden,  nach  den  dar- 
gelegten änderungen,  welche  die  vorläge  BC  erlitt  ist  dann  die  er- 
gänzende und  ordnende  band  von  C  zu  bemerken,  welche  die  pa- 
linodie  einträgt,  allerdings  am  unrechten  platze  nach  207,35,  dafür 
aber  die  letzte  strophe  an  den  gebührenden  ort  stellt,  also  die 
Überlieferung  BC  kannte  ursprünglich  nur  die  zwei  ersten  Strophen 
des  liedes  207,11,  A  kann  immerhin  die  vier  Strophen  aus  seiner 
vorläge  abgeschrieben  haben. 

Das  zweite  der  beiden  in  rede  stehenden  lieder  206,19  (drei 
Strophen),  zeigt  in  der  Überlieferung  zwei  besonderheiten.  einmal 
steht  es  nur  in  A  am  richtigen  platze  vor  dem  andern  Hede,  wäh- 
rend es  in  BC  nach  dem  liede  209,5  folgt,  ferner  ist  die  Strophen- 
folge in  B  die  umgekehrte,  beides  erklärt  sich  aus  demselben 
gründe.  206,19,  das  ursprüngUch  wie  in  A  auch  in  einer  mittel- 
baren vorläge  von  BC  vor  lied  207,11  gestanden,  sollte  in  noch 
sichtbareren  zusammenbang  gebracht  werden  dadurch  dafs  sogleich 
auf  ivil  ir  iemer  leben  das  Ich  sprach  ich  loolte  ir  iemer  leben  folgte, 
diesen  zweck  erreichte  man  durch  Umsetzung  der  Strophen,  die- 
selbe erhielt  sich  in  B,  während  C  das  rechte  wieder  herstellte, 
auch  hier  war  A  befser  berathen.  die  Umstellung  aber  hatte  natür- 
lich nur  dann  einen  sinn,  wenn  das  hed  207,11  würkHch  mit  seiner 
ersten  Strophe  Ich  sprach  ich  wolte  ir  iemer  leben  anfängt,  da  dies 
in  BC  nicht  mehr  der  fall  ist,  B  aber  noch  die  Umstellung  der 
Strophen  in  206,19  zeigt  so  ist  anzunehmen  dafs  sie  zu  einer  zeit 
vor  sich  gegangen,  in  der  das  lied  207,11  nur  durch  die  ersten  zwei" 
Strophen  vertreten  war  und  zu  vermuthen  dafs  die  lösung  jenes 
Zusammenhangs  durch  die  der  ersten  strophe  von  207,11  vorge- 
setzte andre  208,8  sowie  das  bestreben  einen  neuen  Zusammen- 
hang herzustellen  einen  redactor  von  B  C  bevvog  das  erste  lied  an 
das  ende  seiner  Sammlung  nach  B  9,  C  13  zu  setzen,  zunächst  noch 
in  umgekehrter  Ordnung  die  dann  C  corrigierte. 

Die  fortsetzung  der  Sammlung  durch  andre  Hartmannsche 
lieder  geht  nun  in  B  C  von  unserm  liede  an  ihren  ungestörten  weg. 
an  die  stelle  des  von  seinem  platze  vertriebenen  206,19  trat  in 
BC  ein  anderes  lied,  das  A  nicht  hat,  205,1  und  zwar  zunächst 
d.  h.  noch  in  der  vorläge  von  B  C  nur  mit  den  zwei  ersten  Strophen. 


ÜBER  DIE  LIEDER  HARTMANNS  VON  AUE.  129 

und  wir  sehen  auch  gleich  den  grund  dieser  erselzung.  der  schlufs 
der  zweiten  Strophe  dieses  liedes  bringt  denselben  gedanken, 
welcher  auch  in  der  bei  BC  der  ersten  des  liedes  207,11  voraus- 
gehenden Strophe  208,8  ausgesprochen  wird :  ob  ich  mit  sirmen  niht 
gedienen  kan,  dd  6m  ich  alter  seine  schuldec  an  =  daz  mir  dd  nie 
gelanc,  des  habe  ich  selbe  undanc:  düht  ich  sis  wert,  si  hete  mir  gelönet 
baz.  der  angewandte  gesichtspunct  wird  noch  empfohlen  durch 
einen  besondern  Vorgang  in  C.  diese  hs.  giebt  allein  alle  Strophen 
des  tones  205,1,  aber  nicht  in  der  richtigen  folge,  die  dritte  Strophe 
nämhch  205,19  nach  208,20,  als  ob  sie  zum  ton  207,11  gehörte; 
die  stelle  ist  erklärlich  durch  die  nahe  Verwandtschaft  der  gedanken 
zwischen  der  strophe  205,19  und  zweier,  allerdings  nicht  der 
letzten  des  liedes  207,11,  in  denen  sich  auch  der  dichter  selbst 
seiner  gehebten  gegenüber  die  schuld  beimifst  (207,35.  208,8). 
die  vierte  letzte  strophe  aber  206,1  und  die  selbständige  206,10 
sind  nicht  in  der  natürlichen  folge  in  G  nach  der  ersten  und  zweiten 
Strophe  eingefügt,  sondern  umgekehrt,  durch  diese  umkehrung 
wird  wieder  erreicht  was  durch  die  unveränderte  Stellung  vielleicht 
verdunkelt  worden  wäre,  eine  deuthche  Verbindung  durch  wieder- 
aufnähme desselben  gedankens.  es  schliefst  so  das  erste  Hed  205,1 
mit  michn  sieht  niht  anders  wan  min  selbes  swert  und  darauf  folgt 
die  Strophe  208,8  des  Hedes  207,5 ,  deren  verse  wir  oben  gelesen 
haben:  daz  mir  dd  nie  gelanc,  des  habe  ich  selbe  undanc  u.  s.w. 

Es  ist  nun  ersichtlich  warum  ich  nicht  mit  Wilmanns  (zschr. 
14,150)  wegen  der  Stellung  von  B  9  von  da  ab  einen  nachtrag  in 
der  vorläge  von  BC  vermuthe:  weil  sich  in  diesem  falle  wie  in  dem 
sehr  ähnhchen  C  1 1  ein  Zusammenhang  des  sinns  mit  dem  voraus- 
gehenden zeigte,  von  Schreibern  wurden  Strophen  nachgetragen, 
sie  kümmerten  sich  weder  um  melodie  noch  um  metrum  wie  sie 
ja  beides  nicht  darzustellen  hatten,  wenigstens  nicht  mehr  in  dieser 
zeit,  einzelne  gedanken  konnten  genügen  um  einer  strophe,  die 
nach  ihrer  Überzeugung  dem  voriiegenden  üede  fehlte,  den  richtigen, 
oft  aber  auch  einen  falschen  platz  anzuweisen. 

Betrachten  wir  nun  was  aus  der  besprochenen  reihe  sich  für 
die  beschafl'enheit  des  zu  gründe  liegenden  liebesverhältnisses 
schüefsen  lafse.  der  dichter  ist  im  dienst  einer  dame  208,1.  13. 
25,  sie  ist  seine  vroMje  205,14.  19.  206,2.  209,5.18.  ümnr209,18 
ist  nicht  prägnant  als  'geliebte'  zu  fafsen  da  es  dem  vient  gegen- 
über steht,  er  klagt  dafs  sie  ihm  nicht  lohne  207,23.  208,3.  22, 
Z.  f.  D.  A.  neue  folge  III.  9 


130  ÜBER  DIE  LIEDER  HARTMANNS  VON  AUE. 

dafs  er  haz  für  liebe  finde  208,15,  dafs  ihm  nie  getane  208,16,  dafs 
er  tröstes  dne  ist  209,8,  dafs  während  der  ganzen  zeit  seines  dien- 
stes  ihm  die  tage  lang  geworden  209,12.  207,4.  etvvas  andres  sagt 
auch  das  lied  205,1  nicht:  seine  beständigkeit  bringe  ihm  wenig 
freude  205,5;  die  dame  ^begehre  seiner  nicht  205,14;  sein  dienst 
gehe  ihr  nicht  zu  herzen  205,19,  sie  meide  ihn  205,25.  ja  selbst 
der  ausdruck  206,16  mir  hat  ein  loip  gendde  widerseit  braucht  nicht 
auf  einen  plötzlichen  bruch  hinzudeuten;  so  kann  sich  auch  jemand 
ausdrücken,  gegen  den  seine  geliebte  sich  schon  längere  zeit  spröde 
erweist,  auch  was  der  dichter  über  die  Ursache  ihrer  härte  angiebt, 
sein  Wandel  205,12.  24.  206,3  und  wmn  205,16,  also  seine  fehler 
als  anhaftende  eigenschaften  und  seine  thorheit,  dann  sein  unwerth 
206,8.  208,18  stimmt  mit  dieser  auffafsung.  wenn  er  würklich 
sich  vergangen  hätte  durch  untreue  oder  indiscretion  und  dabei 
wie  hier  das  Verhältnis  doch  fortzusetzen  wünschte,  so  würde  er 
sein  verschulden  wohl  nicht  zugeben  und  sich  schw^erHch  so  aus- 
drücken wie  in  den  vv.  205,19.  23.  25  fT.  206,1  ff.  207,35  ff.  an 
der  letzten  stelle  spricht  er  sich  ausdrücklich  untreue  ab,  aber  nicht 
in  der  form  einer  Verantwortung  gegen  erhobenen  Vorwurf,  sondern 
zur  begründung  des  in  der  vorigen  Strophe  ausgesprochenen  ge- 
dankens,  er  werde  trotz  der  härte  seiner  dame  sich  an  ihr  nicht 
rächen,  sondern  fortfahren  an  ihrem  wohl  und  wehe  herzlichen  an- 
theil  zu  nehmen,  der  tod  des  herrn  mag  dann  hinzugekommen 
sein  um  dem  dichter  das  Verhältnis  ganz  zu  verleiden  und  ihn  zur 
kreuznahme  zu  bewegen,  in  den  kreuzliedern  zeigt  er  sich  be- 
kanntlich von  der  weit  ganz  losgelöst. 

Eigenthümlich  sind  allen  liebesliedern  dieser  reihe  liindeu- 
tungen  auf  die  lange  dauer  des  Verhältnisses:  von  kinde  will  er 
ihr  gedient  haben,  von  je  her.  der  ausdruck  206,18  sU  der 
stunt  deich  nfem  Stabe  reit  zeigt,  wie  der  dichter  von  kinde  in  der- 
selben Strophe  206,12  verstanden  wifsen  wollte,  dafs  dies  aber 
nicht  blofs  für  diese  einzeln  stehende  Strophe  gilt ,  lehrt  die  erwä- 
gung  dafs  das  ihr  vorangehende  lied  205,1 ,  im  gleichen  metrum, 
beinahe  dieselben  gedanken  und  empfindungen  zeigt  wie  das  hed 
207,11,  welches  wieder  ausdrücklich  einen  gedanken  des  liedes 
206,19  in  derselben  form  aufnimmt,  die  allgemeinern  ausdrücke 
205,7  langen  wdn,  207,24  vil  gedienet,  208,9  ie  manic  jdr,  208,32 
dd  her,  206,26  ie,  201, A  die  swcuren  tage  sint  alze  lanc  müfsen 
also  auch  in"  dem  erwähnten  sinne  verstanden  werden,    die  eben- 


ÜBER  DIE  LIEDER  HARTiMANNS  VON  AUE.  131 

falls  die  länge  des  dienstes  beklagende  erste  Strophe  des  liedes  209,5 
wird  man  deshalb  nicht  anders  fafsen  dürfen,  wenn  nun  die  Vor- 
aussetzung eines  von  je  her  bestehenden  liebesverhältnisses  in  allen 
hebesliedern  einer  durch  die  überheferung  angedeuteten  reihe 
wiederkehrt,  so  mufs  man  versucht  sein ,  andere  lieder  anderer 
gruppen,  in  denen  etwa  der  ausdruck  von  kinde  oder  auch  allge- 
meinere wieder  vorkommen  mit  unsern  in  beziehung  zu  bringen. 

Nach  dem  unechten,  das  auf  die  letzte  seite  des  ersten 
liederbuches  mag  geschrieben  worden  sein,  geben  BC  nunmehr 
zwei  Ueder  gemeinschaftlich:  211,27  (drei  Strophen  B  23.  24.  25, 
C  27.  28.  29)  und  212,13  (drei  Strophen  B  26.  27.  28,  C  30.  31. 
32).  in  dem  ersten  dieser  lieder  klagt  sich  der  dichter  der  unstcete 
an,  wodurch  er  ein  stcetez  toip  verloren  habe,  diu  bdt  mir  alse 
schoenen  gruoz  daz  si  mir  erougte  liehen  wdn  211,38;  als  sie  aber 
seinen  wankelmuth  erkannte,  da  entzog  sie  ihm  ihre  gnade,  aber 
das  gereicht  ihm  zum  glücke,  er  ist  nun  eitier  stceten  undertän,  an 
der  er  seine  beständigkeit  beweisen  will,  hier  fehlt  der  hinweis 
auf  die  kindheit  und  sehr  auffällig  wäre  der  gegensatz  der  gesin- 
nung,  wenn  das  hier  gebrochene  liebes  Verhältnis  jenes  aus  der  ersten 
reihe  bekannte  sein  sollte,  statt  der  schmerzhchen  und  reuigen 
resignation  der  gedichte  205,1.  207,11  ergiebt  sich  hier  der  dichter 
sehr  gleichmüthig  in  sein  Schicksal,  ja  leitet  noch  daraus  den  vor- 
theil  ab,  nun  in  einer  neuen  liebe  sich  als  beständig  erweisen  zu 
können,  aber  auch  der  Vorwurf  der  mistcete,  den  er  sich  ausdrück- 
lich macht,  passt  nicht  auf  jenes  uns  bekannte  Hebesverhältnis, 
nichts  gab  dort  anlafs,  an  eine  besondere  einzelne  vergehung  der 
geliebten  gegenüber  zu  denken,  auch  hat  dort  der  tod  seines  herrn 
die  trübe  Stimmung  nach  lösung  des  liebesverhältnisses  festgehalten 
und  gesteigert ,  während  wir  ihn  hier  unmittelbar  vom  verlust  zu 
neuer  Hebeshoffnung  sich  bewegen  sehen,  er  ist  bereits  einer  an- 
dern dame  unterthan. 

Das  zweite  lied  212,13  ist  eine  mahnung  des  entfernten  an  die 
geliebte :  'sie  möge  ihm  seine  abwesenheit,  deren  Ursache  ihr  ja  be- 
kannt sei,  nicht  bei  seiner  rückkehr  entgelten  lafsen.  durch  Unge- 
duld beweise  man  seine  liebe  nicht;  vielmehr  möge  sie  die  gebotene 
gelegenheit  benutzen  und  ihre  beständigkeit  während  seiner  ent- 
fernung  bewähren;  auch  woHe  er,  wenn  sie  ihn  bei  seiner  rück- 
kunft  freundlich  begrüfse,  ihr  um  so  eifriger  dienen,    aber  freilich 

frauen  solle  man  nur  Schmeicheleien  sagen:  da  gehe  es  jenen 

9* 


132  ÜBER  DIE  LIEDER  HARTMANNS  VON  AUE. 

schlimm,  die  zu  getreu  seien  um  zu  lügen  .  auch  hier  keine  anspie- 
lung  auf  den  langen  hestand  des  liehesverhältnisses;  die  Voraus- 
setzung ist  dafs  das  gute  einvernehmen  beider  Hebenden  bedroht 
sei  durch  die  lang  andauernde  abvvesenheit  des  dichters,  welche 
von  der  dame  nicht  so  aufgefafst  wird  wie  dieser  es  wünschte, 
was  ist  das  für  eine  ab  Wesenheit?  ich  glaube,  an  eine  kreuzfahrt 
ist  nicht  zu  denken.  212,18  daz  si  vil  wol  wesse  war  umb  ich  si 
meit  und  der  gedanke  212,27  —  wenn  sie  ihn  bei  der  rückkunft 
nicht  wie  er  im  eingang  fürchtet,  schlecht,  sondern  gut  empfängt, 
so  wird  er  ihr  das  lohnen  —  wären  unter  der  Voraussetzung  eines 
kreuzzuges  sehr  unpassend,  aber  212,21  ff.  ist  dunkel,  was  soll 
das  heifsen  was  die  ersten  drei  verse  zu  sagen  scheinen?  'es  giebt 
niemanden,  der  seinen  geliebten  so  häufig  sieht  dafs  er  nicht  un- 
willkürlich an  ihn  denken  müste,  oder  dafs  er  sich  erwehren  könnte 
an  ihn  zu  denken,  das  ist  kein  zeichen  von  besonders  tiefer  liebes- 
empfindung.'  also  man  sollte  meinen  der  häufige  anblick  der  ge- 
liebten person  werde  schmerzliche  Sehnsucht  in  den  kurzen  Zwi- 
schenräumen von  einem  besuche  zum  andern  nicht  aufkommen 
lafsen.  nur  schmerzliche  Sehnsucht;  denn  nur  diese  konnte  ja  häu- 
figer besuch  hintanhalten,  nicht  aber  freundliche  erinnerung  oder 
treue,  die  ja  vielmehr  durch  denselben  genährt  werden  muste. 
dem  ist  aber  nicht  so,  sagt  der  dichter,  sondern  die  schmerzliche 
Sehnsucht  stellt  sich  dennoch  ein.  unwillkürlich  ergänzt  man  von 
hier  aus  den  gedanken:  'wenn  du  mich  aber  öfter  sehen  willst  als 
du  mich  siehst  und  dies  erreichst,  so  wirst  du  deiner  quälenden 
gedanken  in  der  zeit  meiner  ab  Wesenheit  doch  nicht  los.  also  be- 
scheide  dich  u.  s.  vv.'  statt  dessen  lesen  wir  ohne  Variante  212,23 
daz  erzeiget  herzeclicher  liebe  niht.  man  darf  sich  nicht  verleiten 
lafsen  etwa  phliht  zu  conjicieren,  denn  der  vers  hat  seine  antithese 
in  dem  folgenden:  so  ist  unser  sumellcher  beiten  alze  (alse?)  lanc 
daz  ein  wip  ir  stcete  an  uns  erzeigen  mac.  also  Sehnsucht  ist  kein 
zeichen  wahrer  liebe,  wohl  aber  treue  oder  auch  nur  freundliche 
erinnerung  bei  langer  abwesenheit  des  geliebten  ein  beweis  der 
stcete.  —  der  dichter  mag  durch  das  sunder  sinen  danc,  welches  mit 
der  unwillkürlichkeit  auch  das  verdienstlose  der  Sehnsucht  zu  be- 
zeichnen scheint,  von  seinem  ursprünglichen  gedanken  abgelenkt 
worden  sein,  wenn  wir  uns  denselben  aber  in  seiner  oben  ange- 
nommenen gestalt  reconstruieren,  so  leuchtet  ein,  wie  sehr  dann 
unsere  stelle  gegen   die  Voraussetzung  einer  so  lange  dauernden 


ÜBER  DIE  LIEDER  HÄRTMANNS  VON  AUE.  133 

ab  Wesenheit  als  die  eines  kreuzzuges  spricht;  bei  einer  solchen 
konnte  doch  nur  von  der  Sehnsucht  nach  dem  wiedersehen  über- 
haupt die  rede  sein ,  nicht  von  dem  wünsche  nach  häufigerem  be- 
suche, auch  nnser  sumelkher  212,24  geht  nicht  auf  kämpf-  oder 
reisegenofsen.  der  dichter  stellt  nur  sich  mit  den  andern  münnern 
der  gemeinsamkeit  aller  frauen  gegenüber,  die  in  dem  me»?en212,21 
liegt,  das  lied  ist  eine  etwas  ironische  Strafpredigt  für  die  unge- 
duldige dame,  die  den  ritter  quält  durch  kaltsinn  oder  begünstigung 
andrer  wenn  er  zu  lange  ausgeblieben,  er  mochte  ein  par  meilen 
entfernt  wohnen  oder  in  der  that  zu  längeren  reisen  veranlafst 
sein;  jedesfalls  wünscht  er  dafs  sie  in  der  Seltenheit  seiner  besuche 
eine  rücksiebt  für  ihre  interessen  erblicke,  dabei  kann  man  aber 
einigen  verdacht  gegen  die  aufrichtigkeit  seiner  gesinnung  nicht 
unterdrücken,  vgl.  besonders  den  ton  der  letzten  Strophe.  —  nichts 
bezieht  sich  also  auch  in  diesem  Hede  auf  die  liebe  der  ersten  reihe: 
derart  als  herrn  der  Situation  haben  wir  dort  den  dichter  nicht  kennen 
gelernt,  nehmen  wir  an,  es  gehöre  das  lied  in  eine  frühere  zeit 
jenes  Verhältnisses,  dessen  lösiing  uns  in  dem  voranstehenden  ge- 
dichte  erzählt  wurde,  das  empfiehlt  sich  auch  durch  die  nachbar- 
schaft  der  zwei  Ueder  in  den  hss.  und  die  am  schlufse  beider  vor- 
kommenden repetitionen  und  annominationen  mit  stcete  und  gcehe. 
Wenn  man  die  folgenden  nur  in  C  stehenden  Heder  über- 
sieht —  das  einzige  214,34  bringt  auch  A  —  so  scheinen  die  bei- 
den kreuzHeder  zu  anfang  und  am  ende  ihnen  eine  gewisse  Selb- 
ständigkeit zu  sichern  als  einer  geschlofsenen  reihe ,  einem  lieder- 
buche,  dem  dann  noch  je  ein  Hed  vorgesetzt  oder  am  schlufse 
auf  leer  gebliebenen  selten  oder  auf  einzelnen  blättern  angehängt 
werden  konnte;  doch  mufs  diese  Wahrscheinlichkeit  einer  stärkern 
weichen,  nach  dem  kreuzHed  210,35,  C  33.  34  folgt  ein  Hed 
212,37  C  35.  36.  37,  in  dem  eine  frau  sich  über  ihren  geHebten 
{friunde  213,3)  beklagt,  der  zwar  süfse  worte  zu  sagen  verstehe, 
aber  falsch  und  treulos  sei:  andre  frauen  aber  treffen  befsere  wähl, 
liest  man  das  Hed  nach  212,13,  von  dem  es  in  der  hs.  nur  durch 
die  zwei  Strophen  des  kreuzliedes  getrennt  ist,  so  erkennt  man  in 
ihm  leicht  die  antwort  der  frau  auf  jene  nicht  sehr  loyale  er- 
mahnung  des  ritters  an  seine  ungeduldige  und  mistrauische  geHebte. 
es  ist  sehr  hübsch,  wie  sie  auf  die  letzte  Strophe  seines  liedes,  in 
der  er  so  viel  von  seiner  stCBte  und  ungeschminkten  aufrichtigkeit 
gesprochen ,  einfällt  Ob  man  mit  lügen  die  sele  nert,  so  weiz  ich  den 


134  ÜBER  DIE  LIEDER  HARTMANNS  VON  AUE. 

der  heihc  ist,  — :  sin  lip  ist  alse  valschelös  sam  daz  mer  der  finde. 
wenn  sie  dann  von  seinen  süfsen  Worten  sagt  dafs  er  ihrer  so  wis 
sei  daz  man  si  möhte  schriben  so  passt  das  sehr  gut  auf  den  räson- 
nierenden  vertrag  und  die  schlufsannominationen  des  vorangehen- 
den liedes*).  auch  in  212,37  ist  liebe  von  kinde  nicht  vorausgesetzt, 
ja  vielleicht  ausgeschlofgen,  wenn  man  213,12  der  mir  noch  nietnen 
guoter  tone  auf  liebesverhältnisse  vor  dem  gegenwärtigen  bezieht, 
diese  ausschliefsung  gälte  dann,  wenn  212,37  antwort  auf  212,13 
ist,  auch  für  dieses  und  befestigte  somit  den  schon  angenommenen 
Zusammenhang  zwischen  212,13  und  211,27,  jenem  liede,  aus  dem 
wir  erfalu'en  dafs  Hartmann  durch  untreue  eine  geliebte  verloren, 
sich  aber  die  sache  nicht  sehr  zu  herzen  genommen  habe,  der  Ver- 
lust sowohl  als  die  Stimmung  des  dichters  dabei  scheint  uns  nach 
der  analyse  von  212,13.  212,37  sehr  natürhch. 

Aber  weiter  gehen  die  lieder  dieses  Hebesverhältnisses,  das  wir 
das  zweite  nennen  wollen  nicht,  gleich  das  folgende  213,29  C  38. 
39  hat  den  verdächtigen  ausdruck  dafs  der  dichter  die  dame  'alle 
seine  tage  hindurch'  gepriesen  habe,  wir  können  demnach  eine  in 
B  nicht  vollständig  erhaltene  reihe  annehmen  von  drei  hebesUedern 
211,27.  212,13.  212,37,  deren  thatsächliche  grundlage  nicht  die 
der  ersten  reihe  sein  kann,  angehängt  wäre  diesen  liedern  ein 
kreuzhed  210,35  von  gleichem  metrum  und  gleicher  gesinnung 
mit  jenem  der  ersten  reihe  209,25.  dieses  müste  aber  vielleicht 
nur  durch  falsche  Stellung  des  blattes  an  den  vorletzten  platz  ge- 
rathen  sein,  die  liebeslieder  nun  unserer  zweiten  kleinen  Samm- 
lung handeln  wie  die  der  ersten  von  dem  bruche  eines  Hebesver- 
hältnisses und  wie  dort  finden  wir  auch  hier  zwei  gedichte,  die  sich 
auf  einander  beziehen. 

Es  sind  noch  übrig  die  Strophen  C  38 — ^60,  213,29  ff.  wir 
werden  an  jedes  einzelne  Hed  die  frage  zu  richten  haben ,  ob  seine 
Voraussetzungen  mit  einem  der  zwei  gefundenen  liebesverhältnisse 
(I  und  11)  stimmen,  oder  ob  ein  drittes  anzunehmen  sei. 

213,29,  C  38.  39  kann  nicht  auf  H  bezogen  werden,  da  hier 
Hartmann  seiner  dame  friunt  213,38  zu  werden  wünscht,  was  er 


*)  der  muthwille,  sich  selbst  aus  dem  munde  einer  betrogenen  geliebten 
seine  sündeu  ins  gesiebt  zu  sagen  entspränge  dann  derselben  übermüthigen 
Stimmung,  die  in  212,13  den  ^alk  hinter  der  maske  des  weisen,  nur  vielleicht 
zu  aufrichtigen  freundes  hervorblicken  liefs. 


ÜBER  DIE  LIEDER  HARTMANNS  VON  ACE.  135 

dort  213,3  ist;  und  dafs  wir  nicht  etwa  an  eine  frühere 
periode  dieses  Verhältnisses  denken ,  hindert  der  ausdruck 
213,31  der  ich  alle  m'me  tage  gnotes  jach  und  iemer  gihe,  durch 
welchen  unserem  liede  sein  platz  vielmehr  bei  I  und  zwar  na- 
türlich in  einer  periode  zugewiesen  würde,  in  der  er  noch  nicht 
friunt  war. 

214,12.  C  40.  41  ein  abschiedslied  an  freunde  und  geliebte 
vor  einer  reise,  aber  keiner  kreuzfahrt,  zu  der  der  ausdruck  ichn 
weiz  oh  si  der  sele  iht  frumt  (=  zweites  büchl.  148)  nicht  passt.  un- 
mittelbar gewährt  dies  gedieht  keine  anknüpfung  an  I  oder  II. 
da  aber  beinahe  der  ganze  gedankeninhalt  der  beiden  Strophen 
sich  im  zweiten  büchlein  wieder  findet  v.  121  ff.  145  ff.,  das 
zweite  büchlein  aber  sonst  dieselben  Voraussetzungen  zeigt, 
wie  das  weiter  unten  folgende  lied  216,1,  so  wird  die  bestim- 
mung  des  letzterem  zu  gründe  liegenden  Verhältnisses  auch  für 
214,12  gelten. 

214,34,  C  42.  43,  A  1.  2  kann  jedenfaUs  nicht  auf  I  bezogen 
werden,  da  die  dame  in  ihrer  antwort  an  den  boten  erklärt,  den 
dichter  selten  gesehen  zu  haben ,  ihm  ein  vil  vremedez  loip  zu  sein, 
nichts  hindert  aber  an  II  zu  denken,  hier  wäre  also  die  anknüpfung 
jener  beziehungen,  deren  bruch  die  drei  lieder  der  zweiten  reihe 
zum  inhalte  hatten.  A  und  C  geben  nun  noch  eine  Strophe,  die 
MSF.  fehlt,  A  3,  C  44,  Walther  123  E,  s.  Heder  u.  büchlein  17,13, 
Lachmann  zu  Walther  120,24.  sie  ist  allerdings  nicht  mit  den  vor- 
angehenden zu  einem  Hede  zu  vereinigen,  kann  aber  immerhin  von 
Hartmann  als  selbständiges  lied  gedichtet  sein,  in  der  Strophe 
MSF.  215,5,  A  2,  C  43,  Walther  122  E  haben  wir  die  überaus 
artige,  wenn  auch  ablehnende  antwort  der  dame  gehört,  darauf 
bezüglich  sagt  der  dichter  in  späterer  zeit  Min  erste  rede  dies  ie 
vernan  (dafs  es  die  erste  war,  bezeugt  215,8.  10)  dienpßenc  si  deiz 
mich  duhte  guot,  später  aber  sei  sie  erkaltet,  die  allein  in  E  und  s 
als  Walthersch  folgende  weitere  Strophe  Sicer  giht  daz  minne  sünde 
si  u.  s.  \\.  ist  durch  nichts  als  eine  sehr  allgemeine  ähnlichkeit  des 
sinnes  mit  der  unsrigen  verbunden  und  rührt  von  einem  dichter 
her,  der  wegen  seines  versschlufses  tet  ich  weder  Walther  noch 
Hartmann  sein  kann,  der  grund  aber,  aus  welchem  Lachmann 
Strophe  A  3,  C  44  Hartmann  abzusprechen  scheint,  dafs  Hartmann 
nur  nach  langem  vocale  m  auf  n  reime,  nicht  auf  kurzen,  fällt  weg 


136  ÜBER  DIE  LIEDER  HARTMANNS  VON  AUE. 

durch  Erec  3648  gewan:benan.    wir  gewännen  also  durch  diese 
Strophe  wieder  einen  beitrag  zu  II*). 

215,14,  C  45.  46.  47  ist  ein  daktylischer  jubel  über  erhörung. 
man  braucht  aber  nicht  an  mehr  zu  denken  als  an  seine  aufnähme 
in  den  dienst,  es  gehört  deutlich  zu  I  (215,29  si  was  von  kinde  und 
miioz  me  sin  min  kr6ne)\  deshalb  kann  er  natürlich  immerhin  den 
tag  verherrlichen,  an  dem  er  sie  zuerst  gesehen  215,14.  das  schei- 
den 215,30  wird  nicht  auf  eine  bevorstehende  reise  zu  deuten  sein, 
sondern  nur  auf  die  trennung  in  den  Zwischenräumen  seiner  be- 
suche; s.  215,22. 

Darauf  folgt  216,1  C  48.  49.  50.  51  ein  monolog  der  dame, 
in  dem  sie  erklärt  gegen  den  willen  ihrer  verwandten  die  winter- 
nächte in  den  armen  ihres  geliebten  sich  verkürzen  zu  wollen,  ein 
entschlufs  ebenso  schmeichelhaft  für  den  dichter  als  die  compli- 
mente  auf  seinen  geist,  die  er  sich  durch  die  dame  II  sagen  läfst. 
der  deuthche  bezug  auf  215,14  erlaubt  es  wohl  auch  dieses  lied 
und  somit  auch  214,12  I  zuzuweisen;  vgl.  nämhch  zweites  büch- 
lein  97.  157.  309.  314.  315.  363.  465.  576;  s.  oben  über  214,12. 
216,29,  C  52.  53.  54,  jenes  trotzige  lied,  in  welchem  Hart- 
mann sich  von  der  hohen  zur  niedern  minne  wendet,  er  klagt  er 
!iei  von  einer  hohen  dame  ücerhes  angesehen  worden  als  er  ihr  seine 
liebe  antrug,  das  passt  weder  auf  II  215,5  noch  auf  I  215,22. 
wir  werden  eine  dritte  Werbung  Hartmanns  zu  constatieren  haben, 
wenn  wir  sie  nicht  eine  vierte  nennen  wollen  im  binblick  aiif  jene 
stcete  212,9,  der  er  nach  dem  bruch  mit  II  nndertdn  zu  sein  erklärt, 
möglich  aber  doch  dafs  die  hochmüthige  abweisung,  über  die  er  in 
unserm  Hede  klagt,  ihm  bei  einer  ersten  annäherung  an  die  erste 
oder  jene  dritte  dame  —  an  II  ist  nicht  zu  denken  —  zu  theil  ge- 
worden, doch  scheint  216,29  von  einem  reifen  manne  gedichtet, 
nicht  von  einem  jungen  knappen,  als  den  wir  uns  den  bewerber 
des  Verhältnisses  I  in  dessen  erster  zeit  werden  zu  denken  haben, 
davon  unten. 

217,14.  C  55.  56.  57  folgt  wieder  der  monolog  einer  dame; 
sie  beklagt  den  verlust,  ja  wie  es  scheint  den  tod  ihres  geliebten: 
217,19  ich  hdn  verloren  einen  man,  21 7,23  nüpflege  sin  got  derpfligt 


*)  und  zwar  sind  wir  daun  versucht  die  zweite  strophe  unsers  liedes  für 
jenen  freundlichen  ^/'wos  zu  halten,  der  dem  dichter  im  beginn  von  II  süfse 
hoffuungeii  erregt  habe  21 1,38. 


LBER  DIE  LIEDER  HARTMANNS  VON  AUE.  137 

sin  baz  dan  ich;  auch  dafs  gar  nicht  die  rede  ist  von  der  möglich- 
keit  eines  widersehens,  sie  vielmehr  bis  zu  ihrem  tode  sich  nach 
ihm  sehnen  wird,  spricht  dafür  dafs  Hartmann  —  wie  Heinrich 
von  Morungen  189,29  —  in  weichmüthiger  Stimmung  sich  habe 
vorstellen  wollen  wie  man  nach  seinem  tode  um  ihn  klagen 
werde,  die  dame  wird  wohl  I  sein,  da  wir  in  II  nichts  von  einer 
abwesenheit  auf  lange  dauernder  gefährlicher  reise  wifsen.  die  dort 
allerdings  auch  vorausgesetzte  abwesenheit  212,13  wird  nur  von 
der  dame  schmerzlich  empfunden,  dazu  kommt  noch  dafs  unser  lied 
jenem  auf  I  bezüglichen  scheideliede  214,12  entspricht,  vgl.  die 
ausdrücke  214,33  der  guoten  diu  min  schöne  pßac  und  217,22  dö 
ich  s'm  pflac,  dö  fröite  er  mich:  nn  pflege  sin  got,  der  pfligt  sin  baz 
dan  ich.  auch  die  anordnung  in  der  hs.  zeigt  vielleicht  noch  eine 
spur  der  Zusammengehörigkeit  beider  heder.  wenn  wir  das  zusam- 
mengehörige Hederpar  215,14  und  216,1  durch  a,  das  andre 
214,12  und  217,14  durch  b,  die  übrigen  gedichte  aber,  mögen  sie 
auch  I  oder  einer  andern  epoche  angehören  durch  die  fortlaufenden 
buchstaben  c  d  e  ...  bezeichnen,  so  ergiebt  die  in  C  überlieferte 

Ordnung  die  reihe :  c  b  d  a~a  e  b  f .  diese  thatsache  kann  erklärt 
werden  durch  die  annähme,  es  seien  die  zwei  liederpare  auf  je 
zwei  doppelblätter  derart  geschrieben  worden  dafs  man,  viel- 
leicht um  der  abschrift  gleich  eine  schützende  decke  zu  geben, 
die  äufseren  seiten,  also  wenn  man  die  blätter  a  und  ß  nennt, 
«  fol.  P  und  a  fol.  2'',  ebenso  ß  fol.  1^  und  ß  foh  2"  leer  ge- 
lafsen  und  nur  die  je  zwei  innern  seiten  benutzt  habe,  hier  müste 
die  aufzeichnung  so  vor  sich  gegangen  sein  dafs  das  hed  215,14 
die  Seite  a  fol.  1'',  das  entsprechende  216,1  die  seite  a  fol.  2"  ge- 
füllt habe,  und  ebenso  214,12  auf  ß  fol.  1",  217,14  auf /?  fol.  2"  zu 
stehen  gekommen  sei,  nun  habe  man  das  doppelblatt  a  in  ß  ein- 
gelegt, dadurch  entstand  ein  halber  quaternion,  auf  dem  die  zweite, 
vierte,  fünfte  und  siebente  seite  beschrieben  waren,  auf  die  erste 
seite  schrieb  nun  der  sparsame  besitzer  das  auch  zu  I  gehörige  lied 
213,29,  auf  die  dritte  das  werbelied  214,34  aus  II,  auf  die  sechste 
das  trotzige  lied  216,29,  in  welchem  Hartmann  alle  damen  ver- 
schwört, vielleicht  zu  einem  dritten  hebesverhältnis  gehörig,  auf 
die  letzte  achte  seite  endlich  das  kreuzlied  218,5,  das  also  auch  hier 
wie  im  ersten  und  zweiten  hederbuch  den  schlufs  machte,  aber  die 
willkürUche  durch  keine  erfahrung  unterstützte  annähme  dafs  wie 
in  unsern    ausgaben  lyrischer  dichter  lieder   verschiedener  aus- 


138  ÜBER  DIE  LIEDER  HARTMANNS  VON  AUE. 

dehnung  von  24  und  28,  von  22  und  30  versen  auf  je  eine  seite 
geschrieben  worden  seien,  bleibt  immer  bedenklich.  —  gleichwohl 
mufs  zugegeben  werden  dafs  der  als  möglich  angedeutete  Vorgang 
wohl  dazu  dienen  könnte,  uns  die  entstehung  des  zweiten  lieder- 
buches  und  der  Vereinigung  der  drei  gedichte  in  A  begreiflich 
zu  machen,  die  vorläge  von  A  konnte  ein  doppelblatt  gewesen 
sein,  auf  dessen  innern  seilen  links  206,19,  rechts  das  darauf  be- 
zügliche 207,11  gestanden  haben,  die  erste  leer  gebliebene  aufsen- 
seite  wäre  dann  später  zur  aufzeichnung  des  II  augehörigen  werbe- 
liedes  benutzt  worden,  oder  im  zweiten  liederbuch  hätten  sich  ur- 
sprünglich die  durch  den  Inhalt  verknüpften  212,13  und  212,37 
so  gegenüber  gestanden;  auf  die  aufsenseiten  schrieb  man  später 
das  lied  211,27,  das  den  brach  des  zweiten  Verhältnisses  ankündigt 
und  auf  die  vierte  seite  ein  kreuzlied  aus  früherer  zeit. 

Kehren  wir  wieder  zu  unserer  dritten  reihe  zurück,  aus  der 
wir  noch  das  kreuzlied  218,5  zu  betrachten  haben,  es  ist  in  Fran- 
ken nach  dem  tode  Saladins  (märz  1193)  gedichtet  und  ganz  von 
dem  weltverachtenden  geiste  durchdrungen  wie  jene  oben  erwähnten 
209,25.  210,35,  die  H.  nach  dem  bruche  seines  ersten  hebesverhält- 
nisses  gedichtet  hatte,  es  mufs  auch  in  jene  zeit  fallen,  nur  wie  es 
scheint  unmittelbar  vor  den  aufbruch. 

Die  Überlieferung  der  eben  betrachteten  reihe  zeigt  mithin 
dafs  hier  wie  in  den  andern  zwei  liederbüchern  von  einem  kern 
durch  bezüge  des  inhalts  verketteter  lieder  ausgegangen  wurde, 
und  zwar  sahen  wir  immer  liederpare;  von  da  aus  vergröfsert 
sich  der  bestand  nach  vorne,  nach  rückwärts  oder  durch  einschübe: 
entweder  werden  lieder  derselben  epoche  hinzugefügt,  wie  im  ersten 
liederbuche,  oder  einer  vorangehenden,  wie  im  zweiten  das  kreuz- 
lied 210,35,  oder  sowohl  gleichzeitige  lieder  als  solche,  die  auf  spä- 
tere liebesverhältnisse  sich  beziehen,  wie  im  dritten,  denn  diese 
reihe  (C  38 — 60)  enthält  mit  ausnähme  von  214,34  mit  der  ange- 
hängten Strophe  und  des  kreuzliedes  eine  Sammlung  von  gedichten, 
die  eine  frühere  glücklichere  epoche  von  Hartmanns  erster 
liebe,  deren  zweite  durch  unser  erstes  Hederbuch  repräsentiert  wird, 
zum  gegenständ  haben,  vielleicht  bildet  die  hier  erwähnte  reise 
(214,12)  die  Scheidelinie  der  beiden  epochen.  es  könnte  auffallend 
scheinen  dafs  der  dichter  in  der  zweiten  epoche  sich  beklagt  208,16 
daz  mir  da  nie  getane,  208,34  doch  es  (sein  dienst)  mich  wenic  hat 
vervdn,  209,12  seit  er  ihr  unterthan  wäre,  sei  ihm  die  zeit  lang  ge- 


ÜBER  DIE  LIEDER  HARTMANNS  VON  AUE.  139 

wesen.  aber  wir  wifsen  auch  über  die  natiir  des  liebesverhältnisses 
in  der  ersten  epoche  nichts,  das  über  einen  freundlich  angenom- 
menen dienst,  der  den  verwandten  misfiel,  hinausgienge.  die  bei- 
den büchlein,  von  denen  das  erste  wegen  der  Jugend  des  verfafsers 
V.  1483,  der  zum  ersten  male  liebt  1649,  das  zweite,  in  welchem 
er  bereits  als  ritter  erscheint  67.  70.  309,  obwohl  jung  597,  wegen 
der  erwähnten  genauen  bezüge  in  die  erste  epoche  von  I  gehört, 
sagen  nichts  anderes,  kaum  darf  man  aus  v.  660  des  zweiten  büch- 
leins  auf  eine  hohe  dventiure  (vgl.  Dietmar  40,  34)  schliefsen. 
wifsen  wir  doch  aus  dem  Gregor  617  dafs  dem  gereiften  manne 
seine  jugendleiden  und  freuden  recht  unbedeutend  vorkamen,  und 
an  Übertreibung  wird  er  es  in  den  liedern,  zumal  wo  seine  eitelkeit 
ins  spiel  kam,  nicht  haben  fehlen  lafsen. 

Eine  Schwierigkeit  hiebei  will  ich  nicht  verschweigen,  wäh- 
rend der'dichter  im  ersten  büchlein  sagt  (1643)  minne  mich  noch 
ie  vermeif,  si  loas  mir  miknnde,  erfahren  wir  aus  dem  zweiten  (468) 
dafs  kein  besitz  von  habe  noch  von  minne  dem  leichtblütigen  dichter 
so  sehr  ans  herz  gewachsen  gewesen  dafs  er  dessen  verlust  nicht 
habe  verschmerzen  können,  aber  das  sei  so  gewesen  bis  sie 'gnade 
an  ihm  begangen  habe',  es  könnte  also  immerhin  Hartmann  nach 
jener  fruchtlosen  Jugendarbeit  des  ersten  büchleins  Zerstreuungen 
bei  andern  schönen  gesucht  und  wieder  nun  mit  befserm  erfolge  zu 
seiner  ersten  liebe  zurückgekehrt  sein,  hätte  er  doch  nichts  andres 
gethan  als  was  er  im  zweiten  büchlein  v.  514  ff.  sehr  unbefangen 
erzählt,  er  wollte  liebe  durch  liebe  heilen  und  dachte  wohl  so  liberal 
als  der  Johansdorfer  89,9. 

Ob  die  trennung,  welche  das  zweite  büchlein  voraussetzt,  die- 
selbe ist,  von  welcher  wir  durch  die  zwei  lieder  214,12.  217,14  er- 
fahren? sie  haben  nur  das  gemein  dafs  sie  nicht  auf  eine  kreuz- 
fahrt  gehen  und  dafs  die  entfernung  der  liebenden  eine  weite  ist. 
zweites  büchlein  659  driu  lant  stimmt  zu  der  todtenklage  217,14, 
obwohl  wir  sonst  nichts  von  besondern  gefahren  der  reise  hören. 

Das  erste  liebesverhältnis  endet  mit  abkehr  von  der  weit  und 
der  kreuznahme.  das  letzte  kreuzlied  scheint  kurz  vor  dem  auf- 
bruch  frühling  1197  gedichtet,  ich  fände  es  also  gerathen,  die  be- 
ziehungen  zur  zweiten  dame  nach  den  kreuzzug  zu  verlegen,  eben- 
dahin auch  was  wir  über  dieses  Verhältnis  hinaus  von  einem  dritten 
oder  niederer  minne  muthmafsen  können. 

Im  dritten  liederbuche  müste  also  seit  der  ersten  epoche  der 


140  ANTELAN. 

ersten  liebe  über  die  zweite  und  den  kreuzzug  hinaus  die  dritte, 
siebente  und  neunte  seite  leer  geblieben  sein,  die  erste  seite  wurde 
eher  benutzt  für  das  lied  213,29,  das  ja  auch  noch  der  ersten  epoche 
von  I  angehört. 

Es  mufs  zur  bekräftigung  meiner  auffafsung  dienen,  wenn  der 
lebensgang  Hartmanns,  wie  er  sich  mir  aus  seinen  gedichten  zu  er- 
geben schien,  kein  singiilärer  war.  wie  er,  wollen  die  erste  geliebte 
von  kinde  oder  von  jeher  verehrt  haben  kaiser  Heinrich  4,23,  der 
von  Hausen  50,11,  der  Johannsdorfer  90,16,  der  Morunger  134,31. 
136,11,  Bernger  114,1.  andere  sagen  oflen  daPs  die  dame  nicht 
ihre  erste  geliebte  sei:  Meinloh  13,35  (wenn  das  lied  nicht  von  der 
trau  selbst  ist),  der  von  Adelnburg  148,1,  Reinmar  174,27.  197,26. 
er  war  bei  derselben  geliebten  erst  glücklich,  dann  vielleicht  höherer 
ansprüche  wegen  hatte  er  zu  klagen;  vgl.  Veldeke  57,17.  66,30.  32, 
den  von  Rugge  102,12,  den  Morunger  134,30,  Reinmar  172,12  (?). 
im  ärger  über  die  Ungnade  der  geliebten  nimmt  er  das  kreuz;  das 
hatte  auch  der  von  Hausen  gethan,  s.  MüUenhoff  zschr.  14,137. 

Graz,  18.  Januar  1870.  RICHARD  HEINZEL. 


ANTELAN. 

1  Es  was  bei  beides  zelten  der  wunder  mer  dan  iz 
von  mangem  stolzen  recken,  wer  nu  well  hören  diz, 
und  wi  grosz  mort  geschähe  in  stürmen  und  in  schlagn : 
von  zagen  beides  streiten  hört  man  nit  gerne  sagn. 

2  Durch  manheit  und  durch  sterke  so  was  ein  Wunderwerk 
küng  Antelan  von  Schotten :  so  hies  ein  deines  zwerk, 
da  lebt  küng  Artus  here  des  hof  was  ausgepreit 
mit  stechen  und  turniren  in  allen  landen  weit, 

3  Mit  ringen  springen  fechten  und  rennen  scharpfer  glefn ; 
sein  stossen  werfen  kempfen  von  küngen  fürsten  grefn, 
spilen  tanzen  und  singen,  wes  ie  der  man  begert, 
und  haben  schöne  frawen,  des  ward  er  alls  gewert. 

Überschrift :  Das  ist  die  ritterschaft  kunig  anteloy  ausz  schotten  lant 
und  was  ein  czwerck  und  raut  mit  her  parczefal  und  andern  rittern  an  kunig 
artus  hoff  und  stach  si  all  ab  und  behiellt  preis  und  er  ob  in  allen. 

2,2  kunig  aotheloy  genant  so  hies.  2,3  künig.  3,1  scharpffen 

(n  mit  neuerer  dinte xvie  es  scheint  aus  r  gemacht)  gleuen.  3,2  stein  stossen ? 
Jänickc, 


ANTELAN. 


141 


4  Da  man  solch  abenteure 
da  kamen  dise  mere 

der  hof  der  ward  geleget 
da  sach  man  wun  und  freude 

5  Da  stund  pei  disem  schimpfe 
dar  kam  geritten  palde 

es  reit  hin  auf  den  perge 

sein  harnasch  laucht  gar  schone, 

6  Es  war  an  seiner  lenge 

sein  harnasch  und  geschmeide 
sein  prünn  was  wunnigleiche 
mit  pilden  sam  es  lebte 

7  Sein  schilt  was  demant  preite, 
der  schilt  ward  nie  verhawen 
sein  peingewant  was  feste 
sein  schuch  gar  wol  geziret 

8  Sein  wapen  laucht  gen  tale 
'ich  siz  hie  ritterleiche 

das  hört  her  Parzefale 
er  sprach  'umb  dise  rede 

9  Das  zwerg  sprach  zu  im  palde 
ich  han  bei  meinen  tagen 

der  helt  graif  nach  dem  kleinen: 
er  mocht  in  nit  gesehen, 

10  Das  zwerg  sprach  'o  du  zage, 
du  solt  von  meiner  hende 
wolst  mir  mein  barnasch  nemen, 
mein  künglich  majestete 

11  Her  Parzefal  den  kleinen 
'küng  Antelan  ich  haisse, 
mich  han  drei  herzoginne 
das  ich  in  abenteure 


zu  bofe  da  fing  an, 
für  küuig  Antelan. 
wol  auf  ein  weites  feit, 
und  manig  kostbcb  zeit, 
gar  nah  ein  hoher  perk, 
küng  Antelan  das  zwerk. 
und  sach  umb  sich  gar  fast; 
rech  wie  die  sunn  er  glast. 
neur  dreier  spannen  lang, 
an  seinem  leibe  clang. 
mit  golde  wol  durchgrabn, 
gar  kostelich  erhabn. 
Jaspis  lag  umb  den  rant: 
von  keines  beides  hant. 
von  rotem  golde  schwer, 
als  einem  künig  her, 
pis  an  des  turnirs  schrank, 
undr  aller  herren  dank.' 
und  reit  zu  im  alein. 
must  du  gefangen  sein." 
'schem  dich,  du  grosser  man, 
dir  nie  kein  leit  getan.' 
wie  bald  er  im  enging! 
dar  umb  er  in  nit  fing, 
du  hast  mein  hie  gefeit, 
hie  nemen  widergelt, 
du  ungetrewer  man, 
die  sez  ich  ee  daran.' 
fragt  wie  er  wer  genant, 
geporn  aus  Schotten  lant. 
gesant,  das  wis  für  war, 
an  disem  hof  erfar.' 


4,2  aDthelan.  4,4  mang  kestlich,  abei'  mit  neuerer  dinte,  das  ur- 

sprüngliche nicht  mehr  erken7ibar.  5,2  künig  anteloy.  5,4  6/.  155^ 

her  glast.  7,1  demut  preite.  8,2  under.         8,3  parczefe.         9,1  pald. 

9,3- er]  es.  9,4  in]  es  beide  mal.  10,4  kuniglich.  11,2  kunig 

antheloy.  11,4  bl.  156". 


142 


ANTELAN. 


12  [Doch  forcht  ich  euch  nit  sere, 
ir  ühergeht  mich  sere 

und  heischet  mich  gefangen 
und  hab  euch  all  mein  tage 

13  Da  sprach  her  Parzefale 
pist  du  ein  pot  der  frawen, 
du  solt  auch  sein  gepetten 
so  wurt  dein  wol  gepflegen 

14  Da  sprach  das  zwerg  'ich  reite 
seit  das  dein  manhait  werde 
du  solt  mit  mir  bie  stechen 
wan  iz  kein  her  auf  erden 

15  Die  ist  von  golde  schwere 
das  mich  niemant  mag  sehen, 
ich  han  ein  gürtel  kleine, 
dar  umb  ich  preis  und  ere 

16  [CristaUen  sein  mein  sporen, 
mein  schilt  ein  demant  teure, 
mein  wapenrock  durchleget 
mein  halsperg  schilt  und  helme 

17  Es  macht  mit  künsten  reiche 
Zezilg  ist  si  geheissen, 

sie  liebet  mir  im  herzen 
selg  sei  des  beides  leibe 

18  Da  sprach  her  Parzefale 

dein  barnasch  und  dein  prünne, 
das  Zwerglein  sprach  'gar  gerne, 
'ja'  sprach  der  küne  degen 

19  Da  zoch  es  von  der  bende 
es  stund  in  seiner  prünne 
es  glestet  wunnigleichen 
da  sprach  her  Parzefale 

20  Den  bell  verwundert  sere 
er  sprach  'du  pist  ein  engel, 


ir  edler  Parzefal. 
alhie  in  disem  tal 
als  ein  scbedHcben  man, 
doch  nie  kein  leit  getan.] 
'für  war  ich  tu  dir  nicht, 
dein  sach  du  liie  aus  rieht, 
auf  meinen  bof  gar  trat, 
mit  aller  bände  rat.' 
mit  dir  in  disem  tal. 
erfochten  bat  den  gral, 
umb  dise  sarebat, 
kein  pesser  prünne  hat. 
und  geit  gar  bebten  schein, 
das  macht  manch  edler  stein, 
zwelf  mannes  sterk  darinn, 
an  dir  noch  bie  gewinn . 
guldein^mein  paingewant, 
der  ward  auch  nie  zutraut; 
mit  pernlein  wol  gestickt, 
zu  fechten  ist  geschickt, 
die  bebste  frawe  mein, 
ein  edle  künigein: 
für  alle  frawen  clug. 
der  ie  die  prünne  trug.' 
'belt,  las  doch  sehen  mich 
das  ich  müg  loben  dich.' 
mag  es  an  schaden  sein.' 
'du  macht  wol  sicher  sein.' 
ein  ringk  von  golde  rot : 
als  in  eim  feure  rot, 
von  unden  auf  bis  obn. 
'dein  prünn  ist  wol  zu  lohn.'] 
ab  seinem  barnascb  schön, 
mit  lob  ich  dich  hie  krön, 


12,2 'ihr  unterschätzt  mich'  ?  14,3  dise]  am  schlaf se  des  Wortes  ein 

buchslabe  durchstrichen.  17,1  reich.  17,3  bl.  156''.  19,4  da 

aus  daz  corr.  20,1  ser. 


ANTELAN. 


143 


kumst  aus  dem  paradeise, 
kein  mensch  macht  solche  wate, 

21  'Ja'  sprach  küng  Antelane 
und  kern  er  aus  der  helle, 
in  allen  landen  weite 

ich  schendt  euch  fürbas  alle, 

22  Her  Parzefal  sprach  palde 

du  machst  durch  dein  hofTarte 
ich  pin  ir  selber  einer 
ee  ich  dich  ungefochten 

23  Mocht  ich  dich  newr  gesehen, 
welcher  under  uns  beiden 

da  er  die  wort  mit  zorne 
das  sach  an  im  der  kleine, 

24  'Leg  an  dein  harnasch  feste 
pring  aus  küng  Artus  hofe 

ich  pring  euch  hie  zu  schänden, 
wie  woi  ich  pin  ein  zwerge, 

25  Her  Parzefal  der  küne 

er  pracht  mit  im  zwen  recken, 
die  hellen  ie  mit  fechten 
und  warn  Artus  dem  künge 

26  Her  Parzefal  ruft  laute 

nu  las  mich  dich  an  schawen, 
'das  tun  ich  also  gerne' 
'ir  edlen  herren  palde, 

27  Er  rant  auf  Parzefale 

dar  nach  mit  ritterschefte 
des  nam  die  herren  wunder 
das  si  von  disem  zwerge 

28  Da  sprach  her  Parzefale 
was  ich  an  Artus  hofe 
die  zwang  ich  all  aleine, 
dein  gleich  in  aller  weite 


wan  es  nit  menschlich  ist: 

das  du  unsichtig  pist.' 

'kein  hell  ich  nit  ausz  nim, 

ich  licht  gar  gern  mit  im. 

tar  keiner  mich  bestan. 

last  ir  mich  so  dar  van.' 

'schweig,  helt,  red  nit  also. 

noch  heut  werden  unfro. 

und  wil  dich  hie  bestan, 

lies  hie  ab  disem  plan. 

die  sach  die  wurd  bald  schlecht, 

disen  zum  tode  brecht.' 

zu  dem  Zwerglein  gesprach, 

pald  er  da  zu  im  jach 

und  streit  selbs  hie  mit  mir. 

der  pesten  zwen  mit  dir. 

und  weren  ewr  noch  drei. 

ich  bin  doch  mutes  frei.' 

legt  seinen  harnasch  au. 

Gawan  und  Galleman. 

getan  das  aller  pest 

die  aller  hbsten  gest.' 

'wa  pist,  küng  Antelan? 

so  wil  ich  dich  bestan.' 

sprach  Antelan  der  (rei 

ich  bstee  euch  alle  drei.' 

und  stach  in  auf  die  liaid, 

fall  er  die  andern  paid. 

und  tet  in  also  ant, 

waren  so  ser  geschaut. 

'den  preis  hast  du  genumn. 

der  held  ie  han  vernumn, 

das  man  mir  lobes  jach. 

ich  vor  nie  mer  gesach. 


21,1  kunig.  22,1  pald. 

24,4  wil.  25,4  kunige. 

oder  antelay.  26,4  padde. 

vernüeo.  28,4  wellt. 


23,4  bl.  157«.  24,2  kunig. 

26,1  kunig  anthelan.  26,3  anteloy 

27,  1  Es.  28,1  genum.  2S,2 


144 


ANTELAN. 


29  Du  solt  pei  uns  beleihen 
da  sol  dir  dinen  g«M'ne 

durch  dein  manheit  und  sterke 
futer,  michel  gerete 

30  Des  daucht  sich  gar  gemeite 
es  sprach  ^nich  sant  da  here 
ich  pring  in  newe  mere, 

ich  sag  in  von  euch  dreien, 

31  Ich  wais  kein  manheit  teure 
als  mir  in  manchem  streite 
es  mus  mich  rewen  sere 
das  ich  nit  abenteure 

32  Als  si  wol  sein  gewonet 

da  ich  in  streit  und  stürmen 
da  mit  pot  es  die  hende 
die  es  het  ab  gestochen: 

33  Also  sagt  es  die  mere 
die  waren  seins  gelückes 
und  dankten  im  gar  schone 
hie  mit  die  abenteure 


hie  an  des  künges  hof, 
manch  ritter  unde  grof. 
hast  du  gar  hohen  preis, 
und  meines  heren  speis."* 
das  edel  zwergelein. 
drei  edel  herzogein. 
als  ich  in  dort  verjach; 
wie  ich  euch  nider  stach, 
die  ich  hie  hab  gesehn, 
und  Sturm  vor  ist  geschehn. 
das  ich  her  kamen  pin, 
von  euch  sol  sagen  in, 
an  mir  zu  aller  zeit, 
schlug  tiefe  wunden  weit.' 
den  edlen  fürsten  frei, 
si  dankten  im  all  drei, 
da  heim  den  frawen  do. 
und  seiner  manheit  fro 
das  es  die  tat  vollent. 
genumen  hat  ein  ent. 


Das  vorstehende  gedieht  ist  aus  Lienhart  Scheubels  heldenbuch 
(hs.  des  Wiener  PiaristencoUegiums,  s.  Dietrichs  erste  ausfahrt  s.  XVI) 
entnommen,  worin  es  bl.  154—157  füllt:  bl.  154'  ist  leer,  bl.  154'' 
zeigt  in  keineswegs  gelungenem  aquarell  im  Vordergrund  den  zwei- 
kampf  zwischen  Parzival  und  Antelaii ,  im  mittelgrund  die  zelte  des 
königs  Ai'tus ;  im  hinter  gründe  Parzival  den  berg  hinauf  reitend,  auf 
welchem  Antelan  hält. 

In  ähnlicher  weise  mit  titelvignette  versehen  ist  Dietrichs  erste 
ausfahrt  [bl  V')  und  der  Nibelimger  liet  [bl.  279'').  sie  fehlt  im 
Ortneit  (158^)  Wolfdietrich  (182")  Lorengel  (486").  dagegen  ist  allen 
stücken  der  hs.  gemein  die  Verzierung  der  ersten  seile  und  die  farbig 
ausgeführte  initiale. 

Jeder  der  genannten  bestandiheile ,  auch  der  Antelan  vermuth- 
lich,  existierten  ursprünglich  besonders,  obgleich  Ortnit  und  Wolf- 
dietrich von  vornherein  bestimmt  waren  auf  einander  zu  folgen ,  wie 


29,1  kuoiges. 
31,2  mir  aus  ich  corr. 


29,3  sterck.  29,4  bl.  157^  30,2  da  her. 

ist  aus  han  corr. 


ANTELAN.  145 

die  subscription  des  Ortnit  (181')  Uhrt:  disses  ortneis  ist  drey  hun- 
dert lied  dornach  stet  wolffdieterich  und  gehört  auf  disses  ticht. 
überdies  haben  Orlnit  Wolfdielrich  und  Nibelungen  eine  durchgehende 
alte  paginierung  von  3  (6/.  161")  bis  335  {bl.  484,  auf  dem  auch  noch 
zu  den  Nib.  gehörigen  bl.  4S5  fehlt  die  bezeichnung) :  an  die  stelle 
von  1  nnd2sind  drei  unpaginierte  und  im  schriflcharakler  abweichende 
biälter  (158 — 160)  getreten;  desgleichen  die  drei  ersten  blätter  des 
Wolfdietrich  durch  drei  unpaginierte  ersetzt;  auch  beim  Lorengel  die 
zwei  ersten,  icie  es  scheint,  erneuert,  man  sieht  dafs  die  einzelnen 
stücke  selbständig  gelesen  und  zerlesen  wurden,  selbst  der  Ortnit  U7id 
Wolfdietrich,  trotz  der  paginierung :  dabei  mögen  die  titelvignetten  ver- 
loren gegangen  sein ,  die  abgenutzten  vorderen  blätter  musten  durch 
neue  vertreten  werden. 

Bei  gegenwärtiger  edition  des  Antelan  habe  ich  mir  erlaubt  die 
Schreibung  der  hs.  etwas  zu  vereinfachen ,  die  y  in  bey  drey  sey  frey 
herczogynne  gewynn,  die  tt  in  zeitten  streitten  weittes  gemeitte,  die 
11  in  alls  schillt  pillden  selig  heikles  gefeilt,  auch  in  sollt  fallt  und  in 
edell  engell  michell  gurteil,  die  ck  in  schranck  stercke  wunderwerck 
czwerck,  die  ff  in  aulT  hoff  rufft  tieffe  werffen  czwelff  scharpff 
kempffen  sind  durchaus  weggeschafft,  ico  ich  z  setze,  gewährt  die  hs. 
cz,  dagegen  habe  ich  z  \co  es  den  s-laut  widergiebt  mit  s  vertauscht,  so 
in  daz  9,1.  14,2.  15,2.  2(J,4.  2S,3  und  in  wüz,  mhd.  waz  28,2,  mhd. 
was  2,1.  6,3.  den  von  mir  durchgeführten  umlaut  des  ound  u  be- 
zeichnet die  hs.  nur  selten ,  im  versanfang  setzt  sie  bald  grofse  bald 
kleine  buchstaben.  anderes  was  für  die  mundart,  wenn  auch  nur  des 
Schreibers,  charakteristisch  erschien,  wie  aus-  und  ab  fall  des  X  in  rech 
wie  5,4;  wolst  10,3  wurde  beibehalten,  noch  bemerke  ich  dafs  a,  e 
utid  0  in  der  hs.  oft  schwer  zu  unterscheiden  sind. 

Wie  sonst  im  einzelnen  zu  schreiben  ivar,  lehrten  meist  die 
slrenggezählten ,  in  beiden  vershälften  iambischen  hildebrand- 
strophen:  klingende  caesur  ist  mehrfach  durch  unorganisch  zugesetztes 
e  erreicht;  versetzte  betonung  kommt  fast  nur  in  zweisilbigen  Wörtern 
vor,  wie  3,3  spilen  tanzen;  22,2  werden;  23,2  welcher  disen;  23,3 
Zwerglein;  27,4  waren;  29,4  futer.  deshalb  schrieb  ich  4,4:  nicht 
kostelich  nach  6,4,  sondern  manig  für  mang;  doch  würde  ebenso  ge- 
zelt  dem  verse  genügen,  und  auch  kostliches  wäre  nicht  unerlaubt, 
vergl.  12,3  schedlichen.  — 

Rechtfertigung  bedarf  die  annähme  von  interpolationen. 

Str.  12  ist  als  solche  leicht  kenntlich  durch  die  sinnlose  na- 
Z.  f.  D.  A.  neue  folge  III.  10 


146  ÄNTELAN. 

knnpfung  mit  Doch,  durch  das  ihrzen  gegenüber  sonst  durchstehendem 
duzen,  durch  das  häfslkhe  sere:serc  in  den  caesuren  der  beiden  ersten 
Zeilen,  durch  die  ärmliche  Wiederholung  von  12,3.4  aus  8,4.  9,2. 
loas  soll  ferner  die  localangabe  alhie  in  disem  tal  neben  einem  ge- 
danken  der  gar  nichts  mit  der  localität  zu  thun  hat?  und  die  angäbe 
ist  überdies  falsch,  denn  die  beiden  kämpf  er  befinden  sich  auf  dem 
berge,  dort  hat  Antelan  halt  gemacht  5,3  und  zu  ihm  reitet 
Parzival  8,3. 

Die  rede  Atitelans,  die  ihm  der  interpolator  in  den  mund  legt, 
klingt  in  diesem  zusammenhange  fast  nach  furcht,  sonst  ist  aber  um- 
gekehrt Antelan  der  muthige,  kampflustige  und  Parzival  hat  wo  nicht 
furcht,  so  doch  besorgnisse.  der  interpolator  toünschte  für  Parzivals 
loort  für  war  ich  tu  dir  nicht  einen  unmittelbaren  anlafs  der  ganz 
über  flu  fsig  ist :  Parzivals  versuch  Antelan  zu  fangen,  genügt. 

Die  zweite  längere  interpolation,  str.  16 — 19,  rührt  offenbar  von 
einem  anderen,  geschickteren  verfafser  her.  er  nahm  anstofs  daran 
dafs  Parzival  20,1  sich  über  einen  hämisch  verwundert  den  er  nicht 
sieht,  und  sucht  diesem  vermeintlichen  Übelstande  abzuhelfen,  er  be- 
gabt den  zwergkönig  mit  einem  unsichtbar  machenden  ring  (wie  ihn 
Ortnit  führt),  durch  dessen  abziehen  er  dem  Parzival  19,1  erscheint. 

Hierdurch  geräth  aber  der  interpolator  in  Widerspruch  mit  an- 
deren Voraussetzungen  des  gedichts.  die  unsichtbai-keit  kommt  nach 
15,2  und  20,4  nicht  von  einem  ringe,  sondern  von  den  edelsteinen 
der  briinne  Antelans.  auf  welche  weise  der  zwerg  gelege7itlich  sichtbar 
wird,  läfst  das  echte  lied  im  dunklen,  das  glänzen  der  brünne  (19,3, 
vergl.  Ortnit  in  vdHagens  heldenbuch  1 99,2.  200,3)  hängt  5,4  nicht 
vom  abziehen  eines  ringes  ah :  man  mufs  sich  Antelan  auf  dem  berge 
sichtbar  denken,  plötzlich  9,4  wie  Parzival  ihn  greifen  will,  ver- 
schwindet er  und  bleibt  unsichtbar  während  des  ganzen  gespräches, 
auch  unmittelbar  vor  dem  kämpfe  nach  23,1  und  26,1,  bis  er  zum 
kämpfe  selbst  sich  wieder  zeigt  26,3.  der  interpolator  aber  versetzt 
sein  ringmanöver  mitten  in  den  dialog  und  vergifst  dann  zu  bemerken 
dafs  Antelan  den  ring  wieder  ansteckte,  so  dafs  man  sehr  erstaunt  ist 
ihn  23,  l  unsichtbar  zu  finden. 

Nach  11,3.  30,2.  33,1  steht  Antelan  zu  drei  herzoginnen  im 
Verhältnis  eines  dienenden  ritters:  die  interpolierte  str.  17  möchte  ihm 
eine  besondere  herzensdame  beilegen,  der  er  doch  nothwendig  am 
schlufs  des  kämpf  es  als  sieger  gedenken  müste.  um  diese  dame 
einzuführen,    wird  die    rüstung    des    zwergkönigs   für  ihr  werk 


ANTELAN.  147 

ausgegeben.       aber     sollte    sie     waffenschmiedearbeit     verstanden 
haben ? 

Zugleich  ist  die  Ökonomie  des  gedieh tes  völlig  gesprengt,  denn 
wie  lose  auch  der  ziisanimenhang  oft  sein  mag.  eine  gewisse  Ökonomie 
ist  nicht  abzuleugnen,  der  eindruck  des  losen  beruht  a%if  mancherlei 
verschweigung.  auf  der  Schroffheit  der  iibergänge ,  auf  der  kürze  des 
Vortrages,  für  welche  die  erste  begegnung  Parzivals  und  Antelans  8.  9 
und  der  kämpf  25 — 27  die  hauptsächlichsten  beispiele  bieten,  weniger 
anf  das  knappste  beschränkt  erscheinen  beschreibung  und  gespräch. 
beschrieben  wird  Artus  hof  2 — 4  und  der  anzug  Antelans  5 — 7.  im 
gespräch  sind  me  billig  die  reden  die  dem  eigentlichen  kämpfe  voraus- 
gehen 10 — 24,  demnächst  der  schlufsdialog  28—32  am  breitesten 
ausgeführt,  überall  aber  wird  doch  zur  sache  gesprochen  tind  nicht 
in  den  tag  hinein  geschwätzt,  des  zwerges  drohung  10  nach  dem  mis- 
lingen  von  Parzivals  angriff".  Parzivals  neugierige  frage  nach  dem 
namen  des  wunderbaren ,  unsichtbar  gewordenen  gegners  und  dessen 
antwort  11,  dann  Parzivals  freundliches  einlenken  13,  das  Antelan 
zurückweist  14:  alles  ist  in  der  Ordnung  und  wird  durch  die  Situation 
selbst  gefordert,  der  dichter  hat  aber  die  molivierung  von  Antelans 
unsichtharkeit  und  unüberwindlichkeit  bis  hierher  aufgeschoben;  er 
konnte  davon  schon  in  der  beschreibung  des  zwerges  5 — 7  reden;  er 
verspart  es  und  erzielt  so  den  effect,  in  sfr.  9,3.  4  den  hörer  durch 
das  plötzliche  verschwinden  Antelans  zu  überraschen,  nun  mufs  er 
freilich  die  erklärung  im  dialog  nachliefern,  daher  schon  10,3  der 
hinweis  auf  den  hämisch,  auf  den  jetzt  14,3.  4  und  str.  15  Antelan 
zurückkommt. 

Was  gehört  aber  nun  zur  sache?  doch  wohl  nur  die  auskunft 
Antelans  über  hämisch  und  gürtel.  darauf  verstärkte  Wiederholung 
der  motive  von  13.  14:  staunen  Parzivals  der  den  kämpf  vermeiden 
zu  wollen  scheint  und  Antelans  abermalige  höhnische  her  aus  f orderung 
zum  kämpf,  nun  bringt  er  ihn  glücklich  in  zorn,  Parzival  hat  nur 
bedenken  wegen  der  unsichtbarkeit  des  gegners,  aber  er  will  kämpfen, 
holt  sich  nach  des  zwerges  wünsch  zioei  streitgenofsen,  und  die  sache 
geht  vor  sich. 

Was  hat  in  diesem  zusammenhange  die  langweilige  selbstbeschrei- 
hung  Antelans  in  str.  1 6,  welche  grofsentheils  nur  wiederholt  was  wir 
schon  aus  7,1 — 3  wifsen;  und  was  hat  damit  die  dame  Cäcilie  zu 
thun? 

10* 


148  ANTELAN. 

Ich  glaube,  wir  haben  doppelte  und  dreifache  iirsache,  auch  die 
zweite  ausscheidung  vorzunehmen,  man  vermisst  nichts.  Parzival 
verwundert  sich  20,1  nicht  über  die  Schönheit  des  hämisches,  wie  der 
interpolator  meint,  sondern  über  dessen  wunderbare  kraft  die  ihm 
Antelan  schildert. 

Als  secundäre  kennzeichen  der  unechtheit  lafsen  sich  die  uner- 
laubten rührenden  reime  sein  :  sein  18,3.  4;  rot :  rot  19,  1.2  an- 
führen, während  in  der  erstell  Strophe  nur  erlaubte  wie  genumn  :  ver- 
numn  28,1;  voUent :  ent  33,3  gefunden  werden,  awcÄ  rfas  glestet 
von  19,3  kommt  in  betracht  gegenüber  glast  in  5,4.  — 

Es  ist  nichts  weniger  als  ein  jmoel  der  altdeutschen  poesie,  das 
ich  mit  dieser  'abenteure  von  könig  Antelan  der  allgemeinen  kenntnis 
zugänglich  mache :  späte  gesunkene  dichtung ,  roh  in  der  ausführung, 
nur  in  den  motiven  noch  ein  gewisses  oberflächliches  handwerksgeschick 
verrathend,  in  seiner  willkürlichen  erfmdung  eines  der  letzten  producte 
absterbender  Spielmannsdichtung,  doch  möchte  ich  diese  bezeichnung 
nur  auf  die  gegenwärtige  gestalt  des  liedes  bezogen  wifsen ,  die  abge- 
sehen von  der  Jugend  der  spräche  in  ihrer  ersten  Strophe  den  eingang 
des  ' Nibelungerliedes  {Gerin.  4,315)  voraussetzt,  wie  alt  aber  die  er- 
findung  sei,  läfst  sich  genau  nicht  sagen,  warum  sollte  sie  nicht  im 
vierzehnten  ja  schon  zu  ende  des  dreizehnten  Jahrhunderts  möglich 
gewesen  sein? 

Ein  spielmmm  macht  sich  das  vergnügen  die  gepriesensten  Artus- 
helden einem  jener  fabelwesen  entgegen  treten  und  unterliegen  zu 
lafsen,  mit  denen  sich  die  spielmannspoesie  so  gerne  befafst:  man 
denke  nur  an  zwerg  Alberich  im  Ortnit.  in  ähnlicher  weise  hat  man 
Parzival  und  Gawan  mit  den  ßguren  Neidharts  im  fastnachtsspiel  zu- 
sammengebracht (Keller  nr.  53J.  unser  spielmann  war  nicht  sehr 
bewandert  in  den  Artusromanen,  er  kannte  nur  das  allbekannte ,  die 
namen  Parzival  und  Gawan:  den  dritten  Gull em an  scheint  er  selbst 
erfunden  zu  haben,  oder  liegt  Walewan  zum  gründe,  also  ein  doppel- 
gänger  Gawans?  über  die  formen  des  namens  s.  Lachmann  zu  Iwein 
73.  so  erscheint  auch  im  Gauriel  von  Muntavel  (German.  6,395j  und 
bei  Frauenlob  248,5  Walbän  neben  Gäwein. 

Über  den  helden  unserer  abenteure  kann  wohl  kein  zweifei  ob- 
walten, wenn  die  hs.  ihn  wiederholt  Anteloi  nennt,  so  stellt  sie  gewis 
nur  eine  ursprüngliche  idenlität  wieder  her,  welche  durch  den  geringen 
unterschied  zwischen  den  formen  Anteloi  und  Antelan  nicht  zu  ver- 


ANTELAN.  149 

wischen  war.  zugleich  gewährt  unsere  Überlieferung  damit  ein  zeugnis 
für  das  fortleben  des  zwerges  Anteloi  auch  neben  Antelan. 

Die  form  Aiitelois  (:  gewis)  bei  Ulrich  von  Eschenbach,  Wacker- 
nagel Basl.  hss.  s.  29''  weist  mit  ihrem  nominativ-s  auf  eine  franzö- 
sische quelle.  Ulrich  dichtete  zwischen  1278  und  1284,  um  dieselbe 
zeit  spielt  auch  der  Unverzagte  auf  den  schwank  an  {Haupt  zs.  5,424) 
und  das  mitteldeutsche  gedieht  das  ihn  eigens  behandelt  {altd.  bl. 
1,250)  mag  etwa  in  den  sechziger  jähren  nach  der  quelle,  welche 
Ulrich  vorlag,  bearbeitet  sein,  das  grundmotiv  ist  dasselbe  loie  in  un- 
serm  gedickt:  ein  zwergkönig  der  sich  unsichtbar  machen  kann  iind 
es  mit  den  höflingen  dort  Alexanders,  hier  könig  Artus  aufnimmt, 
dort  ist  er  nach  z.  125  König  czu  pryfse  Poraosaiie,  hier  von  Schotten. 
wer  ihn  nach  Schottland  versetzte,  dem  war  ohne  zwei  fei  Tirol  und 
Fridebrant  bekannt,  sO  dafs  man  wohl  am  ehesten  einen  mitteldeut- 
schen spielmann  für  den  ersten  urheber  der  erdichtung  halten  darf, 
und  noch  der  vorliegende  text  hat  vielleicht  in  derselben  gegend  seine 
gestalt  bekommen,  wenn  anders  auf  den  reim  grefen :  gleven  3,2 
gegenüber  grof :  hof  29,2  etwas  zu  geben  ist. 

Wien,  24.  merz  1870.  W.  SCHERER. 


SEGEN  WIDER  MOLKENZAUBER. 

Auf  dem  rathhause  zu  Oldenburg ,  in  der  registratur  des  magi- 
strats,  befand  sich  noch  vor  etwa  zwatizig  jähren  ein  blatt  papier, 
welches  mit  der  Jahreszahl  1553  an  der  spitze  die  nachstehenden 
formein  in  alter  schrift  enthielt,  damals  wurde  von  kundiger  hand 
eine  abschrift  genommen,  die  ich  hier  wiedergebe,  da  sich  das  original 
trotz  alles  suchens  nicht  mehr  hat  auffinden  lafsen.  es  waren  die 
einzelnen  formein  unabgetheilt  alle  wie  ein  einziges  ganzes  hinter 
eitiander  geschrieben,  ich  habe  sie  der  deutlichkeit  wegen  von  ein- 
ander getrennt,  und  die  fehlende  interpunktion  hinzugefügt. 

Oldenburg  im  September  1869. 

W.  LEVERKUS. 


150  SEGE^  WIDER  iMOLlvE>ZAUßER. 


Ick  Tege')  dy  Moliken  In  dem  Namen  des  Vaders  t  vnde  des 
fzones  t  vnde  des  liilgeu  geiltes  f.  Ick  Szege  dy  moliken  myt  der 
ebbe  mit  der  vloet,  vnde  mit  dem  hilgen  Crutze  dar  godt  an  ftundt^), 
myt  dage  vnde  myt  der  nacht,  vnde  myt  der  hilligen  Crafft,  vnde 
mit  den  dren  hylligen  Namen  f  aglatetra")  graramata  addonay, 
vnde  myt  den  veer  orden  der  werlt,  van  dem  often  van  dem 
^veflen,  van  dem  Norden  van  dem  fuden,  dat  dar  nyn  vngefcelTt  en 
fy,  Rouer  noch  touer,  en*)  mach  van  ghenen  anderen  vnhuren 
luden  bauen  der  erden  noch  vnder  der  erden,  f 

Ick  Szege  dy  moliken  mit  den  hilligen  vilT  wunden  vnfes  heru 
Jhefu  Clu'irt.  Dat  Molken  hebbe  fynen  rechten  Noeth'),  fyne 
rechte  frucht  van  der  koyen,  dar  dat  molken  af  ghenomen  is. 
Dat  moedt  to  gade  gaen  vnde  wedder  kamen,  allo  warliken,  alle 
vulse  leue  her  jhefus  criftus  heft  entfangen  de  hillige  dope  in  dem 
waren  godes  Namen  amen,  f 

Ick  befwere  di,  du  quade  wilT,  du  molkentouerfche,  dat  du 
dessem  hufze  nicht  enfdiades,  an  bottere  an  kefen,  an  koygen  an 
offen,  an  pcrden  an  fcapeu,  au  Swynen  an  weten,  an  Roggen  an 
gerften ,  an  hauere  an  wycken ,  an  brouwen  ^)  noch  in  ghenichen 
anderen  ftucken,  dar  man  dessem  hufe  mede  fchaden  mach.  Dat 
vorbede  ick  dy,  du  quade  will,  f  by  Tunte  Peter,  j  by  Tunte 
pawel,  t  by  den  veer  ewangeliTten .  vnde  by  den  tuolfl'  apoftelen 
vnde  by  allen  godes  hilligeu.  dath  du  dessen  huTze  nicht  enTchadest. 

^)  segen  für  segenen  und  segefür  scgene.    Reineke  J'os  v.  270S. 
*)  vielmehr  ftoet  (=  stot)  und  iceiterhin  statt  craft  eraeht. 
3)  statt  agia  tetra-.    nihd.  wb.  3,33". 

*)  vielleicht  ist  in  der  abschrift  vor  diesem  icort  eine  zeile  ausgefallen. 
*)  1.  nucth,  utilitas.    brem.  wb.  3,249/^-. 

*)  brouwe  so  viel  als  auf  einmal  gebraut  wird,  brem.  ivb.  1.145.  d.  wb. 
2,313.  ein  frommes  lied ,  U'clches  sich  in  einer  Oldenburger  hdschr.  aus  dem 
anfange  des  16.jhs.  befindet,  enthält  folgende  stelle: 

We  den  vruwen  swartcr  werde, 

De  DU  bruwen  imder  der  erde, 

Vnde  dat  ber  vorineDgeu! 

Valsche  dade  wert  vorläget. 

Godes  gnade,  de  vns  draget 

Van  allen  bösen  dwengen. 


SEGEN  WIDER  MOLKENZAUßER.  151 

Dat  vorbodfi  ick  di,  du  ([iiad(^  will",  l)y  ücn  ncfjfcii  dogoden  der  mil- 
dicheit  godcs  viide  by  vnfcn  hcrn  Jhcfu  Chrift,  vndc  ock  by  den 
aJlcrhilligeftcn  Namen  de  godt  geven  werdt,  als  Jhefus  Ciiflus  Sal- 
vator,  dat  du  dcsscm  liufze  nicbt  eufchadest.  Dat  vorbede  ick  dy, 
du  quade  wiff,  by  den  baren  vnde  houede  vnfzes  hcrcn  jbefu  crifti, 
du  fyst  will  ofl'tc  man,  du  fyst  we  du  bift.  f 

We  desse  Wordt  befft')  in  fynem  bufze,  den  mach  nymers 
Neyn  molkentouerfche  nencn  Schaden  dhoen  an  jeniger  bände 
dingen. 

t  Sunte  Peter  floppe  dynen  mundl,  f  funte  Jobannes  floppe 
dine  oren,  f  funte  Jürgen  l)ynde  dyne  bände,  f  funte  Maria  bind«; 
dine  Voele,  fo  dat  du  dcssem  bufze  nicht  fchades,  Dat  vorbede  ick 
dinen  dermen  vnde  alle  dynen  lethmathen,  hitken  vnde  groth.  Dat 
fy  war  in  godes  JNamcn  Amen. 

Dat  fchal  men  alle  Jliarc  nyes  lefen  aver  dat  molken  in  dem 

bufze,  vnde  lefze  desse  vill  fabnen  f  Judica  mc  domine  f f 

Excipc  me  domine  f  Deus  laudem  meam  f  Qui  vult  falvus  effe. 
t  Jhefus  maria  anna  f  hicas  f  marcus  f  niatheus  f  Johannes. 


ÜBER  DIE  ABFASSUNG  SZEIT  DER  BEIDEN 

DEUTSCHEN  GEDICHTE  VON 

HERZOG  ERNST. 


I. 

Das  gedieht  von  herzog  Ernst,  das  v.  d.  Ilagen  in  den  deut- 
schen ged.  des  mittelalters  1808  abdruckte  und  das  wir  wie  Bartsch 
mit  D  bezeichnen,  wurde  von  Docen  im  deutschen  niuseum  2,254 
dem  Koberstein  folgte,  in  die  zeit  von  1230 — 80  gesetzt;  von  Gö- 
deke  grundr.  1,74  und  ebenso  von  Bartsch  vorrede  s.  LVII.  um 
1300.  dafs  der  dichter  vieles  aus  Wolfram  entlehnt,  hatte  Haupt 
zs.  7,260  gezeigt  und  mit  einigen  beispielen  die  sich  sehr  leicht 
vermehren  lafscn  belegt.    Bartsch  a.  a.  o.  beruft  sich  für  die  zeit 


')  geschrieben  um  den  segen  Alle  jliare  uycs  zu  lesen  oder  lesen  zu  lafsen, 
nach  dem  schlu/sabsats. 


152  ÜBER  DIE  ABFASSUNGSZEIT  DER  BEIDEN 

des  dichlers  besonders  auf  die  reiiiifreih eilen,  die  indessen  wie 
unten  gezeigt  werden  soll,  kaum  ein  ganz  sicheres  urtheil  über  die 
zeit  erlauben,  ich  will  hier  einen  historischen  nachweis  geben 
durch  den  sich  die  zeit  von  D  genauer  wird  bestimmen  lafsen. 

Bekanntlich  erzählt  D  das  letzte  abenteuer  das  Ernst  vor  seiner 
anliunft  in  Jerusalem  besteht  viel  ausführlicher  als  alle  andern  dar- 
stellungen.  in  B  (d.  i.  das  von  Bartsch  1869  zuerst  herausgegebene 
gedieht)  5333  bis  5666  ist  die  erzählung  zwar  breit  ausgefülni,  der 
Inhalt  aber  dürftig,  kaufleute  aus  Morlande  werden  in  das  land 
Arimaspi  verschlagen;  von  ihnen  erfährt  Ernst  dafs  der  könig  von 
Babylon  dem  könige  von  Mörland  viel  schaden  thut  und  ihn  vom 
christenthum  abwendig  machen  will.  Ernst  bittet  sie,  ihm  nach 
Jerusalem  zu  helfen  und  will  ihnen  gegen  die  beiden  beistehen, 
sie  fahren  heimlich  ab  und  kommen  nach  Mörland  wo  der  könig 
Ernsten  ehrenvoll  empfängt,  in  der  schlacht  werden  die  beiden 
besiegt,  der  könig  von  Babylon  von  Ernst  verwundet  und  gefangen, 
als  er  wieder  geheilt  ist,  wird  friede  geschlofsen.  Ernst  denkt  jetzt 
an  seine  fahrt  nach  Jerusalem ,  wird  vom  mohrenkönig  reich  be- 
schenkt und  dem  könig  von  Babylon  empfohlen ,  mit  dem  er  nach 
Alexandria  ')  zieht,  nach  einem  monat  wird  Ernst  von  dem  könige 
beschenkt  und  nach  Jerusalem  geleitet. 

In  der  lateinischen  prosa  (C),  die  im  deutschen  Volksbuch  (F) 
übersetzt  ist,  wird  die  besiegung  des  königs  von  Babylon  mit  wenig 
abvveichung  von  B  erzählt,  s.  Bartsch  s.  LIII.  hier  sind  es  Manri 
de  ulteriori  India  C  zs.  7,233,  27,  die  IMoren  von  der  verren  India 
V  280,5  die  den  herzog  von  den  Arimaspen  in  ihr  land  führen. 

')  Haupt  7,282  bemerkt  dafs  nur  in  B  Alexandria  genannt  wird,  sonst 
Babylon,    unter  Babylon  ist  aber  das  ägyptische  zu  verstehen,  das  deutlich 
von  dein  chaldäischen  geschieden  wird  in  der  geographie  des  nia.  (Zingcrle  in 
den  sitzungsber.  der  phil.-hist.  klasse  der  Wiener  akad.  1865,  bd.  50,  371  f.) 
V,  734  f.  in  der  lantinarke  zil  ei/i/ialp  ist  in  daz  lant  gesät  Babilonje,   ein 
houbetstat,  nild  diu  Babilonjd,  diu  da  lit  in  Naldcm,  von  der  ich  vor  hdn  geseit, 
nur  Odo  weist  klar  auf  das  asiatische   Babylon  hin   371''  ecee  Semiranrina 
(1.  Sennramiain)  Persas  conducit  ad  urbem  nona  dies  und  372" 
Dux patrum  veterana  videns  insignia  longis 
Errat  porticibus,  circtim  nimis  inclyta  regum 
Gesta  legens,  tua  praecipue,  cid  maxima,  magne, 
Non  satis  orbis  erat  triplicis  mensura  potestas 
Ecce  deis  quanta  estfatis  licentia  tanta: 
Extinxit  tnentem  parva  brevis  liora  veneno. 


DEUTSCHEN  GEDICHTE  VON  HEUZOG  ERNST.        153 

(lals  der  vcifafser  AoÜiiopeii  versieht,  zeigen  seine  eigenen  worle: 
er  nennt  sie  sowohl /«<// 234,14.  vgl.  238,29.  33  als  auch  Äelhi- 
opes  234,23.  25.  auch  die  vorhin  angeführte  geographie  des  nia. 
setzt  die  Macrobier  v.  233  in  die  andern  Indid '). 

Auch  Odos  lateinisches  gedieht  (E)^)  bietet,  abgesehen  von 
einiger  mythologischen  und  geographischen  gelehrsamkeit,  wenig 
ahweichungen  in  der  erzähliing;  s.  v.  d.  Hagens  einl.  s.  XV.  Odo 
nennt  den  beiden  rex  Persarum  oder  Chaldaeornm,  auch  seinen 
namen  Amenor  37 P.  seine  gegner  heifsen  Mauri  oder  Aethiopes, 
sie  sagen  zu  Ernst  368' 

Christi  de  virgine  nati 
Nos  servi  sumus  et  nohis  est  Uhia  tellus, 
Quam  Meroen  {Mercen  im  druck)  dixere  senes, 
woraus  Ernst  ihre  Wohnsitze  gleich  weifs: 

Dax  cito  foecnndum  divolvens  pectus  eandem 
In  Nili  exortu  terram  reminiscitur,  nmbras 
Niimquam  flectentem,  veluti  vicina  Syene 
In  qnam  stans  Phoehus  directus  proiicit  ignes. 
er  fährt  mit  ihnen  und  als  sie  landen,  369'' 

Urbs  fuit  a  laeva,  Pharori  dixere,  sub  illa 
Rex  terrae  Melchns  facturns  pascha  sereno 
Instruxit  festum  cnltu  proceresque  vocavit. 
wie  Odo  zu  dem  namen  Ubia  für  Meroe  kommt,  wenn  es  nicht  ve*'- 
schrieben  ist  für  Nubia,   weifs  ich  nicht:  es  finden  sich  bei  ihm 
wohl  auch  andere  geographische  willkürlichkeiten,  wie  die  vorhin 
erwähnte  Versetzung  des  ägyptischen  Babylons  nach  Asien  die  er 
vielleicht  vornahm  weil  ihm  das  persische  Babylon  durch  seine  klas- 
sische bildung  bekannter  war. 

In  der  ausführlichen  darstellung  von  D  4337 — 5090  zeigt  sich 
viel  eigenthümliches,  während  der  dichter  sich  sonst  nur  unerheb- 

')  dal's  auch  drei  Indieu  angeuoinmea  werden,  zeigt  mir  dr.  E.  Steinmej  er 
in  Grieshabers  deutschen  Sprachdenkmalen  1842,  s.  35  di  wisen  Herren  —  di 
saginl  uns  daz.  den  dri  indie  sin.  al  toenent  di  tute  daz  nit  wan  eine  si.  di 
erste  india  ist  gegen  inorlande.  di  andir  gegen  medis.  vnde  palris  (1,  partis). 
di  dritte  ist  an  der  loej'lt  ende,  cinlialb  get  si  das  vinsternisse  an.  ander  site 
daz  Wide  mer. 

*)  die  zeit  des  erzbischofs  Albrecht  I.  von  Magdeburg,  dem  Odos  gedieht 
gewidmet  ist,  bestimmt  Bartsch  s.  LXV  nach  zschr.  7,265  auf  1206— 33;  er 
regierte  aber  von  1205  bis  zum  15.  oct.  1232,  s.  v.  Mülverstedt,  Magdeb.  ge- 
schichtsblätter  1867.  2,  1,72. 


154  ÜBER  DIE  ABFASSUNGSZEIT  DER  BEIDEN 

liehe  abweichungen  von  den  übrigen  fafsungen  erlaubt,  s.  Bartsch 
s.  LXI.  im  einzehien  folgt  der  dichter  von  D  hier  wie  überall  skla- 
visch seinem  vorbilde  Wolfram;  dafs  er  sich  bei  diesem  kämpf 
gegen  die  beiden  gerade  an  den  Willehalm  hält,  ist  leicht  begreiflich, 
für  Ernsts  riesen  entlehnt  er  züge  von  Rennewart,  die  beiden  sind 
wie  bei  Wolfram  von  ihren  gehebten  in  den  kämpf  gesandt  4676. 
4707.  4768.  4798.  Bartsch  möchte  s.  LXIV  die  ganze  darstellung 
dieser  episode  auf  nachahmung  Wolframs  zurückführen,  sogar  die 
fürsten  von  Damasc  und  Hälap  sollen  ihre  existenz  der  einmaligen 
erwähnung  dieser  namen  im  Parz.  15,19  verdanken:  das  verbieten 
aber  die  nachweislichen  historischen  beziehungen  die  der  dichter 
in  seine  darstellung  verwebt. 

Die  kaufleute  die  den  herzog  aus  dem  lande  der  Arimaspen 
führen  heifsen  wie  in  den  andern  tafsungen  mören  4357.  4408. 
4457,  die  swarzen  man  4449,  die  swarzen  konfman  4524;  das  land 
aber  in  das  sie  ihn  bringen  sollen  (nicht  ihre  heimat,  wie  in  BCE) 
heifst  Ubiän  oder  Ubiäne  von  der  gleichnamigen  residenz  des  kö- 
nigs  4550  f. 

dö  zugen  sie  gegen  einer  stat 

diu  grözer  rkhheite  phlac. 

dar  obe  ein  hns  gebüwet  lac, 

grözer  kost  niht  dne: 

daz  hiez  Ubidne. 

dar  nf  so  was  des  lanäes  wirf. 
Ubia  ist  Armenien,  das  auch  in  Ludwigs  kreuzfahrt  so  genannt 
wird :  uns  kumet  noch  der  prinze  von  Anthioch  und  künic  Lews  der 
manUche,  von  Ubid  der  lobeliche  604  f.  künec  Leo  von  Ubiä  8154. 
der  herausgeber  ist  zwar  im  geogr.  register  unsicher  über  den 
namen,  aber  Leo  von  Armenien  ist  in  der  geschichte  der  kreuzzüge 
bekannt  genug,  und  Wilken  der  in  der  beilage  zum  vierten  bände 
einen  auszug  des  gedichtes  gibt,  hat  s.  17  schon  das  richtige. 

Als  Ernst  nach  zweimonatlicher  fahrt  nach  Ubia  kommt,  klagt 
ihm  der  könig  4614  f. 

wie  er  verladen  wcere 

von  dem  künege  von  Babilö 

und  von  dem  voit  von  Damascö 

und  von  dem  fürsten  üz  Hdlap; 

wie  die  slriten  umb  daz  grap 

und  mit  gwalt  in  wolden  twingen, 


DEUTSCHEN  GEDICHTE  VON  HERZOG  ERNST.        155 

von  kristen  glouben  bringen, 

und  (laz  si  in  kurzer  zH 

mit  im  haben  wolden  str'it. 
Ernst  verspricht  seinen  beistand;  in  der  Schlacht  siegen  die 
chi'isten  und  machen  grofse  beute,  Ernst  und  Wetzel  nehmen  die 
fürsten  von  Babylon,  Damascus  und  Halap  gefangen  4871  f.  nach 
zwölf  Wochen  will  sich  der  gefangene  könig  lösen  mit  seinen  leuten; 
durch  Erustens  vermittelung  wird  friede  geschlofsen:  der  könig 
soll  denen  von  Ubia  helfen  ob  ez  also  ergienge  daz  sie  slrites  not 
bevienge  von  dem  andern  teil  der  heidenschaft  4965.  ferner  müfsen 
die  beiden  geisein  geben  daz  sie  bi  des  küneges  zHe  gegen  der  kristen- 
heit  ze  strUe,  noch  ir  ze  schaden  solden  komen  4977;  ouch  het  ez 
Ernst  also  geschaft,  swä  die  kristen  gleites  bitten,  daz  siz  dne  miete 
taten  4986. 

Wenn  in  BC  der  könig  von  Babylon  als  gegner  der  afrikanischen 
Christen  darum  erscheint,  weil  die  ägyptischen  sultane  die  bestän- 
digen Widersacher  der  Christen  in  Palästina  waren ,  so  ist  hier  die 
geschichtliche  beziehung  noch  deutlicher,  die  fürsten  von  Da- 
mascus und  Halap  werden  4615.  4699.  4810  genannt,  aber  nicht 
bei  dem  friedensschlufse;  sie  heifsen  auch  nicht  könig  wie  der  von 
Babylon,  für  dessen  vasallen  man  sie  halten  mufs.  in  Halap  und 
in  Damascus  finden  wir  wie  auch  in  Hamah  und  Emessa  muham- 
medanische  fürsten  die  seit  dem  sultan  Kamel  unter  ägyptischer 
hoheit  standen,  als  1260  Halap  und  viele  andere  städte  von  den 
Mongolen  erobert  wurden ,  Damascus  und  Hamah  sich  ihnen  ohne 
widerstand  unterwarfen,  flohen  diese  muhammedanischen  fürsten 
nach  Ägypten  zu  Kotus,  Wilken  7,411.  der  von  Damascus  wurde 
unterwegs  an  die  Mongolen  verrathen  und  von  Hulaku  getödtet. 
nachdem  Hulakus  feldherr  Kethboga  noch  in  demselben  jähre  von 
Kotus  geschlagen  war,  wurden  die  ägyptischen  Statthalter  in  den 
syrischen  Städten  wieder  eingesetzt,  nach  Kotus  ermordung  wurde 
Bibars  sultan  der  sowohl  mit  den  Christen  in  Palästina  als  auch 
mit  den  königen  von  Armenien  wiederholt  krieg  führte,  er  schickte 
1265  und  1266  seine  beere  nach  Armenien  (im  j.  1266  war  der 
fürst  von  Hamah  der  anführer,  Wilken  7,493),  1277  zog  er  selbst 
dorthin  und  verwüstete  das  land,  während  Leo  sich  in  die  gebirge 
zurückzog,  Wilken  7,617.  über  den  weiteren  verlauf  des  krieges 
berichtet  Vahram ,  chronique  du  royaume  Armenien  de  la  Cilicie  ä 
l'epoque  des  croisades ,  traduite  sur  Toriginal  armenien  par  Sahag 


156  ÜBER  DIE  ABFASSUNGSZEIT  DER  BEIDEN 

Bedrosian,  Paris  1864  s.  22  ayant  pille  et  saccage  notre  pays,  le 
sultan  se  retira  avec  son  armee  et  Leon  les  poursiiivit,  les  vainquit 
et  revint  joyeux  dans  son  royaume  avec  un  grand  butin.  Le  sultan 
d'Egypte  fit  proposer  ä  Leon,  par  un  message,  la  paix  et  son  aniitie. 
—  Bibars  starb  schon  1277;  sein  söhn  wurde  vonKalavun  getödtet, 
der  aucli  den  gegensultan  Malek  ai  Kamel  von  Damascus  überwand 
und  so  alleinherscher  war.  unter  ihm  wurden  die  kämpfe  gegen 
die  syrischen  und  armenischen  Christen  fortgesetzt;  Leo  von  Ar- 
menien muste  1285  einen  sehr  demüthigenden  frieden  schHefsen, 
dessen  Wortlaut  Langlois,  le  tresor  des  chartes  d'Armenie,  Venise 
1863,  s.  217  gibt. 

Auf  den  krieg  von  1277  glaube  ich,  deutet  Ernst  D.  man  wird 
nicht  dagegen  einwenden  dürfen  dafs  die  gefangennähme  des  hei- 
denkönigs  der  geschichte  widerspreche:  sie  stand  in  der  vorläge 
des  dichters.  für  die  theilnahme  der  fürsten  von  Damascus  und 
Ilalap  gerade  an  diesem  kriegszuge  habe  ich  kein  bestimmtes 
Zeugnis  gefunden ,  man  wird  sie  aber  auch  ohne  ein  solches  vor- 
aussetzen dürfen  nach  den  vorhin  dargelegten  Verhältnissen,  man 
würde  also  das  gedieht  in  die  zeit  zwischen  1277  und  1285  setzen. 
ZU  dieser  Zeitbestimmung  passen  noch  manche  einzelheiten ;  doch 
ehe  wir  diese  besprechen,  ist  die  erzählung  von  dem  friedens- 
schlufse  an  noch  weiter  zu  führen. 

Der  Babylonier  bittet  Ernst  dafs  er  mit  in  sein  land  ziehe,  und 
bietet  ihm,  da  der  herzog  nach  Jerusalem  will,  sein  geleit  dorthin 
an.  sie  ziehen  von  Ubia  nach  Babylon  wo  sie  herlich  empfangen 
werden,  nach  zwei  monaten  wird  Ernst  vom  könig  beschenkt  und 
kommt  von  vier  fürsten  geleitet  nach  Jerusalem,  hier  schenkt  er 
einen  theil  seiner  wunder  dem  probste  der  tempelherren  5097  und 
kämpft  tapfer  gegen  die  beiden:  üf  der  templeise  marke  hat  er  fride 
gemachet  5112. 

Hier  stimmt  der  besuch  bei  dem  besiegten  könig  und  das  ge- 
leit nach  Jerusalem  mit  den  anderen  fafsungen,  die  zu  verlafsen 
der  umweg  von  Cilicien  über  Ägypten  nach  Jerusalem  den  dichter 
nicht  bestimmen  konnte,  dafs  die  tempelherren  so  hervorgehoben 
werden  (in  C  242,37  klagen  sie  nur  über  die  Verwüstungen  der 
beiden,  in  B  5684  wird  nur  erzählt  dafs  Ernst  den  tempel  und  die 
andern  heiligen  orte  beschenkt),  weist  auf  die  letzte  zeit  der  christ- 
lichen herschaft  in  Palästina,    noch  mehr  das  folgende,    als  Ernst 


DEUTSCHEN  GEDICHTE  VON  IIEnZOG  ERNST.        157 

von  den  mohrischen  kaufleuten  hört  dafs  sie  nach  Jerusalem  mit 
ihrer  wäre  wollen,  fragt  er  sie  4387 

'muget  ir  dne  vdr 
frideliclien  komen  darT 
si  sprachen  daz  si  müesten  geben 
geleite,  und  daz  si  ir  leben 
ofte  müesten  wägen. 
sie  erzählen  ihm  dann  dafs  der  könig  von  Babylon,  an  macht  über- 
legen 4414,  wiederholt  mit  dem  könig  von  Ubia  krieg  führt,  4400. 
4421,  und  fahren  fort  4427 

ze  dirre  zU  si  fride  hdn. 

er  sprach  'haldent  si  den  vastV 

'ja  si,  herre,  sprach  der  gast, 

'swenn  si  den  fride  gesprechetit, 

über  al  {ober  ein  druck)  si  des  niht  brechent? 
die  Armenier  wie  die  Christen  in  Palästina  musten  in  der  zweiten 
hälfte  des  13.  Jahrhunderts  oft  vertrage  mit  den  Muhammedanern 
schliefsen,  die  sie  so  schlecht  hielten  dafs  die  beinahe  mistrauische 
frage  des  herzogs  berechtigt  ist.  die  Übermacht  der  Saracenen  er- 
gibt sich  auch  aus  der  oben  angeführten  friedensbedingung:  sie 
sollen  die  Christen  umsonst  geleiten,  die  andern  beiden  gegen  die 
sie  denen  von  Ubia  beistehen  sollen,  werden  die  Seldschuken  sein 
die  nördlich  von  Cilicien  herschten;  an  die  Mongolen  darf  man 
nicht  denken,  da  diese  mit  den  Armeniern  stets  im  besten  einver- 
nehmen standen  und  sie  oft  gegen  die  Saracenen  unterstützten. 

Dafs  Jerusalem  in  den  bänden  der  Christen  ist,  widerspricht 
allerdings  der  für  D  angenommenen  zeit:  aber  dies  erklärt  sich 
ebenso  wie  oben  die  gefangennähme  des  heidnischen  königs  aus 
der  vorläge  die  der  dichter  gerade  an  diesem  Wendepunkt  der  fabel 
gar  nicht  verlafsen  konnte. 


11. 


Bartsch  setzt  s.  XXXVI  das  gedieht  B  um  das  jähr  1190  und 
führt  als  beweis  dafür  s.  XXXIII  einzelne  ausdrücke  des  gedichtes 
sowie  die  reime  an.  wir  müfsen  aber  seinen  beweis  in  beiden 
punkten  für  hinfällig  halten,    betrachten  wir  zunächst  der  reihe 


158  ÜBER  DIE  ABFASSUNGSZETT  DEB  BEIDEN 

nach  was  er  s.  XXXIII  und  in  den  anm.  als  dem  12.  und  nicht 
dem  13.  Jahrhundert  zugehörig  aufzählt,  magen  das  in  B.  fünfmal 
steht  kommt  im  13.  jahrh.  vor  in  der  kindh.  Jesu  78,59  und  in 
der  urst.  110,67  und  im  Lanz.  112.  1241  der  doch  wenig  vor  1200 
zu  setzen  ist,  vielleicht  nach  1200.  gerehten,  nur  einmal  in  B,  ist 
allerdings  in  gedichten  des  12.  jahrh.  häufig  gebraucht,  aber  im 
mhd.  wb.  2,  1,  618  wird  es  auch  aus  S.  Helbling  nachgewiesen. 
dietdegen  steht  auch  im  Lanz.  2934  und  in  Dietrich  und  Wen.  altd. 
bl.  1,339.  über  künneschaft  s.  mhd.  wb.  l,912Mmd  Wolfr.  Wb. 
41,18.  armnote  als  n.  soll  sich  hauptsächlich  nur  im  12.  jahrh. 
finden,  sagt  Bartsch  zu  B  1884  und  verweist  auf  das  mhd.  wb. 
1,58:  aber  dort  stehen  nur  drei  beispiele  aus  dem  12.  jahrh.,  bei 
weitem  mehr  aus  dem  13.  und  zwar  aus  dem  ende  desselben;  noch 
mehr  nachweise  hat  Lexers  handwb.  1,95.  —  das  schwache  gehen 
soll  nach  Bartsch  zu  255  fast  nur  noch  im  12.  jahrh.  vorkommen; 
dafs  es  auch  im  13.  jahrh.  gebraucht  wird,  zeigen  aufser  den  im 
mhd.  wb.  1,508  gegebenen  stellen  Lanz.  5724.  altd.  beisp.  (zschr. 
7)  4,  41.    Dietr.  flucht  5932.  j.  Tit.  883,2. 

Mit  befserem  rechte  wird  sich  von  der  spräche  von  B  zeigen 
lafsen  dafs  der  dichter  unter  dem  einflufs  der  höfischen  poesie  stehl. 
darauf  führt  gleich  beim  ersten  lesen  die  art  der  darstellung  die  im 
ganzen  glatt  und  gewandt  ist,  an  vielen  orten  sehr  wortreich  und 
unbequem  breit  wird,  so  z.  b.  die  rede  des  kaisers  1357—88  oder 
1132—39 

swaz  er  wider  iuch  getan  hat, 

daz  xoellen  wir  im  helfen  Miezen, 

imz  wir  iwern  utimnot  wol  gesüezen 

und  iwern  zorn  gestillen, 

gar  ndcli  iwerm  icillen 

iwer  herzeleit  verkeren 

wol  nach  des  riches  eren, 

nach  urteile  und  iur  selbes  kür. 


oder  2906—1 1 


da  genas  dö  menian  inne 
wan  des  küneges  tohter  von  Indid. 
diu  behielt  daz  leben  al  eine  dd 
(der  andern  einez  niht  genas, 
swaz  ir  in  dem  schiffe  was) 
durch  die  schcßne  an  ir  Übe. 


DEUTSCHEN  GEDICHTE  VON  HEHZOG  ERNST.        159 

unerträglich  sind  stellen  wie  322—325 

einn  fürslen  der  im  dar  zuo  tohte 

er  mit  dem  hrieve  sande 

gen  Beiern  zuo  dem  lande, 

der  im  ze  boten  lool  gezam. 
oder  3282  f. 

sie  vernimt  ir  spräche  niht, 

sie  kau  ir  spräche  niht  verstdn. 
unbeholfene  constructionen,  die  sich  öfters  finden,  mögen  zuweilen 
auf  rechnung  der  schlechten  Überlieferung  kommen;  doch  war  der 
dichter  nicht  sonderlich  geschickt,  ganz  im  tone  der  Schilderungen 
bei  höfischen  dichtem  ist  die  beschreibung  der  bürg  in  Grippia 
2557 — 2644  gehalten,  aus  der  einzelnes  hernach  zu  erwähnen 
sein  wird. 

Bei  der  frage  ob  der  dichter  von  B  ganze  verse  aus  höfischen 
gedichten  in  sein  werk  hinübergenommen  habe,  ist  es  klar  dafs  auf 
die  Übereinstimmung  von  wenig  charakteristischen  versen  kein  ge- 
wicht zu  legen  ist;  vgl,  deutsches  heldenbuch  1866  1,  XIII.  es  hat 
also  nichts  auf  sich  wenn  z.  b.  Ernst  B  1221  des  loeiz  got  wol  die 
wdrheit  =  Bit.  11925  ist,  oder  B  2525  ez  ge  ze  schaden  oder  ze 
fromen  =  Parz.  157,2  =  263,8  und  fast  =  Bit.  10339  wo  erge 
steht,  oder  B  1313  daz  dir  got  gebe  leit  fast  gleich  Bit.  10622  (im 
statt  dir),  ich  würde  dies  kaum  erwähnen,  wenn  nicht  zuweilen 
auf  solche  zufällige  Übereinstimmungen  zu  viel  werth  gelegt  würde, 
wie  z.  b.  Bartsch  s.  LVI  ein  par  solcher  häufig  vorkommenden 
verse  aus  Ernst  D  anführt,  allerdings  mit  dem  bemerken  die  Über- 
einstimmung sei  wohl  nur  zufällig.  Bartsch  führt  zwei  stellen  des 
Ivvein  an:  aber  die  ähnhchkeit  des  gedankeus  in  B  11.  12  und 
Iw.  2485  f.  (Bartsch  s.  126)  ist  eine  zu  entfernte,  und  auch  das 
bild  B  5217  f.  unde  vielen  von  ir  swcere  als  ein  boum  [dd]  gevallen 
woere  (Bartsch  s.  179)  braucht  nicht  aus  Iwein  5073  f.  entlehnt 
zu  sein,  sondern  wird  sich  öfter  von  fallenden  riesen  finden,  wie 
es  ja  gleich  Odos  in  der  anm.  citierte  worte  zeigen,  so  wird  auch 
B  1125  daz  er  dne  schulde  mangelt  iuwerr  hulde  nicht  aus  Iwein 
5469  mhier  frouwen  hulde,  der  mangel  ich  an  schulde  entlehnt  sein. 
—  anders  verhält  es  sich  mit  zwei  stellen  des  Parzival:  diese  hat 
der  dichter  von  B  nachgeahmt.  Bartsch  führt  zu  2597  sie  glasten 
als  ein  glüendiu  gluot  Parz.  81,22  er  gleste  als  ein  glüendic  (ghionde 
Ggg ,  glüendiu  %)  gluot  an ,  will  aber  die  entlehnung  aus  Wolfram 


160  ÜBER  DIE  ABFASSUNGSZEIT  DER  BEIDEN 

nicht  zugeben,  die  er  selbst  zu  Mel.  5240  für  drei  stellen  des 
Fleiers  annahm,  auch  in  der  Variation  Mai  41,28  die  Inhten  als  ein 
glosendin  gluot  sieht  man  die  reminiscenz  aus  Wolfram,  ferner  ist 
B  2879  noch  (doch  aj  loil  ich  iu  haz  betinten  von  den  seltsamen  Unten 
aus  Parz.  242, 1  ich  loil  iu  doch  paz  hediuten  von  disen  jdmerh(ßren 
Hüten  entlehnt,  dafs  der  dichter  von  B  Wolfram  kannte  und  nach- 
ahmte, bekunden  auch  andere  Wendungen  die  das  leicht  erkennbare 
gepräge  der  Wolframischen  manier  deutlich  zeigen,  cm  wirdekeit 
verzagt  B  12.  Parz.  122,19.  —  goldes  diu  flnot  1765.  Wolfram  hat 
oft  fluot  in  der  hedcutung  menge  von  beeren,  s.  gramm.  4,726  und 
mhd.  \vb.  3,356''.  spätes  Ursprunges  ist  die  unechte  strophe 
Walthers  36,23  du  ßüetic  ßuot  harnmnge  lügende  und  aller  güete.  — 
si  ist  aller  bürge  ein  kröne  2790  stimmt  genau  zu  Parz.  350,20 
aller  ander  bürge  ein  kröne.  — ■  diu  bnrc  stnont  gar  unervorht:  sie 
vorhte  niemannes  her  2240  f.  ist  zu  vergleichen  mit  Parz.  564,30 
für  allen  stürm  niht  ein  ber  goeb  si  (die  bürg)  ze  drizic  jdren,  op 
man  ir  wolle  vdren.  —  zwei  betten  sind  an  höher  kost  vil  unbelrogen 
2602.  ich  weifs  nicht  ob  sich  dieser  ausdruck  w  örtlich  im  Wolfram 
findet;  zu  vergleichen  ist  Parz.  668,15  dem  gezelt  was  koste  niht 
vermiten,  und  226,14  diu  bnrc  an  veste  nihl  betrogen.  Ulrich  von 
Türheim  der  im  Tristan  öfter  ^Yolfram  nachahmt,  hat  ir  lip  an 
schoene  ist  unbelrogen  510,2.  auch  im  Ernst  D  kommt  niht  betrogen 
so  vor  81.  2398  und  wird  von  Bartsch  s.  LV  als  entlehnung  aus 
Wolfram  bezeichnet,  ähnlich  sagt  übrigens  Hartmann  im  Erec  372 
saniit  —  dem  daz  golt  was  unerlogen.  —  sie  waren  des  versümet 
nieht,  sie  woern  geworht  mit  vollen  2590  f.  des  loas  sin  lip  versümet 
nieht  Parz.  167,20.  —  ir  helse  smal  unde  lanc  ir  beider  swert  vil 
wenic  miten  3628  f.  und  sit  sie  diu  not  niht  wolde  mlden  409 1  zeigen 
auch  Wolframs  art,  vgl.  Parz.  128,22.  134,30.  139,21.  29.  165,17. 
175,18  u.  ö.  —  gehabten  sich  ndch  freuden  siten  4209  vgl.  Parz. 
99,12  gehabt  iuch  an  der  freuden  vart  was  Wirnt  entlehnt  haben 
U71S  an  der  freuden  vart  208,29.  site  mit  vorangestelltem  genetiv 
ist  bei  Wolfram  sehr  beliebt,  s.  aufser  mhd.  wb.  2,  2,324  nach 
freuden  siten  Parz.  793,30.  796,30.  mit  jdmers  silen  795,1.  durch 
ellens  Site  bSd, 22.  zühle  site  gelich  167,4.  minne  site  643,8;  und 
gewis  findet  sich  noch  mehr,  in  B  steht  noch  so  ndch  koufes  site 
5345.  —  die  Wolfram  eigcnthümliche  Versicherung  für  unbelrogen 
(mhd.  wb.  3,104'')  findet  sich  wiederholt  in  B:  und  so  gar  für  un- 
belrogen was  gelobt  übr  alliu  lanl  162.    da  von  vil  herlichen  schein 


DEUTSCHEN  GEDICHTE  VON  HERZOG  ERNST.        161 

manec  edel  stein  für-  u.  3045.  dienten  im  für  u.  3540.  der  im  s6 
gar  für  u.  het  behalten  al  9in  ere  4758.  zu  vergleichen  ist  damit 
für  ungelogen^)  sagen  4123.  für  n.  wizzen  4949:  einen  beleg  dafür 
gewährt  zwar  die  Eneit  252,21  daz  saget  man  vor  ungelogen,  aber 
bei  Wolfram  ist  es  besonders  beliebt,  s.  z.  b.  Parz.  5,18.  (64,1  Ggg). 
593,10.  also  wird  man  auch  hier  entlehnung  von  B  aus  Wolfram 
annehmen;  ebenso  wohl  für  den  brief  B  352,  der  sich  sonst  auch 
auf  Veldeke  zurückführen  liefse,  s.  W.  Grimm  zu  Athis  s.  376.  — 
B  244  heifst  Ottegebe  ein  ivol  berendiu  loinrehe.  hernde  hat  Wolfram 
wohl  zuerst  öfter  so,s.  mhd.  wb.  1,139'  und  Parz.  160,24.  Tit.  96,1. 
Was  oben  allgemein  von  der  darstellung  in  B  gesagt  wurde,  dafs  sie 
höfische  Vorbilder  voraussetze,  läfst  sich  auch  von  der  spräche  zeigen, 
der  dichter  von  ß  bedient  sich  oft  solcher  Wendungen  die  erst  durch 
die  höfischen  dichter  aufnähme  oder  allgemeinere  Verbreitung  fan- 
den, manche  davon  finden  sich  auch  in  den  Nib.  und  der  Kudrun- 
aber  das  volksepos  ist  ja  auch  in  seinem  stil  nicht  frei  von  diesem 
einflufse,  wie  Lachmann  über  drei  bruchstücke  niederrh.  ged.  s.  160 
bemerkt  hat,  und  von  der  diction  des  volksepos  gilt  dasselbe,  es 
versteht  sich  von  selbst  dal's  es  nicht  leicht  ist  dies  im  einzelnen 
ohne  jeglichen  irrthum  nachzuweisen ;  aber  wenn  auch  einzelnes 
in  der  folgenden  Zusammenstellung  sich  schon  bei  älteren  dichtem 
vorfinden  solte,  so  wird  doch  das  übrige  die  kraft  des  beweises 
beanspruchen  dürfen ;  vielleicht  läfst  sich  auch  noch  anderes  nach- 
tragen, als  ausdrücke  in  B  die  bei  den  höfischen  dichtem  oft  vor- 
kommen, vorher  aber  sich  kaum  werden  nachweisen  lafsen,  betrachte 
ich  folgende:  einem  holdez  herze  tragen  B  562.  Parz.  307,10.  397,22. 
holdemoillen  tragen  B  635.  Nib.  (355,4).  1001,4.  holden  muot  tragen 
Greg.  1288.  vgl.  B  588  daz  du  dhis  holden  muotes  nimmer  entwichest 
mir.  —  ze  lobe  stdn  631.  Erec  647.  1588.  2914.  8557.  Kindh. 
88,59.  Mai  11,37  vgl.  B  42  mit  eren  lobeUchen  stuonden  alliu  siniu 
dinc.  —  mit  jdmer  überladen  1510.  mit  strite  überladen  840.  5372. 
vgl.  die  heiden  sie  dö  werten  da  von  sie  waren  überladen  3801.  über- 
laden kommt  so  öfter  im  Iwein  vor,  vgl.  büchl.  2,732  mit  stcete  üb. 
Greg.  632  von  schaden  üb.;  auch  bei  Wolfr.  swenn  überlüede  mich 
der  stiitVfh.  51,23,  und  im  Parz.  wird  sehr  oft  verladen  vom  streit 
und  vom  kummer  gebraucht;  das  mhd.  wb.  1,926''  giebt  zwar  nur 


*)  tvär  und  niht  gelogen  B  3952.    vü  ungelogen  560,  wofür  Bartsch  viel- 
leicht richtig  vorschlägt  J'ür  ungelogen,  findet  sich  auch  bei  andern  dichtem. 
Z.  f.  D.  A.  neue  folge  in.  11 


162  ÜBER  DIE  ABFASSUNGSZEIT  DER  BEIDEN 

ein  par  stellen.  —  sie  hdte  gncedeclich  entladen  got  der  starken 
sivoere  4296.  so  gröz  lasier  nnde  schaden,  des  er  sich  nimmer  künde 
entladen  1406.  vgl.  möhte  ich  mich  des  wol  entladen  1218.  daz  ich 
.  .  .miner  swcere  wurde  entladen  Hartm.  büchl.  1,128.  die  recken 
wurden  ouch  eyitladen  nmnuotes  Lanz.  1236.  —  durch  slner  zuht 
gebot  1918.  durch  ir  zühte  gebot  2502.  durch  miner  z.  g.  Parz. 
330,1.  er  loas  in  leides  geböte  Greg.  2435.  —  mich  betriege  dannün 
sm  2982.  mich  entriege  min  sin  3360  =  Iw,  3812.  mich  entriege 
{danne)  min  wdn  Ei-.  557.  Iw.  2595.  Lanz.  1222.  —  ein  michel 
herzeleit  iiberkomen  3699.  swcere  üb.  Iw.  4772.  not  üb.  Greg.  2005. 
—  daz  sin  wer  was  so  {ze  b)  kranc  3815.  iwer  wer  ist  mir  hie  ze 
kranc  Erec  3832.  mit  kranker  wer  Ecke  1 19,5.  si  wurden  kranc  an 
ir  wer  Dietr.  11.  6604.  des  starken  Dietriches  wer  wart  unmdzlichen 
kranc  Dietrich  und  Wen.  413.  vgl.  da  mite  krenket  sich  min  wer 
Parz.  286,9.  —  die  berufungen  nach  der  dveyitiure  sage  3891  und 
unstuotdiu  dventiure  bekant  4813  sind  bei  den  höllschen  dichtem 
und  ihren  nachahmern  sehr  häufig,  s.  J.  Grimm  kl.  sehr.  1,86  und 
mhd.  wb.  1,71''.  in  den  Nib.  findet  sich  als  uns  diu  dventiure  giht 
nur  in  C  2749,  und  ebenso  in  der  klage  hs.  D  nach  vers  21.  uns 
seit  diu  dventiure  kluoc  Ecke  79,4  als  uns  diu  dventiure  seil  Golde- 
mar  2,13  zeigt  wie  manches  andere  bei  Albrecht  von  Kemenaten 
höfischen  einflufs.  s.  Dllß  5,  XXIV.  XL.  —  gefügeles  also  vil,  in  solher 
mdze  zil  4962.  ir  z\iht  stuont  in  der  mdze  zil  Wig.  236,25.  vgl.  B 
4455  in  der  selben  mdze  erkant.  —  über  kurz  od  (Bartsch  und)  über 
lanc  4879  =  Erec  6295.  diu  werlt  ste  kurz  ode  lanc  Iw.  605.  — 
die  alden  mit  den  jungen  icdren  freudeii  unverhert  5273.  lobes  unv. 
Lanz.  5403.  der  unverherte  an  Übe  und  an  eren  3158.  vgl.  die  diet 
ez  freuden  herte  Parz.  493,7.  und  mich  alles  des  beherst  daz  fröude 
geheizen  mac  büchl.  1,392.  swd  ich  im  gedienen  mac,  deiswdr  des  ist 
er  unbehert  Wig.  221,7.  der  wirt  des  so  tinbehert  Krone  1109.  — 
ich  wil  michs  gen  im  begeben  b9db.  ich  habe  mich,  herze,  des  begeben 
büchl.  1,1 13.  die  . .  .  sich  schänden  begebent  2,708.  ich  hete  . . .  mich 
des  libes  begeben  Iw.  667.  —  B  1121.  1245.  2493.  2501.  2524 
begegnet  benamen,das  bekannte  lieblingswort  Hartmanns,  das  auch 
Gottfried  und  Wirnt  sehr  oft  gebrauchen,  Wolfram  ziemlich  selten, 
auch  die  stellen  im  Lanz.  4284.  4492.  5198  sowie  Ecke  114,1. 
Eracl.  4614  werden  nachahmung  Hartmanns  sein,  wenn  auch  ein- 
mal benamen  vor  Hartmann  sich  findet,  Eneit  232,26.  —  ze  ßize 
geschdchzabelt  und  gevieret  2222.    geschdzavelt  genöte  wiz  unde  röte 


DEUTSCHEN  GEDICHTE  VON  HERZOG  ERNST.        163 

wdrn  die  steine  gevierethaniz.  4107.  —  ein  samit  Vierecke  unde  blä 
2630.    ein  samit  Vierecke,  hoch  unde  wit  Parz.  563,2. 

Noch  sind  zwei  stellen  zu  erwähnen  die  zwar  keinen  zwingen- 
den beweis  gegen  Bartschens  Zeitbestimmung  von  B  Hefern,  die 
aber  zu  unserer  annähme  dafs  B  ins  13.  jahrh.  gehöre  befser  passen. 
5294  f.  heilst  es  von  Ernst  da  enphiengen  icol  den  icigant  beide  man 
undewip:  er  was  in  liep  als  der  lip.  vom  liebesverhältnis  gesagt  ist 
(liep)  sin  also  der  lip  alt,  aber  kaum  in  der  veränderten  bedeutung 
wie  es  hier  in  B  steht.  —  3S58  reimt  in  snellen  galeiden  :  leideti; 
diese  form  statt  galie  erscheint  gereimt  nur  in  zwei  interpoherten 
Strophen  der  Kudrun  galeide  :  beide  490,3  und  galeide  :  ougenweide 
(cäsur)  1073,1.  die  entsprechende  lateinische  form  galeida  belegt 
du  Gange  aus  Albertus  Aquensis,  sie  findet  sich  auch  z.  b.  in  den 
ann.  Col.  maximi  MG.  17,790.  799.  813.  833  und  in  Arnolds  chron. 
Slav.  MG.  21,179;  aber  alle  diese  stellen  geben  keinen  beweis  da- 
für dafs  diese  form  ins  12.  jahrh.  hinauf  reiche. 

Nach  dem  was  sich  uns  über  die  spräche  von  B  ergeben  hat, 
wird  das  gedieht  nicht  früher  zu  setzen  sein  als  etwa  1215  bis  1230. 
von  Wolframs  Parzival  wird  er  nicht  wie  Wirnt  nur  einzelne  bücher 
gekannt  haben,  sondern  er  hatte  wohl  das  ganze  gedieht  vor  sich. 

Aber  wie  verhält  es  sich  mit  der  metrik?  Bartsch  stellt  s. 
XXXIII  f.  die  reime  von  B  zusammen  und  findet  vieles  was  dem 
12.  Jahrhundert  angehört,  aber  man  mufs  in  dieser  beziehung  vor- 
sichtig sein,  da  die  Überlieferung  der  beiden  hss.  wie  schon  be- 
merkt sehr  schlecht  ist  und  besonders  b  an  vielen  stellen  wo  Bartsch 
nach  a  alterthümliche  reime  annimmt  nicht  nur  in  einzelnen  Wor- 
ten abweicht,  sondern  in  ganzen  Zeilen,  auch  a  enthält  wohl  mehr 
eigenes  machwerk  des  Schreibers  als  Bartsch  annimmt,  einige  male 
hat  er  den  rohen  reim  in  a  entfernt,  so  leben :  genesen  3931. 
willen -.innen  2919.  versert :  verzert  1759,  und  fast  immer  die 
von  6,  z.  b.  anm.  zu  195.  255.  2199.  2243.  2451.  4517  u.  s.  w. 
Bartsch  will  zuerst  die  reime  geben  'die  der  zeit  und  der  mundart 
des  bearbeiters  (B)  nicht  zukommen  ;  aber  er  führt  in  diesem  ab- 
schnitt erstens  selbst  manche  reime  auf,  die  er  für  bairisch-öster- 
reichisch  erklärt ,  und  in  betreff  des  bairisch-österreichischen  Ur- 
sprunges von  B  stimmt  ja  Bartsch  mit  Haupt  überein  ')•    zweitens 

')  die  durchaus  nicht  neue  Wahrnehmung  s.  XXXVI  dafs  dürnitz  auch  in 
Norddeutschland  vorkomme  als  dörns,  dörnsse  und  die  daraus  gezogene  irrige 
folgerung  dafs  deshalb  dürnitz  keinen  beweis  gähe  für  den  bairischen  Ursprung 
von  ß,  wäre  befser  weggeblieben.  1 1  * 


164  ÜBER  DIE  ABFASSUNGSZEIT  DER  BEIDEN 

sind  einem  bairischen  dichter  des  13.  Jahrhunderts  (oder  wie  Bartsch 
annimmt,  von  1190)  auch  6  statt  oe  {nöten  ^\ut.:  töten^Sl^),  a  für 
0  {du  Salt :  gewalt  385)  d  für  a'  {siodr  :  lipiar  2183)  vollkommen 
gerecht,  s.  Weinhold,  bair.  gramm.  §§  6.  54,  und  ebenso  das  partic. 
gesamenöt :  not  91. 

Die  unregelmäfsigen  reime  von  B  kommen  zum  theil  auch  in 
D  vor,  dessen  zeit  Bartsch  doch  gegen  1300  setzt:  man  mufs  sich 
wundern  dafs  er  die  Übereinstimmung  nicht  wahrgenommen  hat. 
er  fiUirt  s.  XXXIV  die  reime  gerte  ;  kerte,  loerten  :  verwerten  aus  B 
ohne  bemerkung  auf,  s.  LVIII  aber  mehrfaches  er :  er  und  lerte  : 
verte  1379  aus  D  mit  den  worten  *^alle  diese  reime  gehören  einer 
jungern  zeit  an,  am  frühesten  scheinen  sie  in  Baiern  zu  begegnen': 
s.  Weinhold  bair.  gramm.  §  48  und  nerte :  kerte  Parz.  603, 1 1 . 
werte:  erte  212,7.  kern :  ivern  693,11.  ferner  sind  s.  XXXV 
bort :  gehört  B  4121.  4273.  hörte  :  tvorten  703  angeführt,  dagegen 
s.  LVIII  aus  D  wort :  gehört  achtmal,  hörte  :  worte  535.  bekorten  : 
hörten  3489.  orte  :  gehörte  3935  mit  dem  zusatz  dafs  man  diese 
reime  auf  Mitteldeutschland  zurückführen  dürfe,  ebenso  werden 
die  vielen  rührenden  reime  aus  B  gesammelt  'die  neben  so  vielem 
andern  beweisen  dafs  der  dichter  vor  die  eigenthch  höfische  zeit 
fällt'  s.  XXXVI ,  während  es  von  dem  dichter  von  D ,  der  ebenfalls 
den  rührenden  reim  oft  hat,  s.  LX  heifst  'für  ihn  gelten  die  stren- 
gen gesetze  der  höfischen  kunst  nicht  mehr,  wie  sie  für  den  dichter 
von  B  noch  nicht  galten .  dafs  B  auslautendes  e  im  reim  abwirft, 
wird  in  der  vorrede  gar  nicht  erwähnt,  nur  in  der  anm.  zu  5759 
sind  verkürzte  dative  angeführt,  zu  1316  die  degen  :  wiegen,  die  pil- 
gerin :  sin  wozu  noch  nachzutragen  ist  der  höchgemnot :  guot  5292 ; 
vgl.  auch  verkürzte  präterita  im  verse,  anm.  zu  4571.  5558  und 
andere  apocopen  zu  5360.  dagegen  best  man  s.  LIX  'die  begin- 
nende roheit  seines  Zeitalters  zeigt  der  dichter  (von  D)  in  dem 
häufigen  abwerfen  des  e  im  reime',  wozu  man  deutsches  heldenbuch 
1866  1,  XL VII  vergleiche. 

Das  resultat,  welches  die  reime  von  B  ergeben,  ist  also  ein 
wesentlich  anderes  als  bei  Bartsch,  nur  sehr  wenige  reime  bleiben 
von  denen  man  annehmen  darf  dafs  sie  der  bearbeiter  (B)  seiner 
mundart  entgegen  aus  dem  originale  (A,  d.  i.  das  älteste  nd.  gedieht 
von  herzog  Ernst)  [beibehielt  dem  er  oft  sehr  genau  folgt,  wie 
Bartsch  s.  XXIX  f.  nachweist,  im  ganzen  aber  sind  die  reime  von 
B  durchaus  so  wie  man  sie  in  einem  kunstlosen  bairischen  gedieht 


DEUTSCHEN  GEDICHTE  VON  HERZOG  ERNST.       165 

von  12t 5 — 30  erwarten  kann,  vvie  leicht  Bartsch  alterthüniliche 
reime  in  B  annimmt ,  zeigen  auch  s.  XXXV  heiligen  :  nigen  4429. 
Erniste :  liste  5277.  reime  die  dem  ersten  entsjjrechen  hat  auch 
die  Krone  lebendigen :  unverzigen  7627  und  sehr  oft  Otacker,  z.  h. 
schuldigen  :  ligen  397''.  596°.  trnrigen  :  verzigen  471".  544''.  lei- 
digen:  versteigen  559''.  listigen  :  ligen  512''.  die  von  Bartsch  über- 
sehene Übereinstimmung  der  reime  von  D  ')  und  B,  sowie  die  ver- 
gleichung  mit  den  reimen  anderer  österreichisch-bairischer  dichter 
zeigt  dafs  im  allgemeinen  aus  reimfreiheiten  sich  mit  mehr  Sicher- 
heit auf  den  dialekt  eines  gedichtes  als  auf  seine  zeit  schliel'sen  läfst. 
Auch  aus  dem  inneren  bau  der  verse  in  B  will  Bartsch  das 
alter  des  gedichtes  beweisen,  er  macht  wiederholt  (z.  b.  zu  266. 
1933.  3342)  auf  die  längeren  verse  aufmerksam,  in  denen  sich  die 
kunst  des  12.  jahrh.  zeige,  namentlich  sollen  auch  die  verse  mit 
drei-  und  sogar  viersilbigem  auftakt  meist  aus  Ä  unverändert  auf- 
genommen sein:  zu  5175.  von  den  schweren  auftakten  die  der 
herausgeber  demzufolge  getreu  conserviert  würden  sich  manche 
leicht  beseitigen  lafsen :  so  würde  man  in  versen  wie  beide  armen 
Wide  riehen  (s.  zu  5558)  einfach  beide  streichen  und  statt  also  (so, 
ohne  circumflex,  schreibt  der  herausgeber,  s.  zu  5686)  vor  der 
ersten  hebung  lieber  als  oder  sm  schreiben,  aber  was  Bartsch  sonst 
anführt,  betonungen  wie  die  halsberge,  die  eilenden,  ddz  loch,  zu 
1637;  werltche ,  grözlkhe,  loisheit,  Wirtschaft  zu  2008 ;  unfrö',un- 
schMde  zu  4711;  die  bindung  von  dreisilbigen  klingenden  versen 
mit  viersilbigen,  (zu  3242):  alles  dies  weist  auf  entartiing  der  kunst 
hin  und  ist  wohl  nicht  dem  dichter  von  B  zuzutrauen,  sondern 
mufs  der  schlechten  überheferung  zugeschrieben  werden  die  nicht 
gestattet",  den  text  wie  er  im  ersten  drittel  des  13.  jahrh.  verfafst 
wurde  sicher  herzustellen,  stünde  die  Überlieferung  dem  echten 
näher,  so  \\Tirden  die  Senkungen  wohl  öfter  fehlen  als  es  in  dem 
texte  von  Bartsch  der  fall  ist;  und  die  verse  Avürden  sich  lesen 
lafsen  ohne  so  häufige  verschleifung ,  kürzung  und  unregelmäfsige 
betonung. 

Berlin,  im  Januar  1870.  OSKAR  JÄNICKE. 

')  Bartsch  giebt  s.  LVIl  f.  ein  nicht  ganz  vollständiges  Verzeichnis  und 
bürdet  dem  dichter  mit  dem  allerdings  nicht  viel  Staat  zu  machen  ist  einen 
rohen  reim  dz :  was  3329  mit  unrecht  auf;  es  heilst  vii  gebeirtes  sunder  ds 
aldd  in  den  kielen  was. 


166  EIN  FRAGEBUCHLEIN 


EIN  FRAGEBÜCHLEIN  AUS  DEM  NEUNTEN 
JAHRHUNDERT. 

Das  folgende  stück  findet  sich  in  einer  Münchener  sammel- 
handschrift  des  neunten  Jahrhunderts  (Chn.  19417.  einst  Tegerns. 
S.  40.  3"  auf  s.  71" — 74')  und  ist  nach  einer  abschrift  mitgetheilt 
welche  vor  einigen  jähren  der  bibliotheksassistent  hr.  F.  Keinz  für 
hrn.  Professor  Müllenhoff  genommen  hat.  die  zahlreichen  abkür- 
zungen  der  hs.  habe  ich  aufgelöst,  im  übrigen  aber  der  wunder- 
Hchen  latinität  des  Schreibers  nicht  nahe  treten  mögen;  denn  wenn 
auch  einiges  Schreibfehler  sind,  im  ganzen  wird  der  mann  sein  la- 
tein  wohl  so  gesprochen  haben,  wie  er  es  geschrieben  hat ;  die  spär- 
lichen änderungen  also,  welche  durch  klammern  bezeichnet  in  den 
text  gesetzt  sind,  sollen  diesen  nicht  emendieren,  sondern  nur  sein 
Verständnis  erleichtern. 

Als  eigentliche  rätsei  können  diese  fragen  noch  kaum  ange- 
sehen werden:  sie  sind  nicht  sowohl  prüfungen  des  Verstandes  als 
des  wifsens,  und  können  ihren  Ursprung  aus  den  gelehrten  kreisen 
der  geistlichen  nicht  verleugnen,  aber  an  diese  ernsten  fragen  der 
gelehrsamkeit  lehnten  sich  im  laufe  der  Jahrhunderte  scherz  und 

Es  möge  erlaubt  sein  hier  noch  einiges  zu  der  bearbeitung  der  disputatio 
Pippini  cum  Albino  (zschr.  f.  d.  altert,  n.  f.  II,  530  fl.)  nachzutragen,  für  nr. 
96  hat  hr.  dr.  Steinmeyer  die  einfache  auflösung  'kopfkissen'  gefunden,  und 
für  nr.  97  erkannt,  dafs  wenn  man  statt  I  und  XXX  die  griechischen  Zahl- 
zeichen «  und  X  setzt,  man  die  anfangsbuchstaben  von  Adam  und  Lazarus  er- 
hält, für  die  erklärung  der  worte:  die  tarnen  primas  iiteras  Dominum. 
I.  IUI.  I.  XXX  ist  hiermit  gewis  der  richtige  weg  gewiesen,  wenn  auch  die 
zeichen  zwischen  I  und  XXX  in  ihrer  beziehung  auf  Elias  noch  nicht  klar 
sind.  —  ferner  ist  mir  inzwischen  noch  eine  italienische  bearbeitung  der 
responsa  Secundi  philosophi  ad  interrogata  Adriani  (s.  a.  o.  s.  546)  bekannt 
geworden,  welche  im  cod.  Riccard.  1930  (saec.  XIV)  dem  gespräch  zwischen 
Sidracco  und  Botozzo  angehängt  ist.  A.  Bartoli  in  il  libro  di  Sidrach,  testo 
inedito  de  secolo  XIV;  parte  prima  (Bologna  186S)  meint  s.  XXVI  der  Schrei- 
ber habe  seine  vorläge  je  näher  dem  ende  um  so  mehr  verkürzt,  und  schliefse 
'col  far  cosa  quasi  originale';  er  habe  sich  nicht  enthalten  können,  einige  der 
letzten  capitel  dieses  buches  mitzutheilen,  welche  in  ihrer  kürze  allerliebst 
schienen,  die  fragen,  welche  er  auf  s.  XXVI  ff.  abdruckt,  entsprechen  den 
nr.  2—5.  7.  10—12.  14.  15.  17.  18.  21.  22.  20.  24.  23.  25— 33  jener  responsa, 
wie  sie  im  speculum  historiale  des  Vincentius  Bellovacensis  zu  finden  sind. 


AUS  DEM  NEUNTEN  JAHRHUNDERT.       167 

witz  an,  und  für  die  historische  Verfolgung  der  rätseUiteratur  sind 
diese  fragebüchlein  von  erhebhcher  bedeutung  (vgl.  MSD  s.  343). 
Ähnliche  Sammlungen  hat  J.Kemble  in  'the  dialogue  of  Salo- 
mon  and  Saturnus'  (London  1848)  mitgetheilt:  Salonion  and  Sa- 
turnus  (SS)  s.  178  ff.,  Adrian  and  Ritheus  (AR)  s.  198  ff.,  beide 
angelsächsisch;  Adrian  and  Epictus  (AE)  s.  212  ff.,  lateinisch,  the 
master  of  Oxfords  catechism  (Ox.  Cat.)  s.  216  ff.  auch  in  Beda's 
collectanea  und  flores  sind  viele  übereinstimmende  fragen,  und  die 
Sammlung  der  Schlettstädter  hs. '),  aus  der  Bethmann  in  Naunianns 
Serapeum  1845  s.  29  siebzehn  fragen  mitgetheilt  hat,  gehört  gleich- 
falls hierher,  der  nachfolgenden  am  nächsten  steht  der  Adrian  und 
Epictus,  der  gleiche  fragen  zum  theil  in  gleicher  reihenfolge  ent- 
hält, eine  provenzalische  bearbeitung  dieses  AE  hat  Bartsch  in  den 
denkmälern  der  provenzalischen  litteratur  s.  306 — 310  herausge- 
geben (MSD  s.  343). 

INTERR0GATI0NES2). 

^Quis  est  quod  tangitur  et  non  videtur?    Anima  hominis. 

^Quid  est  quod  videtur  et  non  tangitur?   Cglum. 

^Quid  est  aspectum  parvissimum,  tota[m]  contegit  terram  et 
totam  illuminat  orbem?    Sol. 

*  Quis  vivit  dum  seculum  vicit  ?    Helias  et  Enoc  et  Johannes. 

^Quis  escam  mohorum  saxa  conrumpit?   Aqua. 

®  Quis  crescit  et  descrescit  ?    Luna. 

^Quid  est  delectabile  et  odiosum?    Nox. 

®Quid  est  quod  ad  [s.  71']  unum  vadit  et  ad  unum  redit? 
Pluvia. 

^  Quid  est  bonum  et  malum  ?  Resurrectio,  quando  alii  ad  vitam 
alii  ad  poenam  trahuntur. 

^°Quid  est  vivit  sepultus  vivit  et  sepulchrum?  Jonas  in  ventre 
coeti. 

^^  Quis  tres  horas  fecit  sol  stare?  Jesu  Nave,  successor  Moysen, 
in  pugna;  mons  autem  in  quo  stabat  Gabaon.  et  luna  stetit  in 
vale  Elon. 

')  Wie  mirhr.  prof.  Müllenhoff  mittheilt  ist  dieselbe  neuerdings  zu  wieder- 
holten malen,  zuletzt  von  Martin  gesucht  aber  nicht  gefunden. 

^)  Am  oberen  rande  des  blattes  steht  noch  von  einer  hand  des  15.  jahrh. : 
interrogationes  varie  et  rare  valde. 


168  EIN  FRAGEBÜCHLEIN 

^^Quales  primi  civitas  facta  fuit?    Ninniv^. 

'^Qui  eam  edificavit?  Nimo;  ubi  fuerunt  c  viginti  milia  ho- 
minum. 

"Quod  mansiones  habet?  Ut  illa  tota  circis  XII.  una  mansio 
triginta  milia  habet  pedes. 

^^Quod  genera  sunt  vohcribus  pinnatis?  Quinquaginta  IUI  or. 
[fol.  72-] 

^^Quid  videtur  ire  et  numquam  redire?    Sol. 

*'Quid  est  quod  uni  placet  et  alteri  dispUcit?    Judicium. 

^^Quattuor  vide[n]tur  et  investigantur?  Viam  aquile  et  viam 
colobri  et  viam  (et)  viri  in  aduliscentiam  suam,  et  viam  navis  in 
medio  mare. 

"Tres  sunt  qui  numquam  satiantur:  Infernum  et  terra,  que 
non  satiatur  aqua  et  ignis  qui  numquam  dicit  sufficit;  ita  et  cupi- 
ditas  hominum  insatiabilis  est. 

^°Quis  est  mortuos  et  non  est  natus?    Adam. 

^^Quod  fihos  habuit  ipse  Adam?  Triginta  et  triginta  filias, 
excepto  Cain  et  Habe]. 

^^Quis  primus  obtuUt  holocaustum  ex  ipsis?  Abel  [fol.  72'] 
agnum  protulit;  pro  eo  occidit  eum  Cain. 

^'^Quis  tribus  diebus  et  tribus  noctibus  oravit  nee  c^lum  vidit 
nee  terram  tetigit?    Jonas  in  ventre  piscis. 

'^^Quis  sine  fuste  et  gladio  draconem  interficit?    Daniel. 

^^Cuius  sepulchrum  non  est  inventum  in  terra?    Moysy. 

^^Quis  asinas  quaerendum  [1.  quaerendo]  regnum  invenit? 
Saul. 

^^Quis  primus  monasterium  construxit?  Ante  adventum  Elias 
et  Eliseos  et  post  adventum  Paulus  heremita  et  Antonius  abba. 

^®In  quo  monte(m)  numquam  pluit  usque  in  hodiernum  diem? 
In  Gelboe. 

^^Quis  eum  male  dixit?    David  rex. 

^"Quis  cum  cane  locu[fol.  73']tus  fuit?    Sanctus  Petrus;  et 

^^Quis  cum  asina  locutus  fuit?  Belaam,  propheta  gentiles. 

^^Quot  provinti^  sunt  terr^?    Duodecem. 

"Quod  genera  sunt  serpentium?    Triginta  IUI  or. 

^*Quis  upserpentem?    Corcotrillo. 

^^Quod  genera  sunt  piscium?    Triginta  sex. 

18.  Die  negatioD  fehlt. 


AUS  DEM  NEUNTEN  JAHRHUNDERT.       169 

^^Qui  illorum  noniina  posuit?    Adam. 

*'Quo  ordine  vel  pro  qua  re  servi  facti  sunt?  De  Cham,  qui 
de  verecundia  patris  sui  risit. 

^^Quis  fuit  bis  natus  et  semel  mortuus?    Lazarus. 

^^Quis  Christus  vidit  et  dormiet?    Sanctus  Johannis. 

*"Ubi  Adam  accepit  baptismum?  In  monte  Calvari^,  ubi  do- 
minus Jesus  Christus  cruci  fixus  est,  de  eins  sanguine. 

*^Quis  dedit  quod  non  habebat  et  reeepit  quod  dederat? 
Sanctus  Johannes  [fol.  73']  baptismum  et  Eva  lac. 

■*^Qui  aviam  suam  virginem  violavit?    Abel  terra[m]. 

*"Qui  antea  tectum  fecit  quam  sol[um]  ?  Dominus  celus  (1.  celos) 
antequam  terram. 

**Qui  cum  domino  crucifixi  sunt?  Ad  dextris  Joatras  et  Cam- 
matras  a  sinistris. 

^^Quantas  sortes  fecerunt  mihtes  de  veste  domini?  Quattuor, 
unicuique  miHtum  parte  una;  stolam  non  divisam,  et  calciamenta 
non  invenerunt. 

^^Qui  mortuos  (1.  mortuus)  mortuum  suscitavit?  Ehseus  in 
Galgahs  in  suo  sepulchro. 

*'Qui  sunt  nati  et  non  sunt  mortui?  Hehas  et  Enoc  et  Jo- 
hannes evangehsta. 

*^Cui  prius  per  baptismum  beneti  data  est  piscio. 

*^Qui  primum  bestias  mulsit.    Sanctus  Mamis. 

^"Qui  vidit  [dormijens  [fol.  74"]  scala[m]  posita[m]  contra  c^lum, 
cuius  altitudo  tangens  caelum?    Sanctus  Jacob. 

^^Quis  cum  fdias  suas  peccavit?    Loth. 

*^Quis  sine  fuste  et  gladio  leonem  interficit?    Samson. 


1.  Richtiger  scheint  in  AE  38  zu  derselben  frage  als  auflösung 
amma  gegeben  zu  sein;  den  wind  fühlt  man  ohne  ihn  zu  sehen,  in 
Bedas  flores  (Bedae  opera  Basileae  1563.  Hl)  heilst  es  aber  s.  650: 
Die  mihi  quae  est  illa  res  quae  coelum  totamque  terram  replevit, 
Silvas  et  surculos  confringit,  omniaque  fundamenta  concutit:  sed 
nee  ocnlis  videri  aut  manibns  tangi  potest ,  und  das  nahe  verwandte 
rätsei  Aldelms  de  vento  beginnt  mit  passenderem  ausdruck:  cer- 
nere  nie  nulli  possunt  nee  pt^endere  palmis. 

50.  dormiens  ergänzt  von  Joffe. 


170  EIN  FRAGEBUCHLEIN 

2.  AE  39  mit  der  auflösung  nubes  vel  coelum. 

3.  In  AE  folgt  auf  die  beiden  vorhergehenden  rätsei  Quid  est 
sol?  splendor  diei,  eine  frage  die  auch  in  der  altercalio  Hadriani  et 
Epicteti  und  in  der  disputatio  Pippini  cum  Albino  begegnet  s.  zschr. 
f.  d.  altert,  n.  f.  2,536.  der  vorstehenden  ähnlicher  ist  AR  9  Saga 
me  hü  mycel  seö  sunne  sy.  Ic  de  secge,  heö  is  mare  donne  eorde, 
for  dam  de  heö  bid  on  selcum  lande  hat. 

4.  Woher  Johannes  kommt  weifs  ich  nicht;  in  AE  71  heifst 
es  nur  Quis  pugnaturus  est  in  consummacione  seculi  cum  Anti- 
christo?  —  Enoch  et  Elias,  die  annähme  dafs  Enoch  und  Elias 
mit  dem  Antichrist  kämpfen  und  erst  von  ihm  sollen  getödtet  wer- 
den, findet  sich  auch  in  dem  evangelium  Nicodemi  c.  25  (Fabricius 
codex  apocryphus  novi  test.  Hamb.  1819.  1,291.  2,477).  vgl.  47. 
der  glaube,  dafs  Johannes  nicht  gestorben  sei,  entstand  schon  früh 
aus  Christi  Worten:  \So  ich  will,  dafs  er  bleibe  bifs  ich  komme,  was 
gehet  es  dich  an'  (Ev.  Job.  21,  22).  vgl.  Fabricius  a.  o.  s.  533.  590. 

5.  Weifs  ich  nicht  zu  emendieren;  die  mühlsteine  scheinen 
gemeint. 

6.  Der  AE  43  hat  anstatt  dieses  rätseis  Quid  est  luna? 
Splendor  in  tenebris  et  doctrina  malorum.  vgl.  disp.  Pipp.  cum  Alb. 
nr.  51. 

7.  =  AE  41.    nah  verwandt  sind  nr.  9.  17. 

8.  Unverständlich,  wie  AE  42:  Quid  est  ab  uno  vadit,  et  ad 
unum  redit  und  im  provenzalischen  AE  40  Cal  cauza  va  ad  una  et 
ad  antra  torna?  respos:  plueja.  etwa  ab  uno  vadit  et  ad  unum  redit. 
vgl.  Symposius  de  pluvia :  Et  sinus  effudit  qui  me  prius  ipse  recepit, 
und  Jul.  Scaliger,  poemata  (in  bibliopolio  CommeHniano  1600) 
1,513  de  aqua:  A  me  ipsa  ad  me  ipsam  egredior  remeoque. 

9.  s.  7  und  17. 

10.  Dieses  rätsei  über  Jonas  begegnet  in  den  von  Kemble  mit- 
getheilten  englischen  Fragebüchern  nicht;  aber  manche  deutsche 
rätsei  erinnern  daran;  z.  b. : 

Begraben  lag  ein  Mann  gar  tief. 
Das  Grab  mit  ihm  herummer  lief: 
Gleichwohl  im  Himmel  noch  auf  Erd 
Weder  er  noch  Sarck  gefunden  ward 
Sphinx  Heidfeldii  s.  1202  und  ebenso  in  dem  angenehmen  Zeitver- 
treib lustiger  gesellschaften  (Frankfurt  und  Leipzig  1772)  nr.  270. 
vgl.  ebend.  nr.  139.  265.  und  in  Scaligers  rätsei  (1,515),  welches 


AUS  DEM  NEUNTEN  JAHRHUNDERT.       171 

auch  unter  die  Joannis  Lautcrbachii  poetae  nobilis  et  laiiro  coro- 
nati  aenigmata  (e  collegio  Paltheniano  1601)  s.  17  aufgenommen 
ist:  Sum  nondum  dira  confectus  morte  sepultus  .  .  .  meque  capit 
vivus,  meque  vehit  tumiilus.    vgl.  nr.  22. 

11.  Quis  tres  horas  solem  in  celo  fecit  stare?  —  Josue  mi- 
nister Moysi,  in  pugna  AE  44.  Saga  me,  hwa  dyde  dset  sunne  stöd 
äne  tid  dwges?  Ic  de  secge,  Josue  hit  gedydeinMoyses  gefeohte;  seö 
dun  hätte  Gabaon,  deheö  on  stöd  AR  42.  s.  Josua  10,12  dixitque 
coram  eis:  Sol  contra  Gabaon  ne  movearis  et  luna  contra  vallem 
Ajalon  {AlXo)v).  die  dreistündige  frist  wird  in  der  Bibel  nicht  er- 
wähnt; auch  nicht  im  provenzalischen  AE. 

12.  AE  24  hat  nur:  Quae  civitas  primum  facta  est?  Niniven; 
Beda  in  den  flores  s.  652;  Quis  primus  princeps  factus  est?  Ninus 
iili^s  Beli.  —  Quae  prima  civitas?  Ninive.  —  Quis  eam  aedificavit? 
Ninus.  S  S  25.  Saga  me  hwylc  man  ätimbrode  »rust  ceastre?  Ic  de 
secge,  Knos  hätte  and  was  Ninivem  seö  burh ;  and  waeron  deerin  ge- 
manna  hund  twelftig  dusenda  and  XX  dusenda;  and  Hierusalem  seö 
buih  heö  was  arest  eefter  dam  Noes  flöd  getimbrod.  —  Nimo  im  text 
soll  offenbar  Ninös  sein;  Ninus,  Belos  söhn,  erscheint  als  gründer 
Ninives  z.  b.  auch  bei  Augustin  de  civitate  dei,  nicht  aber  in  der 
bibel,  wo  es  (Genes.  10,11)  nach  der  vulgata  heifst:  Me  terra  illa 
egressus  est  Assur  et  aedificavit  Niniven .  —  Ninus  ist  identisch 
mit  dem  Nemrod,  dem  söhne  des  Cusch  oder  Xovc  —  daraus  er- 
klärt sich  wohl  Knos  in  dem  angelsächsischen  rätsei  —  der  ein 
gewaltiger  Jäger  war  vor  dem  herrn  et  coepit  esse  potens  in  terra. 
—  die  einwohnerzahl  der  Stadt  ist  im  Jonas  (4,11)  angegeben:  et 
ego  non  parcam  Nineve  civitati  magnae  in  qua  sunt  plus  quam 
centum  viginti  milia  hominum.  die  angäbe  des  lateinischen  frage- 
büchleins  stimmt  dazu,  im  angelsächsischen  ist  and  XX  dusenda 
ungehöriger  zusatz.  —  die  bestimmung  des  umkreifses  auf  12 
tagereisen  findet  in  der  bibel  keine  bestätigung.  bei  Jonas  (3,4) 
heifst  es:  civitas  magna  itinere  trium  dierum. 

15.  Vierundfünfzig  vogelarten  haben  auch  SS  51,  Ox.  Cat. 
s.  219  und  der  provenzalische  AE  nr.  33.  Beda  flores  s.  652  hat 
nur  siebenunddreifsig ,  AR  33  tvd  and  fiftig,  AE  36  quinquaginta 
XX.    aus  der  bibel  stammen  diese  angaben  nicht,    vgl.  33. 

17.  SS  49  Saga  me,  hwa't  is  d»t  ödrum  licige  and  ödrum  mis- 
licige?  Jede  secge,  dset  is  dorn.  —  Ox.  Cat.  s.  219  Which  thinge 
is  it  that  som  loveth  and  som  hateth?    That  is  jugement.     vgl. 


172  EIN  FRÄGEBUCHLEIN 

Müllenhoff  Scherer,  Denkmäler  s.  370.  —  dieselbe  frage  aber  mit 
der  auflösung  vita  in  Bedas  flores  s.  653;  wohl  unter  anlehnung 
an  die  altercatio  Hadriani  et  Epicteti  (quid  est  vita?  Beatorum 
laetitia,  miserorum  moestitia),  mit  welcher  auch  die  in  den  flores 
vorhergehenden  fragen  stimmen,  s.  zschr.  f.  d.  altert,  n.  f.  2, 
531.  549  f. 

1 8.  Proverbia  30,18  Tria  sunt  difficilia  mihi  et  quartum  penitus 
ignoro:  viam  aquilae  in  coelo,  viam  colubri  super  petram,  viam  navis 
in  medio  mari  et  viam  viri  in  adolescentia.  —  in  den  englischen 
büchern  findet  sich  diese  frage  nicht,  wohl  aber  die  folgende,  die 
also  den  anlafs  gegeben  haben  mag  auch  diese  einzuschieben,  in 
deutschen  rätseln  und  gedichten  ist  diese  stelle  der  proverbia 
häutig  benutzt;  so  von  Freidank  128,6  Des  wien  vluc,  des  schifl'es 
vluz,  des  slangen  sluf,  des  donres  schuz,  wie  geraten  süln  diu  jungen 
kint,  der  sträze  uns  alle  vremde  sint;  von  Bruder  Wernher  MSH 
2,230^  in  der  tochter  Sion  (Diutisca  3,7)  s.  W.  Grimm  Freidank 
s.  LXXIV  und  375.  Friedreich,  geschichte  des  rätseis  s.  156  fol. 
zu  vergleichen  ist  auch  ein  rätsei  Sebastian  Scheffers  (Reusner 
aenigmatographia  s.  328  f.) : 

Die  mihi,  tunc  quo  vis  sapiente  valentior  esto, 

Omnia  qui  cerebro  te  retinere  putas. 
Sub  Jove  sunt  aquilae  vestigia  quanta  volantis? 

Rupe  colubrorum  sunt  ubi  signa  pedum? 
Semina  quae  medio  dum  currit  in  aequore  nauta? 
Quis  iuvenum  scortis  ad  loca  foeda  gradus. 
die  abweichung  in  dem  letzten  punkt  beruht  auf  dem  hebräischen 
text. 

19.  Die  grundlag'fe  bildet  eine  stelle  in  den  proverbia  30,15.  16: 
Tria  sunt  insaturabiUa,  et  quartum,  quod  nunquam  dielt  'sufficit': 
infernus,  et  os  vulvae,  et  terra,  quae  non  satiatur  aqua:  ignis  vero 
nunquam  dicit  'sufticit'.  sie  findet  sich  wörtlich  in  Bedas  flores 
(s.  648),  versificiert  in  einer  handschrifthchen  sprichwörtersamm- 
lung  des  Trinity  College  (Kemble  s.  196) : 

Quatuor,  ut  fantur,  sunt  quae  nunquam  satiantur; 
ignis  et  os  vulvae,  pelagus,  ba  atrique  vorago 
und  deutsch  in  dem  Rätersch  Büclüin  (Strafsburg  1562):   Raht, 
was  ist  nit  zu  erfüllen :  vier  ding  die  hell,  der  frauen  bauch,  die  erd 
mit  wasser  und  das  fevvr.  —   die  obenstehende  fafsung  entfernt 
sich  von  dem  text  der  bibel ,  dadurch  dafs  in  ihr  für  das  os  vulvae 


AUS  DEM  NEUNTEN  JAHRHUNDERT.       173 

die  cupiditas  hominum  eingetreten  ist;  gerade  wie  im  SS  50:  Saga 
me,  hwset  syndon  da  Uli  thing  de  nsefre  fülle  nseron  ne  naefre  ne  beod? 
Ic  de  secge,  an  is  eorde,  öder  is  fyr,  tbridde  is  hell,  feorde  is  se  gitsienda 
man  worulde  welena;  und  im  Ox.  Cat.  s.  2 19  whicli  be  llie  IUI  thingis 
that  never  was  füll  nor  never  shalbe?  The  first  is  erth,  the  second 
is  fire,  the  thirde  is  hell,  the  fourth  is  a  covitous  man.  auf  die  Um- 
gestaltung hat  vielleicht  Prov.  27,20  eingewirkt:  Ut  sepulcrum  et 
perditio  non  satiantui",  ita  oculi  hominis  non  satiantur.  auch  Frei- 
dank (69,5)  schliefst  sich  der  Vulgata  nicht  an  —  absichtlich,  meint 
Grimm  s.  CXVHI,  'um  den  anstand  nicht  zu  verletzen  —  wird  aber 
unverständlich,  weil  er  das  vierte  unersättliche  ganz  unbezeichnet 
läfst.  im  provenzaUschen  Adrian  und  Epictus  werden  überhaupt 
nur  drei  unersätthche  dinge  genannt:  con  foc  et  yfern.  weniger 
eng  schliefsen  sich  der  bibelstelle  an,  aber  doch  immer  deutüch  auf 
sie  zurückweisend,  zwei  verse  im  Welschen  Gast  45  (diu  helle  und 
der  arge  man  werdent  nimmer  sat),  welche  Grimm  in  der  anmer- 
kung  citiert,  eine  stelle  im  Esop  des  Durkard  Waldis  (4,  93,  31): 

Mit  holtz  lefst  sich  das  Fewr  nit  stillen, 
die  Erd  auch  nit  mit  Wafser  füllen, 

ein  rätsei  des  Hieronymus  Arconatus  (Reusner  aenigm.  s.  333) : 
Omnia  cum  possint  expleri,  tempore  nullo 
Expleri  possunt,  foemina,  flamma,  fretum 

und  eine  travestie,  von  Remble  s.  196  mitgetheilt,  welche  die  tria 
insatiabilia  auf  priester,  mönche  und  die  see  deutet,  auch  in  der 
vita  Aesopi  die  Joachim  Camerarius  seiner  lateinischen  bearbeitung 
der  aesopischen  fabeln  (2.  ausg.  Tübingen  1615)  vorausgesandt 
hat,  wird  diese  üble  trias  erwähnt  (s.  16  f.).  da  es  dem  philosophen 
Xanthus  nicht  gelingt,  seine  schmollende  gemahlin  auszusöhnen, 
fordert  er  den  sclaven  Aesop  auf,  das  wort  zu  ergreifen:  „Tum 
Aesopus  paulisper  cunctatus,  Graecum  versiculum  pronunciavit,  in 
quo  tres  pestes  rerum  humanarum  dicuntur  esse  d-dXaaaa  xal 
TTVQ  xai  yvvTj  v.a/.a  r^ia."  in  der  griechischen  vita  Aesopi,  die 
Westermann  1845  herausgegeben  hat,  fehlt  diese  stelle. 

Das  dreifsigste  capitel  der  sprüche  Salomonis  war  so  beliebt, 
dafs  es  auch  zu  freierer  nachbildung  anlafs  gegeben  hat,  so  wenn 
in  dem  angenehmen  Zeitvertreib  nr.  1 84  liebe,  feuer,  kratze,  husten 
als  vier  dinge  die  nicht  verborgen  werden  können  zusammenge- 
stellt sind;  oder  wenn  es  in  dem  ueuvermehrten  Rath-Büchiein 


174  EIN  FRAGEBÜCHLEIN 

(Rockenbüchlein,  angeführt  von  Martin,  le  besant  de  dieu  s.  124), 
heilst:  Welche  sind  die  vier  ärgsten  Haus  Plagen?  Drey  Ding  sind 
im  Haus  uberlegn:  Der  Rauch,  ein  bös  weih  und  der  Degn  (1.  Regn), 
Das  vierdt  beschwert  es  überaus  Viel  Kinder  und  kein  Brod  im 
Haus.  —  dieselben  verse  linden  sich  auch  in  der  Sphinx  Heid- 
feldii  s.  542  zugleich  mit  lateinischer  Übersetzung  oder  original: 
Sunt  mala  terna  domus  imber,  mala  foemina,  fumus; 
Quartum  si  niane  surgunt  pueri  sine  pane. 
rauch,  traufe  und  böses  weib  als  die  drei  dinge,  welche  den  mann 
aus  dem  hause  treiben,  sind  schon  von  Guillaume  le  clerc  de  Nor- 
mandie  behandelt,  der  sein  thema  aus  des  papstes  Innocenz  III 
Schrift  de  miseria  humanae  conditionis  4,18  schöpfte:  Tria  sunt 
enim  quae  non  sinunt  in  domo  permanere:  fumus  stillicidium  et 
mala  uxor  (s.  Martin  a.  o.  s.  XXXVII).  schwerlich  aber  ist  die  Zu- 
sammenstellung von  Innocenz  erfunden  oder  durch  seine  schrift 
allgemein  bekannt  geworden,  auch  in  der  stelle  de  incommodis 
senectutis,  wo  jene  schrift  des  Innocenz  Guillaumes  quelle  ist, 
(Martin  s.  XVII),  ist  er  nicht  erlinder.  'Si  quis  autem  ad  senec- 
tutem  processerif ,  heilst  es  dort 

statim  cor  eins  affligitur  et  caput  concutitur, 

languet  spiritus  et  foetet  anhelitus, 

facies  rugatur  et  statura  curvatur, 

caligant  oculi  et  vacillant  arliculi, 

nares  eflluunt  et  crines  defluunt, 

tremit  tactus  et  deperit  actus, 

dentes  putrescunt  et  aures  surdescunt. 
vgl.  Beda  flores  s.  652  'dum  ocuH  caHgant,  auris  graviter  audit, 
capilh  fluunt,  facies  in  pallorem  mutatur,  dentes  lapsi  numero 
minuuntur,  cutis  arescit,  flatus  insuaviter  odorat,  pectus  sulTocatur, 
tussis  cachinnat,  genua  trepidant,  talos  et  pedes  tumor  inflat,  et 
homo  interior  qui  non  senescit  bis  omnibus  aggravatur. 

20.  Ebenso  ioca  monachorum  nr.  2.  AE  11.  Quis  fuit  mor- 
tuus  et  non  fuit  natus?  Adam.  vgl.  disputatio  Pippini  cum 
Albino  97.  —  in  complicierterer  fafsung  findet  sich  das  rätsei  in 
AR  28  Saga  me  hwylc  man  wfere  deäd,  and  ntere  äcenned,  and  after 
dam  waere  eft  bebiriged  in  bis  möder  innode?  und  noch  ausgeführter 
in  Bedas  flores  s.  652  Die  mihi  quis  homo  qui  non  natus  est  et 
mortuus  est,  atque  in  utero  matris  suae  post  mortem  baptizatus 
est?    Adam;  ebenso  in  SS  15  und  Ox.  Cat.  s.  217.  —  ein  sehr 


AUS  DEM  NEUNTEN  JAHRHUNDERT.       175 

bUiebter  rätselstoff'.  in  seiner  einfachsten  form  findet  er  sich 
auch  in  dem  Strafsburger  rätselbuch:  Wer  gestorben  und  nit  ge- 
boren sey?  Adam  und  Eva;  lateinisch  von  Lorichius  (Reusner  272) 

Nondum  natus  eram,  cum  me  mors  abstuht  atrox; 
Et  me  natatum  mors  capit  ante  diem. 

noch  bei  Simrock  1,199.  —  die  erde  als  Adams  mutter  gab  zu  der 
scherzhaften  frage  anlafs,  wer  auf  seiner  mutter  holz  gehauen  habe, 
im  Strafsburger  rätselbuch,  lateinisch  von  Lorichius  (Reusn.  s. 
264),  Simrock  2,181.  —  die  mutter  erde  als  Adams  grab  bei 
Lorichius  (Reusner  s.  264) : 

Foemineo  ex  utere  non  est  ille  editus  unquam. 

Pro  tumulo  gremium  qui  genetricis  habet.  —  vgl.  nr.  42. 

21.  Dieselbe  frage  in  joca  monachorum  nr.  4,  aber  ohne  dafs 
ßethmann  die  antwort  mitgetheilt  hätte,  die  zahl  der  kinder  Adams 
wird  in  der  bibel  nicht  angegeben;  im  hber  de  poenitentia  Adami 
heifst  es  nach  Cedrenus  (Fabricius  s.  17)  xal  elq  t^jv  yijp  i^  rjg 
slijcfötj  dnijX^s  xaiaXeiipaq  äggsvag  vlovg  ky  (33)  xal  ^vya- 
TSQccg  xy'  (23);  im  SS  24  und  Ox.  Cat.  s.  218  werden  schlecht- 
weg 30  söhne  und  ebenso  viele  töchter  angegeben,  im  AE  14  aber 
wie  in  der  obenstehenden  frage  Cain  und  Abel  ausgenommen,  im 
provenzaHschen  AE  13  heifst  es  'XX  filhs  e  trenta  filhas  et  estiers 
Caym  et  Abbel  e  Seth'.  in  Redas  Uores  s.  652  erscheinen  an  erster 
steile  auch  30  söhne  und  30  töchter,  aber  es  wird  hinzugefügt: 
Filiorum  Adam  computatio,  ut  ahi  dicunt,  sexaginta  duo:  et  fili- 
arum  computatio  quinquaginta  tres  sunt,  nach  einer  deutschen 
vorrede  zur  Genesis  (Fabricius  s.  45)  versammelte  Adam,  da  er 
sein  stündlein  kommen  fühlte  alle  seine  kinder  um  sich  'der  warn 
an  Weib  und  an  kind  funfftzehen  Tausend.'  — -  es  hätte  einiges  Inter- 
esse zu  wifsen,  woher  diese  angaben  stammen  und  wie  weit  sie 
verbreitet  waren:  falsch  sind  sie  alle;  denn  nach  des  Dresdner 
pastor  Hilscher  sorgsamer  rechnung  (Fabr.  65  ff.)  behef  sich  die 
zahl  der  kinder  Adams  auf  365,  seiner  enkel  auf  425616. 

22.  AE  15.  Bedaefloress.  647. 

23.  AE  54  vgl.  oben  nr.  10  und  Simi'ock  1,59.  »lüllenhoff 
in  Wolfs  zschr.  3,16.  Rufswurm  ebend.  3,347  nr.  39. 

24.  Daniel  tödtete  den  drachen  mit  pechpillen  nach  dem  apo- 
kryphen buch  vom  drachen  zu  Babel,  in  den  enghschen  frage- 
büchern  begegnet  diese  frage  nicht. 


176  EIN  FRAGEBÜCHLEIN 

25.  Joca  monachorum  nr.  7.  AE  35.  s.  Deuteron.  34,  6.  — 
anders  gewandt  ist  die  frage  in  SS  44  Saga  nie  hwjer  is  Moyses 
byrgen  ttfes  cyninges?  Je  de  secge,  heö  is  be  dam  hüse  de  Fegor 
hätte,  and  nan  man  nis  de  big  wite  «r  dam  myclan  döme.  ebenso 
in  Ox.  Cat.  s.  219. 

26.  1  Samuel.  9.  Die  frage  begegnet  in  den  englischen  frage- 
büchern  nicht. 

27.  SS  53..  Saga  me,  hwylc  man  »rost  mynster  gelimbrode? 
Je  de  secge,  Elias  and  Eliseus  da  witegan,  and  sefter  fuUuhte  Paulus 
and  Antonius,  da  serestan  ancran.  in  AE  25  heifst  es  nur:  Quis 
primum  monasterium  constituit?  Paulus  heremita  et  Antonius  abba. 
der  provenzalische  text  ist  entstellt.  —  als  der  heilige  Antonius 
schon  lange  jähre  in  der  einöde  lebte,  kam  einestages  ein  landmann 
Paulus  zu  ihm,  sein  leben  zu  theilen.  der  ehebruch  seiner  jungen 
schönen  frau  hatte  ihn  dazu  veranlafst.  Antonius  weist  ihn  anfangs 
zurück,  weil  ein  sechzigjähriger  zu  alt  sei,  um  sich  an  die  Strapazen 
des  einsiedlerlebens  zu  gewöhnen:  die  übermenschlichen  proben 
aber  die  Paulus  von  seiner  enthaltsamkeit  ablegt,  lafsen  bald  den 
Antonius  einen  würdigen  gefährten  in  ihm  erblicken,  s.  AA.  SS. 
BoUand.  Januar  III  s.  511.  die  geschichte  dieser  heiligen  war  be- 
hebt s.  Potthast  bibl.  bist.  842.  —  Über  Elias  und  Elisa  s.  1  Kön. 
19,  19  f.  2  Kön.  2,  1  ff.  Fabricius,  cod.  pseudepigr.  vet.  test.  1076. 

28.  29.  die  erste  frage  ebenso  in  AE  26.  —  In  dem  klage- 
hede  über  den  tod  Sauls  sagt  David  (2  Samuel  1,21)  0  montes 
Gilbohae,  ne  ros  neve  pluvia  decidat  super  vos. 

30.  SS  34  Saga  me  hwylc  man  ffirestwgerewidhund  sprecende? 
Je  de  secge,  Scs.  Petrus.  —  tunc  Symon  ut  ait  sanctus  Marcellus 
ivit  ad  domum  Marcelh  discipuli  eins,  legavitque  maximum  canem 
ad  ostium  domus  eins  dicens:  nunc  videbo  si  Petrus  qui  ad  te  ve- 
nire consuevit  ingredi  poterit.  post  paululum  venit  Petrus  et  facto 
signo  crucis  canem  solvit.  canis  autem  omnibus  aliis  blandus  solum 
Symonem  persequebatur :  quem  apprehendens  cum  ad  terram 
subtus  se  deiecit  et  cum  strangulare  volebat.  accurrens  autem 
Petrus  cani  clamavit  ne  ei  noceret.  et  canis  quidem  corpus  eius 
non  laesit,  sed  vestes  adeo  laceravit,  ut  ille  nudus  positus  remaneret 
(Aurea  legenda  Sanctorum  compilata  per  fratrem  Jacobum  de  Vora- 
gine.  Lugduni  1509  fol.  LXXIII.  von  Kemble  s.  196  nach  einer 
englischen  Übersetzung  citiert).  die  legenda  aurea  berufen  sich 
auf  den  Marcellus ;  aber  in  dem  wesenthch  abweichenden  bericht 


AUS  DEM  NEUNTEN  JAHRHUNDERT.  177 

des   Pseudo-Marcellus   (de   actibus   SS.    Pelri  et  Pauli  Fahricius 
2,640  f.)  beschwört  Petrus  die  hunde  durch  die  hostie. 

31.  AE  27.  Quis  cum  asina  locutus  est?  Ralani. —  s.  Numeri 
22,  28.  Bileam,  Septuaginta  Baladjj,,  Josephus  Bä^ayog.  vgl.  joca 
monachorum  nr.  1 0  Qua  lingua  locuta  est  asina  cuniBalam  ?  Grega. 

32.  AE  28.  Quot  sunt  provincie  terre?  centum  viginti  duo. 
Bedae  flores  s.  652  Quot  sunt  provinciae?   centum  et  triginta. 

33 — 35.  Die  Worte  quis  upserpentem  weifs  ich  nicht  zu  deu- 
ten. —  AE  29  Quot  sunt  genera  serpentum?  XXIV.  nach  dem 
provenzalischen  AE  nur  XXHI.  —  AR  34.  35.  Saga  me  hwa^L 
nceddercynna  si  on  eordan.  Je  de  secge,  feower  and  thrittig.  Saga 
me  hwset  lisccynna  si  on  wsetere.  Je  de  secge,  six  and  thrittig.  — 
Bedas  flores  s.  652  quot  genera  serpentum?  triginta  sex  (vielleicht 
ist  triginta  quatuor.  quot  genera  piscium  ausgefallen).  —  SS  52. 
Saga  me,  hü  fela  is  fisccynna  on  wsetere  ?  Je  de  secge,  VI  and  XX. 
—  Ox.  Cat.  s.  219  Hovv  many  of  birdis  been  there,  and  how 
many  of  lishes?  LIIIl  of  fowles,  and  XXXVI  of  lishes.  in  den  joca 
monachorum  nr.  11 — 13  werden  64  fisch-,  54  vogel-  und  22 
säugethierarten  angegeben,  vgl.  oben  nr.  15.  in  andrer  weise  wer- 
den diese  fragen  im  Sydrach  beantwortet  s.  Kemble  210  f.  —  wo- 
her die  angaben  stammen,  weifs  ich  nicht,  die  weite  Verbreitung 
dieser  schulfragen  wird  am  besten  dargethan  durch  die  Scherzfragen, 
die  sich  an  ihnen  gebildet :  Rot.  AVie  vil  sindt  vögel  in  unsern  lan- 
den das  mon  vogel  nent?  Sechsthalber  vogel,  das  ist  ein  kramets- 
vögel,  ein  halbvogel  wirt  under  den  krametsvögell  verkaulft  und  ist 
doch  kein  krametsvogel,  ein  antfogell,  ein  Eyfsvogell,  ein  Brachvogell 
und  der  speyvogell  der  fleugt  über  sie  all.  —  Ein  frag.  Wie  vill 
flsch  in  unsern  landen  bekant  sein.  Antwort,  fünfthalber.  Stockfisch, 
Rheinlisch,  Magenfisch,  W^alfisch  und  Plateyfslein  neuen  etlich  halb- 
fisch (Strafsburger  rätselbuch),  der  erleichternde  zusatz  zum 
ersten,  'das  mon  vogel  nent^,  sollte  eigentlich  wohl  fehlen. 

36.  AE  30.  Quis  ipsis  nomina  inposuit?  Adam.  —  AR  36. 
Saga  me  hwa  gesceöpe  ealra  fisca  nama.n  Je  de  secge,  Ada  mse  a^resta 
man.  —  Genesis  2,19;  nach  Js.  de  la  Peyrere  hat  er  sie  auch  auf- 
geschrieben und  registriert. 

37.  AE  31.    Unde  sunt  servi?  de  Cam.  —  Genesis  9,25. 

38.  Umgekehrt  bis  mortuus  et  semel  natus.    so  Bedae  flor.  s. 
652.  —  Disput.  Pipp.  c.  Alb.  97.   —  Simrock  2,131  u.  s.  w.  — 
Evang.  Johannis  c.  11. 

Z.  f.  d.  A.  neue  folge  III.  12 


178  EIN  FRAGEBÜCHLEIN 

39.  Mir  unverständlich:  vielleicht  gab  der  zu  nr,  4  erwähnte 
glaube,  Johannes  sei  nicht  gestorben,  sondern  schlafe  in  seinem 
grabe  bis  zur  rückkehr  Christi,  zu  der  frage  anlafs. 

40.  Als  Adam  im  sterben 'lag,  sandte  er  seinen  sehn  Seth  zu 
den  pforten  des  paradieses,  dafs  er  gott  bitte  ihm  das  haupt  zu 
salben,  aber  der  erzengel  iMichael  antwortete:  noli  in  lacrimis  deum 
orare  et  deprecari  propter  oleum  misericordiae  ligni,  ut  perungas 
patreni  tuum  Adam  pro  dolore  capitis  eins,  quia  nullo  modo  poteris 
accipere  nisi  in  novissimis  diebus  et  temporibus,  nisi  quando  com- 
pleti  fuerint  quinque  millia  et  quingenti  anni,  tunc  veniet  super 
terram  amantissimus  dei  lilius  u.  s.  w.  Evang.  Nicodemi  c.  29 
(Fabric.  1,278).  dafs  das  blut  Christi  die  taufe  vertreten  habe, 
die  zur  Seligkeit  unerläfsüch  schien  (Fabric.  1,294),  wird  hier  frei- 
lich nicht  gesagt;  die  taufe  Adams  aber  erwähnen  die  zu  nr.  20  an- 
geführten stellen. 

41.  AE  61  Quis  dedit  quod  non  accepit?  Eva  lac.  —  Joca 
monachorum  nr.  15  qui  femina  dedit  quod  non  accepit?  Eva  lac. 
—  das  rätsei  von  Johannes  dem  täufer  ist  sehr  häufig.  Strafs- 
burger  rätselbuch: 

Es  begert  der  Herr  vom  knecht 
umb  das  götthche  recht 
das  er  im  zu  geben  thet 
das  er  selbs  nicht  het, 
das  dan  her  knecht  thet. 

lateinisch  von  Lorichius  (Reusner  266)  und  Reusner  (267).  — 
aber  was  soll  der  zusatz  et  recepit  quod  dederat?  der  auf  Johannes 
bezogen  werden  mufs,  denn  auf  Eva  passt  er  gar  nicht,  die  werte 
im  evang.  Matth.  3,  14  harmonieren  damit  sehr  wenig,  aber  auch 
Johannes  gehörte  zu  den  seelen,  die  Christus  aus  der  unterweit  be- 
freite, muste  also  irgend  wo  getauft  sein.  s.  zu  nr.  40.  —  die 
frage  über  Eva  gab  zu  scherzhaften  rätseln  anlafs : 

Ingenuae  iuvenis  connubia  virginis  ambit 

lila  suo  sponso  taha  verba  refert: 
Si  quod  non  habeo  poteris  praebere  roganti, 

Quod  nee  habes  in  te,  tu  nee  habere  potes, 
Accipe  daque  fidem  sit  et  haec  tibi  dextera  testis, 

Annuo  iam  dudum  polliceorque  thorum. 
Lorichius  (Reusner  170)  s.  zschr.  f.  d.  altert,  n.  f.  1,495. 


AUS  DEM  NEUNTEN  JAHRHUNDERT.       179 

42.  ==  Joca  monachorum  nr.  3.  Demaundes  joyous  47  (Kemble 
s.  290):  What  was  he  that  was  hegoten  or  his  fader,  and  borne  or  his 
nioder,  and  had  llie  mayden  hede  of  his  heldatne?  That  was  Ahell.  — 
Strafsburger  rätselhuch:  Es  war  nie  gehorn  von  weyhes  leip,  und 
leyt  begraben  in  seiner  niütter  leip,  und  nam  sein  von  seiner  altnmtter 
den  magthum.  —  andere  stellen,  nach  denen  Abel  seiner  jungfräu- 
lichen grofsmutter  das  magdthum  nimmt  bei  Kemble  s.  295  f.  vgl. 
Acta  apostolorum  Abdiae  adscripla  üb.  8  cap.  7.  8  (Fabricius  1,677); 
Per  enim  fuit,  ut  (jui  lilium  virgiuis  vicerat,  a  filio  virginis  vince- 
retur.  tunc  rex  ei  Polymins:  Et  quomodo,  inquit,  dixisti  primam 
haue  es^  virginem,  ex  qua  nalus  est  homo  cum  deo?  Apostolus 
respondit:  Ago  deo  gratias,  quia  sollicite  audis;  primus  inquam 
homo  Adam  dictus  e^-t,  qui  de  terra  factus  est.  terra  autem  illa  de 
qua  factus  est,  virgo  fuit;  quia  nee  sanguine  humano  polluta  fuerat, 
nee  ad  sepulturam  ajicuius  mortui  a  quoquam  erat  aperta.  s.  Fa- 
bric.  anm. 

44.  AE  34.  Quot  sunt  qui  cum  eo  crucifixi  sunt?  Duo  la- 
trones ,  Jonathas  et  Gomatras.  —  Bedae  flor.  s.  650  Die  mihi  no- 
mina  duorum  latronum.  qui  cum  Jesu  simul  crucifixi  sunt.  — 
Matha  et  Joca.  Matha  credidit,  Joca  negevit  vitam,  mortem  elegit. 
—  die  namen  Joatras  und  Cammatras,  Jonathas  und  Gomatras 
sind  gewis  identisch,  wenn  ihnen  auch  Joca  und  Matha  entspricht, 
so  ist  doch  die  Ordnung  nicht  gleich;  denn  der  gläubige  Schacher 
hieng  zur  rechten,  ob  sonst  die  namen  noch  vorkommen  ist  mir 
unbekannt,  im  Evang.  infantiae  (Fabric.  1,186)  erscheinen  an 
ihrer  statt  Titus  und  Dumachus,  im  Evangel.  Nicodemi  (Fabric. 
1,258)  und  auch  sonst  Dimas  und  Gestas.  s.  Fabric.  1,186  anm. 
2,472. 

45.  AE  33.  Quanti  vel  ([uot  milites  diviserunt  vestimenta, 
Christi?  Quatuor.  —  AR  37.  Saga  nie,  hü  fela  wtes  da-ra  cempena 
de  Cristes  hreegel  dccldon?  Je  de  secge,  seofon  heora  wteron.  — 
die  oben  stehende  antwort  polemisiert  offenbar  gegen  die  annähme 
von  sieben  kriegsknecbten. 

46.  2  Könige  13,21.  —  verwandt  ist  die  frage  in  Bedas  flores 
s.  652:  Quis  primus  mortuum  suscitavit?  Hehas.  Ubi  eum  susci- 
tavit?    In  Galgala.    1  Könige  17,  18  ff. 

47.  vgl.  nr.  4.  —  AE  18.  Quis  fuit  natus  et  non  fuit  mor- 
tuus?  Enoch  et  Elyas.  —  Bedae  flores  s.  647.  Qui  sunt  nati  et 
non  sunt  mortui?    Enoch  et  Elias,    ebenso  joca  monachorum  nr. 

12* 


1 80   EIN  FRAGEIJÜCHLEIN  AUS  DEM  NEUNTEN  JAHRHUNDERT. 

9.  —  ob  die  unverständlichen  worte  cuipriusper  baptistmim  beneti 
data  est  piscio  relativsatz  zu  Johannes ,  oder  eine  selbständige  frage 
sind,  weifs  ich  nicht. 

49.  Consentiunt  antiqua  martyrologia  Adonis,  Usuardi,  Rabani 
et  Notkeri  etc.  in  quibus  sancti  Mamantis  aut,  prout  loquuntur, 
Mammetis  sive  Mametis  martyrium  sub  imperatore  Aureliano  con- 
ligisse  refertur  ad  diem  XVH  inensis  Augusti.  AA.  SS.  Roiland. 
Aug.  HI.  s.  425.  er  war  ein  hoch  angesehener  heihger,  im  osten 
und  Westen,  den  selbst  die  wilden  thiere,  welchen  er  preis  gegeben 
wurde,  nicht  anzurühren  wagten : 

Mitis  domans  iniitia 

illisque  promens  gaudia 

vivebat  inter  bestias ; 

quo  cive  gaudent  angeli  u.  s.  w.    Walafried  Strabus. 

50.  Genes.  28,12. 

51.  Gen.  19,30.  auf  solches  verwandtschafts Verhältnis  passt 
das  epitaphium,  welches  Reusner  s.  353  mittheilt: 

Wunder  über  Wunder 
Hier  ligt  begraben  under 
Mein  Vatter  und  dein  Vatter, 
Und  unser  beider  Kinder  Vatter, 
Mein  Mann  und  dein  Mann 
Und  unser  beider  Mutter  Mann. 
Und  ist  doch  nur  ein  Mann. 
s.  auch  Friedreich,  geschichte  des  rätseis  s.  99. 

52.  AE  67.  Quis  leonem  sine  gladio  et  tuste  interfecit? 
Samson.  —  s,  Judic.  14,6. 

W.  WFLMANNS. 


RESSERUNGEN  UND  NACHTRAGE. 

s.  33.  z.  35  /.  nichts  für  nicht. 

s.  53.  s.  12  l.  414yMr  413. 

s.  108.  3.  42.  struot  und  zwar  als  fem.  im  meister  j4Uswert  s.  226 :  wie  grulich 

was  die  strut  uod  auch  des  meres  freis. 
.1.  136.  z.  h  da  gewan  nur  con/ectur  Becks  für  bekam  ist,  so  Ideibt  das  bedenken 

V)egen  des  reimes  m  :  n  bestehen, 
s.  140.  z.  37.  stein  stossen  aufser  der  im  mhd.  wb.  II.  2,  663^  aus  Suchenwirt 

angeführten  stelle  auch  bei  .iUsivert  s.  89,  245. 


LORENGEL. 

1  Ich  tu  euch  abenteur  bekant 

wie  künig  Etzel  zoch  aus  Heun  in  cristenlant. 
grosz  wunder  solt  ir  hie  vernemen  schone 
was  Wunders  da  ein  glock  erwarb, 
5  dar  umb  ein  edler  graf  in  einem  kämpfe  starb, 
grosz  Ungemach  kam  von  der  glocken  done, 
dar  von  küng  Artus  ser  erschrack  und  manig  ritter  here, 
der  dan  in  Frankenreich  erhal 
und  allem  folk  cleglichen  in  die  oren  schal, 
ritter  und  knecht  die  stunden  freuden  lere. 

2  Fürbasz  mügt  ir  wol  nemen  war. 

ein  edle  lantgrefin  kam  für  den  künig  dar, 
mit  ir  wol  hundert  ritter  oder  mere 
als  man  noch  wol  geschriben  fint. 
5  von  Aldenburg  der  edlen  herzoginne  kint 
die  kam  gen  Frankenreich  in  hoher  ere. 
bei  künig  Artus  das  geschach  in  hohem  lob  und  preise, 
da  bort  man  den  von  Eschenbach 
und  Joram  man  auch  bei  den  frauen  sitzen  sach. 
Clingsor  sprach  'singet  fürbasz,  m.eister  weise'. 

3  Wan  got  erlöset  wen  er  wil. 

fürwar  seiner  genaden  der  ist  also  vil. 
hört  was  got  Wunders  tet  mit  einer  schellen, 
die  was  gemacht  mit  listen  clug, 
i  die  Isilie  an  eim  paternoster  trug. 
vor  künig  Artus  bort  man  sie  laut  hellen, 
der  aller  dinge  hat  gewalt  der  schuf  ir  helles  chngen. 
wol  hundert  rast  bort  man  den  dosz. 
Z.  f.  D.  A.  neue  folge  ÜI.  13 


182  LORENGEL 

sant  Brandanus  der  schreib  dar  von  vil  wunder  grosz. 
vernemet  mich  so  wil  ich  fürbasz  singen. 

4  Es  sasz  ein  herzog  in  Prafant 

dem  waren  undertenig  pürg  und  weite  laut, 
den  gund  der  tot  mit  seinen  [486^]  kreften  zwingen, 
er  kam  in  an  den  fürsten  her. 
5  mit  seiner  ritterschaft  kund  er  sich  nit  erwer, 
mit  reichem  schätz  mocht  er  auch  nie  gedingen. 
der  herzog  het  ein  tochter  fein  die  was  noch  unberaten. 
das  gund  er  al  den  seinen  clagn 
'ach  got  dasz  ich  sie  nit  versach  bei  meinen  tagn'. 
sie  sprach  'fater,  es  reuet  euch  zu  spate'. 

5  Der  edel  herzog  aus  Prafant 

der  het  ein  ritter  der  was  Friderich  genant 
von  Dunramunt  als  ich  euch  hie  bedeute, 
der  fürst  an  seinem  ende  lag, 

5  graf  Friderich  nach  seinem  tod  des  landes  pflag. 
sein  her  befal  im  lant  und  auch  die  leute, 

er  sprach  'du  edler  Friderich,  nu  bis  dar  zu  behende, 

lasz  dir  mein  kint  befolen  sein, 

du  Werder  helt,  erzeig  an  ir  die  treue  dein.' 

so  rett  der  fürst  vor  seinem  letsten  ende. 

6  Da  sprach  der  ritter  hochgeporn 

*solt  ich  dar  umb  verdienen  aller  fürsten  zorn 
so  musz  mein  manheit  durch  die  lant  hin  streichen, 
er  sei  graf  oder  dinestman 
5  mit  ritterlichem  streit  tar  ich  si  wol  bestan, 
si  müssen  allsant  meinem  zorn  entweichen, 
auch  wil  ich  sein  ein  schirmeschilt  der  keuschen  junckfrau  reine, 
durch  iren  willen  leid  ich  not, 
mit  meinem  schwert  so  hau  ich  tiefe  wunden  rot. 
gnediger  her,  in  treuen  ich  das  meine.' 

7  Da  sprach  der  herzog  lugentleicli 

'du  tust  mit  dein  geperden  als  her  Ditereich 
dem  nie  kein  helt  auf  erden  mocht  geleichen, 
vil  Wunders  man  noch  von  im  seit, 
5  in  stürmen  und  in  streiten  sei  er  nie  verzeit, 
durch  reine  trauen  facht  er  ritterleichen. 
ich  pit  dich,  lieber  diener  mein,  lasz  deine  treu  anschauen. 


LORENGEL  183 

kein  wandel  ich  nie  an  dir  fant. 

alls  das  ich  han  befil  ich  dir,  leut  unde  lant. 

pit  got  für  mich  und  unser  libe  frauen.  [487a] 

8  Der  edel  fürste  lobesam 

der  tet  als  ie  den  weisen  fürsten  wol  an  zam. 
er  nam  sein  tochter  bei  ir  weissen  hende, 
er  sach  si  permiglichen  an, 
5  er  sprach  'mein  kint,  al  deiner  treuen  ich  dich  man 
seit  ich  musz  von  dir  hin  aus  dem  eilende, 
ich  wil  dir  einen  falken  lan,  den  halt  in  deiner  hüte 
gar  fleissig  weil  er  hat  das  lehn. 
dar  mit  macht  du  wol  preis  erwerben,  merk  mich  ebn. 
auch  pit  für  mich  Maria  die  vil  gute. 

9  Ein  schell  er  an  dem  peine  treit, 

die  ist  gemacht  von  clarem  gold,  du  schöne  meit. 
die  halt  alzeit  in  deiner  hut  aleine. 
die  schell  seit  du  auch  bei  dir  tragn 
5  wan  du  zu  kirchen  gest  und  wilt  dein  sünd  erclagn. 
und  pit  für  mich  got  und  sein  muter  reine, 
ruf  an  das  heilig  kreutz  so  her  dar  an  got  w'ard  gemessen, 
und  man  in  seiner  wunden  rot 
dasz  er  uns  fristen  well  vor  ewiglicher  not 
und  seines  zornes  gen  uns  well  vergessen.' 

10  Die  meit  in  grossem  leide  was. 

ir  tugent  was  durchkleret  als  ein  spigelglas. 
si  was  geporn  ein  edle  herzoginne. 
ir  muter  die  was  vor  verfarn. 
5  der  tot  wolt  iren  fater  da  nit  lenger  sparn. 
graf  Friderich  warb  umb  ir  edle  minne. 
die  juncfrau  sprach  'merk  Friderich,  du  retst  mir  an  mein  ere. 
als  Lucifer  treib  Übermut 
durch  hoffart  viel  er  aus  dem  tron  in  helle  glut.' 
so  rett  die  herzogin  mit  grosser  schwere. 

11  Fürbasz  wil  ich  euch  machen  kunt, 

hört,  wie  der  selb  graf  Friderich  von  Dunramunt 
der  edlen  maget  leides  vil  erdachte, 
er  sprach  si  an  da  umb  die  e. 
5  das  tet  der  hochgepornen  herzogin  gar  we. 
für  den  römischen  keiser  er  das  brachte. 

13* 


184  LORENGEL 

da  gunt  die  edel  maget  [487l>]  gut  nach  hohem  preise  ringen. 

der  keiser  fürsten  vil  besant 

dasz  man  der  herzogin  ein  urleil  tet  bekant, 

ob  man  ir  mocht  im  reich  ein  kempfer  dingen. 

1 2  In  Prafant  und  in  Engellant, 

in  beiden  landen  si  da  keinen  kempfer  fant 
der  sichs  mit  Friderich  torst  unterwinden, 
die  maget  het  ein  dinestman 
5  als  man  noch  sagt,  der  was  geheissen  Sondelban. 
er  sprach  'bei  got  mügt  ir  genad  wol  finden, 
den  rufet,  edle  iuncfrau,  an  und  auch  sein  muter  reine, 
und  mant  got  seiner  wunden  rot 
dasz  er  euch  helfen  well  aus  diser  grossen  not, 
wan  er  euch  wol  gehelfeu  mag  aleine. 

13  Die  iuncfrau  in  das  miinster  trat, 
andechtiglich  si  got  umb  einen  kempfer  paf. 
si  sprach  'hilf  mir,  du  himelischer  herre, 
durch  dein  heihge  namen  drei, 

5  kum  mir  zu  hilf  und  mach  mich  meiner  sorgen  frei, 
ein  schwacher  graf  der  spricht  mir  an  mein  ere. 
ich  wolt  kiesen  lieber  den  tot  e  ich  den  grafen  neme. 
er  ist  ein  ungetreuer  man, 
mit  seinem  adel  er  mir  nit  geleichen  kan, 
wan  er  sein  gleich  an  mich  gar  wol  bekeme.' 

14  Da  si  got  also  tief  ermant 

gar  pald  got  bort  ir  pct  und  ir  sein  hilfe  sant, 
erparmt  sich  über  dise  meit  zu  stunden, 
selbs  laute  sich  die  glocke  gar. 
5  vor  leid  so  rauft  die  maget  aus  ir  gelbes  liar. 
sie  sprach  'erlös  mich,  her,  durch  dein  fünf  wunden.' 
ein  ritter  ir  got  aus  erweit  der  für  si  kempfen  sohle, 
ein  grosse  clag  si  da  an  fing, 
vil  heisser  zeher  da  aus  iren  äugen  ging. 
da  clang  auch  laut  die  schell  von  clarem  golde.  [488^] 
ein  hlatt  fehlt 
22  Si  dinten  got  tag  unde  nacht, 

gar  lobelich  ward  der  gots  dinst  von  in  vollbracht, 
si  gingen  für  den  gral  in  hohen  cren. 
die  edlen  musten  pesen  tragn 


LORENGEL  185 

5  zu  pusz.  da  höret  man  ein  jemcrliches  clagn. 
der  glocken  don  tet  in  all  freud  verkeren. 
'hilf  uns,  Maria,  reine  meit,  tu  unser  nit  vergessen, 
erfreu  uns  schir,  du  niaget  her, 
des  pit  wir  dich  durch  deines  hben  kindes  er. 
der  glocken  don  hat  uns  schwerlich  besessen.' 

23  Nu  höi-t  wie  es  dar  nach  erging, 

ein  hell  hiesz  Key,  wie  es  der  selbig  da  an  fing. 
der  was  ein  stum  und  pot  got  wird  und  ere. 
sein  andacht  da  die  glocken  zwang 
5  die  im  erschrockenlich  in  seinen  oren  clang. 
er  ward  reden  und  sprach  'folgt  meiner  lere. 
her  Parzefal  der  hat  ein  kint,  ein  keusche  maget  reine. 
Isilia  ist  si  genant. 

ir  tugent  und  ir  wirdikeit  ist  weit  erkant, 
got  hört  ir  pet  für  uns  all  gar  gemeine. 

24  Durch  got  solt  ir  mit  mir  hin  gan 

zu  Zedlamar,  das  edel  tirlein  woll  wir  han 
und  wollen  das  got  zu  eim  opfer  bringen, 
das  tirlein  schuf  die  gotes  kraft, 
5  mit  gnad  und  heilikeit  so  ist  das  tii'  behaft. 
das  opfer  wir  so  mag  uns  wol  gelingen, 
das  tir  auf  rotem  golde  stat,  tu  ich  euch  fürbasz  künde, 
das  tir  kein  ander  narung  hat, 
es  speist  der  schmak  der  von  dem  claren  golde  gat 
und  der  atem  aus  seiner  muter  munde.' 

25  Nu  höret  fürbasz  abenteur. 

ir  clag  nam  schir  ein  end,  got  tet  in  hilf  und  steur. 
nu  hört  was  da  her  Key  fürbasz  gedachte, 
er  sprach  'nu  folget  mir  zuhaut. 
5  die  edlen  all  kleid  man  in  einen  fleydigant, 
als  in  Joram  von  Teilenbrunn  her  brachte.' 
das  kleit  ob  aller  wirde  schwebt  als  ich  euch  wil  bedeuten, 
dar  inn  ward  got  gar  tief  gemant 
dasz  er  sein  gothch  hilf  und  gnad  in  gab  und  sant. 
da  nam  gar  schir  ein  end  der  glocken  leuten. 

26  Die  künigin  sprach  zu  der  frist 

'her  Key,  ich  wen  dasz  gotes  engel  in  dir  ist 
und  hat  den  pösen  geisl  von  dir  gezwungen. 


186  LORENGEL 

was  du  hast  in  deim  sinn  erdacht 
5  hast  du  mit  gotes  kraft  vor  uns  zu  Worten  bracht, 
von  dir  wirt  noch  gesaget  und  gesungen, 
der  engel  hat  den  pösen  geist  mit  kraft  von  dir  getriben, 
grosz  wunder  ist  an  dir  geschehn. 
kein  wort  hört  nie  kein  mensch  vor  von  dir  ie  gejehn. 
die  gnade  gots  ist  ganz  in  dir  bekUben.'  [488b] 

27  Küng  Artus  und  die^fiirsten  sein 

traten  gar  züchtiglich  hin  für  die  kimigein 

und  fragten  si  was  Keye  het  gesprochen. 

die  küngin  tugentUchen  sprach 
5  'her  künig,  merkt  das  grosse  wunder  das  geschach. 

Kei  was  ein  stum,  sein  red  hat  für  gebrochen.' 

der  künig  hsz  vil  reiche  wat  da  an  die  kinder  messen. 

si  wurden  ziret  lobeleich, 

si  dinten  all  dem  grales  engel  in  dem  reich. 
>  des  wil  ir  got  auch  nimmer  mer  vergessen. 

28  Da  was  vil  edler  fürsten  kint 

geziret  lobelich  recht  als  die  engel  sint 
die  got  selber  mit  eren  hat  gespeiset, 
si  wolten  in  das  münster  gan. 
5  her  Parzefal  der  edel  hiesz  si  stille  stan, 
er  sprach  'ir  wert  noch  anders  underweiset. 
man  sol  uns  vor  ein  ampt  vollbring  ein  prister  in  dem  sale, 
so  kumt  geflogn  ein  taub  so  rein 
und  bringt  ein  reine  oblat  auf  den  altarstein, 
so  ge  wir  in  das  münster  mit  dem  grale.' 

29  Her  Parzefal  ins  münster  trat 

mit  dreien  fürsten  kinden  die  er  mit  im  pat. 
die  paten  alle  got  aus  herzen  gründe 
'der  ewig  got  der  uns  erschuf 
5  der  woll  erhören  gnediglich  den  unsern  ruf.' 
da  kam  ein  taub  von  himel  zu  der  stunde, 
si  bracht  ein  brief.  den  nam  zuhant  ein  keusche  maget  reine, 
als  bald  die  meit  den  brief  an  sach 
gar  tugentlich  di  süsz  da  zu  in  allen  sprach 
'hört,  grosse  wunder  find  ich  hie  aleine. 

30  Den  brif  sent  uns  die  gotes  kraft. 

nu  tret  her  zu,  her  küng,  mit  aller  ritterschaft, 


LORENGEL  187 

verneint  mein  red.  mir  ward  nie  mer  so  leide, 
nu  merkt  von  wan  uns  kumt  der  schal, 
5  dar  umb  das  ganz  küngreich  betrübt  ist  über  al. 
das  leit  wend  uns  got  und  sein  muter  beide, 
got  hat  uns  her  gesant  den  brief  von  himel  zu  den  stunden.' 
den  brief  nam  selber  in  die  haut 
die  künigin,  brach  in  auf  vor  in  allen  sant. 
sie  sprach  'her  küng,  hört,  den  brief  hab  ich  fanden.   [489a] 

31  Ein  edle  fürstin  weit  erkant 

die  leit  grosz  not,  ein  herzogin  dort  in  Prafant. 
vernemt  die  clag  der  edlen  herzoginne. 
ein  graf,  der  ist  ir  dinestman, 
5  der  irem  fater  lange  zeit  was  undertan, 
der  spricht  si  an,  des  sein  betrübt  ir  sinne, 
er  spricht  si  an  wol  umb  die  e  dort  vor  dem  keiser  reiche, 
ir  lant  hat  er  bezwungen  gar 
pis  auf  zwen  hekl,  die  dienen  noch  der  maget  dar. 
dort  in  Prafant  fint  man  nit  sein  geleiche. 

32  Vor  dem  römischen  keiser  zart 

hat  man  ein  urteil  tan  der  magt  von  hoher  art. 
ein  kempfer  rausz  si  han  die  erentreiche 
der  disen  grafen  tür  bestan. 
5  in  allem  land  si  keinen  kempfer  finden  kan, 
si  weisz  kein  helt  der  dem  grafen  geleiche, 
des  ist  ir  herz  umbfangen  ser  mit  jamer  und  mit  leide, 
der  soltu,  her,  ein  kempfer  gebn, 
den  pesten  helt  aus  disem  reich,  das  merket  ebn. 
auf  disen  tag  musz  er  von  hinnen  scheiden. 

33  Das  wil  haben  der  ewig  got. 

dar  nach  rieht  euch,  her  küng,  dasz  man  ir  helf  aus  not. 
tut  ir  des  nit  so  würd  uns  freud  gar  teure, 
das  merkt,  ir  fürsten  all  geleich, 
5  den  pesten  ritter  weit  aus  euch  in  disem  reich, 
das  hellt  uns  für  des  grales  schritt  geheure. 
wann  das  geschieht  so  nimt  ein  end  des  wilden  dondres  schalle 
der  uns  kumt  von  der  glocken  dosz.' 
der  don  gar  grausamlich  auf  gen  den  lüften  schosz, 
in  Prafant  lauten  sich  die  glocken  alle. 

34  Und  da  die  herschaft  das  vernam 


188  LORENGEL 

dar  nach  der  tag  mit  seinem  lichten  glaste  kam. 
ein  ritter  sprach  'merkt  künig,  edler  herre, 
ir  solt  auswelen  einen  man, 
5  den  pesten  an  dem  hof  so  ir  in  müget  han. 
dar  zu  zwingt  uns  der  glocken  don  vil  sere.' 
der  fremden  mer  freut  sich  da  fast  manch  stolzer  ritter  milde, 
iglicher  sprach  'das  ist  uns  ebn, 

dar  zu  sei  [489|»]  wir  bereit  nach  preis  und  er  zu  strebn.' 
sie  sprachen  ir  gepet  vor  gotes  pilde. 

35  Des  grales  schrift  man  in  da  seit, 

wie  dasz  in  Prafant  wer  ein  hochgeporne  meit, 
von  hoher  purt  ein  edle  herzoginne, 
die  het  ein  graf,  irs  fater  man, 
5  gar  kempflich  umb  die  e  schwerlich  gesprochen  an. 
'der  send  wir  einen  kempfer  zu  gewinne, 
den  pesten  ritter  den  wir  han  bei  unsern  hosten  eiden, 
pei  uns  den  aller  pesten  degn. 
wann  das  geschieht  so  ist  der  glocken  don  gelegn. 
auf  disen  tag  musz  er  von  hinnen  scheiden.' 

36  Da  sprach  küng  Artus  wandeis  frei 

'verleih  mir  got  dasz  ich  ir  kempfer  selber  sei. 
mit  Schild  und  sper  kan  ich  nach  preise  ringen, 
ich  han  die  kraft  wol  zu  dem  sper, 
5  mit  meiner  ritterschaft  ich  das  gar  wol  bewer. 
mit  gotes  hilf  mag  ich  es  wol  volbringen. 
zu  hochgelopter  ritterschaft  ist  mir  der  leip  gelenke. 
kum  ich  gen  Prafant  in  das  laut 
von  meiner  kraft  würt  im  sein  schilt  und  heim  zutraut, 
auf  dise  reis  kein  helt  für  mich  gedenke.' 

37  Da  sprach  her  Parzefal  der  degn 

'mein  hat  der  grales  engel  noch  pis  her  gepflegn 
wo  ich  ie  was  in  stürmen  und  in  streiten, 
was  Schild  ie  ward  gen  mir  getragn 
5  dar  under  alle  held  wurden  von  mir  erschlagn. 
des  get  mein  lop  durch  manig  reich  so  weiten, 
dort  über  mer  in  heidenschaft  hab  ich  vil  Streits  gepauet 
und  auch  in  der  Persider  laut, 
auf  ritterschaf  man  da  nit  mein  geleich  mer  fant. 
ich  pitt  euch  dasz  ir  mir  des  kampfs  getrauet.' 


LORENGEL  189 

38  Her  Paltlewein  ein  fürst  so  weis 

der  sprach  'ich  han  erfochten  mangen  hohen  preis, 
des  fert  mein  herz  in  frcud  und  hoher  milde, 
keins  Streits  auf  erd  mich  nie  verdrosz, 
5  von  meinem  schwert  das  feur  auf  gen  den  lüften  schosz 
dasz  man  mich  gleichet  einem  leben  wilde, 
auch  [490a]  ist  mir  vil  zu  handen  kumn  die  grossen  stürm 

so  herte, 
mit  streit  ich  mangen  helt  bezwang, 
das  schuf  mein  kraft  dasz  mir  in  stürmen  wol  gelang, 
in  manchem  stürm  hat  mich  mein  haut  ernerte.' 

39  Lewan  ein  junger  ritter  sprach 

'mir  tut  gar  we  der  herzoginne  ungemach.' 
der  fürst  wand  vor  dem  küng  dar  umb  sein  hende 
'ich  pitt  euch,  edler  künig  reich, 
5  schickt  mich  da  hin  zu  hilf  der  maget  minigleich, 
so  nimt  ir  grosse  not  gar  schir  ein  ende, 
tut  es  durch  aller  ritter  er  und  aller  frauen  gute. 
ich  wil  da  hin  auf  dise  fart, 
von  mir  so  würt  der  graf  dort  lenger  uit  gespart, 
ich  tröst  der  edlen  fürstin  ir  gemüte.' 

40  Da  sprach  Iban  der  küne  helt 

'mir  tut  gar  ant  dasz  man  mich  nit  hat  ausderwelt. 
sol  ich  nit  dar,  vil  senfter  wolt  ich  sterben, 
die  reis  wil  ich  nit  lassen  sein. 
5  ich  hilf  ir  wol  aus  not  der  edlen  herzogein. 
darumb  helft  mir  all  umb  ein  urlaup  werben, 
ich  machet  mangen  satel  plosz  zu  Turnau  in  der  auen 
da  ich  ein  künig  selbs  erschlug, 
da  in  sein  ros  auch  tot  zu  seiner  bürg  ein  trug, 
den  klaget  ser  die  ritter  und  die  frauen.' 

41  Da  sprach  der  herzog  Mügelein 

'her  künig,  rüst  mich  auf  die  fart,  mag  es  gesein. 
des  pitt  ich  all  herren  an  disem  ringe 
dasz  si  mir  gönnen  diser  fart. 
5  für  not  so  ward  kein  ritter  nie  so  wol  bewart, 
den  grafen  ich  mit  meiner  hant  dort  zwinge, 
ich  han  bewert  mein  ritterschaft  dort  an  dem  küng  Ortanne, 
da  ich  vil  harter  stürme  pflag. 


190  LORENGEL 

da  manger  ritter  tot  von  meinen  henden  lag. 
man  fm-t  si  tot  von  mir  die  werden  manne.' 

42  Her  Gabin  sprach  'was  hulf  mich  dan 

dasz  man  in  Spangerlant  mich  gleicht  eim  leben  schan 
da  mich  die  küngin  selbs  zu  streit  gund  pitten? 
mit  zweien  risen  ich  da  facht 
5  gar  [490b]  ritterlich  zwen  tag  und  auch  ein  ganze  nacht, 
im  lant  het  vor  niemant  mit  in  gestriten. 
den  ein  ich  da  zu  tode  schlug,  dem  andern  tife  wunden.' 
da  sprach  der  edel  fürst  so  zart 
'ich  pitt  euch,  her,  dasz  ir  mich  schicket  auf  die  fart, 
ich  schlag  den  grafen  tot  in  kurzen  stunden.' 

43  Her  Walman  sprach  'ich  bin  gar  alt: 

doch  weisz  ich  bei  euch  kein  so  kün  und  auch  so  palt 
(euer  keiner  denk  dasz  ich  in  ark  das  meine) 
gen  dem  ich  wolt  mit  streit  verzagen. 
5  das  merkt,  ir  herren,  keinem  wolt  ich  nicht  vertragen 
an  dem  iungen  Lorengel  hie  alleine, 
der  legt  eins  mals  sein  harnasch  an  in  ritterlichem  schalle, 
da  manig  helt  aus  freiem  mut 
sprang  zu  dem  zil  als  noch  manch  werder  ritter  tut: 
er  sprang  zvvelf  schuch  weit  für  die  plossen  alle. 

44  Mein  munt  im  hohes  lobes  gicht, 

doch  taug  er  vor  der  jugent  zu  dem  kämpfe  nicht, 
man  darf  wol  guter  held  zu  solcher  ferte. 
nu  schickt  mich  dar  mit  meiner  wer. 
5  ich  han  zwelf  jar  gestriten  vor  dem  keiser  her 
dasz  ich  das  feit  behilt  alein  und  werte, 
ich  pitt  euch,  edler  künig  reich,  dasz  ir  das  wolt  bedenken, 
die  warheit  ich  euch  allen  sag : 
ein  gutes  wafen  ich  an  meiner  selten  trag, 
das  kan  ich  wol  durch  herte  helme  schwenken.' 

45  Her  Wenzel  dem  tet  ant  und  zorn 

dasz  man  in  nit  het  zu  eim  kempfer  auserkorn. 
er  sprach  'das  tut  mein  er  und  manheit  krenken. 
ich  wil  da  hin  und  pin  bereit. 
5  wer  es  dem  küng  und  allen  seinen  recken  leit, 
auf  dise  reis  darf  niemant  für  mich  denken.' 
ein  iuncfrau  in  da  straft  und  sprach  'eur  zorn  möcht  uns 
Verliesen 


LORENGEL  191 

grosz  er  und  unser  wirdikeit. 

uns  hat  des  grales  sclirift  auch  hie  fürwar  geseit, 

küng  Artus  der  sol  selbs  ein  kempfer  kiesen.' 

46  Ein  edler  forste  hiesz  Joram, 

der  rett  als  einem  [491a]  künen  degen  wol  au  zani. 
der  gleichet  mit  manheit  wol  dem  Fernere, 
gewapnet  auf  sein  ros  er  sasz, 
5  gar  hoher  ritterschefte  er  sich  da  vermasz 
und  paret  freischlich  sam  ein  wilder  pere, 
üesz  im  ein  gürtel  tragen  dar,  den  pand  er  umb  sein  seiten' 
der  gab  im  sterk  und  mannes  kraft, 
dar  zu  kund  er  gar  wol  mit  werder  ritterschaft. 
sein  herz  ie  topt  nach  stürmen  und  nach  streiten. 

47  Der  iung  Lorengel  kam  auch  dar, 

mit  im  fürsten  und  herren  gar  ein  grosse  schar, 
da  si  funden  fi'auen  und  meget  reine, 
da  in  sein  Schwester  ane  sach 
5  gar  tugentUch  si  da  zu  irem  bruder  sprach 
'owe  der  not'  und  ward  gar  heisse  weine, 
man  fragt  die  maget  tugentlich  was  ir  geschehen  were. 
si  sprach  'mich  reut  und  jamert  ser, 
sol  ich  mein  edlen  prüder  sehen  nimmermer. 
der  sol  der  kempfer  sein,  owe  der  schwere.' 

48  Sein  muter,  Parzefales  weip, 

di  sprach  'traut  sun,  bewar  dir  got  dein  jungen  leip.' 
si  umbefing  den  helt  mit  iren  armen, 
vil  liphch  er  geküsset  wart 
5  an  seinen  rosenfarben  munt,  der  het  kein  part. 
ir  grosses  leit  gund  man  und  weip  erparmen. 
Lorengel  dem  ein  ende  gab,  sein  mut  was  im  geringe, 
er  ruft  seim  kamrer  zu  im  dar. 
die  fürsten  namen  sein  mit  ganzem  fleisse  war. 
sein  ros  und  harnasch  hiesz  er  im  her  bringe. 

49  Man  bracht  im  zeuges  wol  die  wal. 

da  wapnet  in  selber  sein  fater  Parzefal. 
sein  herz  vor  leid  als  ie  kein  zunder  prante. 
man  bracht  im  schilt  und  helme  gut. 
5  das  tet  ein  stolzer  degen,  der  was  hochgemut, 
der  hiesz  Neithart  und  was  aus  Ungerlante. 


192  LORENGEL 

sein  ros  was  stolz,  an  massen  gut,  das  man  im  da  nach  furte, 

sein  kraft  und  sterk  in  nie  betrog. 

es  was  so  schnell  dasz  sein  mut  in  die  lüfte  flog 

und  doch  die  erd  mit  seinen  füssen  rurte.  [491b] 

50  Er  sjDrach  'küng,  edler  herre  mein, 

mein  herz  urlaup  begert  von  euch,  mag  es  gesein.' 
er  neigt  dem  küng,  gesegnet  si  all  gleiche, 
er  sprach  'got  woll  eur,  muter,  pflegn. 
5  mein  edlen  fater  den  befil  ich  gotes  segn 
und  all  die  pleiben  hie  in  Frankenreiche.' 
dar  mit  schid  hin  der  degen  gut  nach  preis  und  reichem  solde. 
sein  muter  cleglich  im  nach  sach, 
si  ward  kraftlos,  vor  allem  folke  das  geschach. 
si  must  in  faren  lan  als  es  got  wolde. 

51  Er  neigt  sich  gen  der  künigein. 

da  sprach  aus  freiem  mut  der  edel  ritter  fein 
'bewar  euch  got,  ir  werden  ritter  alle.' 
er  umbefing  die  Schwester  sein, 
5  er  sprach  'bewar  dich  got,  du  schönes  megetein, 
pitt  got  für  mich,  ich  far  dahin  mit  schalle.' 
da  bei  was  manig  edels  weip,  die  weinten  all  geleiche 
umb  des  jungen  Lorengels  fart. 

im  wünschet  glück  und  heil  manch  schöne  iuncfrau  zart, 
si  paten  got  für  in  andechtigleiche.  -  ? 

52  Von  dannen  scliied  der  hochgeporn, 

wan  got  selber  het  in  zu  kempfer  auserkorn 
dasz  er  solt  fechten  für  die  herzoginne. 
sein  ros  was  stolz  und  dar  bei  stark, 
5  es  was  wol  wert  des  claren  goldes  hundert  mark, 
das  schenket  im  die  edel  küniginne. 

sein  Schwert  das  was  an  massen  gut,  gemacht  mit  sinnen  reiche, 
es  laucht  und  gab  vil  lichten  schein, 
er  fürt  gar  ritterlich  das  reiche  wapen  sein, 
kein  helt  mocht  in  den  Zeiten  im  geleiche. 

53  Küng  Ai'tus  und  die  fürsten  sein 

gaben  im  das  geleit  dem  stolzen  ritter  fein, 
der  helt  was  kün,  seins  mutes  unverdrossen, 
gar  pald  er  nach  dem  zäum  da  greif, 
5  gar  ritterlich  so  trat  er  in  den  stegereif. 


LORENGEL  193 

ein  wilder  schwan  kam  her  gen  im  geflossen 

der  fürt  mit  im  ein  schif  so  gut,  von  got  het  er  die  lere. 

der  fürst  sprach  zu  dem  diner  sein 

'ker  wider  heim  wol  mit  dem  guten  folen  mein, 

ich  far  mit  disem  schwan  wo  er  hin  kere.'  [492a] 

54  Der  Lorengel  was  schon  hereit. 

gar  schnell  der  helt  da  in  das  schif  loblichen  schreit, 
ein  guten  schilt  fürt  er  in  seinen  armen, 
der  fater  und  die  muter  sein 
5  di  liden  umb  den  jungen  fürsten  schwere  pein. 
ir  beider  jamer  moclit  got  wol  erparmen, 
auch  bracht  man  im  zwo  pulgen  gut  mit  speis  und  edlem  weine, 
er  sprach  'zu  got  hab  ich  mich  pflicht; 
durch  den  ich  far  der  lest  mich  ungespeiset  nicht.' 
hin  für  der  fürst  und  auch  der  fogel  seine. 

55  Ein  kleines  wasser  in  da  trug 

pis  an  das  mer.  da  leid  eilend  der  ritter  clug. 
hin  triben  in  die  trünnen  gein  den  lüften, 
er  für  bis  an  den  fünften  tag 
5  dasz  der  vil  edel  fürst  gemaches  nie  gepflag. 
er  sach  nit  mer  mit  reicher  speise  güften. 
der  schwan  fing  bald  ein  fischlein  trat,  verschland  es  da  aleine. 
der  edel  fürst  sprach  tugentlich 
'mein  traut  gefert,  den  fisch  hast  du  verzert  an  mich, 
den  solst  du  han  geteilt  mit  mir  gemeine.' 

56  Fürbasz  wil  ich  euch  wunder  sagn. 

der  schwan  stisz  in  das  mer  da  wider  seinen  kragn 
nach  seiner  speis,  merkt  was  ich  dar  mit  meine, 
iedoch  kein  fisch  er  da  nit  fing, 
5  ein  schöne  oblat  von  dem  himel  rohe  ging, 
die  fing  der  fogel  lauter  und  auch  reine, 
er  pots  dem  edlen  fürsten  dar,  des  lop  stund  hochgepreiset. 
die  brach  der  helt  mit  seiner  haut, 
er  gab  die  oblat  halp  dem  schwan  die  in  got  sant. 
wo  ward  ie  mensch  und  fogel  basz  gespeiset? 

57  Er  danket  got  mit  inikeit, 

wann  gotes  hilf  die  was  im  alle  zeit  bereit, 
der  schwan  der  gab  im  freud  und  hohe  wunne. 
der  fürst  sprach  'schwan,  ich  danke  dir 


194  LORENGEL 

5  der  lieb  und  treu  die  du  hast  hie  erzeigt  an  mir. 
mir  ward  nie  basz  dort  ob  der  tafelrunne. 
ich  wolt  gern,  weresgotes  will,  dasz  du  mir  solst  zusprechen, 
ob  mir  das  gund  die  gotes  kraft 
so  wolt  ich  [492b]  mit  dir  haben  gut  geselleschaft. 
sust  musz  vil  freud  und  wort  an  uns  geprechen.' 

58  Got  grosse  wunder  worcht  durch  in. 

der  Schwan  sprach  'her,  wolt  ir  nu  wissen  wer  ich  bin, 
ich  bin  ein  engel  und  sol  euch  geleiten. 
ich  für  euch  zu  einer  stat  zu, 
5  dar  inn  solt  ir  beleiben,  helt,  bis  morgen  fru. 
so  solt  ir  euch  fiirbasz  zu  kämpf  bereiten, 
ich  bring  euch  da  der  grafe  ist,  das  merket  hie  besunder.' 
da  sprach  der  fürst  hoch  eren  wert 
'nu  hör  ich  alles  das  mein  junges  herz  begert, 
wan  ich  erfur  vor  nie  so  grosse  wunder.' 

59  Der  schwan  aus  süsser  stimme  sang 

dasz  es  dem  ritter  liplich  in  sein  oren  trang. 
sein  süsz  gesank  den  fürsten  schlafen  lerte. 
des  engeis  stim  was  lobeleich, 
5  des  ward  erfreut  der  edel  fürst  kün  unde  reich, 
dar  mit  der  helt  gen  Antorf  schnell  zukerte. 
da  stund  ein  purger  auf  dem  land,  der  het  in  bald  ersehen, 
bei  im  sein  weip  und  ir  genosz. 
si  sahen  wie  der  helt  her  auf  dem  wasser  flosz. 
der  purger  sprach  'wunder  wil  hie  geschehen.' 

60  Nu  höret,  was  dem  held  geschach 

da  in  der  schwan  hin  bracht  dasz  er  die  leute  sach. 
dar  von  hört  fürbasz  hofeliche  mere. 
der  purger  was  weis  und  clug, 
5  sein  sin  und  mut  in  zu  dem  edlen  fürsten  trug, 
er  sprach  'seit  wilkum,  fürst  und  edler  herre, 
ich  wil  euch  helfen  an  das  lant,  ir  edler  degen  reiche, 
nu  piet  mir,  helt,  eur  werde  haut, 
mich  dunkt,  ir  seit  ein  edler  küng  aus  heidenlant. 
ich  sach  kein  wapen  nie  so  lobeleiche.' 

61  Lorengel  aus  dem  schiffe  sprang. 

sein  edler  schwan  sich  wider  auf  den  se  hin  schwang, 
sein  scheiden  bracht  dem  edlen  fürsten  schwere, 


LORENGEL  195 

er  sach  dem  schwan  gar  senlich  nach. 
5  der  purger  da  zu  seiner  libsten  frauen  sprach 
'hört,  frau,  das  sein  gar  wunderliche  mere.' 
sein  schilt  der  fürst  da  selber  trug,  das  schwert  in  seiner  hende. 
der  purger  zu  dem  her  [493a]  ren  sprach 
'ir  edler  fürst,  ir  habt  gehten  ungemach, 
al  euren  kumer  ich  euch  wider  wende.' 

62  Er  nam  des  beides  gute  war. 

sein  harnasch  laucht  und  gleisz  von  edlem  golde  dar, 
der  was  gemacht  mit  meisterlichen  listen. 
der  purger  einen  knecht  hin  sant 
5  dasz  er  bald  brecht  das  aller  kosperlichst  gewant. 
das  bracht  man  dem  herren  in  kurzen  fristen, 
der  purger  sprach  'ir  edler  her,  ir  solt  euch  freuden  nieten. 
gebt  mir  eur  schwert,  traut  herre  mein, 
durch  aller  ritter  er  (ir  mügt  wol  sicher  sein), 
des  wir  euch,  edler  her,  in  treuen  pitten.' 

63  Das  schwert  gab  im  der  kün  weigant. 
da  ward  dem  fürsten  grosse  er  bekant. 
vil  manig  schöne  frau  gen  im  her  gingen, 
si  hetten  sich  geziret  fast, 

5  si  eilten  all  zu  sehen  den  vil  edlen  gast, 
gar  lobelich  si  da  den  helt  enptlngen. 
manch  schöne  maget  vor  im  stund  in  gold  und  clarer  seiden, 
die  waren  hübsch  und  minigleich, 
da  lebt  mit  in  in  wunn  und  er  der  fürst  so  reich, 
sein  iunges  herz  gund  allen  unmut  meiden. 

64  Der  purger  sprach  'ich  pit  euch  fast 

dasz  ir  seit  heint  bei  mir  selber  wirt  unde  gast, 
ob  euch  das,  edler  fürst,  nit  wolt  verschmähen, 
was  ich  vermag  und  gutes  han 
5  das  sol  euch,  edler  her,  sein  willig  undertan. 
mein  armen  dinst  solt  ir  von  mir  enpfahen.' 
der  purger  schuf  im  gut  gemach  mit  trinken  und  mit  essen 
in  einem  kosperlichen  sal, 
der  was  gezirt  mit  gold  und  seiden  über  aL 
also  was  ider  man  zu  tisch  gesessen. 

65  Die  tafeln  waren  schon  bereit, 

gedeckt,  vil  weisses  prot  und  speis  dar  auf  geleit, 


196  LORENGEL 

manch  schöns  trinkfasz  mit  gold  und  edlem  steine, 
der  wirt  des  fürsten  nit  vergasz, 
5  legt  im  wider  sein  füsz  seiden  und  materasz. 
er  sasz  bei  in  loblich  der  degen  reine, 
zwen  [493bj  spilman  traten  für  in  dar  und  machten  süsz 

gedöne. 
der  purger  het  ein  tochter  fein 
die  pot  dem  edlen  fürsten  selbs  den  claren  wein; 
si  dint  zu  tisch  die  edel  maget  schöne. 

66  Si  sprach  'her,  habt  kein  unmut  nit. 

in  diser  stat  da  sitzt  mit  haus  ein  edle  dit, 
di  sein  all  undertan  der  herzoginne. 
si  tragen  preis  und  hohen  mut, 
5  auch  sein  si  alle  zeit  vor  schänden  wol  behut. 
die  bring  ich,  her,  für  euch  mit  clugem  sinne, 
die  Waldemar  sein  si  genant,  geporn  in  disem  reiche, 
in  Prafant  und  in  Engellant 
dar  innen  sein  die  edlen  herren  wol  bekant. 
in  disem  land  fint  man  nit  irn  geleiche.' 

67  Der  purger  der  ging  selber  dar 

da  er  die  edlen  herren  fand  auch  alle  gar, 
fand  si  auf  einem  plan  in  reichem  schalle, 
bei  in  vil  manges  fürsten  kint, 
5  vil  iunger  held  die  rittermessig  sint. 
die  stunden  auf  gen  disem  purger  alle, 
da  kam  vil  manig  stolzer  man  die  im  engegen  gingen, 
vil  reiche  speis  trug  man  auch  mit. 
aus  fremden  landen  kam  in  her  der  selbig  sit. 
gar  schon  si  da  den  Callebrant  empfingen. 

68  Man  pat  in  sitzen  da  zuhant. 

er  sprach  'ir  edlen  herren,  merkt  mich  alle  sant. 
ich  hoff  dasz  uns  grosz  heil  und  selde  nahen, 
ir  solt  euch  rüsten  all  gar  schon. 
5  ich  bit  euch  all  zu  haus  (das  ir  nit  wollet  lan), 
ein  edlen  gast  den  helfend  mir  enpfahen. 
sein  heim  leucht  als  ein  spigelglas,  gemacht  zu  ritterscheften, 
sein  brün  und  schwert  ist  auserwelt, 
er  ist  von  edler  art  der  wunderküne  helt. 
auf  im  so  mag  kein  schwert  auch  nit  geheften.' 


LORENGEL  197 

69  Her  Waldemar  den  purger  fragt 

'nu  sag  mir  bald  mer,  ist  der  degen  unverzagt? 
was  herren  mag  er  sein  du  mir  bedeute, 
wie  ist  er  in  das  lant  her  kumen? 
5  hast  du  von  seinem  adel  vor  icht  mer  vernumen? 
wo  dinen  im  die  lant  und  auch  die  leute? 
fürt  er  mit  im  icht  ritterschaft  von  dinern  und  von  sclienken? 
ob  mir  der  helt  peut  seinen  grusz, 
dasz  ich  mich  gen  eim  schwachen  held  nit  neigen  rausz, 
dasz  es  mir  nit  tu  meine  er  bekrenken.' 

70  Der  purger  sprach  'ich  sag  euch  wol, 

er  ist  von  hoher  art,  [494»]  sein  herz  ist  tugent  vol. 
auf  erd  sacli  ich  nie  schöner  mannes  pilde. 
was  Sampson  sterke  ie  gewan, 
5  iedocli  so  wolt  ich  liber  sein  als  diser  man. 
den  fürsten  bracht  zu  land  ein  schwan,  was  wilde, 
ich  ging  spaziren  an  das  mer  nach  meinem  trank  und  speise 
(die  recht  warheit  wil  ich  euch  sagn) : 
ein  schöner  schwan  das  schif  selbs  fürt  an  seinem  kragn, 
mag  wol  ein  engel  sein  in  fogels  weise. 

71  Ich  schuf  dem  held  vil  gut  gemach. 

mein,  meiner  zeit  kein  gast  ich  Heber  nie  gesach. 
ir  fint  in  dort  in  wird  und  reicher  hüte, 
ich  w  eisz  nit,  ob  der  ritter  her 
5  das  lant  behalten  woU  mit  ritterlicher  wer. 
ich  tröst  mich  dises  gasts  in  meinem  mute, 
got  hat  in  selbs  gesendet  her  zu  trost  uns  allen  gleiche, 
ein  schwan  in  her  zu  lande  bracht, 
ich  hoff,  uns  helf  aus  not  der  helt  mit  gotes  macht, 
kein  helt  geparet  nie  so  ritterleiche.' 

72  Da  sprach  her  Waldemar  der  degn 

'ich  und  manch  stolzer  ritter  betten  uns  verwegn, 

wir  müsten  alle  weichen  aus  dem  lande. 

wol  auf,  ir  ritter  und  ir  weip 
5  und  ziret  mit  der  pesten  wat  den  euren  leip. 

wir  wollen  all  da  hin  mit  Calebrande. 

zu  dinst  dem  fürsten  hochgeporn  last  tugent  an  euchspehen. 

stet  im  sein  mut  nach  lob  und  preis, 

er  sich  gen  uns  erzeigt  in  adelares  weis. 
Z.  f.  D.  A.  neue  folge  III.  14 


198  LORENGEL 

das  han  ich  vor  von  fürsten  wol  gesehen.' 

73  Si  riten  frohch  durch  die  stat, 

mit  in  die  pest  gemein  und  auch  der  ganze  rat. 
si  kamen  zu  dem  edlen  fürsten  gangen 
her  Waldemar  und  seine  kint, 
5  di  mit  der  herzogin  waren  hetrübet  sint. 
von  schönen  frauen  ward  er  wol  enpfangen. 
die  herschaft  und  die  frauen  gut  kam  im  zu  dinst  gemeine, 
und  da  si  für  in  ka  [494b]  men  dar 
(wan  er  in  allen  wol  gefiel  der  fürst  so  klar) 
si  freuten  sich,  ir  unmut  der  was  kleine. 

74  Her  Waldemar  den  fürsten  fragt 

'nu  sagt  uns  hie,  ir  edler  ritter  unverzagt, 
habt  ir  ein  edlen  fürsten  ie  erkante? 
der  fürst  der  tafelrunne  pflag, 
5  dar  ob  kein  helt  mit  schänden  nit  gesitzen  mag, 
einer  musz  sein  an  laster  und  an  schände, 
da  wont  ein  edler  fürste  gut  an  alles  wandeis  lere, 
mich  dunket  wol  in  meiner  acht, 
euch  hab  eins  meisters  hant  loblich  nach  im  gemacht, 
her  Parzefal  nent  man  den  ritter  here. 

75  Er  ist  geporn  aus  Frankenreich, 

an  künig  Artus  hof  fint  man  nit  sein  geleich, 
nach  dem  seit  ir  gepildet  adeleiche, 
dem  selben  edlen  fürsten  rein 
5  dem  bracht  ein  engel  einen  kosperlichen  stein 
von  got  her  ab  aus  dem  ewigen  reiche, 
er  hat  vom  stein  wes  er  begert,  helt  er  sich  dar  mit  rechte, 
der  stein  der  hat  von  got  grosz  kraft 
und  wil  neur  sein  bei  hochgelopter  ritterschaft 
und  kumt  auch  nimermcr  aus  dem  geschlechte. 

76  Merkt,  her,  ich  han  mit  gotes  kraft 

wol  hundert  jar  gepflegen  werder  ritterschaft. 
von  meiner  hant  leit  tot  manch  ritter  feine, 
nu  graet  mir  mein  har  und  part. 
5  ich  sach  den  jamer  und  die  grossen  herefart, 
da  künig  Etzel  zoch  pis  an  den  Reine, 
zoch  mechtiglich  in  Spangerlant  (das  was  auf  in  geerbet) 
und  auch  durch  Frankenreich  fürt  an. 


LORENGEL  199 

dasz  si  den  zins  nit  brachten  im  gen  Indian 
darumb  wolt  der  die  weit  ganz  han  verderbet. 

77  Fürbasz  bescheid  ich  euch  der  mer. 

was  ich  von  meiner  jugent  han  gehört  bis  her, 
sach  ich  auf  erden  nie  so  grosses  morden 
als  ich  euch,  edler  fürst,  hie  sag. 
5  vor  Cölen  wert  der  streit  wol  zwen  und  zvvenzig  tag 
da  die  eilf  tausent  meid  erschlagen  worden, 
da  niemant  sicher  mocht  gesein  vor  tifen  todes  wunden, 
zu  streit  sich  niemant  da  verbark. 
der  streit  was  auf  dem  Rein  in  [495a]  schiffen  also  stark 
und  auf  dem  land  die  held  in  nöten  stunden.' 

78  Her  Lorengel  gund  fürbasz  fragn, 

er  sprach  'vil  edler  Waldemar,  du  solt  mir  sagn 
wie  mechtig  zog  küng  Etzel  in  der  räche?' 
da  sprach  zu  im  her  Waldemar 
5  'er  het  die  cristenheit  wol  halp  bezwungen  gar, 
er  fürt  von  manheit  zwu  und  zwenzig  spräche. 
im  kam  Tulant  her  über  mer  mit  einem  her  so  breite, 
hets  Parzefal  nit  widerwant 
(der  fürt  zu  hilf  den  hosten  gral  in  seiner  hant), 
er  het  verderbt  die  ganzen  cristenheite. 

79  Hört  fürbasz,  edler  herre  mein. 

ein  edler  graf  der  sasz  zu  Kölen  an  dem  Rein, 
den  wolten  die  von  Cöln  ganz  han  bezwungen, 
dar  durch  fing  sich  der  jamer  an. 
5  er  wolt  in  irem  land  sein  her  und  haubetman. 
den  haben  si  gewaltiglich  verdrungen, 
sie  schlugen  im  ein  prüder  tot  und  vil  der  ritter  here. 
der  graf  das  clüglich  an  in  räch, 
hört,  edler  her,  was  abenteure  da  geschach. 
er  bracht  ir  lant  und  leut  in  grosse  schwere.' 

80  Lorengel  fraget  in  fürbasz 

'sag,  Waldemar,  war  umb  tet  diser  grafe  das 
dasz  er  die  stat  mit  räch  also  verderbet?' 
da  sprach  her  Waldemar  zuhaut 
5  'er  wolt  ein  fogt  zu  Köln  und  herre  sein  genant, 
und  sprach  es  wer  mit  recht  auf  in  geerbet, 
er  kam  von  den  von  Cöln  in  not,  man  schwecht  im  sein  gerichte 

14* 


200  LORENGEL 

und  teten  aus  dem  land  in  jagn. 

si  wollen  in  auch  selber  kaben  tot  gescblagn 

und  hingen  im  zwelf  ritter  zu  gesiebte. 

81  Sein  bruder  bleib  auch  bgen  tot. 

der  graf  kam  über  die  maur  aus  mit  angst  und  not, 
hin  auf  sein  schlosz  kam  er  zu  fusz  gegangen. 
dar  auf  fand  er  sein  schönes  weip, 
5  dar  bei  manch  trüpte  frau,  clagten  ir  menner  leip. 
mit  jamer  und  mit  leid  ward  er  enpfangen. 
das  lag  im  in  seim  herzen  schwer,  er  wolt  nach  rachsal  ringen, 
hört  wie  der  graf  die  räche  fant. 
er  dacht  an  künig  Etzel  in  der  Hennen  laut 
und  wie  er  den  auch  möcht  zu  lande  bringen. 

82  Er  liesz  im  machen  kosperlich 

wol  zwei  und  dreissig  huf  [495b]  eisen  (nu  merket  mich), 
das  was  alls  clares  golt  lauter  und  reine, 
sein  ros  er  hsz  beschlagen  mit. 
5  und  wer  den  grafen  fragt  von  wann  im  kern  der  sit, 
er  schweig  und  trug  die  list  in  im  aleine. 
er  reit  zu  künig  Etzel  dar,  der  gröste  her  auf  erde, 
und  da  er  kam  in  Heunenlant 
des  küngs  hofschmit  brach  im  die  eisen  ab  zuhaut 
und  schlug  im  auf  das  edel  golt  so  werde. 

83  Der  edel  graf  so  lobesam 

sein  diener  er  heimlich  da  auf  ein  ende  nam, 
er  sprach  'ir  treuen  diener  alle  sande, 
(wan  ich  euch  treulich  pitten  wil) 
5  ob  imant  nach  dem  gokle  fragt  und  forschet  vil 
so  sprecht,  ich  hab  sein  gnug  in  meinem  lande, 
ich  pitt  euch  dasz  ir  wolt  mein  not  gar  treulich  hie  betrachten, 
ob  euch  ein  eisen  bricht  enzwei 
so  tut  sam  ir  des  golds  nit  achtet  umb  ein  ei. 
was  man  euch  fragt  des  sollend  ir  nit  achten.' 

84  Hört,  edler  fürst,  was  da  geschach. 

des  künges  schmit  die  negel  aus  den  hufen  brach, 
die  zwackten  auf  gar  schnell  des  schmides  knechte, 
das  golt  gar  wunnighch  erklang. 
5  der  schmit  mit  seinen  knechten  hin  gen  hofe  drang, 
di  knecht  sprachen,  die  stück  wern  ir  mit  rechte. 


LOREiNGEL  SOl 

dar  iimb  Imb  sicli  ein  schlahen  grosz  das  manchem  ward  zu 

schwere: 
umb  dises  golt  mit  grossem  neit 
si  schlugen  da  einander  tife  wunden  weit, 
für  künig  Etzel  kamen  dise  mere. 

85  Da  sprach  der  künig  ungetauft 

'war  umb  han  sich  die  schmid  geschlagen  und  gerauft?' 
ein  ritter  sagt  im  das,  dem  was  er  holde, 
der  ritter  sprach  'ich  han  vernumeö, 
5  es  sei  ein  edler  graf  aus  fremden  landen  kumen, 
dem  sein  sein  ros  beschlagen  wol  mit  golde.' 
der  künig  sprach  'wer  mag  er  sein?  was  landes  kumt  er  here?' 
der  ritter  sprach  'traut  herre  mein, 
man  saget  mir,  er  sei  geporen  an  dem  Rein 
und  sasz  zu  Köln,  das  sein  ie  fremde  mere.' 

86  Der  künig  nach  dem  grafen  sant. 

er  kam  für  in  und  kniet  für  in  da  zuhant. 
der  graf  ward  von  dem  küng  enpfangen  schone, 
er  dankt  dem  edlen  künig  reich. 
5  umb  in  stund  ritter  vil,  die  meinten  all  geleich, 
er  wer  ein  engel  aus  dem  himelthrone. 
sein  harnasch  der  gab  Hellten  schein  vongold  und  von  gesteine. 
drei  Mütter  fehlen 

112 [496a]  schriben  finde. 

her  Waldemar  trat  für  si  dar  mit  rittern  und  mit  frauen. 
die  meit  empfing  in  tugentlich, 
si  sprach  'du  treuer  helt,  du  solt  bescheiden  mich, 
was  sagst  uns  guter  mer?  ich  tu  dir  trauen.' 

113  Er  danket  ir  gar  tugentleich. 

si  sprachen  all  'gnedige  frau,  seit  freuden  reich.' 
'nu  merket  mich'  sprach  Waldemar  der  here 
'uns  kumet  gar  ein  Über  gast, 
5  dem  miltikeit,  tugent  und  ere  nie  gebrast, 
ich  trau  got  diser  helt  helf  uns  aus  schwere.' 
er  sagt  der  fraun,  der  edel  fürst  wer  dar  zu  lande  kumen. 
'in  bracht  da  her  ein  wilder  schwan. 
er  mag  wol  sein  ein  engel  aus  des  himels  thron, 
ich  hoff,  wir  nemen  sein  noch  guten  frumen.' 

114  Die  herzogin  freut  sich  der  mer. 


202  LORENGEL 

si  sprach  'so  trau  ich  got,  er  helf  mir  aus  der  schwer, 
seit  mir  got  hat  den  ritter  lier  gesendet.' 
da  sprach  zu  ir  her  Waldemar 
5  iegt  an  eur  peste  wat  und  nemt  des  fürsten  war. 
von  seiner  haut  würd  euer  leit  gewendet, 
zirt  eucli  und  all  eur  iuncfraun  fein  mit  gold  und  auch  mit 

seiden, 
all  grafen,  ritter  unde  knecht: 

dasz  wir  den  hell  enpfahen  wol  das  dunkt  mich  recht, 
der  helt  hilft  uns  aus  not  und  grossem  leiden.' 

115  Die  fürstin  sprach  'sag  Waldemar, 

wie  kam  er  her  zu  land  der  stolze  ritter  dar?' 
her  Waldemar  sprach  zu  der  herzoginne 
'er  kumt  gar  bald  und  ist  bewart. 
5  von  wann  er  ist  das  weisz  ich  nit  und  auch  sein  fart. 
empfaht  in  schon  und  pfleget  cluger  sinne, 
wir  wollen  im  bis  an  das  mer  engegen  ziehen  träte 
und  nemen  war  wie  er  her  fert 
pis  dasz  er  kumt  zu  land.  got  hat  in  euch  beschert, 
ir  edle  maget,  folget  meinem  rate.' 

116  Sie  kamen  dar  in  kurzer  frist 

und  zugen  im  engegen  gar  an  argen  list 
mit  seitenspil,  mit  harpfen  und  mit  geigen, 
mit  pfeifen  und  mit  lobgesang. 
5  manch  süsser  don  vor  im  da  lobelich  erclang. 
der  hofmeister  gund  im  hoflichen  neigen, 
da  sach  man  manchen  roten  munther  leuchten  ausdemgolde. 
si  hielten  still  da  an  dem  mer. 

her  Waldemar  sprach  'secht,  dort  kumt  der  ritter  her, 
in  bringt  ein  schwan  als  man  in  wünschen  sohle. 

117  Lorengel  schir  zu  lande  kam 

mit  seinem  edlen  schwan,  der  fürste  lobesam. 
her  Waldemar  enpfing  in  tugentleiche. 
das  folk  neigt  sich  gen  im  mit  schall. 
5  her  Lorengel  sprang  aus  dem  schif  und  gruszt  si  all. 
der  schwan  verschwant  vor  in  allen  geleiche, 
der  helt  trat  gen  der  herzogin  (nu  höret    [496l>]   fremde 

wunder), 
mit  im  her  Waldemar  der  helt. 


LORENGEL  203 

die  herzogin  trat  für  den  fiirsten  auserwelt, 
si  vil  für  in  auf  ire  knie  besunder. 

118  Lorengel  sach  si  liplich  an, 

er  sprach  'du  edler  Waldemar,  heisz  si  aufstan. 
mit  treuem  dinst  ich  nimer  von  ir  weiche, 
was  si  begert  zwar  das  sol  sein. 
5  ich  hilf  ir  aus  der  not,  wil  es  der  schepfer  mein, 
erlös  ir  lant  und  leut  und  dises  reiche, 
dar  umb  hat  mich  got  her  gesant  ir  und  dem  land  zu  tröste.' 
her  Waldemar  trat  zu  ii'  dar, 
er  hiesz  si  bald  aufstan  und  nam  ir  eben  war. 
er  sprach  'gnad,  frau,  ir  werdet  schir  erloste.' 

1 19  Nu  höret  fürbasz  abenteur. 

ü'  euglein  dar,  ir  roter  munt  bran  als  ein  feur, 
dar  aus  hesz  si  gar  vil  der  süssen  worte. 
dar  mit  gruszt  si  den  ritter  fein, 
5  si  sprach  'mein  trost,  ir  solt  mir  gotwilkumen  sein, 
mein  leit  und  unmut  habt  ir  mir  zustorte.' 
dar  mit  pot  si  gar  tugenthch  dem  gast  ir  weisse  hende. 
in  sein  genad  ergab  sie  sich. 

si  sprach  'ich  gib  euch  lant  und  leut  und  dar  zu  mich, 
das  sol  euch  dienen  bis  an  euer  ende.' 

120  Er  sprach  'got  dank  euch,  juncfrau  zart, 
durch  got  und  euren  willen  leist  ich  dise  fart 
und  auch  zu  dinste  allen  werden  frauen.' 

er  sprach  zu  ir  gar  tugentleich 
5  'schöne  juncfrau,  ich  bin  her  kumen  in  dis  reich 
euch  und  dem  land  zu  trost,  das  solt  ir  schauen.' 
die  herzogin  sprach  'edler  her,  merkt  eben  was  ich  meine, 
ich  han  zwen  treue  dinestman, 
die  heissen  Waldemar  und  sein  euch  undertan. 
zu  aller  zeit  si  sein  ganz  frum  und  reine. 

121  Dar  zu  grafen  und  freien  gut 

die  ich  noch  han  die  halten  euch,  her,  wol  in  hut, 
sie  dienen  euch  und  mir  zu  allen  zeiten.' 
zu  Waldemar  die  fürstin  sprach 
5  'nu  für  den  helt  mit  dir  und  schaff  im  gut  gemach, 
ir  solt  im  dien  an  alles  widerstreiten.' 
er  fürt  in  in  sein  herberg  trat,  vil  herren  im  nach  drungen. 


204  LORENGEL 

im  folget  nach  weib  unde  man. 

si  fürten  in  ein  sal  den  edlen  fürsten  schan. 

vor  im  trumeten,  pfeifen  laut  erclungen 

122  Dasz  es  weit  in  der  stat  erlial. 

die  herren  riten  im  zu  hofe  über  al. 
her  Lorengel  ward  schon  von  in  enpfangen, 
von  mangem  schönen  raegetein 
5  und  mangem  ritter,  dinten  all  der  herzogein. 
der  Waldemar  sprach  'her,  habt  kein  verlangen.' 
der  fürst  sein  harnasch  da  ab  zoch,  den  sie  von  im  enpflngen. 
sunder  die  frauen  auserkorn 
si  sprachen  'got  sant  uns  den  fürsten  hochgeporn.' 
vernemet  mich,  so  wil  ich  fürbasz  singen, 

123  Die  edel  fürstin  aus  Prafant 

die  legt  an  sich  geschmeid  und  kosperlich  gevvant 
als  ie  ir  fater  pflag  zu  hohen  festen, 
das  was  samat  und  rotes  golt, 
5  gar  wol  gezirt  als  noch  ein  [497»]  fürstin  haben  solt. 
die  wat  was  wol  geziret  nach  dem  pesten. 
ein  mantel,  was  von  samat  gut,  bracht  man  dem  ritter  clare. 
in  het  ein  keiser  wol  an  tragn. 

dar  aus  laucht  manger  stein  mit  clarem  golt  beschlagn. 
das  bracht  im  dar  ein  ritterliche  schare. 

124  Ein  schöne  gürtel  man  her  trug, 

beschlagen  wol  mit  rotem  gold  und  pernlein  clug, 
dar  zwischen  manig  edler  stein  so  reiche, 
ein  guldin  halspant  man  im  bracht 
5  als  einem  fürsten  zam,  was  kosperlich  gemacht, 
das  laucht  von  gold  und  stein  gar  wunnigleiche. 
ein  peck  mitgold  man  im  für  trug,  mit  pilden  wol  durchhauen, 
dar  inn  lag  pernlein  und  rubein. 
das  schankt  si  da  dem  gast  die  edel  herzogein. 
im  puten  er  die  ritter  und  die  frauen. 

125  Der  fürst  legt  au  das  gut  gewant. 

die  herzogin  iren  hofmeister  zu  im  sant. 
der  viel  zu  fusz  dem  fürsten  erentreiche, 
er  sprach  'nu  merkt,  her  degen  zart, 
5  die  kleinet  schenket  euch  mein  frau  von  hoher  art, 
ein  herzogin  in  Prafant  lobeleiche, 


LORENGEL  205 

die  alzeit  hoher  eren  pfligt.  lat  euch  das  nit  verschmähen, 
si  wil  euch  gern  sein  undertan, 
ir  leib  und  gut,  laut  unde  leut,  was  si  mag  han. 
durch  si  soll  ir  die  reichen  schenk  enpfahen.' 

126  Da  nu  die  schenk  also  geschach, 

er  danket  ser  der  landes  frauen  unde  sprach 
'got  sei  der  edlen  keuschen  maget  lone, 
got  halt  in  hut  ir  zucht  und  er.' 
5  er  sprach  'durch  der  juncfrauen  willen  kam  ich  her, 
got  zal  euch  dise  schenk  in  seinem  trone. 
ichwil,  juncfrau,  eurdinersein,  mitschild  und  sper  thurniren. 
und  was  eim  ritter  zimet  wol 
das  wil  ich  enden  gern  durch  euch,  wo  ich  nu  sol. 
in  kampfes  ring  wil  ich  noch  iubeliren.' 

127  Da  sprach  die  fürstin  hochgeporn 

'mein  fater  het  mir  einen  i'ormunt  auserkorn, 
der  het  sein  treu  schentUch  an  mir  gebrochen 
und  spricht  mir  zu,  her,  umb  die  e 
5  vor  dem  römischen  keiser  dort,  das  tut  mir  we. 
ich  trau  got  wol,  es  werd  an  im  gerochen, 
dar  zu  hat  er  genumen  mir  mein  land  und  auch  mein  leute. 
dort  vor  dem  keiser  das  geschach 
dasz  man  mir  und  dem  grafen  da  ein  urteil  sprach 
dasz  ich  ein  kempfer  haben  sol  noch  heute. 

128  Vernemet,  edler  her,  mein  clag. 

ein  kempfer  musz  ich  kan  auf  den  morgigen  tag. 
in  weiten  landen  kund  ich  keinen  finden 
pis  euch  got  selbs  hat  her  gesant. 
5  mein  land  und  leut  nemt,  edler  her,  ganz  in  eur  haut, 
des  tut  euch  hie  und  mein  auch  underwinden 
und  helft  mir  armen  fürstin  hie  kempfen  durch  gotes  willen, 
des  pitt  ich  euch  durch  gotes  er 
dasz  ir  mir  helft  aus  not  mit  ritterlicher  wer: 
so  mügt  ir  mir  den  meinen  kumer  stillen. 

129  Hört,  edler  fürst,  vernempt  mich  basz. 

der  graf  der  brach  sein  treu  an  mir,  ich  trag  im  hasz. 
an  meinem  fater  ist  er  treulos  worden  [497b] 
(das  keinem  frunien  ritter  zimt, 
5  dar  umb  es  mangen  edlen  herren  wunder  nimt). 


206  LORENGEL 

es  stet  nit  wol  dem  ritterlichen  orden 

wann  ein  gut  helt  sein  treue  briclit  und  helt  sein  treu  nit  stete. 

das  claget  von  im  weib  und  man, 

all  die  mir  ie  mit  dinste  waren  undertan, 

die  ganz  gemein  und  mein  getreue  rete. 

130  Da  Lorengel  die  clag  vernam 

da  tet  es  we  dem  edlen  fürsten  lobesam. 
ir  clag  erparmt  in  ser  aus  herzen  gründe, 
er  sprach  'iuncfraulein  liochgeporn, 
5  seid  ir  mich  habt  zu  einem  kempfer  auserkorn 
ich  hilf  euch  treulich  hie  in  kurzer  stunde, 
und  het  er  aller  risen  sterk  und  auch  Sampsones  krefte, 
wil  got  mit  hilf  mir  bei  gestan, 
so  sag  ich  euch,  es  musz  im  an  sein  leben  gan, 
ich  zwing  den  helt  mit  werder  ritterschefte.' 

131  Dar  mit  der  clageward  geschwign. 

die  Waldemar  dem  fürsten  züchtiglichen  nign. 
dar  nach  hiesz  man  die  tisch  gar  schon  bereiten, 
si  wurden  wol  bedeckt  all  gleich. 
5  das  werde  hofgesind  was  alles  freuden  reich, 
man  trug  da  für  (und  wolt  nit  lenger  beiten) 
manch  kosper  tuch  gar  wol  gezirt  mit  gold  und  licht  gesteine, 
dar  an  manch  tir  entworfen  schon, 
dar  auf  gewürkt  manch  merwunder  und  wilder  man : 
es  was  gemachet  lauter  unde  reine. 

132  Dar  auf  sazt  man  wein  unde  prot 

und  vil  der  kosperlichen  speis  als  man  gepot. 
das  schuf  der  fürstin  kellner  alles  dare. 
der  fürst  ward  leides  wol  ergetzt. 
5  vil  kleinet  reich  wurden  auf  die  tafeln  gesetzt, 
dar  ein  schenkt  man  den  edlen  wein  so  clare. 
die  tisch  die  wurden  wol  gezirt  mit  prot  und  gutem  weine, 
zwen  Jüngling  het  her  Waldemar, 
die  puten  dem  edlen  fürsten  das  wasser  dar 
und  neigten  schon  dem  stolzen  ritter  feine. 

133  Da  sprach  her  Waldemar  der  alt 

'ir  edler  degen,  nemet  dises  wasser  halt, 
wir  wollen  hie  ein  andre  kurzweil  treiben.' 
die  herzogin  pot  in  grosz  er 


LORENGEL  207 

5  mit  essen  und  mit  trinken  manchem  ritter  her, 
dar  bei  ein  jeder  helt  mag  frölich  bleiben. 
Lorengel  paret  adelich  und  nam  das  wasser  palde 
gar  züchtiglich  der  ritter  zart, 
her  Waldemar  sprach  'sitzt,  her  fürst  von  hoher  art; 
ich  preis  eiir  tugent  die  ist  manigfalde.' 

134  Dar  mit  man  für  den  fürsten  trug 

vil  edler  speis  und  wein,  des  gab  man  im  genug, 
zu  tisch  dint  im  manch  stolzer  ritter  clare 
und  manig  schönes  megetein. 
5  nit  fer  von  im  sasz  auch  zu  tisch  die  herzogein 
und  sach  den  held  gar  adelich  geparen. 
wann  si  den  werden  helt  an  sach  so  freut  sich  ir  gemüte, 
wann  er  was  iunk  und  wol  gestalt. 
sein  tugent,  er  unt  manheit  die  was  manigfalt, 
wann  er  pflag  mit  in  allen  ritters  gute.  [498»] 

135  Des  gleichen  auch  die  herzogein. 

ir  roter  munt  der  leuchtet  als  der  licht  rubein, 
recht  sam  ein  ros  durch  süssen  tau  her  gleisset 
in  irer  ersten  blüt  so  rein. 
5  ir  zenlein  waren  weisz  und  dar  als  helfenbein, 
das  ir  durch  iren  roten  munt  schon  weisset. 
ir  wenglein  waren  licht  und  dar,  gar  adelich  geziret, 
dar  aus  ein  schöne  röte  bran. 
si  was  auch  milt  und  erentreich  die  wol  getan, 
in  aller  tugent  ir  herz  iubeliret. 

136  Nu  höret  meins  gesanges  schal. 

mit  schönen  frauen  ward  besetzt  der  weite  sal, 
die  alle  mit  dem  edlen  fürsten  assen. 
da  pflag  man  hübscher  kurzweil  vil 
5  mit  süssem  singen  und  mit  mangeni  seitenspil 
zu  lob  und  er  all  den  die  bei  im  sassen. 
trumeten,  pfeifen  mangerlei  vor  dem  fürsten  erclange 
zu  lob  und  er  dem  ritter  dar, 
dem  edlen  Lorengei.  da  sprach  her  Waldemar 
'mein  her,  laszt  euch  die  zeit  nit  wesen  lange.' 

137  Das  wert  bis  man  zu  hofe  gasz. 

dar  nach  ward  wol  erfreuet  alles  das  da  was. 
die  tisch  die  wurden  da  entplösset  alle. 


208  LORENGEL 

da  trug  man  bald  das  vvasser  dar 
5  und  gosz  es  im  auf  seine  hend  dem  fürslen  dar. 
dar  nach  treib  man  vil  kurzweil  da  mit  schalle 
dort  vor  der  edlen  herzogin  und  vor  den  schönen  frauen. 
Lorengel  sprach  'ach  hilfreich  got, 
verleih  uns  gnad  dasz  ich  vollend  das  dein  gepot 
und  ste  mir  bei:  ich  tu  dir  wol  getrauen.' 

138  Dar  nach  die  mer  gar  weit  erhal, 

dasz  man  es  kündet  fürsten,  herren  über  al 
die  allesant  da  hin  gen  hofe  kamen, 
der  küng  aus  Polant  kam  auch  dar, 
5  mit  im  ein  herzog  reich  mit  einer  grossen  schar, 
der  was  aus  dem  land  Purgunden  mit  namen. 
der  römisch  keiser  kam  da  hin  mit  grossem  hofgesinde, 
bracht  mit  im  mangen  stolzen  helt, 
die  sahen  gern  den  fremden  ritter  auserwelt. 
zu  disem  kämpf  kam  manger  muter  kinde. 

139  Fürbasz  wil  ich  euch  machen  kunt 

wie  auch  dar  kam  graf  Friderich  von  Dundramunt 
für  die  herschaft  in  ritterlicher  wete. 
in  eines  grimmen  leben  mut 
5  kam  er  hin  an  des  keisers  hof  der  degen  gut 
mit  seinen  dienern  die  er  bei  im  bete, 
er  fürt  mit  im  vil  guter  held,  die  stolzen  ritter  feine, 
die  im  all  waren  undertan. 
der  keiser  grusset  in  mit  süssen  Worten  schon, 
er  sprach  'got  dank  euch,  edler  herre  meine.'  [498b] 

140  Die  küchen  wurden  wol  beschlagn. 

die  herschaft  in  der  stat  an  manchem  ende  lagn. 
ir  herberg  was  bestellet  lobeleiche, 
wein,  brot  und  speis  in  allen  gar. 
5  dar  mit  ruft  ider  her  seim  hofgesinde  dar. 
trumeten  und  pusaumen  dank  was  reiche, 
der  keiser  da  den  grafen  lud  dasz  er  mit  im  solt  essen 
der  maiestat  zu  wirdikeit. 
er  sprach  'gnediger  her,  das  ist  euch  unverseit, 
ich  tu  es  gern  und  hau  mich  des  vermessen.' 

141  Das  Wasser  man  den  herren  gosz. 

dar  mit  der  keiser  sasz  zu  tisch  uud  sein  genosz 


LORENGEL  209 

und  auch  graf  Friderich  mit  seinem  rate, 
der  keiser  satzt  in  neben  sich, 
5  er  sprach  zu  im  'du  edler  graf,  bescheid  du  mich 
wie  stets  umb  dich  und  deinen  uidertate?' 
er  sprach  'gnediger  keiser  her,  ich  kans  euch  nit  gesagen. 
mich  dunkt  und  hab  also  vernumen 
wie  dasz  die  herzogin  kein  kenipfer  künn  bekumen. 
das  tut  mir  zorn  und  wil  das  immer  clagen.' 

142  Dar  bei  sasz  manger  fürste  gut, 

da  dienet  in  zu  tisch  manch  ritter  hochgemut, 
man  trug  in  für  gar  kosperliche  speise, 
man  schenkt  in  ein  den  claren  wein. 
5  man  schickt  ein  poten  für  den  keiser  und  die  sein 
und  zu  graf  Friderich  dem  ritter  weise, 
der  pot  sagt  wie  der  herzogin  ein  kempfer  kumen  were, 
für  not  ein  auserwelter  degn, 
des  herz  wer  ganzer  manheit  vol  und  gar  erwegn. 
die  herren  horten  all  gern  dise  mere. 

143  Da  man  zu  hof  die  red  vernam, 

da  sprach  der  keiser  zu  dem  grafen  lobesam 
'sag,  Friderich,  wer  ist  der  ritter  feine? 
ist  er  von  adel  hochgeporn 
5  dasz  in  die  herzogin  zu  kämpf  hat  auserkorn? 
was  landes  herren  mag  diser  helt  seine  ? 
aus  welchem  reich  er  kumen  sei  das  wolt  wir  wissen  gerne* 
da  sprach  der  grafe  tugenthaft 
'her  keiser,  ich  weisz  nicht  von  seiner  ritterschaft, 
von  wann  er  kumt  aus  fremden  landen  ferne.' 

144  Zu  hof  hub  sich  ein  grosser  schal. 

dar  mit  het  man  zu  hof  da  gessen  über  al. 
die  tisch  die  wurden  allesant^enplösset, 
das  wasser  satzt  man  auf  die  tisch. 
5  das  nam  manch  edler  fürst,  es  was  noch  kalt  und  frisch, 
dar  nach  ward  das  wasser  bald  hin  geflösset. 
der  graf  sprach  'edler  keiser  gut,  den  helt  wil  ich  besehen, 
ist  er  ein  ritter  auserwelt, 
zu  nöten  auserkorn  (das  selb  mir  wol  gefeit) 
so  sol  im  wird  und  er  von  mir  geschehen.'  [499a] 

145  Da  sprach  der  edel  keiser  her 


210  LORENGEL 

'ich  sech  den  hell  gar  gern,  nu  sag  uns  von  im  mer, 
von  welchem  adel  diser  hell  sei  kumen.' 
der  graf  sant  hin  gar  schnell  und  trat 
5  zwelf  pukel  gut,  sam  ers  kund  finden  in  der  stat, 
mit  gutem  wein  dem  gast  zu  er  und  frumen, 
wann  er  was  milt  und  erentreich,  sein  gleich  lebt  nit  auf  erde, 
het  er  die  ein  sach  nit  getan 
kein  laster  ich  von  im  sust  me  vernumen  han. 
sein  treu  brach  er  mit  laster  und  geferde. 

146  Graf  Friderich  erzeigen  wolt 

sein  milt  und  gütikeit.  manch  ritter  was  im  holt, 
er  kam  selbs  zu  her  Lorengel  gegangen, 
mit  im  kam  manig  stolzer  hell. 
5  sein  wein  und  schenk  was  also  lobelich  bestelt. 
von  Waldemar  ward  er  gar  schon  empfangen 
und  auch  die  andern  ritter  all  die  mit  dem  grafen  gingen, 
er  dankt  in  allen  tugentleich. 
nu  höret  wie  von  Dundramunt  graf  Fridereich 
den  edlen  gast  er  und  die  sein  enpfingen. 

147  'Seit  mir  gotwilkum,  herre  mein. 

nu  saget  mir,  was  landes  herren  ir  mügt  sein, 
das  west  ich  gern  ob  es  euch  nit  verdrüsse. 
dasz  ich  möcht  euer  wirdikeit 
5  enpieten  zucht  und  er  dar  zu  wer  ich  bereit.' 
so  sprach  der  graf  zu  im  mit  Worten  süsse, 
her  Lorengel  dankt  tugentleich  dem  held  an  alls  geferde, 
er  sprach  'got  dank  euch,  ritter  fein, 
und  Maria,  wollen  all  zeit  eur  ptleger  sein.' 
der  graf  sach  gern  sein  adelich  geperde. 

148  Also  ir  beider  grusz  erging 

da  in  graf  Friderich  gar  lobehch  enpfing. 
fürbasz  hört  von  in  hofeUche  mere. 
die  schenk  man  für  den  fürsten  trug. 
5  die  rufet  aus  ein  edler  ritter  kün  und  clug. 
er  sprach  'ir  hochgeporner  fürst  und  herre, 
das  schenket  euch  ein  werder  helt,  ein  her  in  disem  lande, 
der  ist  graf  Fridereich  genant 
'  von  Dundramunt,  für  not  ein  wunderkün  weigant. 
nemt  das  für  gut,  des  pitt  wir  euch  all  sande.' 


LORENGEL  211 

149  Lorengel  dankt  im  tugentleicli 

der  schenk  die  im  zu  eren  tet  graf  Fridereich. 
er  tet  im  wider  er  und  referenze. 
da  schankt  man  in  den  claren  wein.  [499^] 
5  des  grafen  diener  einer  was  ein  ritter  fein, 
er  gund  botlich  dem  fürsten  das  credenzen, 
er  pot  dem  fürsten  dar  den  wein  und  neigt  im  züchtigleichen. 
her  Lorengel  trank  und  fing  an. 
der  ritter  da  enpting  das  von  dem  fürsten  schan 
und  pots  seim  herren  grafen  Fridereichen. 

150  Man  schankt  den  wein  und  den  reinfal. 

das  hofgesind  trank  alles  in  dem  weiten  sal. 
da  was  vil  freud  und  wunn  gar  manigfalde. 
der  Wirtschaft  pflag  die  herzogein. 
5  graf  Friderich  sprach  zu  dem  gast  'traut  herre  mein, 
habt  guten  mut  dasz  sein  got  selber  walde 
und  laszt  euch  sein  die  weil  nit  lank :  uns  kumt  vil  fremder  geste. 
da  wert  ir  hören  abenteur 
was  ider  helt  ie  tet  in  stürmen  ungeheur.' 
iglicher  sagt  das  pest  das  er  dann  weste. 

151  Da  sprach  der  alte  Waldemar 

'nu  hört,  ir  herren,  nemet  meiner  rede  war. 
ich  hab  getan  vil  mangen  stürm  so  herte 
da  ich  gar  manchen  heim  zubrach. 
5  ja,  her,  durch  werder  frauen  willen  das  geschach. 
durch  die  so  reit  ich  manig  wilds  geferte. 
recht  als  ein  ritter  billich  sol  hab  ich  gefürt  mein  leben, 
ich  sucht  die  stürme  manigfalt. 
ir  edler  fürst,  so  bin  ich  nu  der  jar  zu  alt 
dasz  ich  nit  mer  nach  preis  und  er  mag  streben. 

152  Das  pringt  mir  leit  und  schwere  pein. 

mir  tut  gar  we  das  ungemach  der  herzogein 
dasz  si  manch  zeit  kein  kempfer  nie  mocht  finden 
wie  weit  si  hilf  sucht  durch  die  laut, 
5  pis  euch  got  selber  uns  zu  hilf  hat  her  gesant. 
dasz  ir  euch,  her,  des  kampfs  solt  underwinden 
des  freu  ich  mich ;  der  ewig  got  wol  euch  vor  im  behüte.' 
der  graf  sach  streng  den  ritter  an, 
in  müet  die  red  die  Waldemar  da  liet  getan 


212  LORENGEL 

dasz  im  da  ganz  verschwand  sein  mild  und  gute. 

153  Da  sprach  der  graf  aus  grossem  neit 

'ich  han  mein  tag  getan  vil  mangen  herten  streit 
dasz  man  mich  lobt  in  allen  landen  weite, 
welcher  sich  wider  mich  ie  setzt 
5  der  ward  von  meiner  haut  bis  in  den  tod  geletzt. 
wo  ich  mit  beiden  noch  ie  kam  zu  streite 
(die  ich  allsant  alein  bezwang,  erschlug  si  ritlerleicbe) 
kein  helt  mir  nie  gesiget  an. 
ich  wil  in  gern  anschauen  der  mich  tür  bestan 
mit  kämpf  hie  für  die  herzogin  so  reiche.' 

1 54  Lorengel  sprach  der  hochgeporn 

'graf  Friderich,  solt  ich  verdinen  euren  zorn 
so  bin  ich  doch  durch  disen  kämpf  her  kumen 
zu  hilf  der  edlen  herzogein. 
5  ich  sag  euch  wol  dasz  ich  wil  hie  ir  kempfer  sein 
mit  Schild  und  sper.  ir  nemt  sein  keinen  frumen. 
ich  kempf  mit  euch  als  [500a]  ich  vor  han  vil  mangen  man 

bestanden, 
etlicher  taucht  sich  kün  als  ir 
die  all  ir  ende  namen  gar  in  streit  von  mir: 
das  han  ich  wol  bewert  in  mangen  landen.' 

155  Da  nu  die  red  von  in  geschach 

her  Waldemar  im  pret  zwen  held  dort  spilen  sach, 
zwen  junge  ritter,  waren  lobeleiche, 
das  pretspil  er  in  beiden  nam 
5  und  trug  es  hin  als  einem  weisen  ritter  zam 
und  legt  es  für  den  grafen  Fridereiche. 
der  graf  sprach  'her,  indisem  pret  woll  wir  hie  kurzweil  treiben' 
(der  graf  dar  mit  den  fürsten  ert) : 
'welcher  e  dreu  gewinn  dem  sei  der  sig  beschert, 
so  würt  sein  lop  gebreist  von  man  und  weihen.' 

156  Lorengel  sprach  'das  tu  ich  gern, 

der  dreier  spil  im  pret  wil  ich  euch  wol  gewern. 
nu  spilen  wir  des  kurzen,  merkt  mich  eben.' 
graf  Fridrich  sprach  'her,  das  sol  sein : 
5  welcher  die  minsten  äugen  werf,  traut  herre  mein, 
der  sol  die  ersten  gab  gar  pillich  geben.' 
und  da  der  wurf  von  in  geschach  her  Lorengel  der  r«ine 


LORENGEL  213 

gewan  die  spil  all  dreii  zuhaut. 

das  tet  graf  Friderich  in  seinem  herzen  ant. 

der  fürst  sprach  zu  dem  grafen  da  aleine 

157  'Nu  nemt  der  abenteur  hie  war. 

ich  hab  euch  die  dreu  si)il  hie  angewunnen  gar 
mit  meisterschaft.'  der  graf  begund  sich  rimpfen. 
dar  mit  die  sonn  barg  iren  schein. 
5  graf  Friderich  nam  urlaup  von  dem  ritter  fein 
mit  werten  schnell,  vergangen  was  sein  schimpfen. 
dar  mit  so  schied  der  helt  hin  dan  der  manchen  preis  bejaget, 
mit  im  sein  ritter  und  sein  knecht, 
kam  an  des  keisers  hof,  sein  sach  die  was  nit  schlecht, 
er  was  betrüpt  und  was  doch  unverzaget. 

158  Sein  herz  leid  heimlich  ungemach. 

der  keiser  in  enpfing  und  zu  dem  grafen  sprach 
'du  edler  graf,  sag  uns  hie  offenleiche 
wie  dir  gefalle  diser  helt 
5  und  den  die  herzogin  zu  trost  hat  auserwelt. 
wie  ist  er  von  person  der  erentreiche? 
sag,  wie  der  man  hab  ein  gestalt  durch  all  dein  gut  und  tugent. 
der  graf  da  zu  dem  keiser  sprach 
'so  ritterlichen  helt  ich  vor  nie  mer  gesach, 
doch  taug  er  zu  dem  kämpf  nit  wol  vor  jugent.  [5001»] 

159  Mir  hat  gelobt  der  ritter  fein 

er  woll  der  edlen  herzoginne  kempfer  sein, 
mit  Schild  und  sper  nach  preise  ringen, 
gar  ritterlich  stet  sein  geperd. 
5  her,  ich  gelaub  dasz  sein  geleich  nit  leb  auf  erd.' 
dar  mit  tet  man  da  für  die  herren  bringen 
vil  edler  speis,  wein  unde  prot  tet  man  zu  tische  tragen, 
dar  nach  vil  manig  kün  weigant 
zu  tisch  da  sassen  mit  dem  keiser  alle  sant.' 
nach  tisch  die  herren  irer  rüg  da  pflagen. 

160  Ir  sollet  mich  vernemen  basz. 

der  edel  Lorengel  in  hohen  freuden  sasz, 

er  sach  vor  im  vil  cluger  abenteure. 

grosz  er  det  man  dem  fürsten  gut 
5  mit  edler  speis  und  wein,  der  helt  was  wol  gemut. 

sein  hilf  die  kam  dem  ganzen  land  zu  steure. 
Z.  f.  D.  A.  neue  folge  III.  15 


214  LORENGEL 

her  Waldemar  sprach  'edler  her,  nu  last  euch  iiit  verlangen.' 
da  man  das  abentmal  volbracht 
vil  hübscher  kurzweil  man  da  vor  dem  fürsten  macht, 
die  herzogin  kam  selbs  zu  im  gegangen. 

161  Si  gruszt  in  tugentlich  und  schon 

'sagt  uns,  ir  edler  fürst,  wann  ir  wolt  schlafen  gan, 
so  sol  man  euch  zu  eurem  pette  weisen 
da  ir  wol  seit  an  sorge  gar. 
5  wann  ir,  her,  wolt  so  nemt  zu  euch  her  Waldemar, 
der  dint  euch  gern  der  alt  frum  ritter  greisen, 
der  sol  euch,  her,  gar  wol  bewarn  wann  ir  mügt  nimer  sitzen.' 
er  sprach  'ir  edle  herzogin, 

gebt  uns  urlaup.  an  mein  gemach  stet  mir  mein  sin.' 
der  fürst  schied  da  von  ir  mit  clugen  witzen. 

162  Mit  im  ging  da  her  Waldemar. 

er  fürt  den  fürsten  in  ein  Kemenaten  dar 
die  was  gezirt  mit  gold  und  mit  gesteine, 
dar  in  gemalt  manch  cluges  pild 
5  von  glanzer  färb,  vil  manges  tirlein  zam  und  wild, 
da  stund  ein  pett  von  gold  und  seiden  reine, 
die  herzogiu  ging  selbs  mit  im  und  fürt  in  bei  der  hende 
zu  einem  pett,  was  wol  gezirt, 
mit  edlem  samet  schon  verdeckt  und  gemosirt. 
die  fürstin  schied  von  im  an  missewende. 

163  Sie  neigt  dem  held  gar  adeleich. 

auch  neigt  sich  schon  gen  ir  der  edel  fürst  so  reich, 
da  lag  der  helt  bis  an  den  lichten  morgen, 
pis  dasz  der  Uchte  tag  her  brach. 

5  die  kamrer  kamen  bald  zu  im  in  sein  gemach, 
ritter  und  knecht  dinten  im  unverborgen. 

der  edel  fürst  legt  an  sein  kleit  und  trat  hin  in  den  sale 
da  er  fand  inn  die  herzogein. 
si  stund  gen  im  bald  auf,  umbling  den  ritter  fein, 
er  dankt  ir  schon  der  ritter  von  dem  grale.  [501a] 

164  Hört  fürbasz  dise  abenteur. 

der  edel  fürst  der  het  bei  im  zwen  ritter  teur 
die  sant  er  schnell  zu  grafen  Fridereichen 
dasz  er  zu  im  kem  auf  der  fart. 

6  das  tet  der  graf.    da  sprach  zu  im  der  keiser  zart 


LORENGEL  215 

'ich  pit  dich,  edler  graf  gar  tugentleiche, 

ir  sollet  heut  mit  disem  gast  ein  sper  vor  uns  zubrechen 

durch  mich  und  durch  die  herzogein. 

das  reiten  seit  du  mit  im  tun,  mag  es  gesein. 

tut  im  das  kunt  was  er  dar  zu  woU  sprechen.' 

165  Da  sprach  der  graf  von  Dunramunt 

'ja,  edler  her,  das  tun  ich  gern,  mach  im  das  kunt. 
es  ist  mein  will,  ich  tet  nie  ding  so  gerne, 
mag  ich,  ich  trenn  im  seinen  schilt 
5  mit  einem  sper  umb  dise  herzogin  so  milt. 
wer  er  als  kün  als  Diterich  von  Perne, 
iedoch  wil  ich  den  helt  besten  mit  ritterlichem  reiten, 
dar  nach  in  einer  kurzen  wal 
beste  ich  in  mit  kämpf,  wer  seiner  vir  zu  mal. 
er  musz  mit  mir  hie  kempfen  und  aucli  streiten. 

166  Und  wer  er  noch  so  hochgeporn 

ich  schlag  in  tot,  sein  iunger  leip  der  ist  verlorn, 
ich  kempf  mit  im  nach  ritters  art  und  rechte. 
so  würt  vollendet  diser  streit.' 
5  der  keiser  sprach  'ja,  edler  graf,  es  dunkt  mich  zeit, 
nu  schick  zu  im  die  ritter  und  die  knechte.' 
der  graf  der  sant  im  bald  und  schnell  zwen  edel  ritter  here. 
die  potschaft  pald  geendet  wart, 
die  ritter  kamen  beide  zu  dem  fürsten  zart. 
her  Waldemar  der  det  in  wird  und  ere. 

167  Sie  traten  für  die  herzogein. 

die  edel  magt  enpfin»  gar  schon  die  ritter  fein, 
sie  neigten  ir  und  irem  hofgesinde. 
si  kamen  für  Lorengel  dar. 
5  der  ein  der  sprach  'fürst,  edler  her,  nu  nemet  war 
was  euch  enpeut  graf  Fridrich  der  geschwinde. 
der  hat  uns  her  zu  euch  gesant  und  lest  euch  dar  bei  grüssen. 
er  spricht  durch  aller  frauen  er 
woU  er  mit  euch  zuprechen,  edler  her,  ein  sper 
seid  frauen  manchem  man  sein  kumer  püssen. 

168  Dar  nach  wil  er  in  kurzer  frist 

mit  euch  kempfen  als  mit  recht  geurteilet  ist. 
dar  zu  solt  ir  euch,  edler  her,  bereiten.' 
her  Lorengel  sprach  tugentleich 

15* 


216  LORENGEL 

5  'des  sol  er  sein  gewert,  und  giilt  es  alle  reich, 
ich  hilf  der  herzogin  und  wil  nit  beiten. 
dar  umb  so  bin  ich  kumen  her  das  solt  ir  im  [50 Ib]  pald  sagen.' 
die  ritter  urlaup  namen  trat 
und  sagten  das  dem  grafen  an  der  selben  stat 
dasz  er  es  ritterlich  mit  im  wolt  wagen. 

1 69  Also  die  potschaft  nam  ein  ent, 

die  edel  herzogin  nach  einem  prister  sent 
dasz  er  ir  solt  ein  ampt  loblichen  singen 
zu  lob  und  er  der  trinitat. 
5  mit  irem  hofgesind  si  da  zu  kirchen  trat, 
si  sprach  'mein  got,  lasz  uns  nit  missehngen.' 
her  Lorengel  der  kam  auch  dar  mit  mangem  ritter  werden, 
si  paten  got  all  zu  der  stunt 
'ewiger  got,  tu  uns  dein  gnad  und  hilfe  kunt, 
erzeig  uns  dein  barmherzikeit  auf  erden.' 

170  Das  ampt  sang  man  gar  lobeleich. 

her  Lorengel  ruft  an  got  selbs  in  seinem  reich, 
des  gleichen  auch  die  edel  herzoginne. 
die  ruft  got  und  sein  muter  an 
5  dasz  er  ir  und  dem  held  mit  hilf  wolt  bei  gestan. 
'hilf  mir  aus  not,  himlische  keiserinne, 
erwirb  uns,  reine  magt,  den  sig,  hilf  der  gerechtikeite, 
ich  pitt  dich,  reine  maget  her. 
hilf,  süsser  Jesu  Crist,  durch  deiner  marter  er 
der  an  dem  kreuz  erlost  die  cristenheite.' 

171  Vil  manig  ampt  man  sang  und  las. 

dar  bei  manch  edler  fürst  in  gotes  dinst  da  was. 
keiser  und  küng  die  all  dar  waren  kumen 
si  dinten  got  mit  ganzem  fleisz 
5  und  sagten  got  in  seinem  thron  er,  lob  und  preis, 
manch  andechtiges  pet  ward  da  vernumen. 
da  nu  das  ampt  was  gar  volbracht  da  gab  man  in  den  segen. 
si  trunken  sant  Johannes  minn. 
dar  nach  ging  idermann  zu  seiner  herberg  hin. 
her  Lorengel  liesz  da  nit  underwegen, 

172  Er  kam  mit  einer  grossen  schar 

gen  hof.    mit  im  so  ging  die  herzogin  so  klar, 
grosz  lop  und  preis  der  fürstin  ward  verjehen. 


LORENGEL  217 

der  kellncr  schuf  was  si  gopot, 
5  was  zu  dein  tisclie  höret,  wein  und  auch  das  prol. 
ir  gleich  in  miltikeit  ward  nie  gesehen. 
die  tisch  waren  gespeiset  wol  da  die  herschaft  solt  sitzen, 
als  es  die  fürstin  haben  wolt. 
si  speiset  iunk  und  alt  und  gab  auch  reichen  solt. 
ir  hof  was  wol  bestellt  mit  chigen  witzen. 

173  Dar  nach  als  man  zu  hofe  gasz, 

man  pot  den  herren  wasser  dar  die  weil  man  sasz. 
dar  mit  die  tisch  all  wurden  abgedeckct. 
her  Waldemar  sprach  'edler  her, 
5  euch  pitt  mit  fleisz  mein  hau  die  herzogin  so  ser 
dasz  ir  wolt  sein  frölich  und  unerschrecket.' 
her  Lorengel  sprach  'das  sol  sein,  ich  freu  mich  diser  mere, 
ich  hilf  aus  not  der  herzogein, 
für  si  wil  ich  kempfen,  solt  es  mein  ende  sein, 
mein  manheit  ich  mit  goles  hilf  bewere. 

174  Nu  reichet  mir  mein  prünne  her 

und  meinen  guten  heim,  mein  schilt  und  auch  mein  sper 
und  ein  gut  ros,  ich  wil  den  grafen  strafen.    [502a] 
auch  tragt  mir  her  mein  sturmgewant 
5  und  wapnet  mich'  —  so  sprach  der  wunderkün  weigant  — 
'und  bringet  mir  gar  bald  mein  gutes  wafen.' 
der  hell  verwapnet  sich  zuhaut  in  seinem  harnasch  feste, 
die  fürstin  im  auf  den  heim  pant 
ein  guidein  heftlein,  dar  aus  laucht  ein  licht  jachant 
der  auf  seim  heim  gar  wunniglich  hergleste. 

175  Die  landes  frau  selbs  wapnet  in. 

der  edel  Waldemar  ging  in  den  marstal  hin, 
er  sprach  'marsteller,  merk  mich,  traut  geselle, 
bereit  uns  hie  dem  edlen  gast 
5  das  peste  ros  das  du  in  disem  marstal  hast, 
ein  starkes  ros  das  laufen  müg  gar  schnelle, 
rüst  das  als  zu  dem  kämpf  gehört  und  solt  das  wol  verdecken.' 
das  ros  ward  pald  gesateU  schon, 
der  fürst  was  wol  bereit  und  was  verwapnet  schon, 
kam  auf  den  plan  mit  mangem  guten  recken. 

176  Die  schrank  die  waren  wol  bestalt, 

das  schuf  der  rat  und  auch  der  herzogin  gewalt. 


218  LORENGEL 

dar  ein  sprengt  palil  der  graf  mit  reicher  were. 
die  mer  man  da  zu  hof  vernam, 
5  wie  in  dem  schrank  dort  hielt  der  graf  so  lobesam. 
bei  im  hielt  manig  stolzer  ritter  here. 
der  römisch  keiser  kam  auch  dar,  mit  im  ein  künig  reiche 
aus  Polant  und  manch  fürst  so  wert, 
man  sach  auch  in  dem  schrank  vil  manig  stolzes  pfert. 
das  kam  für  den  Lorengel  schnelligleiche. 

177  Wie  es  nu  ging  merkt  hie  fürbasz. 

ein  weiter  plan  lag  da  der  wol  bestellet  was. 
die  schrank  die  wurden  all  gar  wol  besetzet, 
dar  auf  sasz  guter  wepner  vil 
5  mit  harnasch  und  mit  wer  als  hört  zu  solcliem  spil. 
die  warten  dasz  da  niemant  würd  geletzet 
da  von  den  rossen  über  al  und  von  dem  hofgesinde. 
die  stat  het  man  auch  wol  in  hut, 
dar  inn  die  purger  betten  mangen  wepner  gut. 
vernempt  fürbasz  von  disem  kämpf  geschwinde. 

178  Her  Lorengel  was  auch  bereit. 

die  herzogin  wunsl  im  gelück  und  sehkeit. 
man  bracht  im  ein  gut  ros,  lief  schnelligleiche. 
der  helt  pald  in  den  satel  sprank. 
5  das  ros  mocht  in  nit  tragen,  was  im  vil  zu  krank, 
doch  sasz  dar  auf  der  edel  fürst  so  reiche, 
da  was  vil  ritter  unde  knecht  die  mit  dem  herren  riten. 
vor  im  triuneten  vil  erklang. 
bei  im  reit  Waldemar  den  grosse  sorge  zwang, 
das  ros  was  im  zu  schwach  zu  kampfes  siten.    [502b] 

179  Vor  im  so  reit  ein  langer  helt 

der  fürt  im  vor  das  sper  dem  ritter  auservvelt. 
sie  riten  durch  die  stat  mit  grossem  schalle, 
die  schrank  pald  wurden  aufgetan, 
5  die  edlen  fürsten  wurden  all  dar  ein  gelan. 
trumeten  und  pusaumen  laut  erhalle. 

da  sach  man  manig  stolzes  pfert  laufen  nach  lob  und  preise, 
das  ros  Lorcngels  was  zu  schwach, 
es  trug  in  kaum,    manch  guter  ritter  das  wol  sach. 
da  sprach  zu  im  ein  edler  ritter  weise, 

180  —  Das  was  der  alt  bor  Waldemar  — 


LORENGEL  219 

er  sprach  'das  ros  ist  euch  zu  schwach  led  ich  fürwar.' 
des  antwurt  im  her  Lorengel  gar  palde 
'nu  bringt  mir  her  in  kurzer  frist 
5  ein  ros  das  mich  getragen  müg  und  pesser  ist. 
das  ros  taug  nit  dar  auf  ich  vor  euch  häkle.' 
die  red  kom  pald  dem  keiser  für  der  het  ein  ros,  was  stolze. 
kein  pessers  kund  man  finden  ie. 
des  grafen  ros  doch  pesser  was,  das  merket  hie. 
das  lief  so  schnell  als  von  der  sen  der  polze. 

181  Des  keisers  ros  im  gleichet  nicht. 

da  man  es  bracht  dem  Lorengel  was  es  entwicht, 
was  im  zu  schwach  und  mocht  in  nit  getragen, 
das  wundert  manchen  werden  man. 
5  graf  Fridcrich  wolt  auch  kein  ander  ros  nit  han 
dann  sein  gut  pfert.    das  gund  Lorengel  clagcn. 
dar  umb  die  edel  herzogin  betrübet  wart  von  herzen, 
si  rufet  an  den  reichen  got, 
si  sprach  '3Iaria,  reine  meit,  liilf  mir  aus  not, 
erlös  mich  heut  von  jamer  und  von  schmerzen.' 

182  Getrost  ward  da  die  herzogein 

von  got.    der  sant  Lorengel  da  den  folen  sein. 
der  hef  von  einem  perg  her  ab  geschwinde, 
da  sprach  Lorengel  offenbar 
5  'dort  kumt  mein  ros,  secht  wunder,  edler  Waldemar.' 
'zieht  mir  das  her'  sprach  er  mit  Worten  linde, 
her  Waldemar  eilt  pald  da  hin  da  er  dem  ros  gund  nahen, 
das  ros  das  was  verdecket  wol, 
gesatelt  schon  als  es  ein  kenipfer  reiten  sol. 
das  ros  stund  still  und  liesz  sich  gerne  fahen. 

183  All  weit  des  grosse  wunder  nam, 

die  herren  all.  dasz  da  das  ros  aleine  kam 
das  wundert  manig  mensch  da  also  sere. 
her  Waldemar  der  kam  zuhaut 
5  und  zoch  das  ros  dort  her  dem  wunderkün  weigant. 
dar  auf  sasz  schnell  der  edel  fürst  so  here. 
nu  höret  fürbasz  abenteur  als  ich  euch  hie  bedeute.  [503a] 
grosz  folk  kam  zu  dem  kämpfe  dar 
dort  auf  den  plan  und  in  die  heuser,  nemet  war. 
an  allen  orten  was  es  foller  leute. 


220  LOKEISGEL 

184  Grosz  wunder  da  das  folk  vernam. 

jeder  man  fragen  gund  von  wann  das  ros  her  kam. 
niemaut  kund  wissen  wer  es  bracht  da  here. 
niemant  west  unib  die  rechten  nier 
5  dan  Lorengel  alein.    dem  bracht  man  schilt  und  sper. 
er  sprach  'mein  ritterschaft  ich  heut  bewere.' 
die  sper  die  masz  man  da  zuhant,  die  waren  scharpf  und  herte. 
von  Dundramuut  graf  Friderich 
der  reit  die  ban  fast  auf  und  ab,  bewaret  sich, 
man  räumt  den  plan,  sich  hub  ein  schwinds  geferte. 

185  Si  ritten  auf  einander  dar, 

si  neigten  ire  sper.    des  nam  manch  ritter  war. 
ir  keiner  wolt  dem  andern  da  nit  weichen, 
si  waren  grimmiglich  gemut. 
5  ir  beider  ros  di  waren  schnell  und  dar  zu  gut. 
der  graf  mocht  dem  Lorengel  nit  geleichen, 
der  fürst  stach  da  den  graten  ab,  traf  in  als  er  sein  gerte 
dasz  er  must  fallen  auf  den  plan, 
er  lag  gestrecket  vor  dem  wunderkiinen  man. 
des  grafen  schand  und  laster  sich  da  merte. 

186  Da  ward  erfreut  die  herzogein. 

das  sach  der  keiser  wol  und  manig  ritter  fein 
wie  da  der  graf  so  schentlich  was  gefallen. 
das  was  im  vor  nie  mer  geschehn. 
5  vil  manig  schöne  frau  den  fal  auch  het  gesehn 
dasz  der  graf  siglos  was.   sich  hub  ein  schallen, 
der  graf  sprang  wider  auf  zuhant  in  zornighchem  grimme, 
sein  schilt  fast  bald  der  kün  weigant, 
ging  in  die  schrank  da  er  den  seinen  kempfer  fant 
und  ruft  in  an  mit  kreftiglicher  stimme 

187  'Helt,  euch  sol  widersaget  sein. 

seid  ir  mit  mir  wolt  kempfen  für  die  herzogein 
des  wart  ich  hie  und  sie  in  kampfes  ringe. 
ich  forder  euch,  ir  werder  man. 
5  für  disen  fal  müszt  ir  mir  euer  leben  lan, 
dar  zu  ich  eiicli  mit  meiner  haut  bezwinge.' 
das  horten  frauen  unde  man,  die  herschaft  algemeine, 
da  sprach  der  alte  Waldemar 
'vil  edler  fürst,  liebt  euch  hin  an  den  grafen  dar.' 


LORENGEL  221 

'das  tu  ich  gern'  sprach  Lorengel  der  reine. 

188  Der  hell  von  seinem  ros  ah  trat. 

die  edel  herzogin  got  treulich  liü*  in  pat. 
er  trat  hin  in  den  kreisz  gar  rilterleichen. 
den  schilt  zuckt  für  sich  der  weigant, 
5  er  fragt  den  grafen  bald  und  sprach  'sag  mir  zuhant, 
hell,  wil  dein  zorn  noch  hie  nit  von  dir  weichen?' 
der  graf  wolt  da  dem  fürsten  gut  kein  red  noch  antvvort  geben, 
her  Lorengel  fast  bald  sein  sper, 
des  gleich  tet  auch  der  graf.   in  was  zu  kämpfe  ger. 
der  graf  sprach  'her,  merkt  meine  wort  gar  eben:  [503h] 

189  Ich  sag  euch,  wunderküner  man, 

wolt  ir  mit  kämpf  der  herzogin  euch  nemen  an 
mit  meinem  schwert  schlag  ich  euch  tiefe  wunden, 
dar  umb  sei  euch  hie  widerseit.' 
5  Lorengel  sprach  'das  tun  ich  gern,  ich  bin  bereit.' 
der  graf  schosz  mit  seim  sper  auf  in  zu  stunden, 
schosz  nach  dem  held  in  grimmikeit.    der  helt  gund  im  ent- 

wenken 
mit  einem  ritterlichen  trit. 

Lorengel  zuckt  sein  sper  und  säumt  sich  lenger  nit, 
er  schosz  es  auf  den  grafen  in  den  plenken 

190  Dem  grafen  durch  sein  guten  schilt 

dasz  es  gar  laut  erhal  da  auf  dem  grafen  milt. 
dar  nach  die  held  beid  zu  den  seh  werten  grifen. 
si  fachten  beide  ritterlich. 
5  her  Lorengel  den  grafen  da  treib  hinder  sich, 
sein  schwert  was  gut  und  was  gar  scharf  geschlifen. 
der  graf  schlug  auf  den  fürsten  dar,  des  w  eret  sich  der  degen. 
in  seinen  schilt  die  schleg  er  fing, 
vil  mangen  harten  schlag  der  helt  von  im  enpfing 
dasz  er  sich  schir  des  leibes  het  verwegen. 

191  Der  fürst  bewert  sein  ritterschaft. 

er  schluog  auf  den  grafen  mit  starker  beides  kraft, 
die  schleg  hört  man  gar  weit  in  allen  enden, 
man  bort  es  in  der  ganzen  stat. 
5  her  Lorengel  den  grafen  macht  mit  schlegen  mat, 
die  gotes  kraft  half  im  sein  kumer  wenden, 
er  schlug  den  grafen  helenthaft  oft  nider  zu  der  erden. 


222  LORENGEL 

auf  sprang  der  graf  mit  grossem  neit, 
er  fast  sein  schwert.   erst  hub  sich  gar  ein  grosser  streit, 
si  hetten  beid  vil  ritterlich  geperden. 
t92  Der  keiser  sprach  'bei  unser  krön, 

in  diser  not  so  weich  noch  nie  der  küne  man, 
von  keinem  schlag  sach  ich  den  hell  nie  wenken. 
er  ficht  gar  wol  und  ritterleich. 
5  fürwar  sigt  er  wol  an  dem  grafen  P'ridereich. 
nach  ritterlicher  kunst  kan  er  sich  lenken, 
der  graf  mag  im  nit  lang  vor  stan  vor  seinen  schlegen  schwere.' 
sein  swert  fast  bald  der  kün  weigaut, 
er  schlug  dem  grafen  wunden  tief  durch  helmes  pant. 
das  rote  blut  flosz  von  dem  grafen  sere. 

193  Manch  wund  im  der  Lorengel  schriet 

durch  prün  und  heim  als  im  sein  werde  manheit  riet, 
des  grafen  plut  gund  im  sein  harnasch  röten, 
der  graf  der  was  erzürnet  gar 
5  und  schlug  mit  grossem  zorn  hin  auf  den  fürsten  dar. 
das  half  in  nit,  er  stunt  in  grossen  nöten. 
es  half  in  nit  wie  kün  er  was,  sein  man  het  er  da  funden. 
den  Lorengel  versert  er  nie 
als  klein  als  umb  ein  har,  das  müet  den  grafen  ie. 
er  was  versert  mit  mancher  tifen  wunden.    [504»] 

194  Lorengel  auf  den  grafen  schlug 

dasz  er  da  vor  im  lag.   des  lacht  der  ritter  clug. 
der  graf  sprach  'edler  her,  nemt  mich  gefangen 
und  gnadet  an  dem  leben  mir. 
5  den  sig  habt  ir  gewunnen  nach  der  fürstin  gir.' 
'nein,'  sprach  der  fürst,  'es  ist  umb  dich  ergangen.' 
der  graf  sprach  'her,  durch  all  cur  er  nu  lasset  mich  genesen.' 
Lorengel  sprach  'es  mag  nit  sein, 
du  hast  dein  treu  gebrochen  an  der  herzogein, 
dar  um  must  du  des  todes  eigen  wesen.' 

195  Der  graf  sprach  'edler  ritter  fein, 

durch  got  und  alle  weip  frist  mir  das  leben  mein, 
durch  die  fürsten  und  aller  ritter  ere.' 
der  helt  gund  wol  bedenken  sich, 
5  er  sprach  'hast  du  gepeicht  das  lasz,  helt,  wissen  mich.' 
der  graf  sprach  'nein,  ir  junger  ritter  here.' 


LORENGEL  223 

Lorengel  sprach  'hast  wäre  reu  und  wilt  dein  sünd  erclagen?' 
er  sprach  'ja,  her'  und  ruft  got  an 
'ich  peichtet  gern  mein  sünd,  niöcht  ich  ein  prister  han.' 
der  fürst  Hsz  bald  nach  einem  prister  fragen. 

196  Man  bracht  im  einen  prister  dar. 

dem  grafen  zoch  man  ab  sein  lichten  harnasch  dar. 
er  det  ein  ganze  peicht  vor  dem  folk  allen, 
dar  nach  Lorengel  pald  liin  sant 
5  nach  dem  henker  dasz  man  in  köpfet  da  zuhaut, 
er  must  sterben,  den  tot  het  er  verfallen, 
'dai-  umb  dasz  er  brach  seineu  eit  und  auch  sein  ritters  treue, 
ward  treulos  an  der  herzogein 
und  an  dem  land,  das  gilt  im  heut  das  leben  sein, 
er  musz  sterben.'    der  fürstin  freud  ward  neue. 

197  Ein  man  sein  er  bewaren  sol, 

das  stet  dem  adel  und  der  ritterschefte  wol. 
der  nachrichter  kam  zu  den  herren  beden. 
da  aus  der  stat  schickt  man  in  dar. 
5  und  da  der  graf  sein  beicht  getet  da  nam  sein  war 
der  züchtiger,  gund  mit  Lorengel  reden, 
er  sprach  'schlag  im  das  haubet  ab,  dem  gib  gar  pald  ein  ende.' 
der  richter  sprach  'her,  das  sol  sein,' 
da  er  sein  peicht  getet,  nam  im  das  leben  sein, 
secht,  also  starb  der  edel  graf  eilende. 

198  Also  der  graf  ein  ende  nam. 

der  keiser  sprach  'dank  hab  der  fürst  so  lobesam, 
sein  werde  ritterschaft  ich  imer  breise.' 
si  traten  von  den  rossen  gar. 
5  der  keiser,  künig,  ander  fürsten  gingen  dar, 
enpfingen  schon  den  jungen  ritter  weise, 
her  Lorengel  in  danket  schon  mit  hofelichen  worten. 
her  Waldemar  der  kam  zuhant, 
dem  edlen  fürsten  er  sein  lichten  heim  ab  pant. 
da  tet  man  auf  die  sclu'ank  an  allen  orten. 

199  Sein  ros  bracht  man  im  mit  gewalt. 

das  tet  her  Waldemar  der  [504b]  treue  ritter  alt, 
dar  auf  sasz  bald  Lorengel  der  vil  here. 
nu  solt  ir  hören  hie  fürbasz. 
5  die  herzogin  auch  von  dem  kämpf  heim  kumen  was. 


224  LORENGEL 

die  sach  wol  wis  im  kämpf  ergangen  were, 

sie  legt  an  sich  das  rote  golt  und  ir  iuncfrauen  alle. 

Lorengel  aus  dem  schrank  da  reit 

da  hin  gen  hof.   man  gab  dem  held  gar  gut  geleit. 

keiser  und  küng  reit  alls  mit  im  in  schalle. 

200  Sie  kamen  all  gen  hof  da  hin 

dem  held  zu  dinst.   her  Lorengel  der  danket  in. 
wie  es  da  nam  ein  end  wil  ich  euch  sagen. 
die  edlen  herren  alle  gar 
5  die  schieden  hin  ighcher  in  sein  herberg  dar 
hin  in  die  stat  wo  si  xu  herberg  lagen, 
nu  höret  wie  die  herzogin  Lorengel  schon  enplinge 
den  iren  kempfer  lobeleich. 
si  sprach  'der  euren  er  pfleg  got  von  himelreich, 
der  halt  in  hiit  euch,  stolzer  jungehnge.' 

201  Er  danket  ser  der  fürstin  zart. 

im  dint  ritter  und  knecht,  er  was  von  hoher  art. 
loblich  gewant  tet  man  dem  held  her  tragen, 
der  fürst  entwapnet  sich  zuhant 
5  und  legt  an  sich  das  aller  kosperlichst  gewant. 
den  grafen  höret  man  gar  Kitzel  clagen, 
da  in  der  stat  und  auf  dem  land  het  man  sein  bald  vergessen, 
die  herzogin  in  freuden  was 
und  auch  ir  hofgesind  seins  unmuts  gar  vergasz. 
des  fürsten  lob  ward  da  vil  hoch  gemessen. 

202  Es  wurden  poten  ausgesant 

zu  fürsten  und  zu  herren  weit  in  fremde  lant. 
ein  grossen  hof  liesz  man  gar  weit  ausschreien, 
vir  Wochen  gar  an  underlasz 
5  da  man  pflag  ritterschalt,   das  pest  man  trank  und  asz. 
dar  kam  vil  fürsten,  grafen,  ritter,  freien, 
die  kamen  zu  bejagen  da  grosz  lop,  preis  und  auch  ere, 
zu  diser  hochzeit  lobeleich. 
gar  milter  gab  pflag  da  die  herzogin  so  reich, 
vernemet  fürbasz  hofeliche  mere 

203  Als  ich  euch  künd  in  meim  gesang. 

in  Prafant  ward  volbracht  ein  loblicher  kirchgang. 
dar  bei  was  manig  edler  fürst  so  here. 
ein  selge  e  ward  da  gemacht. 


LORENGEL  225 

5  ein  hochwirdiger  piscliof  dise  e  volbracht. 
er  gab  si  zamen  beid  in  goles  ere. 
si  dinten  beide  got  mit  fleisz  und  seiner  muter  werden, 
erst  ward  ir  beider  freude  ganz, 
sich  hub  stechen,  thurniren  und  manch  schöner  tanz, 
der  helt  dint  got  die  weil  er  lebt  auf  erden. 

204  Da  hub  sich  freud  und  kurzweil  vil. 

man  bort  trumeten,  pfeifen  und  manch  seitenspil 
dasz  es  so  schon  erhal  an  mangen  enden, 
man  gab  in  allen  speis  genug, 
5  essen  und  trinken  jeder  man  nach  seinem  fug. 
als  ungemach  gund  man  dem  [5ü5a]  fürsten  wenden, 
auch  tet  man  er  der  ganzen  stat,  den  armen  und  den  reichen. 
da  hub  man  mange  kurzweil  an 
mit  stechen  und  thurniren.   manig  werder  man 
vil  manig  sper  brache»  da  ritterleichen. 

205  Das  weret  wol  vir  wochen  gar 

der  selbig  hof  als  uns  beünl  die  schrift  fiirwar 
da  manig  man  pflag  freude  und  kurzweile. 
also  die  hochzeit  ende  nam. 
5  dar  nach  iglicher  man  wider  zu  land  heim  kam. 
si  namen  urlaup  alle  fro  und  geile, 

si  schieden  von  dem  fürsten  gut  und  von  der  frauen  clare. 
die  dankten  beide  in  mit  fleisz. 
die  edlen  gest  in  sagten  ere,  lob  und  preis, 
sie  zugen  hin  als  dises  liet  hellt  zware. 

206  Iglicher  zoch  heim  in  sein  lant. 

hört  mich  nn  fUrhasz.    Lorengel  der  kün  weigant 
nam  ein  das  aller  peste  herzogilmme. 
das  lant  regirt  er  loblich  gar 
5  mit  weisem  sinne,   er  beschirmet  manig  jar 
sein  lant,  er  wuchs  an  eren  und  an  rume. 
die  lant  versach  er  also  wol  des  lopten  in  die  frauen. 
er  straft  die  ungerechtikeit 
als  einem  frumen  fürsten  zimpt.    weit  unde  preit 
so  mochten  si  wol  seiner  macht  getrauen. 

207  Ir  fürsten  gut  nu  merket  ebn. 

hie  mit  so  wolle  ich  euch  allen  beispil  gebn. 
hüet  euch  dasz  ir  nit  brechet  eure  eide 


226  LORENGEL 

als  diser  graf  von  Dundramimt. 
5  dem  wa7i  durch  sein  untreu  ein  schentlichs  ende  kunt 
als  die  histori  euch  hat  wol  bescheiden. 

eur  grosse  macht  nimt  bald  ein  end  dar  an  solt  ir  gedenken. 
got  störet,  paiiet  und  zubriclit. 
darumb  rüempt  euch  eur  macht  und  eures  gutes  nicht 
so  gent  eur  weg  zu  got,  looll  euch  gnad  schenken. 


Vberschrift  Hie  heben  aa  die  lieder  von  her  lorengell  in  dem  schwarzen  don 
clingsors.    der  lieder  sein  zwei  hundert  und  VII  lider 

1  =  Rücker t  26     7  kunig 

2  =  Ä30 

3  =  Ä32 

5  ^  R  M  K  1  die  abweichungen  von  R  sind  folgende  1  ain  edel  h.  v.  Prafant 
2  ritter  tugentlich  genant  3  von  Durremunt  alz  ich  uch  hie  betüte  4 
der  herr  an  sinem  tode  1.  5  sinfs  lebens  was  nit  mere  wann  ein  halben 
tag  6  bevalch  gaot  fehlt  7  sprach  sprach  vil  1.  F.  nu  lals  8  sit  9 
als  daz  ich  han  zumal  in  ////•  gar  ze  10  der  tochter  myn  pflig  schon 
vor  diner  f. 

10  =  Ä  33  A*  2  1  in  hohen  eren  2  an  allen  wandel  luter  3  und  waz  daby 
ein  edel  h.  4  i.  m.  was  enweg  g.  5  d.  t.  wolt  yren  vatter  auch  nit 
lenger  sparn  6  grafe  w  arp  da  7  daz  uwer  herr  myn  lieber  vatter  w. 
8  d.  hot  Übermut      9  vil  er    auch  selber      10  w.  brachte  der  maget  h.  s. 

11,6  sie  für  er  =  i?  35  ff  3  1  ir  herren  lafst  euch  m.  k.  2  w.  daz  d.  s.  F. 
V.  Dorremunt  3  k.  gar  vil  zu  leyd  erdachte  4  e.  sprach  sie  an  s.  h. 
ym  ee  5  im  fehlt  der  edln  edeln  reine  maget  w.  6  ni.  k.  sie  es  für  den 
keser  b.  7  m.  schreib  im  gein  der  maget  vyn  daz  zu  eim  rechten  bringen 
8  hin  vor  den  k.  9  da  wart  der  zarten  meyd  alda  zu  recht  herkant 
10  i.  solt  e.  k.  in  einem  kreysse  d. 

12,  5  =  sant  Alban?    =  Ä  36  ä*  4      2  noch  in  F.  m,  nirgen  k.  k.  f.     3  d.  die 

maget  dorch  m.  da  vorstunde  4  die  juncfraw  hett  ein  c.  5  alz  es  die 
seh.  noch  saget  der  hiess  A.  6  j.  ir  solt  es  got  erkunden  7  m.  knieent 
vor  d.  a.  bettent  r.  8  selber  9  nein  laut  d.  t.  gen  über  uwer  wangen  r. 
10  sin  hilffe  lat  uch  nymer  k.  e. 

13,  6  schmacher  spricht  fehlt  ich  lafse  die  entsprechende  str.  aus  K  (5)  hier 
folgen: 

Die  junckfraw  in  daz  monster  trat. 

ach  herre  got  wie  mynniclichen  sie  in  in  bat 

'gnad  lieber  schopfer,  aller  weit  ein  herre, 

durch  dine  höchsten  namen  dry 

mach  mich  von  minen  sorgen  unde  engsten  fry. 

ein  swacher  greife  spricht  mir  an  myn  ere. 

vil  lieber  wolt  ich  sterben  tot  wan  daz  ich  in  doch  neme. 

der  selbe  ungetruwe  man 

wie  hat  er  mir  so  rechte  vil  zu  leyd  getan 

und  er  doch  sins  genossen  w  ol  bekeme. 


LORENGEL  227 

14,  4  läuten  glocken    die  strophe  ist  an  die  stelle  getreten  von  K  &  =  RZl     1 

e.  V.  der  hett  s.  verslageu  2  ü.  ulFeinen  wildeu  kranch  g.  3  d.  v.  er  sich 
d.  1.  siu  g.  4  er  was  an  einer  claen  I.  5  da  in  die  edel  junckfraw  in  die 
h.  n.  6  ein  schell  vou  rotem  gold  sie  ym  ab  1.  7  daz  wasser  ir  zun 
äugen  uls  ging  von  grund  ui's  h.  st.  S  da  rorte  sie  die  seh.  9  by  wylcn 
r.  sie  ufs  auch  ir  vil  gelwes 

Für  die  folgenden  7  der  ff  iener  hs.  fehlenden  strophen  gebe  ich  die  ver- 
gleichung-  von  K  mit  R 

ü  1  =  R  SS  1  der  c.  2  an  einem  tag  hub  sich  der  selben  g.  3  in  dunre 
wys  ging  d.  d.  w.  clufte  4  d.  ton  dahin  g.  Fr.  g.  5  da  von  ir  h.  richer 
freuden  vil  e.      6  al  von  dem  tone.      7  kung  Artus  und  die  syn  erfureu 

f.  m.  8  sie  musten  der  meyd  ein  k.  9  ald  glocken  ymmer  mer  in  sor- 
gen 1.     10  wer  es  recht 

A*  8  =  Ä  39  1  kung  A.  diz  fehlt  2  syt  daz  der  selbe  Fryderlch  s.  t.  brach 
3  von  Dorremunt  an  dyser  meyde  r.  4  dez  selben  5  er  mocht  für 
fursten  wol  in  hohen  eren  st.  6  sin  gut  ist  a.  7  in  lobten  frauwen  unde 
man  w.  kund  sich  sin  genossen  S  wan  er  het  zucht  und  rechte  schäm 
9  umb  eines  bares  breit  het  er  nie  wandel  sam  10  missetag  gelassen 
K  9  =  R  31  1  dryen  Else  Prauandes  pf.  2  wo  sie  ruffend  alleyn  an  yrm 
gebette  1.  3  ein  schelle  sie  zu  lobe  gute  h.  4  hört  wann  sie  dann  daz 
ang.  5  und  ir  daz  a.  6  ludet  7  kung  Artus  und  die  sinen  worden  ser 
getaubet  8  sie  müssen  der  meyd  ein  kempfen  geben  9  ald  von  der 
glocken  ymmer  mer  in  sorgen  leben  10  wer  daz  dem  ist  nach  frag 
K  10  =  R  iO  1  sol  ich  es  uch  alz  machen  k.  2  wie  daz  Dorremunt  3  den 
wurm  erslug  Stockalm  in  der  Sweden  lande  4  er  sucht  in  d.  5  tut- 
schem  riche  6  kein  herr  der  turst  in  stryttes  nie  erlangen  7  waz  dem 
lande  warn  die  hüten  8  sunder  ir  zwene  tutsche  man  9  so  alz  ich  uch 
wol  b.  10  die  liep  n.  1.  nie  kund  v.  i.  gtringen 
K  \l  =  RH  lautet  so: 

Kung  Artus  der  sprach  wandeis  eyn 

'wir  haben  got  erzornet  wie  daz  mog  gesin. 

von  einer  glocken  wirt  uns  vreude  ture. 

der  ton  ist  komen  in  den  gral. 

da  von  herschrack  sich  Kay  und  her  Partzefal. 

dar  zu  gyt  in  die  schrift  die  swert  zu  sture 

wir  sollen  zwentzig  priester  weit  schon  under  die  crone  stellen, 

gen  mit  den  vanen  vor  den  grall. 

hab  wir  icht  seiden,  got  der  tüts  uns  offenbar 

ob  er  zu  besserung  von  uns  icht  welle.' 
A'  12  =  Ä  42     1  hört  wie  daz  ane  wart  geleit.     2  wie  schon  ein  i.  p.  w.  alda 

3  zu  eym  4  d.  wysen  getagen  5  kung  A.  must  selber  6  al  gein 
dem  g.  vor  in  d.  7  als  giengens  gein  dem  muster  hin  ir  1.  s.  gote  s.  9 
hilffet  nit  da  von  d.  g.  swygen  m.     10  dez   clagen  alten  u. 

A*  13  =  Ä  43      2  gesehen  unserer  herren  ungemach       3  ist  fehlt    gesynret 

4  wir  sollen  by  ein  ander  stee  5  gee  6  got  unser  ungemach  nit  mynret 
7  al  für  daz  clare  bilde  daz  nach  Marien  ist  gerichten  8  da  soll  wir 
weinen  unde  clagen  9  waz  nu  der  selben  glocken  ton  wel  hie  bejagen 
10  ob  got  uns  ungereite  wolle  lichten 

22  =  Ä  45  A'  14     1  als  es     2  es  w.  mit      4  edeln  musten  b.     5  daz  sach  man 


228  LORENGEL 

I 

Hechte  wang  m.  rotten  m.  6  tet  der  herren  leyt  in  herczen  s.  7  edel 
kuDgynne  jung  du  hast  d.  h.  vermessen  8  du  hast  d.  9  so  crefticlich 
geleget  an  alle  w.  10  doch  hat  sie  auch  dez,  v.  s.  b. 
23,  3  vorher  der  trat  für  durc/ig-esfric/ten  =  R  iß  K  lo  1  horent  die  es  der 
kung  anving  2  do  fehlt  kuuigynne  3  trat  hin  zu  er  gunde  r.  5  diu 
fehlt  in  allen  dorch  6  do  fehlt  er  sprach  7  Esilg  Parc  valpar  mit  den 
sol  man  versuchen  8  Benedige  Lantz  leres  k.  9  her  Gawins  t.  vil  here 
10  die  sint  s.  k.  daz  ir  g.  wil  gerüchen 

24  =  Ä  44  K  16     1  g.  und  wolt  i.  m.  uns      2  ein  zydemar   tier  sollen     3  Li- 

sine  die  s.  kindelinne     4  daz    d.  starcke  g.     bdazs  fehlt   yres  wirt  sie  t. 

6  d.  n,  sie  dann  ein  kelbelin  gewynnet  7  von  dem  golde  al  zu  der  nas  i. 
8  daz  tier  sich  keyne  nare  h.  9  dan  der  geschmack  d.  10  achtam  ufs 
sinr  m.  m. 

25  =  Ä  47  Ä  18     1  her  Key  begund  daz  v.  j.     2  er  sprach  man  sol  die  kinder 

kalken  lassen  t.  3  sie  worden  fro  daz  er  sin  ie  g.  4  kunigynne  sprach 
zu  haut       5  man  sol  die  kinder  kl.       6  Jonant  von  demDilbrun  man  b. 

7  der  stein  swebt  alz  uch  m.  8  w.  uch  nit  Sicherheit  g.  9  s.  weifs  ich 
wol  daz  gottz  muter  nit  mag  1.     10  daz  sie 

26,  9  nie  gejehn    =  A*  17: 

'Ach  got  got  wer  gäbe  dir  den  list. 

ich  wene  daz  der  engel  by  dir  erwachet  ist 

und  hat  den  bösen  geist  von  dir  gedrungen. 

was  du  ie  gutes  hast  gedacht 

wenig  und  daz  diu  munt  zu  lichte  ie  hat  bracht 

daz  wirt  von  dir  gesaget  und  gesungen. 

der  engel  hat  den  bösen  geist  in  falken  wys  verbrewet. 

du  ret  bofer  und  redest  golt 

uls  dem  kupfer.    dar  umb  sint  dir  die  meinster  holt. 

wer  hat  dirs  ull  die  zungcn  din  gesewetV 
27  1  kunig  4  kunigin  6  vor  ein  ist  s  durchstrichen  =  R  iS  K  \9  1  der 
kunig  und  die  fursten  schin  2  drunge  ir  mit  greisen  notten  vor  die  k. 
3  sie  f.  w.  d.  helt  4  die  kunigynne  guude  sagen  5  dem  bis  al  fehlt 
muste  wol  b.  6  sprach  also  n.  h.  er  vor  g.  7  d.  k.  der  liel's  riebe  w.  n. 
den  drin  k.  9  alz  es  Sebin  irn  1.  kiuden  h.  erdacht 
Es  folg-t  in  K  als  zwanzigste  strophe  die  folgende: 

Felicia  Sebinen  kint  i 

zu  irn  gespielen  sprach  'es  ist  noch  alz  ein  wint 

wie  daz  er  sie  gecleit  mit  richer  spehen.   (/.  ir  sit) 

dry  gurtel  die  wil  ich  uch  geben, 

welch  äuge  sie  an  sehe  dar  nach  die  herczen  streben. 

ydoch  liefs  ich  sie  mentschen  nie  gesehen. 

ein  yglich  gurtel  steyne  hat  und  ist  wol  in  der  gute 

(daz  lafset  uch  nit  wesen  zorn) 

von  einem  bösen  worte  würden  sie  verlorn 

die  wyle  sie  weren  geben  hochgemute.' 
28,  7  vollbring  ktto  xocvov  als  infin.  und  sodann  als  conj.    =  Ä  49  A'  21     1  die 
maget  r.      2  gab  irn  gespielen  gurtel  nu  sint  s.  g.      3  den  engein  die  g. 
selber      5  der  wyse  horre  h.     ß  es  wirt  n.  b.  alhie  bcwyset      7  die  messe 


LORENGEL  229 

die  da  singen  sol  der  pr.  vor  d.  g.  8  und  wan  d.  t.  9  blozen  fehlt 
10  gen. 

29,  2  kinder 

30,  2  kunig     5  kuuigreich     10  kunig 

31,  1  fiirstin  aus  fürste  corrigiert,  dahinter  was  durchstrichen,  daher  ist 
fälschlich  edler  in  der  hs.  stehen  gehlieben     9  nach 

33,  2  kunig 

34  =  Ä  50  H  22      1  mit  siner  sonnen      2  alz  nu  der  tafeirunden  man  die  m. 

3  gewann  die  massonye  p.  4  kempfen  5  den  er  nit  wegers  in  der 
massenye  h.  6  dar  zu  zwinckt  sie  ein  schal  und  n.  7  gingen  vor  d.  g. 
sie  t.  8  d.  gunden  uff  in  lüfte  s.  9  sie  sprachen  wir  woln  uch  alz  vil  der 
freuden  g.     10  sie  s.  von  d. 

35  =  Ä  51  Ä'  23     2  wie  daz  i.  P.  wer  e.  luter  r.     3  d.  hett  d.  w.  gunst  und  g. 

4  ein  graff  irs  v.  man       5  kreftlich  zu  unrecht  zu  der  ee  gesprochen  an 

6  A.  sol  der  e.  k.  g.  7  alz  er  in  u.  d.  dem  8  daz  sie  haben  ein  turen  tegen 
9  wan   schellen     10  an  d. 

36,  1  kunig  =  R  52  K  24  1  küng  A.  der  was  w.  2  er  s.  got  h.  so  lafs  mich 
selber  k.  3  wan  ich  kan  m.  4  sus  criftig  5  so  kan  myn  haut  den  helme 
strick  wol  b.      6  myn  o.  myn  sper  zu  herten  zu  herten  stryit  wol  zw. 

7  so  fehlt  gelencken  8  so  han  ich  s.  zu  d.  9  wirt  ym  syn  h.  wol  zur- 
trant     ]0  niemaut  darff  für  mich  uff  die  reyfs  gedenchen 

37  =  Ä  53  Ä"  25  2  d.  g.  e.  h.  m.  n.  byfs  h.  3  wo  ich  ie  kam  in  stürm  o. 
4  wer  5  der  wart  von  mir  g.  oder  tot  geslagen  6  daz  noch  in  manchen 
7  in  h.  j.  dez  mers  wo  ich  es  han  durchpuet  8  u.  auch  Persieu  9  uff  r. 
mynen  geliehen  nit  enfant     10  bit  daz  i.  dez  k. 

38,  7  kumen     in  A'  31  lautet  die  str.  folgendermafsen : 

Ain  edel  ritter,  hiefs  markys 

von  Purril  sprach  'ich  han  herworben  mangen  pris 

(da  von  myn  hercze  swebt  iu  hoher  milde) 

daz  mich  des  swertes  nie  verdrofs, 

und  wann  daz  blüt  von  helmen  in  die  lüften  schofs 

daz  man  es  kos  vor  eines  trachen  wilde. 

waz  mir  der  held  ie  wyder  für  al  uff  der  selben  ferten 

die  slug  ich  tot  mit  myner  haut 

daz  mir  an  myner  ritterschaft  nie  mysselang. 

und  solt  ichs  tun  ich  wolt  den  kämpf  beherten.' 

39,  3  kunig     K  30  lautet  so: 

Ein  junger  ritter  hiefs  Lebant 

der  sich  der  herzogynnen  jamers  underwant. 

vor  dem  kunige  falt  er  sine  hende 

'kung  Artus,  edler  kunig  rieh 

nu  einer  bett  gewer  du,  edler  herre,  mich 

daz  du  mich  zu  einem  hotten  dare  sende. 

tu  es  dorch  werde  ritterschaft,  durch  aller  frauwen  gute. 

und  sendent  ir  mich  uff  die  fart 

von  myner  hant  so  wirt  sin  leben  nit  gespart, 

ich  bring  der  herzogynnen  hochgemute.' 

40,  6  mit    =  JK  33 

Z.  f.  D.  A.  neue  folge  III.  16 


230  LORENGEL 

Iban  der  rede  ser  befilt 

daz  man  iu  nit  von  erste  zu  dem  kampff  erweit. 

er  sprach  'von  grossem  zorne  mucht  ich  sterben. 

kem  ich  dann  uff  die  fart  da  hin 

vor  war  so  wer  genesen  dedel  herzogyn, 

der  mir  die  laub  wolt  an  den  kunig  herwerben. 

ja  sacb  mau  mangen  sygelos  vor  Coran  in  der  auwe 

da  ich  den  kunig  selber  slug, 

da  in  daz  rosse  toten  zu  der  bürg  intrug. 

daz  claget  manig  ritter  unde  frauwe.' 
41,7  kunig 

42,  3  kunigin  8  sprach  da  s  in  sprach  aus  d  corrigiert  ^=  R  54  R  27  1 
her  G.  mich  d.  2  mich  yspan  hiesse  1.  u.  ein  m.  3  n.  in  stürme  wyten 
4  by  einem  tag  u.  einer  n.  5  starken  _/eÄ/f  r.  ich  da  zwene  kempfe  f.  6 
die  k.  bestrytten  y  s.  rattet  all  heryn  u.  sent  lü  juncfraw  über- 
wunden 
43  =  Ä  55  K  2S  1  dunck  uch  a.  2  in  allen  landen  ritter  nit  so  b.  3  darff 
duncken  in  icht  4  der  mich  mit  strytte  solle  jagen  5  dem  ich  doch 
eines  bares  breit  icht  wolt  v.  6  dann  her  Loreugel  7  sin  h.  hür  an 
sich  zu  schimptf  in  einem  s.  S  als  da  die  9  da  sprang  er  zu  dem  stein 
als  m.  n.  gerne  t.     10  zwolff  schöbe  für 

44,  1  mut     3  waman     =Ä56A*29     1  yra  grosser     2  taugt     3  bestanden   zu 

solcher  4  i.  zuh  mich  zu  den  swerten  s.  5  mit  hohen  kungen  han  ich 
wol  zwölf  stryt  g.  6  d.  man  mit  m,  h.  herwerte  7  o  edler  kunig  hoch- 
geborn  wilt  du  d.  S  s.  daz  i.  dirs  vorbasser  s.  9  min  gutes  swert  daz 
ich  in  myner  s.  t.     10  daz    haat  fohlt    sencken 

45,  5,  10  kunig     =  Ä  57  A*  26      1  hern  Lanczlin  wart  die  rede  z.      2  d.  man 

in  zersteu  zu  dem  kämpf  nit  het  e.  5  aller  6  ross  er  ym  dar  7  Eselig 
z.  den  f.  s.  der  helt  wil  uns  v.  9  f.  so  h  schrifte  mir  g.  10  i.  mufs  d.  k. 
ufs  allen  f.  k. 

46,  3  gleicht     =  Ä  58  A*  32     1  die  jungen  fursten  trungen  z.      2  und  wolten 

sehen  waz  die  a.  wolten  t.  3  Jarant  der  tuchte  sich  gar  ein  Bernere 
4  wie  schier  er  uff  sin  ross  gesass  5  ir  keiner  nie  s.  eilend  gemäss 
6  ein  yglicher  vil  gerne  k.  were  7  ein  g.  1.  e.  s.  da  den  gurt  er  8 
zwoUiff    9  er  sprach  dar  zu  s.     10  w.  taugt  nu  b.    zu  solchem  s. 

47  =  i^  59  A'  34     1  Lorengel  der     2  mit  ym  der  jungen  fursten  ein  vil  michel 

s.  3  er  quam  n.  5  von  jamer  ir  d.  w.  uss  den  äugen  uss  b.  6  und  gunde 
da  gar  ynniclichen  w.  7  al  fehlt  fursten  sin  die  f.  w.  ir  w.  8  s.  s.  daz 
iamer  tut  mir  we  9  s.  i.  myn  lieben  b.  sehen  n.  me  10  der  ist  d.  k. 
d.  g.  s.  mir  d.  m. 

48  =  7?  60  K  35     2  s.  lieber  son  und  auch  vil  reiner  z.  1.      3  s.  nam  den  helt 

und  ving  i.  in  i.  a.  4  wie  d.  e.  da  g.  5  a.  s.  rotten  m.  der  6  daz  j.  einen 
heyden  mocht  herbarmen  7  der  red  er  seh.  gab  der  m.  was  ym  ge- 
ringe 8  da  r.  er  k.  9  mang  edelknab  nam  s.  da  m.  10  ross  unde  h.  h. 
er  ym  dar  br. 

49  =  Ä  61  A'  36      1  man  bracht  ym  h.  s.  wal     2  dar  in  da  w.  i.  sin  vatter  P. 

3  sin  h.  von  j.  4  man  b.  i.  einen  guten  s.  5  e.  knecht  wart  zu  i.  u.  d. 
selben  v.  6  d.  selbe  h.  Diether  ufs  Ungerlande  7  man  bracht  ym  ein  ross 
d.  w.  gut  ein  kueht  es  ym  her  v.      8  ich  wen  ob  es  sin  sterck  betrog 


LORENGEL  231 

9  maD  seit  fe/ilf  von  s.  oben  in  die  lüfte  10  wie  doch  die  fufse  an  die 
erden  r. 

50,  1,  3  kunig     ==  Ä  62  ä*  37    \  do—cvj'e/ile/i    kung  Artus  edler  furste  w.     2 

m.  h.  eins  u.  hie  an  dich  begert  3  v.  und  ir  stolten  d.  5  und  niiner 
lieben  swester  stee  d.  h.  s.  6  ir  frau  gotz  gnad  sol  uch  nit  verwegen  7 
ir  nemet  in.  mit  fllfse  w .  8  der  red  s.  ui.  sei-  e.  9  unkreftig  v.  d.  tafei- 
runden 1.  10  sie  kuinert  nit  daz  kint  farn  war  es  w . 
53,  1  kunig  9  iw  mein  ist  sein  ausgestrichen  =  /f  63  A'  38  1  der  kunig 
und  die  massenyn  2  mit  dem  Lorengel  gingen  zu  dem  rosse  sin  3  des 
j.  V.  het  sie  n.  v.  4  daz  ross  er  mit  dem  zäum  begreif  5  v.  da  saczet 
an  d.  s.  6  da  kam  e.  7  d.  fürt  e.  s.  an  sinem  krag  als  in  g.  het  g.  8  er 
s.  da  zu  dem  knechte  s.  9  pflig  mir  dez  rosses  wol  uud  zuch  es  w yder 
yn     10  mit  dem  v.  w.  i.  hin  war  e. 

51,  6  go    =  Ä  64  A'  39      1  Loreugel  da  nit  langer  beit     2  gewappent  wol  er  in 

dez  swanes  schiffe  schreit  3  ein  guten  schilt  den  trug  er  au  dem  armeu 
4  der  vatter  und  die  swester  sin  5  die  betten  beyde  sament  also  grosse 
pin  6  es  mochte  einen  herten  stein  herbarmen  7  z.  baralin  bot  man 
ym  dar  m.  b  i.  hau  zu  wandern  pflicht  9  lesst  10  d.  furste  m.  d. 
vogel  s. 

55,  3  das  wort  ist  sehr  undeutlich  und  könnte  auch  trennen  gelesen  werden, 
läfst  es  sich  auch  mit  trinnen  tind  trän  zusammenbringen  so  scheint  es  doch 
hier  nur  an  stelle  einer  unverständlichen  vcrschreibung  von  ünde  luie  eine 
solche  in  K  vorliegt  (doch  vg-l.  landen  bulle  Diefenbach  gl.  S4b)  g-etreten  zu 
sein  in  den  7  hinter  trat  ist  uud  durchstrichen  =  7?  65  A'  40  1  e. 
clein  w.  i.  dannen  t.  2  hin  u.  die  see  d.  leyt  e.  3  da  in  d.  lundeu 
slugen  in  die  lüfte  4  da  er  kam  an  dem  dryt  tag  5  d.  m.  der  kannen  m. 
dem  w.  nit  me  pflag  7  s.  e.  v.  geving  er  in  der  geile  8  tugentrich 
9  bist  du  nu  myn  gesell  so  tust  mir  nirgent  glich     10  vischlin  mitte  t. 

56  =  ß  66  K  41  1  snabel  u.  krag  2  al  i.  den  w  ag  n.  m.  ob  ichs  rechte  sag 
4  ich  kan  nit  wyssen  rechte  wie  5  daz  ein  schon  oblate  ym  zu  dem 
munde  gie  6  die  ving  der  vogel  t.  7  mit  dem  schnabel  er  sie  schon  zu 
d.  fursten  hende  w.  -8  enpfing  der  fnrst  iu  tugend  g.  9  a.  sie  h.  d.  vo- 
gel d.     10  wa  w .  fürst  oder  v. 

59,  6  Antorf  ist  Antwerpen,    diese  form  findet  sich  sowohl  in  Oestreich  als  in 

Niedei'deutschland.  aus  ersterem  gebiete  giebt  u.  a.  einen  beleg  eine  Ur- 
kunde von  1569  bei  Riedel,  supplem.  s.  183,  aus  letzterem  zahlreiche  der 
Jüngst  erschienene  band  1  der  recesse  der  hansetage  s.  95,  101,  137,  138, 
178,  obwohl  daselbst  auch  die  form  Antwerpen  sich  findet  {Riedel  A  \h, 
304).  im  bairischen  und  nürnbergischen  gebiete  habe  ich  dagegen  die 
form  Antorf  nicÄi  bemerkt,  sondern  nur  Antwerb  und  Antwerff  [yHrnb. 
chron.  1,  223,  9.  100,  1).  den  Ursprung  der  bildung  möchte  ich  auf  das 
lateinische  Andoverpia  zurückführen ;  für  Niederdeutschland  kann  frei- 
lich auch  Antworpe   {recesse  1,  176)  zu  gründe  liegen 

60,  9  kunig     62,  1  gute  ist  von  mir  zugefügt 

70,  5  als  mufs  hier  die  bedeutung  'ganz  und  gar,  itnniei''  haben  71,  2  will 
man  die  oben  durch  die  Interpunktion  angedeutete  verbale  aujfafsung  des 
mein  nicht  gelten  lafsen  so  ist  dittographie  anzunehmen  und  etwa  in  bei  zu 
ändern  72,  9  uns  sich  g  74,  7  wandel  77,  2  haut  9  was  ist  nachge- 
tragen    78,  3  kunig    7  hinter  mer  ist  und  ausgestric/wn   wut  e.  h. 

16* 


232  LORENGEL 

82,  7  erden    9  kunigrs     10  vor  werde  ist  reine  darehstnchen       83,  9  achte 

84,  2  kuniges     86,  3  kunig 
113,  3  merk    1  Aev  fehlt    fraue    1 14,  7  iuncfrau    116,  9  secht,  frau  d.     117,2 

seinem  ans  seinen  corrigiert    3  tugenlleichen     118,  7  gesant  fehlt 
122,  4  mangen    5  raanigeai    6  'empßndet  keine  langeiveile^  vgl.  160,  7     10  ver- 

met     124,  6  wunnigleichen     127,  9  da  man      129,  10  getreuer  odei'  sollte 

das  sonst  nur  componiert  vorkommende  raete  hier  anzunehmen  sein?    es 

müste  sich  dann  auf  Jl  aldeviar  beziehen 
133,  8  der  der     134,  1  mit/eÄ/i     137,  8  ach /eA«     138,  4  kunig 
142,  10  IloyXgü  fehlt     146,  8  er  aus   Lore  corrigie/'t 
153,  3  da     159,  5  auf  erd  nit  leb    10  vor  nach  ist  d  durchstrichen 
161,  1  tugenlich    7  vor  euch  isth  ausgestrichen     164,  3  er  fehlt     165,  2  mach 

seil,  ich     167,  10  sen 
170,  2  ruf    8  pitt  dich  ist  dem  durehslrichenen  trau  dir  übergeschrieben     171,  3 

kunig     174,  8  den  heim  auf     176,  7  römischer    10  schnelligeiche     177,2 

in  plan  ist  1  correktur  von  a,  dahinter  i^t  was  durchstrichen       178,  3 

schnelligleichen 
184,  2  fraget      185,  7  das  s  in  stach  ist  aus  d  corrigiert      189,  7  im  gr.  gud 

10  geinV    doch  vgl.  str.  55,  3  %oo  in  iV«  .$/»7ie  von  gein  äjcA  ebenfalls  findet 

und  letzteres  vielleicht  mit  unrecht  von  mir  in  den  text  gesetzt  ist 
194,  7  alle       196,  7  bis  10  sterben  lafsen  sich  nicht  wohl  anders  auffafsen 

denn  als  rede  Lorengels  an  den  henker      199,  10  kunig 
202,  2  hera       204,  6//'  von  blalt  505  ist  rechts  ein  stück  abgerifsen.    durch 

meine  cursiv  gedruckten  au.sjiillungen  habe  ich  das  verlorene  wenigstens 

dem  sinne  nach  zu  ergänzen  versucht  10  zum  plural  nach  manig  vgl.  63, 3. 

67,  7.  159,  8/      207,  10  got  änb  y.oivoü 


Das  hier  veröffentlichte  gedieht  bildet  den  schlufs  der  von  Stark 
in  ^Dietrichs  ausfahrt'  s.  XYI  nnd  von  Scherer  in  diesem  bände  s. 
144/'  näher  beschriebenen  hs.  des  Wiener  piaristencollegitims  und 
füllt  in  derselben  die  blätter  48G  bis  505  der  jetzigen  (falschen)  Zäh- 
lung, diese  hangen  teils  zu  zweien  zusammen  teils  sind  sie  aneinander 
geklebt ;  ein  lagenverhältnis  findet  nicht  statt,  die  einzelnen  verse  sind 
nur  durch  doppelte  oder  einfache  striche  abgeteilt,  die  Strophen  da- 
gegen abgesetzt  und  von  alter  hand  numeriert  sodafs  über  die  anzahl 
der  in  folge  des  ausfalls  von  im  ganzen  vier  blättern  fehlenden  ein 
zweifei  nicht  ohmlten  kann,  in  hinsieht  der  Schreibung  bin  ich  den 
von  Scherer  a.  a.  o.  aufgestellten  regeln  gefolgt;  über  meine  sonstigen 
abiveichungen  von  der  hs.  geben  die  anmerkungen  auskunft.  wie  hier 
und  da  zu  interpun gieren  sei  darüber  können  verschiedene  meinungen 
bestehen :  die  durchführnng  einer  ganz  genauen  interpunction  bereitet 
deshalb  schioierigkeiten,  weil  die  spräche  des  gedichts  sich  aufs  nächste 
berührt  mit  der  laxen  ausdrucksweise  des  täglichen  lebens  welche  weit 


LORENGEL  233 

mehr  durch  nnmittelbare  tdcenassocialionen  ah  durch  die  strengen 
regeln  der  logik  bestimmt  zu  loerden  pflegt. 

Der  wert  des  Lorengel  und  damit  sein  anrecht  auf  Veröffent- 
lichung liegt  nicht  in  seinen  poetischen  Schönheiten:  vilmehr  ist  das 
gedieht  breit,  phrasenhaft  und  recht  langweilig,  vom  philologischen 
Standpunkte  aus  jedoch  betrachtet  dürfte  es  nach  zwei  selten  hin  inter- 
esse  erwecken,  einmal  lehrt  eine  eingeschobene  erzählung  auf  die 
ich  unten  zurückkommen  werde  eine  Verbindung  der  gxalsage  mit  der 
Ursulalegende  kennen,  andererseits  bietet  der  Lorengel  reichliches 
material  für  das  Studium  der  Umarbeitungen  denen  man  im  spätem 
mittelalter  ältere  werke  unterzog,  denn  daraus  wie  man  beim  umar- 
beiten verfuhr,  was  man  verwarf  loas  beibehielt  läfst  sich  über  den 
geschmack  jener  Zeiten  ein  genaueres  urteil  gewinnen  als  aus  ihren 
Originalprodukten,  noch  fehlt  es  nur  allzusehr  dafür  an  zugänglichem 
material:  wie  viel  ist  nicht  seit  hundert  jähren  über  meistersänger  und 
ihre  poesie  geschrieben  und  gesprochen  ohne  dafs  doch  ihre  epoche 
gründlich  erkannt  worden  wäre!  erst  wenn  die  quellen  reicher  ßiefsen 
kann  diesem  mangel  an  dem  unsere  literaturgeschichte  krankt  abge- 
holfen werden. 

Zur  erkenntnis  der  mittelglieder  die  zwischen  dem  Lohengrin  und 
unserm  gedichte  lagen  trägt  bei  das  stück  eines  Lorengeltextes  welches 
die  K(olmarer)  liederhandschrift  enthält  (vgl.  Bartsch,  Kolmarer 
tneisterlieder  s.  71,  Germania  1, '21 'l).  die  abweichungen  desselben 
von  R(ückerts  ausgäbe)  habe  ich  in  den  anmerkungen  nach  einer  mir 
von  herrn  bibliothekssecretair  FKeinz  in  München  besorgten  abschrift 
mitgeteilt.  K  geht  auf  denselben  bereits  interpolierten  text  des  Lohen- 
grin zurück  der  der  \V(iener)  bearbeitung  vorlag  und  wenn  jene  dem- 
selben im  tcortlaute  getreuer  folgt  so  hat  diese  die  reihen  folge  der 
Strophen  befser  bewahrt,  aufserdem  haben  beide  selbständige  inter- 
polationen  aufzuioeisen.  ich  gehe  nun  zur  hetrachtung  des  einzelnen 
über.  K  und  W  setzen  beide  die  Umstellung  von  R  33.  34  voraus, 
eine  Umstellung  zu  der  man  als  zu  dem  leichtesten  mittel  gegriffen 
hatte  um  dem  anscheinend  schlechten  zusammenhange  dieser  Strophen 
aufzuhelfen,  jetzt  konnte  aber  iJ  34  W  b  K  l  nicht  mehr  anheben 
mit  der  herzöge  denn  von  ihm  war  nunmehr  noch  gar  nicht  die  rede 
gewesen.  K  und  W  änderten  daher,  aber  auf  verschiedene  weise: 
erstere  hs.  setzte  nur  ein  an  der  stelle  von  der,  die  letztere  fügte  da- 
vor eine  neue  Strophe  ein  welche  bei  vergleichung  mit  der  folgenden 
sich  durch  den  mangel  jeglichen  eigentümlichen  inhalts,  dann  durch 


234  LORENGEL 

die  fade  bemerkioig  der  Jungfrau  s.  1 0  ah  interpolation  zu  erkennen 
gi'eht.  die  einschiebung  von  W  5,  7  bis  1,  G  hat  wohl  nur  den  zweck 
die  treulosigkeit  des  grafen  einerseits  schärfer  hervorzuheben  anderer- 
seits durch  die  Vermehrung  der  reden  der  handlnng  einen  dramatischen 
Charakter  zu  verleihen.  ^F  8.  9  verlangen  eine  ausführlichere  aus- 
einander Setzung,  die  Strophe  Ä  37  ivelche  erzählt  icie  die  herzogin 
von  Brabant  zu  der  wundersamen  schelle  gelangt  ist  in  K  ziemlich 
unverändert  geblieben,  in  W  14  dagegen  bis  auf  zwei  verse  gänzlich 
umgestaltet,  hinter  W  14  fehlen  7  str.  an  der  entsprechenden  stelle 
bietet  R  Q  str.,  K  dagegen  (7 — 13)  ebenfalls  7,  unter  den  letzteren 
befindet  sich  eine,  die  neunte,  welche  an  ihrem  orte  völlig  sinnlos  ist. 
war  dieselbe  einmal  aus  dem  zusammenhange  dem  sie  im  Lohengrin 
als  Str.  31  angehörte  herausgerifsen  und  in  die  Umgebung  gebracht  in 
der  wir  ihr  in  K  begegnen  so  konnte  ihr  nur  ein  platz  vor  Kl  =  R 
38  angewiesen  worden  sein,  dafs  sie  dann  in  K  verstellt  wurde  er- 
klärt sich  leicht  aus  der  nachläfsigkeit  des  Schreibers  der  auch  sonst 
die  reihenfolge  der  Strophen  willkürlich  verändert,  ihrem  ursprüng- 
lichen zusammenhange  war  sie  aber  höchst  wahrscheinlich  schon  in  der 
K  und  W  gemeinsamen  grundlage  entfremdet.  Kund  W  wollen  das 
gedieht  seines  Charakters  als  teil  des  Sängerkrieges  und  erzählung 
Wolframs  entkleiden.  K  verfolgt  dies  ziel  ganz  consequent  und  be- 
ginnt demgemäfs  erst  mit  R  34  (33),  W  conserviert  noch  einige  der 
vorhergehenden  Strophen,  sollten  diejenigen  Strophen  mit  in  die  er- 
zähhmg  hineingenommen  werden  welche  vor  str.  33  des  Lohengrin 
einige  beziehungen  auf  die  geschichte  Lohengrins  enthielten,  die  dabei 
aber  die  ei  wähnung  des  Streits  zwischen  Klingsor  und  Wolfram  ver- 
mieden, so  konnten  nur  Ä  26.  31.  32  in  betracht  kommen,  die  erste 
von  diesen  bietet  W  als  ehigangsstr.  ich  komme  nachher  noch  einmal 
auf  sie  zurück,  dann  folgt  allerdings  als  zweite  R  30.  in  ihrer 
jetzigen  fafsung,  wo  sie  von  einer  landgräfin  die  an  Artus  hof  kommt, 
voti  Wolfram,  Joram  und  Klingsor  ebendaselbst  berichtet  hat  sie  gar 
keinen  Zusammenhang  weder  mit  dem  vorhergehenden  noch  mit  dem 
folgenden:  interessant  wäre  es  zu  wifsen  was  ein  leser  des  15.  Jahr- 
hunderts sich  bei  ihr  gedacht  hat.  doch  erklären  läfst  sie  sich  vielleicht, 
die  vorletzte  zeile  in  R  lautet  als  man  Höranden  vor  der  künegin 
Hilden  sach.  das  Verständnis  von  anspielungen  auf  die  heldensage 
war  damals  wohl  nicht  mehr  überall  zu  hause,  dazu  kam  dafs  für 
Hörant  Orant  [vgl.  Kolm.  meisterl.  28,  24)  oder  Oram  m  der  vorläge 
stehen  mochte,    wie  nahe  lag  es  da  nicht  an  den  Joraut,  Joram  der 


LORENGEL  235 

nachher  unter  den  ArtusrUtern  genannt  wird  zu  denken,  somit  war 
eine  beziehung  auf  das  lohengrinabenleuer  in  dieser  Strophe  gefunden, 
sie  muste  also  auch  eingereiht  werden ,  natürlich  umgeändert,  ah 
dritte  str.  endlich  finden  wir  R  32.  hätte  nun  R  31  noch  an  seiner 
urspriinglichen  stelle  gestanden,  so  würde  sie  gewis  auch  in  W  einge- 
reiht sein;  denn  einmal  läfst  W  sonst  keine  Strophe  von  R  aus,  ande- 
rerseits würde  R  32  durch  die  vorhergehende  str.  31  stütze  und  Ver- 
ständnis gewonnen  haben  und  man  kann  doch  auch  demverschrobcnsten 
Überarbeiter  kaum  zutrauen  dafs  er  mutwillig  unsinn  zu  tage  för- 
dert, wir  können  daher  annehmen  dafs  die  str.  K  7  bis  13  den  7  in 
W  fehlenden  Strophen  15  bis  21  entsprochen  haben  werden,  dafs  also 
auch  von  dem  falken  und  seiner  schelle  in  diesen  nicht  weiter  die  rede 
gewesen  ist.  erwähnt  muste  er  aber  werden  und  daV/W  aus  irgend 
welchen  gründen  umgeändert  worden  war,  so  schob  man  die  Strophen 
8  und  9  ein,  deren  reime  gröstenteils  sich  als  aus  R  37  und  36  ge- 
stohlen zeigen,  zugleich  erreichte  man  so  eine  weitere  Vermehrung  der 
reden,  welche  allerorts  in  dem  gedichte  erstrebt  wurde,  beiläufig  mache 
ich  noch  auf  die  in  jeder  der  str.  7  bis  9  widerhalle  ermahnung  Maria 
anzuflehen  aufmerksam,  eine  ermahnung  welche  sich  auch  in  der  R 
36  entsprechenden  zwölften  str.  vorfmdet. 

11,  6  habe  ich  geändert  da  abgesehen  von  ihrer  albernheit  diese 
auffafsung  der  in  str.  127  vorgetragenen  widerspricht,  warum  der 
schlufs  von  R  47  in  W  25  umgearbeitet  wurde  sodafs  nun  ein  Wider- 
spruch mit  W  33  stattfindet  vermag  ich  nicht  zu  erklären,  die  str. 
K  20  welche  eingeschoben  loar  um  das  verteilen  der  gürtel  in  der  fol- 
genden zu  motivieren,  hat,  wie  man  aus  dem  reime  der  beiden  ersten 
Zeilen  von  W  28  schliefsen  kann  auch  dieser  hs.  vorgelegen,  wurde 
aber  von  ihr  widerum  mit  der  folgenden  zusammengearbeitet,  den 
anlafs  zur  einfügung  von  W  29  bis  33  gab  einmal  eine  derartige  Ver- 
derbnis von  R  50  wie  sie  in  üi  22,  2  vorliegt  und  wie  sie  \F34,  l  vor- 
aussetzt, andererseits  das  bestreben  über  die  R  40  VV' 28  erwähnte 
taube  von  der  inR  weiter  nicht  die  rede  ist  nähere  auskunft  zugeben, 
für  diese  ganze  parthie  sind  reime  und  einzelne  ausdrücke  vielfach 
aus  R  50.  51  W  34.  35  entnommen,  die  folge  der  interpolation  aber 
war  dafs  in  str.  35  dasselbe  noch  einmal  vorgetragen  wird  was  bereits 
in  Str.  31  erzählt  ist.  doch  änderte  W  35  wenigstens  den  an  fang  von 
Ä  51  der  Situation  entsprechend  ab.  die  vier  Strophen  38  bis  41  von 
denen  drei  W  mit  K  gemeinsam  sind  führen  3  mir  gänzlich  unbe- 
kannte  Artusritter  und  eitlen  ebenfalls   sonst  nicht  nachweisbaren 


236  LOREiNGEL 

kämpf  Iweins  vor.  alle  vier  haben  keinen  andern  zweck  als  das  bild 
der  um  die  ehre  der  aussendung  wetteifernden  ritter  noch,  etwas  hinter 
zu  machen.  51.  52  stören  den  f ortschritt  der  erzählung  und  bieten 
nichts  neues  aufser  der  im  hinblick  auf  str.  49  unwahrscheinlichen 
notiz  dafs  Lorengels  ros  ein  geschenk  der  königin  sei:  sonst  betteln  sie 
ihren  inhalt  aus  den  vorhergehenden  Strophen  zusammen  und  sollen 
wohl  nur  den  abschied  noch  weiter  ausmalen. 

K  schliefst  mit  R  66.  soweit  stimmt  auch  W  mit  dem  Lohengrin, 
von  da  an  weicht  sie  gänzlich  von  diesem  ab.  zwar  entspricht  der 
gang  der  Handlung  im  grofsen  und  ganzen  loohl  dem  Lohengrin,  auch 
kann  man  hier  und  da  einflnfs  einzelner  Strophen  und  namen  desselben 
wahrnehmen  und  wird  darum  schwer  entscheiden  können  ob  eine  ganz 
andere  fortsetzung  des  gedichtes  als  die  uns  erhaltene  die  vorläge  ge- 
bildet habe  —  denn  von  der  erwähnten  stelle  des  Lohengrin  ungefähr 
an  vermutete  Lachmann  einen  anderen  verfafser  — ,  aber  eine  gänz- 
liche Umarbeitung  desselben  mufs  zu  gründe  liegen,  darauf  führt 
auch  die  angäbe  von  K  das  ganze  gedieht  von  Lorengel  umfafse  400 
Strophen,  für  den  ganzen  inhalt  des  Lohengrin  in  der  gestalt  in  der 
wir  ihn  besitzen  ist  diese  zahl,  zumal  wenn  man  berücksichtigt  dafs 
wie  in  dem  erhaltenen  teile  so  auch  in  dem  verlorenen  Interpolationen 
werden  hinziigetreten  sein,  weitaus  zu  gering,  für  den  kämpf  allein  zu 
grofs. 

Den  inhalt  des  nächstfolgenden  abschnitts  will  ich  ztinächst  kurz 
angeben,  nachdem  Lorengel  durch  die  hülfe  des  schwans  wunderbar 
gespeist  ist  und  dieser  sich  ihm  als  engel  und  von  himmel  ihm  auser- 
kornen  geleiter  zu  erkennen  gegeben  hat  gelangt  er  nach  Antwerpen, 
ein  am  ufer  stehender  bürger  namens  Calebrand  empfängt  ihn  und 
bittet  ihn  nach  dem  verschwinden  des  schwans  zu  gaste,  er  wird  aufs 
beste  bewirtet  und  von  des  bürger s  eigener  tochter  bedient,  um  dem 
fremden  standesgemäfse  Unterhaltung  zu  verschaff'en  schlägt  dieselbe 
vor  zwei  in  der  Stadt  wohnende  edle  ritter,  Waldemar  genannt  herbei- 
zurufen. Calebrand  holt  sie.  kaum  angelangt  ergreift  der  eine  Wal- 
demar das  wort  und  erhmdigt  sich  bei  Lorengel  ob  er  vielleicht  den 
Parze fal  kenne:  er  sehe  diesem  sehr  ähnlich,  doch  er  läfst  Lorengel 
gar  keine  zeit  zur  antwort.  denn  ad  voceni  Parzefal  und  gral  fällt 
ihm  sogleich  eine  geschichte  ein  und  er  beeilt  sich  dieselbe  mitzuteilen, 
diese  scheint  Lorengels  interesse  in  hohem  grade  zu  erwecken  da  er 
durch  eingeworfene  fragen  sich  bemüht  über  einzelne  punkte  genaueren 
aufschlufs  zu  erhalten,    die  geschichte  ist  folgende,   in  Köln  versuchte 


LORENGEL  237 

ein  graf  sich  gewaltsam  der  herschaft  zu  bemächtigen,  doch  der  an- 
schlug tnislang,  sein  bruder  und  zwölf  seiner  ritter  wurden  dabei  er- 
schlagen und  der  graf  selber  entkam  nur  mit  mühe  auf  sein  schlofs. 
nun  sann  er  auf  räche,  er  liefs  sich  deshalb  32  hufeisen  aus  gold 
verfertigen,  und  mit  diesen  seine  rosse  beschlagen,  so  ausgerüstet  ritt 
er  zu  könig  Etzel  nach  Heunenland.  kaum  erblickte  dort  des  köiiigs 
hofschmid  den  ungewohnten  schmuck  an  den  hufen  der  rosse  so  be- 
raubte er  sie  desselben,  die  diener  des  grafen  nahmen  zwar  auf  seinen 
befehl  diese  unbild  schweigend  hin,  aber  zwischen  dem  schmid  und 
seinen  knechten  kam  es  bald  über  der  teilung  der  beute  zu  streit  und 
handgemenge.  der  lärm  drang  bis  zu  Etzels  ohren.  der  könig  erkun- 
digte sich  nach  der  Ursache  und  erfuhr  in  folge  dessen  die  anwesenheit 
des  grafen.  sofort  liefs  er  ihn  zu  sich  bescheiden,  eine  lücke  in  der 
hs.  entzieht  uns  hier  den  schlufs  der  erzählung.  aus  den  andeutungen 
im  vorhergehenden  will  ich  jedoch  versuchen  das  fehlende  zu  ergänzen, 
der  graf  hatte  seilten  plan  auf  Etzels  habgier  gebaut  und  er  täuschte 
sich  in  seiner  berechnung  nicht,  detm  der  könig  schickte  schleunigst 
boten  aus  um  die  länder  des  westens  aufzufordern  ihm  tribut  {nach 
Indien  76,  9)  zu  bringen,  als  diesem  ansinnen  keine  folge  geleistet 
umrde  brach  er  mit  heeresmacht  auf  um  auf  gewaltsame  weise  seinen 
zweck  zu  erreichen,  von  jenseits  des  nieeres  durch  Tulant  unterstützt 
untenoarf  er  die  hälfte  der  Christenheit  und  zog  bis  nach  Frankreich 
und  Spanien,  die  erwähnung  des  letzteren  landes  ist  vielleicht  eine 
reminiscenz  an  die  sage  von  Walther  von  Spanien,  natürlich  nach  der 
fränkischen  fafsung  die  ja  auch  die  östreichische  ist  [zs.  12,  274). 
zum  härtesten  kämpfe  katn  es  aber  vor  Köln,  dort  icährte  der  streit 
dem  auch  Waldemar  beiwohnte  22  tage  zu  wafser  und  zu  lande,  bei 
dieser  gelegenheit  kamen  die  \1000  Jungfrauen  um.  endlich  setzte 
Parzefal  der  mit  dem  gral  zu  hilfe  eilte  Etzels  wüten  ein  ziel. 

Die  lücke  erreicht  ihr  ende  mit  str.  112.  dort  treffen  wir  auf 
folgende  Situation.  Waldemar  meldet  der  herzogin  von  Brabant,  ein 
ritter  der  wahrscheinlich  den  kämpf  für  sie  bestehen  wolle  nahe  sich 
dem  lande  auf  einem  wilden  schwane,  er  ermahnt  sie  sich  zu  schmücken 
und  den  fremden  gast  am  ufer  zu  empfangen,  die  herzogin  befolgt 
diesen  rath,  man  zieht  unter  musik  an  den  Strand  und  Lorengel  landet. 
dies  ist  höchst  auffällig.  Lorengel  scheint  also  nachdem  Waldemar 
seine  erzählung  beendet  hatte  und  vielleicht  von  demselben  aufgefor- 
dert seinen  schwan  noch  einmal  bestiegen  zu  haben,  auf  diesem  ein 
stück  ins  meer  hinausgefahren  und  dann  wieder  zurückgekehrt  zu 


238  LORENGEL 

sein,  offenbar  zu  keinem  anderen  z-wecke  als  damit  auch  die  herzogin 
gelegenheit  fände  sein  wunderbares  schiff  in  augenschein  zu  nehmen 
und  sich  von  der  göttlichen  mission  des  ihr  zu  hilfe  eilenden  kämpfers 
zu  überzeugen,  mm  war  aber  zu  Lorengels  grofsem  leidwesen  der 
Schwan  bereits  in  slr.  61,  2/"  verschwunden  und  nur  ein  neues  wun- 
der konnte  ihn  wider  zur  stelle  bringen,  wie  abgeschmackt  ist  ferner 
die  art  und  loeise  in  der  Waldemar  mit  seiner  erzählung  herausplatzt, 
dafs  er  dabei  seiner  ersten  frage  die  doch  implicite  auch  eine  erknndi- 
gung  nach  Lorengeh  herkunft  enthielt  vergafs  kann  zurückgehen  auf 
eine  reminiscenz  an  die  pointe  des  Lohengrin.  denn  Lohengrin  knüpft 
ja  sein  bleiben  an  die  beding ung  dafs  seine  gemcihlin  ihn  nie  über 
seinen  namen  und  stand  ausforsche,  später  noch  einmal  wird  in  un- 
serm  gedichte  eine  direkte  frage  nach  Lorengels  namen  todgeschwiegen, 
das  nnangemefsene  der  Situation  besteht  aber  vor  allem  darin  dafs 
Waldemar  seine  geschichte  dem  Loren  gel  erzählen  mufs,  dem  söhne 
eben  jenes  Parze fal  der  in  derselben  eine  hauptrolle  spielte  und  von 
dem  doch  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  Lorengel  sie  oft  genug  wird 
vernommen  haben.  Lorengel  jedoch  stellt  sich  als  kenne  er  sie  nicht 
und  tut  seine  wifsbegierde  durch  seine  fragen  kund,  nun,  das  ganze 
hat  eben  nichts  mit  dem  Loremjel  zu  schaffen  und  ist  ein  einschub 
welcher  ein  ganz  fernstehendes  gedieht  in  den  Zusammenhang  hinein- 
ziehen sollte,  auch  im  einzelnen  finden  sich  differenzen  mit  dem  vor- 
hergehenden, besonders  ist  die  auffafsung  des  grals  in  diesem  ein- 
schuhe eine  von  der  des  Lohengrin  ganz  verschiedene,  in  dem  letzt- 
genannten gedichte  befindet  sich  derselbe  an  Artus  hofe  und  in  seinem 
besitze,  hier  gehört  er  dem  Parze  fal  dem  er  durch  einen  enget  von 
gott  gesandt  ivorden  war.  nachdem  die  ganze  partie  in  den  Lorengel 
hineingetragen  war  wurde  im  eingange  des  gedichts  (str.  J )  eine  notiz 
darüber  angebracht,  in  der  eile  liefs  man  z.  4  das  wörtchen  da  stehen, 
dieses  aber  hafte  nur  einen  sinn  wenn  in  den  beiden  ersten  zeilen  et- 
was ähnliches  stand  wie  in  denen  der  entsprechenden  str.  26  des  Lohen- 
grin. ehe  der  einschub  geschah  wird  die  Situation  die  gewesen  sein 
dafs  man  Lorengel  vom  strande  aus  erblickte,  Waldemar  sein  heran- 
nahen meldete  und  man  ihm  dann  ans  ufer  entgegen  zog,  ganz  ähn- 
lich wie  im  Lohengrin.  diesem  gedichte  gehört  auch  Waldemar  an, 
nur  lautet  dort  sein  name  Gundemar  und  ist  er  abt.  zwar  geht  durch 
den  ganzen  L^orengel  {vgl.  31,  9.  66,  7.  13],  2)  die  annähme  von  2 
Waidemars  und  auch  K  10  befindet  sich  damit  in  Übereinstimmung: 
aber  man  sieht  deutlich  dafs  dieses  eine  spätere  Unterstellung  ist.  denn 


LORENGEL  239 

tinr  der  eine  redet  und  handelt,  der  andere  ioird  loeite  strecken  hin- 
durch gar  nicht  erwähnt  bis  endlich  seiner  wider  einmal  gedacht  wird, 
man  könnte  noch  die  frage  aufwerfen  warnm  der  interpolator  seiner 
geschichte  nicht  einen  angemefseneren  platz  angewiesen  habe  soikifs 
wenigstens  der  anstofs  welchen  die  doppeUe  ankunft  Lorengels  bereitet 
uns  erspart  geblieben  wäre,  warum  er  also  beispielsweise  sie  nicht  in 
die  beschreibung  der  mahheit  131 /f  eingeßochten  hat  bei  der  ja  der 
unlerhaltungsstoff  dermafsen  gebricht  dafs  Lorengel  ausdrücklich 
(136,  10)  aufgefordert  werden  mufs  sich  nicht  zu  langweilen,  hier- 
auf weifs  ich  eine  befriedigende  antwort  nicht  zu  erteilen,  vielleicht 
lagen  aber  schon  Strophen  vor  welche  zur  Interpolation  gerade  an  dieser 
stelle  anlafs  gaben,  so  scheint  mir  das  sint  m  str.  73,  5  welches  in 
jenem  zusammenhange  nur  die  ungewöhnliche  bedeutung  'seither' 
haben  kann  zu  derselben  nur  in  folge  einer  Überarbeitung  gelangt  zu 
sein,  ich  möchte  glauben  dafs  es  ursprünglich  verbum  war  und  dafs 
das  wort  waren  erst  später  hineingeschoben  ist.  auch  leiden  einzelne 
Str.  wie  lOfan  einer  entsetzlichen  breite  und  die  der  eigentlichen  er- 
zählung  vorausgehenden  76  ff  sind  so  ungeschickt  dargestellt  dafs  man 
wohl  schliefsen  darf  sie  seien  nur  aus  dem  inhnlte  des  uns  jetzt  feh- 
lenden Stückes  zusammengebettelt,  die  geschichte  selbst  aber  str.  79  ff 
beruhte  wohl  auf  einem  altern  gedichte  und  ihr  eingang  war  für  ein 
solches  recht  passend,  den  kern  derselben  bildete  die  Ursulalegende 
welche  von  Sigebertus  Gemblacensis  (s.  Schade ,  die  sage  von  der  h. 
Ursula  s.  64)  an  bis  auf  die  neuesten  apologeten  {AASS  m.  Okt.  tom. 
IX.  Kefsel,  S.  Ursula  und  ihre  gesellschaft  Köln  1863)  hinab  häufig 
mit  Etzel  in  Verbindung  gesetzt  worden  ist.  dafs  sie  auch  in  Oestreich 
verbreitet  war  dafür  sprechen  die  von  Kefsel  a.  a.  o.  s.  'IQijff  und 
220ff  mitgeteilten  niederschriften  in  mss.  des  klosters  Lambach.  aber 
eine  Verbindung  der  legende  mit  der  gralsage  ist  so)(st  völlig  unbekannt 
und  selbst  das  motiv  der  goldenen  hufeisen  habe  ich  in  märchen  und 
sagen  vergeblich  gesucht. 

Der  weitere  inhalt  des  Lorengel  ist  höchst  einförmig :  die  haupt- 
beschäftigung  der  auftretenden  personen  besteht  in  efsen  und  trinken 
und  darin  leisten  sie  allerdings  recht  respectables.  aber  auch  die 
beschreibung  dieser  scenen  bewegt  sich  in  stehenden  redensarten.  str. 
120  loiderholt  nur  was  bereits  vorher  gesagt  ist.  auch  stimmt  der 
Wortlaut  von  z.  6  auf  eine  sehr  verdächtige  weise  mit  118,  7.  es  ist 
mir  aber  wahrscheinlicher  dafs  str.  118  die  interpolierte  ist.  denn 
bei  dieser  kann  man  einen  grund  finden  der  ihre  einschiebung  veran- 


240  LORENGEL 

lafste.  es  erschien  nämlich  nnpassend  wenn  die  herzogin  sich  vor 
Lorengel  auf  die  knie  loarf  und  dann  nicht  gesagt  wurde  dafs  sie  wi- 
der aufstand,  diesem  mangel  suchte  der  interpolator  abzuhelfen,  aber 
er  verräth  sich  durch  sein  Ungeschick,  denn  er  läfst  nicht  wie  es  natür- 
lich war  Lorengel  die  herzogin  aufheben,  sondern  Lorengel  mufs  sich 
erst  an  Waldemar  deshalb  wenden  sodafs  dieser  die  rolle  eines  cere- 
monienmeisters  spielt,  in  der  folgenden  breiten  aufzählung  der  ge- 
schenke  hält  es  schwer  das  ursprüngliche  zu  erkennen:  nur  str.  125, 
welche  mehrere  ihrer  reime  aus  120  borgt  läfst  sich  als  ziisatz  ausschei- 
den, ebenso  nachher  str.  128.  129.  sie  bieten  gar  tiichts  neues  sondern 
variieren  nur,  zum  teil  mit  denselben  redewendungen  das  vorangehende, 
den  anstofs  zu  ihrer  einfügung  mag  vielleicht  das  heute  in  der  letzten 
zeile  von  str.  127  gegeben  haben,  indem  dem  interpolator  einfiel  dafs 
der  kämpf  erst  am  folgenden  tage  stattfände,  daher  schrieb  er  auch 
in  128,  2  morgigen  tag.  131  bis  \  36  bietest  eine  langweilige  beschrei- 
bung  des  efsens.  unter  diesen  enthalten  132.  133  nichts  anderes  als 
134  f.  auch  einzelne  ausdrücke  haben  sie  mit  diesen  gemeinsam, 
man  vergleiche  133,  7  paret  adelich  >mY  131,  6;  133,  10  tugent 
manigfalde  mit  134,  9.  was  ist  endlich  mit  der  ander  kurzweil  133,  3 
gemeint?  sicherlich  das  efsen,  aber  vorher  war  doch  noch  nichts  kurz- 
weiliges vorgekommen  da  die  dem  Lorengel  vorgetragene  klage  der 
herzogin  schwerlich  auf  dies  praedicat  anspruch  erheben  dürfte,  pas- 
send ist  zwar  der  stofsseufzer  Lorengels  an  seiner  stelle  137,  8  ff 
keineswegs,  er  soll  aber  vielleicht  eine  art  abschnitt  in  der  erzählung 
bilden  da  mit  138  ein  neues  bild  sich  entrollt,  das  gleichzeitige  mahl 
beim  kaiser  ist  der  gegenständ  desselben,  keiner  weifs  bisher  von  der 
ankunft  Lorengels :  daher  die  frage  des  kaiser s  an  graf  Friedrich  str.  141, 
dessen  antwort  und  die  einführung  eines  boten  der  die  nachricht  von 
Lorengels  anwesenheit  überbringt  (142).  damit  steht  aber  in  wider- 
sprach str.  1 38.  auch  sonst  ist  sie  schlecht  und  giebt  tiur  dann  einiges 
Verständnis  wenn  man  die  praeterita  plusquamperfektisch  fafst.  ob  sie 
völlig  auszuscheiden  sei  bleibt  allerdings  zweifelhaft:  möglich  wäre  es. 
jedenfalls  hat  der  Überarbeiter  sich  stark  an  ihr  versündigt,  in  der 
folgenden  Strophe  xoird  graf  Friedrich  eingeführt;  er  kommt  zum 
kaiser,  begrüfst  ihn  und  wird  dann  zu  tische  geladen,  doch  diese  mo- 
mente  der  ha^idlung  folgen  nicht  untereinander,  sondern  dazwischen 
stehen  (140,  1 — ^6)  einige  verse  in  denen  wie  es  scheint  gesagt  tverden 
soll  dafs  es  mittagszeit  war  tmd  dafs  in  allen  teilen  der  Stadt  wo  die 
fremden  sich  einquartiert  hatten  opulente  mahlzeiten  eingenommen 


LORENGEL  241 

wurden,  diese  notiz  ist  mindestens  recht  überflüfsig.  einen  ganz  an- 
gemefsenen  Zusammenhang  gewinnen  wir  dagegen  xoenn  wir  140,  Iff 
gleich  auf  139,  6  folgen  laßen,  in  str.  143  brennt  der  kaiser  vor 
verlangen  den  namen  des  fremden  zu  erfahren  und  trägt  dem  grafen 
als  dieser  in  str.  145  sich  aufmacht  um  den  ankömmling  zu  begrüfsen 
besonders  auf  sich  nach  Loretigels  herkunft  zu  erkundigen,  dieser 
Weisung  folgt  der  graf,  erhält  aber,  worauf  ich  schon  oben  aufmerk- 
sam zu  machen  gelegenheit  halte  keine  antiüort,  sondern  toird  mit 
complimenten  abgespeist,  auch  soiist  tritt  noch  in  dieser  decade  das 
Ungeschick  hervor  die  handlung  in  ihrer  logischen  entwickelung  dar- 
zustellen, unerträglich,  wird  das  gerede  aber  slr.  1 55^.  ivas  keifst  da 
habt  guten  mut  dasz  sein  got  selber  walde  ?  ist  das  eine  hindeutung 
auf  den  folgenden  kämpf?  ferner  in  der  folgenden  zeile  uns  kumt 
vil  fremder  geste.  damit  sind  wohl  die  ritter  gemeint  die  zu  dem  er- 
toarteten  kämpf esschauspiel  zusammengeströmt  sind,  die  folgende  str. 
soll  dann  anscheinend  eine  art  erlduterung  zu  der  letzten  zeile  von 
150  —  von  der  es  übrigens  zweifelhaft  ist  ob  sie  noch  zur  rede 
Friedrichs  gehört  oder  nicht  — -  bilden,  statt  jedoch  irgend  eine  aben- 
teuer  von  sich  zum  besten  zu  geben  lenkt  Waldemar  das  gespräch 
gleich  wider  auf  den  bevorstehenden  kämpf,  noch  unmotivierter  frei- 
lich ist  wie  den  grafen  diese  bemerkung  so  arg  in  hämisch  bringt  dasz 
im  da  ganz  verschwand  sein  mild  und  gute  (152, 10).  er  scheint  ganz 
zu  vergefsen  dafs  er  vorher  (141,  10)  seinem  unmut  darüber  aus- 
druck  gegeben  hat  dafs  die  herzogin  keinen  kämpfer  bekommen  könne, 
es  gewinnt  fast  den  anschein  als  wolle  er  hier  seinem  gegner  durch  re- 
nommagen  den  kämpf  verleiden,  doch  dann  bleibt  ihm  Lorengel  nichts 
schuldig:  der  erzählt  str.  154  fabelhafte  dinge  von  seinen  heldentaten, 
während  doch  sonst  vorausgesetzt  wird  dafs  er  bisher  noch  nicht  ge- 
kämpft habe  und  Walman  seine  tüchtigkeit  nur  aus  seinem  weiten 
Sprunge  str.  42  gefolgert  hatte,  das  folgende  brettspiel  scheint  einer 
art  gottesurteil  über  den  ausgang  des  kampfes  gleich  kommen  zu  sollen, 
aus  diesem  netze  von  Widersprüchen  können  wir  uns  so  ziemlich  be- 
freien wenn  wir  151  bis  154  für  interpoliert  ansehen.  159,  4.  5 
widersprechen  streng  genommen  den  beiden  letzten  Zeilen  der  vorher- 
gehenden Str.  auch  sonst  ist  159  inhaltsleer  und  enthält  nur  die 
ziemlich  selbstverständliche  Versicherung  dafs  die  herren  wider  zu 
abend  speisten.  161,  10  verabschiedet  sich  die  fürstin  von  Lorengel, 
162  geht  sie  aber  trotzdem  mit  um  sich  davon  zu  überzeugen  ob  ih- 
rem gaste  auch  gut  gebettet  sei  und  163  verabschiedet  sie  sich  noch- 


242  LORENGEL 

mals.  man  könnte  162,  3  bis  163,  2  für  spälern  znsatz  halten,  ge- 
macht damit  anch  eine  beschreibung  des  bettes  platz  fände,  mehrfache 
anstöfse  bietet  das  folgende.'  unrichtig  sind  erstlich  die  xoorte  164,  5 
das  tet  der  graf:  vielmehr  kommt  er  nicht  sogleich  auf  den  kampf- 
platz  sondern  schickt  auf  wünsch  des  kaisers  zwei  boten  die  Lorengel 
auffordern  sollen  vor  dem  wirklichen  kämpfe  mit  ihm  ein  sper  zu 
brechen,  ferner  der  doppelte  Wechsel  zwischen  ir  und  du.  in  der  an- 
rede  herrscht  sonst  im  Lorengel  grofse  cojisequenz:  aufser  unserer 
stelle  finden  sich  abweichungen  nur  32,  8  w)0  ich  vielleicht  hätte  än- 
dern können,  und  dann  ISO,  4.  182,  bf.  weiter  der  reim  wal  für 
weil,  endlich  die  breite  mit  der  graf  Friedrich  seiner  Zuversicht  auf 
einen  günstigen  erfolg  ausdruck  verleiht,  der  nachherige  kämpf  be- 
steht darin  dafs  die  beiden  gegner  zu  ros  auf  einander  losstürmen 
lind  ihre  spere  zerbrechen,  wobei  der  graf  zur  erde  fällt,  er  erhebt 
sich  wider  und  greift  zum  Schwerte.  Lorengel  tut  das  gleiche,  mufs 
aber  natürlich  zu  diesem  behufe  vom  pferde  steigen,  dies  ist  nichts 
andefs  als  der  gewöhnliche  hergang  in  jedem  ritterlichen  Zweikampfe 
und  ganz  ebenso  schildert  ihn  auch  der  Lohengrin.  nun  scheint  der 
Überarbeiter  —  und  damit  befand  er  sich  wahrscheinlich  im  einklange 
mit  den  auffafsungen  seiner  zeit  —  diese  beiden  zusammengehörigen 
momente  eines  und  desselben  kampfes  für  zwei  von  einander  unab- 
hängige handlungen  gehalten  zu  haben  und  erachtete  es  demgemäfs 
für  nötig  den  sperwechsel  im  beginne  des  Streites  als  eine  nicht  selbst- 
verständliche zutat  vorher  ankündigen  zu  lafsen.  die  str.  164  bis  168 
können  ganz  gut  fehlen.  169  schliefst  sich  sogar  befser  an  163  an, 
nur  mufs  die  erste  zeile  anders  gelautet  haben,  etwa  also  der  grusz 
nam  hie  ein  ent.  170  führt  weiter  aus  loas  schon  169  gesagt  ist  und 
ist  völlig  entbehrlich.  175,  1  widerspricht  174,  7.  ferner  ist  der  rüh- 
rende 7'eim  in  z.  8/".  anstöfsig,  ebenso  z.  10.  denn  erst  179,  3  reitet 
Lorengel  auf  den  kämpf  platz.  176  setzt  sich  aus  einzelnen  aus- 
drücken der  folgenden  str.  zusammen,    man  vergleiche  176,  1  mit 

177,  2.  3,  den  reim  176,  7.  10  mit  178,  3.  6,  176,  9  mit  179,  7. 
streichen  icir  str.  175  so  fällt  zwar  der  anstofs  weg  welchen  wir  an  z. 

178,  3  nehmen  müfsen  in  der  das  ros  aufgeführt  wird  als  wäre  noch 
gar  nicht  von  ihm  die  rede  gewesen,  aber  trotzdem  bleibt  die  str.  recht 
schlecht,  zweimal  wird  gesagt  dafs  Lorengels  ros  nicht  kampftüchtig 
sei,  zweimal  wird  wider  abgebrochen  um  von  der  musik  unter  deren 
klang  die  gesellschaft  die  Stadt  verläfst  zu  reden,  bis  endlich  str.  179, 
9  noch  einmal  das  pferd  vorgenommen  wird,  auch  die  ausdrucksweise 


LORENGEL  243 

von  178,  5.  10  ähnelt  sehr  der  von  179,  8/".  diese  tmangemefsen- 
heiten  verschwinden  wenn  xcir  178,  3  bis  179,  2  als  interpoliert  be- 
trachten. 183  besagt  nichts  anderes  als  184  und  hat  einen  sehr  matten 
schlufs.  die  reime  von  1.  2.  3.  6  sind  der  folgenden  sIr.  entnommen, 
vgl.  auch  die  erwähnung  des  plans  am  ende  beider  str.  die  frage  Lo- 
rengels an  den  grafen  1 88,  hf.  ist  höchst  albern,  der  graf  loill  auf 
sie  anfänglich  keine  antwort  geben,  aber  er  besinnt  sich  bald  eines 
befsern  und  renommiert  nun  stark  189,  lyf.  dasselbe  hatte  er  schon 
1 87  getan  wie  er  auch  dort  bereits  dem  herzog  widerseit  hatte  was  er 
hier  189,  4  nochmals  ausführt,  vergleicht  man  ferner  187,  10  mit 
189,  5  so  ist  wohl  kein  zwei  fei  dafs  die  beidm  str.  187.  188  später 
eingefügt  sind,  freilich  mufs  eingeräumt  werden  dafs  das  tun  ich 
gern  189,  5  nicht  ganz  geschickt  ist,  da  seine  beziehnng  nur  in  189, 
2  liegen  kann  und  diese  zeile  doch  etwas  ferne  steht,  die  beiden  ersten 
Zeilen  von  192  befafsen  den  gleichen  inhalt  wie  die  drei  ersten  von 
193.  erstere  str.  wird  auszuscheiden  sein  zumal  ihre  reime  zum  teil 
aus  189  entlehnt  sind.  str.  197  endlich  isl  eine  höchst  ungeschickt 
stilisierte  ausführung  der  vorhergehenden  str.,  welche  letztere  bereits 
einen  angemefsenen  abschlufs  gewährte. 

So  haben  vnr  den  ganzen  inhalt  des  Lorengel  durchmefsen.  das 
gedieht  besteht  demnach  aus  dem  anfange  des  Lohengrin  in  derfafsung, 
welche  ihm  die  meistersänger  gegeben,  aus  einer  sonst  nicht  mehr  vor- 
handenen fortsetzung  desselben,  die  ebenfalls  durch  die  hände  von 
bearbeitern  gieng  und  erhebliche  znsätze  aufzuweisen  hat  und  endlich 
einer  zxmschen  diese  beiden  stücke  ganz  roh  eingeschobenen  und  wahr- 
scheinlich einem  besonderen  gedichte  entnommenen  erzählung,  deren 
kern  die  legende  von  den  elf  tausend  Jungfrauen  bildete,  ans  der 
betrachtung  des  ersten  teils  ergab  sich  dafs  die  Strophen  welche  in- 
halt oder  reime  aus  ihrer  Umgebung  entnahmen  Jüngern  Ursprungs 
waren,  zugleich  aber  sahen  wir  auch  wieweit  die  Umarbeitung  zu- 
weilen  sich  von  dem  ursprünglichen  entfernte,  jenes  ergebnis  bin  ich 
für  den  zweiten  teil  zu  verwerten  bestrebt  gewesen  ohne  wie  ich  hoffe 
den  Vorwurf  allzu  grofser  kühnheit  zu  verdienen,  durch  die  aus- 
scheidungen  welche  ich  vornahm  wollte  ich  die  vorläge  wenigstens 
ihrem  inhalte  nach  reconstruieren.  doch  verhehle  ich  mir  nicht  dafs 
auch  dies  resultat  nur  ein  teilweises  sein  kann,  denn  einerseits  mag 
noch  manches  interpolation  sein  was  wir  jetzt  nicht  mehr  als  solche 
zu  erweisen  vermögen,  so  z.  b.  dafs  Lorengels  ros  als  der  kämpf  aus- 
bricht angetrabt  ko)innt;  andererseits  ist  zu  erwägen  dafs  urir  es  ja 


244  LORENGEL 

nicht  nur  mit  erweiterungen  sondern  mit  einer  völligen  Umarbeitung 
und  zwar  mit  einer  von  der  schlimmsten  art,  die  nämlich  die  reime 
beibehält  und  in  den  körper  der  Strophen  einen  andern  inhalt  giefst 
zu  tun  haben,  und  gerade  nach  der  letzterwähnten  richtung  hin 
scheint  der  Schreiber  der  Wiener  hs.  tätig  gewesen  zu  sein,  ich  schliefse 
das  hauptsächlich  aus  dem  in  str.  23,  3  durchstrichenen  der  trat 
für  imlches  noch  ziemlich  dem  Wortlaute  von  Ä  46,  3  entspricht, 
im  vergleich  zu  dem  an  seine  stelle  gesetzten  der  was  ein 
stum. 

Schliefslich  verzeichne  ich  für  den  namen  Lorengel  der  wahr- 
scheinlich aus  der  form  Loherengrin  durch  die  Umbildungen  Loren- 
grin,  Lorenglin  hindurch  entstanden  ist  zwei  belege  welche  zugleich 
zetignisse  für  unser  gedieht  geben,  sie  finden  sich  beide  in  den  Kol- 
marer  meisterliedern,  der  erste  s.  249,  106/f 

sie  spricht  ich  si  ir  gar  ein  gast 

ich  bringe  ir  denne  den  adamast 

den  da  Lorengel  üf  im  truoc 

dö  er  ein  kempfe  was  der  herzoginne 
vgl.  Lorengel  174,  9.    der  andere  s.  396,  24 

und  wser  zwelf  schuoch  vor  den  Lörengel  hin  gesprungen 
vgl.  Lorengel  43,  10  Ä"  28,  10.  in  beiden  fällen  bietet  der  Lohengrin 
nichts  entsprechendes,  einen  ferneren  beleg  für  den  namen  weist  mir 
Jänicke  aus  dem  Friedrich  von  Schwaben  in  der  Diutiska  2,  65  nach, 
doch  läfst  sich  ans  den  dort  angeführten  xoorten  wie  Laurengel  sein 
vechten  masz  nicht  ersehen,  ob  der  verfafser  den  Lohengrin  oder  die 
spätere  fortsetzung  benutzte,  vielleicht  wird  die  versprochene  ausgäbe 
näheres  über  diesen  punkt  ergeben  können,  als  familienname  soll 
Loi^engel  noch  heutigen  tages  in  Leipzig  vorkommen. 

Berlin,  den  7  Januar  1871. 

ELIAS  STEINMEYER. 


WEIBERZAUBER  245 


WEIBERZAUBER 

VON  WALTHER  VON  GRIVEN. 

Ich  hüer  diu  wip  dicke  sagen, 

gröze  not  ein  ander  klagen, 

waz  in  ir  man  ze  leide  tuo. 

da  kan  ich  giiote  liste  zuo. 
5    die  wurden  zuo  Paris  erdäht; 

von  dannen  sint  si  her  bräht: 

diu  wip  bezoubernt  da  ir  man, 

als  ich  si  hie  wol  leren  kan. 

si  machent  von  kriite  ein  stüppe ; 
10    daz  ist  guot  zuo  dem  Kippe. 

swelch  wip  ir  man  daz  zezzen  glt, 

diu  behabt  an  im  ir  strit. 

daz  erste  krüt  ist  demuot 

(daz  ist  ze  dem  zouberliste  guot), 
15    daz  ander  wiphch  güete, 

daz  dritte  ein  senfte  gemüete: 

wil  si  diu  driu  krüt  zesamen  lesen, 

so  mac  si  mit  ir  manne  genesen. 

daz  vierde  krüt  sint  süeziu  wort 
20    (diu  sint  ze  dem  zouberliste  ein  bort), 

daz  fünfte  güetlicb  gebjere: 

ob  iz  halt  niht  von  herzen  waere, 

so  hat  daz  krüt  doch  die  kraft 

deiz  den  zouber  machet  sigehaft. 
25    daz  sehste  krüt  deist  kiuscher  muot, 

swie  vil  si  des  ze  dem  lüppe  tuot; 

daz  sibende  in  heimhche  halt : 

ir  man  si  junc  oder  alt, 

wil  si  im  daz  krüt  ze  niezen  geben, 
30    so  muoz  er  mit  ir  vil  wol  leben. 

daz  ahte  krüt,  zecke  er  iht 

Die  ks.  Ditz  ist  wie  die  wip  ir  maa  Mit  zovbcr  gewunnen  han  3.  zv, 

immer  für  ze  7.  bezovberteu         12.  iren         18.  wol  geoesen         24.  daz 

iz  25.  daz  ist  31.  zeche  hiu  niht    Neidh.  s.  198  ez  sol  ein  man  mit 

fremden  frouwen  niht  ze  vil  gezecken 

Z.  f.  D.  A.  neue  folge  III.  17 


246  WEIßERZAUBER 

mit  fremden  wiben,  obez  geschiht, 

tuo  sam  si  sin  niht  geloube, 

unz  si  in  der  site  toube. 
35    daz  niunde  krüt  ist  blükheit: 

da  mit  ist  der  zouber  bereit. 

s welch  wip  nach  minem  rate  tuot, 

diu  twinget  hertes  mannes  muot. 

ist  aber  daz  er  sich  ir  erwert, 
40    so  wirt  er  der  wisen  lobes  behert: 

volgent  si  miner  lere, 

so  behaltent  si  ir  ere. 

Walther  von  Griven  rset  in  daz: 

der  wiser  si  der  rate  in  baz. 

32.  ob  iz  35.  bosheit,  aber  os  soll  ausgekratzt  sein  39.  ir  mit 

vbel  erwert 

^us  der  Heidelberger  hs.  341  bl.  219  {nicht  119).  wie  ff^ackernagel  gesch. 
der  d.  litt.  ä.  218  darauf  gekommen  ist  dieses  gedieht  unter  die  novellen  zu 
setzen  weifs  ich  nicht.  Griven,  jetzt  Griffen,  ist  ein  markt  in  Kärnten;  über 
ihm  lag  die  bürg  Griven.  unter  den  herren  von  Griven  die  in  Urkunden  ge- 
nannt werden  habe  ich  keinen  Walther  gefunden. 

H. 


ÄHRENLESE. 

1 .  Graf  Rudolf  yXQ  erhat  daz  er  virmiwe.  wolde  zer  werlt  sinen 
pris.  nicht  zu  virnuwe  ist  nuwe  zu  ergänzen,  sondern  zu  itenuwe. 
die  zeile  hat  dann  das  mafs  der  vorhergehenden  deme  greiien  vffe 
sine  truwe  und  es  ist  nicht  nöthig  mit  Wilh.  Grimm  deme  greuen  in 
ime  zu  verwandeln.  —  G  14  her  virlos  sine  arbeit,  der  sinn  ver- 
langt verkös. 

2.  Walther  48,  1 1  der  si  ouch  hi  den  Hüten  swcBre.  Tit.  398 1 ,  4 
die  swceren  U  den  Hüten  die  müezen  von  dem  bli  vil  wunden  liden. 
aus  dieser  redensart  ist  ein  scherzhafter  name  gebildet  den  der  ver- 
fafser  des  Titurels  erfunden  oder  entlehnt  hat,  wie  er  den  von 

A 

Müllenhoff  aus  der  mythologie  verwiesenen  dieb  Ag^z  von  Reinmar 
von  Zweter  borgte :  2362,  4  ob  ich  alle  benande,  so  sunge  ich  meister 
Swoerebies  wise.  die  von  Hahn  roh  herausgegebene  hs.  hat  sinnlos 
sioere  bi  des. 


ÄHRENLESE  247 

3.  Wolfram  Wilh.  185,  17  des  rkhs  gebot  nnt  de  urteil  tet  kunt, 
ein  sac  nnt  ein  seil  wcern  schiere  nf  gebunden.  Jacob  Grimm  Rechts- 
alt, s.  699  denkt  zweifelnd  an  bestrafiing  feige  dem  aufgebote  sich 
entziehender  krieger.  im  Mhd.  wb.  2,  2,  2  ist  dies  ausgeschrieben, 
aber  verschwiegen  dafs  Grimm  selbst  hinzusetzt  'oder  enthalten  die 
Worte  gar  keine  strafdrohung,  sondern  das  blofse  symbol  des  heer- 
aufljruchs  ?'  er  hätte  nur  nicht  symbol  sagen  sollen,  die  sprich- 
wörtliche redensart  meint  schnellen  aufbruch  ohne  vieles  gepäck. 
Ulrich  von  Türheim  Wilh.  225'  ick  füere  daz  ich  haben  mac.  ez  ist 
ein  seil  iinde  ein  sac  schiere  üf  gebunden,  doch  bin  ichs  unerwnnden, 
ichn  füere  des  golds  von  Arabi  daz  wir  beliben  zadels  fri. 

4.  Johann  von  Viktring  6,  2  (Böhmer  1,  440)  Cyleya  —  qui 
locus  olim  Arturi  regis  tempore  dicitur  in  exercitüs  militaribus  cla- 
ruisse.  damit  niemand  an  eine  volkssage  oder  an  ein  verlorenes 
gedieht  denke  erinnere  ich  an  Parz.  498,  21. 

5.  Uh-ich  von  Liechtenstein  601,  9  ir  füllet  iuch  mit  willen  an. 
iur  keiniu  ist  s6  wol  getan,  si  leg  an  sich  alsölhiu  kleit  diu  iu  ze  tragen 
sollen  leit  sin  und  diu  iu  missestänt.  603,  1  ir  jeht  wir  frowen  uns 
fluen  an  dd  mit  daz  wir  niht  schöne  hdn  mit  kleiden  nu  als  e  den  lip. 
für  füllet  und  fluen  ist  dieselbe  verbefserung  nöthig  und  kaum  eine 
andere  zu  finden  als  feilet  und  fiilen.  dem  zieren  ist  fülen,  verderben 
und  häfsUch  machen,  entgegengesetzt  in  der  Strafsburger  Litanei 
66,  du  zieres  unde  fules.  nachweisen  kann  ich  sich  an  fülen  nicht, 
aber  der  sinn  ist  deutlich,  anfaulen  in  eigenthcher  bedeutung  be- 
legt Grimm  D.  wb.  1,  328. 

6.  Im  fünften  bände  dieser  Zeitschrift  habe  ich  aus  Enenkels 
Weltchronik  eine  erzählung  herausgegeben  in  der  (s.  273)  von  Ant- 
furt  her  Friderich,  ein  ritter  kaiser  Friedrich  des  In,  die  hauptperson 
ist.  voti  antfuerte  hat  die  Leipziger  hs.,  von  auchenfürt  die  Münche- 
ner und  die  Heidelberger,  jenes  ist  das  richtigere:  denn  in  einer 
Urkunde  k.  Friedrich  des  In,  Gelnhausen  id.  apr.  1180,  bei  Lacom- 
blet  1,  332,  steht  unter  den  zeugen  Fridericus  de  Anfurde. 

7.  Heidelberger  hs.  326  in  Schmellers  Laber  s.  149,  weima- 
rische lis.  in  Hagens  MS.  3,  433" 

waz  frumt  der  tac  den  blinden 
od  lieht  daz  liehte  brimiet? 
und  icaz  tone  golt  ze  vinden 
dem  tören  der  sich  niht  üf  golt  versinnet? 
waz  sol  dem  zagen  ein  schoenez  w'ip  geiuBme? 

17* 


248  ÄHRENLESE 

swenn  si  sich  reht  bedenket, 

ir  ist  ein  ungefüeg  liht  widerzoeme. 
dies  ist  dem  Tugendhaften  Schreiber  abgeborgt,  MS.  2,  102'' 
waz  frumt  liehter  schin  den  blinden  ? 
waz  touc  tören  golt  ze  vinden 
der  üf  golt  niht  muotes  hat  ? 
guotes  wibes  hulde, 
goldes  übergnlde, 

daz  {].diu)  enzimt  dekeiiiem  zagen: 
niemer  mileze  er  si  bejagen. 

8.  Heinze  Heinzlin  Heinzehnann  Einzelmann  hat  Jacob  Grimm 
Myth.  s.  471  als  namen  von  geistern  nachgewiesen,  hierhergehört 
auch  wohl  was  Schmeller  2,  220  über  Hainzel  und  Hainzel  spilen 
giebt,  vor  allem  aber  Suchenwirt  29,  44  ich  bin  behetider  vil  wen 
Hainz  der  nnderm  hiiot  wol  gaukeln  kan.  gaukler  mögen  bei  ihren 
kunststücken  einen  dienstbaren  geist  Heinz  angerufen  haben. 
Kunz  hinterm  ofen  (Müllenhoff  Denkm.  s.  433)  wird  ebenso  zu  er- 
klären sein. 

9.  Renner  1158  smeicher  loter  bregler  si7it  des  tiufels  swegler, 
die  tumbe  herrn  also  betonbent  daz  si  der  eren  in  geloubent  und  der 
tugent  diu  nie  ivart  war.  sprcBch  einer  wir  heten  guldin  hdr  und  nceni 
sich  an  er  woltz  bewieren,  doch  solt  wir  wizzen  wer  wir  ivoeren.  Hang 
verwendet  eine  sprichwörtliche  bezeichnung  des  unglaublichen,  so 
läfst  Johann  von  Freiberg  im  Rädlein  223  ein  mädchen  auf  eine 
Versicherung  ungläubig  antworten  ist  daz  lodr,  s6  sint  guldin  miniu 
hdr.  anders  gewendet  ist  die  redensart  am  schlufse  des  Osterspiels 
Fundgr.  2,  336  wir  ivellen  zu  dem  grabe  gan;  Jesus  der  wil  uf  erstan. 
ist  das  war,  ist  das  war,  so  sint  golden  U7iser  har.  hier  wird  gemeint 
'ist  das  wahr,  so  geschieht  ein  grofses  wunder.' 

Renner  1 1400  etswenne  wnrfzabel  ich  daz  spil  ouch  nenne,  daz 
vant  ein  riter ^  hiez  Med,  vor  Troie.  Isidorus  Orig.  18,  60  alea,  id 
est  ludus  tabulae,  inventa  a  Graecis  in  otio  Troiano  a  qiiodam  milite 
Alea  nomine,  a  quo  et  ars  nomen  accepit. 

10.  In  Kellers  Erzählungen  aus  altd.  handschriften  s.  104  ff. 
steht  aiti  spruch  von  dreyen  gesellen  die  in  ain  statt  kamen  iind  wie 
sy  wein  prot  und  visch  daselbs  zu  wegen  brachten:  der  schlufs  giebt 
die  kaum  glaubhafte  Versicherung  daz  es  zu  Costenz  ist  geschechen. 
die  gaunerstreiche  durch  die  wein  und  fische  zu  wege  gebracht 
werden  sind  dieselben  die  La  repeue  de  Villon  et  de  ses  compai- 


ÄHRENLESE  249 

gnons  erzählt,  ffiuvres  de  Francois  Villon,  par  P.  L.  Jacob,  biblio- 
phile, s.  259.  ein  alter  schwank  ist,  wie  manches  andere,  auf  Villon 
übertragen. 

11.  Helbling  4,  239  —  von  der  Tuonowe  an  den  Schetsch.  den 
markgrdf  xccer  vil  lundemelsch,  gieng  i%  ndch  dem  xoillen  sin.  es  wird 
zu  schreiben  sein  der  markgrdf  war  vil  kimdernetsch.  ich  weifs 
kundernetsch  in  seinem  zweiten  bestandtheile  nicht  zu  erklären, 
finde  aber  Waltherus  dtctus  Kundernetsch  in  dem  Calendarium  des 
Stiftes  zu  Öhringen  in  Wibels  Codex  dipl.  Hohenlohicus  s.  137.  in 
einem  liede  bei  der  Hätzlerin  s.  69"  steht  kaudernetsch. 

12.  In  einem  unechten  Neidharlsliede  MSH.  3,  237"  steht  sage 
mir  wd  si  si,  guldiner  hnfe.  der  hebkosende  ausdruck  kommt  auch 
als  beiname  vor,  Perchtoldus  dictus  Guldeinhauffe  in  einer  Urkunde 
vom  jähre  1268  in  Frasts  Stiftungenbuch  des  Cistercienserklosters 
Zwetl  s.  468  (Link  Ann.  1,  386").  schatzhanfen  als  liebkosung  hat 
Schmeller  3,  420. 

13.  Aus  Harthebs  Buch  aller  verboten  kunst  cap.  88  giebt 
Jacob  Grimm  im  anhange  der  Mythologie  s.  LXIV  eine  stelle  über 
wahrsagen  aus  einem  schönen  glänzen  pulierten  swert.  ein  zwei  Jahr- 
hunderte älteres  zeugniss  gewährt  Konrads  Trojanischer  krieg 
27410:  Kalchas  erkennt  dafs  Achilles  als  Jungfrau  verkleidet  bei 
dem  könige  Lykomedes  ist,  den  ellenrichen  jüngelinc  den  liez  er  nn- 
vermeldet  niht ,  als  der  in  eime  swerte  siht  die  sacke  die  man  hat 
verstoln. 

14.  Im  guten  Gerhard  ist  zu  schreiben  1575  m  ander 
2091  lujohne  iins  2555  oh  iemen  bezzer  denne  er  si  2856 
al  2944  scelden  3447  und  auch  dem  4021  habe  lant 
krön  nnde  lip  4339  ehenhiuze  4536  was  erste  4764  diu 
in  dd  geschach  4820  mit  jdmer  jdmer  seh.  5766  ir  kurze- 
wile  in  fr.        5823  zuo        5847  höchzite        6031  zem        6071 

was  jdmer         6084  dem künege         QOSb  gesworen         6428 

gern  immer  6555  bi  iu  möhte  6586  schieden  6829  mit 
Schrift  6892  verrüemet  zu  tilgen  ist  4190.  5611  künec,  4910. 
6478  süezen,  5802  sin^s,  1825.  6121.  6298.  6501.  6616  und, 
6664  über. 

15.  Isidorus  Orig.  9,  2,  100  Saxonum  gens  in  Oceani  litoribus 
et  paludibus  sita,  virtnte  atqne  agilitate  habilis.  nnde  et  appellata, 
quod  Sit  durum  et  validissimum  genus  hominnm  et  praestans  ceteris 
piratis.  auf  dem  rande  einer  Wolfenbütteler  hs.  des  13n  jh.  ist  hin- 


250  ÄHRENLESE 

zugeschrieben  (in  Ottos  ausg.  des  Is.  s.  293)  vel  sicut  alii  volunt  a 
magnis  cnltellis  qiios  siibtus  sagos  gestabant,  quae  vulgo  sach  vocantur, 
dum  ad  condictum  pladtumqne  cum  Thuringis  convenissent,  quod  com- 
muni  consülo  hu  et  Uli  laudaverant  pro  condkione  pacis.  atque  cum 
hiisdem  cultris  Thuringorum  multüudinem  occiderunt  terramque  eorum 
hactenus  possederunt.  offenbar  nach  der  bekannten  erzählung  Wi- 
dukinds  von  Corvei. 

16.  In  der  ki'one  Heinrichs  vom  Türlein  ist  so  vieles  zu  ver- 
befsern,  nicht  blofs  an  der  elenden  ausgäbe,  sondern  auch  an  der 
handschriftlichen  Überlieferung,  dafs  ein  neuer  abdruck  gerecht- 
fertigt wäre  wenn  das  gedieht  ihn  verdiente,  ein  duzend  berichti- 
gungen  will  ich  hier  unterbringen,  ergetzliches  Hest  man  1376  ff. 
ouch  mohte  wol  von  rehte  gezemen  minem  herren  künec  Artus,  dd  sie 
kämen,  her  Zephüs,  daz  er  sines  küssens  reht  an  ir  stcetem  Übe  speht. 
der  unbekannte  heilige  Zephus  ist  s.  511  sorgfältig  in  das  namen- 
register  eingetragen,  die  Wiener  hs.  hat  si  kam  hem  hus.  Hes  dö 
si  kam  her  in  sin  hüs.  6440  ff.  wan  an  der  tviderkere  erreichte  in 
her  Gdwein,  daz  ime  von  sinem  swerte  schein  beidiu  harnasch  unde 
lip.  8242  f.  swie  bi  im  lac  manic  stein,  ir  kraft  von  im  einen  schein. 
in  beiden  stellen  ist  schein  in  swein  zu  verwandeln.  7235  f.  und 
ime  an  dem  ende  git  ein  naht  {nah  die  Wiener  hs.)  bitter  riuwe.  lies 
ein  bitter  ndchriuwe.  11144.  jd  bin  ich  vermachet  dir  vil  gar  an 
min  schulde,  lies  verswachet.  13521  f,  du  solt  diu  mcere  gar 
volleclichen  wizzen  e  du  noch  sihest  enbizen.  lies  sist  enbizzen. 
15055.  er  sach  daz  er  loolde  sich  versuochen  dar  an.  lies  jach. 
16095.  obe  ich  triuwe  ie  geswüere.  lies  iu  für  ich.  17425  ff.  solt 
lu  niht  werden  bekant  beidiu  bürge  unde  lant,  wie  sie  geheizen  wceren, 
so  geliche  ez  sich  den  maaren  diu  man  sagt  in  schvpels  wis.  lies  burc 
—  gelichte  —  speis.  \SQS\.  mit  einem  swert  melde.  Vies  Melde. 
s.  18309.  20613  f.  anders  wart  ime  verzigen  ze  der  ruowe  sin 
langez  leben,  lies  ein  für  sin.  25412.  daz  er  ime  durch  roubes 
sach  reit  uz  disem  hove  nach,    lies  schdch. 

17.  Der  schlufs  von  Konrads  von  Wirzburg  erzählung  von  der 
minne  hat  sich  nur  in  der  im  Liedersaale  abgedruckten  handschrift 
erhalten;  die  anderen  schliefsen  mit  unechten  versen.  die  echtheit 
jenes  schlufses  ergiebt  sich  aus  dem  ganzen  tone  und  daraus  dafs 
Konrad  sich  nach  seiner  gewohnheit  nennt,  allerdings  ist  der  text 
arg  verderbt,  aber  er  läfst  sich  leidlich  herstellen,  die  folgende 
fafsung  macht  keinen  anspruch  auf  Sicherheit  in  allem  einzelnen, 


ÄHRENLESE  251 

wird  aber  im  ganzen  Konrads  verse  gefunden  haben,  die  entstellte 
Überlieferung  aus  dem  Liedersaale  2,  374  ff.  oder  Müllenhoffs  Altd. 
sprachproben  s.  107  f.  hier  widerholen  schien  mir  überflüfsig. 

got  welle,  swaz  ich  dinges  nime, 

das  ich  wider  geben  daz 

müeze  sanfter  unde  baz 
535    dan  ir  vil  reinez  herze  tele. 

ich  wcene  daz  an  keiner  stete 

wart  nie  vergolten  also  gar 

noch  nimmer  wirt:  des  nime  ich  war 

an  den  Hüten  die  nü  sint; 
540    loan  nü  der  Minnen  underbint 

lit  niht  so  strengeclichen  an 

daz  beidiu  frouioen  unde  man 

zesamen  iht  gebunden  sin 

daz  si  des  grimmen  tödes  pin 
545    nü  durch  ein  ander  liden. 

man  sitzet  ab  der  widen 

ein  bast  vil  sterker  mit  der  hant 

dan  iezuo  si  der  minne  bant 

dd  nü  liep  bi  liebe  lit. 
550    äne  grimmes  tödes  strit 

werdent  si  gescheiden  wol 

die  nü  kumberliche  dol 

durch  ein  ander  wellent  tragen. 

frou  Miyme  git  bi  disen  tagen 
555    in  selber  also  guoten  kauf, 

und  wizzent  daz  si  nie  geslouf 

ze  tugentlicher  diete 

umb  also  swache  miete 

noch  durch  also  kleinez  guot 
560    dö  durch  si  manec  edel  muot 

unz  üf  den  tot  verseret  wart. 

nü  hat  verkeret  sich  ir  art 

und  ist  so  kranc  ir  orden 

daz  si  nü  veile  ist  worden 
665    den  argen  umbe  ein  kleinez  guot. 

dar  umbe  lützel  iemen  tuot 
durch  si  nü  deme  Übe  we. 


252  ÄHRENLESE 

man  wil  dar  üf  m'ht  ahten  mi 

und  triutet  daz  vil  kleine 
570    daz  sich  algemeine 

den  Unten  hdt  gemachet. 

daz  ist  dd  von  geswachet: 

als  ist  ez  nni  die  mintie. 

geiDÜnne  si  die  sinne 
575    daz  si  tiure  würde, 

zewdre,  jämers  bürde 

die  geleiten  vaster  an 

dan  iezno  frouwen  unde  man, 

ez  würde  nach  ir  s6  gestriten 
580    unde  ein  ander  für  geriten 

daz  man  ez  gerne  möhte  sehen. 

niht  anders  kan  es  iu  verjehen 

von  Wirzeburc  ich  Kuonrdt. 

swer  also  reine  sinne  hat 
5S5     daz  er  daz  beste  gerne  tuot, 

der  sol  diz  mcere  in  stnen  muot 

dar  nmbe  setzen  gerne 

daz  er  dd  bi  gelerne 

die  minne  lüterlichen  tragen. 
590    kein  edel  herze  sol  verzagen. 
die  noch  folgenden  Zeilen  Da  mit  hat  disz  red  ain  end  Das  got  die 
falschen  herlzen  sehend  sind  ein  unechter  zusatz:  vergl.  Lieders. 
2,  531,  984.    es  können  aber  echte  schlufsverse  verloren  sein. 

18.  Jacob  WenckersCollecta  archivi  et  cancellariae  iura  (Strafs- 
burg 1715)  geben  s.  147  einen  sühnebrief  Diemos  von  Bretheim 
vom  jähre  1274  der  unter  anderen  hem  Petern  von  Stauffenberg 
nennt,  das  kann  der  Staufenberger  sein  an  den  sich  die  Melusinen- 
sage  geheftet  hat  und  der  in  dem  wohl  mehr  als  hundert  jähre  jün- 
geren gedichte  Peterman  heifst. 

19.  Heinrich  von  Freiberg  im  Tristan  1780  ff.  si  zukten  von 
der  siten  daz  in  dar  an  gesegent  was.  getenget  wart  daz  grüene  gras 
und  ouch  die  bluonun  under  in.  lies  getennet.  3295  ff.  nü  wart  ver- 
bunden im  sin  heim,  er  tengete  gras  und  stoubte  melm:  hin  reit  er 
gein  dem  mortwal.  lies  tennete,  welche  form  bei  diesem  dichter  kein 
bedenken  hat.  Parz.  73,  4  dd  was  gröz  gedranc,  höhe  fürhe  sieht 
getennet,  mit  swerten  vil  gekemmet.    Otacker  s.  269''  daz  von  irm 


ÄHRENLESE  253 

geverte  daz  velt  wart  so  herte,  ze  einem  tenne  gemachet,  in  Heinrichs 
zweiter  stelle  wird  im  Mhd.  wb.  3,  30"  er  tengeltz  gras  vermutet: 
aber  tengeln  ist  hämmern  oder  was  sich  mit  dem  hämmern  ver- 
gleichen läfst;  von  tritten  kämpfender  oder  von  rosseshufen  wird 
niemand  sagen  dafs  sie  den  boden  hämmern.  —  707  lies  innec- 
h'chen,  737  innedich,  1964  blüender,  3246  nu  dar  dreimahl,  3273 
zisel,  4059  7'uoder. 

20.  In  der  Guten  frau  ist  zu  schreiben  442  ich  rite,  506  ez, 
1600  dürftigen,  2033  geschaffen,  2377  diech,  2436  und  listes, 
2539  so  istz  als,  2706  [si  sprach]  'herre  got,  2716  [si  sprach]  ile. 
mit  1551  ff.  ist  Jac.  Grimms  Reinhart  307,  451  fl".  zu  ver- 
gleichen. 

21.  Verbefserungen  im  Schwanritter.  118.  gespreit  121. 
in  der  293.  und  ungeschriben.  vergl.  Hartmann  a.  H.  1400. 
434.  dd  mite  460  ff.  daz  er  shi  gelt  gceb  U7id  shi  lant  sicar  in  sin 
Wille  triiege.  ez  was  niht  ungefilege  495.  dd  von  ruoch  er  sich 
ziehen  848  ff.  so  daz  im  keinez  drunder  ze  strite  ein  lützel  tohte, 
wan  ez  sich  niht  enmohte  enthalden  sinem  drucke,  swenn  er  im  üf  den 
rucke  u.  s.  w.  die  form  rucke  ist  zu  dulden ;  Roths  siner  drücke 
taugt  nichts,  ärger  noch  als  hier  mit  sicenn  und  wan  fehlt  er  10* 
92.  unbegreiflich  ist  356  sein  enhdt  und  falsch  396  f.  seine  inter- 
punction.  874.  und  was  sin  kovertiure  gebriten  1 100  si 
wolten  1207.  noch  reiner  triuwe  iu  niht  geste  122^1.  wer  lieze 
ouch         1242.  er  hiez  viir  sich 

22.  Dafs  ich  bei  Gottfried  von  INeifen  52,  13  gvgengagen  nicht 
hätte  mit  ^yackernagel  in  gigen  gagen  verändern  sollen  lehrt  die 
stelle  Geilers  bei  Schmeller  2,  21 ,  gugenund  gagen  wie  ein  wagend 
ror.  im  iMhd.  wb.  1,  457"  ist  gigen  gagen  falsch  untergebracht:  s. 
Schmid  s.  214  f.  unier  gagen,  gignen,  gigein,  Tobler  s.  211"  unter 
gdgga,  Schmeller  2,  25  unter  gigkeln,  Lexer  s.  106  unter  gdgern 
und  gaiggern.  auch  gogen  wird  hierher  gehören:  Tit.  3605  vil 
manic  zimier  gogende  saoh  man  üf  den  helmen. 

23.  Im  Mhd.  wb.  3,  227''  wird  slincvals  aus  dem  Wilhelm  Ul- 
richs von  Türheim  s.  35''  Casp.  angeführt  und  mit  recht  bezweifelt, 
die  stelle  lautet  ir  hdr  was  lanc  val  unde  gröz  daz  (1.  daz)  schein  van 
den  (1.  der)  crönen  blöz.  slincvals  iz  was  und  niht  reit,  in  der  Hei- 
delberger hs.  395  steht  slinchvech.  das  rechte  ist  slincvahs.  in  der 
Stuttgarter  hs.  des  lateinischen  ApoUoniusTyrius  (MafsmannDenkm. 
s.  11)  ist  der  vers  non  sum  cincta  comis  et  non  siim  compta  capillis 


254  ÄHRENLESE 

übersetzt  ine  hin  slincvahs  (geschrieben  slincfcBsh)  noh  enhdn  uf  ge- 
bunden minen  valis. 

24.  Wilhelm  Grimm  in  der  einleitung  zum  Grafen  Rudolf  s. 
13  legt  die  regellosen  Zeilen  in  den  bruchstücken  des  alten  Rein- 
harts  mit  recht  den  abschreibern  zur  last,  aber  nicht  aller  Ver- 
derbnisse hat  er  erwähnt  und  manche  seiner  Vermutungen  scheinen 
mir  unrichtig,  in  den  folgenden  verbefserungen ,  die  auch  ganz 
geringfügiges  nicht  übergehen,  ist  was  ihm  gehört  mit  einem  Sterne 
bezeichnet.    594.  ern  wisse  weder  was  tac  od  naht  602.  d'ougen 

606.  712.   886.  946.   1525.   1614.  1624.  1663.  1761.  [er 
sprach]*  614.  vlorn  618.  genomen  den  minen  sin 

620.  [ubiliu]  626.  [nu  sehint]  627  f.  ich  bin  diu  Reinharten 

(mit  schwebender  betonung  wie  1725  und  mehrmals  Isengrin)  ge- 
sach  weiz  got  nie  in  drin  tagen  632.  gelideget  638.  von 

eim  641.  [selbe]  647.  smacte  mit  der  Umarbeitung 

698  ff.  'lue'  sprach  Isengrin:  'wcenet  ir  mit  senftin  daz  pardise  be- 
sitzen? 703.  so  704.  [tusint]  719.  deist  721. 
woltent  ir  mit  mir  gdn  nach  der  Umarbeitung           725.  leiten  si 

ISO.  darin  1^1.  Isengrin         1^2.  hete  734  «ejz- 

wer  736.  bruodr  746.  diech  762.  [mere].*  763. 

furht         785.  hern  Isengrin  798.  fischer  803.  umb  in 

getan         SOQ.  [inzwei]  8\d.glete  SM.  eht  834.  daa 

rou  in  Sit  mit  der  Umarbeitung  840.  im  841.  deir  oder 

[doh]  859  uz  864  f.  unverwcenet  was  er  komen  über  den 

tiefen  söt  mit  Lachmann  868.  [rehte]  869.  saher  dar  in 

873.  dez  875.  [dar  inne]  881.  [diu]  mit  der  Umar- 

beitung 908.  wieists  umbe  dez  910.  zer*  912.  zuo 

pardise  914.  siz  915.  duze  926.  maneger  933. 

mnben  söt  934.  gunde  946.  [gelobet]  947.  wdrliche 

956.  ez  w(£r  957.  daz  pardise  959.  974.  müneche 

975.  huobens  sich  1524.  kimeges  1535  diu  baz 

1538.  honeges  1549.  umb  1550.  houpt  1559.  gemel- 

liche  mit  der  Umarbeitung.  1563.  began  1572.  deiz  schal 

über  daz  lant  1573.  swerz  vernam        1581.  wisen        1587. 

capeldn.    so  immer.  1589.  [daz  bloch]  \b^9.  guot  herre 

1600.  iur  1612.  clagete  1615.  im  1630.  m 

fcemcH  1633.  [der  hirz]*  mit  der  Umarbeitung.  1637.  vür 

körnen  1643.  bi  sim  nach  der  Umarbeitung  1655.  im« 

1658.  rfcw  1660.  M6ei»  1662.  rfo  1669.1733. 


ÄHRENLESE  255 

künec  1670.  [sere]  mit  der  Umarbeitung  1671.  al 

1682.  5j6e  iQS9.  ze  dem  hme         1690.  [ze]^.*         1697.  [rfa] 

1703.  [fnor  nf  und]  1709.  ez  wcere  mit  der  Umarbeitung 

1762  f.  hdt  nach  Brün*  1769.  deist  1775.  [Der 

ktinic  sprach]  in  der  Umarbeitung  ist  zu  schreiben  516  rfd 

qudmen  schiere,  992  diu  weit  stet. 

25.  In  Grimms  Reinhart  s.  309,  506  heilst  es  von  einem 
bocke  dessen  hilfe  dem  verwundeten  wolfe  vorgespiegelt  wird  er  ist 
xciser  denne  meister  Ode.  Grimm  zählt  s.  372  mehrere  gelehrte 
männer  dieses  namens  auf.  man  wird  aber  nur  an  einen  durch 
arzneikunst  bekannten  Odo  denken  dürfen,  ich  erinnere  also  daran 
dafs  das  gewöhnlich  einem  Macer  Floridus  beigelegte  gedieht  de 
viribus  herbarum  nach  Choulant  proleg.  s.  4  in  der  Dresdener  und 
wie  es  scheint  in  noch  anderen  handschriften  als  Odonis  Magdu- 
nensis  opusculum  de  naturis  herbarum  bezeichnet  wird. 

26.  Das  seltene  buchet,  fackel  aus  spänen,  hat  Müllenhoff  in 
dieser  Zeitschrift  13,  575  aus  Albers  Tundalus  und  aus  Herrants 
von  Wildonie  erzählung  vom  verkehrten  wirte  zum  Vorscheine  ge- 
bracht, ein  drittes  beispiel  ist  aus  Jansen  des  Enenkels  weltchronik 
zu  gewinnen,  das  Gesammtabenteuer  (so  ist  der  rohe  wüst  aus 
misverständnisse  der  Überschrift  der  Koloczaer  hs.  benamt)  giebt 
2,  524,  37  der  vünfte  trnog  ain  buechein  her,  nach  dem  puochein  der 
einen  Münchener  hs.,  aber  sinnlos,  aus  der  andern  Münchener  hs. 
wird  piikkelt  angeführt,  aus  der  Heidelberger  einen  pikkelt.  zu 
schreiben  ist  ein  buchet,  beispiele  aus  Reheims  Ruch  von  den  Wie- 
nern hat  Lexer  im  Mhd.  handwörterbuche. 

27.  Wer  in  das  Wörterbuch  einträgt  'iteniuwe  adj.  wieder  neu, 
ganz  neu,  verstärktes  neu'  der  erschöpft  den  gebrauch  dieses  Wortes 
nicht,  aus  der  ursprünglichen  bedeutung  entwickelt  sich  die  ver- 
stärkte 'immer  wieder  neu'  und  daraus  die  sich  leicht  ergebende 
'immer  wieder  anders'  oder  'veränderlich.'  Ulrich  von  Liechtenstein 
9,  1  er  was  stCBte,  er  was  getriu,  den  friunden  sieht,  niht  iteniu.  Ul- 
rich von  Türheim  im  Tristan  241  nach  der  echten  lesart  ez  schuof 
ir  untriuwe.  si  ist  gern  iteniuwe :  ir  stceten  friunt  die  alten  der  kan 
si  niht  behalten  und  behelt  ouch  niht  die  jungen,  mit  disen  Wande- 
lungen lebete  ie  frou  Minne,  das  im  Mhd.  wb.  fehlende  substantivum 
iteniuwe  braucht  Konrad  von  Haslau  im  Jünglinge  327,  sütnen  unde 
stcete  iteniuwe,  arcwdn  und  afterriuwe.  ich  habe  dort  vermutet  dafs 
beständiges  von  neuem  anfangen  gemeint  sei;  aber  befser  versteht 


256  ÄHRENLESE 

man    wohl    'säumen    und    begier    nach    neuem,     Veränderlich- 
keit.' 

28.  Bei  Konrad  von  Haslau  9  war  lembrm  sicher  anzunehmen. 
Renner  18800  vech  merdmi  hermin  eichurnin  sint  kostbar  durch  ir 
glanzes  schin,  alein  für  fröst  vil  hezzer  sin  fühsin  hesin  unde  lemme- 
rin.  Speierer  \veberord.nang  vom  j.  1298  in  Mones  Zeitschrift  für 
die  gesch.  des  Oberrheins  15,  279  pannns  dictus  lemberin.  Kon- 
stanzer zunftbuch  3.  april  1386  in  Mones  Zeitschr.  9,  143  v07i  ainer 
lembrinen  ein,  von  einer  eile  lammwollenes  tuches.  Fastnachtspiele 
s.  618  füchsepelg  und  lemmerein.  Konrads  spruch  gebiuwer  unde 
herren  kint,  swd  die  gelicher  fugende  sint,  da  ist  daz  lembrm  worden 
bunt  meint  'da  gilt  baumwollenes  tuch  gleich  kostbarem  pelzwerke, 
grobes  und  geringes  gleich  feinem  und  edelem.'  —  603  ist  zu 
schreiben  so  menschiert  dirre  mit  der  nasen  als  er  besünen  welle 
blasen,  des  Tanhausers  hofzucht  61  swer  snüdet  als  ein  wazzerdahs 
so  er  izzet,  womit  aus  dem  Renner  dlQ  jener  snüdet  als  ein  dahs  zu 
vergleichen  ist.  der  reim  ist  wie  413  hasen  :  äsen  und  609  er  izzet  als 
ein  mdder  und  trinket  als  ein  bader,  wo  aufser  dem  von  mir  ange- 
merkten Kellers  Erzählungen  aus  altd.  hss.  673,  19  zu  vergleichen 
sind.  —  982.  reht  als  dem  äffen  im  geschiht:  swd  edele  vögele  hdnt 
ir  spil,  daz  ist  des  er  niht  enwil.  der  äffe  gehört  nicht  unter  die 
Vögel,    lies  üfen  oder  üven.    s.  Schmeller  1,  31,  Höfer  1,  48. 

29.  Im  Amis  151  il'.  hat  Benecke  nach  der  Riedegger  hs.  ge- 
schrieben nu  saget  mir,  wie  verre  {ir  sit  ein  wiser  herre)  von  der  erde 
nnz  an  den  himel  sh'  der  pfaffe  sprach  ^ob  ez  so  bi,  dar  ruofet 
samfte  ein  man.  und  gewiss  ist  willkürliche  und  schlechte  ände- 
rung  was  statt  des  vorletzten  verses  die  übrigen  hss.  Beneckes  ha- 
ben, der  rede  laz  ich  evh  niht  vri.  der  pfaffe  sprach  iz  ist  so  verre. 
von  himel  zu  der  erde,  aber  ob  ez  so  bi  ist  unverständlich;  sinn 
giebt  ez  ist  so  bi.  Iwein  7954  daz  ich  iuch  also  bi  vunden  hdn,  des 
lobe  ich  got.  —  545  f.  schreibe  ich  marc.  diu  kost  ist  also  starc, 
1402  allen,  1513  nräan,  \Q(32 harte  sür  (denn  dies  liegt  in  dar  zuo 
ze  sür),  1880  nie  gesach,  2086  der. 

30.  Ruland  210.  7  din  muoter  truoc  ein  sdlege  bürde,  got  wile 
daz  du  geborn  wurde.  Wilhelm  Grimms  Vermutung  schlägt  fehl. 
es  ist  zu  schreiben  guot  loil  was  daz  de  geborn  wurde.  Morolt  2  ez 
was  ein  übeliu  stunde  dazs  an  die  werlt  wart  geborn. 

294,  9  ^ich  wiV  sprach  si  'rihten  unt  buozen  swd  ich  mich  ver- 
sinnet hdn.    ich  hdn  ez  unwizent  getan.    Grimm  s.  345  erklärt  'wo 


ÄHRENLESE  257 

ich  mich  geirrt,  gefehlt  habe.'  aber  sich  versinnen  bedeutet  dies 
niemahls.  es  mufs  geschrieben  werden  ich  wil  rihlen  nnde  huozen 
swä  ich  mich  versümet  hdn.  300,  18  hat  die  Pfälzer  hs.  wiederum 
swd  ich  mich  versinnet  hdn,  aber  die  strafshurgisciie  Iiatte  das  rich- 
tige. 309,  32  ist  swd  er  sich  versnmet  hdt  überliefert,  bei  Walther 
110,  31,  si  verirrent  mich  und  versüment  sich,  hat  Lachmann  das 
überlieferte  versinnent  gebefsert:  die  sich  klüger  dünkten  als  Lach- 
mann haben  sich,  wie  oftmahls,  nicht  vei'sunnen,  sondern  versümet 
oder  vergdhet. 

296,  12  war  hdstu  Ruolanten  getan'?  gun  mir  wider  min  man, 
dem  du  mich  ze  wibe  gäbe :  wie  gerne  ich  in  sähe,  lies  gimmir  wider 
minen  man.   s.  Ben.  zum  Iw.  1597. 

In  der  anmerkung  zu  240,  27  fragt  Wilhelm  Grimm  'was  sind 
stalboumet  vielleicht  Sterne?'  dieselbe  erklärung  hatte  Jacob 
Gramm.  2,  1009  gegeben,  und  daraus  stammt  Ziemanns  (s.  423'') 
ganze  Weisheit;  neu  oder  anderswo  abgeschrieben  ist  nur  der  Zu- 
satz 'bei  Otfr.  5,  17,  58  heifst  der  himmelswagen'  (vielmehr  die 
zwei  gestirne  der  beiden  hären)  'iher  wagono'  {wagano)  'giaielli.' 
aber  dieser  zusatz  ist  thoricht:  denn  wenn  von  wagen  gestelle  üblich 
ist,  so  folgt  daraus  gar  nichts  für  die  erklärung  von  stalboutn.  in 
der  Mythologie  s.  686  sagt  Jacob  Grimm  'gl.  trev.  22''  haben  stel- 
böm  hesperus,  das  ist  stellbaum,  die  stange  des  Vogelstellers?  doch 
gilt  Rol.  240,  27  'di  urmären  stulboume'  von  den  Sternen  überhaupt, 
und  da  allem  gestirn  stul  und  gestell  beigelegt  wird  (s.  663),  so 
darf  man  stelboum,  stalboum  mit  diesem  allgemeinen  begrif  ver- 
binden.' s.  663  steht  nichts  was  eine  solche  erlaubniss  gäbe,  im 
Rulaud  wird  erzählt  dö  Ruolant  von  der  werlt  verschiet  von  himel 
wart  ein  michel  lieht,  sd  ndch  der  wile  kom  ein  michel  ertbibe,  doner 
und  himelzeichen  in  den  zwein  riehen  ze  Karlingen  und  ze  Ispdtüd. 
die  winde  huoben  sich  dd ,  si  zevallen  die  urmdren  stalboume.  daz 
Hut  ernerte  sich  küme:  si  sdhen  vil  dicke  die  vorhtlichen  himelblicke; 
der  liehte  sunne  der  erlasc.  wer  dies  liest  der  wird,  wenn  ihm  nicht 
jene  ahd.  glosse  zur  unzeit  einfällt,  bei  stalboume  gewiss  nicht  an 
Sterne  denken,  denn  es  ist  ungeheuerlich  und  albern  zu  sagen  dafs 
die  winde  die  Sterne  zerfällten,  wälu'end  tadellos  folgt  dafs  die  sonne 
in  dem  ungewitter  erlosch  und  241,  3  die  turne  zevielen.  wenn  es 
dann  241,  5  heifst  die  Sternen  ojfenten  sich,  so  kann  dies  nur  be- 
deuten dafs  sie  in  der  finsterniss  sichtbar  wurden,  die  Sterne  liezen 
sich  sehen,  wie  es  der  Stricker  s.  89"  ausdrückt:  wie  können  sie 


258  ÄHRENLESE 

vorher  zerfallen  sein?  der  Stricker  hat  stalboume  nicht  als  Sterne 
gefafst:  er  sagt  dar  ndch  kom  von  winden  bede  ein  stürm  nnde  ein 
doz,  daz  sich  die  starken  boume  gröz  des  valles  käme  erwerten,  und 
damit  weicht  er  gewis  von  der  meinung  des  alten  gedichtes  nicht 
ab.  ich  finde  stalbonm  in  Otackers  chronik  in  zwei  stellen  die  jeden 
gedanken  an  Sterne  ausschliefsen.  s.  150"  an  si  dringen  unde  schie- 
ben sach  man  ir  widerwinde,  die  hielten  ouch  so  swinde,  nemet  war 
unde  goum,  als  da  einen  stalboum  ein  grözer  wint  rüeret,  den  sin 
kraft  füeret  iezuo  her  iezuo  hin;  also  priiofte  man  an  in  hin  und  her 
widerwanc.  301"  —  daz  in  der  Beier  lande  der  wint  zefuorte  und 
zetrande  mit  sinem  blddem  unde  süs  manic  grözez  Mis,  daz  man  von 
des  toindes  sch'iten  sach  zewerfen  und  zerUten,  ouch  sach  man  des 
goum  daz  manic  starker  stalboum  von  den  winden  zereiz  in  des  selben 
landes  kreiz.  was  man  jetzt  stallbaum  nennt,  die  dicke  zwei  pferde 
im  stalle  trennende  stange,  ist  ohne  zweifei  nicht  das  alte  stalboum, 
das  einen  starken  vvaldbaiim  bezeichnet;  wie  aber  in  ihm  stal  zu 
fafsen  ist  weifs  ich  nicht  mit  einiger  Sicherheit  anzugeben,  ebenso 
verzichte  ich  auf  erklärung  der  ahd.  Sternennamens  stelboum.  der 
erklärung  wird  sich  vielleicht  nähern  wer  folgende  stellen  sicher 
deutet,  der  Marner  MS.  2,  166''  sin  sin  kan  alle  Sternen  zeln,  ir  na- 
men  ir  louf  und  alle  ir  mäht,  ir  schin  und  al  ir  reichen,  er  sitzet  üf 
den  himelsteln:  wie  wiltu  mensche  mit  dim  kranken  sinne  den  er- 
reichen'i  Boppe  MS.  2,  230''  ob  im  gelücke  triiege  unz  an  der  himel 
stein  und  ob  er  künde  wizzen  unde  zeln  des  meres  griez,  die  Sternen 
gar  besunder.  kaum  gehört  mit  diesem  stel  zusammen  stelle  in 
Frauenlobs  kreuzleich  2,  5  sus  din  untirmic  stelle  von  dir  ungemachet 
wachet.  Ettmüller  vermutet  wohl  richtig  vor  dir  und  erklärt  stelle 
durch  Sternbild,  mit  Verweisung  auf  jenes  ther  wagano  gistelli.  und 
von  dem  sterne  der  bei  der  gehurt  Christi  erschien  ist  allerdings 
die  rede,  aber  stelle  scheint  mir  Frauenlob  aus  Stella  gebildet  zu 
haben. 

31.  Verbefserungen  in  Albers  Tundalus.  i\,bl  jenes  42, 

40.  kom  73.  [im]  43,  10.  welaht  daz  lant  wuochers  truoc. 

n  der  Guten  frau  9 1 3.  1063  welaht  jener  locere.         44,  3.  im 
45,  18.  dö  daz  46,  13.  emoesse  47,  12.  [daz]  49,  27. 

wir  hdn  an  59.  diu  kurze  icile  79.  Hahns  geinunde  ist  so 

sicher  dafs  es  in  das  Wörterbuch  gehört.  50,  34.  umberede. 

dieses  wort  bedeutet  nicht  blofs  umschvveif  und  Weitläufigkeit,  son- 
dern auch  rede  die  um  das  wahre  herumgeht  und  es  auszusprechen 


ÄHRENLESE  259 

scheut:  so  im  Flore  6303,  wo  es  Sommer  mit  Wahrscheinlichkeit  ge- 
setzt hat.  unrede  ist  freilich  ein  wort,  passt  aber  hier  wenig,  bei 
Albrecht  von  Johannsdorf  86,  12  liat  C  unrede,  B  das  richtige  i^m- 
berede.  derselbe  fehler  ist  bei  Rudolf  dem  Schreiber  MS.  2,  182''  zu 
befsern ,  dd  ich  wände  vinden  tröst  dd  hdn  ich  niht  wan  umherede 
vnnden.  52,  40  f.  halder:  manicvalder  53,  18.  lit.  vergl, 

51,  56  IT.  66.  etwa  des  siles  54,  17.  etwa  so  iz  durchgdt 

diu  gluot  55,  39.  leidigen  56,  8.  etwa  oh  eime  gegeben 

loOBre  20.  er  schein  27.  hdken  32.  egeliche  57, 

75.  [icht]  76.  iht  60,  13.  si  brähten  köphe  guldin  62, 

63.  der  ist  disiu  heimuote 

32.  Freidank  1,  7 — ^10  hat  Otacker  70%  im  letzten  verse  büioet. 
122,  21  f.  der  Teichner  von  dem  meinswern  Wiener  jahrb.  1 

(1818)  anz.  s.  39  stcech  ieglich  eit  als  ein  dorn,  ir  würd  so  vil  niht 
gesworn. 

178,  2  ff.  Wilhelm  Grimm  in  der  einleitung  s.  cii  vergleicht  aus 
dem  Tristan  Heinrichs  von  Freiberg  4845  ff.  wan  manec  dinc  ver- 
dirbst des  man  niht  erwirbet;  daz  nimmer  verdürbe,  der  ez  mit  vlize 
würbe,  damit  stimmt  in  Kellers  Erz.  aus  altd.  hss.  134,  15  ff.  sin 
blibet  ungeworben  vil  des  man  [doch]  niht  werben  wil;  daz  doch  niht 
gar  verdürbe,  der  es  etlich  teil  würbe,  hierin  ist  ungeworben  elend; 
aber  verdorben  neben  blibet  wäre  auch  ungeschickt,  befser  wird  nn- 
erworben  geschrieben. 

Zu  den  in  der  zweiten  ausgäbe  s.  xii  f.  verzeichneten  liand- 
schriften  des  deutschlateinischen  textes  kommt  eine  der  Grazer  Uni- 
versitätsbibliothek, 38/3,  pap.  14.  jh.  43  bll.  in  quart. 

33.  Gottfried  von  Strafsburg  3582  nu,  Tristan  der  begunde 
einen  leich  dd  Idzen  klingen  in  von  der  vil  stolzen  friundin  Grdlandes 
des  Schemen.  Heinrich  von  Türlein  11564  in  einer  aufzählung  von 
Jammergeschichten  dö  man  Grälanden  sot.  der  von  Gliers  MS.  1, 
44*  Gralant,  den  man  gar  versöt,  wart  nie  grcezer  not  beschert.  Wein- 
schwelg 332  Grälanden  sluoc  man  unde  sot  und  gab  in  den  vrowen 
zezzen,  wan  si  sin  niht  wolden  vergezzen.  im  Lai  de  Graelant  kommt 
von  diesem  sieden  nichts  vor.  Wolf  über  die  lais  s.  238  vermutet 
daher  Verwechselung  mit  Gurun,  den  Gottfried  vorher  (3524)  nenne, 
aber  Gottfried  sagt  nichts  von  dessen  Schicksale,  dafs  es  ein  deut- 
sches gedieht  von  Gralant  gab  machen  die  anspielungen  wahrschein- 
lich, dazu  tritt  dafs  Gralant  als  beiname  vorkommt:  Heinricus  Gra- 
lant in  einer  Urkunde  aus  dem  ende  des  12n  jh.  IVIB.  7,  367. 


260  ÄHRENLESE 

34.  Jacob  Grimm  bemerkte  in  diser  zeitscbrift  5,  74  dafs  in 
einem  1685  gedruckten  buche  von  den  bösen  weibern  s.  75  der 
sächsischen  gewohnheit  gedacht  werde  die  braut  in  ihren  liochzeit- 
hchen  ehrentagen  herr  braut  zu  nennen,  wenn  er  dafür  hielt  dafs 
dadurch  sich  vielleicht  das  lieber  brii  in  dem  bruchstücke  von  frau 
Treiben  rechtfertigen  lafse,  so  bin  ich  anderer  meinung.  aber  für 
jene  gewohnheit  kann  ich  noch  ein  zeugniss  anführen.  Haltaus  s. 
1761  unter  stulfest  giebt  folgende  stelle  aus  Andreas  Hollanders 
Spiegel  guter  und  böser  rcgenten  s.  407,  'ob  die  Saxen,  wann  sie 
die  braut  in  ihren  hochzeittagen  herr  braut  nennen,  ihre  tauglich- 
keit  zum  regiment  hiemit  wollen  anzeigen,  habe  ich  nicht,  weil  ich 
jung  von  ihnen  gekommen,  fragen  können.' 

35.  Wattenbach  in  seinem  Schriftwesen  des  mittelalters  s.  344 
hebt  aus  der  Histoire  htteraire  de  la  France  23, 710  ff.  hervor  dafs  in 
dem  kataloge  der  von  Richard  von  Fournival  um  die  mitte  des  13n 
jh.  in  Amiens  begründeten  bibliothek  Primat  d'Orleans,  auteiir  dUm 
poeme  sur  la  guerre  de  Troie  genannt  werde  und  erinnert  mit  recht 
an  das  gedieht  Pergama  flere  volo,  das  in  der  Wiener  hs.  883  die 
Überschrift  hat  Exclamationes  swper  muris  Troianis  editae  per  Pri- 
matem egregium  versißcatorem.  diese  hs.  verzeichnet  Denis  2,  2310, 
eine  zweite  2,  1352,  Münchencr  hss.  Schmeller  Carm.  Riir.  s.  269, 
Pariser  Du  Meril  Poes.  pop.  lat.  s.  310.  der  primas  von  Orleans  wird 
erwähnt  in  der  Rataille  des  sept  ars  in  Jubinals  Rutebeuf  2,  430,  le 
yrimat  d'Orliens  et  Ovide  ramenoient  en  lor  aide. 

Verse  eines  primas  Hugo  giebt  das  Spicilegium  Solesmense  2, 

295,  Distinctionum  monasticarum  Hb  ii  'undeHugo  cognomento  Primas 

de  quibusdam  scholasticis  ita  iocatus  est^ 
filii  burgensium,  fih'i  crumenae, 
quos  a  scholis  revocat  cantus  Philomenae, 
non  de  lignis  faciunt  ignem,,  immo  de  carbone, 
ideo  ne  viso  fumo  veniant  tertiae  personae. 

tertias  personas  vocavit  bidellos.''   für  immo  de  wird  sed  zu  schreiben 

und  viso  fumo  zu  streichen  sein. 

2,  326.    Bist.  mon.  lib.  i  'castelli  nomine  niagnum  quid  solet 

designari,  ut  patet  ex  his  versibus  Hugonis  qui  Primas  cognomi- 

natus  est, 

non  peto  castellum  nee  opes  nee  oves  nee  agellum, 
sed  peto  mantellnm  vel  cquum  vel  equam  vel  asellum. 
3,  472.  Dist.  mon.  lib.  ii  cap.  141  unde  Hugo  Primas  cognomine, 


ÄHRENLESE  261 

quum  in  AngJia  constitutns  iocando  versifice  quereretur  qnod  cere- 
visiam  bibere  cogeretur,  interposnit  ludis  suis  seria,  dicens 

est  lahor  hie  esse,  quuni  sit  polare  necesse 

potum,  de  messe  quam  [quam  nos?)  consuevimus  esse. 

poio,  sed  invite:  probo  pocula  gentis  avitae, 

vinnm  de  vite,  quia  vitis  iamia  vitae. 
36.   rseidhart  40,  5  ahö  vreut  den  tumben  guot  geheize  durch 
dazjdr.   wie  durch  die  von  mir  angeführte  stelle  Freidanks  wird  das 
Sprichwort  erwiesen  durch  Wolfdietrich  B  208,  1  dö  tele  ich  sam  der 
twnbe  und  was  der  geheize  frö. 

94,  11.  zu  den  in  der  anmerkung  und  in  dieser  Zeitschrift 
13,  182  gegehenen  beispielen  des  heinamens  Totzelccre  kommen 
Wernhardus  Tozelarius  (1243)  in  Rieds  Geschichte  der  grafen  von 
Hohenburg  s.  91,  Margaretlia  filia  loannis  Dotzler  im  Calendarium 
des  Stiftes  Öhringen  bei  Wibel  Cod.  dipl.  Hohenl.  s.  139.  in  Kärnten 
bedeutet  nach  Lexer  s.  66  totzln,  tötzln  etwas  unausgesetzt  verlangen 
ohne  sich  abweisen  zu  iafsen  und  davon  wird  der  totzlar  gebildet: 
dadurch  erklärt  sich  Neidharts  tozelcere  genügend  und  dem  zusam- 
menhange angemefsen  und  die  von  mir  gewagte  deutung  zerfällt. 

101,  13  mit  der  lesart  jd  bin  ich  in  dime  gen  manges  snceden 
understreu  ist  noch  zu  vergleichen  Warnung  840  die  gebüren  tceten 
uf  in  und  ncemen  in  anz  betteströ. 

37.  Dafs  derWinsbeke  oder,  wieHaug  vonTrimberg  ihn  nennt, 
Windesbeke  ein  herr  von  Windsbach  an  der  Rezat,  im  landgerichte 
Heilsbronn,  war  ist  wohl  richtig  angenommen  worden.  Hermannus 
de  Witidesbach  erscheint  im  j.  1228  in  einer  Urkunde  in  Jägers  Ge- 
schichte Frankenlands  3,  353,  MB.  37,  225,  im  j.  1253  in  der  Matri- 
cula  nobilium  bei  Jung  Miscellanea  1,  7,  der  zeit  nach  kann  er  der 
dichter  sein. 

38.  Parzival  2,  17  vaJsch  geselleclicher  muot  ist  zem  helle fiure 
guot,  und  ist  höher  werdekeit  ein  hagel.  sin  trinwe  hat  so  hirzen 
zagel,  daz  si  den  dritten  biz  niht  galt,  fuor  si  mit  bremen  in  den  walt. 
zur  erklärung  des  wunderlichen  gleichnisses  ist  nichts  taugliches 
vorgebracht  worden  als  die  stelle  aus  Fischarts  Gargantua  cap.  19 
(s.  283  der  ausg.  von  1590)  die  Lachmann  in  seiner  abhandlung 
über  den  eingang  des  Parzivals  nach  Meusebachs  mittheilung  an- 
führt, w  ober  Fischart  nahm  was  er  von  dem  beistände  sagt  den  die 
frommen  bremen  den  Rhizopliagen  gegen  die  löwen  leisteten  ist 
nicht  schwer  zu  finden  wenn  man  die  bücher  kennt  aus  denen  er 

Z.  f.  d.  A.  neue  folge  III.  18 


262  ÄHRENLESE 

seine  mehr  scheinbare  als  wirkliche  gelehrsamkeit  schöpfte ;  auch 
hat  Meusebach  spätej-  richtig  auf  Sebastian  Münsters  Cosniographei 
(Base!  1558)  s.  1221  verwiesen.  Münster  nahm  die  erzählung  aus 
Diüdorus  3,  23,  üiodorus  aber  und  Strabo  16  s.  771  aus  des  Aga- 
tharcliides  fünftem  buche  vom  Rothen  meere,  wie  aus  dem  auszuge 
dos  Photius  s.  452 '  Rekk.  sich  ergie])t.  nach  Agatharchides  wohnen 
am  Astaboras  in  Aethiopien  Rhizophagen  die  von  wurzeln  leben  die 
sie  aus  den  sümpfen  graben:  sie  leiden  von  löwen  deren  das  land 
voll  ist  grofse  noth;  aber  im  heifsesten  sommer  werden  die  löwen 
von  einer  ungeheueren  menge  grofser  mucken  {Tcoth'coneg)  ver- 
trieben, ähnlich  ist  was  Ammianus  Marcellinus  18,  7  von  den 
mucken  berichtet  die  den  mesopotamischen  sumpflöwen  verderblich 
sind.  Wolframs  gieichnis  wird  durch  jene  erzählung  der  Agathar- 
chides genügend  erklärt:  'die  treue  des  unstäten  gesellen  hält  so 
wenig  stand  dafs  sie  in  der  gefahr  den  freund  im  stiebe  läfst:  fuhr 
sie  mit  jenen  bremen  die  gegen  die  löwen  kämpfen  in  den  wald,  so 
erwiderte  sie  nicht  den  dritten  bifs.'  der  biz  ist  der  der  feindlichen 
löwen,  der  ausdruck  wie  in  der  erzählung  von  dem  üblen  weibe  419 
sl  sluoc  siege  nngezalt;  vil  küme  ich  ir  den  dritten  galt,  534  so  gülte 
ich  ir  den  dritten  slac.  den  kurzen  zagel  nach  Parz,  297,  12  noch 
scherpfer  dan  der  hin  ir  zagel,  zu  erklären  ist  unmöglich:  der  aus- 
druck mufs  ein  sprichwörtlicher  sein  und  das  was  bald  zu  ende  ist 
bedeuten,  im  Mhd.  wb.  3,  839''  wird  eine  erklärung  Reneckes 
widerholt  die  Lachmann  anführt  und  durch  die  frage  'beifsen  die 
bremen?'  einleuchtend  zurückweist,  von  einem  abwehren  der 
bremen  kann  überdies  nicht  die  rede  sein  wenn,  woran  ich  nicht 
zweifle,  mit  bremen  in  der  dargelegten  weise  zu  erklären  ist.  dafs 
das  abendländische  mittelalter  aus  dem  werke  der  Agatharchides 
oder  den  auszügen  daraus  unmittelbar  nichts  kann  empfangen 
haben  ist  sicher,  ich  habe  vergebens  eine  vermittelung  die  jene  er- 
zählung verbreitet  haben  könnte  gesucht:  und  doch  mufs  sie 
irgendwie  verbreitet  gewesen  sein;  denn  wie  wunderlich  auch 
Wolfram  redet,  er  rechnet  auf  verständniss. 

39.  Parzival  57,  15  fl".  Lucianus  Ugog  xov  elnövTa  TTqo- 
^ri&svc  et  ev  Xoyoig  c.  4  IlcoXe^atog  yovr  6  Aäyov  ovo  xaivä 
sc  Alyvmov  ciyiov j  aduriXov  rs  BaxzQiay^v  nafxiJ^eXaivay 
aal  dixQO)[iOV  ardQoynoi',  oog  t6  [j,6P  '^/jItoi-iov  aviov  axQißcog 
^iXaf  eft^ai'  lo  d'HsQoi'  sg  VTTSQßoXijV  Xsvxöi'j  sn'  tCT/g  ds 
[iffi^fQt(y{JS)'0}'j    ig   t6    ^€aTQOv   oi't'ayayoov   tovg   Alyvmiovg 


ÄHRENLESE  263 

snsdsixvvto  avrotc  äXXa  rs  nokXa  d-saixarcc  xa)  %o  rsXiV- 
raZov  ica\  rccvra,  tov  xäfJitjXop  xal  rov  '^fiiXsvxov  avd^QOonoy, 
y.al  MSTO  ixTtXrj^eip  rw   O-sdfxavi   u.  s.  vv. 

40.  Parzival  146,  19  11'.  irrig  meint  Jacob  Grimm  Rechtsalt. 
s.  192  diese  stelle  lehre  den  brauch  durch  ausgeschütteten  wein  sich 
des  landes  zu  unterwinden.  1 47,  2  sagt  Ither  ausdrücklich  dafs  er 
den  wein  unabsichtlich  vergofsen  habe,  als  rechtssymbol  ergiebt 
diese  stelle  das  umkehren  eines  angebrannten  schouhes,  womit 
Grimm  s.  196  aus  französischer  rechtsgewohnheit  der  saisie  feodale 
das  aufpflanzen  eines  hdton  garni  de  paille  zusammenhält,  was,  wie 
mir  scheint,  nicht  verglichen  werden  kann,  jenes  symhol  anzuwen- 
den hatte  Ither  keine  lust  gehabt,  er  sagt  scherzend  ob  ich  schouhe 
mnbe  kerte,  s6  wurde  ruozec  mir  min  vel:  in  Wahrheit  hat  er  aus 
keckerem  trotze  den  goldbechej"  von  der  tafel  des  königs  Artus  ge- 
nommen; seinen  rittern  entbietet  er  nun  höhnend  sie  sollen  den 
becher  holen,  nicht  einmahl  das  wegnehmen  des  bechers  ist  als  ein 
übliches  rechtssymbol  hierdurch  erwiesen. 

41 .  Parzival  294,  21  fi^ou  Minne,  hie  seht  ir  zuo:  ich  wwn  man^ 
in  ze  laster  tuo:  wan  ein  gehiirsprce che  sdn,  mime  herrnsi  diz  getdn. 
er  klagt  ouch,  möhter  sprechen,  fron  Minne,  Idt  sich  rechen  den  werden 
Wdleise:  wan  liez  in  iwer  weise  unt  iwer  strenge  unsüezer  last,  ich 
iown  sich  werte  dirre  gast,  diese  stelle  ist  wunderlich  misverstauden 
worden.  Wolfram  sagt  'frau  Minne,  ich  meine,  euch  geschieht  es 
zum  schimpfe  dafs  Parzival  geschlagen  wird,  denn  ein  bauer  ohne 
feineren  sinn  würde  alsbald  behaupten  meinem  herrn  (dem  Par- 
zival) und  nicht  euch  sei  dies  zugefügt,  könnte  er  in  seiner  Ver- 
zückung sprechen,  so  würde  er  auch  klagen  dafs  er  durch  euch 
dies  leide,  gebt  ihn  frei  und  lafst  ihn  sich  rächen.'  mit  mime  herrn 
si  diz  getan  habe  ich  zu  Neidh.  77,  25  eine  stelle  aus  Mai  und 
Beaflor  verglichen:  Walthers  froxoe  Minne,  daz  si  iu  getan  40,  26 
ist  ebenso  verstanden  worden;  aber  Lachmanns  erklärung  stimmt 
befser  zu  dem  folgenden. 

42.  Parzival  341,  23.  trippdnierse  kann  das  französische  trup- 
pendiere  sein  das  bei  Du  Gange  unter  trahere  (5j  aus  einer  gericht- 
lichen Schrift  vom  j.  1392  angeführt  wird,  auquel  mary  sa  femme 
dist  moult  despiteusement  'vostre  truppendiere  est  venue  et  vons  a 
demande.' 

43.  Walther  28,  31.  den  seltenen  ausruf  al  die  werlt  (heut- 
zutage alle  weit)  hat  Heinrich  vom  Türlein  16289. 

18* 


264  ÄIIltENLESE 

76,  14.  Fischart  Garg.  cap.  8  ich  wolt  dich  in  ein  sfroh  sauffen. 

78,  3.  Saiiite  Marherete  (herausg.  von  Osw.  Cockayne)  s.  1 
hdligdstes. 

185,  34.  Ulrich  von  Türheim  Wilh.  117°  herzeberndin  ser, 
123''  herzeberndin  leit. 

44.  Zu  Karajans  Sprachdenkmalen.  25,  22.  die  hant  bot  er 
ir  [dare.  er  ge]reit  zeuordirst  an  der  schare.  24.  da  si  für  in 
der  [vare.]  vergl.  37,  3  daz  diu  brovt  da  fuor  in  der  uare.  47, 
5  f.  vielleicht  in  [secula]  s[eclo]rlu)]n  51,  17  f.  weinen  unde 
snof[tod.  da]  ist  helle  loizze  not. 

45.  Ruther  916  mm  in  kinne  got  an  mir  armen  man.  darin 
liegt  zunächst  nn  erkenne  sich  got  an  mir  armen  man.  aber  dies 
kann  nicht  das  echte  sein.  Dieterich  sucht  Constantins  hilfe:  durch 
genäde  quam  ich  here  gevaren :  du  salt  dm  ere  an  mir  bewaren.  es 
ist  also  zu  schreiben  nu  erkenn  dich  an  mir  armen  man.  Parz.  12, 
1 9  der  sich  hete  an  im  erkant ,  e  daz  er  woere  dan  geioant ,  mit  de- 
heiner  slahte  günste  zil,  den  wart  von  im  gedanket  vil.  kurz  vorher, 
909  ff. ,  hat  Mafsmann  drucken  lafsen  thiederich  gezoginliche  stvnt. 
uor  ime  an  den  Rnten.  her  sprach  kuninc  man  sagete  mer  ie  u.  s.  w. 
dabei  stehen  die  sinnlosen  fragen  kanten?  rnten'?  und  s.  234  vi^ird 
ein  facsiniile  des  räthselhaften  Wortes  verheifsen.  worauf  jeder 
auch  ohne  den  reim  gerathen  würde,  an  den  knien  (wie  Iw.  5157 
imde  stuont  vrou  Lünete  iif  ir  knien  an  ir  gebete),  das  ist  von  Tieck 
in  der  hs.  richtig  gelesen  worden  und  steht  in  der  ersten  ausgäbe, 
diese  erste  ausgäbe  ist  neben  der  zweiten  unentbehrlich  bis  ein- 
mahl eine  befsere  zu  stände  kommt,  möge  die  nicht  leichte  arbeit 
nicht  der  bank  zufallen  auf  der  ganze  massen  mittelalterlicher  litte- 
ratur  eilig  ins  haus  geschlachtet  werden. 

46.  Wackernagel  in  seinen  Altfranzösischen  liedern  s.  198  be- 
merkt dafs  die  reciproca  sich  underkiissen ,  sich  underminnen  und 
andere  dieser  art  im  althochdeutschen  noch  nicht  vorkommen  und 
erklärt  sie  für  nachbildungen  französischer  ausdrücke,  er  konnte 
hinzusetzen  dafs  schon  Jacob  Grimm  Gr.  2,  885  dasselbe  ausge- 
sprochen hat.  unrichtig  aber  behauptet  er  dafs  diese  redeweise 
sich  zuerst  in  der  höfischen  zeit  der  mittelhochdeutschen  spräche 
finde.  Ruland  172,  25  mit  swerten  si  sich  nntersluogen.  Ruther 
1023  sich  herbergten  Thiederiches  man  der  f  orten  also  nähe  daz  sie 
sich  wol  undersdgen.  nicht  zuerst  bei  Heinrich  von  Veldeke  kommt 
sich  underminnen  vor,  sondern,  wovon  das  Miid.  wb.  nichts  weifs, 


ÄIIJJENLESE  265 

schon  im  Vorauer  Leben  Jesu  278.  24  (==  Kuiuigr.  1,  102,  41) 
stellt  vil  snoze  si  sich  underminnent.  zuniahl  diese  stelle  macht  die 
herleitung  der  redeweise  aus  dem  französischen  bedenklich,  schon 
das  ahd.  untar  hat  auch  die  bedeutung  eines  vicissim  oder  mutuu 
und  gewis  konnte  die  spräche  auch  ohne  ein  Wirkung  romanischer 
ausdrücke  auf  jene  reciproca  gerathen. 

47.  Jacob  Grimm  hat  in  der  Mythologie  s.  707  ausdrücke  be- 
handelt die  auf  die  Vorstellung  führen  dafs  die  sonne  mit  einem 
klänge  aufgehe,  sehr  deutlich  ist  diese  Vorstellung  in  der  folgenden 
stelle  aus  Liutwins  Adam  und  Eva ,  einem  armseligen  gedichte  das 
sonst  fast  nichts  merkwürdiges  enthält  und  keinen  abdruck  ver- 
dient,   bl.  6'  die  mohren  sind  schwarz: 

wd  von  daz  ist  daz  sage  ich  iu, 
daz  liumet  ninwan  von  diu 
daz  sie  vor  hitze  haut  kein  frist 
und  daz  daz  lant  so  hoch  ist 
daz  ez  der  sunn  so  nähe  lit 
daz  sie  hoerent  zaller  zit 
die  sunne  des  morgens  üf  gdn, 
als  sie  ir  schin  hebet  an, 
mit  einem  süse  in  der  wise 
als  himel  und  erde  zsamen  lise. 

48.  Görlitzer  Evangelien  Fundgr.  1,  199,  45  so  chumt  der 
jungiste  tac  als  schir  so  ein  brdze,  der  andern  slahen  mach.  s.  361'' 
wird  geändert  als  schiere  so  ein  brdzelnder  dnnreslac,  so  unwahr- 
scheinlich als  möglich,  dennoch  ist  diese  willkür  in  das  Mlid.  wb. 
1,  234*  aufgenommen  worden,  der  ältere  text  der  Vorauer  hs.  hat 
297,  8  so  chumt  der  iungiste  lach,  also  sciere  so  ein  braslach.  also 
ist  in  der  Görlitzer  Umarbeitung  gemeint  als  schier  ein  brd  d' andern 
slahen  mac :  denn  so  wird  der  vers  leidlich. 

49.  Harmschar,  zu  Grimms  Rechtsalt.  s.  717.  Urkunde  der 
grafen  Ludwig  und  Gerhart  von  Rienekke,  Oppenheim  17.  jan. 
1282,  MB.  37,  544  —  und  daz  Heinrich  Zengenagel,  der  den  totslac 
tet,  selbe  zwelfte  die  mit  im  daran  waren,  und  gebreche  der,  so  sol  er 
mit  andern  daz  ir  werden  zwelefe  unserme  herren  dem  bischoffe  und 
Engelboldes  (des  getödteten)  kinden  ze  bezzerunge  die  harnschar  an 
dem  dinstage  nach  dein  ostertage  der  nun  kumt  von  Hocheim  ze  Wirze- 
burc  vur  daz  munster  tragen,  ieder  man  nach  synem  rechte,  und  sol 
Heinrich  Zengenagel  nn  von  vasten  über  ein  jar  ze  Rome  vorn  und 


266  ELBEGAST 

sol  da  sin  die  sehs  wocheu  vur  sine  und  Engelboldes  snnde. 
diese  Urkunde  bezeugt  unter  anderen  Horant  der  voget  von 
Rienekke. 

50.  Was  Eulenspiegel  s.  62  Läpp,  von  dem  schmiedknecht 
und  seinem  gesellen  sagt  ergiebt  sich  aus  dem  Liedersaal  3,  205 
als  ein  landläufiger  unsauberer  scherz. 

H. 


ELBEGAST. 

Nach  einer  mittheilung  des  hm.  dr  ABirlinger  in  Bonn  liegen 
im  fürstlich  Fürstenbergischen  orchive  zu  Donaueschingen  zwei  hefte, 
geschrieben  im  j.  1727  von  dem  schattenmüller  Lanzenberger  bei 
Bonndorf  in  der  Baar,  die  eine  menge  besegnungen  und  zaubermittel 
enthalten,  das  zweite  und  dritte  stück  der  mir  vorliegenden  ab- 
schriften.  Eine  Bestellung :  Maria  in  den  garten  trat  nsio.  und  Ein 
seegen  über  sein  liab  und  gutli  zu  sprechen:  Es  waren  drei  engel 
bei  Maria  usw.  sind  ziemlich  verwilderte  Varianten  des  in  den  schles- 
lüig-holsteinischen  sagen  s.  517,  34  imdm  der  zs.  für  deutsche  mythol. 
4,  130  gedruckten  diebsegens.  ich  finde  sonst  nicht  viel  beachtens- 
wertes darunter,    aber  das  vierte  stück,  ein  diebsegen  beginnt: 

Ich  beschwöre  dich  bei  maister  Ärbegast,  der  allen  dieben  ein 
maister  war,  der  sei  bundten  und  knipft  und  nimmermer  aufgelöst 
bifs  an  den  jüngsten  tag.  da  soll  dir  so  bandt  sein  als  dem  Judas 
war  usw.  also  ganz  ähnlich  wie  der  in  dieser  zs.  13,  184  wiederholte 
thüringische  segen,  und  man  kann  demnach  vermuten  dafs  es  einmal 
einen  gereimten  diebsegen  gegeben  hat,  in  desen  an  fang  die  verse 
(Ich  beswer  dich) 

bi  dineni  meister  Elbegast, 
der  aller  diebe  meister  was 
vorkamen. 

13.  3.  71. 

R.  M. 


WELCHE  SEQÜErsZE.N  HAT  .\0TKE1I  VERFASST      207 

WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VER- 

FASST? 

Die  bedeulung  welche  Notker  BalJ)ulus  für  die  eutwickeltuifr 
der  kirchenmiisik  und  poesie  gehabt  hat  ist  allgemein  anerkannt; 
aber  man  hat  noch  wenig  gethan  um  die  art  und  den  umfang  seiner 
tätigkeit  genau  abzugrenzen,  unter  den  zaidreiclien  hymnen  und 
se(|uenzen  des  mittelalters  und  namentlicli  aucli  der  SGaller  mönche 
die  aus  mancherlei  handschriften  gedruckt  vorHegen ,  sind  freilich 
auch  i\otkers  Sequenzen  enthalten,  ohne  dafs  aber  ein  gründlicher 
uiul  erfolgreicher  versuch  gemacht  wäre  die  werke  dieses  Urhebers 
einer  neuen  poetischen  gattung  von  denen  seiner  nachahmer  zu 
sondern.  Daniel  im  thesaurus  hymnologicus  (5,  37 — 41)  und 
Schiibiger  in  der  sängerschule  von  SGallen  (Einsiedeln  und  Neu 
York  J858  s.  4o  11'.)  haben  im  vorbeigehen  die  aufgäbe  zu  lösen 
gesucht,  sind  aber  zu  so  verschiedenen  resultaten  gekommen  dafs 
hierin  schon  die  aullorderung  zu  erneuter  prüfung  liegt,  während 
Daniel  nur  27  Sequenzen  für  Notkers  werk  gelten  Jafsen  will,  glaubt 
Schubiger  60  ganz  sicher,  18  wenigstens  wahrscheinHch  echte  zu- 
sammen gebracht  zu  haben. 

Wenn  der  unterzeichnete  auf  den  folgenden  blättern  die  unter-  ' 
suchung  wider  aufnimmt  so  tut  er  es  ohne  die  wohltuende  holl- 
nung  die  sache  zum  abschluls  zu  bringen,  aber  in  dem  glauben  sie 
zu  fördern  und  mit  dem  wünsche,  andere,  denen  sich  gelegenheit 
bietet  das  handschriftliche  material  einzusehen,  zu  weitern  miltei- 
lungen  anzuregen. 

Kritische  methode. 

Es  ist  klar  dafs  Daniel  und  Schubiger  zu  so  verschiedeneu  re- 
sultaten nur  durch  anwendung  verschiedener  kritischer  principien 
gelangt  sein  können,  beider  Standpunkt  m()ge  daher  zunächst  be- 
zeichnet werden. 

Daniel  fafst  (s.  40)  den  seinen  in  folgenden  sätzen  zusammen; 

J.  Pezii  codex  et  San-Gallensis  no.  378  Nolkeri  seqnentias  au- 
thentkas  continent,  qnihns  accedunt  spnriae  alterulrius  libri  propn'ae. 
imlli  sequenliae  Notkeriana  origo  concedenda,  quae  non  amboruin 
codicum  sü  communis,  duabus  exceptis:  Landes  concinat  et  Dommns 
in  Sina,  quae  ipsa  in  Nolkeri  episfoht  commendanlnr. 


268       WELCHE  SEQUENZE.N  HAT  ><OrKEK  VEUFASST 

2.  Quo  expeditius  commodinsque  cedujit  sequentiae  in  festoruin 
rationem,  eo  iustius  authenticae  hahentiir. 

3.  Nihil  est  qiiod per'snadeat,  Notkernmin  aliquod  festnm,  exceptis 
fortasse  summis  ecclesiae  festivitatibns  complures  sequeiitias  fecisse. 

4.  Authenticae  sequentiae  Notkerianae  plerumque  pecnliares  ti- 
tulos  habent,  et  miisicos  modos  suos  posterioris  originis  sequentiis  com- 
modavere.    contraria  ratione  certissima  siispicio  movetiir. 

Der  erste  artikel  verkündet  eine  rolie,  gewaltsame  kritik,  die 
gewis  manches  unechte  ausscheiden,  vielleicht  aber  noch  melu* 
echtes  abweisen  wird,  wer  möchte  mit  dem  satze  dafs  wo  zwei 
handschriften  von  einander  abweichen  keine  das  echte  enthält,  ins 
allgemeine  gehen,  zumal  angesichts  einer  Überlieferung,  die  ihn 
gleich  zwingt  zwei  ausnahmen  einzuräumen?  die  andern  drei  aber, 
da  sie  durchaus  nicht  selbstverständlich  sind,  können  möglicher- 
weise resultat,  nicht  aber  princip  der  kritik  sein. 

Schubiger  (s.  44)  hingegen  verlangt  dafs  als  Notkers  eigen- 
tum  angesehen  werden : 

1.  alle  Sequenzen,  welche  Notker  selbst  oder  schriftsteiler 
nächster  zeit  als  seine  Averke  bezeichnen. 

2.  i  m  a  1 1  g  e  m  e  i  n  e  n  die  ältesten  texte  auf  alle  feste  des  Jahres 
wo  es  schicklich  und  gebräuchlich  war  eine  sequenz  zu  singen. 

3.  billigerweise  auch  die  welche  in  den  ältesten  mit  Not- 
kers namen  versehenen  Sammlungen  vorkommen,  insofern  diesen 
die  bestimmte  angäbe  eines  andern  verfafsers  nicht  widerspricht. 

Der  erste  satz  ist  unanfechtbar;  die  Unsicherheit  der  beiden 
andern  hat  Schubiger  selbst  gefühlt  und  deshalb  sein  'im  allge- 
meinen' und  'billigerweise'  hinzugefügt,  für  den  zweiten  ist  doch 
zu  bemerken  dafs  die  ansieht,  an  welchen  festen  es  schickhch  sei 
Sequenzen  zu  singen,  nicht  zu  allen  Zeiten  und  an  allen  orten  gleich 
gewesen  ist;  der  dritte  setzt  die  gewisheit  voraus  dafs  die,  welche 
die  Sequenzensammlungen  veranstalteten,  Notkers  werke  sammeln 
wollten,  nicht  etwa  die  Sequenzen,  welche  in  ihrer  kirche  alljährlich 
zur  auflührung  kamen  oder  kommen  sollten,  den  Charakter  der 
alten  Sammlungen  festzustellen  mufs  die  erste  aufgäbe  sein. 

Sequenzensammlungen  aus  dem  kloster  SGallen 
und  SEmmeram. 

Die  reihenfojge  der  Sequenzen  ist  aus  zwei  alten  Sammlungen 
bekannt  gemacht: 


WELCHE  SEOUENZE.N  HAT  AüTlvEH  VEUFASST       209 

1.  aus  der  hs.  die  Pez  im  kloster  des  Ii.  Emmeram  in  Hcgeus- 
burg  fand  und  nach  der  er  im  thes.  anecd.  1,  18 — 42  acht  und 
dreifsig  Sequenzen  mit  Xolkers  vorrede  abdrucken  hefs.  mit  dieser 
hs.  stimmt  überein  eine  Münchner  die  Daniel  im  thes.  2,  3  —  31 
benutzte,    die  sammhing  ist  im  folgenden  mit  P  bezeichnet. 

2.  aus  der  SGaller  hs.  378.  die  Sequenzenanfänge  hat,  aber 
ziemlich  ungenau,  Daniel  5,  38  f.  der  reihe  nach  verzeichnet,  die 
Sammlung  ist  im  folgenden  mit  G  bezeichnet. 

Die  darstellung  heider  Verzeichnisse  mit  hinzufügung  der  me- 
lodie  und  des  festes  dem  jede  sequenz  angehört,  scheint  für  die 
weitere  Untersuchung  notwendig,  sie  wird  aber  auch  von  dieser 
abgesehen  erwünscht  sein,  da  man  bisher  in  jedem  einzelnen  falle 
die  notizen  sich  mühsam  zusammenlesen  muste. 


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Ein  blick  auf  die  reihe  der  festläge  lehrt  dafs  beide  Samm- 
lungen, zu  praktischem  zwecke  angelegt,  die  Sequenzen  so  auf  ein- 
ander folgen  lafsen  wie  sie  im  laufe  des  kirchenjahres  zur  Verwen- 
dung kamen,  beide  Sammlungen  stimmen  daher  in  der  folge  der 
Sequenzen  die  ihnen  gemeinsam  sind ,  überein.  dafs  die  gesänge 
auf  das  kirchweihfest  ((i  45.  46. 1*  22)  an  verschiedener  stelle  stehen, 
ist  eine  notwendige  abweichung  da  die  handschriften  aus  verschie- 
denen klöstern  stammen,  leicht  erklärt  sich  auch  dafs  zwei  Se- 
quenzen Rex  regum  deus  nosfer  cohnde  auf  einen  bekenner  und 
Virginis  venerandae  de  numero  auf  eine  Jungfrau  in  G  35.  13  mitten 
unter  den  andern,  in  P  34.  35  hingegen  am  ende  stehen,  so  pfle- 
gen nämlich  die  Sammlungen  eingerichtet  zu  sein  dafs  auf  die  für 
bestimmte  feste  und  heilige  gedichteten  gesänge  die  gemeinsamen 
auf  die  bekenner,  märtyrer,  Jungfrauen,  apostel  usw.  folgen, 
während  also  in  G  diese  Sequenzen  an  der  stelle  blieben,  wo  sie  zu- 
erst vorkamen,  stellte  sie  der  Schreiber  von  P  hinter  die  übrigen, 
die  Sequenz  .auf  den  heiligen  Dionysius  welche  in  P  den  schlufs 
bildet,  mufs,  weil  ihre  Stellung  der  durchgehenden  anordnung  wider- 
streitet, als  späterer  zusatz  angesehen  werden,  sie  ist  speciell  für 
die  Regensburger  kirclie  bestimmt,  und  form  und  inhalt  erweisen 
sie  als  ein  jüngeres  product  (vgl.  Daniel  5,  37). 

Die  Sanct-G aller  melodiensammlung. 
Neben  den  beiden  besprochenen  hss.  ist  von  gröster  bedeu- 
tung  die  SGaller  hs.  nr.  484  (im  folgenden  bezeichnet  durch  Gm) 
auf  welche  Schubiger  s.  41  f.  zuerst  die  aufmerksamkeit  gelenkt 
hat.  nach  seinen  angaben  gehört  sie  wahrscheinlich  noch  dem  9 
jahrh.  an  und  soll  von  s.  258 — 295  die  entwürfe  der  Notkerischen 
melodien,  doch  ohne  den  text  enthalten,  ob  dieses  merkwürdige 
document  der  Originalentwurf  zu  den  INotkerischen  Sequenzen  sei, 
meint  Schubiger,  dürfte  wohl  kaum  mehr  entschieden  werden,  jeden- 
falls erscheine  es  als  eine  ehrwürdige  copie  desselben  und  sei  schon 
darum  von  Wichtigkeit,  weil  es  die  ansieht  bekräftige  dafs  Notker 
zuerst  den  melodischen  plan  entworfen  und  erst  dann  den  melo- 
dien die  textvvorte  angepasst  habe,  von  den  50  INotkerischen  melo- 
dien fehlten  nur  sechs :  Dominus  regimvit,  Justus  germinavit,  Nimis 
honorati  sunt,  Pretiosa  est ,  Amoena  und  Virguncula  clara.  —  Die 
Untersuchung  wird  ergeben  wie  weit  diese  ansichten  für  richtig 
gelten  können. 


276       WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VERFASST 

Die  iianion  der  vierundvierzig  melodien  sind  folgende:  1.  Dks 
sanctificatns.  2.  Concordia.  3.  Hypodiaconissa.  4.  Romana.  5. 
Jiistns  nt  palmamaior.  Q.  Cignea.  l.Trinitas.  S.  Planctus  sleriUs. 
9.  Filt'a  matris.  10.  Symphonia.  11.  Nostra  tuba.  12.  Frigdola. 
13.  Mater.  14.  Obtulerunt.  15.  Graeca.  16.  Duo  tres.  17.  Or- 
gaua.  \S.  Pascha.  \9.  Virgo  plorans.  20.  Deus  judex  justus.  21. 
In  te  domine  speravi.  22.  Qui  timent.  23.  Exultate  deo.  24.  Cajj- 
^jya.  25.  Dominus  in  Sina  in  sancto.  26.  Confitemini.  27.  Occ?'- 
dentana.  28.  Justus  ut  palma  minor.  29.  Adducentnr.  30.  Laudate 
dominum.  31.  Laetatus  sum.  32.  Adorabo.  33.  Fox'  exultationis. 
34.  Bentus  vir  qui  timet.  35.  Metensis  minor.  36.  Beatus  vir  qui 
suffert.  37.  iHrea.  38.  Puella  turbata.  39.  Metensis  maior.  40. 
7e  martyrum.  41.  Mirabilis.  42.  £m  turma.  43.  (ohne  angäbe 
des  titeis).    44.  Fidicula. 

Ein  vergleichender  blick  auf  die  tabelle  welche  den  Inhalt  der 
andern  SGaller  lis.  darstellt,  zeigt  dafs  die  ersten  siebenundzwanzig 
melodien  in  Gm  nach  demselben  gesichtspunkt  geordnet  sind  wie 
die  Sequenzen  in  G,  d.  h.  nach  der  reihe  der  kirchlichen  feste,  für 
die  Sequenzen  G  2.  6.  8.  11.  17  fehlen  in  diesem  teile  von  Gm  die 
entsprechenden  melodien,  für  die  melodien  Gm  8.  26  fehlen  in  G 
die  entsprechenden  Sequenzen;  die  melodien  der  Sequenzen  G  12. 
13  stehen  in  Gm  10.  9  in  umgekehrter  Ordnung^,  sonst  herscht 
völlige  Übereinstimmung.  —  Dafs  die  melodie  Symphonia  für  die 
Sequenz  G  30  an  entsprechender  stelle  in  Gm  nicht  steht,  ist  nur 
eine  scheinbare  abweichung;  denn  diese  melodie  kommt  schon  vor- 
her bei  einer  andern  sequenz  G  12,  Gm  10  vor,  und  wer  nur  die 
melodien  ohne  die  texte  sammelte ,  konnte  keinen  grund  haben 
dieselbe  melodie  zweimal  in  seine  Sammlung  zu  schreiben. 

Diesen  letzten  umstand  mufs  man  im  äuge  behalten ,  um  ein 
ähnliches  Verhältnis  auch  zwischen  G  32 — 54  und  Gm  28 — 37  wahr 
zu  nehmen,    von  den  Sequenzen  G  32.  33.  36 — 38.  41 — 43.  54, 


*  Diese  abweichuog  läfst  sich  vielleicht  erklären,  zn  den  in  SGallen  be- 
sonders geschätzten  heiligen  scheinen  Agnes  und  Agathe  gehört  zu  haben,  sie 
allein  von  allen  heiligen  Jungfrauen  werden  in  Ratperts  litanei  (Canisius  ed. 
Basn.  2,  3,  119)  angerufen,  der  tag  der  heiligen  Agnes  ist  der  21  Januar,  der 
der  h.  Agathe  der  5  februar,  in  G  steht  die  sequenz  De  nna  vir^ine  unmittel- 
bar nach  der  sequenz  auf  Mariae  reinigung  (2  februar),  in  Gm  unmittelbar  vor 
derselben,  der  sammler  von  Gm  licl's  sie  schon  am  tage  der  heiligen  Agnes, 
der  von  G  erst  am  tage  der  heiligen  Agathe  singen. 


WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VERFASST   277 

welche  nach  melodien  gehen,  die  sclion  vorher  zur  Verwendung  ge- 
kommen waren,  darf  man  in  Gm  keine  spur  erwarten ;  für  die  Se- 
quenzen G  34.  39.  46.  49.  51  fehlen  in  diesem  teile  von  Gm  die 
entsprechenden  melodien  üherhaupt.  doch  auch  die  reihe,  welche 
übrig  bleibt  zeigt  zu  den  melodien  Gm  28 — 37  nicht  so  nahe  be- 
ziehung,  wie  sie  zwischen  den  ersten  teilen  hervortrat,  nun  hat 
aber  P  auf  das  geburtsfest  der  Jungfrau  Maria  eine  sequenz  nach 
der  melodie  Addncentur,  nicht  wie  G  nach  Pnella  tnrbata,  und  auf 
den  heiligen  Othmar  eine  sequenz  nicht  nach  der  melodie  Eia 
turma,  sondern  nach  Metensis  minor,  läfst  man  hier  P  an  die  stelle 
treten  von  G,  so  ergiebt  sich  folgende  reihe  von  melodien:  Justus 
nt  palma  mmor,  Addncenlnr,  {Metensis  minor,  Justus  nt  palma  minor) 
Laetatns  sum,  Vox  exullationis,  Beatus  vir  qni  timet,  Metensis  minor, 
Beatus  vir  qui  suffert,  Aurea,  Vox  exullationis  —  welche,  wenn  man 
von  den  eingeklammerten  namen  absieht,  genau  mit  Gm  28  —  37 
übereinstimmt.  Es  ist  also  klar  dafs  auch  Gm  28  —  37  nach  den 
festen  des  kirchenjahres  geordnet  ist. 

Nach  der  melodie  Gm  36  geht  die  sequenz  auf  den  heiligen 
Columban  (21  november),  nach  der  folgenden  Aurea  Gm  37  die  auf 
die  apostel;  die  auf  die  märtyrer  (G  53.  54)  wiederholen. frühere 
melodien,  mit  der  melodie  Anrea  ist  also  für  eine  Sammlung  die 
nur  die  noten  enthält,  der  jahreskreifs  geschlofsen. 

Wie  nun  die  sequenz  P  38,  weil  sie  aufserhalb  der  festfolge 
am  schlufse  der  hss.  steht  als  späterer  nachtrag  angesehen  wurde, 
so  niüfsen  consequenter  weise  auch  die  melodien  Gm  38  —  44  als 
solche  gelten,  woraus  aber  nicht  folgt  dafs  nicht  auch  die  nächst 
vorhergehenden  melodien  schon  nachtrage  sind,  für  Gm  37  scheint 
sich  dies  aus  folgendem  zu  ergeben:  es  ist  oben  hervorgehoben 
dafs  die  Sequenzen,  welche  auf  gemeinsame  feste  gehen,  am  schlufs 
der  Sammlungen  zu  stehen  pflegen,  so  in  P  Bex  regnm  deus  noster 
colende  und  Virginis  venerandae  de  nnmero.  da  nun  beide  SGaller 
hss.  übereinstimmend  diese  Sequenzen  mitten  in  die  übrigen  ein- 
schalten, so  mufs  der  umstand  dafs  die  vier  letzten  Sequenzen  in 
G  (eine  auf  die  apostel,  zwei  auf  die  märtyrer,  eine  auf  die  trinität) 
nicht  in  gleicher  weise  eingereiht  sind,  befremden,  ihre  Stellung 
widerstreitet  dem  sonst  bewahrten  princip  und  mufs  zu  der  an- 
nähme führen  dafs  sie  ein  nachtrag  sind,  derselbe  schlufs  gilt  für 
die  melodie  Aurea  Gm  37,  nach  der  die  erste  von  ihnen  geht,  vor 
der  band  erscheint  also  Gm  1—36  als  eine  abgcschlofsene ,  nach 

Z.  f.  D.  A.  neue  folge  111.  19 


278       WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VERFASST 

der  festfolge  angelegte  Sammlung  von  melodien,  zu  der  Cm  37—44 
als  ein  späterer  anhang  trat. 

Schlufsfolgerungen    über   das    Verhältnis  der   Samm- 
lungen G,  Gm,  P. 

1.  Wenn  Gm  37—44  ein  nachtrag  ist,  so  kann  keine  sequenz 
nach  einer  der  melodien  Aurea,  Puella  iurbata,  Metensis  major,  Te 
martyrum,  Mirabüts,  Eia  turma,  nach  der  unbenannten  dreiund- 
vierzigsten und  nach  Fidkula  in  dem  kanon  von  Sequenzen  ent- 
halten gewesen  sein,  welcher  der  melodiensammlung  Gm  1 — 36 
entsprach  ;  also  nicht  G  2  =  P  J ,  G  6  =  P  G,  G  52  =  P  31.  G  8. 
11.  39.  46.  49. 

2.  Da  die  Sammlung  Gm  jede  melodie  nur  einmal  bringt,  und 
zwar  an  der  stelle ,  wo  sie  zum  ersten  mal  gebraucht  wurde ,  so 
können  die  Sequenzen  in  G  und  P,  welche  eine  vorangegangene 
melodie  wiederholen,  dem  kanon  Gm  1 — 36  möglicher  weise  ent- 
sprochen haben,  nicht  aber  die,  deren  melodie  in  Gm  erst  später 
folgt;  also  wohl  G  32  =  P  15,  G  33  =  P  16,  G  36  =  P  18,  G 
37  ==  P  19,  G  42  =  P  23,  G  44  =  P  25,  G  53  =  P  32,  G  54  = 
P  33;  G  30.  38.  41.  43.  P  17.  21  aber  nicht  G  40. 

3.  Daraus  dals  die  melodien  Gm  37 — 44  einer  abgeschlol'senen 
Sammlung  angehängt  sind,  folgt  nicht  dafs  sie  erst  später  bearbeitet 
sind;  denn  an  sich  kann  etwas  gleichaltriges  oder  selbst  älteres 
später  nachgetragen  werden,  aber  gegenüber  der  tatsache  dafs 
diese  poesie,  zu  der  Notker  den  grund  legte,  auch  nach  ihm  in 
SGallen  reichlich  gepflegt  wurde,  ist  es  jedenfalls  wahrscheinlicher 
dafs  ein  SGaller  mönch  der  einen  vollständigen  kanon  für  das 
ganze  jähr  anlegte,  alle  melodien  aufnahm,  die  zu  seiner  zeit  in  ge- 
brauch waren,  als  dafs  er  eine  auswahl  traf,  der  später  durch  ihn 
selbst  oder  durch  andere  das  anfänglich  verschmähte  wieder  ange- 
hängt wurde,  läfst  man  diese  hypolhese,  die  weitere  bestätigung 
erfahren  wird  gelten,  so  folgt  dafs  alle  Sammlungen,  die  eine  Se- 
quenz nach  einer  der  melodien  Gm  37 — 44  enthalten,  jünger  sind 
als  der  kanon  Gm  1 — 36,  also  auch  P  und  G. 

4.  Wenn  Gm  1  —  36  die  älteste  von  den  drei  Sammlungen  ist, 
so  folgt  dafs  P  der  auszug  eines  SGaller  sequentiariums  ist;  denn 
in  P  fehlt  eine  grofse  zahl  von  Sequenzen,  welche  Gm  als  die  äl- 
testen verbürgt. 

5.  Da  G  am  geburtsfeste  der  heiligen  Jungfrau  und  am  tage 


WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKEll  VEUFASST       270 

des  heiligen  Ollimar  seqiieiizen  nach  den  später  aufgenommenen 
melodien  Pnella  turbata  und  Eia  lurma  hietet,  P  hingegen  die  des 
alten  kanons  Adducentur  und  Metensis  minor  festhält,  so  mufs  die 
quelle  von  P  in  manchen  punkten  ursprünglicher  gewesen  sein 
als  G. 

6.  Die  Sequenzen  Virginis  venerandne  de  tmmero  (G  13)  und 
Rex  regnm  dens  noster  colende  (G  35),  welche  in  P  an  das  ende  der 
Sammlung  getreten  sind,  stehen  in  Gm  wie  in  G  unter  den  andern 
Sequenzen,  also  ist  die  folge  in  G  hier  ursprünglicher  als  in  P. 

Ist   Gm    1 — 36   eine   Sammlung   der  Notkerschen   me- 
lodien? 

Um  die  frage,  ob  Gm  1—36  eine  sammlang  Notkerscher  me- 
lodien sei,  zur  entscheidung  bringen  zu  können,  müfsen  zwei 
punkte  erörtert  werden : 

1.  findet  sich  in  Gm  1—36  eine  melodie,  die  nachweislich 
nicht  von  Notker  verfafst  ist? 

Nach  der  melodie  Beatus  vir  qui  suffert  (Gm  36)  sind  vier  Se- 
quenzen bekannt^:  eine  auf  den  heil.  Pirminius  {'S  november),  eine 
auf  den  heil.  Blasius  (3  februar),  eine  auf  den  heil.  Quirinus  (30 
märz),  eine  auf  den  heil.  Columban  (21  november).  in  Gm  folgt 
die  melodie  auf  Metensis  minor,  nach  welcher  die  sequenz  auf  den 
heil.  Othmar  (16  november)  gesungen  wurde,  aus  der  anordnung 
des  kanons  ergiebt  sich  dafs  der  verfafser  desselben  von  den  vier 
Sequenzen  nur  die  letzte  vor  äugen  gehabt  haben  kann,  denn  die 
tage  der  andern  heiligen  gehen  dem  des  h.  Othmar  voran,  da  nun 
die  sequenz  auf  den  h.  Columban  .4  solis  occasii  nsque  ad  exortum 
nach  dem  unverwerflichen  Zeugnis  Ekkehards  IV  (Pertz  M.  2.  s. 
117  f.)  von  Ekkehard  I  ist ,  so  kann  Gm  1 — 36  der  Notkersche 
kanon  nicht  sein,  es  ist  aber  schon  oben  bemerkt  dafs  nichts 
zwingt  den  nachtrag  zu  Gm  erst  mit  nr.  37  beginnen  zu  lafsen; 
weist  man  also  Gm  36  auch  schon  demselben  zu,  so  fällt  der  an- 
griff auf  die  echtheit  von  Gm  1 — 35  hin,  und  für  den  nachtrag  ge- 
winnt man  eine  zeitliche  bestimmung.  für  keine  melodie  in  Gm 
1 — 35  läfst  sich  nachweisen  dafs  Notker  sie  nicht  bearbeitet  habe. 


'  angefühlt   von   Bartsch,    die  lateinischen   scqucnzen   des  miltelalters 
(Rosfock  ISC.S)  s.  ]]. 

19* 


280       WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VERFASST 

2.  findet  sich  in  Gm  1  —  35  eine  melodie,  die  nachweislich 
von  Notker  verfafst  ist,  nicht? 

a.  In  dem  widmungsschreihen  an  den  bischof  Liutvvard  von 
Vercelli  (Daniel  thes.  hym.  5,  5  f.)  erwähnt  Notker  selbst  vier  Se- 
quenzen :  Landes  domino  concinat  orbis  ubique  totus  (nach  der  me- 
lodie Organa),  Dominus  in  Sina,  Psallat  ecclesia,  Mater  illibata  (nach 
der  melodie  Laetatns  snm). 

b,  Ekkehard  IV  erzählt  in  den  casus  SGalli  (Pertz  2,  102)  dafs 
der  papst  Adrian  auf  Karls  des  grofsen  bitte  zwei  sänger,  Petrus 
und  Romanus,  ins  Frankenreich  gesandt  habe,  um  den  entarteten 
kirchengesang  nach  römischem  muster  wieder  herzustellen,  nach 
dem  Zielpunkt  ihrer  reise,  nach  Metz,  sei  aber  nur  Petrus  gelangt, 
Romanus  sei  unterwegs  erkrankt,  habe  in  SGallen  aufnähme  ge- 
funden und  dann  dauernden  aufenthalt  genommen,  '•fecerat  quidem 
Petrus  ibi  jubilos  ad  sequentias,  quas  Metenses  vocat,  Romanus  vere 
romane  nobis  et  amoenae  de  suo  jubilos  modulaverat,  quos  quidem  post 
Notker,  quibus  videmus,  verbis  ligabat;  frigdorae  antem  et  occiden- 
tanae,  quas  sie  nominabat,  jubilos,  Ulis  animatus  aetiam  ipse  de  suo 
excogitavit.' ^  Romanus  also  setzte  den  mönchen  von  SGallen 
Jubelläufe  der  Romana  und  Amoena,  die  Notker  nachher  mit  den 
wohlbekannten  texten  versah;  und  durch  sie  angeregt  erfand  er 
später  selbst  die  jubelläufe  der  Occidentana  und  Frigdora.  so  wird 
die  stelle  wohl  erklärt  werden  müfsen.  an  sich  könnte  man 
amcenae  und  romane  auch  als  adverbia  nehmen:  'Ueblich  und  nach 
römischer  weise',  aber  sie  als  substantiva  zu  nehmen  zwingt  der 
umstand  dafs  wirkhch  nicht  selten  zwei  melodien  Romana  und 
Amoena  vorkommen.  Letztere  noch  öfter  als  man  bisher  geglaubt 
hat.  Schubiger  führt  s.  24  drei  Sequenzen,  die  nach  ihr  gehen  an : 
Carmen  suo  dilecto  auf  den  ersten  samstag  nach  dem  Osterfeste, 
Blandis  vocibus  auf  das  fest  der  unschuldigen  kinder  (Morel  lat. 
hym.  s.  141),  Gaude  semper  serena  auf  die  heilige  Margaretha;  die 
erste  hat  er  in  zwei  Einsiedler,  die  beiden  andern  in  SGaller  hss. 
gefunden,  alle  drei  linden  sich  auch  in  Rranders  Sammlung  (Daniel 
5,  45.  192.  65),  die  erste  und  dritte  ohne  angäbe  der  melodie,  die 
zweite  aber  unter  dem  litel  Pascha,    unter  demselben  titel  wird 


*  So  wird  doch  wohl  zu  iaterpungieren  sein;  bei  Perlz  und  Wolf  über 
lais,  Sequenzen  und  leiche  s.  100  steht,  mir  unverständlich,  hinter  modulaverat 
und  Jubilos  ein  seuiikolou. 


WELCHE  SEQUEISZEN  HAT  NOTKER  VERFASST       281 

auch  noch  eine  sequenz  auf  die  h.  Afra  erwähnt  (Daniel  5,  83 ;  ge- 
druckt bei  Mone  3,  169).  eine  vergleichung ,  die  allerdings  durch 
die  verkehrte  texteintheilung  bei  Morel  nicht  erleichtert  wird,  zeigt 
dafs  die  Sequenzen  auf  die  h.  Afra  und  die  unschuldigen  kinder  so- 
wohl unter  sich  als  auch  mit  Carmen  siio  dilecto  übereinstimmen, 
dafs  also  Amoena  und  Pascha  nur  verschiedene  namen  für  dieselbe 
Sache  sind^ 

c.  In  den  interlinearbemerkungen  zu  Ekkehards  IV  rythmen 
über  den  h.  Othmar  (Pertz  2,  56  v.  27  —  34)  werden  zweimal  50 
Sequenzen  Notkers  erwähnt  und  namentlich  angeführt  die  weih- 
nachtssequenz  Natus  ante  saecula  nach  der  melodie  Dies  sanctificalus, 
und  zweimal  die  plingstsequenz  SaiicU  spiritus  adsit  nobis  gratia 
nach  der  melodie  Occidentana. 

Diese  Zeugnisse,  welche  Schubiger  gesammelt  hat,  erwähnen 
im  ganzen  neun  melodien  als  von  >'otker  bearbeitet;  alle  neun  fin- 
den sich  in  Gm  1 — 35  {Organa  17,  Dominus  in  Sina  25,  Mater  13, 
Laetattis  sum  31,  Roma7ia4,  Occidentana  21 ,  Frigdora  12,  Dies 
sanctißcatus  1,  Amoena  =  Pascha  18);  also  auch  von  dieser  seite  er- 
wächst kein  hindernis  den  kanon  Gm  1 — 35  als  Notkerisch  an- 
zusehen. 

Dafs  in  dem  nachtrag  Gm  36 — 44  nicht  auch  noch  Notkersche 
melodien  enthalten  seien ,  folgt  aus  dem  angeführten  mit  notwen- 
digkeit  nicht.  Notker  widmete  sein  werk  dem  bischof  Liutward  von 
Vercelli  im  jähre  885  (Dümmler  SGallische  denkmäler  s.  259); 
er  starb  912.  vorausgesetzt  dafs  Gm  1  —  35  die  ursprüngliche 
Sammlung  repraesentiert,  hatte  er  noch  zeit  und  anlafs  genug, 
das  werk,  welches  so  günstige  aufnähme  gefunden  hatte ,  zu  er- 
weitern, dafür  scheint  das  zeugnis  eines  mönches  aus  dem  11 
jahrh.,  namens  Godeschalk,  zu  sprechen,  welcher  berichtet  (Schu- 
biger s.  44  anm.  3):  Domnus  Notkerus  de  apostolis:  Cläre  sancto- 
rum  senatus  apostolorum  composuit ,  de  assiimptione  sanctae  Mariae : 
Congaudetit  angelorum  fecit.  diese  letzte  sequenz  geht  nach  der 
melodie  Aurea,  also  nach  einer,  welche  im  anhang  steht,  aber 
Godeschalks  zeugnis  fällt  nicht  eben  schwer  ins  gewicht,  wie  leicht 
konnte  er,  der  kein  SGaller  mönch  war,  aber  SGallen  als  die  heimat, 
Notker  als  den  vater  der  Sequenzen  kannte ,  alle  Sequenzen,  die  er 


'  Die  vierte  sequenz,   auf  die  h.  Margaretha  ist  noch  nicht  gedruckt, 
schwerlich  wird  sie  sich  der  Übereinstimmung  mit  den  andern  entziehen. 


282       WELCHE  SEQUE^ZE.N  HAT  NOTKEII  YERI  ASST 

in  seinem  'Xotkerschen  sequentiarium'  fand  für  werke  Notkers 
hallen,  während  es  nur  der  gröfsere  teil  war.  da  die  erste  sequenz 
des  nachtrags  von  Ekkehard  I  ist,  derselbe  also  nicht  vor  Ekke- 
hards  zeit  angehängt  sein  kann,  da  ferner  auch  die  letzte  melodie 
Fidkula  nach  ausdrücklicliem^  Zeugnisse  nicht  von  Notker  ist,  und 
keine  einzige  der  neun  letzten  melodien  durch  ein  altes  SGaller 
Zeugnis  namentlich  dem  Notker  beigelegt  wird,  so  mag  man,  so 
lange  nicht  neue  beweise  beigebracht  werden,  die  Sequenzen  des 
anhangs  lieber  als  werke  andrer  ansehen. 

Verzeichnis  der  Notkerschen  Sequenzen. 
Nachdem  die  Untersuchung  so  weit  gediehen  ist,  möge  der 
versuch  gewagt  werden,  einen  kanon  von  Sequenzen  aufzustellen, 
wie  er  möglicher  weise  dem  sammler  von  Gm  I  —  35  vorgelegen 
haben  kann,  derselbe  mufs  für  jede  der  35  melodien  mindestens 
eine  sequenz,  kann  aber  noch  eine  unbestimmte  anzahl  von  Se- 
quenzen enthalten  haben,  welche  eine  vorangehende  melodie  wieder- 
holen, der  versuch  wird  von  den  alten  Sammlungen  P  und  G  aus- 
gehen müfsen,  und  in  die  folgende  tabelle  ist  aus  ihnen  all^s  auf- 
genommen, was  den  im  vorhergehenden  begründeten  forderungen 
nicht  widerspricht. 

'  Der  melodie  Fidiciila  folgt  nach  Schubigers  ang^abe  (s.  63)  die  sequenz: 
Solemnilatem  hujiis  devoti  ßlü  (G  46).  INach  einer  bemerkung  in  Branders 
Sammlung  (Daniel  5,  101)  verfafstc  den  text  derselben  der  dekan  Waldram, 
der  im  anfang  des  10  jahrh.  lebte,  die  melodie  ein  pater  Johannes. 


WELCHE  SEQUE.NZEN  HAT  NOTKEJ{  YERFASST 


283 


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WELCHE  SEQCE.NZEN  HAT  NOTKER  VERFASST       2S5 

Für  vier  nielodien  bieten  P  und  G  keinen  sequcnz,  da  aber  die 
melodienfolge  der  festfolge  entspricht,  so  ist  es  möglich  für  diese 
melodien  die  zugehörige  sequcnz  zu  bestimmen,  nach  der  melodie 
'Planctus  sterilis  sind  zwei  Sequenzen  bekannt:  Benedicto  gratias  deo 
für  die  pfmgstoctav  (Mone  I,  256)  und  hte  dies  celehris  constat  tür 
die  Epiphanienoctav  fMone  1  ,  81).  nur  die  letzlere  kann  dem 
Sammler  von  Gm  vorgelegen  haben,  als  er  die  melodie  an  achter 
stelle,  nach  dem  epiphanienfest,  vor  Mariae  reinigung  einschaltete, 
nach  der  melodie  Confitemini  ist  nur  eine  sequenz  bekannt:  0  quam 
mira  swU  deus  tua  portenta  auf  den  sonntag  nach  himmelfahrt 
(Schubiger  ex.  22)  oder  für  die  octav  von  himmelfahrt  (Mone  1,  233) ; 
ebenso  nach  laudale  dominum  nur  eine  sequenz  auf  die  heiligen 
engel  (angeführt  von  Schubiger  s.  46)  Angelorum  ordo  sacer;  und 
nach  Adorabo  eine  auf  das  kirchweihfest  Tu  civium  deus  conditor 
(Morel  nr.  105).  alle  drei  fügen  sich  in  die  Ordnung  der  hs.  und 
können  daher  für  das  ursprüngliche  gehalten  werden. 

Dafs  die  so  aufgestellte  reihe  von  Sequenzen,  welche  dem  kanon 
Gm  1 — 35  nicht  widerspricht,  ihm  würklich  zu  gründe  liege,  folgt 
aus  der  bisherigen  Untersuchung  noch  keineswegs,  nicht  geringe 
Sicherheit  bietet  sie  in  den  fällen ,  wo  die  Ordnung  der  melodien, 
feste  und  Sequenzen  in  G  und  P  übereinstimmen,  denn  wollte  man 
z.  b.  annehmen,  dafs  die  weihnachtssequenz  Natus  ante  saecula  nach 
der  melodie  Dies  sanctificatus  dem  sammler  von  Gm  noch  nicht  vor- 
gelegen habe,  der  doch  jene  melodie  an  die  spitze  seiner  sammhmg 
stellt,  so  würde  man  zu  der  zweiten  annähme  gezwungen  dafs  ein 
jüngerer  dichter  auf  dasselbe  fest  nach  derselben  melodie  eine  neue 
sequenz  gedichtet  habe,  dieser  fall  ist  aber  überhaupt  selten  einge- 
treten, bei  den  50  melodien,  zu  denen  Bartsch  (die  lateinischen 
Sequenzen  des  mittelalters  s.  7 — 17)  die  zugehörigen  Sequenzen  zu- 
sammengestellt hat,  kommt  er  nur  zweimal  vor,  einmal  bei  Hypo- 
diaconissa,  nach  welcher  zwei  Sequenzen  auf  den  h.  Stephanus  gehen, 
dann  bei  Mater,  nach  welcher  zwei  ostersequenzen  gedichtet  sind, 
diese  erscheinung  erklärt  sich  auch  ganz  natürlich,  die,  welche 
nach  ^'otker  Sequenzen  dichteten ,  wollten  entweder  festen,  die  er 
übergangen  hatte,  den  schmuck  der  Sequenzen  verleihen,  oder  neue 
melodien  an  stelle  der  alten  setzen;  einen  herschenden  text  durch 
einen  andern  gleichen  inhalts  zu  ersetzen  war  weniger  anlafs.  Viel 
unbedeutendere  Sicherheit  hingegen  hat  der  kanon  in  dem  falle,  wo 
eine  sequenz  eine  vorhergehende   melodie  wiederliolt ;  denn  für 


2S6       >yELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VERFASST 

solche  logt  die  alte  melodiensaninilung  kein  positives   zeiigiiis  ab 
und  P  und  G  haben  manches  aufgenommen  was  erwiesenermafsen 
andern   dichtem  gehört,    alle  solche  Sequenzen  sind  daher  durch 
veränderten  druck  gekennzeichnet;  die  aber,  welche  sich  weiterer " 
betrachtimg  als  unecht  herausstellen  in  klammern  eingeschlofsen. 

Um  aus  der  form  der  Sequenzen  ein  kriterium  für  echtheit  oder 
unechthcit  zu  gewinnen,  wird  man  sich  zunächst  auf  die  35  zu  be- 
schränken haben,  welche  durch  die  aufnähme  ihrer  melodie  in  Gm 
als  die  sichersten  gelten  dürfen,  zwei  von  ihnen  nr.  11,  37  sind  so- 
viel mir  bekannt  noch  nicht  gedruckt,  unter  den  übrigen  drei  und 
dreifsig  sind  nur  zwei  nr.  3  und  13,  deren  versikel  gereimt  sind, 
und  zwar  so  dafs  ein  reim  durch  die  ganze  sequenz  geht;  alle  übrigen 
sind  reimlos.  dafsNotker  den  reim  gekannt  habe,  und  wenn  er  wollte 
auch  anwenden  konnte,  unterliegt  keinem  zweifei;  merkwürdig  wäre 
aber  wenn  er  ihn  nur  in  zweien  angewandt  und  durchgeführt,  in  den 
übrigen  verschmäht  hätte,  nun  sind  diese  beiden  gereimten  Sequenzen 
gerade  diejenigen,  denen  je  noch  eine  andere  nach  derselben  melodie 
auf  dasselbe  fest  zur  seile  steht,  sollten  da  nicht  die  beiden  gereimten 
Sequenzen  als  jüngerer  ersatz  angesehen  werden  müfsen?  an  stelle 
von  nr.  3  würde  dann  ursprünglich  die  sequenz  Protomartyr  domini 
Stephane,  an  stelle  von  nr.  13  Landes  Christo  redempti  voce  modnle- 
nmr  SHppi?«  gestanden  haben,  die  erste  ist  leider  noch  ungedruckt; 
Daniel  (5,  42)  theilt  aus  Branders  Sammlung  nur  den  anfang  mit, 
aber  nach  Schuhigers  angäbe  (s.  46)  soll  sie  schon  in  den  ältesten 
Sammlungen  mit  Notkers  namen  vorkommen,  die  andere  findet 
sich  bei  Daniel  2,  178.  Daniel  giebt  an  dafs  sie  in  vielen  kirchen 
Deutschlands  am  zweiten  osterfeiertage  angewendet  wurde,  kennt 
sie  aber  nur  aus  gedruckten  missalien  und  setzt  sie  s.  170  ins  14 
oder  15  jahrh.  ich  sehe  nicht  dafs  diese  angäbe  irgend  wie  be- 
gründet ist,  und  bemerke  nur  dafs  Schubiger  (s.  46)  sie  aus  alten 
hss.  kennen  will,  sie  ist  reimlos  und  würde  ganz  wohl  unter  die 
übrigen  passen.  —  Läfst  man  hiernach  die  reimlosigkeit  als  krite- 
rium der  Notkerschen  Sequenzen  gelten,  so  müfsen  aufser  nr.  3  und 
13  aus  der  zahl  derer,  die  durch  äufsere  Zeugnisse  weniger  beglau- 
bigt sind,  nr.  30.  38.  39  ausgeschieden  werden. 

Wieder  einen  schritt  weiter  kommt  man  durch  die  betrachtung 
der  feste,  an  denen  Sequenzen  gesungen  wurden,  der  gröfsere  teil 
derselben  fällt  in  das  semestre  domini,  die  erste  hälfte  des  kirchen- 
jahres  von  Weihnachten  bis  pfingsten,  der  kleinere  in  das  semestre 


WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VERFASST   2ST 

ecclesiae.  ■ —  Dor  erste  abschnitt  der  feste  die  sich  auf  Christus  be- 
ziehen uirifafst:  das  weihnachtsfest,  seine  octav,  die  sich  im  6  jahrh. 
als  festum  arcumdsiouis  gestaltete,  das  epiphanienfest  und  schliefst 
mit  dem  sabbat  vor  septuagesima.  an  diesem  tage  begann  der  oster- 
festkrcifs,  in  dem  liistbarkeiten  und  verkehr  nach  möglichkeit  be- 
schränkt blieben,  klcriker  und  mönche  fingen  schon  an  diesem  tage 
an  zu  fasten,  hochzeiten  fanden  nicht  statt  und  das  hallcluja  der 
messe  verstummte  (Kurtz,  lehrhuch  der  kirchengeschichte  s.  156). 
in  dieser  zeit  kamen  Sequenzen,  die  sich  aus  dem  cantus  hallelu- 
jaticus  entwickelt  halten,  nicht  zur  aufl'ührung.  im  gegensatz  zu 
dieser  ernst-traurigen  zeit  hob  mit  dem  Osterfest  die  zeit  der  freudc 
an,  welche  die  ganze  quinquagesimalzeit  von  ostern  bis  pfingsten 
erfüllte,  schon  Augustin  bemerkte  (Daniel  cod.  liturg.  1,  2S)  'ut 
Allelnja  per  solos  dies  quinqnagi'nta  canfetur  non  usquequaque  obser- 
vatur.  nam  et  m  aliis  (Uebns  vurie  cantalnr  alibi  atqne  alibi,  ipsis 
antem  diebns  iibiqne.'  diese  zeit  war  also  auch  vorzugsweise  die  der 
Sequenzen,  jeder  tag  der  osterwoche  bis  zur  dominica  in  albis,  jeder 
Sonntag  zwischen  ostern  und  pfingsten,  das  himmelfahrtsfest  und 
seine  octav  wurden  durch  den  gesang  einer  sequenz  gefeiert,  nicht 
aber  die  pfingstoctav ;  das  trinitatisfest  fand  erst  später  eingang. 

Von  den  festen  auf  die  h.  Jungfrau  haben  Mariae  reinigung  oder 
lichtmess,  3Iariae  Iiimmelfahrt  und  geburt  eigne  Sequenzen;  nicht 
aber  das  feslum  annnncialionis  oder  incarnationis,  das  in  die  septua- 
gesimalzeit  (25  märz)  fällt. 

Von  der  grofsen  zahl  der  heiligen  werden  nur  Stephanus,  Jo- 
hannes der  evangelist,  die  unschuldigen  kindiein,  Johannes  der  täufer, 
Peter  und  Paul,  Laurentius,  Emmeram,  Mauritius,  Gallus,  Martin 
und  Othmar  durch  eigne  Sequenzen  gefeiert;  die  auf  den  h.  Bene- 
dict, auf  den  erzengel  Michael  und  eine  zweite  auf  den  b.  Gallus,  sind 
an  den  innern  reimen  als  jünger  erkannt,  dafs  der  h.  Gallus,  der 
Stifter  des  klosters,  und  der  h.  Othmar,  der  erste  abt  in  SGallen 
besonders  verehrt  wurden,  ist  natürlich;  auch  den  h.  Mauritius,  der 
am  fufse  der  alpen  in  Äuganum  (Mone  3,  440)  den  märtyrertod  er- 
litt, zu  feiern,  lag  den  SGaller  mönchen  nicht  fern';  doch  die  Se- 
quenz auf  den  h.  Emmeram  (nr.  35)  ist  schwerlich  von  Notker  oder 
einem  andern  SGaller,  sondern  im  kloster  SEmmeram  gedichtet,  in 
dessen  bs.  sie  überliefert  ist.    die  übrigen :  Stephanus ,  die  beiden 

'  Doch  hat  die  sequenz  auf  ihu  an  einigen  stellen  reime. 


288       WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTRER  VERFASST 

Johannes,  Peter  und  Paul,  Laurentius,  Martin  sind  liocligcehrte 
heilige ,  deren  feste  schon  früh  ansehn  und  weite  Verbreitung 
genofsen. 

Von  den  gemeinsamen  Sequenzen  geht  eine  (nr.  9)  auf  die 
virgines,  eine  auf  die  doctores  (nr.  31),  eine  auf  die  engel  (nr.  37), 
zwei  auf  das  kirchweihfest  (41.  42),  zwei  auf  die  märtyrer  (46.  47). 
die  Sequenz  auf  die  virgines  kam,  wie  oben  vermuthet  wurde,  zuerst 
wohl  am  tage  der  h.  Agnes  zur  auffiihrung ;  die  auf  die  doctores  steht 
in  G  zwischen  einer  sequenz  Ekkehards  auf  den  h.  Renedict  und  der 
auf  den.h.  Laurentius,  kann  also  nicht  vor  den  1 7  juli,  nicht  nach  dem 
10  august  gesungen  sein;  ich  glaube  am  tage  des  h.  Benedict  selbst, 
dem  erst  Notkers  nachfolger  eine  eigne,  gereimte  sequenz  weihten, 
ebenso  wurde  das  Michaelsfest,  das  'die  geltung  eines  coUectivengel- 
festes  zur  feier  der  idee  der  triumphierenden  kirche  hatte'  ursprünglich 
durch  die  gemeinsame  sequenz  anfalle  engel  gefeiert,  die  in  P  und  G 
durch  eine  specielle,  gereimte  auf  den  erzengel  verdrängt  ist.  da  so 
die  gemeinsamen  Sequenzen  an  der  stelle  in  Gm  eingereiht  sind,  wo 
sie  zuerst  vorkamen,  so  hat  es  geringe  Wahrscheinlichkeit  dafs  die 
beiden  letzten  auf  die  märtyrer,  welche  dermelodienachindem  alten 
kanon  hätten  enthalten  sein  können,  zu  ihm  gehört  haben. 

Im  ganzen  also  kommen  von  den  in  der  tabelle  aufgeführten 
Sequenzen  in  abrechnung  3.  13.  30.  35.  38.  39.  46.  47,  die  beiden 
ersten  aber  nicht  ohne  ersatz,  so  dafs  einundvierzig  übrig  bleiben, 
diese  dürfen  als  der  kern  angesehen  werden,  aus  dem  sich  im  laufe 
der  jähre  die  übrigen  Sammlungen  entwickelten,  von  den  altern 
melodien  wurden  einige  aufgegeben  und  durch  moderne  ersetzt,  an 
die  stelle  mancher  texte  traten  neue,  der  kreifs  der  feste,  an  denen 
Sequenzen  gesungen  wurden,  wuchs  und  für  manche  tage  entstan- 
den bald  mehrere,  zwischen  denen  nun  die  wähl  freistand. 

Die  erweiterung  des  Notkerschen  kanons  in  G. 

Es  ist  nicht  uninteressant  die  entwickelung  von  Gm  zu  G  zu 
verfolgen,  fünf  alte  Notkersche  melodien  sind  aufgegeben:  nr.  8. 
Planctus  sterilis,  nr.  26  Confitemini,  nr.  34  Adducenhir,  nr.  37  Lau- 
date  dominum,  nr.  42  Adorabo.  nur  die  vorletzte  ist  durch  eine  andere 
Notkersche  melodie,  Graeca,  mit  einer  sequenz  auf  den  h.  Michael 
verdrängt  (G.  42),  für  die  übrigen  sind  neue  melodien  eingetreten. 

1.  an  stelle  der  melodie  Planctus  sterilis,  die  in  der  epiphanien- 
octav  gesungen  wurde,  ist  die  sequenz  Cantemus  cuncti  melodum 


WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VERFÄSST       289 

nunc  alleluja  nach  der  modernen  melodie  Puella  tnrbata,  im  anliang 
Gm.  38,  aufgenommen,  alle  versikel  sind  gereimt,  da  sie  alle  mit 
dem  Worte  alleluja  scliliefsen.  derselben  beliebten  melodie  ist  auch 
die  alte  Adducentur  gewichen ,  und  mit  ihr  eine  reimlose  sequenz 
auf  den  geburtstag  der  Jungfrau  Maria  einer  gereimten. 

2.  aus  der  zahl  der  melodien,  die  zwischen  ostern  und  pfingsten 
gebraucht  wurden,  ist  Confitemini  (Gm  26)  geschwunden,  und  statt 
dessen  eine  neue  Dominus  regnavit  decore  (G  17)  eingetreten,  die 
noch  nicht  einmal  im  anhang  von  Gm  aufgenommen  ist. 

3.  die  zweite  sequenz  auf  das  kirchweihfest,  nach  der  melodie 
Adorabo,  hat  einer  andern  platz  gemacht  (G  46),  die  Notkers  jün- 
gerer zeitgenofse  Waldram  nach  der  melodie  Fidkula  (im  anhang 
Gm  44)  eines  pater  Johannes  dichtete,  auch  sie  hat  reime.  — 
Aufser  diesen  drei  neuen  melodien,  die  zum  ersatz  älterer  dienen, 
haben  in  G  aber  noch  andere  aufnähme  gefunden: 

4.  die  sehr  beliebte  melodie  Eia  turma,  im  anhang  Gm  42.  ihr 
folgen  eine  zweite  sequenz  auf  das  weihnachtsfest  Eia  recolamus 
laudihus  pm  digna,  deren  versikel  in  a  reimen,  und  eine  sequenz  auf 
den  h.  Othmar  an  stelle  der  altern  nach  Metensis  minor. 

5.  Mirabilis,  im  anhang  Gm  41 ;  nach  ihr  ist  eine  neue  in  e  ge- 
reimte sequenz  auf  das  fest  der  unschuldigen  kinder;  auf  dasselbe 
noch  eine  dritte  nach  der  melodie 

6.  Te  martyrum,  im  anhang  Gm  40. 

7.  nach  der  melodie  Justus  germinabit,  die  im  anhang  Gm 
sich  nicht  findet,  geht  Ekkehards  F  gereimte  sequenz  auf  den  h.  Re- 
nedict,  der  im  Notkerschen  kanon  nur  durch  eine  gemeinsame  De 
doctoribus  gefeiert  wurde. 

8.  nach  der  melodie  Beatus  vir  qui  suffert  (anhang  Gm  36) 
geht  Ekkehards  I  sequenz  auf  den  h.  Columban. 

9.  Nimis  honorati  sunt ,  im  anhang  noch  nicht  aufgenommen, 
mit  einer  sequenz  auf  den  h.  Andreas. 

10.  Aurea,  im  anhang  Gm  37,  mit  einer  sequenz  auf  die  h. 
apostel. 

11.  eine  unbenannte  melodie  (etwa  Gm  43)  mit  einer  sequenz 
Ekkehards  I  auf  die  dreieinigkeit. 

Hier  finden  sich  von  den  neun  melodien  des  anhangs  sieben. 


'   Dafs   die  Sequenzen  G  34,  38.  50.  55  Ekkehards  I  werke   sind,    be- 
zeugen Ekkehards  IV  cas,  SGalli  (Pertz,  ni.  G.  2,  117). 


290       WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKEU  YERFASST 

vielleicht  sogar  acht  wieder,  fiinf  Sequenzen  die  zu  ihnen  gehören 
sind  gereimt,  für  drei  lafsen  sich  aus  SGaller  Zeugnissen  andere 
verfalser  als  Notker  nachweisen,  während  weder  das  eine  noch  das 
andere  für  eine  der  zu  Gm  1  —  35  gehörigen  Sequenzen  möglich 
war:  so  gewinnt  die  annähme  dals  Gm  36 — 44  ein  anhang  und 
zwar  ein  anhang  jüngerer  zeit  sei,  neue  bestätigung : 

Von  neuen  festen  sind  aufgenommen  der  tag  des  h.  Desiderius 
mit  einer  sequenz  Ekkehards  IL  der  tag  der  enthauptung  Johannis, 
des  h.  Columban  und  des  trinilatisfestes  mit  Sequenzen  Ekke- 
hards I,  und  der  tag  des  h.  Andreas,  aufserdem  ist  die  zahl  der 
Sequenzen  in  G  gewachsen ,  dadurch  dafs  noch  eine  zweite  zu  der 
schon  vorhandenen  hinzugekommen  ist  für  das  weihnachtsfest,  den 
h.  Benedict,  Moriz,  Gallus,  eine  zweite  und  dritte  auf  den  tag  der 
unschuldigen  kindlein ,  der  in  SGallen  besonders  festlich  begangen 
wurde,  eine  auf  die  aposlel  und  zwei  auf  die  märtyrer.  kein  neues 
fest  von  gröfserer  bedeutung  erscheint  unter  diesen  nachtrügen,  so 
dafs  auch  von  dieser  seite  sich  kein  bedenken  gegen  die  richtigkeit 
der  in  der  Untersuchung  angewandten  principien  erhebt. 

Während  die  SGaller  hs.  fast  durchaus  eine  erweiterung  des 
alten  kernes  ist,  hat  die  aus  SEmmeram  mehr  aufgegeben  als  zuge- 
fügt; namentlich  in  der  quinquagesimaizeitist  die  zahl  der  Sequenzen 
stark  zusammen  geschmolzen,  von  16  auf  6.  doch  den  Inhalt  dieser 
hs.  in  ähnhcher  weise  zu  überschauen  wie  den  von  G  scheint  unnötig. 

Eine  angäbe  über  die  zahl  der  N  o  t  k  e  r  s  c  h  e  n  Sequenzen. 
Der  leser  der  das  buch  kennt,  welches  hr.  pro?.  Bartsch  über 
die  lateinischen  Sequenzen  des  mittelallers  geschrieben  hat,  wird 
sich  gewundert  haben,  warum  ich  die  mühselige  Untersuchung  an- 
gestellt habe,  da  doch  Bartsch  auf  viel  einfacherem  wege  zu  einem 
reicheren  resultat  gelangt  ist.  Bartsch  stellt  nämlich  s.  7 —  17  ein 
Verzeichnis  von  1 20  Sequenzen  zusammen  nach  den  melodien 
geordnet,  eine  ganz  dankenswerthe  gäbe,  wenn  auch  hier  und  da 
schon  aus  den  gedruckten  Sammlungen,  die  er  selbst  benutzte,  der 
ergänzung  lahig.  zur  einleitung  dieses  Verzeichnisses  sagt  er:  'Ich 
gebe  nun  das  Verzeichnis  der  fünfzig  von  Notkers  biographen  Ekke- 
hard  erwähnten  melodiennamen'  und  zum  schlufs:  'Zu  diesen 
kommt  noch  eine  nicht  von  Ekkebard  angeführte  melodie  Vitellia.' 
ich  war  überrascht  durch  diese  angäbe ;  nirgends  sonst  fand  ich 
etwas  von  diesem  au(serürdentlich  wichtigen  Verzeichnis  erwähnt. 


WELCHE  SEQUENZEA  HAT  .NOTKEFl  VERFASST       291 

wo  so  viel  steckt,  meinte  ich,  mag  noch  manches  andere  stecken, 
liefs  mir  den  Goldast  geben  und  fing  an  die  vita  heati  i\otkeri  durch- 
zusehen, ich  fand  dort  wohl  in  einer  aus  Ekkehards  casus  SGalli 
abgeschriebenen  stelle  Xotkers  Sequenzen  im  allgemeinen  erwähnt, 
die  auf  das  pfingstfest,  Saudi  spiritns  assü  nobis  gratia  auch  nament- 
lich angeführt,  aber  nichts  von  erheblichkeit  und  von  jenem  Ver- 
zeichnis keine  spur. 

Einige  zeit  nachher  las  ich  in  Schubigers  buch  über  die  sän- 
gerschule von  SGallen  auf  s.  40  folgende  anmerkung:  'Wenn  Ekke- 
hard  die  zahl  der  Notkerschen  Sequenzen  wiederholt  als  fünfzig  an- 
giebt,  so  bezieht  sich  diese  angäbe  auf  die  melodien.'  IVun  wurde 
mir  der  Zusammenhang  klar.  hr.  prof.  Bartsch  machte,  da  er 
flüchtig  gelesen  hatte,  aus  der  angäbe  der  zahl,  von  der  Schubiger 
spricht,  eine  angäbe  der  namen,  und  da  er  mit  Schubigers  unge- 
nauem citat  unzufrieden  war,  aus  dem  unbestimmten  Ekkehard 
Notkers  biographen  Ekkehard.  wer  anders  als  der  biograph  soll 
auch  solche  dinge  erwähnend  die  namen  der  fünfzig  melodien, 
die  er  dann  bringt,  sind  natürlich  nicht  aus  Ekkehard  sondern  aus 
Schubiger  entlehnt ;  mit  diesem  also  haben  wir  es  weiter  zu  tun. 

Schubiger  giebt  in  der  citierten  anmerkung  an,  nach  vergleich 
der  hss.  und  der  notation  stelle  sich  die  zahl  der  Notkerschen  me- 
lodien auf  50  heraus;  zu  den  44  in  Gm  kämen  noch  folgende  sechs : 
Dominus  regnavit ,  Justus  germinavit ,  Nimis  Jmiorati  sunt,  Pretiosa 
est  und  Virgnncula  clara.  da  nun  Ekkehard  —  gemeint  ist  der 
vierte  in  jener  oben  angeführten  stelle  aus  den  rhythmen  auf  den 
h.  Othmar  —  die  zahl  der  Notkerschen  Sequenzen  als  fünfzig  an- 
gebe, so  ergebe  sich  aus  der  Übereinstimmung  dafs  Ekkehard  sich 
hier  nicht  auf  die  texte  sondern  auf  die  melodien  beziehe,  und  dafs 


'  Ähnliche  probe  seines  Scharfsinns  legt  hr.  prof.  Bartsch  s.  29  ab.  der 
schluls  der  sequenz  Cantemus  cuncti  mclodum,  meint  er,  bestehe  bei  Schub, 
ex.  9  nur  aus  zwei  teilen;  er  werde  aber  wohl  so  zu  schreiben  sein: 

Nunc  omnes  canitc  simul  alleluja 

Domino  alleluja 

Christo  pneumatiquc  alleluja 
das  wiederkehrende  alleluja  deute  absätze  an,  und  der  gründ  für  die  dreitei- 
luDg  des  scblufssatzes  liege  darin,  dals  in  ihm  das  lob  der  dreieinigkeit  ge- 
sungen weide,  die  feine  bemerkung  sieht  jeder  in  unanfechtbarer  weise  be- 
stätigt, der  nicht,  wie  hr.  prof.  Bartsch,  das  umblättern  vergilst.  oben  auf 
s.  12  steht  bei  Schubiger  der  vermisste  dritte  satz: 

Laus  trinitati  aelernae  aüeluja  a,  a.  a.  a.  u. 


292       WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VERFASST 

die  angeführten  melodien  würklich  von  Notker  bearbeitet  seien.  — 
Hat  Schubiger  unbefangen  und  aufmerksam  die  melodien  in  den 
ältesten  hss.  gezählt,  oder  hat  ihn  schon  beim  zählen  der  wansch 
geleitet  die  zahl  50  herauszubringen?  ich  vermuthe  dafs  das  letz- 
tere der  fall  ist,  und  hoffe  schon  bewiesen  zu  haben  dafs  wenn 
selbst  sich  unbefangenem  zählen  50  melodien  ergeben  haben,  diese 
doch  nicht  die  melodien  Notkers  sein  können. 

Schubiger  geht  von  der  Voraussetzung  aus  dafs  die  melodien- 
sammlung  Gm  1  —  44  eine  Sammlung  Notkerscher  melodien  sei, 
vielleicht  seine  eigne  hs.  aber  es  ist  gezeigt  worden  dafs  unter 
ihnen  eine  melodie  Beatus  vir  qui  suffert  vorkommt,  nach  der  Ekke- 
hard  I  eine  sequenz  verfafst  hat,  und  dafs  diese  sequenz  Ekkehards 
dem  Sammler  von  Gm  vorgelegen  haben  mufs;  ferner  dafs  nach  aus- 
drücklicher angäbe,  an  der  zu  zweifeln  kein  grund  ist,  die  melodie 
Fidicula  von  einem  pater  Johannes  gesetzt  ist;  dafs  also  die  Sammlung 
weder  als  Notkersches  original,  noch  als  eine  abschrift  desselben 
angesehen  werden,  noch  aus  dem  9  jahrh.  sein  kann,  sodann  ist 
bewiesen  dafs  die  melodien  Amoena  und  Pascha,  die  Schubiger  und 
nach  ihm  hr.  prof.  Bartsch  als  verschieden  anführen,  identisch  sind, 
genau  dasselbe  gilt  von  Virguncula  data  und  Dominus  in  Sina,  deren 
Übereinstimmung  Schubiger  und  Bartsch  nicht  gemerkt  haben,  ob- 
gleich ersterer  beide  übereinstimmende  melodien  (ex.  37.  21)  hat 
drucken  lafsen.  sollte  also  der  beweis  dafs  der  anhang  Gm  36 — 44 
Notkersche  melodien  nicht  enthält,  mislungen  sein,  so  würde  doch 
die  zahl  jener  fünfzig  melodien,  die  Schubiger  gesammelt  hat,  auf 
46  herabsinken ,  und  die  merkwürdige  Übereinstimmung  zwischen 
dem  Inhalt  der  hss.  und  Ekkehards  angäbe  aufgehoben,  mit  dieser 
Übereinstimmung  schwindet  aber  auch  der  anlafs  Ekkehards  worte 
so  zu  verstehen,  wie  Schubiger  will;  und  da  Ekkehard  an  jener 
stelle  zwei  von  den  fünfzig  Sequenzen  namentlich  anführt,  aber  nicht 
nach  den  melodiennamen,  sondern  nach  den  ersten  textworten,  so 
wird  man  sie  an  und  für  sich  betrachtet,  nur  auf  die  zahl  der  texte 
beziehen  dürfen. 

Der  so  erklärten  angäbe  Ekkehards  würde  das  resultat  meiner 
Untersuchung  nicht  gerade  widersprechen;  denn  die  möglichkeit 
bheb  offen,  dafs  Notker  aufser  den  41  angeführten  Sequenzen  auch 
noch  andere  nach  den  melodien  Gm  1  —  35  gedichtet  habe,  von 
denen  freilich  in  G  und  P  jede  spur  verschwunden  sein  müste. 
doch  ich  glaube  man  darf  jener  glosse  überhaupt  nicht  grofses  ge- 


WELCHE  SEQUENZEN  HAT  NOTKER  VERFASST   293 

wicht  beilegen,  als  eine  in  runder  zahl  gegebene,  ungefähre 
Schätzung  zwar  möchte  ich  die  angäbe  nicht  ansehen;  aber  läfst  sie 
sich  nicht  so  erklären :  Die  alte  SGaller  hs.  nr.  378  gehört  noch  ins 
10  jahrh.,  Ekkehard  IV  lebte  noch  in  der  zweiten  hälfte  des  11 
jahrh. ,  wird  also  wohl  diese  hs.  der  'Notkerschen'  Sequenzen  als 
ein  ehrwürdiges  buch  gekannt  haben,  sie  enthält  55  Sequenzen, 
vier  davon  kennt  Ekkehard  IV  nach  seiner  angäbe  in  den  casus 
SGalli  als  werke  Ekkehards  I,  eine  fünfte  als  werk  Ekkehards  H. 
sollte  sich  ihm  wohl  die  zahl  50  durch  einfache  subtraction  ergeben 
haben? 

Zum  schlufs  will  ich  noch  einen  punkt  erwähnen,  damit  er 
nicht  vergefsen  scheint,  auch  die  melodiennamen  können  verwendet 
werden,  um  die  ältesten  Sequenzen  zu  bestimmen,  ein  grofser  teil 
dieser  titel  nämlich  ist  von  den  anfangsworten  der  verse  im  gra- 
duale  genommen  die  unmittelbar  auf  das  alleluja  folgten,  hat  man 
nun  festgestellt,  an  welchem  tage  so  ein  vers  gebraucht  wurde,  so 
ergiebt  sich  auch,  welche  melodie  an  diesem  tage  gebraucht  wurde, 
und  dafs  von  den  Sequenzen,  welche  nach  dieser  melodie  gehen, 
diejenige  die  älteste  ist,  welche  für  diesen  tag  bestimmt  war.  von 
den  50  melodientiteln  die  Schubiger  anführt,  zählt  er  s.  40  ein  und 
zwanzig  auf,  'die  in  missalien  des  9  und  10  jahrh.  als  die  anfangs- 
worte  jener  verse  vorkommen,  deren  alleluja  als  intonation  jener 
melodien  gebraucht  wurde' ,  aber  aller  nähern  angaben  hat  er  sich 
leider  enthalten,  aus  dem  wenigen,  was  mir  in  dieser  beziehung 
bekannt  ist,  läfst  sich  nicht  viel  schliefsen.  selbst  was  mir  anfangs 
ausgemacht  schien,  dafs  manche  titel  aus  den  anfangsworten  der 
Sequenz  genommen  sind,  ist  mir  wieder  zweifelhaft  geworden,  für 
Concordia  und  Symphonia  hatte  Daniel  5,  42.  47  diese  meinung 
schon  ausgesprochen;  mit  demselben  recht  kann  man  sie  für  Füia 
matris  {Virginis  venerandae  de  numero  sapientum  festa  cehbrenms 
socii  Filiae  matris  summi  regis) ,  für  Virgo  plorans  {Quid  tu  virgo 
mater  ploras)  und  für  Nostra  tuba  (Nostra  tuba  regatur  forU'ssima) 
geltend  machen,  welche  fünf  titel  Schub,  s.  41  unter  denen  aufführt, 
deren  Ursprung  uns  verborgen  sei :  aber  mufs  denn  hier  der  titel 
dem  anfang  der  sequenz  entlehnt  sein  ?  können  nicht  beide  die- 
selbe quelle  haben?  auch  die  nahe  liegende  annähme  dafs  die  se- 
quenz, deren  anfang  mit  dem  titel  übereinstimmt,  die  älteste  sein 
müfse,  erleidet  einspräche,  denn  da  sieb  gezeigt  hat  dafs  manche 
melodien  zwei  titel  führen,  so  kann  ein  jüngerer  aus  den  anfangs- 

Z.  f.  D.  A.  neue  folse  HI.  .  20 


294  ÜBER  VIRGINAL 

Worten  einer  jungem,  aber  beliebtem  sequenz  entlehnter  titel  den 
altern  verdrängt  haben,  aus  dem  hinweis,  den  der  titel  Virgo  plo- 
rans  auf  die  anfangsworte  der  märtyrersequenz  enthält,  darf  man 
daher  nicht  folgern  dafs  diese  sequenz  älter  sei  als  die  auf  die 
osteroctav  nach  derselben  melodie. 

Berlin  1871.  W.  WILMANNS. 


ÜBER    VIRGINAL,    DIETRICH   UND     SEINE 
GESELLEN,   UND   DIETRICHS  ERSTE  AUS- 
FAHRT. 

In  der  vorrede  zu  seiner  ausgäbe  der  Virginal  (s.  XLVII)  hat 
Zupitza  die  schon  früher  ausgesprochene  Vermutung,  dafs  die 
Virginal  von  demselben  dichter  herrühre  wie  Goldemar,  Sigenot 
und  Ecke,  ausführlicher  erörtert  und  zu  erweisen  gesucht,  das 
eigentlich  entscheidende  sei  hier  wie  überall  eine  solche  gleichheit 
der  gesammten  haltung  der  gedichte,  eine  solche  identität  des  tones 
und  Stiles,  zu  deren  erklärung  die  annähme,  dafs  eines  etwa  das 
Vorbild  der  übrigen  gewesen,  nicht  ausreichend  sei.  falls  sie  statt 
finde,  genügten  wenige  äufsere  stützen,  ja  im  gründe  schon  die  ab- 
wesenheit  von  etwas,  was  dagegen  spreche,  acht  solcher  stützen 
führt  dann  Zupitza  an :  die  gleichmäfsige  mischung  des  höfischen 
und  volksmäfsigen,  die  Übereinstimmung  in  der  metrik,  im  dialekt, 
in  einzelheiten  des  inhalts,  den  umstand  dafs  alle 'unbedingt' in 
dieselbe  zeit  gehören,  alle  ein  Wirkung  des  Laurin  zeigen,  alle  an 
Unebenheiten  und  gedankenlosigkeiten  leiden,  und  dafs  Virginal 
und  Sigenot  sich  auf  den  Ecke  und  wohl  auch  auf  den  Goldemar 
beziehen. 

Diese  gründe  sind  zwar  nicht  ganz  bedeutungslos,  aber  doch 
keineswegs  beweisend;  und  was  den  stil  betrifft,  so  mutete  mich 
beim  lesen  nicht  eine  solche  gleichheit  der  gesammten  haltung  in 
den  vier  gedichten  an,  dafs  ich  die  annähme  desselben  verfafsers 
für  geboten  erachtet  hätte,  je  weiter  ich  las ,  um  so  unwahr- 
scheinHcher  wurde  sie  mir;  jetzt  hoffe  ich,  sie  als  unstatthaft  er- 
weisen zu  können. 


ÜBER  VIRGINAL  295 

1.  Virginal  die  fortsetzung  eines  altern  gedichtes. 
Unter  den  metrischen  eigcntümlichkeiten  der  Virginal  führt 
Ziipitza  (s.  XVIIj  an,  dafs  der  3.  6.  8.  10  vers  der  Strophe  statt  des 
klingenden  ausgangs  häufig  stumpfen  aber  zweisilbigen  sclilufs 
haben,  aus  dem  anfang  des  gedichtes  giebt  er  die  fälle  vollständig 
an,  aus  den  letzten  beiden  dritteln  nur  einige  beispiele.  der  punkt 
ist  aber  interessant  und  umfänglichere  beobachtung  fruchtbar,  ich 
habe  im  ganzen  gedieht  257  reime  gezählt,  in  denen  ein  zweisil- 
biges wort  mit  erster  kurzer  silbe  den  wert  eines  klingenden  vers- 
schlufses  hat;  und  zwar  erscheint  in  den  Stammsilben  dieser  Wörter 
die  lautverbindung 
ag    58m al:  sagen  klagen  {be)jagen  nagen  slagen  zagen  {ge)tragen 

tagen    behaget    kragen    zagel   nagel 
eg    lOmal:  icegen    {ge)pflegen    legen   degen   siegen 
ig    5mal:  verzigen    verswigen   gesigen    h'gen 
üg    4mal:  hüge    lüge    müge    tilge 
eh    12mal:  geben    leben   gestrebet 
ob    6mal:  kloben    lobe    obe 
ib    4mal :  geschriben    beliben    vertriben 
id    4mal;  nider   sider   wider 

ül    6mal;  miile   hi'de 

em  2mal:  scheinen   nemen 

om  I2mal:  {ge)no7nen   komen   vromen 

um  3mal:  {^e)vriimet    kumet 

im  4mal:  {ge)zimet   nimet   stimet 

an  2mal:  graiie    bane 

ar  2mal :  geioaren    bewaren 

er   Smal:  ftere    weren    {er)nere7i    {en)beren    geren 

i'ir   2mal:  küre    spüre 

es    24mal:  lesen    wesen   genesen 

is    25mal:  risen    ige)prisen   wisen 

eh   40mal:  stehen   sehen    {ge)schehen   jehen 

it    26mal:  {ge)riten     {ge)biten    {ver)miten     {ge)sniten    dnrchbriten 

{ge)liten    {ge)striten   mite    Site 
ot    4mal:  boten   erboten    spote 

Der  auslaut  der  Stammsilbe  in  all  diesen  Wörtern  ist  /t,  oder 
ein  tönender  consonant  (media,  liquida,  das  weiche  s),  oder  t\  dafs 

20* 


296  ÜBER  VIRGINAL 

letzteres  sich  hier  den  medien  anschliefst,  hat  möglicherweise  in 
der  ausspräche  des  dicliters  seinen  grund,  der  an  22  stellen  d  :  t 
reimt  (Zupitza  s.  XVI). 

Die  auftallende  erscheinung  findet  in  der  nachläfsigkeit  des 
dichters  keine  genügende  erklärung.  wenn  ihm  klingende  und 
stumpfe  reime  für  seinen  strophenbau  gleich  gegolten  hätten,  wür- 
den auch  einsilbige  Wörter  an  stelle  der  klingenden  reime  erschei- 
nen ;  da  er  nur  zweisilbige  braucht,  mufs  in  seiner  spräche  ein  an- 
Jafs  dazu  gelegen  haben. 

Die  neuhochdeutsche  spräche  hat  überall,  wo  eine  Stammsilbe 
mit  ursprünglich  kurzem  vocal  auf  einfachen  consonanten  ausgieng, 
dehnung  dieses  vocals  oder  schärfung  des  consonanten  eintreten 
lafsen;  diese  Verstärkung  der  Stammsilbe  mufs  in  der  gegend  und 
in  der  zeit  da  die  Virginal  gedichtet  wurde,  schon  soweit  vorge- 
schritten gewesen  sein  dafs  der  dichter  zweisilbige  Wörter,  die  ur- 
sprünglich stumpfem  reime  gleichstanden,  klingend  verwenden 
konnte,  wir  haben  es  also  nicht  mit  einer  individuellen  eigentüm- 
lichkeit  des  dichters,  sondern  mit  einer  eigentümlichkeit  der  spräche 
zu  tun,  die  eine  neue  stufe  in  ihrer  entwickeking  bezeichnet;  da 
nun  diese  eigentümlichkeit  in  Ecke,  Sigenot  und  Goldemar  noch 
nicht  hervortritt,  so  ist  es  bedenklich,  ohne  äufseres  zeugnis 
die  Yirginal  demselben  dichter  wie  jene  beizulegen,  als  unmöglich 
freilich  erscheint  die  annähme  noch  nicht;  denn  die  geforderte  ent- 
Avickelung  der  spräche  kann  sich  grade  in  der  lebenszeit  des  dichters 
durchgesetzt  haben,  so  dafs  er  sie  in  seinem  jüngsten  werke  anerkennen 
durfte,  während  er  in  den  älteren  auf  dem  alten  Standpunkt  beharrte. 

Auch  die  spräche  der  Virginal  steht  noch  nicht  auf  dem  Stand- 
punkte des  neuhochdeutschen,  die  Wörter  mit  ursprünglich  kurzer 
Stammsilbe  müfsen  von  denen  mit  ursprünglich  langer  Stammsilbe 
quantitativ,  vielleicht  auch  quahtativ  noch  geschieden  gewesen  sein. 
denn  sie  werden  nicht  nur  als  Idingende,  sondern  auch  noch  als 
stumpfe  ausgänge  gebraucht,  und  sehr  selten  (nur  fünfmal  wiseti: 
prisen  843,  3.  gesniten  :  riten  968,  8.  biten  :  siten  984,  3.  beii- 
gen :  verswigen  1059,  3.  kumet  :  versümet  1078,  8)  auf  Wörter  mit 
ursprünglich  langem  vocal  gereimt. 

Die  257  stellen,  in  denen  die  modernen  klingenden  reime  vor- 
kommen, verteilen  sich  so  auf  das  gedieht,  dafs  auf  str.  1  —  250 
sechs  fallen,  auf  str.  251 — 500  vier  und  sechzig,  auf  str.  501 — 750 
acht  und  sechzig,  auf  str.  751 — 1000  neun  und  siebzig,  auf  die 


ÜBER  VIRGINAL  297 

letzten  97  slrophen  vierzig,  das  Verhältnis  zwischen  den  ersten  250 
Strophen  und  dem  rest  zeigt  nicht  sowohl  ein  allmähliches  ermatten 
des  dichters,  eine  wachsende  nachläfsigkeit,  die  je  länger  je  mehr  zum 
nachgeben  gegen  den  dialectischen  gebrauch  geführt  hätte,  es  zeigt 
vielmehr  ein  plötzliches  umspringen  —  selbst  die  sechs  stellen  werden 
durch  die  spätem  ausführungen  noch  in  Wegfall  kommen  —  und 
zwar  nicht  vom  gebrauch  eines  metrischen  Schemas  zu  einem  an- 
dern, sondern  von  einer  stufe  sprachUcher  entwickelung  auf  die  an- 
dere, während  seiner  arbeit  also  müste  dem  dichter  die  einsieht 
gekommen  sein  dafs  er  jetzt  Wörter  wie  sagen  und  klagen  auch 
trochäisch  verwenden  dürfe.  —  Auch  das  ist  möglich;  aber  doch 
sehr  aufTaliend. 

Zu  weiterem  nachdenken  regt  der  inlialt  an.  die  Yirginal  zer- 
fällt in  vier  hauptteile:  1.  Dietrich  und  Hildebrand  tödten  den  bei- 
den Orkise  und  seine  genofsen,  welche  die  königin  Virginal  hart 
bedrängen.  2.  Hildebrand  und  Dietrich  kämpfen  mit  drachen. 
Rentwin,  der  söhn  des  herzogs  Helfrich,  wird  von  Hildebrand  aus 
den  Zähnen  eines  solchen  Ungeheuers  befreit,  und  zieht  mit  seinem 
retter  und  Dietrich  in  Aron,  der  bürg  seines  vaters,  ein.  während 
sie  dort  rasten,  überbringt  der  zwerg  Ribunc  von  der  königin  Vir- 
ginal eine  einladung.  die  beiden  versprechen  ihr  folge  zu  leisten. 
3.  sie  machen  sich  auf  den  weg  nach  Jeraspunt  zur  Virginal. 
Dietrich  reitet  voran,  verirrt  sich  und  wird  vom  riesen  Wicram 
gefangen  nach  Muter  geführt,  in  die  bürg  des  herzogs  Nitger.  durch 
die  Hebe  der  Ibehn  gelingt  es  ihm,  Hildebrand  von  seiner  gefangen- 
schaft  in  kenntnis  zu  setzen,  dieser  zieht  mit  den  Wülfingen, 
Witege  und  Heime ,  Dietleip  von  Steier  und  dem  könig  Imian  von 
Ungarn  herbei ,  die  riesen  Nitgers  werden  erschlagen  und  Dietrich 
befreit.  4.  zug  der  beiden  zur  Virginal.  nach  mancherlei  kämpfen 
mit  drachen  und  riesen  kommen  sie  an  und  werden  festlich  em- 
pfangen, ein  böte  aus  Bern  veranlafst  Dietrich  zur  heimkehr  in 
sein  reich. 

Durch  seinen  inhalt  der  Virginal  nah  verwandt  ist  das  gedieht 
Dietrich  und  seine  gesellen  im  heldenbuch  (v.  d.  Hagen  und  Pri- 
missers  heldenbuch  2,  143  fl'.).  der  inhalt  der  beiden  ersten  teile 
Stimmtim  wesentlichen  überein,  in  den  beiden  andern  aber  weichen 
sie  ganz  von  einander  ab.  bald  nachdem  Bibunc  die  bürg  Aron 
verlafsen  hat,  um  der  Virginal  den  bescheid  auf  ihre  einladung  zu 
bringen,  kommt  Libertein  aus  Palermo  um  mit  Dietrich  zu  kämpfen. 


298  ÜBER  VIRGINAL 

Dietrich  überwindet  ihn  und  nimmt  ihn  zu  seinem  genofsen  an. 
alsdann  treten  Helfrich,  Dietrich,  Hildebrand  und  Libertein  die  reise 
zur  Virginal  an,  werden  aber  unterwegs  durch  einen  boten  des 
beiden  Janibus  verführt,  seine  bürg  Orteneck  zu  besuchen.  Janibus 
sucht  die  beiden  zu  verderben ,  um  seinen  vater  Orkise  (Origreis 
Str.  100.  116.  vgl.  Str.  3)  zu  rächen,  sie  bestehen  aber  alle  ge- 
fahren glücklich,  befreien  drei  mädchen,  die  Orkise  seiner  zeit  ge- 
fangen hatte,  und  kommen  als  sieger  zur  königin  Virginal.  Dietrich 
vermählt  sich  mit  ihr  und  führt  sie  schliefslich  in  seine  haupt- 
stadt  Bern. 

Also  zwei  gedichte  haben  wir,  die  anfangs  im  wesentlichen 
übereinstimmen,  nachher  aber  grundverschieden  'sind,  die  bot- 
schaft  Bibuncs  an  Dietrich  und  Hildebrand  bildet  die  grenze.  Bi- 
buncs  abschied  aus  der  bürg  Aron  erfolgt  in  der  Virginal  in  str. 
254.  die  gemeinsamkeit  der  beiden  texte  reicht  also  grade  so  weit, 
wie  die  ältere  sprachform  in  der  Virginal  sich  ausdehnt,  was  sich 
daraus  ergiebt,  ist  doch  wohl  klar;  die  Virginal  ist  die  fortsetzung 
eines  altern  gedichtes  oder  gedichtteiles ;  das  ältere  werk  erstreckt 
sich  soweit  wie  die  ältere  sprachform ,  die  fortsetzung  beginnt ,  wo 
in  plötzlicher  fülle  die  modernen  reime  einbrechen. 

2.  Der  erste  teil  der  Virginal  die  Überarbeitung  eines 
altern  gedichtes. 

Wenn  in  der  Virginal  ein  älteres  gedieht  fortgesetzt  ist,  so  liegt 
die  Vermutung  nahe  dafs  der  fortsetzer  sich  nicht  jeder  Überarbei- 
tung desselben  enthalten  habe,    auch  sie  läfst  sich  erweisen. 

Von  einer  hs.  (B)  die  um  hundert  oder  mehr  jahi*  älter  ist  als 
die  (h),  welche  Zupitza  seiner  ausgäbe  zu  gründe  legen  muste,  sind 
nur  zerstreute  bruchstücke  erhalten,  die  alle  dem  ersten  teile  des 
gedichtes  (str.  56 — 116)  angehören,  manche  Strophen,  die  h  ent- 
hält, fehlen  in  dieser  altern  handschrift ,  und  Zupitza ,  der  diesen 
bruchstücken  überhaupt  geringen  glauben  beimifst  (s.  VHI  f.), 
nimmt  an  allen  diesen  stellen  eine  Kicke  in  B  an.  am  ausfühi'- 
lichsten  sucht  er  diese  ansieht  zu  begründen  für  die  vierzehn  Stro- 
phen h  79 — 92.  fünf  gründe  führt  er  an:  erstlich  scheine  es  na- 
türlicher dafs  ein  abschreiber  bei  einem  so  umfangreichen  gedieht 
etwas  auslafse  als  zudichte;  sodann  hätten  die  vierzehn  Strophen 
ganz  die  haltung  der  übrigen,  drittens  komme  eine  ganz  ähnliche 
Situation  im  Ekkenhed  vor,  viertens  erscheine,  wenn  die  Strophen 


ÜBER  VIRGINAL  299 

fehlten,  der  name  Orkise  in  str.  132  ganz  überraschend,  fünftens 
spreche  der  Zusammenhang  dafür.  —  Dem  ersten  gründe  darf  man 
wohl  keine  bedeutung  beimefsen,  der  vierte  kann  einen  gewissen 
schein  auch  nur  für  den  haben,  der  den  Charakter  dieser  gedichte 
aus  dem  äuge  läfst.  oft  genug  wird  in  ihnen  ein  name  oder  eine 
Sache,  als  ob  sie  dem  leser  bekannt  wäre,  erwäiint,  ohne  dafs  der 
dichter  diese  bekanntschaft  vermittelt  hat;  und  wer  die  Virginal  für 
das  werk  eines  dichters  hält,  der  solhe  am  w-enigslen  eine  Uneben- 
heit, die  im  Verhältnis  zu  vielen  andern  verschwindend  Idein  ist, 
urgieren.  auf  den  ersten  punkt,  auf  den  Zusammenhang,  kommt 
es  in  erster  linie  und  vorzugsweise  an.  vier  beiden  sehen  Dietrich 
auf  dem  fehle  halten;  den  ersten,  der  auf  ihn  lossprengt,  durchbohrt 
Dietrich  mit  seinem  speer.    str.  78  lautet  dann : 

Den  schaß  er  nzer  ime  brach. 

vil  holde  er  gegen  im  komen  sach 

vil  starker  heiden  drige: 

die  wollenn  machen  slehens  an. 

dö  wart  durch  vorhte  niht  geldn: 

der  edele  schänden  vrige 

üf  einen  starken  heiden  stach, 

er  traf  in  da  er  sin  gerte: 

da%  sper  %e  kleinen  sprizen  brach. 

die  zwene  er  mit  dem  swerte 

brdhte  in  angest  nnde  in  not. 

alsiis  gesigte  an  in  sin  hant. 
wie  viele  sind  jetzt  todt?  offenbar  doch  entweder  alle  vier,  oder  die 
beiden  ersten,  keinesfalls  di'ei;  und  so  heifst  denn  auch  die  letzte 
vershälfte  in  B 

daz  viere  lägen  vor  im  tot. 
h  hingegen  hat 

und  lägen  drige  vor  im  tot. 
und  fahrt  dann  str.  79  fort:  'Der  vierde  leit  ouch  ungemach'j  war 
aber  noch  nicht  ganz  todt  und  knüpft  ein  gespräch  an  mit  Dietrich, 
in  dem  er  ihm  rät  zu  entfliehen  und  Orkisen  tod  berichtet,  die 
handlung  steht  während  dessen  still  und  der  leser  erfährt  nichts 
von  belang,  was  er  nicht  schon  wüste,  angenommen  die  vierzehn 
.Strophen  in  h  wären  echt  und  der  letzte  vers  von  str.  78  wäre  in  h 
in  seiner  ursprünglichen  form  überliefert,  so  mufs  jeder  zugeben 
dafs  der  dichter  vorher  sehr  ungeschickt  erzählt  hat.  denn  da  durch 


3Ü0  ÜBER  VIRGINAL 

nichts  angedeutet  ist,  dafs  einer  von  den  vier  beiden  ein  andres 
geschick  gehabt  habe,  als  die  andern  drei,  mufs  man  annehmen 
dafs  alle  vier  todt  sind,  der  Zusammenhang  der  strophe  führt  auf 
die  lesart  der  ältesten  hs.  B,  man  wird  sie  also  für  echt  halten  und 
die  in  h  folgende  episode  für  eine  Interpolation  erklären  müfsen. 
der  hinweis  auf  eine  ganz  ähnliche  Situation  im  Eckenliede  stützt 
diese  ansieht  eher,  als  dafs  er  sie  umstöfst.  zweifellos  wird  sie 
durch  die  beachtung  der  form,  sechs  stellen,  in  denen  zweisilbige 
Wörter  mit  erster  kurzer  silbe  als  klingende  reime  verwandt  sind, 
finden  sich,  wie  oben  angegeben,  auch  in  den  ersten  250  Strophen 
der  Virginal.  vier  von  diesen  stellen  kommen  auf  die  in  rede  stehen- 
den 14  Strophen:  geriten  gebiten  (80,  8),  Schemen  nemen  (88,  8). 

Jetzt  wird  man  geneigt  sein  B  mit  günstigem  äugen  anzusehen 
und  auch  in  den  andern  Strophen,  welche  ihm  fehlen,  interpola- 
tionen  zu  vermuten.  —  Als  Hildebrand  mit  dem  mädchen  das  er 
aus  der  gewalt  der  beiden  befreit  hat,  durch  den  wald  reitet,  hört 
er  Dietrichs  gewaltige  schlage;  um  ihm  rasche  bilfe  zu  bringen, 
läfst  er  das  mädchen  absteigen  (str.  100).  sie  fürchtet  dafs  Hilde- 
brand der  Übermacht  unterliegen  wird  (101),  aber  dieser  verab- 
schiedet sich  und  ruft  ihr  noch  einige  trostworte  zu  (102).  dann 
sprengt  er  in  den  wald,  hier  und  da  aufhorchend,  woher  der  schwert- 
schlag  ertönt  (104).  —  Hier  ist  alles  in  Ordnung;  h  aber  hat  zwi- 
schen 102  und  104  noch  folgende  strophe: 

Her  Hilthrant  von  dem  rosse  saz. 

er  zöch  ez  ein  wenic  vürbaz : 

er  hafte  ez  zeinem  aste. 

an  allen  vieren  erz  besach 

(in  kurzer  wile  daz  beschach), 

ob  ime  der  isen  braste. 

er  gnrt  daz  ros  baz  unde  sprach 

'got  gebe  gelücke  uns  beiden 

unde  entwende  uns  ungemach 

von  den  ungelouften  heiden.' 

an  stegereif  in  den  satel  er  spranc. 

'hm  müeze  iu  got  gelücke  geben',  sprach  diu  magei 

dd  nach  unlanc. 
Wie  wunderlich  wird  die  Situation  wieder  durch  diese  strophe. 
also  erst  steigt  das  mädchen  ab  (101,  1  —  3),  dann  scheidet  Hilde- 
brand  von  ihr  (102,  2),  dann  steigt  er  vom  pferdc,  besieht  alle  vier 


ÜBER  VIRGINAL  301 

riilse  ob  auch  hufeiseii  daran  sind,  zieht  den  sattelgiirl  festor,  und 
springt  ohne  Steigbügel  wieder  hinauf,  wo  macht  er  denn  das  alles? 
von  dem  mädchen  ,  sollte  man  meinen  hat  er  sich  entfernt ;  aber 
doch  ist  sie  da,  und  wünscht  ihm  'dd  nach  unlanc  noch  eines  heiles- 
grufs.  wenn  llildcbrand  noch  so  viel  an  seinem  pferde  zu  tun  hat, 
warum  steigt  er  nicht  gleich  mit  dem  mädchen  ab,  warum  unter- 
hält er  sich  mit  ihr  vom  sattel  herab,  und  warum  nimmt  er  abschied 
ehe  er  davon  reitet?  —  In  B  fehlt  die  Strophe,  h  zeigt  sich  auch 
an  dieser  stelle  als  überarbeitet,  ein  Zeugnis  aus  der  form  fehlt 
auch  hier  nicht;  das  praeteritum  hraste  in  v.  6  gehört  einer  Jüngern 
stufe  der  sprachentwickelung  an.  es  kommt  gewis  nicht,  wie  Zu- 
pitza  in  der  anmerkung  meint,  von  einem  schwachen  verbum  bresten 
her,  sondern  ist  das  praeteritum  des  starken  verbums,  das  durch 
formübertragung  von  der  schwachen  conjugation  ein  e  empfangen 
hat.  späterhin  erreichte  diese  bildung  grofse  ausdehnung,  sie  findet 
sich  aber  schon  bei  Ulrich  von  Lichtenstein  im  frauendienst  95,  20 
seige  st.  seic;  290,  29  gäbe  st.  gap;  220,  15  vande  st.  vant. 

Ferner  ist  B  in  den  Strophen  108-  112  kürzer  als  h;  an  stelle 
der  fünf  Strophen  hat  die  alte  hs.  nur  eine,  die  zusammengesetzt 
ist  aus  den  ersten  elf  versen  der  str.  108,  dem  zwölften  von  str.  109, 
und  einem  dreizehnten  eigner  erfindung;  aufserdem  stehen  die 
Stollen  der  str.  108  in  umgekehrter  Ordnung,  der  Inhalt  ist  der 
folgende:  als  Dietrich  im  kämpf  mit  den  beiden  in  drohende  gefahr 
gebracht  ist,  greift  Hildebrand  helfend  ein  (107).  wie  ein  schiff 
durch  die  wilden  fluten  bricht,  sprengt  er  auf  seinem  rosse  Lewe 
ins  gedränge  und  schlägt  mit  seinem  schwert  Vreise  die  funken  aus 
den  helmen  (108).  vier  und  zwanzig  mann  tödtet  er,  Dietrich  die 
übrigen  (109).  so  wurde  der  streit  beendet.  Hildebrand  wünscht 
seinem  herrn  glück  dafs  er  ihn  so  wohl  bestanden;  das  seien  även- 
tiure;  immer  werde  man  ihn  preisen  dafs  er  so  hohes  lob  um  der 
frauen  willen  erworben  habe  (1 10).  Dietrich  aber  ist  unempfänglich 
für  diese  anerkennung.  wenn  das  äventiure  sei,  solle  man  ihr  billig 
aus  dem  wege  gehen.  Hildebrand  und  die  frauen  trachteten  ihm 
nach  dem  leben;  aus  tiefen  wunden  ströme  ihm  das  blut  (111.112). 
er  bedaure,  dem  alten  meister  gefolgt  zu  sein,  befser  wäre  er  in 
Bern  geblieben,  höhnisch  erwidert  Hildebrand,  er  habe  inzwischen 
Schach  gespielt  und  mit  hübschen  frauen  getanzt  (1 13) 

'■Entrinwen  sprach  her  Dieterkh 

'so  ist  diu  tagall  ungeUch 


302  ÜBERVIRGINAL 

gewesen  zwischen  uns  beiden: 

so  vihte  ich  disen  ganzen  tac, 

daz  ich  von  müede  niht  enmac, 

mit  nngetouften  heiden.' 

er  sprach  ^herre  so  wol  dan 

mit  mir  zuo  den  vrouwen: 

ir  snlnt  die  wunden  sehen  Idn 

und  si  den  schaden  schouwen, 

der  in  ist  worden  durch  si  knnt. 

da  hcerent  loise  meister  zuo,     und  sulnt  ir  loerden 

wol  gesnnt.' 
nachdem  der  Berner  den  spott,  der  in  den  letzten  vvorten  liegt,  zu- 
rückgewiesen und  noch  einmal  seine  üble  laune  zu  erkennen  ge- 
geben hat,  erklärt  sich  Hildebrand  näher,  und  beide  reiten  dahin, 
wo  das  mädchen  zurückgelalsen  ist.  —  Es  ist  klar,  dafs  str.  108 — ■ 
110  nicht  fehlen  dürfen;  dafs  Hildebrand  in  den  kämpf  eingreift, 
und  dafs  derselbe  beendet  wird,  durfte  und  konnte  nicht  ver- 
schwiegen werden,  die  Strophe  in  B  erfüllt  diesen  zweck  nicht. 
B  ist  also  hier  offenbar  verstümmelt,  und  wenn  dies  der  fall  ist, 
so  wird  man  auch  str.  111.  112,  die  allenfalls  entbehrlich  sind,  und 
Str.  114,  die  ohne  Schädigung  des  Zusammenhangs  ausgelafsen 
werden  kann,  nicht  beanstanden  dürfen;  weder  form  noch  Inhalt 
bietet  in  ihnen  einen  anstofs. 

Durch  die  einräumung,  dafs  der  text  in  B  an  dieser  stelle  das 
echte  nicht  bewahrt  hat,  wird  der  leser  hoiffenthch  nicht  zu  der  an- 
nähme verführt  werden ,  dafs  dadurch  die  ausführungen  über  str. 
79 — 92.  103  an  beweisender  kraft  verlören,  denn  nicht  auf  äufsere 
autorität  der  hs.,  sondern  auf  gründe,  die  aus  Inhalt  und  form  des 
gedichtes  gezogen  waren,  habe  ich  mich  berufen,  und  es  ist  doch 
sehr  wohl  möglich ,  dafs  eine  hs.  im  allgemeinen  den  echten  text 
bewahrt  hat  und  doch  an  einigen  stellen  entstellt  und  verstümmelt 
ist.  dafs  der  Schreiber  von  B  oder  seiner  quelle ,  mit  willkürlicher 
absichtlichkeit  das  original  geändert  habe,  folgt  aus  der  besprochenen 
stelle  nicht,  im  gegenteil,  da  er  statt  fünf  Strophen ,  die  für  den 
Zusammenhang  ganz  unentbehrlich  sind,  eine  einzige  setzte,  die 
nicht  einmal  dem  nächsten  bedürfnis  genügt;  da  er  in  dieser  einen 
Strophe  zwecklos  drei  verse  umstellt,  im  schlufs  zweck-  und  sinnlos 
einen  vers  aus  str.  109  aufnimmt,  und  um  das*mafs  der  Strophe  zu 
füllen  noch  selbst  einen  vers  zusetzte,  so  scheint  es  vielmehr  dafs 


ÜBER  VIRGINAL  303 

er  in  seiner  vorläge  eine  lücke  hatte,  die  er  nicht  nach  einer  hs. 
sondern  nach  unzulänghcher  mündhcher  angäbe  oder  aus  eignem 
untreuem  gedächtnis  ersetzte. 

Die  annähme,  dafs  h  79—92.  103  unecht,  h  108—112.  114 
hingegen  echt  sind,  findet  eine  letzte  willkommne  bestätigung  in 
der  bearbeitung  des  heldenbuches.  von  den  ersten  fünfzehn  Stro- 
phen hndet  sich  dort  keine  spur  (vgl.  str.  32.  37),  die  andern  aber 
lafsen  sich  alle  nachweisen  (vgl.  str.  38 — 40). 

Dafs  das  alte  gedieht,  welches  in  der  Virginal  fortgesetzt  ist, 
auch  interpoliert  wurde,  ist  gezeigt;  ob  und  wo  auch  ohne  das 
Zeugnis  der  hs.  B  Interpolationen  zu  erkennen  sind ,  lafse  ich  un- 
erörtert;  nur  eine  stelle  mufs  ich  noch  erwähnen,  damit  sich  der 
geführte  beweis  abrunde,  eine  stelle  ist  noch  im  ersten  teil  der 
Virginal  übrig,  wo  ein  zweisilbiges  wort  mit  ursprünglich  kurzer 
Stammsilbe  als  khngender  ausgang  gebraucht  wird,  in  dem  reime 
gesagen  :  klagen  trägt  die  achte  Strophe  dieses  kennzeichen  des  fort- 
setzers und  interpolators. 

Im  eingang  der  Virginal  schliefst  sich  die  neunte  Strophe  ihrem 
Inhalte  nach  unmittelbar  an  die  zweite.  'Ein  beide  reitet  mit  achtzig 
streitbaren  mannen  hinaus  ins  land,  um  preis  und  ehre  zu  erwerben 
(1).  er  kommt  nach  Tü-ol  und  bedrängt  hart  die  königin.  die  künde 
kam  auch  vor  Dietrich  und  Hildebrand. 

her  Hiltehrant  mit  zühten  sprach 

'hat  ir  diu  künegin  liden, 

icir  müezeri  dulden  nugemach 

darumbe  in  herten  striten 

vil  snellicliche  an  dirre  stunt: 

min  herre  unde  ich  miiezen  dar:  so  wirt  uns 

dventiure  kunt.' 

Str.  9  Der  alte  meister  Hiltehrant 
nam  den  jungen  bi  der  hant 
und  vuorte  in  an  ein  ende, 
er  sprach  'vil  lieber  herre  mm, 
wie  lange  weint  ir  heime  sin? 
ich  sterbe  odr  ich  erwe7ide 
vil  griuweliche  gröze  klage, 
diu  ist  in  iuwerm  lande, 
vernemenl  reht  waz  ich  in  sage: 


304  ÜBER  VIRGLNAL 

loir  hdn  sin  iemer  schände, 

daz  man  sus  wüestet  unser  lant. 

wol  üf,  laut  uns  riten  dar,      so  wirt  uns  dventmre 

erkant.' 
Diese  beiden  Strophen  stehen  im  engsten  Zusammenhang;  in 
der  zweiten  wird  ausgeführt,  was  in  der  ersten  heschlol'sen  war;  in 
den  schlufsworten  beider  Strophen  ist  ihre  nahe  bezichung  auf  die 
natürlichste  weise  ausgedrückt,  getrennt  sind  sie  in  dem  gedieht 
zunächst  durch  vier  Strophen,  in  denen  die  glänzende  rüstung  des 
beiden  beschrieben  wird,  und  dann  durch  zwei,  wo  es  heifst,  der 
ßerner  habe  inzwischen  bei  den  frauen  gesefsen.  sie  hätten  ihn 
gefragt,  ob  er  schon  dventiure  erlebt  habe;  und  da  ihm  das  ding 
noch  völlig  unbekannt  gewesen,  sei  er  schamrot  zu  seinem  meister 
Hildebrand  gegangen,  um  hülfe  zu  finden. 

'die  vrouwen  hdnt  gevrdget  ser 

mich  nach  dingen,  der  ich  niht  weiz:  daz  lit  mir 
an  dem  herzen  swcer.^ 
Hier  ist  zunächst  auffallend,  dafs  die  waflenschilderung  sich 
nicht  an  die  erwähnung  di's  beiden  anschliefst,  sondern  den  Zu- 
sammenhang unterbrechend  auf  str.  2  folgt.  Zupitza  meint  in  folge 
dessen,  dafs  str.  2  hinter  str.  6  zu  setzen  sei.  mögUch  ist  das;  viel- 
leicht aber  ist  die  beschreibung,  die  ausführlicher  noch  einmal  in 
str.  31  —  37  erfolgt,  überhaupt  nicht  das  werk  des  alten  dichters. 
wie  dem  auch  sei,  in  Ordnung  kommt  die  stelle  weder  dadurch,  dafs 
man  str.  3 — 6  für  eine  Interpolation  erkläi't,  noch  dadurch  dafs  man 
sie  umstellt,  denn  einen  gröfsern  anstofs  bietet  str.  8  und  ihr  Ver- 
hältnis zur  folgenden,  wie  aufserordentlich  ungeschickt  fragt  doch 
Dietrich;  er  will  wifsen  was  dventiure  ist,  und  sagt  nur,  man  habe 
ihn  nach  dingen  gefragt,  die  er  nicht  kenne;  das  bekümmere  ihn. 
und  wie  seltsam  benimmt  sich  Hildebrand  dem  gegenüber,  er  for- 
dert nicht  seinen  zögling  auf  sich  etwas  deutlicher  auszudrücken, 
damit  er  ihn  verstehen  und  in  seinem  herzeleid  trösten  könne;  er  tut 
vielmehr  so,  als  habe  er  die  klagenden  worte  gar  nicht  vernommen, 
und  benutzt  die  gelegenheit,  die  ihm  den  Dietrich  zu  guter  stunde 
in  den  weg  führt,  nur  um  seinen  beschlufs  auszuführen,  deutlicher 
kann  sich  ein  interpolator  kaum  zu  erkennen  geben,  str.  8  mit 
sagen  :  klagen  als  klingendem  reim  ist  unecht;  mit  ihr  fällt  str.  7. 
—  Bestätigt  wird  die  athetese  dieser  Strophen  wieder  dadurch, 
dafs  sie  in  der  bearbeitung  des  heldenbuches  fehlen,    doch  darf 


ÜBER  VIRGINAL  305 

man  in  diesem  falle  der  einstimniung  von  d  kein  all  zu  grofses  ge- 
wicht beilegen,  da  im  eingang  die  beiden  gedichte  stärkere  difle- 
renzen  zeigen. 

3.  Dietrichs  erste  ausfahrt  die  Verbindung  zweier 
gedichte. 

In  den  vorstehenden  auseinandersetz ungen  ist  zu  wiederholten 
malen  auf  die  bearbeitung  im  heldenbuche  bezug  genommen,  ohne 
dafs  ein  drittes  umfangreicheres  gedieht,  das  Starck  unter  dem  titel 
Dietrichs  erste  ausfahrt  aus  einer  hs.  des  15  jh.  herausgegeben  hat, 
berücksichtigt  wäre,  die  berechtigung  eines  solchen  Verfahrens 
mufs  erst  nachgewiesen  werden;  denn  Zupitza  meint  (s.  XII)  schon 
die  vergleichung  der  ersten  sirophe  in  d  (d.  h.  der  bearbeitung  des 
heldenbuches),  die  fast  wörtlich  zu  w  (dem  gedieht  von  Dietrichs 
erster  ausfahrt)  stimmt,  während  h  (die  Virginal)  nichts  entsprechen- 
des hat,  beweise,  dafs  die  408  Strophen,  aus  denen  nach  ausdrück- 
licher angäbe  des  bearbeiters  die  130  in  d  ausgezogen  sind,  ihrer- 
seits eine  abkürzung  der  Umarbeitung  waren,  die  sich  in  w  erhalten 
hat.  verhielte  sich  die  sache  würklich  so,  dann  dürfte  man  sich 
allerdings  nicht  mit  Umgebung  von  w  auf  das  Zeugnis  von  d  bezie- 
hen; aber  die  Verhältnisse  liegen  anders. 

Im  grofsen  und  ganzen  stimmt  w  mit  d  überein,  denn  mit  d 
hat  es  die  abenteuer  auf  Orteneck  und  den  schlul's  gemeinsam; 
aber  es  hat  aufserdem  auch  noch  Dietrichs  gefangenschaft  in  Muter: 
nach  den  kämpfen  auf  Orteneck  nämlich  reiten  Dietrich  und  seine 
genofsen  wieder  nach  Aron,  ruhen  dort  vierzehn  tage  und  treten 
dann  die  reise  zur  Virginal  an,  auf  welcher  Dietrich  von  VVicram 
gefangen  wird,  die  fahrt  von  Aron  zur  Virginal  und  der  empfang 
der  gaste  wird  in  w  495  ff.  in  völliger  Übereinstimmung  mit  h  308 
ff.  erzählt,  auf  die  abenteuer  in  Orteneck,  auf  Dietrichs  Waffen- 
brüderschaft mit  Liberlein,  auf  die  befreiung  der  drei  Jungfrauen, 
die  Orkise  einst  gefangen  hatte ,  auf  den  fang  des  riesen ,  auf  all 
diese  dinge,  die  doch  in  w  unmittelbar  voran  gehen,  findet  keinerlei 
beziehung  statt.  Virginal  läfst  sich  Helfrich  und  Portalape  vor- 
stellen (w  538.  h  352),  von  Libertein  ist  keine  rede,  auch  vom 
riesen  nicht,  und  was  mehr  als  auffallend  ist,  nicht  einmal  von  den 
drei  Jungfrauen,  die  sie  einst  in  die  gefangenschaft  gegeben  hatte. 
in  h  ist  natürlich  von  diesen  dingen  auch  nicht  die  rede,  denn  die 
taten  auf  Orteneck  werden  dort  nicht  berichtet,  in  w  aber  bezeichnet 


306  ÜBER  VIRGINAL 

dies  plötzliche  verschwinden  aller  erinnerungen  an  das  vorangegan- 
gene nicht  eine  naht,  nein  einen  oiTnen  rifs.  —  Ebenso  plötzlich  aber 
noch  viel  seltsamer  tauchen  nun  alle  diese  personen  wieder  auf, 
sobald  in  Übereinstimmung  mit  h  Dietrichs  erlebnisse  auf  Muter 
und  seine  befreiung  erzählt  sind,  in  der  gefangenschaft  hatte 
Dietrich  allein  gesefsen.  als  es  ihm  jetzt  endlich  gelingt  zur  Virginal 
zu  kommen,  führt  er  ihr  die  drei  Jungfrauen  zu,  die  er  ein  halbes 
jähr  früher  befreit  hatte  und  die,  wir  wifsen  nicht  wo,  während 
dessen  verweilt  haben,  sie  werden  von  der  Virginal  mit  freuden 
empfangen  und  erzählen  von  Orteneck,  aber  von  Muter  wifsen  sie 
nichts  (774  —  776);  auch  der  riese  stellt  sich  ein  (801)  und  herr 
Libertein  (833).  die  personen  hingegen,  welche  in  der  episode  von 
Dietrichs  gefangenschaft  bedeutende  rollen  spielten,  sind  ganz  von 
der  bühne  abgetreten,  als  Dietrich  liebe  zur  Virginal  spürt,  beräth 
er  sich  (str.  833)  mit  Hildebrand ,  Helfrich,  Rotwein  und  Libertein, 
also  nur  mit  personen,  mit  denen  er  auf  Orten  eck  gewesen  war; 
von  den  Wülhngen,  die  ihn  aus  3Iuter  erlöst  hatten,  keine  spur;  ja 
Str.  840.  843  als  er  seine  hochzeit  feiern  will ,  läfst  er  sie  erst  aus 
Lamparten  herbeiholen. 

Es  dürfte  unnütz  sein  auf  den  beweis  einer  sache,  die  so  klar 
liegt,  noch  weitere  mühe  zu  verwenden:  Dietrichs  gefangenschaft 
in  Muter  ist  in  w  ein  fremder,  ganz  roh  eingeschobener  bestand- 
theil,  der  aus  h  oder  einer  nahestehenden  bearbeitung  entlehnt  ist. 
was  nach  seiner  ausscheidung  übrig  bleibt,  fügt  sich  wohl  anein- 
ander und  stimmt  im  wesentlichen  mit  d  überein.  die  quelle  von 
d  ist  also  nicht  ein  auszug  von  w  gewesen,  sondern  w  ist  aus  einer 
erweiterung  und  Verschmelzung  dieser  oder  einer  nahverwandten 
quelle  mit  der  Virginal  hervorgegangen,  dafs  der  bearbeiter  will- 
kürlich verfuhr  und  auch  im  einzelnen  sein  werk  nicht  befserte, 
sieht  man  leicht,  wenn  man  die  partie,  füi*  welche  die  Virginal 
quelle  ist,  mit  h  vergleicht  (w  495  —  766.  h  308  —  921).  manche 
lästige  Wiederholung  zwar  ist  in  wegfall  gekommen,  aber  der  text 
so  verwildert,  dafs  an  eine  reconstruction  gar  nicht  zu  denken  ist. 

4.  Die  quelle  von  Dietrich  und  seine  gesellen. 

h  hat  sich  also  als  fortsetzung  eines  altern  gedichtes  oder  ge- 
dichtteiles  ergeben,  w  als  eine  Verschmelzung  zweier  gedichte,  von 
denen  das  eine  zur  sippe  von  d,  das  andere  zur  sippe  von  h  ge- 
hörte: es  erübrigt  noch  zu  untersuchen,  oh  die  quelle  von  d  ein 


IIBER  VIRGINAL  307 

einheitliches  gedieht  oder  wie  h  ein  fortgesetztes  und  üherarheitetes 
war.  die  Untersuchung  hat  es  mit  einem  ziemHch  unzulänglichem 
material  zu  tun,  mit  dem  dürftigen  auszug  im  heldenhuch,  in  dem 
das  original  auf  weniger  als  auf  ein  drittel  seines  umfangs  zusam- 
mengeschrumpft ist,  und  mit  der  bearbeitung  in  w,  die  wie  die 
vergleichung  mit  h  lehrt,  so  willkürhch  ist  dafs  sie  auf  die  gedanken 
im  einzelnen  und  auf  die  form  keinen  schlufs  gestattet,  aber  so 
viel  erkennt  man  doch,  dafs  das  gedieht  viel  mehr  innern  Zusammen- 
hang und  abrundung  hatte  als  h.  von  den  Unebenheiten,  welche 
man  im  ersten  teile  der  Virginal  wahrgenommen  und  verzeichnet 
hat,  fallen  die  stärksten  in  d  weg;  namentlich  auch  der  anstofs, 
welchen  eine  äufserung  Hildebrands  erregt  (h  61):  Dietrich  würde 
seiner  spotten,  wenn  er  sähe,  dafs  er  nicht  einmal  eines  herr  wer- 
den können,  während  er  jenem  befohlen  habe,  allein  ganze  rotten 
zu  bestehen,  in  der  Virginal  wird  von  einem  solchen  ansinnen 
Hildebrands  vorher  gar  nichts  erwähnt;  in  d  hingegen  sagt  er  zu 
Dietrich  als  sie  in  die  wilde  kommen,  bald  werde  der  beide  mit 
seinen  achtzig  gesellen  kommen;  er  solle  ihnen  rechte  totschläg 
geben  und  sich  nicht  kümmern  lafsen,  wenn  er  im  kampfgewühl 
von  ihm  abgedrängt  werde  (d  10).  auf  diese  stelle  bezieht  sich 
offenbar  Hildebrand,  das  sieht  nicht  wie  die  ergänzung  eines  Über- 
arbeiters aus,  der  dem  befremdenden  eindruck  einer  spätem  stelle 
begegnen  wollte,  sondern  wie  ein  echtes  glied  des  alten  gedichtes, 
das  der  ungeschickte  Überarbeiter  in  h  unbesonnen  verwarf.  — 
Der  schlufs  ist  viel  befriedigender  als  in  h,  und  die  Verbindung  der 
beiden  haupttheile  des  gedichtes  eine  viel  heisere,  auf  die  heirat 
zwischen  Dietrich  und  Virginal  zielt  die  ganze  anläge  des  gedichtes, 
die  gefahren  Dietrichs  in  Orteneck  sind  dadurch  motiviert  dafs  dort 
ein  söhn  Orkises  herrscht,  der  seinen  vatcr  rächen  mufs,  die  be- 
ziehung  auf  das  hauptthema  auch  in  diesem  teile  festgehalten,  da- 
durch dafs  hier  noch  drei  Jungfrauen  der  Virginal  befreit  werden. 
—  Nichts  scheint  gegen  die  annähme  zu  sprechen,  dafs  in  der 
quelle  von  d  ein  altes  einheitliches  gedieht  seinem  wesenthchen  In- 
halt nach  bewahrt,  nicht  wie  in  h  nur  ein  teil  beibehalten  und  von 
einem  Jüngern  dichter  fortgesetzt  wurde. 

Nichts  desto  weniger  glaube  ich  dafs  auch  schon  in  der  quelle 
von  d  das  alte  gedieht  im  einzelnen  stark  überarbeitet  und  entstellt 
war,  wie  ja  auch  w  495  —  766  im  ganzen  h  308 — ^921  folgt,  im 
einzelnen  aber  weit  von  ihm  abweicht.  —  Im  anfang  des  gedichtes, 


308  ÜBER  VIRGINAL 

wo  der  verfafser  des  heklenbuches,  wie  die  vergieichung  mit  w  lehrt, 
wenig  gekürzt  hat,  wird  erzählt,  ein  alter  böser  beide  Terevas  habe 
einen  solin  hinterlafsen,  der  ganz  in  die  fufsstapfen  des  vaters  ge- 
treten sei.  achtzehen  jähr  alt  sei  er  mit  achtzig  mann  hinaus  ge- 
ritten, um  raub,  mord  und  brand  zu  begehen  (str.  1.  2).  die  her- 
zogin  von  Zertugein,  eine  heidnische  zauberin,  habe  dem  Terevas 
achtzig  mann  geschickt,  damit  er  gegen  die  Christen  kämpfe  (str.  3). 
—  Es  leuchtet  ein,  auch  abgesehen  von  der  Verwirrung  in  den  na- 
men,  wie  ungeschickt  sich  die  dritte  Strophe  an  die  zweite  schliefst, 
in  der  zweiten  reitet  der  beide  schon  mit  seinen  achtzig  reitern  aus, 
in  der  dritten  erhält  er  sie  erst  und  zwar  von  einer  herzogin ,  die 
nachher  nicht  wieder  erwähnt  wird,  in  h  ist  von  diesen  drei  Stro- 
phen nur  die  zweite  vorhanden ,  und  sie  ist  glaube  ich  auch  allein 
echt,  d.  h.  dem  ursprünglichen  gedichte  angehörig,  die  erste  sollte 
die  Vorgeschichte  des  beiden  angeben,  die  andere  seine  ausfahrt 
motivieren,  das  letztere  namentlich  ist  übel  gelungen '. 

1  Interessant  zu  sehen  ist,  wie  der  bearbeiter  von  w,  der  zu  anfang  seine 
aufgäbe  zwei  gedichte  zu  verschmelzen  mit  mehr  eifer  und  Sorgfalt  verfolgte 
als  nachher,  sich  diesen  Schwierigkeiten  gegenüber  verhielt,  er  änderte  den 
eingang  der  dritten  Strophe  und  stellte  sie  vor  die  zweite,  die  herzogin  von 
Zertugein  (oder  Arabin,  wie  sie  bei  ihm  heifst)  zieht  den  jungen  beiden  auf 
und  entsendet  ihn,  als  er  erwachsen,  zum  kämpf  gegen  die  Christen,  so  hat  er 
Zusammenhang  zwischen  seiner  ersten  und  zweiten  Strophe  hergestellt;  aber 
die  zweite  und  dritte  klaffen  doch  auseinander,  nach  diesen  drei  eingaugsstro- 
phen,  die  er  aus  der  quelle  d  nahm,  geht  er  auf  h  über  und  bringt  die  waffen- 
schilderung  (h  3 — 6  =  w  4 — 7).  dann  kommt  ein  stück  eigner  erfindung,  nach 
einer  überleitenden  strophe  die  geschichte  der  Virgiual,  wodurch  sie  sich  Or- 
kiscs  feindschaft  zuzog  und  des  heidnischen  hundes  schreckliche  bedrückuug 
(8 — 24).  —  Hieraufkehrt  der  bearbeiter  wieder  zu  seiner  vorläge  zurück,  die 
nachi'icht  kommt  vor  Hildebrand,  und  der  beschliefst  mit  Dietrich  den  beiden  zu 
strafen,  an  diese  strophe  sollte  sich,  wie  oben  gezeigt  gleich  h  9  anschliefsen; 
der  bearbeiter  wollte  aber  h  7.  8  nicht  übergehen,  und  suchte  nun  den  Zusam- 
menhang zwischen  h  2  und  h  7  so  gut  er  konnte  herzustellen.  Hildebrand  er- 
zählt Dietrich,  dafs  ein  junger  mensch  eine  königin  bedränge,  und  dal's  es  ihm 
zukomme  ihr  zu  helfen  (w  26).  Dietrich  aber,  der  an  ernstem  kämpf  noch  nicht 
teil  genommen,  hat  keine  lust  dazu;  fechten,  schirmen  und  turnieren  zwar  ver- 
steht er,  auch  mit  frauen  höfisch  zu  reden,  an  anderes  aber  kehrt  er  sich  nicht 
(w  27).  der  kluge  Hildebrand  aber  zweifelt  nicht  dafs  es  ihm  noch  gelingen 
werde,  den  jungen  mann  zum  streit  zu  bringen,  aufmerksam  wartet  er  die  ge- 
legeuheit  ab  (28).  nun  kommt:  'Einsmal  der  edel  Berner  sas'  usw.  (w  29.  30 
=  6.  7.  S).  man  mufs  gestehen  zwischen  h  2  und  7  ist  es  dem  Überarbeiter 
gelungen  eine  erträgliche  Verbindung  herzustellen ;  die  ungeschickte  Verbin- 
dung zwischen  h  8  und  9  hat  er  nicht  zu  ändern  versucht.  —  So  wucherte  diese 
art  von  poesie  in  üppiger  lebcnskraft,  aber  oft  ungeniefsbar. 


ÜBEIl  VUU.irSAL  309 

Wie  hier  so  giciu  sich  auch  in  der  heschreihimg  von  Dietrichs 
kämpf  gegen  die  heiden  (d  32 — 35;  w  135  11.)  die  ((uelie  von  d  als 
Überarbeitung  kund,  in  der  ältesten  gestalt  liegt  dieser  kam})!"  in 
der  hs.  ß  vor.  weder  dem  bearbeiter  von  h,  nocli  dem  der  quelle 
von  d  schien  er  die  gehörige  breite  zu  haben;  jener  legte  vierzehn 
Strophen  ein,  dieser  berichtet  sehr  abweichend  und  viel  detailierter. 

Deuthcher  noch  als  an  diesen  stellen  tritt  die  Interpolation  d 
20  (vgl.  w  123  ff)  zu  tage,  der  beide,  den  Hildebrand  erschlägt, 
hetzt  die  Jungfrau  mit  hunden,  die  Hildebrand  Hingt  und  an  einen 
bäum  bindet,  nachher  werden  sie  nicht  wieder  erwähnt,  in  h  fehlt 
diese  kleine  episode ,  deren  urbild  wohl  im  Ekkenliede  str.  162  ff. 
erhalten  ist. 

Die  resultate  der  vorstehenden  Untersuchung  sind  kurz  zu- 
sammengefafst  folgende : 

Ein  alles  gedieht  erzählte  den  kämpf  Hildebrands  und  Dietrichs 
gegen  den  heiden  Orkise  und  seine  achtzig  gesellen,  ihre  drachen- 
kämpfe, ihren  besuch  auf  Aron,  die  abenteuer  auf  Orteneck  und 
Dietrichs  Verbindung  mit  Virginal. 

Der  erste  teil  dieses  gedichles  wurde  überarbeitet  und  fortge- 
setzt in  der  Virginal. 

Das  ganze  gedieht  wurde  überarbeitet  in  der  quelle  von  d. 

Beide  Überarbeitungen  wurden  in  ein  gedieht  verschmelzt,  so 
dafs  die  zweite  zu  gründe  gelegt  wurde,    dies  gedieht  ist  w. 

Aus  der  zweiten  bearbeitung  wurde  im  heldenbuch  ein  auszug 
gemacht. 

Wenn  ich  nun  zum  schlufs  zu  der  frage  zurückkehre,  von  der 
ich  ausgegangen  war ,  ob  der  ungenannte  dichter  der  Virginal  der- 
selbe sei  wie  der  des  Goldemar,  Sigenot  und  Ekkenliedes,  so  er- 
scheint sie  jetzt  als  identisch  mit  der  folgenden:  darf  man  behaupten, 
dafs  der  vorausgesetzte  dichter  des  Goldemar,  Sigenot  und  Ekken- 
liedes eine  ungeschickte  Überarbeitung  und  fortsetzung  eines  altern 
gedichtes  gehefert  habe,  die  sich  in  gleicher  weise  von  ihrer  altern 
vorläge  und  von  jenen  drei  gedichten  entfernt.  —  Bejahen  wird 
sie  niemand;  vielleicht  aber  wird  mancher  annehmen  dafs  jenes 
ältere  gedieht  ihm  zukomme. 

WILMANNS. 


Z.  f.  D.  A.  neue  folge  III.  21 


310  ZEUGNISSE  UND  EXCUKSE 


ZEUGNISSE  UND  EXCURSE 
ZUR  DEUTSCHEN  HELDENSAGE. 

(ZWEITE  NACHLESE.) 

Kurz  naclidem  die  zweile  ausgäbe  der  heldensage  erschienen 
war,  erhielt  prof.  Müllenhoff  noch  aus  dem  nachlafse  Wilhehii 
Grimms  eine  anzahl  von  nolizen  zur  heldensage.  er  ühergah  mir 
dieselben  mit  anderem  material  das  er  selbst  gesammelt  oder  von 
andern  erhalten  hatte  zur  bearbcitung. 

Aus  dem  Grimmschen  nachlafs  stammen  von  den  folgenden 
nummern  61,2. 65,2\  71,2. 72. 76,3. 77,1. 79,1.  80,3. 81,1. 82,1.  von 
Miillenhotr  wurden  mitgeteilt  61,4.  63,1.  2.  64,1.  2.  67.  70.  71,1. 
81,4.  85,1.  von  Dummler  61,3.  65,1.  69.  von  Birlinger  66,1.2.  von 
Gödeke  der  schon  in  seinen  elf  büchern  deutscher  dichtung  und 
im  grundrifs  79,3.4.  82,2  angeführt  hatte,  erhielt  ich  78.  81,2.  3. 
82,4.  83.  84,4  und  85,2.  die  übrigen  Zeugnisse  deren  bckannt- 
machung  nicht  angegeben  ist  habe  ich  hinzugefügt. 

LXI. 

1.  Zu  X,  2  zs.  12,290.  in  einer  vn-kunde  vom  j.  791  die  Tar- 
dif,  monuments  historiques  Paris  1866  s.  70  abdrucktbegegnet  eben- 
falls Ilildebrandus  comes  et  tiUus  suus  Nevelongus. 

2.  Zu  X,  2  (12,292).  eine  Urkunde  in  Pistoja  vom  j.  812 
(Fioravanti,  memorie  storiche  della  cittä  di  Pistoja,  1758,  docu- 
menti  p.  16.)  erzählt  dafs  Ildepertus  der  abt  des  klosters  SBartho- 
lomaei  unter  könig  Pipin  von  Rothechildus  vertrieben  und  ipso  mo- 
nasterio  tunc  datus  fuisset  in  beneficio  Neholugno  genere  Bavario, 
dafs  aber  hernach  die  mönche  reclamieren,  weil  non  aliunde  (lebet 
(ieri  ordinatione  nisi  de  ipsa  congregatione  und  prefato  Neholugno 
de  eodem  monasterio  foris  ejecerunt  und  ihren  abt  zurückrufen.  — 
dieser  Nebolugnus  scheint  ein  laie  gewesen  zu  sein ;  dafs  klöster 
den  äbten  von  laien  damals  öfter  entrifsen  wurden,  zeigt  Ölsner, 
Jahrbücher  des  trank,  reichs  unter  Pipin  s.  230. 


ZUR  DEUTSCIlErs  HELDENSAGE  LXI— LXHI         311 

3.  Dcv  ywehmgns  (Nivcloiigus)  conies  von  dem  zs.  12,293  ge- 
handelt ist  erscheint  auch  in  einer  »irkunde  vom  10.  april  868 
unter  den  optimales  gloriosissimi  regis  Karoli,  s.  Tardif,  monu- 
ments  historiques  1866  s.  130.  131. 

4.  Zu  XIX,  4.  ein  gleich  alter  Heribort  erscheint  neben  Gelf- 
radns  als  zeuge  in  einer  Weihenstephaner  Urkunde  1138 — 47  MB 
9,397. 

5.  Mit  zu  den  ältesten  belegen  für  den  namen  Biterolf  (vgl. 
XXIII,  1.  XXXV,1)  gehört  Püterolf  um  das  jähr  1140,  im  urkunden- 
buch  des  landes  ob  der  Ens  1,555.  etwas  jünger  ist  das.  1,398 
Meinhardus  filim  pitrolfi  um  1220. 

Ein  Pittrolfshof  und  ein  Synndramshof  werden  im  j.  1373  er- 
wähnt, Brandl,  urkundenbuch  der  familie  Teufenbach  1867  s.  113. 

Aus  dem  gültenbuch  des  Wiener  Schottenklosters  (quellen  und 
forschungen  zur  vaterl.  gesch.  Wien  1849)  hat  JGrimm  in  den  nach- 
tragen zu  der  abhandlung  über  eine  Urkunde  des  12.  jahrh.  (kl.  sehr. 
2,356)  aufser  der  Diemudis  Staudfuchsinn  die  nr.  XLIV  angeführt 
ist,  auch  eine  Piterolfinne  s.  186".  angemerkt. 

LXII. 
Zu  XXXIII.  ein  zweiter  Sarilo  begegnet  in  einer  Urkunde 
von  Pavia  vom  j.  930,  die  Muratori  antiq.  Ital.  2,935  abdruckt, 
nach  dem  schlufs  ex  jussione  suprascripto  Sariloue  comes  palacii 
et  judicum  ammonicione  scripsi  verbefserte  Muratori  schon  den 
eingang  in  eorum  presentia  Enesariho  comes  palacii  zu  esset  Sarilo. 
das  chri)nicon  Farfense  erwähnt  mehrmals  einen  marchio  Sarilo 
der  später  abt  von  Farfa  war,  s.  Muratori  scr.  rer.  Ital.  2,  2,  295. 
303.  475.  dieser  ist  sicher  mit  dem  oben  erwähnten  comes  palacii 
identisch. 

LXIII. 

1.  Scheller,  shigtbok  der  stad  Brunswyk  s.  278  führt  unter 
den  geschlechtern  der  stadt  auch  Ylyas  an.  in  den  Urkunden  wird 
der  name  bald  Ylyas  bald  Elias  geschrieben,    vgl.  XXIV  zs.  12,354. 

2.  Scheller  s.  280  hat  auch  Memeringe,  und  ein  Hinrik  Mem- 
bring  kommt  im  gedenkbuch  1,46.  2,86  um  1400  vor.  andere 
nachweise  des  beinamens  stehen  XXVI,  7.  merkwürdig  ist  hier  aber 
die  form  desselben  die  sich  den  dänischen  liedern  vergleicht,  HS 
nr.  144. 

21* 


312  ZEUGNISSE  UND  EXCUrtSE 

3.  In  den  recessen  der  Hansetage  1,232  wird  im  j.  1363  ein 
Tidertcus  nppem  perde  erwähnt,  es  ist  möglich  dafs  dieser  beiname 
auf  das  reiterbild  Dietrichs  von  Bern  anspielt  von  dem  die  Thidreks- 
saga  erzählt  (XXI,  3.  4.)  oder  auch  auf  Dietrichs  ende,  s.  XXI,  7. 

LXIV. 

1.  Der  XXVI,  1  nachgewiesene  beiname  Poymunt  findet  sich 
auch  noch  im  vierzehnten  Jahrhundert:  Vinc. Brandl,  urkundenbuch 
der  familie  Teufenbach,  Brunn  1867  s.  9  Heinrich  der  Poymunt  a. 
1343.  s.  60  Dyetlein  dem  Poymund  a.  1366.  s.  112  Dietlein  den 
Peymund  a.  1373.  s.  78  dez  erbern  chnechts  Aelbeins  dez  poy- 
mund a.  1 368. 

2.  Wegen  der  verwandtschaftlichen  beziehungen  bemerkens- 
wert' sind  folgende  namen  des  14.  Jahrhunderts,  urkunden- 
buch des  landes  ob  der  Ens  5,129  hrewnhaldten  jer  Muen;]ein 
DietreicJis  des  verner  khündt  a.  1314  (aus  einem  vidimierten  codex 
von  1 632).  5,324  juncvrovn  Praunhüten  kern  Dietreichs  tochter  des 
Perner  a.  1322.  —  5,573  Ulrich  der  chaufman  vnd  sein  aidem 
Dietrich  Hildeprantz  svn  a.  1 330. 

Oben  XXVI,  9.  XXXVIII  sind  solche  willkürliche  Veränderun- 
gen der  epischen  Verwandtschaft  aus  dem  1 4.  jahrh.  nachgewiesen, 
unter  nr.  XV  auch  schon  aus  älterer  zeit. 

LXV. 

1.  Ältere  Zeugnisse  für  die  Harlunge  im  Breisgau,  als  das  von 
Freige  HS  151'  angeführte,  bieten  Bcati  Rhenani  Selestad.  rerum 
Germanicarum  libri  (res,  1531  herausgegeben,  in  der  ausgäbe  Ar- 
gentor.  1610,  lib.  II  p.  177  ab  Harelo  Harlingi,  quorum  olim  fuit 
Brisiacum,  Hb.  III  p.  281  olim  montem  Brisiacum  Harelungi  \)ossi- 
debant,  und  Seb.  Münster,  cosmographei  1544  s.  cxlix  Harelungi 
seind  die  Breifsgöwer. 

Zu  beachten  ist  in  der  ersten  stelle  die  fingierte  ableitung  der 
Harlunge  von  Harelus. 

2.  Zu  HS  38  anm.  sind  noch  zwei  Harlungeberge  nachzutragen. 
a)  Mencken  Script,  rer.  germ.  3,  839  sagt  dafs  ein  berg  bei 

Leisnig,  auf  dem  die  ruinen  einer  bürg  sich  linden,  Harlungeberg 
heifse.  dafs  die  genealogie  der  Pegauer  aunalen,  zu  der  Mencken 
diese  notiz  macht,  den  Harlungeberg  bei  Brandenburg  voraussetzt, 
ist  HS  nr.  35''  gezeigt. 


ZUR  DEÜTSCFIEN  IIELDEISSAGE  LX[V— LXVII       313 

b)  Otto  IV  baute  im  jabr  1204  bei  Goslar  eine  bürg,  Arnold 
von  Lübeck  6,5  (MG  21,217):  rex  auteni  Otto  reversus  ad  sua, 
nondum  dimisso  exercitu,  edificavit  castriim  lirmissinium  Harlun- 
genberch.  undeGoslariensesniniisafllictisunt.  könig  Philipp  erschien 
im  nächsten  frühjahr  in  Goslar  um  die  bürg  zu  erobern ,  aber  es 
gelang  ihm  nicht:  ann.  Col.  max.  a.  1204  MG  17,818  und  Abel, 
könig  Philipp  s.  178. 

Die  erzählung  von  dem  bau  der  bürg  wiederholt  Eikes  chronik 
s.  SP  Schone,  s.  450  Mafsmann:  de  koninc  Otte  voir  uyg  weder inde 
buwede  Harl&ngeberg.  aus  ihm  entlehnen  sie  wörtlich  die  chro- 
nik des  Franciscanerlesemeisters  Detmar  1,83,  die  Magdeburger 
scböppenchronik,  ausg.  von  Janicke  127,1  (den  Herlingeberch)  und 
Fr.  Closner,  ausg.  von  Hegel  143,2. 

Ein  lateinisches  gedieht  von  Heinrich  Rosla  über  die  Zerstö- 
rung dieser  bürg  hat  Meibom  Script,  rer.  germ.  1,771  bekannt  ge- 
macht unter  dem  titel  Herlingsberga ,  s.  Lorenz  Deutschlands  ge- 
schieh tsquellen  s.  151. 

LXVL 

1.  Im  Statutenbuch  von  Scbaffhausen ,  begonnen  im  j.  1385, 
wird  bl.  73  die  grenze  eines  bezirkes  der  montant  am  randen  an- 
gegeben, es  heifst  darin  von  Hetzenhoven  den  Buochberg  uff  durch 
die  schnescblaiffi  biss  uir  den  Buochberg  vnd  übern  ruggen  ufl'  dem 
Buochberg  biss  uff  Galga  in  den  brunnen  und  usserm  brunnen  biss 
Kremhilten  weg  biss  an  das  riet  usw. 

2.  Dingrodel  von  Stetten  (14.  oder  15.  jh.)  im  archiv  zu 
Karlsruhe :  ze  Altinkon  bi  Vasoltes  guote  zem  lewen  ob  Vasoltes 
acker  nebent  dem  Zäringer.  vgl.  XXVI,  2.  Mone  im  anz.  5,3 1 1  wies 
Vasolt  aus  dem  13.  Jahrhundert  in  Säckingen  nach,  meinte  aber,  der 
name  finde  sich  im  14.  15.  jahrh.  nicht  mehr  im  Badener  oberlande. 

3.  Uhland  Germ.  6,325  wies  auf  das  Alzeier  weistum  hin ,  wo 
es  heifst  (Weist.  1,798)  es  hat  auch  herberg  in  diesem  hof:  Bran- 
denburg, der  Volkerten,  der  Gerharten,  Draguzis  vnd  Lubrethis. 

Andere  Ortsnamen  die  beziehung  haben  zur  heldensage,  s.  bei 
WGrimm  HS  nr.  47  anm. 

LXVII. 

Alcuin  sagt  in  einem  briefe  an  den  biscbof  Speratus  (opp.  ed. 
Proben  1,  I,  77) 


314  ZEUGNISSE  UND  EXCURSE 

Verba  Bei  legantur  in  sacerdotali  convivio.  Ibi  decet  lectorem 
audiri,  non  cithaiistam;  sermones  patriim ,  non  carniina  gentilium. 
Quid  enim  Hinieldus  cum  Christo?  Aiigusta  est  domus,  utrosque 
teuere  non  poterit.  Non  vult  rex  celestis  cum  paganis  et  perditis 
nominetenus  regibus  communionem  habere,  quia  rex  iile  aeternus 
regnat  in  caelis;  ille  paganus  perditus  plangit  in  inferno. 

Die  ciirsiv  gedruckten  worte  felilen  bei  Proben,  so  dafs  das 
folgende  gar  keinen  sinn  giebt.  sie  sind  hier  aus  einer  handschrift 
nach  Jafles  niitteilung  zugesetzt. 

Hinieldus  kann  kaum  ein  anderer  sein  als  Ingeld  der  fürst  der 
Headobearden,  Frodas  söhn,  von  dem  Beöv.  2020 — 2066.  Vidsith 
47 — 49.  Saxo  granim.  s.  283 f.  berichtet  wird,  es  ergiebt  sich 
aber  aus  der  stelle  Alcuins  dafs  Ingeld  in  der  sage  eine  würdigere 
Stellung  gehabt  haben  nmfs,  als  ihm  die  spärhchen  nachrichten  der 
angelsächsischen  gedichte  und  Saxos  erzidilung  anweisen. 

LXVIII. 

In  Layamons  Brut  2,463  wird  von  Arthur  erziddt 

])&  dude  he  on  bis  burne 

ibroide  of  stele. 

|je  makede  on  ahme  smid 

mit  adelen  bis  crafte, 

\)c  wes  ihaten  tvygar  (wigar  hs.  b) 

t>e  vvitege  (vvittye  hs.  b)  wurhte. 
die  letzten  vier  zeilen  fehlen  im  französischen  texte,  s.  die  anmer- 
kung  3,  376. 

Maddon  nennt  die  vier  verse  'a  valuable  addition  to  our  scanty 
knowledge  of  the  mythological  lore  introduced  into  England  from 
Scandinavia'.  ist  auch  kaum  in  dem  namen  des  Schmiedes  eine  ent- 
stellung  von  Wieland  zu  vermuten ,  so  ist  doch  dieser  zusatz  des 
englischen  bcarbeiters  bemerkenswert  als  parallele  zur  Wielandssage 
wie  der  HS  nr.  8  in  der  anmerkung  mitgeteilte. 

LXIX. 

1.  Dietrichs  haus  in  Rom  erwähnen  aufser  den  XXI,  1  ange- 
führten Chronisten  noch  Walram  de  unitate  ecclesiae,  herausgege- 
ben von  Hütten  1520  s.  52  Hildebrant .  . .  fugit  in  Traianium,  quae 
scilicet  niunitio  hactenus  inexpugnabilis  dicta  est  vulgo  domus  Theo- 
doriri;   und  IJernoldi  chronicon  a.   1084  (iMG   5,  441)    berichtet 


ZUR  DEUTSCHEN  HELDENSAGE  LXVHI— L^XX   315 

dafs  Robert  Guiscard   die   geisein  der  Römer  aufhebt  in  castello 
sancti  Angeli,  qiiod  domum  Theoderki  dicunt. 

2.  Zu  XXI.  3.  Canipi,  bist,  eccles.  di  Piacenza  1,  468  teilt  eine 
uriiunde  Karls  HI  vom  5  juni  883  mit,  actum  in  vico  Fontana  Tite- 
rici.  später  bellst  dieser  ort  Fontana  frigida,  ann.  IMacent.  a.  1242. 
1244  MG  18,  486.  488;  jetzt  borgo  di  Fontana,  zwischen  Piacenza 
und  Parma. 

3.  In  Pavia  gab  es  aul'ser  dem  LH,  2  erwähnten  palast  noch 
eine  erinnerung  an  Dietrich.  Muratori  antiq.  Ital.  2,  933  teilt 
eine  m'kunde  von  c.  908  mit,  in  deren  eingang  es  heilst:  dum  .  .  . 
in  civitate  Papiae  in  sacro  palatio,  bubi  doninus  Berengarius  rex 
preerat,  in  laubiani  majorem  ubi  suh  Teuderico  dicitur,  in  iudicio 
resederet  loannes  venerabilis  episcopus  sancte  Ticinensis  ecclesie. 
man  hat  diese  stelle  auf  die  reiterstatue  il  Regisole  gedeutet,  über 
die  GRobohni,  notizie  apparteuenti  alla  storia  della  sua  patria, 
Pavia  1823  ausl'ührhch  handelt,  er  erklärt  sie  1,  189f.  für  ein 
römisches  werk  und  vermutet  dafs  sie  den  Lucius  Verus,  den  bru- 
der  Marc  Aureis,  darstelle;  2,  52  erkennt  er  darin  Theodorich.  er- 
schöpfend behandelt  das  Regisol  IIGrimm ,  das  reiterstandbild  des 
Theodorich  zu  Aachen  1 869  s.  63 — 79.  die  worte  sub  Teuderico 
bezeichnen  nach  Grimm  s.  64  entweder  die  stelle  des  porticus  wo 
eine  statue  Theodorichs  stand,  oder  sie  beziehen  sich  auf  eine  mu- 
sivische  darstellung  desselben  wie  sie  Agnellus  (Muratori  Script. 
2,  123,  abgedruckt  bei  Grimm  s.  1)  im  jähr  839  in  Pavia  sah. 

4.  Ein  musivisches  werk  das  Dietrich  darstellte  erwähnt  Procop 
de  hello  Goth.  1,  24  in  Neapel,  nach  der  lateinischen  Übersetzung 
hatte  Mafsmann  zs.  1,  375  diese  stelle  mitgeteilt;  HGrimm  aao. 
79  zeigt  dafs  im  original  si'KMv  gx  iprjcpidcov  tivwv  ^vyy.ELixevt] 
steht  und  also  nicht  an  eine  statue  gedacht  werden  kann  wozu  die 
Übersetzung  verleitet  hatte. 

LXX. 

Die  nachricht  über  den  herzog  Wilhelm  von  Angouleme ,  die 
HS  nr.  28  aus  dem  12  Jahrhundert  mitgeteilt  wird,  ist  entlehnt  aus 
Ademars  historia  3,  28.  (MG  4,  127)  die  in  der  ersten  hälfte  des 
elften  jahrh.  verfafst  ist.     hier  heilst  die  stelle : 

Willelmus  denique  Sector  ferri,  qui  hoc  cognomen  indeptus 
est,  quia  commisso  praeho  cum  Normannis  et  neutro  cedenti 
poslera  die  pacti  causa  cum  rege  eorum  Storin  solito  con- 


316  ZEUGNISSE  UiND  EXCÜRSE 

flictu  deluctans  ense  corto  nomine  durissimo  quem  Walander 
faber  cuserat,  per  media  pectoris  secuit  simul  cum  torace 
una. 

Die  cursiv  gedruckten  worte  stehen  nur  in  einer  Pariser  hs. 
die  interpoliert,  sie  gehören  aber  sicher  in  den  text:  der  verfafser 
der  historia  pontificum  et  comitum  Engolismensium  hatte  sie  schon 
vor  sich,  für  nomine  der  Pariser  hs.  steht  in  der  bist,  pontific. 
vel  scorto.  da  corto  schwerlich  der  name  des  Schwertes  war,  so  ver- 
mute ich  dafs  dieser  name  ausgefallen  ist.  die  beiden  worte  vel 
scorto  sind  nur  eine  glosse  zu  corto,  und  man  hat  in  ihnen  nicht 
eine  corruptel  des  schwertnamens  zu  suchen. 

LXXI. 

1.  Zu  Otto  von  Freisingen  5,3  (HS  nr.  24.  ZE  XXX,  1) 
macht  am  rande  eine  band  des  12.  Jahrhunderts  eine  bemerkung 
die  den  Widerspruch  zwischen  geschichte  und  sage  ebenso  lösen 
will  wie  Ekkebard  von  Auracb.  die  randnote  heifst:  nisi  forte 
alins  Theodericus  fuerit  snb  Attila  et  item  alius  snb  Erminrico,  quos 
omnes  vulgus  Teutonicum  pro  uno  computarit  in  cantilena. 

2.  Albert  von  Stade  zum  j.  460  (MG  16,  304)  folgt  dem  Ek- 
kebard von  Auracb,  setzt  aber  bei  Tlieodoricum  die  worte  zuquemde 
Ve7'ona  nuncupant. 

LXXII. 
Zu  XXVI,  6,  über  den  Charakter  der  Kriemhild  findet  sich 
eine  bemerkung  die  dem  gewöhnlichen  urteil  entgegentritt  in  Bert- 
holds  lateinischen  predigten,  Leipziger  hs.  496,  bl.  57':  hec  (a- 
varitia)  est  peior  uxor  vel  contectalis  inter  omnes  uxores  vel  muhe- 
res  que  umquam  fuerunt.  peior  quam  iezabel.  quam  atalia. 
herodias  venus  diana  semiramis.  dicitur  quod  crimhilt  omnino 
mala  fuerit.  sed  nichil  est. 

LXXIII. 

1.  Der  seltsamen  nachricht  über  Etzels  tod  die  HS  nr.  129,1 
aus  der  sächsischen  chronik  mitgeteilt  ist  ähnlich  sagt  Heinrich  von 
Müglin  (sitzungsber.  der  Wiener  akad.  1867.  bd.  55,464) 

konic  Etzel  der  ertranc  in  sinem  blute, 

sint  er  ein  blütvergizer  was. 
auch  die  kaisercbrouik  424,25  bat  diese  nachricht 


ZUR  DEUTSCHEN  HELDENSAGE  LXXI- LXXV       317 

do  geuogtes  sich  dar  nach  sciere 

daz  Ezzel  retranch  in  sin  selbes  plule. 
2.  Die  cronica  de  tempore  creationis  mundi,  vor  dem  säch- 
sischen weichbildrecht,  ein  dürftiger  auszug  aus  Eike  von  Repgow, 
wie  Schöne,  die  Repgauische  chronik  s.  14  zeigt,  hat  die  stelle  über 
Etzels  schätz  die  HS  nr.  4S''  mitgeteilt  ist,  auch  aufgenommen,  s.  33 
der  ausgäbe  von  AvDaniels  und  FvGruben  IS5S:  her  vand  ouch 
den  grosseti  schätz  des  koning  Etzles,  der  da  manig  jar  vor  begraben 
was.  in  der  nebenstehenden  recension  s.  3-1  heifst  es  Ezils  der 
lange  gevangen  waz,  was  auf  einem  misverständnis  beruht. 

LXXIV. 

Zu  HS  nr.  134''.  unter  den  Juden  des  geistlichen  spieles  kom- 
men auch  vor  (Germ.  3,275) 

Standenfnes,  Helmschrot  und  ir  testes   (?:moyses), 
Israhel,  Pessack  vnd  Johel, 
Warrabas,  Wülffring  vnd  her  Feygel. 

LXXV. 

1.  Was  HS  nr.  59,3  über  Heinrich  VU  und  seine  söhne  gesagt 
wird,  bedarf  mehrfacher  berichtigung.  Heinricli  VII  starb  1242 
am  12  febr.  in  Martorano  und  wurde  in  Cosenza  begraben;  sein 
söhn  Friedrich  1251,  während  das  todesjahr  des  jüngeren,  Heinrich, 
sich  nicht  feststellen  läfst.  s.  Winkelmann,  geschichte  Friedrichs  II 
s.  483. 

Die  groben  irrtümer  der  genealogischen  verse,  die  eigentlich 
zu  bildern  der  einzelnen  personen  gehörten ,  hat  WGrimm  schon 
besprochen,  wie  weit  aber  hier  ein  zeugnis  für  die  heldensage  vor- 
liegt, ist  zweifelhaft.  Rauchs  text  stimmt  zu  der  hs.  nr.  2782  der 
k.  k.  hofbibliothek  und  ist  wol  aus  ihr  genommen,  zwei  andere  hss. 
aber,  die  WScherer  für  mich  nachgesehen  hat,  nr.  2778  und  die 
hs.  von  Enenkels  fürstenbuch  im  k.  k.  archiv,  lesen  wolf  fridereich 
statt  wolf  dietreich.  vielleicht  hat  nur  ein  Schreiber  den  ihm  be- 
kannten namen  der  heldensage  für  das  ursprüngliche  wolf  fride- 
reich gesetzt,  der  zusatz  Wolf  zu  dem  richtigen  namen  Friedrich 
hefse  sich  erklären  nach  der  notiz  in  der  Zimmerischen  chronik 
2,175:  ein  graf  von  Sulz  gab  seinem  söhne  zwei  namen,  Wolf  und 
Herman  'uiser  der  ursach,  so  der  jung  ain  reulerich  mann  werde, 
soll  er  Wolf  haissen,  wa  nit,  solle  im  der  nam  Herman  bleiben.' 


318  ZEUGNISSE  UND  EXCURSE 

2.  Qualle  als  name  von  Wolfdietrichs  sclivvert  ist  HS  s.  234 
zu  streichen,  im  mlid.  \vb.  l,S9l  ist  die  stelle  des  gedruckten  liel- 
denbuckes  falsch  citiert,  sie  heilst  bei  Keller  547,33 

Woldietrich  den  quallen 

da  in  dem  streite  schanck, 

er  müste  balde  fallen 

wem  er  gab  den  getranck. 
die  bandscbriften  des  gemeinen  textes  (Holtzmann  str.  2024)  haben 
auch  die  cäsur  gereimt,  twallen  :  vallen. 

LXXVI. 

1.  Nach  den  neueren  Untersuchungen  über  die  deutschen 
Chroniken  des  14.  und  15.  Jahrhunderts  lafsen  sich  die  Zeugnisse 
für  die  heldensage  befser  übersehen.  Hegel,  die  chroniken  der 
deutschen  städte  8,184  f.  hat  gezeigt  wie  vielfältig  Könighofens 
Chronik  von  den  folgenden  Chronisten,  zumal  des  südwesthchen 
Deutschlands,  ausgeschrieben  wurde,  zunächst  hegt  eine  solche 
entlehnung  vor  in  der  Klingenberger  chronik  (mitteilungen  zur 
Vaterland,  geschichte,  herausg.  vom  histor.  verein  in  SGallen  1,84. 
Hegel  aao.  187  anm.),  von  der  die  Hüpiysche  chronik  nur  eine 
handschrift  ist  (s.  Henne,  die  Klingenberger  chronik  1861  s.  X), 
so  dals  HS  nr.  130  gestrichen  werden  mufs.  auch  das  älteste  Jahr- 
buch von  Zürich,  aus  dem  oben  XXX,  1*^  eine  stelle  angeführt 
wird,  ist  nur  eine  hs.  dieser  Klingenberger  chronik.  nach  Hennes 
ausgäbe  ist  zu  lesen  den  lourmen  (bei  EttmüUer  dem  wurme)  und 
gedeut  statt  gedenk. 

Ferner  entlehnt  die  Kölner  chronik  und  ihre  ungedruckte  vor- 
läge, die  sogenannte  Agrippina  vom  j.  1472,  wörtlich  aus  Königs- 
hofen,  s.  Hegel  189.  Müllenhoff  bemerkte  schon  zs.  12,373  unten 
dafs  die  späteren  Zeugnisse  wichtig  sind  wegen  der  verringerten 
teilnähme  an  der  heldensage:  bezeichnend  ist  dafür  in  der  Kölner 
chronik  die  art  wie  in  der  HS  nr.  1 33  citierten  stelle  die  werte 
Königshofens  nr,  117,2  verkürzt  werden,  die  stelle  bl.  91*^  die 
oben  XXX,  1^  ausgehoben  ist,  entspricht  Königshofens  worten 
381,1 — 4  dirre  vorgenante  Dieterich  von  Bern  was  31  jor  künig 
und  herre  zu  italia  und  zu  Home  und  wonete  dicke  zu  Berne : 
dooon  gewan  er  den  nammen  von  Berne,  wie  doch  er  was  us  Ungern 
geborn  us  der  Gothen  gesiebte. 

Demnach  ordnen  sich  die  XXX,  1  c — h  angeführten  Zeugnisse 


ZUR  DEUTSCMN  HELDENSAGE  LXXYI     319 

so:  c^  und  h  gehen  auf  Künigshofen  zurück;  Clusener  {d)  und  Jo- 
hannes Rolhe  (e)  auf  Martin  von  Troppau.  Steinhöwel  (g)  ist  nicht 
eine  Übersetzung  der  ilores  temporuni  wie  Lorenz  Deutscidands 
geschichtsquellen  s.  42  sagt,  sondern  ein  dürftiger  auszug,  s.  Hegel 
s.  191  ;  die  flores  temporum  aber  gehen  ebenfalls  auf  Marlin  von 
Troppau  zurück.  Martin  berichtet  nichts  von  sagen  über  Dietrich, 
wol  aber  haben  die  flores  temporum  (Eccard  corp.  bist,  medii  aevi 
1,1591)  nach  der  erzählung  dafs  Dietrich  plötzlich  gestorben  und 
von  Johannes  und  Symmachus  in  ollam  Vulcani  geworfen  sei,  wie 
gott  offenbart  habe,  die  worte :  mtilta  de  ipso  cantantur  quae  a  jocu- 
latoribus  sunt  conficta.  Steinhöwel  knüpft  diese  worte  unmittelbar 
an  die  nachricht  von  Dietrichs  plötzlichem  tude;  die  beiden  andern 
angaben,  XXL  2.  7  fand  er  in  den  flores  nicht  vor.  —  die  quelle 
der  Basier  chronik  XXX,  1^  weifs  ich  nicht  anzugeben. 

Zu  dem  Zeugnis  aus  Eike  von  Rei)gow  V  sei  noch  bemerkt 
dafs  es  aus  einer  Heidelberger  hs.  (bei  Mafsmann  h)  ohne  Eikes 
namen  auch  HS  s.  207  angeführt  ist. 

2.  Bei  Königshofen  ist  die  erinnerung  an  Dietrich  von  Bern 
noch  lebendig,  das  beweisen  die  gerade  hier  zahlreichen  eigenen 
Zusätze  des  Chronisten  zu  seinen  vorlagen,  auf  die  HS  nr.  117,2 
und  vorhin  unter  nr.  1  mitgeteilten  stellen  dieser  art  folgt  noch 
381,5—10: 

Etliche  leigen  lobent  disen  Dielerich  gar  vaste ,  und  bette  doch 
einen  bösen  anevang  und  usgang,  wan  er  was  ein  bastbart  und 
fürte  ein  unkristenlich  Arrianen  leben  und  starp  ellendekliche  als 
vor  ist  geseit.  er  betwang  vil  lant  und  lüte  mit  strite  und  mit  uf- 
setzen  sines  volkes  und  rmt  mit  sin  selbes  sterke,  also  noch  die  herren 
von  Lamparten  oder  andere  böse  herren  dünt. 

Über  den  letzten  satz  s.  die  bemerkung  des  Chronisten  375,14 
also  nu  herren  die  arm  werdent,  varent  in  Lamparten  oder  zu 
andern  herren.  unter  den  leien  sind  die  deutschen  dichter  zu  ver- 
stehen, denn  die  gelehrten  Chronisten  tadeln  alle  Dietrich,  indem 
sie  ihren  quellen  folgen. 

Noch  zwei  andere  eigene  bemerkungen  giebt  Königshofen  über 
Dietrich,  s.  378,15  der  keyser  (Zeno)  bette  Dietriche  von  Bern  liep, 
wan  er  gar  ein  frummer  hübescher  knabe  was  und  künde  sich  also 


'  vgl.  nr.  XLVI  wo  die  nachricht  übe  Dietrichs  drachenkämpfe  aus  cinci' 
Überarbeitung  der  Kliiigeuberger  chronik  mitgeteilt  ist. 


320  ZEUGNISSE  UND  EXCUUSE 

wol  gelieben,  das  in  der  keyser  woite  han  gemäht  sinen  erben  und 
nochkumen  an  dem  riebe.  —  s.  388,1  fügt  er  zu  den  Worten:  sus 
gesellete  sich  Narses  zu  der  Lamparter  künige  genant  Arbure  (d.  i. 
Alboin)  der  was  dozumole  mit  den  Lampariern  zu  Ungern,  die  aus 
Martin  von  Troppau  entlehnt  sind,  noch  hinzu:  wan  die  Gothen  und 
die  Hünen  mit  irme  künige  Dieteriche  von  Berne  hettent  die  lüte 
zu  Lamparten  und  zu  Italia  vertriben  usser  irme  lande,  das  sü  gein 
Ungern  worent  geflohen  und  wol  40  jar  do  wonetent  e  sü  hervvider 
heym  koment. 

Königshofen  nennt  Dietrich  stets  den  könig  der  Gothen  und 
Hünen  die  ihm  für  ein  volk  gelten;  auch  in  der  HS  nr.  117,  2  an- 
geführten stelle  liest  die  vollständige  bs.  dis  volkes  der  Gothen  und 
Hünen,  ebenso  wird  Attila  könig  der  beiden  Völker  genannt,  zb. 
375,  20.  377,  5  oder  auch  der  Gothen  künig  384,  15.  die  Verwech- 
selung beider  Völker  ist  also  nicht,  wie  HS  nr.  25  geschieht,  auf 
die  italische  volkssage  zu  beschränken. 

3.  Eine  deutsche  chronik  aus  der  zweiten  hälfte  des  15. 
Jahrhunderts,  ohne  ort  und  jähr  gedruckt  \  beginnend  bl.  1  Disse 
hernach  geschriben  materien  dauon  dann  diss  büchlin  sagt  sind  ge- 
teilt in  siben  cappittel  und  bl.  2  von  Ninus  und  Trebeta  erzählend, 
enthält  einige  stellen  über  Dietrich  von  Bern,  die  aus  Königshofens 
hss.  AB  entnommen  sind,  aber  eigentümlich  wegen  der  wieder- 
holten beziehung  auf  das  singen  und  sagen  der  bauern. 

a)  bl.  25»  (Kön.  376)  item  die  wile  dietrich  von  bern  von  dem 
die  puren  singend  und  sagend  ein  küng  gewesen  ist  über  ein  teil 
diss  volcks  so  will  ich  ettwas  von  im  sagen. 

b)  bl.  26«  (Kön.  380)  Item  als  die  puren  von  im  singend  wie 
er  und  Hiltebrand  vil  würm  vnd  trachen  ertoten,  vnd  wie  er  mit 
Ecken  dem.  Risern  streit  davon  schribt  kein  Meister. 

c)  bl.  63b  (Kön.  bl.  1 14^)  indem  kam  gen  Rome  Dietrich  von 
Bern  von  dem  die  pnreii  singen,  vnd  nacbdem  er  küng  vnd  herre 
was  zu  Rome  von  des  keisers  wegen  da  richte  er  die  sacb  vnd  hiess 
Simachum  babst  beliben. 

LXXVH. 

l.  Ein  Zeugnis  für  den  Rosengarten,  das  auf  den  druck  des 

'  Marsniaim,  Kaiseicbronik  3,  516  aniii.  citiert  diese  chronik  und  sagt 
sie  sei  zu  Augsburg  gedruckt. 


ZIIH  DEIJTSCHKN  HELDENSAGE  LXXVII  321 

heldeiibuchs  zurücligehen  wird,  hat  die  Klagred  eines  jungen  niünclis 
über  sein  kutteu  (Ciödeke  grundrifs  §  HO,  Gl>)  aus  dem  anfang  des 
16.  jahrli. 

drum  wan  man  vch  würt  reformieren, 

werdent  sie  (die  bauern)  dapffer  zu  uch  schmieren 

mit  spiessen  büchsen  vnd  helmbarten, 

als  beschach  zu  wormbs  im  rosengarten. 

2.  Ein  älteres  zeugnis  aus  der  Mörin  ist  HS  nr.   128  über- 
sehen, die  unter  iir.  3  dort  angeiülirtc  stelle  lautet  weiter 

des  dorfft  ich  ^Yol  gen  brinhilt  dort, 
sye  kann  gar  vil  der  scharpffen  wert, 
doch  will  ich  tun  als  hrinkild  det 
da  sie  zu  wurms  den  rossgarten  het 
und  vvil  mich  nit  erschrecken  Ion. 

3.  Auch  zwei  andere  Zeugnisse  aus  der  Mörin  sind  nachzu- 
tragen, hl.  46b  man  spricht  her  Dieterich  von  bern 

der  leb  in  wiester  rumeney 

vnd  fecht  allen  tag  mit  wurmen  drey. 
bl.  50»  Eckart  sagt,  der  dichter  würde  sich  auf  das  geheifs  der  kö- 
nigin  überall  stellen: 

wer  es  das  öde  haufz  zu  bern 

darin  der  berner  was  z&  haul'z, 

darab  so  nem  er  deinen  graufz. 
gemeint  ist  das  amphitheater,  s.  XXI,  2. 

Wie  in  der  vorletzten  stelle,  so  wird  auch  in  Etzels  hofhaltung 
132  Dietrich  in  die  wüste  Rumenei  versetzt 

der  auf  (auf  dem  rosse)  do  muster  rciden 

in  die  wüst  Rumeney: 

mit  wurmen  mus  er  streiden, 

pis  vns  der  jungstag  wont  pey. 
aber  erst  in  späterer  zeit  ist  sie  ein  fabelland  geworden,  das  der 
dichter  der  Mörin  46^  in  die  gegend  von  Babylon  setzt 

ich  sprach  'wer  sie  zu  babylon 

dort  in  der  wüsten  rumeney'. 
früher,  zur  zeit  der  kreuzzüge  wüste  man  heiser  bescheid.  Romania 
bezeichnet  einmal  das  land  neben  der  Bulgarei,  s.  Neidhart  102, 
24  aldurch  der  Unger  lant,  nider  durch  die  Bulgerie,  her  loider  uz 
und  durch  die  Romante.  Eraclius  4224  giebt  auch  eine  gelehrte 
erkläriing  des  namens:  weil  Constantin  erde  aus  Rom  nach  Con- 


322  ZEUGMSSE  UND  EXCURSE 

stantinopel  bringen  liefs  und  viele  vornehme  Römer  dorthin  ver- 
setzte, von  diu  ist  daz  seihe  laut  Romank  genant,  aber  auch  ein  teil 
von  Kleinasien  wird  Romania  genannt,  dies  ergicbt  sich  deutlich 
aus  den  Chronisten  von  denen  es  genügt  ein  par  stellen  anzufüh- 
ren, die  continuatio  Sanblas.  zu  Otto  von  Freising  MG  20,  321 
sagt:  Fridericns  .  .  .  ingressnsque  cum  exercitu  Asiam  prosperis 
successibus  ad  tempus  incessit,  oninibus  ei  in  tota  Romania  pro 
voto  parentibus.  von  derselben  kreuzfahrt  Friedrichs  I.  berichtet 
der  codex  Strahoviensis  (fontes  rerum  Austr.  I  5,  56):  fuimus 
transpositi ...  de  Europa  in  Asiam  moxque  Romanie  partes  teuere 
cepimus.  Ipsa  quoque  que  nnnc  Romania  dicitur,  pars  uidelicet 
Asie  minoris,  quondam  duabus  distincta  est  prouinciis,  Frigia  et 
Rithinia.  auch  der  Tanhäuser  weifs  von  dieser  Romania  und  ist 
nicht,  wie  Mafsmann,  Eraclius  s.  55 1  ihm  vorwirft,  verwirrt :  MSH 
2,  87b 

diu  wite  Troie  laue, 

diu  wart  gar  äne  ir  danc 

zerstoeret,  da  muose  sIt  diu  Rumanie  sin. 

Davon  unterschieden  wird  die  wüeste  Romank,  welche  die 
kreuzfahrer  zwischen  Iconium  und  Cilicien  (Armenien)  passieren 
musten.  Arnold  von  Lübeck  1 ,  9  erzählt  dafs  Heinrich  der  lövve  auf 
dem  rückwege  bei  Torsult,  saracenisch  Tortun,  landete,  und  fährt 
fort:  profecti  autem  per  triduum  transierunt  per  terram  desertam 
et  inviam  et  inaquosam,  terram  horroris  et  vaste  solitudinis,  que 
Rnmenia  deserta  dicitur.  Et  ita  pervenerunt  ad  civitatem  que  juxta 
linguam  Turcorum  dicitur  Rakilei,  in  nostra  hngua  Eracha.  von 
dort  gelangen  sie  nach  Axarat  (heut  Aktscha  Schehr)  wo  der  sultan 
von  Iconium  sie  empfängt.  Eraclia  wird  MG  21,  122  falsch  er- 
klärt 'hodie  Erekli  s.  Eregli  ad  Halym  fluvium':  es  ist  wie  der  Zu- 
sammenhang durchaus  verlangt*  das  heutige  Eregli  das  ziemlich  in 
der  mitte  zwischen  Tarsus  und  Iconium,  östlich  von  dem  alten 
Derbe  liegt. 

Unrichtiges  giebt  Mafsmann,  Eraclius  551  und  Kaiserchr.  3, 
988  weil  er  nur  die  europäische  Romanie  kennt;  ganz  falsch  ist 
Mones  meinung,  heldens.  66,  unter  der  wüsten  Romanie  sei  die 
italische  Romagna  zu  verstehen. 

Dafs  auch  Verwechslungen  vorkommen,  darf  uns  nicht  wun- 
dern, wenn  es  kaiserchr.  510,  2  von  den  ersten  kreuzfahrern 
heifsl 


zun  ÜEUTSCHEN  HELDENSAGE  LXXVII     323 

durcli  linderen  si  «lo  noren, 

daiiiicn  durch  jml^rie, 

durcli  (li  wösten  romenie. 

der  haiden  ci'aft  fiöch 

in  di  stat  ze  antihioch, 
so  wird  man,  weil  Antiocliia  unmittelbar  darauf  folgt,  lieber  die 
ricblige  Romania  descrta  verstehen,  als  einen  irrtuni  annehmen  der 
übrigens  auch  auf  rechnung  des  Schreibers  gesetzt  werden  könnte: 
in  der  Münchner  hs.  fehlt  umosten.  —  mit  unrecht  aber  heifst  in 
Ilirzelins  gediclit  auf  die  schlacht  von  Göllheiin  (Lilien<rons  bist. 
Volkslieder  1,  13)  v.  25  die  europäische  Romania  die  wüste: 

von  der  wüesten  Romanie, 

von  Chärnten  chom  ein  chrie 

daz  walt  und  perch  zeinander  schal, 

mit  gewalt  den  Rin  herab  zetal. 
Sicher  scheint  es  mir  auch  dafs  eine  geographische  Verwirrung 
vorliegt  im  Wolfdietrich  A:  dem  dichter  schwebte  die  Romania  de- 
serta  vor,  wenn  auch  Wolfdietrich  nur  durch  die  euroi)äische  Ro- 
mania kommen  konnte  auf  seinem  Wege  von  Lilienporte  nach 
Lamparten,  aber  mit  der  geographie  nehmen  es  die  spielleute  nicht 
so  genau,  zumal  wenn  sich  die  gelegenheit  zu  einer  Schilderung 
darbietet  welche  die  zuhörer  interessieren  mufs.  der  dichter  stellt 
die  Romanie  dar  als  unbewohnt  421,  1.  2,  wo  die  löwen  scharen- 
weis gehen  422,3,  wo  Wolfdietrich  die  brünne  abzieht  und  vom 
rosse  steigen  mufs  457 — 460,  wo  er  und  sein  ros  von  hunger  und 
durst  ermatten  463,4.  die  ganze  Schilderung  erinnert  deutlich  an 
Lhlands  schwäbische  künde,  die  aus  Nicetas  Choniates  2,  7  (Wilken 
4,122)  geschöpft  ist  und  die  ihren  Schauplatz  zwar  nicht  in  der 
Romania  deserta  hat,  aber  in  der  asiatischen  Romania,  s.  Riezler 
in  den  forschungen  zur  deutschen  geschichte  10,  56  und  ann.  Col. 
max.  zum  j.  1190  MG  17,799  transito  nam<(ue  mari  statim  in  raon- 
tana  venerunt  atque  in  magna  victus  penuria  Romaniam  ti'ansierunt. 
Nach  den  kreuzzügen,  als  sich  die  allgemeine  bekanntschaft 
mit  dem  morgenlande  verlor,  wurde  die  wüste  Romanie  in  eine 
fabelhafte  ferne  gerückt,  die  Versetzung  Dietrichs  von  Rern  dorthin 
gehört  wol  erst  dem  15.  Jahrhundert  an. 

Mone  heldens.  66  und  Mafsmann  kaiserchr.  3,  988  eitleren 
noch  eine  stelle  Michael  Reheims,  Heidelberger  hs.  312  hl.  204» 


324  ZEUGNISSE  UND  EXCURSE 

diu  teilest e  Rtimeni, 

dar  lar  ouch  nienian  bi 

von  wurmen  ungehiure. 

da  ist  wilde  äventiure 

und  freislich  gestürme: 

grifen  tracken  lintwürme, 

manec  freislich  tier  wilde. 
Dietrich  von  Bern  wird  nicht  genannt,  aber  die  erwähnung  der 
ungeheuer  mit  denen  der  held  nach  der  Mörin  und  Etzels  hofhal- 
tung  dort  kcämpfen  nnifs,  enthält  doch  wol  eine  anspielung  auf  die 
jüngere  sage  von  ihm. 

LXXVIll. 

Felix  Hemmerlin  (geb.  1389,  gest.  nach  1457)  de  consolatione 
inique  suppressorum  (opuscula,  Basel  1497)  bl.  gg  2  erwähnt  das 
ende  Dietrichs  nach  Gregors  dialogus ;  ausführlich  spricht  er  über 
ihn  im  14.  capitel  der  schrift  de  nobilitate  (o.  o.  u.  j.)  s.  48  Fuit 
Theodoricns  de  Verona  vir  mirae  ferocitatis,  staturae  praecellentis, 
fortitudine  corporis  praeeminentis  et  tyrannus  immensae  crudeli- 
tatis,  de  quo  taliter  legitur  in  historia.  es  folgt  Dietrichs  geisel- 
schaft, sein  zug  nach  Italien  und  die  besiegung  Odoakers,  dann 
heifst  es:  per  totam  Italiam  regnavit  et  primum  civitatem  Veronen- 
sem  cum  castro  et  totum  marchionatum  ibidem  possedit  et  in  civi- 
tate  palatium  mirae  magnitndinis,  quod  hodie  comparet,  aedificavit. 
Undc  vulgus  ipsum  Theodoricum  de  Verona  nominavit.  Hie  est 
Theodoricus,  de  quo  legitur,  qui  tantis  saepe  rabido  furore  succen- 
sus  et  iracundiae  fervoribus  inflammatus  flagrabat,  ut  ad  instar 
prout  legitur  IL  Reg.  XXII.  quod  ascendit  fumus  de  naribus  ejus  et 
ignis  de  ore  ejus  foravit  et  a  facie  ejus  ignis  est  accensus  et  carbo- 
nes  sunt  accensi  ab  eo.  auch  psalm  17  und  Hiob  40  vom  Leviathan 
werden  citiert:  quod  ita  intelligendum  puto,  prout  legitur  numeri 
XXVI,  ubi  dominus  immisit  in  populum  serpentes  ignotos,  qui  se- 
cundum  magistrum  in  historia  dicebantur  igniti,  ut  Salamandra, 
qui  tactu  venenoso  inflammabant  ad  tumorem  et  ruborem  igneum. 
Ita  idem  Theodoricus  bellando  calefactus  flatu  quos  tetigit  taliter 
inficit  maleficiatos.  nachdem  Hemmerlin  die  stiere  des  Vulcan  und 
den  kretischen  stier  verglichen,  sagt  er:  Hie  est  Theodoricus  de 
Verona,  qui  apud  Wormacensem  civitatem  in  rosario  inter  athletas 
niundi  fortior  duella  dirissima  et  monarchiam  singularem  cum  quo- 


ZUR  DEUTSCHEN  HELDENSAGE  LXXVIH.  LXXIX  325 

dam  viro  Sifrido  nomine,  mirae  magnitudinis,  fcrtur  pepigisse.  für 
Dietrichs  arianismus  und  plötzlichen  tod  beruft  sich  Hemmerlin  auf 
Gregors  dialogus  und  Otto  von  Ereisingen,  und  setzt  noch  hinzu 
Et  est  iste,  de  quo  dicit  fabiilarius  Thuricensis:  Theodoricus  de 
Verona,  equo  sedens,  cum  canibus  venando  cervum  vivus  in  infernum 
ingrediendo  fugant. 

Wer  der  7Ailetzt  erwähnte  fabularius  ist,  weifs  ich  nicht,  über 
die  nachricht  selbst  s.  nr.  XXI,  7.  HS  nr.  24. 

LXXIX. 

Die  reformatoren  sprechen  wiederholt  von  der  heldensage,  zu- 
mal von  Dietrich  von  Bern,  mit  geringschätzung. 

1.  Zu  den  Zeugnissen  aus  Luthers  Schriften  IIS  nr.  146.  ZE 
XXX,  4  und  LVI  kommt  noch  eins:  hauspostille,  Wittenberg  1606 
fol.  115a  wenn  man  ein  Merlin  von  Dieterich  von  Bern  sagte,  das 
kan  man  behalten,  ob  mans  gleich  nur  einmal  höret. 

2.  EJacobs,  die  ehemalige  büchersammlung  Ludwigs  grafen 
zu  Stolberg,  1868,  s.  15  weist  aus  einer  predigt  Simon  Iloffmanns 
(Erfurt  1523)  folgende  stelle  nach:  darumb  solt  jr  altzeit  mit  dem 
w'ort  gottes  gespeiset  werden,  vnd  so  ofl't  jr  darein  glaubet  mit  dem 
hertzen,  esset  ir  blut  vnd  fleisch  Christi,  das  können  vnserc  alte 
hillebrent  nicht  in  jre  blinde  kopffe  bringen. 

3.  Ain  kurtzer  begriff  vnd  innhalt  der  gantzen  Bibel,  in  drew 
Lieder  zu  singen  gestellt,  durch  Joachim  Abedin  1534.  der  ver- 
fafser  sagt  D  uirw.  in  dem  vorvvort  zu  den  psalmen:  Es  darffsich 
auch  niemands  der  lenge,  als  ob  es  vnmüglich  zubehalten,  be- 
schwern.  Dann  ob  ainer  schon  die  suih  des  alten  vh  newen  Testa- 
ments für  sich  neme  zusingen,  so  ist  sy  nit  allain  nutzhcher  vnd 
weger,  sonder  auch  wol  als  kurtz  vnd  ring  zu  lernen  als  der  Ber- 
ner, Ecken  aufsfart,  Hertzog  ernst,  der  hürne  Sewfrid,  auch  als  an- 
dere vnnütze,  langwirige  vnd  haillofse  lieder  vnd  maistergesang 
(der  schandparen,  ehrlosen  vnd  vnchristlichen,  so  ainer  oberkait 
zuuerbieten  wol  anstund,  geschwige)  damit  man  nit  allain  die  zeyt 
übel  angelegt,  sonder  auch  offt  vnd  dick  bifs  zu  den  blutigen  köpffen 
wider  ainander  gesunge  hat. 

4.  JMathesius,  vorrede  zu  Nie.  Herman,  die  Hystorien  von 
der  Sindtfludt.  Wittemberg  1563.  A  6b:  Ich  tadle  der  alten  Meister 
Gesenge  vnd  ßergreyen  auch  nicht ,  denn  ich  hab  viel  alter  schöner 
Geticht,  darinn  man  gute  vnd  christliche  Leut  spüret,  gesehen,  als 

Z.  f.  D.  A.  neue  folge  III.  22 


326  ZEUGNISSE  UND  EXCURSE 

das  vom  Pellican,  von  der  Mühle  vnd  andere.  Aber  was  lehret  oder 
wen  tröstet  der  alte  Hütebrand  vnd  Rifz  Sigenot? 

5.  Eine  ähnliche  stelle  aus  späterer  zeit  weist  Birlinger  im 
anzeiger  1868  s.  264  aus  JGretser  und  Conr.  Vetter,  Procession 
Buch  Ingolstadt  1612  s.  7  nach :  vnd  ist  freilich  mehr  daran  gelegen 
dafs  man  sehe,  was  der  gegenwärtig  vnd  bekannte  Brauch  leyde 
und  erheische  als  von  den  alten  Wörtern  vnd  alten  Hildebrandt 
disputieren,  welches  sein  zeit  vnd  mafs  auch  haben,  aber  da  nicht 
vnd  so  nicht. 

LXXX. 

Wie  die  theologen  so  verwerfen  auch  die  historiker  des  16. 
jahrh.  die  heldensage  (vgl.  XXX,  2). 

1.  So  sagt  Seb.  Münster  in  der  cosmographie  1544  s.  XCVI 
Verona,  vff  tütsch  Bern,  etlich  nennen  es  Dietrichs  Bern,  dann  der 
künig  Dietrich  hat  es  zum  ersten  gewonnen,  vnd  andere  stett 
darufs  kriegt.  Von  disem  Dietrich  sagt  man  vil,  dz  doch  in  den  loar- 
hafftigen  historien  kein  grundt  hat. 

2.  Tschudi,  Grundtliche  vnd  warhaffte  beschreibung  der  vr- 
alten  Alpischen  Rhetie  usw.  Basel  1 538,  bl.  1  vw :  Defshalb  sölich 
historien,  allein  von  vnnützen  tröumen,  alten  tantmaren,  glych 
wie  vom  altenn  Hilteprandt,  vnd  derglychen,  erdicht  sind,  inn  sonn- 
ders  so  by  vns  Teütschen  alle  leer  zum  theyl  erlöschen. 

Während  Münster  die  benennung  Dietrichsbern  für  Verona 
nur  beiläufig  erwähnt,  nennt  Tschudi  die  Stadt  stets  mit  dem  zu- 
sammengesetzten namen.  im  16.  Jahrhundert  ist  er,  wie  es  scheint, 
sonst  ziemlich  allgemein  im  gebrauch,  s.  die  Welsch  Gattung  1513 
C  8a  Montanus  gartengesellschaft  nr,  116  und  die  HS  nr.  138. 
ZE  XXX,  5  angeführten  stellen. 

3.  Eine  rationalistische  erklärung  der  heldensage  gibt  S 
Franck,  Germania  1539  bl.  56»  Dieterich  regiert  wol  vnd  friedlich 
32  jar.  .  .  .  daher  seindt  die  lieder  so  man  inn  Teutsch  vonn  jm 
singt  gemacht,  die  Risen  seindt  die  Barbari.  Dann  Odoacer  war  ein 
Barbarus  aufs  Rügenn. 

LXXXI. 

Beweist  schon  die  erwähnte  Opposition  der  theologen  und 
historiker  die  fortdauernde  bclieblheit  der  heldensage  im  16.  Jahr- 
hundert, so  werden  sich  auch  aus  der  litteratur  dieser  und  der  fol- 


ZLR  DEUTSCHEN  HELDENSAGE  LXXX.  LXXXI   327 

genden  zeit  noch  zahlreiche  anspiehingen  zu  den  in  der  IIS  und 
ZE  XXX,  3 — 8  angegebenen  zufügen  lalsen,  besonders  beliebt 
waren  Dietrich  von  Bern  und  der  hörnerne  Siegfried,  auf  jenen 
beziehen  sich  folgende  stellen. 

1.  Ain  schöner  dialogus,  Cüntz  vnnd  der  Fritz  (Gödeke  grundr. 
§.  140,  1.  Uhland  Schriften  2,  503)  bl.  4a.  aber  ains  waifs  ich  dz 
vvürt  nit  falen,  da  alle  die  sich  yetzfrewen,  vnd  mainen  sy  haben 
den  Rifs  sigenot  vnd  asprian  über  wunden,  werden  nit  lang  freyd 
haben,  dann  ich  sich  vor  meinen  äugen  dz  der  engel  gots  dz  schwert 
emplöst  vnd  inen  den  tod  treüet  die  die  warheit  so  ofenlich  be- 
streiten. 

2.  Hans  Sachs  führt  in  einem  Hede,  Eulenspiegel  mit  dem  wirt 
(Gödekes  ausgäbe  107,  48)  ein  Sprichwort  aus  der  heldensage  an: 

also  wart  list  mit  list  bezalt. 

uns  sagt  ein  Sprichwort  alt : 

Eck  an  den  Berner  kam. 

sie  waren  beidesan 

mit  schalkheuten  besessen, 
auch  34,  47  erwähnt  er  diesen  spruch,  in  dem  liede  der  abenteurer 
mit  dem  or: 

der  burgermeister  sach  sie  alle  beide  an, 

dacht  'der  ein  treibt  gross  triegerei, 

der  ander  ist  nit  rein, 

wol  zwey  verprante  kinder: 

Eck  an  den  Berner  kumen  ist\ 

3.  Talitz  von  Liechtensee,  kurtzweyliger  Reyfsgespahn,  Ulm 
1655  (erste  ausgäbe  1645,  s.  Gödeke  grundrifs  s.  513,  5)  s.  179: 
Du  stellest  dich  sehr  trotzig  gegen  mir,  als  ob  ich  nur  ein  Ilew- 
scln^eck,  du  aber  em  rechter  Hildebrand  wärest. 

4.  Kurtzer  Entvvurff  Eines  anmutliigen  Kinder-Ballets  welches 
Durch  LX  Junge  Knaben  Theils  mit  Mutter- Pferden  ihres  Alters 
von  IV.  bifs  in  X.  auch  XII.  .lahren  In  der  Freyen  Käyserl.  Reichs- 
Stadt  Nürnberg  repräsentirt  vnd  vorgestellt  wird.  Sampt  einem 
kurtzen  Schäfer-Gespräch  vnd  andern  lustigen  Musicalischen  Kurtz- 
weiln  angeordnet  Von  Einem  Des  Durchleuchtigst.  Ertzhauses  Öster- 
reich Weyl.  zehenjährigen  Bedienten  J.  M.  L.  Anno  MDCLXIII.  s. 
10:  Da  meinen  die  Hoff-Riesen,  sie  seyn  übern  Dietrich  von  Bern, 
wanns  ein  solches  Ding  treffen,  wanns  aber  zum  kolben  kömmt, 
da  habens  niclit  Ilaasen-Füfs  genug. 

22* 


328  ZEUGNISSE  UND  EXCURSE 

LXXXII. 

1.  In  den  Reimen  Balthasars  vom  Buchel  über  das  zimme- 
risclie  wappen  (Zimm.  chron.  1,442)  heifst  es 

ein  bleckter  leo  der  ain  Streitaxt  hat, 

recht  als  ob  er  schlagen  wellt, 

forchtsam  als  Seifrid  der  heldt. 
Dafs  man  im  16.  Jahrhundert  und  später  besonders  den  hörnernen 
Siegfried  kannte,  zeigen  die  folgenden  stellen. 

2.  Brunonis  Seidelii  parcemiae  1 589,  bl.  B  3 

sunt  qui  amant  dicteria  Grylli 

et  qui  Smosmannum  cupiunt  audire  per  annum 

turpia  dicentem,  vel  Svarmum  spurca  loquentem; 

quique  legunt  pfaffi  Calebergi  facta  vel  affi; 

bis  placet  insanus  Neidhart,  Laurin  quoque  naniis; 

Cornem  Seufridus  bonus  et  nonas  per  et  idiis. 

Marcolf  laudatur,  Eulenspigelus  amatur, 

et  quis  non  legit,  quae  frater  Rauschius  egit? 

3.  Theobald  Iloeclc  (geb.  1573,  gest.  nach  1618)  nennt  im 
fünften  kapitel  seiner  gedichtsammlung  Schönes  Blumenfeldt  1601 
unter  andern  gedichten  die  damals  beliebt  waren 

den  Pfaffen  am  Kalnberge, 

den  Hirnen  Seyfrid  mit  seim  kleinen  Zwerge, 

den  Markolphum  alte, 

den  Eulenspiegel  auch  in  solcher  gstalte, 

vnd  die  Centonouellen, 

das  NarrenschilT  mit  Schellen. 

4.  Noch  im  achtzehnten  Jahrhundert  finden  sich  anspielungen 
auf  das  Volksbuch  vom  hörnernen  Siegfried,  so  in  JGMüllers  Sieg- 
fried von  Lindenberg,  und  ThG  von  Hippel  läfst  in  seinem  lustspiel 
der  mann  nach  der  uhr  oder  der  ordentHche  mann  1765  im  vierten 
auftritt  Lisette  sagen:  Was  für  fehler  kann  wohl  ein  junger  herr 
haben,  der  mademoiselle  Wilhelmine  liebet,  der  treugehorsamen 
Lisette  manchen  gehörnten  Siegfrieden  in  die  Hand  drückt. 

Lxxxin. 

1.  In  dem  meisterliede  der  Weimarer  hs.  fol.  419  steht  als 
nr.  336  das  lied  von  den  drei  starken  kämpfern.  die  dritte  Strophe 
hat  Gödeke  in  der  Germania  15,201  mitgeteilt  und  besprochen; 
die  erste  über  Dietrich  lautet : 


ZUR  DEÜTSCHEIS  HELDENSAliE  LXVXll.  LXXXIII    329 

Drei  starke  kempfer  ich  beschreih. 

der  erst  Dietrich  von  Bern, 

der  erlegt  den  küng  Fasolt, 

als  er  in  wolt 
5  mit  arglisten  zu  decken. 

auch  Ri'izen  das  ungefüg  weih 

kämpf  kunt  im  nit  gnug  weren. 

den  grossen  risen  Sigenot 

schlug  er  zu  tot 
1 0  und  auch  den  starken  Ecken 

darzu  auch  den  hiirnen  Seifrit 

erlegt  er  zu  sein  zeiten. 

der  all  Hillehrant  auch  verschid 

durch  Berners  listigkeiten 
1 5  drum  er  bis  an  jüngsten  tag  mufs 

zu  einer  bufs 

noch  mit  den  wurmen  streiten. 
Was  der  dichter  von  Dietrich  sagt,  läfst  sich  nicht  auf  eine  einzige 
schriftliche  quelle  zurückführen,  sondern  stammt  aus  seiner  be- 
kanntschaft  mit  der  sage  die  allerdings  schon  spätere  entstelhingen 
zeigt,  aufser  den  gedichten  Ecke  und  Sigenot  (vgl.  XXX,  3.  8.  9) 
kannte  der  dichter  die  vorrede  des  heldenbuches  oder  deren  quel- 
len: denn  was  er  z.  11  von  Siegfrieds  tod  erzählt,  steht  in  der  vor- 
rede 7,26  Keller;  HS  301  wird  dafür  nur  noch  das  zeugnis  des 
Staricius angeführt  der  gewis  das  gedruckte heldenbuch  benutzte,  auch 
die  etwas  unbestimmte  nacliricht  über  Hildebrands  tod  z.  13  wird  aut 
die  vorrede  3,  29.  11,  15  zu  beziehen  sein,  dafs  Dietrich  aber  bis 
zum  jüngsten  tage  mit  wurmen  kämpfen  mufs,  (vgl.  oben  LXXVII,  3) 
und  zwar  zur  hülse  für  Hildebrands  tod,  davon  weils  die  vorrede  nichts. 
2.  Dieselbe  hs.  aus  Weimar  hat  nr.  611  das  erst  bar  von  Hueg 
Dietrich,  in  der  Kalberweis  Hans  Heyden.  1566,  20  jan.  von  Vogel 
gedichtet,  der  anfang  lautet  Es  wardt  ein  buch  funden  vor  man- 
chem Jahr  in  einem  kloster  Tagemunden  genant  w  ar.  nr.  454  steht 
das  ander  bar  von  Hug  Dietrich.  In  der  härten  steinweis  M.  Vogels 
1566,  22  jan.  beginnend:  Hug  Dietrich  zu  Bechung  sprach. 

Mehr  als  diese  beiden  bar  hat  die  hs.  nicht,  wie  der  eingang 
des  ersten  zeigt,  folgt  der  dichter  dem  gemeinen  text  (D)  des  Wolf- 
dietrich, er  behandelte  aber  nach  der  Überschrift  nur  die  Werbung 
Hugdietrichs,  die  ja  ein  abgeschlofsenes  ganzes  bildet. 


330  ZEUGNISSE  UND  EXCURSE 

LXXXIV. 

Zu  den  IIS  nr.  150  aus  Fischarts  Schriften  gegebenen  Zeug- 
nissen kommen  noch  einige. 

1.  Nachtrab  oder  Nebelkräh,  1570  bl.  16a 

wer  wolt  doch  nicht  allhie  erzittern 
vor  diesen  schwartzen  Jesuitern. 
die  Münch  die  führen  lange  Spiesz, 
ich  glaub  wol  dasz  es  ser  verdriesz 
die  Landsknecht  vnd  manch  dollen  Reuter, 
weil  sie  die  Munch  vertringen  leider, 
der  hörnen  Sewfried  gilt  nicht  mehr, 
weil  der  Münch  Ilsän  kommet  her. 

2.  Ernewerte  Beschreibung  der'  Wolgedenckwürdigen  Alten 
vnd  warhnllten  verwunderlichen  Geschieht  Vom  Herren  Petern  von 
Stauffenberg  usw.,  Strafsburg  1588,  B  2 

Oder  wollen  wir  weiter  traben 

Vnd  aufs  dem  Heldenbuch  hüllf  haben, 

Als  die  Treu  Hülff  Zwerg  Elberkhs 

Sampt  der  Rauch  Eis  Wolff  Diethertchsf 

Oder  sollen  wir  Hülff  erwarten 

Von  den  Helden  im  Rosengarten, 

Dem  Schruthan  vnd  Asperiati 

Dem  Hörn  Seifrid  vnd  Mönch  lllzan'i 

Oder  aufs  Artus  Messenei 

So  die  Tafelrund  bsetzten  frei? 

Oder  wollen  wir  wecken  aufF 

Inn  Venusberg  den  schläffrigen  Hauff, 

Den  Tanhäuser  vnd  Sachssenheymer 

Die  doch  darbei  sind  gute  Reimer, 

Die  Denckwürdig  alt  Geschieht  (eine  zeile  fehlt) 

Sampt  ires  Treuen  Eckarts  Zwerg, 

Der  sie  bei  Brisach  führt  inn  Berg? 

3.  In  demselben  gedieht  B  5  wird  ausgeführt  wie  schon  die 
beiden  vor  Troja  des  citherspiels  kundig  waren,  auch  Volker  wird 
nicht  vergefsen  : 

Der  Altzenfidler  könnt  heut  geigen 
Vnd  Morn  im  Rosengart  sich  zeygen. 
Die  Hand  welche  den  Bogen  zogen, 
Zogen  auch  offt  den  Fidelbogen, 


ZLK  DEL  ISCHEN  IIELUENSAGE  LXXXIV.  LXXXV    331 

Vnil  was  ilüch  keyns  vom  andern  gschendt, 
Eyn  jedes  gschah  zu  seinem  End. 
4.  Auch  im  Gargantiia  finden  sich  noch  ein  par  anspielungen  ; 
seit  ein  Kabifsbauer  in  seim  Kabiskopf  nit  besser  verstehn,  wann 
ich  jhne  nennt  WoJffharte,  Hihhbrand,  Sigfrid,  Fridericli,  Gott- 
rid,  ^Yin^ch  usw.  aiisg.  von  1590  s.  203.  —  was?  solt  ich  bei 
Mannlichen  Leuten  nicht  angenemer  werden,  wann  ich  ein  solchen 
Knebelbartfrefsigen  Namen  bette,  der  von  gethön  vnnd  hall 
den  Leuten  aufszusprechen  ein  lust  gibt,  als  Eisenbart,  Kerle, 
Hörebrand,  Hartdegen,  Schartdegen,  Degenwerd,  Wildhelm,  Helm- 
schrot, Voland, Grimmwald,  Grmmhild,  Kibhelm.  Künhelm,  Fastkün, 
Eisenarm, //ö"noar< ...  s.  203.  —  aber  das  Baderisch  und  Bechlungisch 
messerwerfen,  scharsach  schiefen  liefs  er  sant  Veiten  haben  s. 
345.  —  und  also  die  andere  Hern  HautTschlag,  Greuelhelm,  Helm- 
schrot, Kleingolt  s.  532.  —  weil  sie  (Euryt  und  Cteat)  aufs  Sylberen 
Eyerschaln  warn  geschloffen,  so  werden  sie  heut  gewifs  aufs  Stähli- 
nen Nebelkappen  schliefen  s.  383.  —  wiewol  ich  nichts  auf  die  berg- 
knappisch nebelkappen  halt  s.  477, 

LXXXV. 

L  ChrPhvonWaldenfels,  selectae  antiquitatis  libri  XH,  Nürn- 
berg 1677  handelt  s.  374 f.  über  Eckhart,  nachdem  er  ihn  mit  Hec- 
tor  identificiert  hat,  fährt  er  fort: 

Ali  US  Eckardus  redhibetur  Zenonis  et  Augustuli  christianorum 
iniperatorum  coaetaneus,  dnx  Brisgoviae  et  dominus  Elsatiae,  qui 
in  curatela  consanguineorum  suorum  minorennium  Harlungorum 
admirandam  extremo  vitae  discrimine  contulit  fidelitatem.  Unde 
et  Fidelis  Eckardi  agnomen  dignissime  adeptus.  Fabulosae  vero 
recordationis  ergo  tale  commentum  ac  si  post  mortem  in  conficto 
illo  Monte  Veneris  vel  Melibocco  praesidens  frivolos  advenientes 
de  damnoso  accessu  et  frequentatione  dissuaderet,  conglutinatum. 
—  s.  377  erwähnt  er  noch  den  aberglauben:  hodierno  quoque  die 
superstitiosi  nonnuUi  vocem  improvisam  quasi  susurrantem  audien- 
tes  imaginantur  Treu  Eckardi  spiritum  eos  revocare. 

Die  nachricht  wird  auf  die  vorrede  des  heldenbuchs  zurück- 
gehen, wo  er  ebenfalls  'aufs  Elsas  vnd  prüfsgaw'  heilst  (3,  23  Kel- 
ler) und  die  erwähnung  seiner  wache  vor  dem  Venusberg  ebenfalls 
düTch  man  sagt  d,  26  und  man  fer meint  auch  11,  25  von  seiner 
tätigkeit  als  pfleger  der  Harlunge  geschieden  wird,   das  volk  der 


332 


ZEUGNISSE  LISI)  EXCURSE 


Hareliingi  als  bewohner  des  Breisgaues  hatten  auch  die  gelehrten 
des  16.  Jahrhunderts  für  historisch  genommen,  s.  oben  LXV,  1. 

2.  Ein  älteres  zeugnis  für  den  warnenden  Eckart  findet  sich 
in  dem  gedieht  die  Welsch  Gattung  Strafsburg  1513  (Gödeke 
grundr.  §  117,  20)  bl.  Jja 

ich  ^Aarn  euch  als  der  treu  Eckart. 
Berlin,  im  juni  1871. 

OSKAR  JÄNICKE. 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN. 


[87']  Arrabo,  arrabonis  i.  phant 

quasi  arra  bona  que  spon- 

se  datur.  1. 
acinax,  ferrea asta.  i.  azger.  2.73. 
alnus  erla.  3. 

amurca  [88"]  fex  olei.  i.  dnisina.i. 
5  aucipula  clobo.  5. 
ascella  öchesa  sab  humeris.  6. 
acitabulum  aceti  uas.  phanna  ci- 

atus.  297. 
ansa  hantaba  1  hasta.  7. 
arula,  uas  prunarum  glötphäna,  8. 
10  alietum  auis  eringre'z.  9. 

attacus.  hera  l  ut  quidam  hun- 

bel  10. 
arctolus  satelboge.  1 1.  471. 
argilla  Umus  l  testa  mergil.  12. 

472. 
afforus  phirllo. 
15  andeda  brantreita.  13.  474. 
alx  genus  bestie.  i.  elaho.  1 4. 473. 
ariola  höba.  15. 
aquamanile  hantcar.  16.  473. 
alcerto  haiger.  17. 
20  alenos  ellenbogo.  18. 

amiclum  peplum  fascia  pectorale 

höbetöhc.  19. 


auripigmentum  orgement. 

acer  agena.  20.  [88''] 

apsintium  wormiti.  21. 

acer  gundereba  \  mazzUlira  ar-  25 

bor.  22.  477. 
anetum  tille.  23. 
apium  ephe.  24. 
allium  clobeloch.  25. 
ascohnium  asclöch.  26. 
acies  acumen  wessin.  27.  30 

alapa  orslac.  28. 
aurugo  species  coloris.  i.  gelivi. 

29. 
aulicus  honetrut.  30. 
anco  mismos  incastratiira.  i.  not. 

31. 
aspidiscus  uncinus  craphio.  32.    35 
alec,  allecis.  i.  harinhc.  33. 
arvina.  i.  pinguedo.  i.  unslit.  34. 
axidonum.  i.  stöL 
albugo  hÖcsal.  35, 
andromena.  i.  gazza.  36.  478.  40 

[89"] 
anus  uetula.  I  alibi  ars. 
ascia  desehla  l  barta.  37.  479. 
aneta.  anit.  auis  aquatica.  38. 
auena  habero  l  wüthabero.  39. 


14  Graff'  3,  366       21  peplum  und  höbetöhc  übergeschrieben       24  wor- 
mili  überg:       25  arbor  überg:       39  höcsal  iiberg. 


DIE  FLOHb:iNTIi\ER  (BLOSSEN 


333 


4i  axilgia.  smero  40. 

allicito,  imiito  spanon.  -11. 

aiiricalcum.  i.  mosc,  orcal. 

artocrea  crapho.  480. 

ara   stabuliim    porcormn    sH^a. 
481. 
50  aquariiis  achari.  42.  316. 

ascelle  sceidun.  43.  317. 

aulea  wnhehanc.  44.  318. 

annuabile  halMsin.  lachin.  45. 

amphihalmn  man. 
55  alea  zapliil.  46.  325. 

atriplex  mölhta.  47.  326. 

ancra  saxa  senlielslen.  48. 

apparitor  satelles.  diensman.  49. 

aviariuni  fogelw~Jda.  50.  46^2. 
Gü  adolatura  parta.  51. 

allübrox  gallus  burgendare.  52. 

adulator  losare.  53.  46'J. 

allido.  elido.  hie  cerislozon. 

aurirrigiiim  goltborto.  54. 484.70. 
65  arpago  tridens  1  fiiscimila  craöal. 
55.  25'6'. 

auiugo  color  in  auro  1  geleshnt. 
56. 

alopicia  prmf.  57. 

ardea  hetger.  58. 

an^tra  w/s<?7.  59. 
71)  asserum  laddo.  60.  466'. 

aser  haselörz.  6 1 . 

anaglipba  manlicha.  62.  46'7. 

arnica  wolfzeisila.  63. 

armentarius  cancilari  64.  4^<5. 
75  attenuatus  [89']  garmeter.  65. 

auricularius  ratgebo.  66.  .?24. 

assatura  spizpralo.  67. 


bO 


arundo  canna.  i.  ror.  68. 
adiilteriiia  clavis  affejerslnzel.  69 
ap'fusiis  h'  icasholanter.  70. 
arnoglossa  wegerich.  71. 
agaone  subtilla  b'  M^orwtt..r...z. 

72. 
agre  1  canape  h'  hanif.  73. 
alamen  1  casaltro  l  spiptiria  h' 

bisten.  74. 
alosantiis  li'  wormiota.  75.  85 

apiorisu  l  butrarion  heininfiioz. 
agatia  fructus  arboris  spinosi.  i. 

s/e''rt.  76. 
ausora  ringila.  77. 
ainatilla  acter  b'  holantar.  78. 
albamenta  rosarum  wizummiza.  9u 

79. 
auellane  nespila  fructus  l  arbor 

ipsius. 
amarellus  amirzo. 
artagge  birchun.  80. 
avellaiia  ska.  81.  [90"] 
Bursa  pellis.  i.  kut.  82.  95 

bolboma.  urna.  i.  embir.  ^d.299. 
botbolicula  stouf.  84. 
baiasiuiu.  imago.  i.  bilde.  85. 
bootes.  sidus.  bubulcus.  i.  o'si- 

nare.  [90''] 
bubalus.  i.  iDisant.  86. 
bubo  auis  nocturna,  i.  hvo.  87. 
braca  femorale,  i.  bröch.  88. 
bulla  sperula  aurea.  i.  rinch.  80. 


100 


bostar  rinderstal.  90.  480. 
ballena.  species  piscis.  i.  walira.  luj 
91.  490. 


45  smero  überg.  47  mosc  überg:  54  mantil?  69  nustil?  82 
or  ist  ausradiert  84  vgl.  GrafJ^,  6S&  92  f^/.  zs.  9,  391,  :>5  99  vor 
0  jji  h  ausradiert,  sidus  üüerg\       102  «atA  c  i«  bruca  rasw       104  stal  ü  er 


334 


DIE  FLOIJENTINEU  (.LOSSEN 


brancia  gullnr  i  niaxilla.  i.  chela. 

92. 
bastaban  bremo.  93. 
bitumen  ertlim,  gluten  terre  tcna- 

cissimum.  94.  491. 
biiciila  iiacca  iuuencula.  i.  kalbn. 

95.  492. 
110  buculare  labium.  i.  labil.  96. 493. 
bipennis.  parta  bial.  bis  acuta. 

97.  494. 
botrus  wintrubo.  98.  495. 
butirum  pinguedo  lactis.  i.  anco. 

99. 
biiTus,  cottus  fimbriatiis  cozzo. 

100. 
115  Imttudo  shgimeli.  101. 

baratrum  uorago.  i.  holberloch. 

102.  496. 
basis  staphalin  quic([uid  fiinda- 

mento  subicitur.  103. 
bucca.  OS.  mnnt.  104.  498. 
balbutio,  bla^'bizo  stanbilon.  105. 

499. 
120  botinus  lacha.  106.  500. 

hinx\h\\(jolenueppewrm.\^1.501. 
basterna.  species  uehidi.  i.  sam- 

böch.  108.  508. 
balbus,  blesus.  neselenter.  109. 

502.  [91"] 
behüs.  concauiim.  label.  HO. 
125  barbita  suegila.  111. 
biiUa  blatera.  112. 
blesus  lisbinter. 
bracia  malz.  113.  503. 
bancale.  i.  bandachin.  114.  504. 


bacinum.  i.  becchin.  1 15.  76'.        13u 

bulcio  bolz.  116.  505. 

bacbones.  perna.  i.  bacho.  117. 

bacina.  i.  wegwüha.  118. 

brinna.  i.  hundaz.  119. 

bacha  wahegelari.  120.  135 

brasicia.  i.  loirz.  121. 

boletus  bV.liz.  122. 

bratea.  i.  'plech.  1 23. 

brancus  (Umpho.  124. 

bruma.  i.  rifo.  125.  140 

brionia.  herba.  \.  schitworz.  126. 

brucia  bechela.  127. 

batus  brenbrema.  128. 

butracion  l  apiorisu  heininßoz. 

129. 
basilica  l  basilicon  t  regia  ma-  145 

dilger.  130. 
bicus  lingua  spechtes  znnga.  131. 
buris  fluggishöblt.  132.  506". 
biduvium  kertare  ui  rebemezzer. 

133.  5(?7.  [91''] 
Cidarim.  pilleus  mitra  /iö6e. 
cataplasmo.   medicamina  inligo.  150 

i.  faschon.  134.  5i4. 
catharus.  mundus.  i.  reiner. 
contubernalis    hergesello.    1 35. 

cornus  erlizbovm.  136. 
cotanus  chntimbovm.  137.  Ji5. 
calpodia  Zas<.  138.  Jj^ö".  155 

curicule.  wortherngil.  138. 
culucalus  xoazirstelce  auis.  139. 

5i7. 
crenüum  spaha.  140.  505*.  [92"] 


108  ertlim  überg.       109  kalba  ?V6e;'  uacca       114  cozzo   iiherg:  117 

staphalin  übevg:      133  ig/.  G?-«/)/''  1,  677       134  l.  huudaz       135  vgl.  Die- 

Jenbachs giossariums.^i"      144  Z.  heiuinfuoz       152 hergesello «Vierg'.  156 
th  auf  rasur 


DIE  FL0RENT1NEH  GLOSSEN 


335 


cardiacus    herzesuhiiger.    cordis 
dolorem  liabcns.  141. 
160  ca})reasilvaticas?em</es.  142.57,9. 

capra  doniestica  geiz.  1 43. 

castor  fibur.  i.  biber.  144. 

cimiciilus  lorichi.  145.  320. 

capreolus  capreolus  rech.   146. 
521. 
165  ceculus  blmdosh'cho.  147.  522. 

capedo  species  piscis.  i.  alant.  1 48. 

conca.  i.  concula  muscnla  l  labil. 
149. 

Cancer  crebizo. 

capus  falco.  150. 
170  cuculus  gonhc.  151. 

carduelis  distilwizo ,   distihdnco. 
152. 

caradrioD  lericha.  153. 

coturiiix  perdix.  i.  rephön.  154. 

cicendula  cleno.  155.  523. 
175  cornix  cra/a.  156.  525.  [92'] 

castor  o^^rr.  157. 

cautia  scribizuz. 

caiilerium  J  cauteriolum  cantari. 
158. 

cal Vitium  cahoa.  159.  529. 
180  cervix.  i.  Collum  hals.  160. 

cubitus  e?m.  161. 

cartillago.  molle  os  et  sine  me- 
dulla.  crostilla.  162.  543. 

coste  rippe.  1 63. 

coxa  8:  clunes  rfeecÄ  1  /??//fe.  164. 
571. 
185  cerebella  hirnereba.  165.  <5ii. 

celiffal  tenar.  166. 

calxcalcaneuin  fersina.  \Q1.551. 

crus.  tibia  sct*nca.  1 68.  J<52. 


Cüclea  turris  in  qua  per  circui- 
tuni  ascenditur  wendilisten. 
169.  553. 

Camera  gewelhe.  170.  554.  I'jü 

crypta  cruft.  171. 

cementum  pflaster.  quo  murus 
compingitur.  172. 

calces  calc.  173. 

cementarius  murare.  174. 

curia  dinchns  l  sprachns.   175.  l'JS 

curialis  esagfo.  176.  510. 

calips  ferruni.  i.  sfai  1  isan.  177. 

cauterium  ferrum  cum  quo  ani- 

malia  uruntur.  i.  bolz.  178. 

555. 
c\a\üs  stinrnagel  l  sMec.179. 556. 
clavis  sluzzil.  180.  557.  200 

creagra.  fuscinula  crewel.  181. 

circinus  msa.  182.  559. 
circus  ul  circulus  1  ciclus.  i.  r?»c. 

183. 
carra   \    carriica   1   carpentum. 

plaustrum.  i.  wagen.  184. 

carpentarius  holzwercman.  185.  205 
cuna  I  cunula   l   cunacubuhim 

loaga  l  Iq'geride.  1 86.  560. 
cenaculum  mösgadem.  187.  [93"] 
cartallum   canistrum.    i.   cratto. 

562. 
calathus  zeinna.  188.  564. 
ciatuscalixmodicus.  i.slouf.lS^.  210 
cratera  napfl  coph.  190.  547. 
coclear  leffil.  191.  5^<?. 
caldarium  I  caldariülum  chezze. 


171  distilwizo  überg\      179  o  zwischeti  I  m7«c?\v  ausradiert      213  ^.  chezzel 


336 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


in  quo  calefit  aijiia.    192. 
565. 
cantharus  naff  \  canneta.   1 94. 
548. 
215  celatura  heui  \  graft  sculptura. 
193.  56ß. 
cyminum  cumi.  195. 
cucumis  l  Cucurbita  ciirbiz.  196. 
cucumerarium  curhizgarto.  197. 
carectum  ried  l  saer.  19S.  567. 
220  cicuta  scherelinc.    potius  herba 
quedam  uenenata.  1 99.J6'6'. 
cepa  louch.  200. 
ce]^e  pJilanza.  201.  569. 
cerefolium  cheruilla.  202. 
Carduus  distil.  203. 
225  canniva  cm/".  204, 

celidonia  scheUiwrz.  205. 
colocasia  icüdumimza.  206. 
casia  uirga  corticis  robusti  pur- 
pureis foiiis  wihhonm.  207. 
coliandrum  collindir.  208. 
230  caulis  choU.  209. 

cardamus  loildecresso.  210. 
crocus  species  floris.  i.  crugo.'l  1 1 . 
consitus  plantatus  gmbüolir.  212. 

526. 
citta  cortex.  i.  rinda.  213.  «5^7. 
235  cippus  stoc  l  bloc.  214. 
cedrus  cedirboum.  215. 
cinus  criehbonm.  216.  528. 
carapenus  haginbucha.  217. 
corilus  hasil.  2 1 8. 
240  colurnus  hesUiner.  219. 
coccus  rotphellil.  220. 
cocciniim  reizza.  color  rubeus. 
221.  ^5Ö. 

219  hinter  saer  ach  ausradiert 
cch  auf  rasur      265 /.  cuacla       272 


cortina  uelum.  i.  umbihanc.  222. 

caliga  scöch  1  soc.  223. 

caligula  sochili.  224.  245 

ciange  hosiin.  225. 

culix  mugga.  226. 

capulus   /ie?za  I  anthaba.  227. 

cassidile.  petra  muhsina  casfa. 
cos  tcezzesten.  228.  250 

culter.  i.  cultellus  mezzer.  229. 
camites  canti  /e?^a  circa  rotas. 

230.  55^. 
clivus  halda.  231.  JJ4. 
crepido  sticchili  l  hali.  232.  JJt'. 
controversia  altercatio.  i.  strü.  255 

233. 
cardo  ange.  234. 
callis  2)/iaf  t  toec.  235. 
calles  s««Y.  cutis  spissata.  236. 
celramentum  blacha.  237.  533. 
colustrum  biest.  lac  nouum  post  2ß0 

partum.  238.  [93'] 
constellatio  gistirne.  239. 
calcatorium    torcular.   i.   truta. 

240.  513. 
conpluvium  dachtrouf.  241.  544. 
carbasus  segil.  242. 
colus  roccho  l  cunila.  243.  545.  265 
colum  siha.  244.  <546'. 
clava  co?&o.  245. 
curtis  hof.  246.  5ic9. 
curtile  ho  festat.  247.  .?2Ö. 
crispus  reider.  248.  J5J.  270 

cömanipularis  hergesello.  249. 
colossus.  i.  irminsvl  altissima  co- 

lumna.  250.  536. 
calceus  \  caliga  scoch.  251. 

241  beide  worte  über  der  zeile      254 
iruiinsvl  überg'. 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


337 


cistella.   capsella.  i.  tasca.  252. 

[94'] 
275  clitella   ciistella  i  meissa. 
bisentium  kalba. 
corrodo  dilaccro.  i.  bignago.  253. 
depo  furor.  i.  stilo.  254. 
catillo  alienas  doinos  more  cati- 

lorum  giro.  i.  yiascon.  255. 
280  clisco  creso.  256. 

cavillum  cauillatio  hu  l  spot.  257. 
coacuo.  in  acetum  uerto.  i.  isu- 

ren. 
consultatio  ratfraga.  258. 
collimito  anamarcho.  259. 
285  confuto  gehono.  260.  337. 

confrigo  gerosto  l  geherto.  261. 

639. 
conpilator  aliena  dicta  suis  mis- 

cens    zesamene    plezzare. 

262.  340. 
conger  hasela.  263. 
capistrum  halftra.  quo  equi  ca- 

piuntur.  264.  349. 
290  capitium  hobüloch.  265^.  321. 
collarinm    halstöch.   ul  circulus 

colli.  266. 
ceruical  cnssi  puluillus. 
consistorium  dmchkus.  267. 
cauea.  domuncula  ubiauicule  in- 

cluduntur.  i.  k  .'.m'a.  327. 
295  crista  camp.  268.  338. 
ceruleus  carfo.  269. 
castorium     medicamentum    de 

castore  bibtrtDrz.  270. 342. 


cansape  mensale  ambetlachin. 
211.322. 

calta  species  floris.  i.  de.  272. 
[94"] 

concionator  sprachari.  273,  ,570.  300 

coi'bis  1  cophinus  corh.  274.  372. 

comedo  glutio  mlifraz.  21^.37 3. 

corinbus  trubo.  botrus.  276. 

cylindrum  wellibloc.  277.  374. 

cribellum  sibelin.  278.  305 

cinobatus  hundisberi.  279. 

citania  h'  chotan.  i.  mala  cedonia. 
280. 

coropodium  chntina.  i.  mala  ce- 
donia. 281. 

coconidio  dlantes  bere.  282. 

ceruisaria  donius  prnhus.  283.  3io 
323. 

calli  formule  ad  faciendos  cal- 
ceos.  i.  leist.  284. 

Discoforus  discum  ferens.  i. 
trntsaz.  373. 

di.scriminalia  muliebris  capitis 
ornamenta  ([ue  crines 
discernunt.  fasvviUa.  285. 
377. 

däma  l  dämula  htntchalb.  378. 

dextralia.  late   armille    bougun.  315 
376. 

deambulatra  ubi  deambulari  pol- 
est, i.  genge. 

delicatus  deliciose  niitritus  zar- 
tüicher.  286.  379. 

delfin  mersuin. 


276  wenn  man  auch  an  ein  verb  biso  das  aus  pisitare  Diefenhacli  s.  438  " 
zu  entnehmen  wäre,  denken  kann,  so  bleibt  doch  immer  die  frage  ivie  die  glosse 
in  den  buchstaben  c  kommt,  es  kann  allerdings  leicht  das  mit  c  beginnende  ivorl, 
zu  dem  die  glosse  gehörte  irrtümlich  ausgelassen  sein  282  l.  ueitor. 
irsurea       288  hasela  iiberg.       308  ibutiiia  überg. 


338 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


dumus.  i.  Spina,  i.  doriL  580. 
320  deditio  zurgtft.  287. 

danubius  p.  n.  tluiiii.  i.  tönouua. 
decipula.  laqueus  1  nalla  l  druh. 

583. 
dolabra  ascia.  i.  harta.  584. 
decerniculum  oniamentum  uir- 
ginalis  capitis  ex  auro.  i. 
nnderhant.  585.  [95"] 
325  ductile.  metalJum^es/a^eMes.288. 
587. 
dolo  snido.  i.  houuo.  289.  586. 
desipio.  male  sapio.  i.  tübizo. 
depasco  cOsumo  frhzo.  290. 588. 
dehisco  scrindo.  i.  chino.  patesco. 
589. 
330  diffido  despero.  i.  fercan.  291. 
590. 
depello  uzstozzo.  292. 
deccdo    discedo.    locum    do.   i. 

rimio. 
deriuo  detraho  1  deduco  i  rüso. 
dedo  subdo  tradü.  irgibo. 
335  deiitilia   restera.  dentes   aratri. 
680. 
deprauor.  ris.  ih  ferhoson.  293. 

591. 
duciolus  zapfo. 
dictänum  wit  ."r  .  .  z. 
deuocatio  sceltuga.  592. 
340  dipsane  lochesuesini.  294.  593. 
demolitus  zostorta.  295. 
detontio  andd't  hwisabida.  296. 
deppo  siozo. 

dormitilla  fichuurz.  [95''] 
3i5  dorsale  ruclacchen.  594. 


dcntix  waler a.  297.  595. 
Ecclesiastes.      concionator.      i. 

ephoebia  lupaiiar  hovrns. 
electrum  metalliim  auro  clarius 

fnlgens.  i.  gesmelze. 
elleboron.  ueratriim.  i.  Jiemera.  350 

germdra.  [96"] 
enigma    obscura    sentencia.    i. 

ratisca. 
eucharistia   bonum    donum.    i. 

vvizzot.  601.  [97"] 
extalis  grozdarmlgrozmago.  298. 

599. 
editio  translatio.  i.  an//}  stnnge.'^. 

299. 
empticius  chüffscalch.  603.  355 

emuuctoria      forcipes      quibus 

adusta  luminaria  purgan- 

tur  cluß.  604. 
examen  suarm  \  iirsöch. 
crugo.  rubigo.  i.  7'ost. 
eruca  uermis  in  bolere.  i.  gra- 

sev'rm.  601. 
ebor  helfent  ben.  596.  360 

elephans  beluarummaximus /te/- 

fant\  597. 
edera  ebach  l  ebee^'ue.  598. 
ex"ox  species  piscis.  i.  laslis.  606. 
ericius   bestiola  spinosa.  igil. 
extire  posterior  pars  capitis,  i.  365 

noue. 
eburncus  helfe' titbeininer.  608. 
epeditio  heriuart.  i.  preparatio 

belli.  607. 
eques  1  equester  reüman. 


333  ein  Verb  um  runsjan  vo«  ruiisa  dem  tat.  gemä/'s?  339  /.  sccltüga 
342  hintliabida?  343  beide  worte  sind  mir  unverständlicli.  gehört  hier- 
her sioza  zs.  2,  5?       365  Graff2,  1113 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


339 


essedum  species  uehiculi.  i.  sam- 

böch.  [97''] 
370  escarus  genus  piscis.  i.  huso.  609. 
episiunen  zömose.  610. 
eniungo  narcs  purgo.  i.  smüo. 

611. 
exentero     uentrem     apeiio.     i. 

scurffo.  300.  613. 
excorio.  corium  aufero.  i.  ßlo. 

skindo.  301.  612. 
375  exto"bero.  nodiosus  fio.  i.  mase- 

ren.  302.  615. 
exploro  inquiro.  i.  spehon.  303. 

614. 
excutio  uerbero.  bluio.  304. 
enula  alant.  305.  616. 
ere''clea  h'  reüachaltir. 
3S0  exungilogia  l  sintice.  Ji'  smeruua. 

617. 
exedontiton.  i.  cicer.  h'  chicherra. 
erpillum  pnleio. 
esculus  spboum.  618.  [99'] 
Fistula  calamus  l  suegela.  620. 
385  fascia  i  uuindinch.  306. 

furg'a  haggo  l  zuisilla.  W1.621. 
furcilla  gabala.  308.  622. 
fuluum    rotez.    eluuez.  prunez. 

309. 
feminale.  l  femorale   brache  i. 

bröh. 
390  fernen  coz^a.  i.  diech. 

liscella.  sportula.  i.  cnrbele.  629. 
fascis  I  fasciclus  gebündelt.  630. 
fibula  i.  cautenatio.  i.  nmkU.  631. 
forceps  zanga  quia  fortiter  capit. 
395  fuscina.  i.  fiiscinula  creul.  i.  cra- 

pho.  632. 


falx  sihcHla. 

falx  fenaria  segensa.  3 1 0.  623. 
feniseca  viadare.  3 IL  624. 
fenuni   secans  falcastrum  riut- 

seginsa  l  getisin.  312.  625. 
iorn'w  sw'bogo  l  sigiiiim  uictorie.  400 
furnus  1  fornax  onan  clibaiius. 

313.  [99''] 
fumarium  rouchhus.  302. 
figulus  hauenare.  633. 
llauus  faluer.  634. 
feriae  fira  uacationes.  635.  405 

fenus  qiiestus  ul  usura  1  h^an. 

636. 
funda  slinga.  637. 
fuiidibulariiis  slingare.  638. 
fissilis  duftiger.  314.  639. 
ficetula  sneppha.  410 

fringellus  fingo. 
fueus  api  similis.  i.  trenö.  315. 

640. 
ficones  socsoöha  619. 
fagus  böcha. 

fraxinus  asc.  41 5 

fusarius  spimielbovm.  641. 
fusus  spinnela. 
farnaicus  cippiis.  i.  stoc. 
feniculum  fenechil. 
fcnicium  fenich.  420 

fragil m  erdbere. 
fiingiis  SU  am. 

fascinum  1  fasciuatio  zoub\  642. 
fideiussor  cuius  aliquid  fide  com- 

mendatur.  i.  burgo. 
fertiis.  panis.  i.  ßado.  643.  425 

flabrum    I    flabelkiin   uentus    1 

unadel. 


379  so/ist  kann  Ich  das  worl  nic/il  nnehuu-isi'n       413  /.  socscoba 


340 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


fenicium  coccinum.  i.  rezze.  3 1 6. 

643. 
finibria  traro.  317.  644. 
fidis  corda.  i.  seito.  646. 
430  fiindus  predium  girunt  \  hoidnn. 

648.  [100^]  ' 
fidicen  fidibus  canens  seitspilare. 
fimus  (leise  stercus  boum.  626. 
fonalia    stuppe    luccrnarum.    i. 

dat  te. 
flacceo  arefio  niarceo.  i.  wesinen. 
435  findo  diuido  v.  spalto. 
fascino  zouberon. 
frico  rosto.  herto.  ribo.  gnüo.  318. 

649. 
fetellus  calp. 
formellum  was  lei'p.  650. 
440  faiix  guomo.  651. 

fiirfarius  dorendral.  862. 
faidius  fezel.  319.  627. 
ferrum  conscrtorium  dehsihisen. 

863. 
fulcrum    liniberga  l  spriuzzida. 

320.  628. 
445  facitrecula  feztregela.  864. 
flascones  flascön.  865.  [100''] 
Git  quoddam  infirmum  seinen. 

V.  prothuurz.  867. 
glis  cisimus.  l  potius 
gurgiilio  engiring.  321.  868. 
450  gumrni  gutta  de  arboribus  lluens 

fliet.  322. 
gene  partes  sub   oculis   hußla. 

652. 
gingiue  caro  circa  dentes.  i.  bi- 

larna.  323.  653. 
giulla  slunt.  654. 


giila  kela  1  commessatio.  869. 
gesticulatio.  molus  musicus  ws-    455 

hunga.  870. 
graticula  rost.  \  hurt.  871. 
gippiis  houerochter.  872. 
globiilus  clneli.  873. 
gratiosus  henstiger.  324.  874. 
gluten  lim.  460 

gremium.  siccamen  lignorum  \ 

gramen  noimm  post  sec- 

tionem.  i.  amat.  \  siniis. 
glarea  griez.  325.  655. 
graculus  roch.  326.  656. 
grillus  heimo. 

giluo  musfarunemo.  327,  657.     4G5 
gladiolus  seuertella. 
genuimis  dens.  kinnizan. 
gleba    cespes    durus.    l    scoUo. 

661. 
galli  sacerdotes  dee.  galli  castrati 

hain.  328.  875.  [10  P] 
ganeo.  gulosus.  i.  file  fraz.  470 

grus  cranich.  662. 
glans  eichilla  1  drös.  876. 
glandula  drösili. 
ganinio  grino. 
grassor  pugno  baclior  seuio.  i.  475 

döbon.  880. 
granarium  spichare.  658.  877. 
galleola  gebitta.  329.  659. 
gener  eidem. 
glabrio  grint.  878. 
gilisia  windisca.  330.  660.  480 

geneceum  gejieztunc.  331.  879. 
Herodion   auis   ignota.   i.   uu'lt 

falco.  [101''] 
bydropicus  wazzirsuhtiger.  881. 


430  /.  boidim       455  wichuuga': 


DIE  FLOREiMINER  GLOSSEN 


341 


humerus  sculterra  l  ha'^süa.  332. 

882. 
485  humerula  chipp^a.  333.  883. 
habena  zuhil.  884. 
liinnit.  i.  loeiot.  equus  cum  uocem 

emittit.  334.  885. 
hulcitum  hülst.  335.  88ß. 
hyrundo  sualewa. 
490  hyrundo  sanguisuga.  i.  egila. 
hibix  steingez.  887. 
haurifer  scaffo.  336.  888. 
h'rniosus  ponderosus.  i.  holohter. 

[102"] 
hio  ginen  889. 
495  hiena  illitise. 

Icho  yos.  sonus.  I  galm.  [102''] 
inuoluculum  cöuolutio  uestium. 

V.  uuollÖch.  667. 
jecor  lebei'a. 
ilia  lancka. 
500  inguina  pudenda  corporis,  i. hege- 

(Irösa.  337.  670. 
inaures  orringa.  663. 
interrasilis  interlimatus.  i.  under 

figüonter.  338.  668. 
incastratura  coniunctio  tabula- 

rum.  i.  not.  669. 
inpetigo  citterlJm.  ruda.  665. 
505  juniperus  nnecchelterboum. 
inclusus  dosinare.  339. 
inibrex.   tegula.   schindela   quia 

imbrem  arcet. 
jaculnsanguis  qui  animaliatrans- 

iacit.  i.  lintwrm. 
janista  ianitor.  i.  turuuart. 
510  incaustum  atramentuni.  i.  tincta. 

600.  [103'] 


juridiois  legisperitus.  i.  esago. 

incus  aneboz. 

interula.  interior  tunica.  i.  he- 

mede. 
isca  zundira  fungus  in  arboribus. 

666. 
Leuiat''an  interpretatur   dracho  515 

serpens.  [103"] 
libra  decem  uncie.  i.  waga. 
librum  hunior  sub  cortice,  i.  saf. 
larus  auis.  i.  mnsare.  671. 
loalicus  gruiisphet. 
lustrus  aquatica  bestiola.  i.  ottar.  520 

340. 
lumbricus  regirmurm. 
laudola  leric^a. 
locQsta.  i.  heustafel. 
licisca  mistbella  l  brechiu.  341. 

672. 
linter.  canis.  i.  miiiite.  525 

linx  bestia  quedam.  i.  luhs. 
lacerta.  i.  egidehsa. 
lacertus  musculus  bracbii.i. /nws. 
lunbi.  lendi. 
lamia.  quoddam  monstrum  mu-  530 

lieri  simile.i. holzmüa.  342. 

673. 
lanugo.  fructusmaturuscarduum 

1  lana  terre  i.  mies. 
lathomius  lapidum  cesor.  i.stem- 

meizil. 
laquear  himüeze.  343.  [104"] 
laterculus  schindela  l  dilo.  675. 
lima  figila.  674.  535 

lineolus  fiiuin.  i.  sinör. 
lupatis  frenis  i  chamis. 
lacinia  ora  uestimenti.  i.  suom. 


Z.  f.  D.  A.  neue  folge  111. 


23 


342 


DIE  FLORENTINER  CxLOSSEN 


limbus.  fascia  in  fine  uestimenti. 
i.  suom  l  borto. 
540  licium  ^arlefa  l  fizza.  344. 
lodix  iceppe.  345.  676'. 
lumbare  modica  braga.  i.  dieh- 

hröch.  677. 
lena  quedani  uestis.  i.  lilach'n. 
lacerna  uestis  fimbriata.  i.  chozzo. 
346. 
545  lamina  tenuatum   metallum.  i. 
bleh. 
lagena  uas  fictile  l  lapideum.  i. 

cruog  l  lagella. 
Iccitus  uitreum  uas.  i.  ampiilla. 
lubrum  l  labrum  l  labium  leff  l 

labil.  347. 
luter  conca  labrum.  i.  labil. 
550  lappa  }  lapatum  1;  leticha  l  cletto. 
lolium  ratin.  348. 
lubisticum  lubistechel. 
lens  lentis  genus  quoddam  legu- 

minis.  i.  linsi. 
lens  gen, US  lendis  niz. 
555  luscinia  auis.  i.  nahtegila.  349. 

lepos  lepofis  haso. 

limus  strabus  v.  seil  hinter  l  leim. 

lanipendium  wolleroc^.  678. 

lateris  zegil. 
560  lene°  nuihgerner  Ihörmarch.  350. 

leuir  ceicÄjV.  351.  [104»'] 

ligo  ferrum  minus  in  aratro.  v. 
sech.  352.  679. 

lexiua    aqua    cinere    mixta.    i. 
lo . .  vga. 

lentiscus  inelböm. 
565  lardare  fleiskus. 


lisinna  lese. 

leuigatorium  lichstein. 

leuigo  ich  lichon. 

leuir  gesuio.  353. 

linistipula  pozzo,  681.  .  57ü 

lien  milze. 

lactaria  springa.  355. 

loculus  l  feretrum  licc''ar.  354. 

lacune  huluue.  356.  [lOS**] 

Micillus  hasilhowi.  575 

inirle  sniirle.  auis. 

minola  molta  uas  pistorum. 

mirica  in  deserto.  i.  phrma. 

matardus  bestia.  mardir. 

melones  piboz.  580 

melamium  morcrnt. 

manstrugo  lachin. 

malacbma.  tis.  lachendom. 

mufidus  panis  scimelgez  proth. 

muliulus  marchstein.  585 

mori  mulbere. 

murorum  summitates  cinna. 

macilentus  macer.  i.  magerer. 

muru'na  species  piscis.  i.  lant- 

frida.  683. 
mitra.   capitis   ornamentura.  i.  590 

hbt. 
mentum  chinnebä.  357. 
medulla  marg. 

raamma  1  mamilla.  i.  tutta.  358. 
matrona  früa. 
menbranum  l  membranule.  uel-  595 

leli. 
malus  affeltra  l  afel. 
muscum  bisenio  l  mies.  359. 
menta  munza. 


648   /.  lefs       577  v§:l.  mina  Diefenb.   s.  361'  und  luülde  ^7.   Jim.  ü 
280       678  l.  pbrinia 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


343 


malua  papilla. 
600  millefolium  garua. 

malleus  Immer. 

malleator  hamerare. 

moneta  muniza.  360. 

modiolus  naha.  684. 
605  mausus  höha  \  hisas.  36  L  085. 

magalis  porcus  castratus.  i.par'^. 

362.  686. 
mulsum  dulce  lutertranc. 
manibius  rohere.  [106"] 
mensale  tisclachen. 

Gio  mappa  l  mappula  hantfanolhan- 
tilla.  687. 
merga  scarba. 
merulus  1  merula.  amsilla. 
merops  grunspecht. 
murio  chazz'*. 
615  mustela  quiasi  mus  longa,  v.  wi- 
sila. 
migale  quasi  gulosiis.  i.  harmo. 
muscipula.  laqueiis.  i  falla. 
mauipulus  colligalura  v.  garha. 

688. 
municipale  gestum  gehirlkh  ge- 
dinge.  690. 
620  malricula  publica  1  epistola  \  ec- 
clesia.  i.  tum. 
malricularius  tuomphaffo.  689. 
matta  l  mat'ula  tacha.  692. 
mantica    pera    ta&ca  \  malalia. 

363.  693. 

marceo  langueo.  i.  seruen. 
625  mingo.  urinam  facio.  i.  seicho. 
mastico  dentibus  comminuo.  i. 
chmo. 


mulgeo  milcho.  364. 
manticulor.  fraudem  facio.  furor. 

i.  stilo.  [106''] 
maura  drös...iorz. 
molosum  rüden.  630 

mullus  sturo. 
melanurus  slio. 
niugil  barbo.  365. 
raedituUium  scuolhus.  691. 
mino.  triho  1  memio.  366.  635 

Nanus  paruus  homic''illus  [107'] 

i.  getuerc.  367. 
neuus  macula  1  lebeto.  696. 
nouacula  cultellus  acutissimus.  i. 

scaresahs.  25. 
nucifraga  nnzhrehca.  697. 
iiucleus  mizzecherno.  640 

noctua.  nocturna  auis.  i.  nwila.  . 

698. 
nasturcium.  herba   quedam.   i. 

cresso. 
naulum  precium  nauigi.  i.  feri- 

saz.  699. 
naufraugus  fracta  naui  bona  sua 

perdens  sec.  nauticus.sce/- 

licher.  700. 
nausia  uomitus  unwUedo.  701.     645 
nates  arsbelli.  368. 
nudius  nunc  die.  IIL  egesteren. 

369. 
neo.  lilo.  v.  fadimo.  370.  702. 
neo.  nato.  i.  suimmo. 
nerua.  senua.  650 

nuc  iiucboum. 
nisu  spariuare.  [107''] 
Opimachus  storich  auis   contra 


608  röbere  nberg: 
643  /.  feriscaz      644 
über  sp 


619  municipale  über  gestum 
scc.   nauticus   über   perdeus 


623  tasca  überg: 
652    SU   von    nisu 

23* 


344 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


serpentes    pugnans    qiii- 

dam  ciconiani  putant. 
ortigometra  horlmn  coturnix  de 

ortiga  insula.  371.  [108"] 
655  onocrotalus  auis  delectans  sta- 

gnis  et  paludibus.  i.  hor- 

tubel.  372. 
orariiim  liiiteum  quod  ora  mor- 

tuorum  tegit  l  stola.  t  inap- 

pula.  i.  hantfano. 
ora  tinis.  i.  soum  l  ort. 
olor  cignus.  i.  elbez.  373. 
obses.  qui  pro  pace  daiüT.w.gisel. 
660  occree  arma  cruriiini.  i.  benberga. 

703. 
offa.  balla. 
Omentum     membranum     quod 

continet  intestina,  i.  bude- 

ming.  704.  [108''] 
operculum.  coopertorium  uasis. 

i.  lü. 
orifium  gesprinc.  705. 
665  ostrum.  coccus.  i.  rotpehellöl. 
oscito.  OS  aperio.  i.  geuou.  706. 
orix  hebirzan.  374.  707. 
opimachus  auis  otibero.  [109"] 
Peripsma.    quisquilie.   quod   de 

farre  purgatur  et  proicitur. 

i.  spriur.  708. 
670  petasum  alatum  calciamentum. 

i.  scrite  scöha.  709.  [109''] 
porfirio.  auis  quedam.  i.  isaro. 
phocas.   bos   marina.  i.  selaha. 

710. 
problema.  propositio.  i.  ratisca. 

711.  [110"] 
platanus  arbor  latis  foliis.  i.  ahorn. 


ptisana.  far  ul  liordeum  non-  675 

dum  cortice  exutum.  i.  fesa. 

712. 
prcc  or  bitil. 

palatus.  guimo  1  hura.  714. 
palus  pali  stecho  \  phal. 
paxillus  clauis  i.  yiagil. 
pala  scuuella.  715.  680 

papilio  eruca.  \  uermis  uolans.  i. 

ß;ualtera. 
parix  meAsa. 
paliurus.  herba  spiuosa.  v.  hagin 

\  ageHoiia. 
papauer  mago. 
paredrus  uilis  equus.  i.  parefret.  685 

376.  716. 

pardus  bestia  uaria  et  uelocis- 

sima.  i.  leobart.  375. 
pabula  bnilla. 

patina  1  patella.  phanna.  717. 
palum  bes  hegituba.  718. 
panis  lignum  quo  fda  in  telam  690 

portantur.  [HO""]  i.  spolo. 

719. 
palla.  facitergium.  i.  fehcetragela. 

377.  720. 

pauo   auis  pulcbre  uariatus.   i. 

phauo.  721. 
palile.  fenale.  i.  heustadel.  722. 
panitium  fenih. 

passus  V.  pedes.  i.  scritmale.        695 
pepo  pomum  in  terra  cadens.  i. 

erdapfel  l  pedima.  723. 
perdix  auis.  rebhön. 
pessulum  sloz. 
perfricus.  pluel.  713. 
persisicus  phersichboum.  700 


653  storich  überä:       654  horhuii  nberg:       691  )i  diin-hgeslrichen 


DIK  FLORENTINER  GLOSSEN 


345 


petrosilinuni  lierba.  pctirsil. 
pc'stiiiaca.  moraha.  378. 
per'a  herba  bieza.  379. 
pediculus  lüs. 
705  pellicanus  Msigomo. 
petigo  prurigo  iuchido. 
penula.  lacerne  in  modum  cu- 

culle.  i.  cngüchozzo.  724. 
pediseqiia.   pedes    matrone   se- 

quens.  i.  kamerunih.  725. 

perna  tergus  suis.  i.  hacho.  726. 

710  pecten  quo  capilli  reguntur.  i. 

kanif. 
pectinatus  l  pexus.  gilstraher. 
pituita  caligo.  \  flegma  oculorum 

\  morbus  capitis  \  morbus 

galJinarum    in    lingua.   i. 

fiffiz.  380. 
pilleus.  mitra.  höt. 
pila.  offa.  halla. 
715  pilum  1  pila  lignum  in  (|uo  niili- 

um  et  frumentum  exuitur. 

i.  stanphf.  728. 
pitace'um  modicum  coriolum.  i. 

sceda  2)?ez2o.  381.  727. 
pixis  pixidis.  hn}im  \  truha. 
picus  speht.  hehera. 
pica  agastera. 
720  pinus  bmboiim. 
picea  foreha. 
pirus  biremPo^. 
pisa  aremtiz. 

pisalis  domus  que  calelieri  po- 
lest, i.  phiesal. 
725  pinso  ferio  l  premo  1  cnüo. 
pistor  panificus.  i.  phistar.  [11 1"] 
pons  uia  super  aquam.  i.  brÖcca. 


ponderosus    cui    humor    uisce- 

rum  in  uirilia  labitur.  i. 

holohter.  729. 
poledrus  iuenis  equus.   i.  folo. 

730. 
porrum  f^orro.  731.  730 

puls  uilis  cibus.  i.  bri. 
pumen  os  gutturls  quo  cibus  de- 

uoratur.  i.  shintbein. 
pulmo  Innginna.  732. 
pobles  knierada.  733. 
pustula  builla  l  ancuuejz.  735 

pultrinus  fnlihi. 
pulix  floch. 
pupa  simulacrum  puellarum.  i. 

tocha.  734. 
pumex.  petra  cauernosa  et  leuis. 

i.  pumiz. 
puluillus  chussi.  740 

placenta  panis  tenuis  cum  oleo 

l  adipe  et  melle.  i.  flado  l 

bergita.  382.  735. 
plaustrum  uehiculum  cum  rotis. 

i.  uuagan.  383. 
plantago  wegerich. 
plana  ferrum  quo  planatur  lig- 
num. i.  scabo.  736. 
platoma  lapis  politus.  i.  plalta.      745 
pluteus  tabula  parietis.  i.  dilo. 

384.  757.  [111"] 
plumbum  metallum  de  argento 

excocto.  i.  bli. 
prostibulum  lupanar.  hÖrhus. 
prinus  phhimboum. 
priuignus  stiiifsun.  750 

possessio  eigan.  738. 
prestatio.  tributum  1  lehin.  739. 


712  das  zweite  \  morbus  überg:      719  l.  agalstei-a      745  la  in  lapis  überg. 


346 


DIE  FLOREINTIINEH  GLOSSEN 


prurigo  uredo  cutis,  i.   luchido. 
385.  740. 

plodapis  reäestap.  743. 
755  propiinctorium  stozisen.  746. 

palaster  slec. 

pensum  wiehel.  386.  741. 

pedalis  iceppegeit.  387.  742. 

prefectus  pnrcrauo.  388. 
7G0  preses  grauo.  389.  744. 

pratiirarius  wise  heio.  390. 

phoca  brahs^,ma.  391.  745. 

plumatium  wantcussi. 

petl'a  limatica  slißstein.  747. 
765  polipodium  stei']farn.  748. 

parafrasten  Ingenare. 

popo  wurstrelinc.  740. 

panariolum  chrettili.  392.  750. 

peniculum  wadil.  751.  [112"] 
770  pendines  binti  quod  in  lela  mu- 
lierum  p endet. 

piscina  wiare. 

poifirio  isaro. 

Quisquiiia  frumenti  purgamenta. 
i.  sprnm'r.  393. 

qualus.  copliinus.  i.  corp. 
775  quacara.  auis  in  segete.  v.  ?(uja- 
tila.  394. 

quercus  eich. 

quernus  eichiner.  [112''] 

Reumatica    herba    quedam.     i. 
cranichessnabel. 

racemus    conglobatio     uuarum 
ul  drnbo. 
780  rana  frosc  l  crota. 


rannms.  spina  albi  coloris.  i.  a- 

geleia. 
radii.  ligna  in  rotis.i.  speicha.  752. 
rasorium  sarsahs. 
radix  species  herbe,  i.  ratihc. 
rapbanum  wierra<?cA.  [113"]  785 

rasa    species   iiestis  1    nnslösa. 

753. 
rastrum  houua.  754. 
rastellum  recho.  755. 
renunculus  a  renibus  dim.  i.  nei- 

ro  l  leindebrato.  756. 
reticulum  a  rete  dim.  i.  nezzil  l    790 

höttli. 
recaluester.  parum  caluus.  i.  de*"- 

calmner. 
regius  morbus  gelesuth. 
remus  7'ödar. 
remiges  ferien.  757. 
reclinatorium  Imberga.  795 

refrico  ad  frigus  redeo.  l  itero  l 

ribo  \  gnito  \  rosto. 
repagulum  obiectio  qua  bostium" 

clauditur.  i.  spruzil. 
riscus  holandir  l  sumbir.  395. 

758. 
rima  scrnntßa  \  foramen  inter 

compagines.  396.  759. 
ricinium  aciis  l  spinu^"^.  800 

rincina  ferramentum  architecto- 

rum.  i.  noil.  760. 
rumex  rnf. 

rubricata.  peius  losgisut.  761. 
rostrum  snabel. 


755  z  aus  h  756  /.  flec  758  /.  weppegert  763  /.  wanc-  783 
/.  scarsahs  786  anslöfa?  a?i  eine  bildung  mit  los  darf  man  xvegcn  der  gl. 
flosa  {zs.  3,476'' )  und  slusa  {Graff'  6,810)  die  mir  ebenfalls  slöfa  zu  sein  schei- 
nen, nickt  denken        791  suchst  sollte  dccaluaster  geschrieben  werden 


DIE  FLOREMTINER  GLOSSEN 


347 


805  rosmarinum.  licrlta  nyniplien.  i. 

grensmc. 
rubcta  rana  terrestris  nociua.  i. 

crota. 
rubigo  rost  l  quod  in  segele  spi- 

cas  inanes  et  rubeas  facit. 

i.  militou.  762. 
ruga  ziicha.  397.  764. 
runiino  cibiim  inosdeuentrere- 

ducens  comedo.  i.  itnicho. 

763. 
810  raucedo.  obscuritas  uocis.  i.  hei- 

see.  398. 
riigosus  zuchoter.  765. 
rugelanda  terra  rugoriini. 
rotabulum  oninnuisc.  399. 
roscinum  nöhil.  400. 
815  ren  lendebrato.  401.  766.  [1 14') 
Scena   louba   umbraciilum    ubi 

turpcs  ludi  fiebant. 
Stigma  Signum  uel  figura  in  cor- 
pore, i.  aneniah. 
stiria  gutta  \  stilla  isilla.    402. 

807. 
stelaba  olTa.  [115']  i.  halla. 
820  stellabia  ftepAo. 
spago  drat.  [115''] 
saxatilis  grundelo. 
satisfacio  gedanmuerchon  l  fol. 

bözzo.  403.  774. 
sagma  filtrum  l  stöl  l  soum.  775. 
825  sagum  fxlz  \  hemetlacken.  776. 
sacellum  betibura.  777. 
sarcina  l  sarcinula  in  qua  por- 

tantur  cibi  et  alia.  i.  meisa 

l  ref.  404.  778. 


sarciu  tiaio.   beslo.  bözzo.    405. 

780. 
sartor  natare.  781. 
sacerdos  euuarlo.  770.  830 

sandix  uueü.  406. 
sandiceus  nneüt'ner.  407. 
sarculum  getiseii  [HG"]  i  gertare 

I  Jwua. 
sace.  i.  isinscnuela. 
sauma  sonm.  782.  835 

saumarios  sonmari.  783. 
Salix  salihi  \  uida. 
sanguinarius    arbor    harlrugil. 

784. 
sambucus  holantir. 
sabina  seuina.  840 

Saccus  sac. 
saculus  sechü. 
Sabona  seifa.  771. 
sagellum  criseum  lachingrauu'^z. 
sarcile  tumhlachen.  773.  845 

salsicia  nu^st.  408. 
satureia  chenila.  409. 
saliunca  reügras.  772. 
sellarius  salüros. 

sedatium  hasib.  410.  850 

semispacium  quasi  semispata.  i. 

sahs.  411. 
serpillum  pulegium   agreste.  ui 

u^Jtchenüa. 
septentrio  northalba  \  norlim\nt. 
simia  affin.  855 

simius  crumpnase. 
sistarcium  cuilla  l  meissa. 
siligo  dinchil.  412. 
sigale  roggo.  413.  792. 


816  louba  überg. 
filtrum  durchstrichen 


818  stilla  überg'.      820  hopho  ?      824  vor  soum 
825  z  in  filz  aus  s       843  b  in  sabooa  aus  v 


348 


DIE  FLOREtSTIJNER  GLOSSEN 


siniilagü  [llö""]  simila. 
S6Ü  siliqua  species  IVugis  1  legiiininis 

i  cheun  l  spruir.  414.  793. 
sorex  grozzmnns. 
socus  ligo.  i.  sec.  415.  794. 
supercilium  uberbraime  \  super- 

bia.  795. 
sublingium  racho.  796. 
865  sure  nuadin.  797. 

submentum  nndarchinne.  798. 
sugillatio.   derisio.    reprehensio 

suüocatio.  i.  hoch  \  hose. 

416. 
sulphur  suebil  \  erdfiur.  417. 
subneruo.  neriios  abscido.  i.  hd- 

sino.  799. 
870  subtemen  unenel. 

susurro  susiirronis  runizare. 
sudes  stecchiii. 
siiperhumeralis  humerare. 
sus  suin.  800. 
875  siicula  siuJi.  801. 

subulcus  pastor  siiiuin.  i.  sud- 

nar^. 
suses  magni  ranes.  i.  snsin.  418. 
subiila  siula  l  alnsa.  419.  78ß. 
subtalares  snsHlare. 
880  sumen    pinguedo    in    niammis 

scrofe.  i.  spuninrns.  787. 
suber  cortex.  i.  lost  l  rinnda. 
scalpo  hicho. 
scali)ellum  scribmezer. 
scurra    iociilator     uerbosus.    i. 

skirno.  788. 
885  scapula  scnltirra.  hasilla. 
'  scarabeus  nuibil. 
scabro  horniz. 

876  von  erster  ha/id  stand  suein 
scotia  iiberfi-.       904  der  folgenden  gl. 


scateo  vvumo  \  creivelon.  420. 
scinifes  niugga.  806. 
scirpus  herba  rotunda.  i.  biniz.  890 
scitum.  decretum.  maiulatum.  i. 

ban. 
scoria.  piirgameiitum  ferri.  sin- 

dir.  790. 
scrofa  SM. 
scino  sMna. 
scussoriulii.     rennila.     churnt.  895 

791. 
Scabies  iuchido  l  ruda.  789. 
scabra  aspera.  rubi  nnessin. 
scitica  t  scotia.  flagelhini.  qiiod- 

dam.  i.  geisila. 
scobs    lignum    quoddam    quod 

terebrum  de  foramine  ei- 

cit.  i.  nrbora.  421.  785. 
scope  besimin.  422.  900 

spien  milzi. 
spata  suert. 
spatarius  suertlregü. 
sparis  sper. 

sparus  sper.  905 

sponsale  brutgeba.  770. 
spartus  canis  uelox  mmW.  802. 
spacus  drat.  803. 
spelta  dinchil  \  fesa.  804. 
speculum  nnarta  l  sp'egil.  804.    910 
statera  nuaga. 
strucio.  auis  magna  plumata  sed 

non  uolans.  i.  struz. 
sternulus  l  sturnus.  i.  stara. 
stellio  anguis  uenenosus  similis 

lacerte.  i.  mol.  423. 
sturio  species  piscis.  i.  sturo.       915 
sthamen  warf.  767. 

881  /.  loft      897  /.  ruhi       898  s  in 
übers: 


DIE  FLOHKxMlNER  GLOSSEN 


349 


stuppa  anmircht. 
stagnuiii  cm. 

Struma  chekh  croph.  805.  [\  IT"*] 
920  stipes  stipitis  stam. 
stirps  genealogia  1  stam. 
stupeum  colobium  uspinnin  roc. 

768. 
stiua  geyza. 
stabulum  stal. 
925  serices  side. 
spinga  mercaza. 
stilaphus  willidi. 
Tabej^ne  edicule  plebeiorum  par- 

ue  cramun. 
tabernarius  caiipo.  cramare. 
930  tabernio    qui   uinum    ul    aliud 

uendit.  taiiernare. 
talpa  muuuerfo.  810. 
tapetum  depid.  811.  [118"] 
terebrum  \  terebellum  nahiger. 

812. 
tramaratia  malzadra.  813. 
935  thoraxmilitaremunimentiini.Io- 

rica.  bninna.  814. 
tibias  crura  einkun.  815. 
ticio   turris.  lignum   periistum. 

brant. 
trifülium  de. 
torno.  nas.  di^aio.  [118''] 
940  traha    species    uehiculi.    sU',do. 

816. 
tribulus  genus  spinarum  hieffa. 
tridens  creagra.  fuscina.  fusci- 

nula   crÖwil   cum     tribus 

dentibus. 
tricolanum  gartago.  818. 
trulla  ferrum  ad  murum.  chella. 

819.  [119"] 
945  tela  uneppi.  424. 


toreuma  scafraida.  425.  820. 

tortus  icit.  a  ueibo  torqueo.  821. 

tignus  sparro. 

tauanius  bremo.  823. 

tumba  Ufa.  822.  950 

tina  znber.  824. 

tributa  diehbrato. 

tinso  ih  sinHon.  825. 

tussis  hösto. 

tilia  linda.  826.  955 

typsinariuni  stampf. 

tarmus  mado.  828. 

timalus  asc.  829. 

trama  weppigerti.  827. 

lemo  dihsilla.  426.  830.  960 

turdus  auis  tr'^hscela.  427. 

lorrere  bachm.  428.  831.  [119''] 

Vallis  locus  humilis  dal. 

Valium  munitio  subsidium.  grabo. 

violentia  notnunf.  965 

ventilabrum    uelabrum   wanna. 

833. 
ventriculus  umbilicus.  nabilo. 
vepres    spinosa    herba    brama. 

[120"] 
Vertex  cacumen  capitis  sceidela. 
viaticus  wegewiso.  835.  970 

virago.  mulier  que  virile  implet 

officium,  i.  friedila.   836. 

[120"] 
vjiguo  sordes  limi.  \  aque.  hnl- 

wa.  429.  837. 
ulula  auis   nocturna   a  planctu 

dicta.  i.  nuila. 
umbo  media  pars  scutorum.  i. 

cupula.  1  hora  clipei.  rant. 

838. 
umbraculum  hutta  1  louha.  430.  975 

839. 


350 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


unco  inoi'SLis  ab  unco  iV  tlenlc 
incuruo.  uherzan.  840. 

vomer  waginso  l  scaro.  841. 

volema.  species  pomi.  i.  winigeM. 
842. 

vorax  multiim  edax.  fraz. 
980  vortex.  i.  werlo. 

vrina  lociuin.   harn.  431.   843. 
[121"] 

vrtica  heidermzila.  844. 

vrie''"  derrina.  845. 

vrie.  dona  uiri.  i.  swiechlim.  846. 
9S5  viscus  mistil.  847. 

vlmus  nlmhonm. 

vicetula.  auis.  i.  snepfa. 

\nri\'werra.  432.  848. 

vatillum  Mla.  433.  849. 
990  Variola  meisa.  434.  830. 

verriculum  scoip.  435.  831. 

vLianga.  scora.  436.  832. 

viltnim  nüz.  833. 

vibex  hirca.  834. 
995  veru  sfiz.  833. 

vicia  wicca.  836. 

vncinus  crapho.  837. 

verruce  warza.  838. 

vsia  uermis  porci  suinislus. 
1000  veredarius  boto.  839. 

\^  kramp.  861.  [121''] 

Zizania  iinchrut.  437.  [122"] 

DE  FIDE  CATHOLICA  ElUSQUE 
MINFSTRIS. 


Stelio  satihmrm.  438.  808. 
oriza  aruuizza.  439.  306. 
1005  cüliimbar  chembil.  440.  304. 
compes  g7'aba.  441.  303. 
spinx  spinnila.  809. 

984  gemeint    sind  lool  gUihwürmchen 
stan^o 


foniix  swibogo.  809. 

scrobs  cröwba. 

celox  diiel.  307.  lOio 

sinciput  not.  442.  ^Öc^. 

incentiva  gigrözzida.  443.  5öi>. 

stiria  issilla. 

spinx  umuber. 

bostorium  swirbil.  444.  «^Öö.        1015 

centon.  i.  filtrum. 

tirsus  tJiorso. 

persuasuni  babeo  gimis  haben. 

445. 
copadiiim  prato  l  zendrinc.^AAQ. 

310. 
nianus  obseruatio  diiiina.  1020 

foetani  fasil.  314. 
peligniis  cUbisilinch.  313. 
textriua  tünch.  447.  312. 
traiectiis  siech.  311. 
tarinca  sarnagil.  448.  313.  1025 

scaUirigo.  i.  profluxio. 
uxorius  uxori  deditus.  [123'] 

L\CIPIUNT  GLOSE  DE  CANOISE 
APOSTOLORUM.  [126"] 
Examen  suarm.  [127"] 
conca  scala. 

concibabola  tinchstede.  1030 

armis  stilo. 
inms  anebqz.  [127''] 

PSICHEMACHIA. 

79.  Gliitinat.  i.  chleipta. 

92.  prostibulum  huor.  i.  pro- 
stitiitum  ad  libidines  ilii- 
citas.  449. 
„    manes  helligota.  450.  1035 

94.  vada  fürte.  332. 
116.  conto  mit  stanno  l  cholbo. 


1001    /.    kauip       1037    l. 


DIK  FLOKEINTIINEH  (ILOSSEN 


351 


336. 


338. 
339. 


117.  hirsutas  rnhon.  333. 
137.  capulus  helzza.  328. 
1040  140.  cassis  heim.  329. 
141.  tinnitum  scal. 
148.  ebur.   uaginani.   i.  under- 

hilze.  334. 
151.  missile  sperilin  a    mitten- 

do  dicitur.  335. 
169.  viua  guttin. 
1045  180.  villis  tocchin  \  zaton. 
„     armos  bnoge.  330. 
181.  iubis  manon.  331. 

187.  nodum  chnopf.  337. 

188.  linibus  soum  l  borto. 
1050  191.  lupatis   chamhrittUn. 

[1281 
193.  habenis  ^alftron.  340. 
195.  faleratum.  gesatilotin.  1  or- 

natum.  341. 
197.  ciiiieum  gisemine.  342. 
201.  coUega  gesello. 
1055  213.  sulcare  /"wren.  343. 
„     nouales  «äw.  544. 
215.  colonos  öbiu.  451.  54 J. 
229.  degener  nnedele. 
236.  tirones  sturlinga.  4^2.346'. 
1060  241.  nugas  wiht.  453.  547. 
254.  temeraria  frauilin. 
293.  fundali  sdmch'chmo.  349. 
298.  exceptus  beuu"nt. 
314.  petulanter  getiloso.  i.  iusta- 
biliter. 
1065  317.  raucos  Ae|s/r.  454. 

324.  stridula  lancea  spkz.  i.  n<- 

zenter.  455.  5JÖ. 

325.  amento  /azze.  456. 


328.  illex   persiiasor  J   spenare. 
351. 

335.  l)ralcolis  blechin.  352. 

336.  axem  wagin. 

337.  radios  speichon. 
339.  electri  gesmelzis. 

„     flexura  /e^^fa.  555. 
343.  ganeariim  fre^zzon.  354. 
358.  mitra  cnppha.  355. 

,,     cpsarieiii  /aAs.  457.  5J6'. 

362.  verrat  cÄerzV.  357. 

363.  serica  fellola.  358. 

365.  texuit  «möI  w/ia.458.  55^. 
367.  cantarus  scala. 
370.  fulcra  gistide. 
„     toreiimata  tornatälia  uasa  l 

scafreüa.  360. 
406.  pendat  kiat.  i.  eidoth.  459. 

361. 
414.  vertigo  ioe?6«  l  /e?^«.  56'2. 
426.  ofi'as  mnos. 
435.  sistro  suegelo.  460.  56'5. 
440.  peplo. \}a\\io\hullüiiche.364. 

448.  crinalis  acus  m«7.  i  spennla. 

365. 

449.  fibula  «usca. 

„     llammeolum  wano.  56'6'. 
„     monile  gisteine.  367. 

465.  commenta  urdancha.  368. 

466.  eumenides  dee.  inferni.   i. 

helli.  wfnna.  461.  369. 

370.  [128"] 
526.  monete  munizo. 
535.  luiturus  eidonsculde. 
540.  anathema  farwazin.  i.  alie- 

natio  aliene  rei.  57i. 


1044  /.  (liua  1045  /.  locchin  1061  /.  frauiliu  1063  l.  expertus 
1075  /.  cap|iha  1093  Eckhard  (370  y  vinna  fulvis)  mischt  den  letzten  teil  die- 
ser gl.  zusammen  mit  einei' lateinischen  Z7i  fulvis  i'.  470       1095  sculdende? 


352 


DIE  FLOREMirSER  GLOSSEN 


542.  auitc  anilich.  372.  11. 

560.  angiiinos  crines  slanchlichin  42. 

loccha.  462.  ,, 

566.  erynis  hazis.  i.  fiiria  inferni.  43. 

463.  44. 

lIOü  594.  palpitat  zabilot.  464.  373.  53. 

597.  ilia  Imicha.  465.  374.  55. 

600.  linea  mikma.  375.  66. 

630.  inficiatrix  regatrix.  i.  missi-  70. 

machara.  74. 

632.  discinditur  zirslizin  märt.  82, 

376.  107. 

1105  633.  exfibiilat  ingurta.  i.  incnuf-  144. 

ta.  377. 

656.  natatum  suümoth.  466.  148, 
658.  plectrum  citri'^^fin.  467. 
689.  sicham  niihchü  sioert.  468. 

378.  21, 
717.  pilo  stampho.  379. 

1110  816.  phalanges  scara  sac".  14, 

871.  conum  spiz.  \  curuatura.  17, 

872.  concham  merischala.  380.  20, 

[129°]  21, 

Contra  Symmachum  IL  92, 

698.  iiocamus  et  mastrugas  re-  146, 

nones  alio  nomine  quo  149, 
riistice  crot'ina  uocatur. 

381.  140 
laruas  scrato. 

Praefatio.  30 
cardo  ango.  382. 

ferulis  geisilon.  [129'']  56, 

H.  ad  matutimtm. 

fenoris  lehins.  151 

cerula.  nox.  plawa.  383.  156, 

H.  ante  dbnm. 
patera  scala.  384. 

camena  fifa.  385.  35 


839. 

1115 

3. 

8. 

45. 

73. 

17. 

1120 

26, 

timpora  tnnenne. 

pedicis  drn^un. 

maculis  tiecin. 

gluten  dilebe.  469.  388. 

viniina  nuida.  387.  1125 

pampinum  rebiblat.  388. 

bacca  bere.  389. 

multra  milichfaz.  391. 

calatum  chasichar.  390. 

timo  pininnrz.  392.  ii30 

lidibus  seiton. 

dedo  geichon.  393. 

genialibus  mit  gebnrtlichin. 

470.  394. 
discidium    zislizida.    471. 

395. 

H.  post  cibnm. 
spurciim  nnsubirz.  1135 

H.  ad  incensnm  Incernae. 
facibus  facholon.  396. 
tcstula  scirbi.  397. 
teretem  sinimielba.  398. 
nectar  seim.  399. 
axis  uuagin.  ii40 

trionibus  toaginin. 
roscide  tögnm.  400. 

H.  ante  sommim. 
prestigiator  zöberar^ . 

H.  jejunantium. 
sirtium  saxorum  santwrfo. 

401. 
non     usitatis     ungewonen.  ii45 

402. 
pullati  g'swerzida.  403. 
murices  fellola.  472.  404. 
[130»] 

//.  omnis  horae. 
inlimis  anchleibist. 


1110  scara  imi  derselben  /i  and  übergeschrieben  von  der  die  punkte  herrühren 


DIE  FLORKINTL\ER  GLOSSEN 


353 


56.  spurcaniina  nnsubirda. 

282. 

mucculenlus    rozzigen.    a 

llöü    59.  qualus  chorb.  405. 

mucca  roz.  422. 

H.  ad  exeqw'as  defnncti. 

284. 

lippos  sqsurdgge.  477. 423. 

167.  genital!  giburtlkh.  473. 

318. 

(cauillo)    mimico   uochili- 

H.  in  hon.  martt.  Calagnrr. 

chro.  424. 

55.  bipennem  bial  quasi  II  pen- 

»' 

{gl.  zu  mimico  oder  zu  &c\ir-  "^^ 

nas  habenteni. 

ra  320]  mimus  scirno. 

56.  catasta  genus  tormenti  ii- 

446. 

curia  dinchns. 

tebouma.  406. 

480. 

pessulos  grindili.  [131»] 

Passio  Vincentii. 

Passio  Hippolyti. 

131.  renideo  nuidilstincho.  474. 

111, 

.  prorumpunt  nzbrastin. 

1155  174.  uncis  chahmon.  407. 

124. 

multicolor  fucus.  i.  manich- 

198.  fuligo  röz.  40H. 

farmdiche  malice. 

230.  cautera  cauterium.  i.  douil. 

150. 

scopuiis  rono».                    1185 

475.  409. 

166. 

fornice  crippa. 

289.  decursa  irlitena. 

186. 

speculum  speigil. 

366.  auJea  proprie  nmbihanga. 

201. 

umbonibus  ra"din.  425. 

1160  446.  murices  tubisteina. 

Passio  Cypriani. 

451.  rudente  seile.  410. 

30. 

cesaries  fahs. 

„     carbaso  segile.  4'fl. 

XVIII.  martt.  Caesar aug. 

457.  sparteus  sac.  412. 

101. 

palaestra     spilhus.     426.  1190 

492.  fiscTlla  diurbili.  413. 

[131"] 

1165  552.  [stipitem]  cippus  stoc.  414. 

Passio  Agnetis. 

Passio  Laurentii. 

129. 

foniicem  huorhus. 

48.  exauctor  irsouchare.  415. 

Passio  Eulaliae. 

55.  referta  irnulta. 

130. 

persubiit  stiez. 

farcimen  uuenist.  476.  416'. 

151. 

odorus  spratelende.  428. 

56.  monete   muniza   eo    quod 

151. 

jugulos  brüste.  429. 

moneat  menleni  [130''] 

Passio  Quirini. 

1170  190.  rudera  arice.  417. 

67. 

vorticibus  I  verticibus  jcer-  1 1 95 

231.  mancum  lamin  l  curuum. 

bon.  430. 

418. 

Passio  Cassiani. 

242.  vola  fust. 

17. 

edituus  sigiristo.  [132»] 

254.  prurit  iuchit.  419. 

59. 

pupugerat.  i.  stiz.  431. 

255.  scalpit  skapit.  420. 

Passio  Romani. 

1175  258.  Struma  chros. 

3. 

infantissimo  unchitstlichi- 

264.  morbo regio,  i.  e  ruma.^^if. 

stimo.  432. 

1175  /.  chrof 


354 


DTE  FLORENTINER  GLOSSEN 


1200 


1205 


1210 


1215 


1220 


78.  [Ventilator]  ventilo  iinaio. 

161. 

433. 

187. 

8 1 .  populäre  linthlkhes. 

156.  esseda  sambuch.  434. 

182.  amasi  uelamasiones.ama- 

345. 

sionum   friedelo.   478. 

353. 

43ü.  [132"] 

359. 

192.  (lisco  hahuueig a  genus  liuli 

388. 

qui  super  discum  ageba- 

tur.  479.  436. 

416. 

221.cygnus  elbiz.  480.457. 

239.  fusos  spinnibin. 

248.  pulmo  lunginna.  481. 

473. 

280.  tirso.  i.  trunco  1  stango. 

481. 

482. 

499. 

299.  trulla  kella.  483. 

573. 

351.  sacerdos  nunna. 

643. 

4SI.  fidicule  genus  ferri  subti- 

678. 

lissimi.  quo  incideban- 

652. 

tur  martyres.  i.geiselim. 

762. 

495.  Podagra  pestis  in  artubus. 

835. 

i.  lidesuht.  484.  438. 

860. 

489.  papullas  bmilhm.iSb.439. 

i» 

[133"] 

1049. 

918.  abdomen  uue^^st. 

1007.  bubulus  wisit. 

1076.  fragitida.  i.  brecha. 

1126.  dimensio  irlittida.  486. 

82. 

Ylll.  Kai.  Jan. 

216. 

39.  mancipatam  kisalta.  487. 

218, 

440. 

76.  miricis  gneste. 

228. 

H.  epiphaiiiae. 

260. 

116.  pugio  stich.  441. 

271. 

Apotheosis. 

297. 

20.  glauco  grauueVo.  442. 

322. 

106.  dislendit  fi'denitha. 

410. 

1218  wegen  der  ausstofsung  des  t 

!  der  erst 

worf  ins  deutsche  auj'genoinmen  ist 

assesceret  kewoneti. 
cespes  est  terra  avulsa  cum 

herba  [cli'ba]  unde  facie- 

bantaltaria.445.[l33''] 
desuescas  intwones. 
similaginis  simelo.  444.       1225 
dellinit  chlmit.  445. 
gelis  harpha  l  misalcitara. 

44ß. 
grunnitibus  grunnizoton.  i. 

propria  uox  porcorum. 

447. 
uerbena  berba.  i.  isinina. 
pateram  scalun.  1230 

sacellum  huorhns. 
pubertas  iugunth.  [134"] 
crepundia  spil.  448. 
vligo  dunchili.  449. 
marmore  stfde.  450.  1235 

rubere  rotemi.  488. 
sollers  wizzige. 
vola  flazza.  489.  451. 
ungues  nagala.  452. 
remeabilisareetmeocom-  124o 

positum.    i.    widirfar- 

lichiz. 
Hamartigenia. 
coniectare  rattscon.  [134''] 
lolium  ratin. 
auena  habiro.  [am  rande] 

auena  habnr. 
brucus  keuir.  453. 
leno  Jmormachare.  454.      1245 
[bacas]uniones  mer^nesMH. 
[pulvere]  muscus  pisamo. 
ganeonis  des  frazis.  455. 
mento  chinne.  456. 

e  der  ersten  silbe  nehme  ich  an  daj's  das 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


355 


1250  sorbicio    unarmös.    4ö7. 

[1351 
796.  ditibus  richlkhm. 
807.  vimina  wida.  4ö8. 
850.  reraensum  wddtrmeszin. 
873.  setas  vocatcilios  quosnos 
tautones     nominanius. 
4ü9. 

Contra   Symmachwn    I. 
Fraefatio. 
1255      13.  exponit  hrahta.  490. 

24.  sarmenta sc/ie?7a.  A^i.460. 
60.  nasse  suuimmen. 
cicuta  seferilinc. 
Stiva  keizsa.  492.  481. 
1260  curla  Äo/j/i.  493. 

aratura  [135*^  zelga.  494. 

462. 
iurnalis  iuch. 
mansjs  huoba. 
terra  salica  selilant.  495. 
1265  Carminare  zeisin.  496. 

carzinarc  zeisalon.  497. 
catax  hufalze.  464. 
peripectasina  genus  ues- 

tis.  i.  chemis. 
de  conca  scala. 
1270  occas  felgam.  463. 

area  6eft". 

Aldhelmi  aenigmata. 
259,  9.  famfalucagr.  bullaaqua- 
tica  latine  dicitur.  465. 
262,  6.  luscina  na/i<e^e?a.  [136"] 
269,10.  scrabro  hornuz.  466. 
1275      „    6.  scinifes  minime  musce. 
i.  mizzun. 
266,15.  sambucus  holdir. 


266,17.  I)aca  beri. 

,,    ,,    corimbos  trupilun. 
269,34.  pabiiula    extrema    pars 
renii.  i.  l(i[[a  1  manus 
aperta.  467. 
270,15.  falera.  ornamenta  equo-  12S0 
rum.  i.  sattilgescirre. 
[136*^] 
260,20.  elleborus   genus    herbe 
que  francice  alada  di- 
citur. 
„  27.  vecos  nuaneuuizzer. 
,,  31.  gippus  houir. 
271,11.  larbula    monstrum    de- 
mor  l  talamasga. 
,,  28.  alga  genus  herbe  rieth-  1285 

gras. 
„    „   rannus.  branima  l  aga- 
leia.  468. 
272,  2.  limax  smeco.  469. 
„     3.  cantarus  uuibil. 

caluis  caluen.  [137"] 
Aldhelmi  de  laudibus  virginum. 
140,26.  obrizum  smelzigolt.  84.   1290 
„  34.  glebula  scollo.  470. 

141,  2.  unio  men'griez.  86. 

„     5.  bratea  fila.  giuundinefa- 

dime. 
„  20.  crepundia  gisteini.  87. 

142,  1.  lancibus.  lanx  pro  tru-  1295 

tina  ponitur.  i.  cram- 

fo. 
,,     2.  buUis  })nlca  \  casto. 
„     5.  salignis  salhm. 
„  14.  anthlia.  curba.  galcraha. 

88. 
„  19.  gracukis  ruoch. 


1281  alada  ist  mir  unhekannf       12S2  /.  veeors       1284  /.  deinon 


356 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


1300  142,20.  occas  suohun  Ifurhl  89. 
„  24.  venustas  froniscli. 
143,30.  templisumbraculis.  quod 
dicimus  löbun. 
„  37.  tumbe.  druchun  \  sepul- 
crum.  90.  [137b] 
145,14.  cunabula  infancia.  uua- 
gun. 
1305     „  22.  robor  eich. 
146,  3.  offa  pizza. 
,,     4.  massa  i  cliuua. 
,,  22.  poplite  chinnieradin. 
crateolas  nartin. 
1310  \o\h\mpotachalpntinna. 

91. 
tiinnas  offeniaz.  92. 
litrens.  Orient, 
pollas  scaphmi. 
147,17.  paranimphus  prutepoto. 
93. 
1315  148,22.  scenia.  ludicrum.  spl. 
151,35.  voti  compos  uuürvnio. 
152,  3.  necromantia     helliruia. 
94. 
„  21.  culcitras  pette. 
„  22.  rugose  girunfan. 
1320  153,  2.  ominia    heilsunga.    95. 
[138"] 
„  27.  propugnacula  uneri.  96. 
„  31.  scrobs  furch  \  waso.  97. 

154,  5.  ambrosia  genus  herbe. 

i.  hishmia. 

155,  9,  thurifico  roMcAo. 

1325     ,.  10.  in  ueribus    in  spizzin. 
98. 
157,  9.  cotu  papunga. 


158,  7.  titillantis.   pimgentis.  i. 
cnzelontis.  99. 

161.30.  claulcoma  albugo.  l  gi- 

luh. 

162.31.  extales.    quod    dicimus 

grozdarma. 
„  32.  latrina  feldganch.  100.     1330 

163.10.  mandras.  caulas   euust. 

101.  [138^] 
165,20.  enixa  chintpa. 
„  30.  blesus  lispinter. 
„    „    balbus.  balbuciens  stam- 
milonter. 
166,13.  sarmentorum.  ramorum  1335 

l  snitelingon. 
168,27.  suras  uuadin. 
„  36.  brisa  coria.  hüt. 

171.11.  pacta  doctata  geuuude- 

moth. 
172,  4.  monotalmus.   l    luscus. 
einouge. 

173.32.  glus /m.  1340 
„  33.  calx  calch. 

174,30.  in  cuuas.  cuo'Jon. 
„  36.  licia  restis.  i  funis.  har- 
luph.  102.  [139«] 
175,34.  \gl.  zu  fuso]  colus  chunc- 

la.  71. 
176,13.  molosi  rudin.  103.  1345 

„  17.  bachabatur  uagabatur.  1 
uuötha. 
179,22.  turtas  cuochun.  104. 
„  26.  colustrum  piest.  105. 
182,37.  tranauit  SMMam  i  uolauit. 
188,34.  muscipulalaqueuslw?«-  1350 
falla.  [139^] 


1312  die  giosse  ist  mir 'unverständlich;  ichweifs  nicht  ob  in  orient  etwas 
deutsches  steckt  nnd  oh  liei  dem  ersten  ivorfe  an  litra  zu  denken  ist  1326 
/.  fotu  pauunga       1337  /.  birsa 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


357 


195,18.  segmentata  1  stramiilah- 

ta.  107. 
197,  5.  larba   monstrum    quod 

dicitur.   thalamascha. 

77. 

198.13.  riigis  [sulcata]  girumfiji. 
„  25.  vibix  snmerllatta. 

1355  199,10.  thermas  had. 

Aldhelmi  de   VIII  principalibns 

vitiis. 
203,26.  semispacium  sahs. 
204,  1 .  sj^arus  sp. 

205.14,  scortatores  huorare. 

„  23.  extorris       urermerhiles. 
109. 
1360  villosus  skecho.  110. 

stragulum /e/acÄm.  111. 
211,16.  climate  parte  i  halbnn. 
212,13.  vellicatsfeiY. 
„  18.  filix  farn. 
1305     „  36.  in  cubis  in  cuofon. 

213,  1.  in  prelo  in  demo  blerare. 
„     8.  carbasa  segila. 
,,     ,,  maVis mastpoümin.  [140"] 
„     9.  antennasnominamusse- 
gilröta.  112. 
1370  214,17.  capulus  helza  suncar. 
simphona  dirna  dicitur. 
Capucium  houbüsul.  114. 
collicium  halspein.  113. 
culicium  ispein. 
1375  caudistrum  zagilbein.  115. 

ossa    hominis     sunt     numero 


CrXVlIlI  vene.  CCC.L.XII. 

dentes  etc. 
vacarica  suneiga. 
aries  ram. 
multo  uuidir.  63. 

agnes  chilbirra  l  eiiue.  110.  1380 

magalis  parch.  117. 
mulio  stuotare.  64. 
caballus  7'os. 
saumarius  sonmare.  62. 
ambulator  zeltir.  118.  1385 

sellarius  satilros.  119. 
emissarius  reino.  65.  120. 
poledrus  folo.  121. 
pultrinus  fuli.  122. 
pulvini  huonchelu.  t390 

palumbus  heigituba. 
culcifas  fedirbette. 
tomentum  he^rcha.  123. 
capitale  houbitfnluue.  124. 
plumatjum  fuluuili.  125.  1395 

vestimentum   \   indumentum    l 

clamis  geuuate.  128. 
cervical  halsare.  126. 
cetramentum  blacha.  127. 
linteamen  Hnuuat. 

lana  cussim  lilacliin.  129.  1400 

coopertorium  uberteche\ 
tussia  i  hussa  unum  sunt, 
linteolos  fanun.  135. 
lectisternium  bettistrou.  130. 
cuna  Indra.  66.  1405 

ruga  zucha.  67. 


1359  uzerinerhites?  zu  marka  1360  /.  villolus  1366  umdeutschung 
von  prelum  ?  1370  ivenn  das  wort  deutsch  ist  so  könnte  man  an  suuertcar 
denken  1393  ich  glaube  dafs  der  corrector  den  unrichtigen  buchstaben  un- 
terpunktiert hat  und  dafs  ziecha  zu  lesen  ist  1400  l.  lena  ,y.  Suin.  33,  65  und 
"gl  für  cussim  Divfenbach  s.  164''  cussia  cozzn       1402  l.  zussa 

Z.  f.  I).  A.  neue  folge  III.  24 


358 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


ora  ort. 

tapetium  teppüh.  131. 

conopeum  muggeneze.  132. 
1410  manutei'gia  tnnahilla.  133. 

rocclins  roch.  68. 

uberruchus  nbirruche.  69. 

mappula  iiehfano.  134. 

superduccio.  nbirznc. 
1415  balteuni  balz.  136. 

melotes  1  pellicias  pelliza.  137. 

fasciolas  um'ndinga.  138. 

calciarii  scvoha. 

fibula  nusca. 
1420  lunula  manili.  140. 

viianti.   et  manices  hantscuoha. 
82. 

strofium  orol  1  chelatuoch.  141. 

finchones  finchun.  142. 

sagelliim  lachin.  143. 
1425  lunula  nmcili  1  fibula.  139. 

capellum  1  gale^'^  i  thiara.  hnot. 

institum.  bhula  l  neslilo.  144. 

tribrucna  teihbroch. 

pcckiles  nonztöcha.  145. 
1430  monilft  ornamenta  mulieris  eräo 
nmndinga.  146. 

sarcile  fettide. 

camisile  hemülachin.  147. 

ciangas  hnosnn. 

inaiires  [140^]  orringa. 
1435  preuenna  risil.  148. 

prelum  i  peplum  tuoil.  149. 

subtemen  uneuil.  73.  150. 

liciatorium  mütuul.  151. 

pera  cugilla  l  ^ascha.  85. 


birrus  }  penula  Indo.  152.  1440 

bachones  bachin.  74. 

exungia  smerleip.  155. 

arvina  nnsliht.  153. 

spatula  scultirra.  154. 

salsicia  nnrst.  38.  1445 

inductilis  scnblinc.  157. 

friskinga  frnssing.  37. 

udra  l  butyrum  ancsmero.  156. 

preuenna  annona  fruonda.  158. 

pasta  teig.  159.  1450 

Stipendium  l  pastum  lipneri.  160. 

siligo  1  spelta  dinchil. 

triticum  wieizze. 

far  amar.  161. 

bucella  1  torta  snita.  162.  1455 

lagana  ges,t"in  bröt.  163. 

siirculos  snitilinga.  164. 

sigahim  roggo. 

bracbiuni  malz.  165. 

furfur  crus  l  clia.  166.  I46ü 

placenta  flado. 

panicium  fenich.  167. 

cicer  chicherra.  168. 

bissas  taruillas  arunize.  215. 

vitellum  tntirei.  169.  1465 

Colostrum  biest. 

amurca  olei  trnosina.  170. 

ferraentum  theismo.  171. 

sera  chasennazzer.  172. 

fraga  eripere.  1470 

carica  figa.  173. 

castanea  chestinna.  174. 

sagen  a  segina.  175. 

amus  angil.  176. 


14:23  sollte  der  giossator  durch  die  ähnlichkeit  des  lat.  tvorles,  besonders 
in  der  hier  vorliegenden  for7n  viit  n  bewog-en  irrtüinlich  den  deutschen  vog-el- 
vamen  beig-efügt  haben?  1456  mn  runde  von  anderer  hand  pasta  teig  und 
doriinler  aiiior  nincit  oiiiiiia       1460  s  am  h       1470  l.  ertperc 


DIE  FLORENTINER  GLOSSEN 


359 


1475  incus  aneboz.  177. 
malleus  slaga.  80. 
marteilus  hainir.  81. 
forceps  zanga.  178. 
foUis  balch.  179. 
14S0  lima  ßgila.  180. 
serra  sega.  181. 
forcipula  dufth.  182. 
Frutex  studa.  72. 
axis  'pret  \  schmdala.  183. 
14S5  terra  salica  selüanth.  36. 
yeremus  walt.  184. 
iiiansiis  hoüba.  35. 
ascelli  dufth  sceida. 
iuiera  1  iurnales.  iuch-  1  morga- 
na.  78. 
1490  aslella  sceila.  216. 
tinnus  rano.  185. 
hicanar  roudihns.  186. 
culmen  first.  187. 
trabs  gebretto.  188. 
1495  asseris  l  tegula  latlun.  189. 
planca  dilo.  190. 
plancarum  dili. 

laterculum  scindalalhiegil.  191. 
postes  tursule.  192. 
1500  palus.  li.  stedio. 

paliis.  dis  fenne.  193. 
sublimitaros  ubirtur.  194. 
torloria.  i  torta.  wit.  217. 
carpentarius  holzmeister.  195. 
1505  tentorium  gizelt.  196. 
miilio  stoctar. 
iuba  manha.  197. 
caballi  domiti  zami  ros.  198. 
erpicarius  egidare.  199. 
1510  sonipes,  equus.  ros. 

1498  /.  ziegil      1539   Grajf  m 
burinrli 


iMpiaritia  stnot.  200. 

cavallarius  me"riscalli.  201.  79. 

Genitor  pater. 

genitrix  mater. 

parens  fordiro.  1.  li>la 

aiius  ano.  2. 

avia  ana.  3. 

proauus  altirano.  4. 

gemini  gezuuilinc.  218. 

amita  basa.  5.  1520 

matertera  monma.  6. 

vitricus  stuphaler.  219. 

priuignus  stuphsun.  220. 

nouerca  stnphmnoter.  221. 

patruelis  fetnriu  swi.  1525 

priuigna  stuphtohter. 

maritus  diarl.  222. 

coniugalis  gettin.  223. 

concubina  i  peiex  diebisa.  7. 

eniula  chella.  8.  1530 

socer  sue !'.  ir. 

socrus  suigir. 

gener  eidim.  9. 

nurus  snora.  10. 

conlactaneus  spunnibrödir.  11.     1535 

nutritor  1  pedagogiis  magazogo. 

12.  224. 
nutrix  amnia.  225. 
familia  husche.  226. 
Colon  US  hurnidh  13. 
ancilla  diu.  14.  1540 

libertini  frilaza.  202. 
contubernius  genoz.  203. 
patronus  muntherro.  15. 
conservus  geleibo.  16. 
dos  uuidimo.  17.  1545 

cubicularius  chamare. 

mulet  4,  1039  7nit  wahrscfieinUchkeit 
24* 


360 


DIE  PLORENTIiNER  GLOSSEN 


cesarios  lancfahs. 

inbubes  granisprungir.  204. 

longeiius  alto. 
1650  decrepita  nraltir.  214. 

centurio  1  tribunus  hunno.  18. 

decurio  tincman.  19. 

informis  i  deforniis  unscone. 

gaWinarins  pollenar.  227.  [141"] 
1555  thelonearius  zolnarl.  228. 

binus.  na.  niim.  zmiischer. 

obses  kisal.  205. 

superstes  nbirlippo. 

polimentarius  lichare.  20. 
1560  polimitor  lichstein.  21. 

scutarius  schiltare.  206. 

creditor  ?e/i"(  herro.  229. 

lldejussor  purgo.  207. 

cementarius  murare.  208. 
I5ß5  cementum  ßaster. 

inarchio  marcgram.  209. 

com  es  }  prcses  grano. 

lancea   l   spiculum   1    catapelta 
sper.  230. 

asta  spiez. 
1570  astile  spiezstanga.  22. 

spata   et   romphea   l    machera. 
snuert. 

semispatium  sahs.  23. 

ocree  peinberga.  24. 

cuspis  stachiUa.  26. 
1575  faretra  cochir. 

sagitta  strala.  27. 

pilus  phil. 

bipennis  piil. 

lituus  1  cornu  l  tuba.  hörn. 
1580  pultio  polz. 


corda  senua.  231. 

cestus  c^olbo.  29. 

teliim  scoz.  28. 

capiilum  helza. 

umbo  rantpogo.  30.  1585 

lustrum  tiruuaida.  31. 

castor  1  fibur.  bibir. 

hiter  oUir. 

alx  l  falx  eleho. 

capreolus  rech  poc.  1590 

caper  steingeiz  1  ibix.  210. 

grillus  1  grello  muchlmo.  211. 

däma  l  daraula  damo. 

linx  luchs. 

corcodirillus  nies.  1595 

bubulus  uuisät.  32. 

gurgulio  hamistro.  212. 

gripes  grifin. 

ruca  hundissatil.  213. 

scarabeus  loihil.  160ü 

sanguisiiga  egela.  233. 

vipera  natra. 

tinea  mikina. 

musio  muriceps  }  murigerulus 

cazza.  33. 
papilio  fifoltra.  232.  1605 

zeno.  zefano.   hunthoubito.  l  de 

gente  cananea.  234. 
orcus  thnris. 
alea.  wrzabil.  235. 
pomilio  gittwerc. 

glandis  eichilla.  34.  1610 

glans  l  glandalum  truos. 
ferunclus  anguueiza. 
tuber l Struma,  chelichlcrof.  236. 
varix  urslach  l  werna.  237. 


1554  doch  wol  umdeutschtmg-  einer  hildung-  von  pullus,  imllinarius, 
hünervogl ;  das  e  der  letzte»  sillie  fehlt  wie  es  auch  in  der  folgenden  glosse 
ursirriinglic/i  fortgelafsen   war       1578   piil  iilierg-.       1608  /.  wrlV.tibil 


DIE  FLülltiNTlNEK  GLOSSEN 


361 


1615  morbus  suhl.  240. 

febris  rüto.  238. 

sinteria  zu~suht.  239. 

f  und  US  crnnt. 

sabuluni  sant.  243. 
1620  glarea  griez.  242. 

carix  sahar.  241. 

scirpus  finiz. 

caredium  sahara.  244. 

scaber  tubisfin. 
1625  cratis  hnrt. 

vimen  kerte. 

psiatiuni  matta.  245. 

hedera  heheoune. 

muscu's  mies.  246. 
1630  graculus  rnoch. 

bubo  hum.  247. 

fulix  jjelk^a.  248. 

mergus  scarba.  249. 

mergulus  tuchare.  250. 
1635  fulica  anitchmach. 

herodius  poum  falcho.  251. 

cignus  \  olor  elbiz.  252. 

onocrotalus  horitnbil.  253. 

ortigometra  et  conturnix  rephuon. 
1640  merola  amissalla.  254. 

strutio  stniz. 

grus  granich.  255. 

turdus&sturisque  sternula.  s^ara. 
256. 

cuculus  concuo. 
1645  pellicaniis  husigomo. 

turdella  drossüa. 

luscinia   ä   filomela  nachtegila. 
257. 

vultur  kir. 

fice . .  tula  snepfa.  259. 

1644  deutsch?  oder  coccyx,  cuccux? 
1657  ob  agaza  deutsch  ist  weifs  ich  nicht 


iVingolIus  fincho.  258.  1650 

carduelis  dislihmincho. 

pauo  famio. 

caradrius  1  laudula  lericha.  260. 

loaficus  1  merops  cruompheto. 

opimacus  contrarius  serpentibus.  1655 

i.  storich.  l  ciconia. 
picus  speht.  263. 
pica  agaza  agilstra.  262. 
parix  meisa.  261. 
costrux  nuiso. 

pastaban  l  oester.  bremo.  264.     1660 
scrabro  hornuz.  265. 
nectar  seim. 

cicendula  5f?mo.  [141''] 
vespis  \  cretobolus  uu\sfa. 
atacus  f>umhü.  1665 

ulula.  1  lucifuga  üiinila. 
cceculus  blindoslicho.  266. 
cimex  uuantlus. 
rubela  pretta.  267. 
bufo  crota.  1670 

lumbricus  regunuurm. 
tarnus  mado.  51. 
tesludo  scartefedero  1  snecco.  50. 
biaculus  lintuurm. 

stelio  mol.  1675 

lacerta  egidehsa.  268. 
Timallus  audio.  49. 
capedo  alant.  \  mimuia.  269. 
anguilla  al. 

trusta  forina  l  chamanch.  1680 

lutius    bqcmd. 
tinca  slio.  270. 
murenula  lantfrida. 
esox  salmo. 
allec  harinch.  1685 

1649  in  ficetula  ist  p  ausradiert 
1680  chamanch  kenne  ich  nicht 


362 


DIK  FLORENTIAER  GLOSSEN 


C.eluni  himil. 

iris  reginhonw. 

arctiirus  unagin. 

pliadas  }  planetas  sibinstirne. 
1690  pruina  rifo.  271. 

turbo.  nis.  un'ndisprnt.  48.  272. 

turbo.  Ollis,  kloz.  273. 

grandü  agil. 

centriim  mittehi'^'L 
1695  oricns  östan.  274. 

üccidcns  nuestan.  275. 

meridies  sundan.  27 H. 

a<iiiilo  nordan.  277. 

temporaiieus  ahinlrolo.  278. 
1700  tonitriius  donr. 

Tilia  linda. 

fagiis  buocha. 

robtir  i  querciis  eich  l  ilex. 

fraxinus  asc.  270. 
1705  alniis  erla.  47. 

Salix  salaha.  46. 

popiilus  fulnien  blich,  albare.  45. 

plantaims  hahorn. 

corilus  hasil. 
1710  paliurus  hagin. 

vepris  brama.  44. 

malus  afßltra. 

tusciis  niislil. 

caraj)enus  hagin  b''ocha.  43. 
1715  tremula  as]pa.  42. 

dumus  et  sentes  dorna  \  Spina. 

ranniim  adildorn. 

picea  forha. 

cipro  1(frbuom. 
1720  cedrus  cedirbon. 

farnaicus  tribulus  hiuffülra. 

casia.  herba.cassiaim«'c/?po''yn.  41. 

1707    p*   steht   suliueo.     die  g 
1754  f  die  deutschen  worle  überg'. 


assoloniuin  aslonch. 

anetuni  tille. 

tubiira  ertnuz.  280.  1725 

pctroselinum  federscelli.  281. 

lactncces.  lalticha. 

sisimbriiim.  sisimbrima.  40. 

papaiier  mago.  282. 

satureia  schenila.  39.  1730 

acer  gundereba. 

millefoliiim  garima. 

ciciila  scerelinch. 

celidantia  l  celidonia  scehllemirz. 

colocasia  nuildu  nmnza.  1735 

fiillo  watuurz. 

sandix  uueith. 

croceum  crögo. 

peta  peizza. 

lingua  caiiina.  i.  ringila.  1740 

gladiola  unal  nurz. 

sclarega  scherilegia. 

pulegiiim  poleia. 

anibrosia  is'nina. 

nepela  nepeta.  1745 

brionia  scilmirz. 

blandonia  wllina. 

[)eucidaniim  hernuurz. 

conciimalis  scoziiurz. 

riuola  cliba.  1750 

basilisca  madilger. 

assanis  hasiluurz. 

berula  1  artcm.  pnggo. 

ligustriim  uninda. 

barba  iouis  husuurz.  1755 

lupercicus  1  humuliis  hopho. 

pacina  nueguuvta. 

molosiis  rq^do.  283. 

v-Jter  unint.  284. 

losse   M'e/iört    in   den   vorifien    abschnitt 


DIE  FLOREiMLNEK  GLOSSEN 


363 


1760  canina  so/m.  285. 

priiina  1  canale.  kundaz.  286. 

liiena  helliunt.  287.  [142»] 

scrobs  gruoba.  288. 

ni  altus  crabo.  289. 
1765  plectruni  1  sistriim  citerfm. 

latibulnni  1  Jatebra  hoil.  290. 

cacatergito  1  pudusca  arscunisch. 

fiiria  hazsis. 

gleba  scorfo. 
1770  flemen  masila. 

cicatrix  anmale  i  masa.  291. 

lurris  yrant. 

puteus  buzza.  61. 

offa  halla.  60. 
1775  spera  1  trociis  sciha.  292. 

glis.  glitis.  dedo.  57. 


glis.  ris.  mus.  58. 

glis.    glissis.    schineauilto.    uiide 

glisso.  eis  uerbuni.   i.  fiil- 

geo.  59. 
pus.  US.  (juod  est  indeclinabile 

hoc  est  tabo  i  uiriis  gunt. 

293.  56. 
theulisca  l  theutonica  tutischa. 
stercus  mist. 

coeniim  1  liiniis.  döst.  294.  55. 
cementum  ßaslir.  54. 
pincerna  l  piuator  scencho.  295. 
rima  scrunla  l  nöth.  296. 
vei'u  spiz. 
testudü  suuibogo. 
stipula  i  festuca.  agana.  53. 
sulciis.  fmch.  vlögeriH.  498.  52, 


1780 


1785 


Im  zweiten  bände  der  coninieiitarii  de  rebus  Franciae  orienta- 
lis  hatte  Eckhard  s.  98J  ff  eine  reihe  glossen  ex  bibliotheca  magni 
ducis  Laureutiana  mitgeteilt,  die  hs.  der  sie  entnommen  waren.,  hielt 
man  für  verschollen  nachdem  Graff  bei  seiner  amoesenheit  in  Italien 
acht  tage  vergeblich  nach  ihr  geforscht  hatte,  doch  war  es  ihm  bei  die- 
ser gelegenheit  gelungen,  anderer  deutscher  glossen  habhaft  zu  werden 
welche  er  in  der  Diutisca  2,2^1  ff  im  aiiszuge  veröffentlichte,  als  da- 
her im  verflofsenen  jähre  hr.  dr  OJänicke  nach  Florenz  reiste ,  bat 
ich  ihn  beiden  hss.  noch  einmal  nachzuspüren  und  sie  mir  abzuschrei- 
ben, es  ergab  sich  ihm  das  mir  nicht  ganz  unerwartete  resultat  dafs 
beide  Sammlungen  identisch  sind,  bei  der  eile  mit  der  Graff  arbeitete 
und  arbeiten  muste  um  trotz  seines  gebrochenen  körpers  den  von 
staunenswertem  fleifse  zeugenden  Sprachschatz  herzustellen  darf  man 
es  ihm  nicht  zu  grofsem  vorwürfe  anrechnen  dafs  er  dies  Verhältnis 
nicht  erkannte,  denn  die  reihenfolge  in  der  Eckhard  seine  glossen 
drucken  liefs  ist  eine  abnorme,  um  die  art  und  weise  zu  zeigen  wie  er 
verfuhr  und  damit  einen  beitrag  zur  geschichte  der  deutschen  philo- 


1763  vallus?  1769  scheint  eher  eine  vei'wechselung  mit  glaboi-,  glabra 
(grindj  zu  sein,  wozu  auch  die  beiden  folgenden  gil.  bejser  passen  würden,  als 
dafs  an  scoisa   Gr.  6,551    zu  denken  ist      1776    /.    cledo   (Graff  o,\2\J 


364  DIE  KLOHEINTINER  GLOSSExN 

logie  zu  geben,  zugleich  aber  auch,  nm  die  auf  suchung  der  Eckhard- 
schen  glossen  in  dieser  ausgäbe  zu  erleichtern  und  zur  controlle  der 
letzteren  lafse  ich  eine  vergleichende  tabelle  beider  folgen,  ich  bemerke 
dazu  dafs  1)  die  nicht  seltenen  nur  lateinischen  \glossen  die  Eckhard 
mit  aufgenommen  hat ,  mit  einigen  unten  zu  erivcilmenden  ausnahmen 
fortgelafsen  worden  sind  und  so  die  notiz  '^lateinisch^  in  der  tabelle  zu 
erklären  ist  und  dafs  2)  einige  ganz  wenige  deutsche  worte  in  folge 
leicht  entschuldbarer  versehen  von  Jänicke  übergangen  sind;  bei  die- 
sen steht  'fehlt'. 


Eckh 

ard 

diese  ausgäbe 

1- 

-24 

1515—1573 

25 

638 

26- 

-34 

1574—1610 

35. 

36 

1487.    1485 

37. 

38 

1447.    1445 

39- 

-51 

1730—1672 

52- 

-61 

1789—1773 

62- 

-64 

1384—1379 

65 

1387 

66- 

-69 

1405—1412 

70 

64 

71 

1344 

72 

1483 

73. 

74 

1437.     1441 

75 

2 

76 

130 

77 

1352 

78 

1489 

79 

1512 

80. 

81 

1476.    1477 

82 

1421 

83 

fehlt 

84 

1290 

85 

1439 

86- 

-105 

1292—1348 

106 

lat. 

107 

1351 

108 

lat. 

Eckhard 

diese  ausgäbe 

109- 

-201 

1359—1512 

202- 

-213 

1541  —  1599 

214 

1550 

215- 

-217 

1464-1503 

218- 

--296 

1519—1785 

297 

7 

298 

65 

299 

96 

300 

1015 

301 

195 

302 

402 

303 

fehlt 

304- 

-315 

1004—1025 

316- 

-318 

50—52 

319. 

320 

269.    270 

321- 

-323 

290—310 

324 

76 

325. 

326 

55.    56 

327 

294 

328- 

-331 

1039—1047 

332. 

333 

1036.    1038 

334- 

-347 

1042—1060 

348 

fehlt 

349- 

-426 

1062—1190 

427 

lat. 

428- 

-470 

1193—1291 

471- 

-475 

12—18 

476 

lat. 

Eckh 

ard 

diese  ausgäbe 

477- 

-496 

25—116 

497 

lal. 

498- 

-508 

118-148 

509 

158 

510 

196 

511 

185 

512 

152 

513 

262 

514 

150 

515- 

-517 

154—157 

518 

lat. 

519 

160 

520- 

-523 

163—174 

524 

lat. 

525 

175 

526- 

-528 

233—237 

529 

179 

530- 

-540 

242-295 

541 

lal. 

542 

297 

543 

182 

544- 

-546 

263—266 

547 

211 

548 

214 

549 

289 

550 

254 

551- 

-569 

187—222 

570 

300 

571 

184 

572- 

-580 

301—319 

581. 

582 

lat. 

583- 

-595 

322—346 

596- 

-598 

360—362 

599 

353 

600 

» 

510 

601 

352 

602 

lat. 

603- 

-618 

355—383 

DIE  FLUHENTLNEH  GLOSSEN  365 


Eckhard  diese  ausgäbe 

619  413 

620—622  384—387 

623-625  397—399 

626  432 

627.    628  440.    442 

629—632  391—395 

633-646  403—429 

647  lat. 

648—651  430—440 

652—654  451—454 

655—660  462—480 

661.    662  468—471 

663  501 

664  lat. 
665.  666  504.  514 
667  497 
668.  669  502.  503 
670  500 
671—679  518—562 

680  335 

681  570 

682  lat. 
683—693  589-634 

694  lat. 

695  fehlt 
696—766  637—815 

767  916 

768  922 

769  lat. 

770  906 
771—773  843—848 
774—784  823—838 
785  899 
786—788  878—884 
789—791  892—896 
792—801  858—875 
802—805  907—919 
806  889 


366  DIE  FLOKEMllNER  GLOSSEN 


Eckhard 

diese  ausgäbe 

Eckhard 

diese  ausgäbe 

807 

818 

835—859 

970—1000 

808,    809 

1003—1008 

860 

fehlt 

810-816 

931—940 

861 

1001. 

817 

tat. 

862—865 

440—446 

818-831 

943—962 

866 

fehlt 

832 

lat. 

867—874 

447—459 

833 

966 

875—889 

469—494 

834 

lat. 

Man  ersieht  hieraus  dafs  Eckhard  oder  der  von  ihm  mit  der  ab- 
Schrift  betraute  seine  arbeit  gegen  ende  der  hs.  dort  wo  ein  blaugemal- 
ter initialbuchstabe  die  anfmerksamkeit  auf  sich  lenkte,  begann  mid 
eine  zeit  lang  fortführte,  dann  aber  den  schlufs  des  ganzen  vornahm 
und  denselben  von  hinten  beginnend  excerpierle.  darauf  schlug  er 
eine  anzahl  blätter  nach  rückwärts  und  schrieb  von  dort  an  widernm 
eine  reihe  worte  ab;  und  dies  verfahren  widerholte  er  noch  einmal, 
dann  aber  begann  er  mit  dem  anfange  der  hs.  und  zog  die  glossen  un- 
gefähr bis  zu  dem  punkte  aus ,  wo  er  beim  zweiten  rückwärtsblättern 
angehoben  hatte,  schliefslich  bi^achte  er  in  einem  nachtrage  noch  einige 
vorher  ausgelafsene  worte.  man  erkennt  jedoch  deutlich  dafs  die  ab- 
schrift  nicht  einen  regelrechten  fortgang  nahm  sondern  unter  unauf- 
hörlichem blättern  geschah :  so  kam  es  dafs  dies  und  jenes  wort  zwei- 
mal aufgeführt  wurde,  aufserdem  scheinen  endlich  eine  anzahl 
glossen  die  bei  nochmaliger  durchsieht  der  hs.  auffielen,  an  beliebigen 
stellen  der  abschrift  eingeschaltet  worden  zu  sein. 

Die  hs. ,  cod.  5  plut.  XVI  der  Laurentiana ,  in  quart,  besteht  aus 
zwei  ursprünglich  sich  fremden  bestandteilen.  der  erste  {bl.  1 — 86) 
enthält  1)  fol.  \. — 42*  ßedae  super  Donati  grammaticam  2)  fol.  4:2^ 
— 73  Aymerici  ars  lectoria  ad  episcopum  Ademarum  3)  /'o/.74— 82 
Servioli  de  primis  syllabis  in  cunctis  partibus  4)  fol.  83  —  86  Pri- 
sciani  de  accentibus.  der  zweite  [blatt  87 — 142,  7  quaternionen  — 
das  letzte  blatt  ist  fälschlich  mit  144  bezeichnet  -  )  zweispaltig  ge- 
schrieben, aus  dem  anfange  des  V2>  jhs.  birgt  unsere  glossen.  die- 
selben sind  aus  einem  altern  exemplare  abgeschrieben  und  später  nach- 
corrigiert  worden;  in  der  vorläge  hatte  das  z  die  bekannte  dem  h  ähn- 
liche gestalt,  daher  der  abschreiber  öfters  den  letztetii  buchstaben 
Schrieb,  ein  fehler,  den  der  corrector  meist  aber  nicht  immer,  durch 
znsatz  eines  häkchens  befserte.     die  vorläge  entstammte  Oberdeutsch- 


DIE  FLOHEiNTliNKH  i;U>SSEN  367 

land,  der  abschreibe}'  schenH  aber  seine  heimat  in  I^iedtrdeulschland 
gehabt  zu  haben,  was  mein  verfahren  anlangt  so  habe  ich  der  Über- 
sichtlichkeit und  kürze  halber  die  denischen  worte  ctirsiv  drucken  laf- 
sen;  ebenso  alle  erst  von  mir  zugesetzten  Überschriften;  dagegen  sind 
die  schon  in  der  hs.  vorfmdlichen  mit  Versalien  gegeben,  die  rein  latei- 
nischen gll.  habe  ich ,  soiceit  sie  in  die  mir  vorliegende  abschrift  auf- 
genommen war'en.  da  beibehalten,  wo  sie  von  Eckhard  aufgeführt  wur- 
den; nur  bei  der  schrift  de  fide  catholica  habe  ich  sie  ohne  ansnahme 
toidergegeben ,  da  vielleicht  die  eine  oder  andere  zur  aufßndung  der 
schrift,  zu  der  sie  gehören,  beitragen  kann,  die  zahlreichen  abkürzun- 
gen  sind,  wo  es  mit  Sicherheit  geschehen  konnte,  aufgelöst  worden. 
punkte  innerhalb  der  worte  bezeichnen  rasuren.  die  erste  zahl  hinter 
einer  glosse  verweist  auf  die  folge  in  Graffs  abdruck,  die  zweite,  cur- 
sive,  auf  Eckhard. 

Eine  ganz  ähnliche  Sammlung  scheint  der  €lm  19440  {Graffs 
Tg  5)  zn  enthalten,  da  ich  aber  eine  abschrift  dieser  und  anderer  zu 
einer  genaueren  Untersuchung  nötigen  hss.  zur  zeit  nicht  besitze  — 
besonders  würden  dabei  auch  die  Salomonischen  gl.  in  betracht  kom- 
men —  so  mufs  ich  für  jetzt  auf  weiteres  verzichten  und  begnüge 
mich  mit  angäbe  der  teile  aus  denen  unsere  hs.  besteht,  indem  ich  zu- 
gleich Verweisungen  auf  die  icichtigeren  parallelen  aus  der  glossen- 
litteratur  beifüge. 

1  — 1002,  das  neunte  buch  des  suinmarium  Heiiirici,  vgl.  den 
Admonter  vocabular,  die  Lindenhrog.  gll,  die  Prager  und  Engelberger 
gll.  [zs.  3.  468  und  125),  Diutisca  3,  187,  Sumerl.  I  {vgl.  Diul.  3, 
260^),  Diut.  3,  144,  Iloffmann,  ahd.  gll.  s.  61.  —  es  folgen  glossen 
zu  der  schrift  de  fide  catholica  eiusque  ministris.  ich  habe  dieselbe 
nicht  atisfiyidig  machen  können ;  die  bekannte  des  Isidor  ist  es  nicht, 
nach  den  glossen  zu  urteilen  ist  sie  wol  eine  art  passional.  auch  die 
dann  folgenden  5  worte  1028 — 1032  unter  der  Überschrift  glose  de 
caiione  apostolorum  habe  ich  mit  ausnähme  von  examen  und  concia- 
bolo  {nicht  -a)  in  den  canones,  concilia  und  decreta  \)onlt.  nicht  auf- 
zufinden vermocht,  sie  können  auch  leicht  zu  einer  anderen  schrift 
gehören,  denn  jene  Überschrift  steht  auf  blatt  123'',  die  gll.  aber  erst 
auf  hl.  126''««//  127^  sie  sind  jedoch  so  wenig  significant,  dafs 
ohne  einsieht  derhs.  ihre  zurück  führung  auf  ein  bestimmtes  werk  nicht 
möglich  sein  dürfte,  es  schliefsen  sich  hieran  gll.  zu  den  werken  des 
Prudentius  von  denen  ich  1168,  1250  und  1258  trotz  aller  ange- 
wandten  mühe  weder  im  Prudentius  noch  in  den  scholien  des  Jso  habe 


368  DIE  FLORENTlPsEK  (BLOSSEN 

auftreiben  können.  1259  —  1264  sind  ein  einschuh  vgl.  Hoffm.  ahd. 
gll.  S.58.  woher  1265  — 1271  entnommen  sind  weifs  ich  nicht,  zu 
den  sodann  sich  anreihenden  gll.  zu  Aldhelms  werken  wolle  man  die 
SGaller  hs.  242  bei  HaUemer  1,  278^  vergleichen,  zur  angäbe  der 
stellen  habe  ich  leider  die  höchst  ungenügende  ausgäbe  von  Giles  da 
sie  die  einzige  handliche ,  welche  ich  kenne ,  ist ,  henulzeti  müfsen.  sie 
leidet  mit  er  andern  an  dem  mangel  jeglicher  Zählung,  die  unregel- 
mäfsige  folge  der  glossen  in  den  rätseln  ist  nur  eine  scheinbare:  denn 
in  den  hss.  ist  die  reihenfolge  derselben  eine  andere  als  in  Giles  aus- 
gäbe wie  man  dies  aus  den  oben  angeführten  SGaller  gll.  erketmen 
kann.  1309 — 1313  sind  vielleicht  glossen  zu  thuribulum  147,  14. — 
1360/"  könnten  zu  pepli  velamina  206,  17  gehören,  doch  ist  zu  beach- 
ten dafs  beide  auch  in  den  die  Überschrift  de  ornatii  ecclesie  tragen- 
den gll.  bei  Hattemer  1,  311  hintereinander  vorkommen.  —  1371 
mag  eine  glosse  etwa  zu  virgo  sein.  —  1372 — 1376  gehör'en  einem 
tractat  über  die  glieder  des  menschen ,  wol  aus  Isidor  an.  —  zu 
1377—1389  vergleiche  man  Hoffmann  s.58,  Hattemer  1,  293,  Schi, 
gll.  32ff,  gll.  Jim.  D  272/f,  zu  1392—1440  Hoffm.  s.  58/",  Hatt.  1, 
310,  Schi.  gll.  39,  136^,  gll.  Jim.  D  293,  296.  aus  letztern  ergiebt 
sich  durch  die  bemerkung  s.  293  bei  lena:  et  paiilo  post  ibidem  dafs 
die  glossen  irgend  einer  schrift  müfsen  entnommen  sein.  — ■  1441 — 
1482  s.  Schi.  gll.  39,  178 ;f,  Sumerl  dbf,  42,  48,  Hatt.  1 ,  308 f, 
auch  gll.  Jim.  D  276,  289.  —  liSßfgll  Jim.  D  306,  1491—1505 
daselbst  s.  318.  —  1506 — 1512  gehören  demselbeti  glossar  wie  oben 
Idll  ff  an.  —  1513 — l^^l  sind  verwandtschafts-  und  Standesbe- 
zeichnungen, vgl.  Sum.  41,  47,  Hatt.  1,  303,  gll.Jun.  D  264^,  Schi. 
gll.29.  —  es  folgt  ein  abschnitt  über  waffen,  vgl.  Sum.  35,  51,  Hatt. 
1,  309,  dann  tiernamen  {Hatt.  1,  290,  s.  auch  das  oben  s.  A^f  her- 
ausgegebene bl.  42  der  Pariser  Virgilhs.) ,  ferner  krankheitsbezeich- 
nungen.  für  das  folgende  ist  von  1618  bis  1685  die  SGaller  hs. 
242  bei  Hatt.  1,  295  zu  vergleichen.  —  1686—1700  s.Schl.  gll.  39, 
312^,  Hatt.  1,  294,  gll.  Jun.D  304/". —  die  daran  sich  anschliefsen- 
den  baumnamen  finden  sich  glossiert  auch  bei  Hattemer  1 ,  289,  291, 
Sum.  45,  Schi.  gll.  39,  238 /f,  fol.  42,  69f,  gll.  Jim.  D  325/".  — 
1758—1762  vgl.Stm.  47,  ilQi  f  Gerbert,  Her  al.anhang  s.  82, 102. 
der  schlufs  von  1766  an  begegnet  sonst  in  dieser  aufeinanderfolge  nicht. 
Berlin,  februar  1871. 

ELIAS  STEINMEYER. 


GLOSSEN  ZU  ALDIIELM 


369 


GLOSSEN  ZU  ALDHELM. 

Bekanntlich  hat  Aldhelm  zwei  verschiedene  hücher  de  virginitate 
verfafst,  eins  in  versen  und  das  andere  in  prosa ;  genauer  lautet  der 
titel  des  ersten  de  laudihus  virgiiiam ,  der  des  andern  de  laudilms 
virginitatis  sive  de  virginitate  sanctorum.  beide  sind  deutsch  glossiert 
worden  und  zwar  verteilen  sich  die  glossen ,  welche  Graff  und  nach 
ihm  Raumer  nicht  geschieden  haben,  so  dafs  der  poetischen  schrift 
Aid.  1.  3.  4.  5  und  die  in  der  Florentiner  sowie  der  Tegernseer  Samm- 
lung enthaltenen  gll.  angehören ,  der  prosaischen  dagegen  aufser  den 
von  Mone  und  dann  von  Bouterweck  zs.  9,401  ff  herausgegebenen 
ags.  gll.  Aid.  2  und  6.  von  den  letzteren  ist  Aid.  6  {hs.  der  Wirz- 
burger  dombibl.)  von  Diimmler  in  dieser  zs.  14,190/'  von  neuem 
herausgegeben  worden,  Aid.  2  von  Hoff  mann  in  seinem  büchlein 
Altdeutsches  aus  Wolfenbütteler  hss.  s.  XXII /".  da  daselbst  einige  glos- 
sen fehlen  oder  nicht  ganz  genau  abgedruckt  sind ,  widerhole  ich  hier 
nach  eigener  collation  unter  angäbe  der  stellen  nach  Giles  ausgäbe  die 
wenigen  worte. 


5,  8.  [3"]  concrftione    uuahsa- 

mo.  [4^] 
8,22.  forficis  cluft.  [6"] 
11,19.  balistabalastar.  [12"] 

23,  4.  persultans  uerit.  [13'] 
5   „  37.  glaucoma  starablint. 

24,  4.  scotomaticorum  gihtot  fo- 

toro. 
„  1 8.  paranymphus  truhti  go- 

mo.  [14"] 
26,31.  cata  ..  plasmafasca.  ]15"] 
28,10.  (sin&ricarum)  trico   uiii- 

darfart.  [17"] 
10  33,10.  fatescunt  muodant. 
„  13.  plecta  üuctira.  [20"] 
37,25.  seuo  unslit. 
38,  2.  eliderP«;  zisbeogi.  [20"] 

1  uuahsamo  über  einer  ramir       4 
21  von  tlialanii  tut  iilterg'.  aiij  rusur 


38.21.  clientella  gidiginu. 

„    „    contribulibus        cunnin.  15 

[21"] 
40,31.  dispendium  zurgengium. 

[22"] 
42,  4.  scotomaticos  zoranouga. 
,,  5.  reuocando     erquiccento. 

[24"] 
44,36.  nidoribus  stanch. 
45,11.  putamina     fulaz     uuerc.  20 

[24"] 

46.22.  ad  thitedas  thalami  zibrut 

batin. 
„  29.  pertinaciterduruhstritigo. 

[25"] 
48,25.  abolisci  In  di  uuonan. 
„  32.  liciis  beiluuim.  [26"] 

///  persultans  fVie?'  der  ersten  silbe  incon 
24  niisiH-rsländnis  des  worfes  obelisci 


370  GLOSSEN  ZU  ÄLDHELM 

25  49,  5.  roderentur       l)ignagana.      51,25,  radiis  lirahun.  [28]  30 

[26']  53,10.  exeniumhantcunnieulüia. 

50,11.  molosiriulen.  [27]  [29'] 

51,  2.  exorbitans   auiiig    goiiti.      54,34.  pellexerint  bitriogant. 

orbita  stiga. 
„     9.  ad    solum    cerniias    eiUi 
framhalt. 
28  am  rande  zur  vorig-eyi  ghsse 

Die  hs.  cod.  Heimst.  365  fol.  enthält  bis  hl.  43"  die  schrift  de 
laudibus  virg. ,  von  44"  an  das  conciliiim  Aquisgranense.  am 
schlufse  steht  auf  hlatt  62''  ahschriftlich  das  fragment  einer  nrhmde 
mittelst  der  erzbischof  Bardo  {von  Mainz,  1031 — 1051)  dem  Moster 
SAlbani  einen  alt  namens  Egbert  giebt.  die  hs.  stammt  demnach  aus 
Mainz  und  die  gll.  scheinen  ans  der  Wirzburger  hs.  abgeschrieben  zu 
sein,  ich  möchte  aber  fast  glauben ,  dafs  auch  die  letztere  eine  ab- 
schrift  ist  und  dafs  sowol  starablint  ah  gi])ot  fotoro  nicht  ursprüng- 
lich zu  giaucoma  und  scotomaticorum  gehörten  sondern  ersteres  zu 
scotomaticorum  (vgl.  ags.  gll.  zs.  9,  447"j  qmd  letzteres  zu  dem  un- 
mittelbar folgenden  obscurantur  oder  obturantur.  dann  wäre  die  er- 
kJärung  folgende:  das  original  war  ags.,  und  die  gl.  lautete  hcödigc) 
leotorod  (vgl.  ahd.  kafezarot  Graff^,131).  beod  lourde,  da  dieparti-  . 
kel  ge  fehlte  oder  übergeschrieben  stand,  fälschlich  in  das  worl  hinein- 
gezogen, es  mufs  dann  freilich  angenommen  icerden,  dafs  der  abfall 
des  letzten  t  auf  einem  Schreibfehler  beruht. 

ST. 

BISCHOFSREIHEN  YON  TÜLL   UND  TRIER. 

Nomina  pontificum  Tullensis  sedis  et  ordo. 

Mansuetus.  Amon.  Aicha.  Celsiniis.  Auspicius.  Vrsiis.  Aper. 

Albinus.    Trisoricus.    Dulcicius.    Premon.    Autmundus.    Cutlanus. 

Teutfridus.  Leutdiniis.  Ehorinus.  Ermenteus.  Magnaiildus.  Dodo. 

Girbaldus.    Godo.    Bodo.    lacob.    Borno.    Yuanimeus.   Frotharius. 

Arnauldus.    Ludelmus.    Drogo.    Gauzlinus.    Gerardus.    Stephanus. 

Bertoldus.  Herimannus.  Bruno.  Vdo.  Pibo.  Richuuinus  (1108  — 

1126). 

Dabei  steht  als  fortsetzung  in  der  zeile  folgendes  bruchstück : 
cum  .^it  iKTc  dilectionis  proximorum  profectibus  conletari,  vi- 


BTSCHOFSREIIIEN  VON  HILL  UND  TRIER  371 

detur  asimili  eonim  necessitatihus  non  minus  compaciendum  esse. 
Sunt  igitiir  duo,  laniiliaritatis  applausus  caritatisque  feriior,  que 
nostram  uobis  inopiam  intimare  suadent.  egemus  annona  quam  a 
uobis  mutuo  accipere  querimus ,  eam  si  deo  placueiit  in  proxima 
messe  leddiluri.  — 

Nomina  pontificum  Treuerensis  sedis  et  ordo. 

Maternus.  Agricius  {unleserlich).  Bonosius.  Britto.  Felicius. 
Mauritius.  Seuerus.  Cuirillus.  lamnericus.  Emericus.  Magus.  — 
Miletus.  Modestus.  Maximianus.  Fibitius.  Abrunculus.  Rusticus. 
Nicetius.  Magnaricus.  Gundericus.  —  Sabaudus.  Müdoaldus. 
Numerianus.  Bassinus.  Liuthwinus.  Milo.  Ilidulfus.  Yueomadus. 
Ricbbodus.  Vuizzo.  Hetbti.  Tietgaudus.  Bertolfus.  Ratbodus.  Ruotke- 
rus.  Ruotpertus.  Heinricus.  Theoricus.  Ekibertus.  Liudolfus.  Megau- 
dus.  Poppo.  Ebrchardus.  Ydo.  Egilbertus.    Bruno  (1102 — 1124). 

Diese  zwei  bischofsreihen  stehen  auf  einem  dem  XII  jh.  angehö- 
rigen  pergamentblalte,  das  ich  von  dem  riickdechel  der  incnnabel  Ra- 
bani  Poenitentiale  et  ilores  SBernardi  (s.  Panzer  290)  ablöste,  sie 
gehörte  ehedem  der  ahtei  Altenberg,  jetzt  der  Düsseldorfer  landes- 
bibliothek.  Altenberg  war  eine  Cisterzienserabtei  im  kreifse  Mülheim, 
am  Rhein,  sowohl  in  der  r^eihenfolge  als  in  den  namenformen  steht 
dieses  Verzeichnis  weit  ab  von  den  bisher  bekannten,  zb.  bei  Potthast 
Suppl.  verzeichneten.  A.  BIRLINGER. 

ZU  DEN  yiRGILGLOSSEN. 

1.  Brit.  Mus.  Add.  2\9\0.  sec.  X\l 

Virg.  Aen.  I— VITI.  ' 

3'  uortex  werbo  Aen.  I,  117. 
9"  signis  beileden  I,  648. 
10"  auleis  umbebangen  I,  697. 
no''  stix  bellifluot  VI,  439. 

60'  gallica  tela  azgera  als  randglosse  zu  Teutonico  ritu  YII,  741. 
Die  zweite  glosse  ist  von  einer  jungem  hand  geschrieben. 

2.  Königl.  landesbibl  zu  Cafsel  ms.  poet.  et  Rom.  fol.  6. 

Servius  I — VI  sec.  IX. 
1 1"  incus  anaboz  randglosse  des  ^j.  jahrh.  zn  Excudit  autom  est 
feriendo  olicit,  quia  cudere  est  ferire  unde  et  incus  dicitur. 
(Aen.  ],  171). 


372  ZU  DEN  VIRGILGLOSSEN 

3.  Leipziger  ratshibliothek  (Naumann  catal.  p.  19j.  Servins  sec.  X. 
3''  (Mesta  amarylli)  frutecta  spreitha 
Q^  (Uaccinia  pingit)  calda  genus  hserbse  i.  clea 

cidea   genus  pome  quod   teutones  diciint 
quodana  seiie  persici 
S*"  (Post  carecta  loca)  spartus  i.  lisca 
lO**  Fra.  nioraqiie  frhtb:re  br,mb/"r:  f  aus  e  corr. 
13''  (Labrusca)  uicinia  g/bxrkthb  f  aws  e  corr. 
2i^  (Castaneae  birsutae)  ecbinos  .i.  acutos  folliculos  et  spinosos 
in  modum  ericii  factos.    ericiiis  enim  est  animal  quod  tbe- 
disce  dicimus  kgkl.  ad  cuius  pellis  similitudinem  eebini  sunt 
facti,  .i.  folles  infra  quos  castanee  nascuntur 
28''  sanguineis  ebuli  bacis  bdphe 
44''  quod  dum  permeat  orbem  hister  duonouna 
72''EXPL1C1T   ÜBER   QUARTUS.   AMENj  OTRIRFD.    {nicht 
OTRIRI.  S.) 

SIEVERS. 

NIEDEURHETNISCHE  PRTAMEL. 

Vat  doicb  gelove  sonder  werck, 

Verstentenisse  sonder  gemirck, 

Wysheit  ind  scbatz  verborgen, 

Genoieb  baven  ind  vil  sorgen, 
5  Eyn  ongeoiffent  goed  wille, 

Bekentenisse  sonder  minne, 

God  denen  om  loff  ind  danck, 

Eyn  goed  leven  sonder  vortganck, 

Vyl  boeren  ind  weynicb  verstaen, 
10  Vyl  wissen  ind  mit  sonden  om  gaen, 

Eyn  reynne  leven  sonder  oetmoedicbeit, 

Beden  sonder  ynnicheit: 

Dyt  es  al  verloren  arbeit. 

Auf  einem  hinter  das  erste  leere  blatt  des  cod.  Yatican.  1427 
(cod.  Jmtinian.)  eingeklebten  pergamentstreifen  von  einer  hand  des 
XV  Jahrhunderts  anfgezeichnet ;  nach  einer  abschrift  Martins. 

K.  M. 


PREDIGTEN  VON  MEISTER  ECKART. 

I. 

In  disir  predigäde  wisit  mester  Eckart  der  aide  den  grozen  nutz  der  Zu- 
kunft unsis  herren:  waa  for  der  zit  niuistin  alle  lüde  zu  der  helle,  aber  nu 
gnügit  gode  lichtliche,  wan  mit  eime  i'elnen  herzin  ist  ez  gnüc. 

^Ecce  dies  veniunt'  dicit  dominus,  'et  suscitabo 
David  germen  iustum'  {Jer.  9,  25).  Dise  wort  sprichit  Jere- 
niias  "^nemit  war,  di  dage  iaimint,  spricliit  der  herre,  und  ich  wil 
irweckin  di  gerechtin  worzeHn  Dävidis  [und  die  frucht  sal  wiz  sin 
und  sal  finden  orteil  und  machen  gerechtikeit  in  erterich]'.  Salo-  5 
mon  sprichit  'ein  gut  bode  von  eime  verrin  lande  ist  also  [ein] 
kalt  wazzir  einir  dorstigin  sele'.  noch  der  achte  der  sunde  so  ist  der 
mensche  verre  von  gode,  dar  umme  ist  (ime)  daz  himmilriche  alse 
[ein]  verre  fremede  laut,  und  disir  jjode  Jeremias  was  fon  deme 
himmile.  Sente  Augustinus  sprichit  fon  ime  selbir,  du  her  noch  10 
unbekärt  was,  daz  her  sich  verre  (vant)  von  gode  in  eime  fremedin 
lande  der  unglichheit.  ez  ist  ein  jemirlich  dinc  daz  ein  mensche 
von  deme  ist  ön  den  her  nicht  selic  gesin  inmac.  neme  man  di 
allir  schönisten  creatüre  di  got  geschaffin  hat  üz  deme  gotlichen 
lichte  da  si  undir  stein  —  wan  alse  verre  alse  alle  dinc  under  deme  15 
gotlichen  lichte  stein,  alse  verre  sint  si  lustlich  und  behegelich  — 
und  were  ez  godis  wille  und  gestate  her  ez  daz  si  worden  genomen 
üz  deme  gotlichen  lichte  und  worden  gewisit  einer  [der  minsten] 
sele,  so  enmochte  si  keine  wolust  dar  ane  gehaben,  sunder  ir  muc- 
ste  da  fare  grüwin.  noch  jeniirlicher  ist  daz  daz  ein  mensche  20 
fon  deme  ist  6n  den  her  kein  wesin  (ge)habin  inmac.  allir  jemir- 
lichis  ist  daz  (daz)  her  fon  deme  ist  der  sin  ewige  selekeit  ist,  [und 

3  sed  di  tage  sint  kommen,  spricht  god,  ich  wil  irweckent  die  frucht  ader 
den  Samen  Davides  C  5  ouch  spi'icht  her  Salomon  daz  C  9  und  waz 
disser  bode  vom  hymmele  C  12  dem  unglichenisze  C  daz  der  C  13 
deme]  gode  C  behegelich  mag  sin  C  19  si  fehlt  OC ;  da  keine  wol.  noch 
behagunge  haben  C        20  ein]  der  C        21  aber  C 

Z.  f.  D.  A.  neue  folge  III.  25 


374  PREDIGTEN  VON  MEISTER   ECKART  I 

s»"»  kranc  ist  worden  daz  her  von  aller  siner  eigen  kraft  nicht  Wid- 
der zii  gode  kommen  mag,  und  oiich  nit  enweiz  wo  her  widder  zu 

25  eme  kommen  sal.  daz  klaget  her  David  und  spricht  "^ich  bin  verre 
von  gode,  wan  ich  in  den  sunden  geboren  bin,  und  bin  so  kranc 
worden  daz  ich  nicht  von  miner  kraft  widder  zu  gode  kan  kommen, 
und  habe  die  ougen  vorloren,  daz  ich  nicht  emveiz  wo  ich  widder 
zu  eme  kommen  mag\    ein  güd  man  sprach  in  hern  Jöhans  buche 

30  "^sprichet  ein  mensch  widder  den  andern,  da  mag  her  einen  zu 
vinden  der  eme  daz  hilfet  bezzern;  sprichet  aber  der  mensche 
widder  god,  der  ist  so  hoch  und  so  unmezHch  daz  men  keinen  men- 
schen da  zu  vinden  kan  der  daz  gebezzern  möge,  man  noch  der 
edelkeit  des  hern,  an  dame  me  messehelt  da  müz  sin  die  bezze- 

35  runge].  dar  umme  w  as  daz  ein  gut  ])otschaft  daz  der  prophete  spri- 
chit^sehit  di  tage  kumint  etc.\  du  di  altin  vedere  bekanten  daz 
jämir  da  si  inne  wären,  du  schrigiten  si  mit  irre  begerunge  in  den 
himmil  und  worden  in  got  gegozzin  mit  irme  geiste  und'läsin 
in  gotlicher  wisheit  daz  got  geboren  sohle   werden  [menschlicher 

40  nätüre,  der  uns  lösen  solde  von  alle  unser  jenierHchkeit].  dar  umme 
was  di  botschaft  güde  alse  [ein]  kalt  wazzir  einer  durstigin  sele. 
wan  daz  ist  war  daz  got  gibit  sin  himmilriche  umme  einen  kalden 
drunc  wazzers,  und  an  eime  giulin  herzin  da  mide  ist  ez  gniic,  und 
wer  einen  güden  gedanc  opperit  in  der  eAvigin  minne  (da  got  inne 

45  mensche  ist  worden) ,  der  wirt  behaldin.  dar  umme  indarf  der 
mensche  nicht  forten  den  tufd  noch  di  werlint  noch  sin  eigin  fleis, 
noch  unsin  herrin  got  [endarf  he  nicht  forchten.  wan]  sente  Pau- 
lus sprichit'^der  son  ist  uns  gegebin  zu  einem  vorsprechin,  di  ein 
wisheit  ist  sines  vaderis,  der  sal  wisliche  rede  gebin  for  alle  unse 

50  törheit  und  missedäit^  sente  Paulus  sprichit  ouch  "^her  ist  uns 
gegebin  zu  einem   vorvechtere,  der  for  uns   sige  rechten   sal  in 

23  ich  worde  C  30  da  god  mag  C  31  binden  C  der]  da  C 
briehetC  33  binden  C  34  dal's  C  35  sprach  C  36  siat  kommen  spri- 
chet goddazgodgebornwoldewerdenvondemsameDavides  .  daz  istdafs  godsel- 
ber  gesprochen  hait  dafs  ist  ein  grofs  ding  .  mogelicher  ist  dafs  sich  die  hummel 
und  erden  wandel  dan  die  w  ort  unsers  herrn  gew  audelt  werden  C-  altvetter 
C  37  inne]  an  C  38  daz  humuielrich  C  gezogen  C  39  wulde  C 
42  ouch  ist  daz  war,  wer  ein  trunck  kaldez  Walsers  gibet  sinem  ebencristeu  in 
der  ewigen  liebe  da  god  mensch  inne  worden  ist,  dem  werden  alle  sin  sunde 
vorgeben,  und  ich  meine  ez  auch  uff  min  sele  wer  C  48  daz  uns  der  sone 
geben  ist  C  49  des  C  50  anderswo  spricht  die  schrifft  daz  her  uns  ist 
C  51  sige]  feie  C 


PREDIGTEN  VON  MEISTER  ECKART  I  375 

fillir  unsir  noit'.  wir  sullen  beiden,  der  himmillische  vadir  muz 
unse  gebeit  inphäin  odir  nicht,  wolde  der  vadir  gegin  uns  vechtin, 
her  informochtis  nicht,  wan  di  selbe  gewah  und  wisheit  di  der 
vadir  häit,  df  häit  [ouch]  der  son  glich  mit  ime ,  der  uns  genzlich  55 
gegebin  ist  zii  eime  forvechtere  und  häit  uns  so  dCire  irarnit  daz  her 
uns  nicht  vorläzin  inwil,  und  der  vadir  inniac  ime  nicht  forsagin, 
wan  her  sin  wisheit  ist.  her  (in)mac  ouch  nicht  gegin  ime  gevech- 
tin,  wan  her  sin  kraft  ist.  dar  umme  indarf  der  mensche  nicht 
forten  (got) ,  her  inmuge  mit  allin  sinen  Sachen  künliche  zu  gode  CO 
gein. 

Du  der  mensche  üz  dem  paradise  gestözin  wart ,  du  forsazte 
got  drigerleige  hiule  [vor  das  paradise].  daz  eine  was  englicher  nä- 
ture ,  daz  andere  ein  furic  swert,  daz  dritte  (ist)  daz  ez  zu  bei- 
den enden  sneit.  englicher  nätiire  bezeichint  [also  vele  als]  lütir-  63 
keit.  [des  enhäit  der  mensch  nicht],  du  godis  son  quam  iif  (daz) 
ertriche,  der  ein  (lütir)  spigil  was  äne  allin  fleckin  [und  ein  antlitz 
und  ein  bilde  des  hummelischen  vatters,  an  dem  men  genzlichen 
godes  willen  bekennen  mag] ,  der  brach  di  ersten  liüden  iif  und 
brächte  (di)  unschult  und  lütirkeit  in  mensliche[r]  nätüre  üf  (daz)  70 
ertriche. 

Daz  fürige   swert  bezeichint  di  gotlichen  fürigin  minne  ,  ön 
di  der  mensche  nicht  (in)mac   zu  [dem]  himmilriche  komin.     di 
brächte  Christus  mit  ume  und  brach  di  anderin  hüde,  wan  her  hatte 
mit  der  seibin  minne  den  menschen  lib  er  dan  her  in  geschüf.   Jere-  75 
mias  sprichit  ^mit  ewigir  minne  häit  dich  got  geminnet'. 

Di  dritte  hüde  was  daz  snidinde  swert,  daz  was  menslich  jä- 

52  wir  sullen— gewalt]  wisset  er  wie  der  meusch  etteswanue  gedencket 

und  biden  sal  her  sich wen  her  biddeu  wil  mit  alle  sinen  sunden  und 

gebrechen  legen  in  die  wunden  unsers  hern  Jesu  Cristi  und  sal  sich  unwerdig 
duncken  und  sal  sich  beveln  der  wirdigen  martir  unsers  hern  Jesu  Cristi  und 
sal  sich  oppern  dem  hummelschen  vatter  und  sime  heiligen  son.  antwer  der 
hummelsche  vatter  der  mufs  sie  beide  lup  hau  ader  nicht,  wuldc  der  vatter 
legen  und  enlengen  her  envormocht  nicht  wol  derselbe  gewalt  C  58  kegen 
en  nicht  vechten  C  62  sante  C  63  daz  ein  wasz  ein  engelischer  hudcr  C 
64  bornig  C  67  spigel  ist  ein  blecken  C  71  Salomon  sprichit  von  christo 
her  ist  ein  lutir  spigil  ane  fleckin /«of  hier  0  ein  ,  fehlt  in  C  72  bornige 
C  liebe  C  73  kümin  0  76  do  godes  sone  quam  da  bracht  her  die 
andern  hud  ouch  ulf  den  der  mensch  geliebet  hatt  mit  ewiger  liebe  e  her  ie 
geschaffen  wart,  die  godlichcn  liebe  bracht  her  mit  sich  uff  dit  erterich  C;  — 
geschüf  vn  i"*  claritate  perpetua  dilexi  te  J^em  0 

25* 


376  PREDIGTEN  VON  MEISTER   ECKART  l 

mirkeit.    di  nam  unsir  herre  iif  sich  an  deine  höhisten,  alse  Chris- 
tus sprichit  vere  languores  etc.   'werliche  her  sal  tragin  unse  serde'. 

80  dor  imune  ist  her  kumen  üf  daz  ertriche  daz  her  des  menschen 
sunde  üf  sich  genomen  hait,  daz  her  si  fortiUgite  und  den  menschen 
bchildc.  ahir  nu  ist  daz  himmih'iche  uffin  on  alHrleige  hüde.  dar 
umme  niac  der  mensche  künh'che  zu  gode  gein. 

[Ein  wort  sollen  wir  noch  merken]  daz  her  (euch)  sprichit  'ich 

85  wil  irweckin  den  sämin  Dävidis^  (oder  die  frucht).  [daz  mag  men 
prüfen  daz]  der  engil  rürte  in  einer  stunde  des  dagis  daz  wazzir. 
da  von  (so)  gewan  ez  so  gröze  kraft  daz  ez  di  lüde  gesunt  machite 
von  allirleigc  süchide.  vil  grözir  ist  daz  daz  godis  son  rürte  mens- 
liche nätüre  in  unsir  vrowin  libe.    da  fon  ist  al  mensliche  nätüre 

90  selic  wordin.  noch  grözir  selekeit  ist  daz  daz  got  mit  (siner) 
eigenen  nätüre  rürte  daz  wazzir  in  (deme)  Jordäne  do  her  gedauft 
wart,  da  mede  häit  her  kraft  gegehin  allin  wazzirin,  (alse)  wan  der 
mensche  getauft  wirt,  daz  her  gereinegit  wirt  fon  allin  sinen  sunden 
und  wirt  ein  kint  [unsers  hern]  godis.    di  allir  groiste  selekeit  (ist 

95  daz)  daz  got  geborin  und  geoffinbärit  wirt  in  der  selc  an  einer  geist- 
lichen einnunge.  da  fon  wirdit  der  mensche  seliger  dan  der  lip 
unsis  herrin  Jesu  Christi  öne  sine  selc  und  öne  sine  gotheit,  wan 
ein  iclich  beilege  sele  ist  edelir  wan  der  tötliche  lip  unsis  herrin 
Jesu  Christi  [was]. 
100  Di  innewendige  gehurt  godis  an  der  sele  ist  ein  foUinbrengunge 

alHr  ire  sehkeit,  und  di  selikeit  frumit  ir  me  dan  daz  unsir  herre 
mensche  wart  in  unsir  frowin  sente  Merien  libe  und  dan  daz  her 
daz  wazzer  rürte.  waz  got  ie  geworchte  oder  geteit  durch  den 
menschin,  daz  inhuUin  nicht  alse  umme  eine  honen,  her  inworde 
105  forenit  mit  gode  an  einer  geistlichin  foreinunge,  da  got  geborin  wir- 
dit in  der  sele  und  di  sele  geborin  wirdit  in  gode,  und  hir  umme 
häit  got  alle  sine  werc  geworcht.  daz  uns  daz  gesche,  des  helfe  uns 
got.    amen. 


80  alse  die  schrillt  sprichst  von  eme  daz  her  dorumb  kommen  ist  uffz  erte- 
rich  C  81  fortilige  —  behalde  C  82  abir]  und  C  85  sämin]  frucht 
86rurte  hinter  wazzir  C  87  daz  wazzer  C  89  mensl.  gesiecht  nature 
solche  C  90  ist  der  selekeit  C  95  der  liplichen  C  96  die  sele  heili- 
ger C  97  gotheit—  sele  C  98  ein  selich  s.  C  103  waz  —  amen]  alle 
die  dinge  enmochte  er  nicht  gefrommen  sie  enwurde  voreinet  mit  gode.  dal's 
alle  dinge  an  uuls  gesehen  dez  hellT  uch  und  mir  der  vattcr  der  son  elc.  amen  C 


PREDIGTEN'  VON  MEISTER  ECKART  II  377 

II. 

In  disir  predigade  bewisit  uieister  Eckart  der  aide  mit  reden  und  mit 
glichnissen  daz  got  geboren  wirt  in  der  sele  und  di  sele  in  got  geborin  wirt. 

Inillo  tempore  missus  est  angeln  s  Gabriel  a  deo. 
"^aue  gratia  plena,  dominus  tecum' (Z?(c.  1,26).  Disewortbe- 
scbribit  senteLiicas'in  der  zit  wartgesant  ein  engil  Gabriel  von  gode\ 
in  wilchir  zit?  in  den  seis  manden  du  Johannes  Raptista  was  in  siner 
müdir  libe.  der  mich  fragile' war  unime  beiden  wir,  warummevasten  5 
wir,  war  umme  tun  wir  alle  unse  werc,  war  umme  sin  wir  getouft, 
war  umme  ist  got  mensche  worden,  daz  diz  höiste  was':  ich  spreche: 
dar  umme  daz  got  geborin  werde  in  der  sele  und  di  sele  in  got  ge- 
borin werde,  dar  umme  ist  alle  di  schrift  geschriben ,  dar  umme 
hält  got  di  werlint  geschaflin  und  alle  englische  natiire,  daz  got  ge-  10 
borin  werde  in  der  sele  und  di  sele  in  got  geborin  werde,  allis  kor- 
nes  nätüre  meinet  weize  und  al  metal  meinet  golt  und  alle  geberunge 
meinet  menschen,  dar  umme  sprach  ein  meister  '  so  invindit  man 
kein  dier,  iz  inhabe  etwaz  glichiz  dem  menschin',  in  der  zit  in  der 
da  diz  wort  zu  dem  erstin  inphangin  wirt  in  minir  fornuft,  da  ist  15 
ez  so  liitir  und  so  kleinlich,  da  ist  ez  ein  wäir  wort,  er  ez  gebildit 
wirdit  in  mime  gedanke.  zu  dem  drittin  wirdit  ez  gesprochin  iiz- 
wendic  mit  deme  munde,  und  also  inist  ez  nicht  dan  ein  olTinbä- 
runge  des  innerin  wortis.  also  wirdit  daz  ewige  wort  gesprochin 
innewendic  in  deme  herzin  der  sele,  in  deme  innirsten,  in  deme  20 
lütirsten,  in  deme  heubite  der  sele,  daz  ist  in  vornuftikeit:  da  ge- 
schihit  di  gebort  inne.  der  nicht  dan  einen  ganzin  wön  und  eine 
hoftenunge  hi  zu  bette,  der  mochte  gerne  wizzin  wi  dise  gebort  ge- 
schihit  und  waz  hi  zu  hilfit.  sente  Paulus  sprichit  'in  der  fullide  der 
zit  sante  got  sinen  son\  sente  Augustinus  sprichit  waz  da  si  fullide  25 
der  zit.  *dä  numme  zit  inist,  da  ist  fuüide  der  zit\  dan  ist  der  tac 
fol  alse  des  tages  numme  inist.  daz  ist  ein  nötwärheit:  alle  zit  müiz 
da  abe  sin  da  sich  dise  gebort  hebit,  wan  nicht  inist  daz  dise  gebort 
also  sere  hindere  alse  zit  und  creaturo.  daz  ist  ein  gewis  wärheit, 
daz  zit  got  noch  di  sele  ton  nätüre  nicht  beriiren  inmac.  mochte  30 
di  sele  fon  zit  berürt  werdin,  si  inwöre  nicht  sele,  und  mochte  got 
von  zit  berürt  werdin,  he  inwere  nicht  got.  were  abir  daz  di  zit 
di  sele  berüren  mochte,  so  inmochte  got  nummir  in  ir  geborin  wer- 
din.  da  got  geboren  sal  werdin  in  der  sele,  da  müiz  alle  zit  abe  ge- 

14  der]  deme 


378  PREDIGTEN  VON  MEISTER  ECKART  II 

35  valiin  sin ,  oder  si  niüiz  der  zit  iulphallin  sin  mit  wiUin  oder  mit 
begerunge. 

Ein  andir  sin  ton  fullide  der  zit:  der  di  kunst  hette  und  di 
macht  daz  he  di  zit  und  alliz  daz  in  der  zit  in  seis  tüsint  järin  ie 
geschach  und  daz  noch  geschehin  sal  biz  an  daz  ende  hervvidir  ge- 

40  zihen  künde  in  ein  geginwertic  nu,  daz  were  fullide  der  zit.  daz  ist 
daz  nü  der  ewekeit,  da  di  sele  in  gode  alle  dinc  nüvve  und  frisch 
und  geginwertic  bekennit,  und  in  der  lust  alse  di  ich  izunt  gegin- 
wertic habe,  ich  lais  in  einem  buchiline,  der  ez  (er)gronde(n) 
konde,  daz  got  di  werlint  izunt  machit  alse  an  deme  ersten  tage 

45  dii  her  di  werlint  geschuf,  hi  ist  got  riebe,  und  daz  ist  godis  riebe, 
di  sele  in  der  got  sal  geboi-in  werden,  der  müiz  di  zit  intphalhn, 
und  si  müiz  der  zit  intphallin  und  sal  sich  üftragin  und  sal  stein 
in  eime  inkaffine  in  disin  richtüm  godis.  da  ist  wide  öne  wide  und 
breide  t)ne  breide.    da  bekennit  di  sele  aUe  dinc  und  bekennit  si  da 

50  foUiukumen.  di  meistere  di  da  beschriben  wi  wit  der  himmil  si: 
di  min  niste  kraft  di  in  miner  sele  ist,  di  ist  widir  dan  der  wide  him- 
mil. ich  geswige  der  fornuftikeit :  di  ist  wit  öne  wide.  in  deme 
heubitc  der  sele,  in  fornuftikeit,  in  der  bin  ich  also  nähe  der  stait 
ubir  tüsint  mile  geinsit  meris  alse  der  stait  da  ich  izunt  inne  stein. 

55  in  dirre  Avide  und  in  disme  richtüme  godis  da  bekennit  di  sele,  aldä 
inphelUt  ir  nicht  und  da  ist  si  nichtis  wartinde. 

"^Der  engil  wart  gesanf .  di  meistere  sprechin  daz  der  engile 
menige  ist  zal  pobin  zal.  ir  menige  ist  so  gröz  daz  si  kein  zal  be- 
grifen  himac;  ir  zal  inmac  joch  nicht  bedöcht  werdin.    der  undir- 

60  scheit  konde  genemen  öne  zal  und  öne  menige ,  deme  werin  hun- 
derit  alse  ein.  werin  hunderit  persönen  in  der  gotheit,  di  undir- 
scheit  konde  genemen  öne  zal  und  öne  menige,  derinbekente  doch 
nicht  dan  ein.  ez  wonderin  sich  ungeleubege  lüde  und  etliche  un- 
gelärte  cristine  lüde,  und  joch  etliche  phaflin  wizzin  da  fon  alse 

ßa  wenic  alse  ein  stein,  de  nemen  dri  alse  dri  küwe  oder  dri  steine 
abir  der  undirscheit  kan  genemen  in  gode  öne  zal  und  öne  menige, 
der  bekennit  daz  dri  persönen  sin  ein  got. 

Der  engil  ist  ouch  so  höch._  di  beisten  meistere  sprechin  daz 
icHch  engil  habe  eine  ganze  natüre.    glichirwis  alse  ob  ein  mensche 

70  were  daz  aUiz  daz  hette  daz  alle  menschin  ie  gehattin  und  nü  habin 
und  ummir  nie  gehabin  sullin  an  gewalt,  \^isheit  und  an  aliin  dingin, 

63  Wiuleriu         etlichte 


PREDIGTEN  VON  iVIEISTEIJ  ECKAKT  II  379 

daz  were  ein  vvonder,  uiul  so  inwcrc  he  doch  nicht  dan  ein  mensche 
nnd  were  dannocli  verre  den  engiiin.  also  hait  igelich  engil  eine 
ganze  nätüre  und  ist  gesunderit  von  denie  anderin  alse  ein  dicr  Ion 
dem  anderen  daz  einir  anderen  näturc  ist.  an  dirre  nienige  der  "75 
engile  ist  got  ridie,  und  der  daz  bekennit,  der  bckennil  godis  riebe, 
si  bewisit  got  riebe  alse  e'n  berre  bewisit  wirdit  fon  der  menige 
sinir  rittere.  dar  umme  heizit  he  in  uns  ein  berre  der  here.  alle 
dise  menige  der  engile,  wi  hoch  si  sint,  di  babin  ein  niidewirkin 
und  heltin  da  zu,  da  got  geboriu  wirdit  in  der  sele,  daz  ist  si  babin  SO 
lust  und  freude  und  wonne  in  der  geburt,  si  inwirkin  nicht,  da  inist 
kein  were ,  wan  got  der  wirkit  di  geburt  alleine ,  mer  di  engile  ba- 
bin ein  dinisthaft  were  hi  zu.  alliz  daz  da  zu  wirkit  daz  ist  ein  di- 
nisthaft  were. 

'Der  engil  was  genant  Gabrier.    he  teit  euch  swaz  he  hiz.    he  85 
hiz  alse  wenic  Gabriel  alse  Ciinrät.    niman  inkan  wizzin  des  cngi- 
lis  namen.    da  der  engil  genant  ist,  da  iuiiuani  ni  meister  noch  sin 
i  zii.   vil  lichte  ist  he  nenneUch.    di  sele  inhäit  ouch  keinen  namen. 
alse  wenic  alse  man  gode  eigenen  namen  vindin  mac,  also  wenic 
niac  man  der  sele  eiginen  namen  vindin ,  abeine  da  gröze  buche  90 
fon  geschriben  sin.    abir  da  si  ein  üzlugin  hait  zu  den  werkin,  da 
föne  gibit  man  ir  namen.   ein  zimmirman,  daz  enist  sin  name  nicht, 
mer  den  namen  nimet  her  fon  dem  \\erke  des  he  ein  meistir  ist. 
den  namen  Gabriel  den  nam  he  von  dem  werke  des  he  ein  bode 
was,  wan  Gabriel  sprichit  kraft,   in  dirre  geburt  wirkit  got  kreftlicbe  95 
oder  wirkit  kraft,    waz  nieinil  alle  di  kraft  der  näture?  daz  si  sich 
selbir  wirkin  wil.    waz  meinit  alle  di  nätüre  di  da  wirldt  geberin? 
daz  si  sich  selbir  wirkin  wil.    di  nätüre  mines  vader  wolde  wirkin 
in  sinir  nätüre  einen  vadir.    du  des  nicht  gesin  mochte,  du  wolde 
si  ein  wirkin  daz  ime  allis  dingis  glich  were.    du  der  kraft  gebrach,  100 
du  worchte  si  ein  so  si  glichiste  mochte,  daz  was  ein  son.    da  abir 
der  kraft  noch  me  gebricbit  oder  ein  andir  ungevelle  geschihit ,  da 
wirkit  si  noch  eime  unglicheren  menschen,    abir  in  gode  ist  volle 
kraft,  dar  umme  wirkit  her  sin  glich  in  siner  geburt.   alliz  daz  got 
ist  an  gewalt  und  an  wärbeit  und  an  wisbeit,  daz  gebirit  he  alzu-  105 
male  in  di  sele.  sente  Augustinus  sprichit  'waz  di  sele  minnit,  deme 
wirdit  si  glich',   minnet  si  irdische  dinc,  so  wirdit  si  irdisch,  minnit 
si  got,  so  mochte  man  frägin  'wirdit  si  dan  got?'  spreche  ich  daz, 

85  he  teit  ouch  swaz  ho  teit  ouch  swaz  he  hiz  alse  w.  usw.  99 

gesciii         102  gcsihit 


380  PREDIGTEN  VON  MEISTER  ECKART  II 

daz  lüdite  ungelouplich  den  di  zu  krankin  sin  liabin  und  ez  nicht 

110  fornemen;  mer  sente  Augustinus  sprichit  'ich  inspreche  ez  nicht, 
mer  ich  wise  iich  an  di  schrift,  di  da  sprichit:  ich  habe  gesprochin 
daz  ir  gode  sit\  der  etwaz  hette  des  richtümes  da  ich  fore  fon  ge- 
sprochin habe ,  einen  bhc  oder  jocli  eine  huffenunge  oder  eine  zü- 
forsicht,  der  forneme  dit  wol.    ez  inwart  nie  gebort  so  sippe  noch 

115  so  glich  noch  so  ein  alse  di  sele  gode  wirdit  in  dirre  geburt.  ist  ez 
daz  ez  an  ichte  gehinderit  wirdit,  daz  si  nicht  allis  dingis  glich  in- 
wirdit,  daz  inist  godis  schult  nicht,  alse  verre  alse  ir  gebrechin 
intphallin,  alse  verre  wirkit  he  si  im